Jul 222015
 

Das Bundesverfassungsgericht hat das Betreuungsgeld kassiert. Es wäre für die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse auch über Ländergrenzen hinaus keineswegs erforderlich. Da es keinerlei Auswirkungen auf Lebenswelt und Arbeit habe, sei die Voraussetzung für eine Regelung durch den Bund nicht gegeben.

Von vielen Seiten gab es Beifall für die Abschaffung der „Herdprämie“. Teilweise ziemlich hämischen. Jene, die glauben, dass es Kindern in der Kita unter Gleichaltrigen und mit manchmal besser manchmal schlechter ausgefallenen frühkindlichen Bildungsangeboten besser ergeht als bei Mama oder Papa im heimischen Kinderzimmer, fühlen sich bestätigt. Jene, die Frauen generell lieber arbeiten als sich um den Nachwuchs kümmern sehen, sowieso.

Als die „Herdprämie“ Ende 2012 eingeführt wurde, war ich gegen sie. Ich sah damals mehr die Risiken, die eben darin bestehen, dass Kinder nicht gemeinsam mit anderen Kindern unsere Sprache erlernen, dass sie daheim isoliert werden und dass Frauen dazu animiert werden könnten, die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit länger hinauszuzögern.

Heute sehe ich die Sache deutlich differenzierter. Der Entzug der Förderung bedeutet im Endeffekt, dass Eltern in ihren Wahlmöglichkeiten eingeschränkt werden. Ich konnte mir das früher nicht vorstellen, aber es gibt tatsächlich sehr viele Mütter (und sicher auch einige Väter), die sich gerne länger als die 14 Monate, in denen Elterngeld gezahlt wird, direkt um den eigenen Nachwuchs kümmern möchten. Dies kann aus den verschiedensten Gründen der Fall sein, aber es ist definitiv die sicherste Methode, um zu garantieren, dass das eigene Kind ein ungebrochenes Urvertrauen entwickeln kann, denn wer kann schon absolut sicher sagen, wie sein Kind auf die temporäre Übergabe an die Krippe reagieren wird? Ich möchte damit keineswegs gegen Krippen und Kitas argumentieren, aber ich denke, dass es der Entscheidung der Eltern überlassen sein sollte, ob sie ihr Kind nicht vielleicht doch etwas länger selbst betreuen möchten.

Weiterhin sollte man eines nicht vergessen: Im Krippenbereich geht ohne günstige Fachkraft-Kind-Relation sozusagen gar nichts in Sachen Bildung, Erziehung und Betreuung. Viernickel und Schwarz fanden Forschungsergebnisse, die „Hinweise auf Schwellenwerte“ geben, wie sie es vorsichtig formulieren, ab denen „die pädagogische Prozessqualität und das Verhalten und Wohlbefinden von Kindern negativ beeinflusst wird“: Diese liegen bei Gruppen mit unter 3-jährigen Kindern bei einem Verhältnis von 1:3 bis 1:4, bei Gruppen mit 3- bis 6-jährigen Kindern bei ca. 1:8 und bei Gruppen mit 5- bis 6-jährigen Kindern bei 1:10. Die Realität sieht aber leider oft anders aus. Bei den unter 3-Jährigen möchte man beispielsweise in Brandenburg bis August 2016 auf eine Quote von 1:5 kommen, was immer noch fast doppelt so hoch ist, wie empfohlen. Bei der direkten elterlichen Betreung dürfte die Quote meist bei 1:1 liegen.

Kommen wir zum Abschluß noch kurz auf den Kostenaspekt zu sprechen. 150€/Monat gab es bisher als Betreuungsgeld. Die kompletten monatlichen Kosten für einen Krippenplatz (0-3 Jährige) liegen zwischen 500 und 1500 €, bei einem Kindergartenplatz (4-6 Jährige) liegen sie immer noch zwischen 300 und 1000 €.  Diese Kosten reduzieren sich auch nicht signifikant, wenn mehr Kinder in Krippen und Kitas untergebracht werden, da dann auch entsprechend mehr Erzieher und Räumlichkeiten benötigt werden. Volkswirtschaftlich gesprochen besteht der primäre Nutzen der Kinderbetreuung darin, dass sie es den Eltern erlaubt, zu arbeiten und somit zum Bruttosozialprodukt beizutragen.

Aber ist dieser durchaus positive wirtschaftliche Effekt wirklich Grund genug, die Wahlfreiheit der Eltern einzuschränken? Ist es tatsächlich so verwerflich, wenn eine Mutter oder ein Vater sich entschließen, sich trotz der damit gegebenenfalls verbundenen beruflichen Nachteile etwas länger um die eigenen Kinder kümmern zu wollen, bevor sie sie von Fremden betreuen lassen? Und sind Krippe und Kita trotz der mit ihnen verbunden Unwägbarkeiten und der eher suboptimalen Ausstattung mit Betreuungspersonal tatsächlich ultimativ und der Weisheit letzter Schluß? Was meint ihr?


Bayern hat bereits angekündigt, das Betreungsgeld weiter zahlen zu wollen. Auch in Sachsen und Hessen möchte man die Regelung fortführen. Sachsen zahlt zudem im zweiten und dritten Lebensjahr ein einkommenunabhängiges Landeserziehungsgeld von 150 Euro beim ersten und 200 Euro beim zweiten Kind.

Hier noch relevante Informationen für Familien, die Betreuungsgeld beziehen oder beantragt haben.

Jul 192015
 

Da es langsam mal an der Zeit ist, dass wir uns anschauen, welche Unterschiede zwischen Männern und Frauen wirklich existieren, möchte ich im heutigen Blogbeitrag damit anfangen. Da es sich um ein recht komplexes Thema handelt, werde ich es auf mehrere Posts aufteilen.

Schenken wir uns den ganzen evolutionsbiologischen Schmogus, der erklärt, warum sich unsere Spezies so entwickelt hat, wie sie das nun mal tat. Es ist zwar durchaus hochinteressant, aber für die Beurteilung des Istzustandes doch weitgehend irrelevant, es sei denn man möchte sich mit evolutionsbiologischen und evolutionspsychologischen Theorien auseinandersetzen, die sich empirisch kaum überprüfen lassen.

Bleiben wir also lieber bei den Fakten. Aus der Schule wissen wir, dass unser Genom aus 22 Chromosomenpaaren und 2 Geschlechtschromosomen besteht. Bei Frauen bilden die Geschlechtschromosomen ebenfalls ein Paar, bei Männern liegt das X-Chromosom nur einfach vor, dafür verfügen sie über ein zusätzliches Y-Chromosom.  Auf diesen wiederum befindet sich der Bauplan für die Herausbildung der Hoden und noch einige sogenannte Haushaltsgene, die in vielen Köpergeweben eingeschaltet werden und grundlegende Funktionen des Zellstoffwechsels regulieren. Die Gene, welche für die Herausbildung körperlicher Merkmale, die Gehirnstrukturen und die Vernetzung der Nervenzellen verantwortlich sind, liegen auf den anderen 45 Chromosomen.

Man darf also festhalten, dass Männer ein Y-Chromosom mehr, dafür aber auch ein X-Chromosom  weniger haben, was wiederum erklärt, warum männliche Föten etwas anfälliger als weibliche sind. Liegt nämlich auf ihren einzelnen X-Chromosom irgendwo ein Gendefekt vor, so gibt es kein zweites X-Chromosom, das diesen kompensieren könnte. Abgesehen davon gibt es keine weiteren genetische Unterschiede.

Heißt das aber auch, das es keine biologischen Unterschiede gibt?

Offensichtlich nicht. Die Hoden verändern eine ganze Menge. Sie produzieren das Sexualhormon Testosteron, das wiederum eine ganze Reihe von Genaktivierungen steuert. Tatsächlich verändert die bei männlichen Embryos weitaus höhere Testosterondosis auch die neuronale Vernetzung. (Bereits neugeborene männliche Babies haben ein etwas anderes Gehirn als weibliche Babies. Dazu kommen wir jedoch erst im zweiten Blogpost zu den Geschlechtsunterschieden.) Eierstöcke und Gebärmutter werden nicht gebildet, dafür entsteht ein Penis.

Im Verlauf von Kindheit und Reife werden die Unterschiede noch etwas offensichtlicher.

Körperliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen:

  • Männer wiegen etwa 15% mehr als Frauen
  • Männer sind im Schnitt 15 cm größer als Frauen
  • das Hüfte-Taile Verhältnis ist anders, Männer haben schmalere Hüften
  • Das Brust-Tailen Verhältnis ist anders: Männer haben normalerweise einen größeren Brustumfang
  • Der Oberkörper von Männern ist im Schnitt 40-50% stärker
  • der Unterkörper von Männern ist im Schnitt 30% stärker
  • Männer haben relativ zu ihrer Körpergröße mehr Lungenvolumen (ca. 30%)
  • Ellenbogen und Knie sind beim Mann 42-60% stärker
  • die Haut von Männern ist dicker und fettiger
  • Männer haben mehr Körperbehaarung als Frauen
  • Frauen haben einen höheren Körperfettanteil
  • Frauen haben einen niedrigeren Blutdruck, Frauenherzen schlagen dafür etwas schneller
  • Männer haben mehr androgene Hormone, Frauen mehr Estrogene
  • Männer haben im Schnitt 5,2 Millionen rote Blutkörperchen pro Kubikmililiter, Frauen 4,6 Millionen
  • Männer haben mehr Hämoglobin als Frauen und können daher mehr Sauerstoff speichern
  • Männer haben im Verhältnis zu ihrem Körper ein um 10% größeres Herz
  • Der Grundumsatz von Männern ist etwa 10% höher als der von Frauen
  • Männer haben stärkere Knochen
  • Frauen wandeln mehr ihrer Nahrung in Fett um, Männern mehr in Muskeln
  • Männer können mehr Hitze abgeben, weil sie mehr Schweißdrüsen haben
  • Frauen haben mehr weiße Blutkörperchen (bessere Immunabwehr)
  • Männer haben mehr Gerinnungsfaktoren und Inhibitoren im Blut (schnellere Wundheilung)

Die Herausbildung dieser Unterschiede ist nachweislich rein hormonell gesteuert.

Bevor wir nun Teil 1 der Geschlechtsunterschiede abschließen, möchte ich kurz noch auf einen empirisch nachgewiesenen Fakt eingehen, der später noch bedeutsam werden wird: Männer sind extremer.

Zum Verständnis: Jedes einzelne Merkmal liegt über die Gesamtbevölkerung verteilt in einer sogenannten Normalverteilung vor. Bei Männern ist die Standardabweichung \sigma, welche quasi die Breite der Verteilung beschreibt, allerdings deutlich größer. Als Ergebnis ist ihre Verteilungskurve flacher. Es liegen also deutlich mehr Einzelwerte in den Extrembereichen. In Relation dazu ist die Kurve der Frauen deutlich steiler, es liegen mehr Werte im Durchschnittsbereich.

Da das alles vielleicht ein wenig abstrakt ist, zeige ich euch mal eine Grafik zur Verteilung des Intelligenzquotionen über die Geschlechter.

IQ-VerteilungDer Mittelwert liegt hier bei beiden Kurven beim IQ-Wert 100. Die Frauen befinden sich jedoch deutlich stärker im Zentrum. Es gibt also mehr durchschnittlich intelligente Frauen als durchschnittlich intelligente Männer. In den Extrembereichen überwiegen jedoch die Männer. Auf den IQ bezogen bedeutet dies, dass sie sowohl unter den Debilen IQ<70 als auch unter den Hochintelligenten IQ>130 entsprechend zahlreicher vertreten sind als Frauen.

Diese höhere Varianz finden wir auch bei nahezu allen anderen Merkmalsausprägungen, der IQ ist allerdings insoweit ein sehr schönes Beispiel, weil hier der Mittelwert der Verteilung bei beiden Geschlechtern gleich ist, was bei Merkmalen wie Körpergröße, Gewicht oder Behaarung natürlich nicht der Fall ist. 🙂

Wochenrückblick – Gregory Allan Elliott & Stephanie Guthrie

Im Wochenrückblick möchte ich auf eine Geschichte aus Kanada eingehen, die weitweit einigen Menschen die Augen geöffnet haben dürfte.

Es geht um eine Klage wegen der kriminellen Belästigung zweier Torontoer Frauenrechtsaktivistinnen aus dem Jahr 2012 durch den Angeklagten Gregory Allan Elliott. Vorwürfe einer dritten Frau wurden bereits fallengelassen.

Ich übersetze hier einfach mal die Zusammenfassung der Journalistin Christie Blatchford, die den Fall bereits seit längeren medial betreut.

Der Grafiker und Vater von 4 Kindern verlor kurz nach seiner Verhaftung, welche im Internet weit verbreitet wurde, seinen Job. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm 6 Monate Gefängnis.

Dies sind bemerkenswerte Auswirkungen, insbesondere wenn man zudem in Betracht zieht, dass nach Aussage des zuständigen Ermittlers Detective Jeff Banghild keinerlei Hinweise darauf existieren, dass er seine beiden Anklägerinnen oder andere Frauen jemals bedroht oder sexuell belästigt habe.

Tatsächlich sieht es so aus, als bestünde das Vergehen Elliotts primär darin, dass er es wagte, den beiden jungen Feministinnen und politischen Aktivistinnen widersprochen zu haben.

Der ursprüngliche Konfliktstoff ergab sich, als Elliott sich gegen einen Plan Guthries aussprach, einen Internet-Shitstorm gegen einen jungen Mann im nördlichen Ontario zu entfachen, der ein brutales Videospiel veröffentlicht hatte, wo die Spieler der feministischen Video-Bloggerin Anita Sarkeesian solange ins Gesicht boxen konnten, bis der Bildschirm rot wurde.

Guthrie sagte damals auf Twitter, dass der Programmierer „den Hass des Internets in seinem reale Leben spüren solle.“ Dazu warnte sie potentielle Arbeitgeber über Twitter und sandte der Lokalzeitung in seiner Heimatstadt einen Link zu einem Bericht über das Spiel.

Elliott widersprach dieser Taktik und tweetete, dass dieses Shaming „genauso bösartig sei wie das face-punch-Spiel„.

Bis dahin hatten Elliott und Guthrie einen kollegialen Umgangston gepflegt. Elliott hatte unter anderem angeboten, ein kostenloses Poster für Guthries witopoli (Women in Toronto Politics) Gruppe zu erstellen.

Weitere Details der Kampagne kann man problemlos den weiter unten chronologisch angeordneten Links entnehmen. Ich habe einfach mal alle gepostet, weil sie einen sehr interessanten Effekt zeigen. Zu Beginn der Verhandlung stand Christie Blatchford der Person und der Sache von Elliott keineswegs positiv gegenüber. Dies änderte sich bei der Beobachtung des Verfahrens, in dem bemerkenswerte Aussagen wie die folgende zu Tage traten.

Die Mehrheit aller Männer für Vergewaltigung verantwortlich zu machen … ist falsch„. Dies schrieb Mister Elliott im September 2012. „Vergewaltiger sind keine normalen Männer. Sie sind verrückt? Warum sollte man also nicht die Verrückten verantwortlich machen?

Dies klang in meinen Ohren keineswegs wie das Gezeter eines perversen Frauenhassers, dem Verteidiger Mister Murphy ging es offenbar genauso, denn nachdem er dies Richter Brent Knazan vorgelesen hatte, fragte er in einem neutralen Tonfall: „Das klingt wie ein vernünftiger Standpunkt?

Miss Guthrie, die sich im Zeugenstand befand, schnaubte kurz und rief: „Wollen sie mich verarschen?“ Dann schlug sie mit der Faust auf das Holz und erklärte: „Ich kenne massenhaft normale Männer, die vergewaltigt haben. Ich wurde von normalen Männern vergewaltigt.

Oder auch:

Als der Verteidiger Mister Murphy Miss Guthrie aufforderte, auch nur einen Tweet zu benennen, der ihr tatsächlich Angst eingeflößt habe, stieß sie hervor: „So funktionieren Gefühle nicht, Mister Murphy. Sie entwickeln sich mit der Zeit.“ Als der Verteidiger darlegte, dass sie keineswegs ängstlich wirkte, und dass sie sich über Mister Elliott amüsiert und ihn verspottet habe, seufzte sie theatralisch und sagte: „Da ist kein perfektes Opfer, Mister Murphy, und kein perfekter Weg, um auf Stalking zu reagieren. Manchmal muss man ein wenig zurückschlagen … Tut mir leid, falls ich kein perfektes Opfer war.

Mister Murphy legte daraufhin dar, dass Mister Elliott sich und seine Ansichten auf Twitter gegen Angriffe seitens Frau Guthrie und ihrer beiden Mitklägerinnen verteidigt habe. Und sei dies nicht sein gutes Recht?

Er hat das Recht sich gegen die Welt zu verteidigen, er hat nicht das Rechts, sich gegen mich zu verteidigen.

Völlig unabhängig davon, was Sie über oder zu ihm sagen„, fragte der Verteidiger nach.

Nicht gegen mich!

Noch kurz zur Erläuterung. Der Irsinn der Klagemöglichkeit wegen „kriminellen Belästigung“ in Kanada besteht darin, dass es völlig ausreicht, dass sich irgendjemand bedroht fühlt. Es geht also um rein subjektives, unüberprüfbares Empfinden, nicht um ein objektiv bestehendes Bedrohungsszenario. Ganz ehrlich, kann man sich ein besseres Instrument vorstellen, um unliebsame Kritiker mundtot zu machen?

Chronologische Liste aller Berichte in der National Post zum Vorgang:

22.10.201208.01.201309.01.201410.01.201423.07.201420.03.201507.05.201514.07.2015

Wochenrückblick – Dean Esmay „An meine Freunde, die nette Feministen sind“

Ich bin diese Woche über einen Artikel von Dean Esmay gestolpert, der sich an seine feministischen Freunde richtet.  Ich möchte kurz darauf eingehen, weil im Artikel erklärt wird, wie aus dem früheren Feministen Dean Esmay, der nebenbei nach wie vor ein positives Frauenbild besitzt, der Feminismus-Gegner Dean Esmay wurde. Man kann hier natürlich anführen, dass es etwas ungerecht ist, den Feminismus, der ja durchaus über eine Vielzahl unterschiedlicher Strömungen verfügt, auf die Hassvariante mit Vergewaltigungskultur und Patriarchat zu reduzieren. Man sollte dann aber nicht vergessen, dass es gerade diese radikale Strömung zu sein scheint, die sich durchgesetzt hat und derzeit die Musik bestimmt. Wie dem auch sei, vielleicht einfach mal ganz unvoreingenommen lesen und darüber nachdenken, was wohl bei dem eigentlich sehr menschenfreundlichen Dean Esmay diesen Wandel in seinen Ansichten auslösen konnte. Eine deutsche Übersetzung seines Briefes findet ihr hier.

Vielleicht eins noch, ich habe mir, neugierig wie ich nun mal bin, sein Buch Methuselah’s Daughter über Amazon besorgt, primär weil ich so einen besseren Blick auf das Frauenbild eines Mannes erhaschen wollte, der den Feminismus (oder was er eben mittlerweile darunter versteht) so kategorisch ablehnt. Es ist ein echter Geheimtipp mit einer megastarken weiblichen Protagonistin.

Wochenrückblick – Lucie Höhler – Heldin der Rationalität oder Shitstorm-Initiatorin?

Hannah Beitzer hat in ihrer aktuellen Kritik an Dieter Nuhr ausgerechnet Lucie Höhler von kleiner drei als Stimme der Rationalität aufgebaut. Man sollte hier vielleicht daran erinnern, dass es diese Dame war, die im Dezember 2014 zusammen mit weiteren Aktivistinnen aus dem Dunstkreis von Anne Wizorek einen Shitstorm gegen einen Redakteur der deutschen Welle anzettelte, als dieser daran erinnerte, dass die feministische Heldin Shanley Kane ausgerechnet mit dem Nazi, Frauenhasser und Rassisten Denn Weev Tisch, Bett und Ideologie teilte. So inkompatibel sind Nazis und Radikalfeministen offenbar gar nicht.

Wochenrückblick – Abschluß

Hier noch ein etwas versöhnlicherer Blick auf den Feminismus von Anna. Ob die dort getroffenen Aussagen über Männer und Frauen stimmen? Dazu komme ich dann in meinem nächsten Beitrag über Geschlechtsunterschiede. Hoffentlich. Und dann hätte ich hier noch auf Englisch die Gedanken einer Mitzwanzigerin aus Chicago, die befürchtet, dass ihre zukünftigen Söhne, Vergewaltiger werden – allerdings nicht, weil sie jemanden vergewaltigen. Lesenswert!

Und was darf keineswegs fehlen?

Naja, eigentlich dürfte es schon fehlen. Aber es soll auch ein paar Leser geben, die meine widerlichen Selbstdarstellungen mögen. Die restlichen 98% bitte ich einfach darum, sie zu ignorieren. 😉


Phraselnddrescherei
gewidmet Phraselnd, dem Perfekten – Sinn ist bestenfalls marginal enthalten

An schiefen Tagen phraselts in den Rauken
und Bakelit mieft nun nach Käsemauken
weil Phraselnds Klauen bis ins Erdreich rhomben
bricht ab ein Ast und knarzt in Katakomben
Die Droste sah ihn auch, sie kotzt
auf Phraselnd, dem die Schnute rotzt

Siebentausend Knarze früher
war der Tod ein Balkenblüher
Herbstlich Purpur prangt im Barte
Phraselnd klatscht sich auf die Schwarte
seiner Druse, die verstopft
unbemerkt am Psalter klopft
Roh rafft sich der Bovist auf
vergewaltigt einen Knauf
dem der Schwefel vollverstrudelt
auf die Federflanken sudelt
Elend ist des Tangens Lohn
Phraselnd erntet höchstens Hohn

Doch er flözt sich auf die Wampe
Zischend zischt dann eine Lampe
Greinend greint Lysander sich
Ach – war dies nicht fürchterlich?

Ich schreibe solche Gedichte primär deswegen fast nie, weil sie keinerlei Mühe machen. Das hier war eine 3-minütige Fingerübung. Bei einem „echten“ Gedicht wie dem von letzter Woche für Tiia dauert es wesentlich länger, bis Strophen, Rhytmus und Aussage so sind, wie ich sie haben möchte. Andererseits entspricht mein Lyrikverständnis ja laut Phraselnd einem „albtraum aus der sprache der verwalteten welt“. 😉


In der Kürze der Zeit hat leider nur Gwenny als Betaleserin fungieren können. Ich muss hier offenbar echt an meiner Zeiteinteilung arbeiten, die ist reichlich suboptimal. Vielen Dank an Gwenny, die Liebe meines Lebens, und natürlich auch an alle Leser, die mir ihre Aufmerksamkeit schenkten. Ein doppelter Kotau geht an alle, die es schafften, meine Ausführungen offen zu reflektieren, ohne mich gleich als Frauenhasser abzuwatschen, weil ich es wage, Kritik an Ausprägungen des Feminismus und einigen seiner prominenten Vertreter zu äußern.

Ausblick

Ich trage mich momentan mit dem Gedanken, den Blog diverser zu gestalten. Es ist ja irgendwie doch ein wenig langweilig, immer nur über die nervigen Ansichten des doofen Admins lesen zu können, nicht wahr? Der einfachste Weg bestände in der Veröffentlichung von Gastbeiträgen. Wenn ihr also ein interessantes Thema samt lesbaren Artikel dazu habt, darin einigermaßen rational argumentiert, ein positives Frauen- und Männerbild propagiert und keinen Hass verbreitet, dann könnt ihr eure Artikel an support@fanfiktion.de Betreff: Helges Blog schicken, ich schaue dann drüber und werde gute, lesenswerte Artikel veröffentlichen. Grundsätzlich ist es entgegen anderslautenden Gerüchten keineswegs nötig, meiner Meinung zu sein.

Es ist sogar denkbar, dass wir hier in Zukunft andere reguläre Autoren neben mir sehen. Dann würde wohl auch eine Umbenennung anstehen. Na, schaun wir mal. 🙂

Jul 122015
 

Blogblume

Wie ich bereits im vorigen IMHO-Beitrag angekündigt hatte, möchte ich euch diesmal von einem quasi-feministischen Blog berichten. Vorher jedoch erst einmal ein kleiner Exkurs.

Es war für mich vor allen Dingen deswegen so wichtig, einen guten feministischen Blog zu finden, weil ich mir selbst beweisen mußte, dass es diese überhaupt gibt. Wenn man im Netz sucht, dann hat man bei den Feministen dasselbe Problem wie bei den Männerrechtlern – nur scheinbar um den Faktor 10 potenziert: Man findet erst einmal Extremisten ohne Ende. Wer glaubt, Mädchenmannschaft und @Tugendfurie wären bedauerliche Einzelfälle, der irrt leider. Wie so oft sind die stilleren, gemäßigten Stimmen kaum zu hören, sie werden vom Gebrüll der Social Justice Warriors übertönt.

Ich sollte vielleicht auch noch erlären, woran ich einen guten feministischen Blog festmache. Das ist im Prinzip recht einfach. Zuerst einmal sollten feministische Themen zumindest gelegentlich behandelt werden. Zum zweiten muss im Blog ein positives Frauen- und auch ein positives Männerbild propagiert werden. Und zu guter Letzt sollte der Blogger auch ein positives Selbstbild besitzen. Das letzte ist eigentlich nicht ganz so wichtig, aber wer mit sich selbst im Reinen ist, ist eher in der Lage, andere Themen weitgehend offen anzugehen.

Das Ganz Normale Chaos ist der Blog von Tiny Tiia (@TiiaAurora) und erfüllt die formulierten Bedingungen. Beiträge kommen allerdings nicht sonderlich häufig und die Dichte an feministschen Themen ist begrenzt. Mir gefiel ihr differenzierter Artikel zum Thema Depressionen, ihr tiefer Blick auf die Probleme mit einem ehemaligen Lehrer oder auch ihre Erörterung zu Kommunikation mit introvertierten Menschen. Oh, und vergessen wir keinesfalls: „Social Justice Warrior“ ist ein Scheißbegriff. (Eine Einschätzung, die ich nebenbei vorbehaltlos teile.)

Ich habe keine Ahnung, ob Tiia sich selbst als Feministin bezeichnen würde. Ich denke nur, sie sollte eine sein. Sie versteht es, die Augen offen zu behalten, sich beide Seiten einer Medaille anzugucken, selbst dann, wenn sie selbst tief verletzt wurde, so wie im verlinkten Beitrag mit dem Lehrer. Das ist eine Befähigung, die man insbesondere in der #Aufschrei-und-Drama-Kultur des Netzes sehr sehr selten findet.

Wer lesen möchte, was Tiia über Tiia schreibt, der sollte hier vorbeischauen. Grundsätzlich kann ich Tiias Blog absolut empfehlen und habe ihn daher in meiner kleinen Blogroll rechts permanent verlinkt.

Und dann habe ich noch etwas für Tiia:

Depressionen
Für Tiia

Ein dunkelgrauer Rauch quillt manchmal vor
aus dem Versteck, das ihn verborgen hält
und schiebt sich still und schleimig dann empor
Schon bald verdunkelt er die ganze Welt

Das Licht verschwindet, Schatten werden lang
Und Stille hallt auf einmal um dich rum
Alles ist grau und was wie Schmatzen klang
ist hörbar kaum und trist und seltsam stumm

Die Farben sind aus deiner Welt geflohen
Der Wind erstarb, die Luft ist stickig warm
Du bist allein, doch spürst du auch ein Drohen
Bist du’s wohl selbst? Ob es von außen kam?

Wie kriegt man nur den Qualm ins Loch geschoben
aus dem er deine Welt in Trübsal tauchte?
Wie hat er bloss die ganze Welt umwoben
ob er dafür wohl fremde Hilfe brauchte?

Die wahre Welt ist weiterhin hier draußen
mit Klang und Farben, Lichterspiel und Wind
Zwar kann man dir nicht helfen, nicht von außen
doch bitte spür, dass wir noch um dich sind!

Der allgegenwärtige Irrsinn

Ich bin im Netz über die Frage von Janet Bloomfield gestolpert, warum es kaum Geschichten darüber gibt, in denen Frauen sich für Männer opfern. Der umgekehrte Fall ist selbst in unserer Zeit durchaus nicht so selten anzutreffen. Manchmal mit Happy End, wie bei diesem Engländer, der für seine Verlobte in Tunesien zum Kugelfang wurde, manchmal tragisch, wie bei diesem New Yorker-Obdachlosen, der seine Ritterlichkeit mit dem Leben bezahlte. Lassen wir die Bereitschaft, sich für völlig Fremde zu opfern, mal außen vor. Wie sieht es bei euch aus, könntet ihr euch vorstellen, euch für eure Liebe zu opfern?

Im Zusammenhang mit der Reuters-Meldung, dass man in Norwegen plant, 7 Jahre alten Kindern die freie Geschlechtswahl rechtlich zuzugestehen, habe ich festgestellt, dass laut Amnesty Internation sich der Anteil transsexueller Menschen, deren Situation durch diese Regelung ja verbessert werden soll, offenbar verdreißigfacht hat. Bisher ging man hier von einer Prävalenz von 1:10.000 bei Transfrauen und 1:30.000 bei Transmännern aus, was sich beispielsweise bei einer Stadt wie Dresden mit ~600.000 Einwohnern zahlenmäßig in ~40 Transsexuelle umrechnet, von denen wiederum höchstens 10 im hier relevanten schulpflichtigen Alter wären. Für mich klingt das eher so, als ob hier eine individuelle Einzelfallbetrachtung das sinnvollere Mittel wäre.

Wenn man die bekannten Prävalenzen auf ganz Europa (~742 Mio. Einwohner) hochrechnet, kommt man auf ~50.000 Transsexuelle. Amnesty International spricht von 1,5 Millionen.

Für all jene, die mitbekommen haben, wie Tim Hunt von hysterischen Radikalfeministen gehetzt wurde, gibt es hier eine gute Übersicht, der in der Zwischenzeit bekannt gewordenen Faktenlage. Sir Tim wurde von seiner Alma Mater nebenbei nicht rehabilitiert.

Bei Danisch wiederum findet man einen absolut lesenswerten Bericht über eine Pressefonferenz zum Projekt „European Women Shareholders Demand Gender Equality“. Der „Männerrechtstyp“, den er darin erwähnt, war offenbar Wolle Pelz, dessen eigener Bericht von diesem keineswegs gut besuchten Event hier gefunden werden kann.

Auch sehr unterhaltsam ist eine neuentdeckte Form von Privileg. Und wenn wir hiermit schon bei @Nero angelangt sind, dann möchte ich euch dessen exzellent recherchierte Serie zu Randi Harper keinesfalls unterschlagen. [Teil 2] Teil 3 steht meines Wissens noch aus.

Zum Abschluss dann noch ein wenig Humor und beschwingte Musik mit der Mens Rights Opera.

Ich bedanke mich bei Gwenny für das Betalesen und bei allen anderen Lesern für die gewährte Aufmerksamkeit. Ich hoffe, es hat euch ein wenig gefallen.


 

PS.: Wer ein wenig über keineswegs ernstgemeinte feministische Literaturkritik schmunzeln möchte, der sollte einmal hier vorbeischauen.

PPS.: Hätte ich doch fast die obligatorische, widerliche Selbstdarstellung vergessen: Folgt mir auf Twitter! Ich brauche Minions.

Jul 052015
 

Eigentlich wollte ich im heutigen Blogpost einen sehr guten feministischen Blog vorstellen, den ich entdeckt habe. Leider wurde diese Planung ein wenig durcheinandergebracht, weswegen ich nun auf das im Titel genannte Thema zu sprechen komme. Auf meine manchmal etwas zirkuläre Art. Der reine Diebstahl wäre für mich als Thema nicht interessant genug, um euch damit zu traktieren. 🙂

Ich habe am Donnerstag eine gute Freundin, die uns momentan besucht, vom Bahnhof abgeholt. Maxwell ist quasi die angenommene kleine Schwester meiner Frau und somit irgendwie wohl auch meine kleine Schwester.

Nachdem ist sie abgeholt hatte, fuhr ich mit ihr noch kurz ins Büro zurück. Einerseits weil ich dort noch etwas holen mußte, aber auch, um ihr unsere neuen Räumlichkeiten und vor allen Dingen den Igor im Eingangsbereich und an der Eingangstür zu zeigen. Als wir dann nach knapp einer Viertelstunde zurück in die Tiefgarage kamen, hatte sich der Zustand meines Autos signifikant verändert. Jemand hatte einen Feuerlöscher durch das Beifahrerfenster geworfen und das Handy, das noch in der von außen einsehbaren Mittelablage lag, entwendet.

Es folgte der übliche Ärger. Sperren der SIM-Karte. Rufen der Polizei. Ändern aller Passwörter, die ich auch mal übers Handy benutzt hatte. Anruf bei der Werkstatt. Anruf bei der Versicherung. Warten auf die Polizei. Weiteres Warten auf die Polizei. Schildern des Vorgangs, Aussage machen, Unterschrift. Glassplitter an der Tankstelle aussaugen, usw., usf. (Die Klassifizierung des Sachverhalts durch die Polizei war nebenbei BSD – Besonders Schwerer Diebstahl)

Alles äußerst ärgerlich. Aber darüber möchte ich eigentlich gar nicht sprechen. Als ich in die Tiefgarage kam und den ersten Blick auf den Schaden erhaschte, war mein erster Gedanke „Wer hat das getan?“ und der zweite war „Ob das wohl ein Asylant war?„. Rationalität und Selbstbeobachtung sorgen dafür, dass ich mir selbst bewußt mache, dass diese Frage a) reichlich irrelevant ist und b) selbst wenn es nicht so wäre, es keinerlei Beleg gibt und c) selbst wenn sich irgendwann wider Erwarten herausstellen sollte, dass es so war, was würde es schon besagen? Dass Menschen, denen es schlechter geht und die keine Perspektiven haben, tendenziell häufiger kriminell werden? Das wäre wohl kaum eine sonderlich bahnbrechende Erkenntnis.

Interessant für mich war eigentlich, dass mit tatsächlich der Gedanke kam. Aber solch irrationale Gedanken hat (vermutlich) jeder von uns mal. Sich das Haar abzuscheren und mit den Fingernägeln die Brust aufzureißen, ist keine Lösung und auch keineswegs erforderlich. Genausowenig wie man anfangen sollte, seine eigenen Gedanken zensieren zu wollen. Aber reflektieren und hinterfragen sollte man sie schon.

Ich habe im Nachhinein auch festgestellt, dass ich trotz des ganzen Ärgers keinerlei Hass (oder auch nur Zorn) auf meinen unbekannten Dieb empfinde. Natürlich projiziere ich hier, aber ich stelle mir einen Menschen vor, der an einem Punkt ist, wo er keine andere Wahl hat oder sieht. Sonderlich erfüllend kann es eigentlich nicht sein, in Tiefgaragen auf magere Gelegenheiten zu lauern. (Darüber habe ich aber verständlicherweise erst später nachdenken können. Direkt nach der der Tat war ich noch zu sehr damit beschäftigt, die sich daraus ergebenden Konsequenzen sukzessive abzuarbeiten.) Aber auch darum geht es mir hier nicht.

In unserer Gesellschaft gibt es bereits zu viel Misstrauen. Und das an allen möglichen Stellen. Ein unbekannter Mann am Spielplatz? Das muss dann wohl ein Pädophiler sein. Ausländer in der Innenstadt? Ganz klar Kleinkriminelle oder Gewaltverbrecher. Jemand, der abends einer Frau folgt? Vermutlich ein Vergewaltigungsdelikt in der Anbahnung. Eine Frau, die sich Kinder wünscht? Ganz klar jemand, der es irgendwann darauf anlegen wird, einem Vater das Umgangsrecht zu entziehen.

Ohne ein gewisses Grundvertrauen in die Menschen selbst ist das Leben viel kostspieliger. Sowohl im ganz banalen finanziellen Bereich, vielmehr aber noch auf der sozialen, emotionalen Ebene. Zu viel Mißtrauen zerstört unsere Lebensqualität. Wer überall das Schlimmste erwartet, wird es oft genug auch bekommen, da er durch sein Mißtrauen eine sich selbst erfüllende Prophezeiung schafft. Und im Gegenzug verlernt er es, die positiven Dinge wahrzunehmen und zu schätzen.

In den 140 Zeichen auf Twitter habe ich es für mich so zusammengefasst: Aber was solls. Ich habe beschlossen, auch weiterhin an das Gute im Menschen zu glauben. Die Alternative ist einfach zu scheusslich. 🙂

Damit wären wir dann auch schon am Ende meines Posts. Gibt natürlich noch ein wenig widerliche Selbstdarstellung. Wer mal sehen möchte, wie schrecklich anmaßend und belehrend ich auf Twitter wirken kann, und mir ist leider schmerzhaft bewußt, dass ich tatsächlich öfter unintendiert so rüberkomme, darf hier vorbeischauen und kann bei Gefallen oder extremen Missfallen gerne mitreisen. Was das Profilbild angeht, so gehört die Eule an der Kette meiner Frau. Ich denke immer an sie, wenn ich es sehe. Die Flagge im Hintergrund ist die von Helgoland und wurde von meinem Ziehsohn für mich gemalt.

Ganz zum Abschluss doch noch ein kurzes Gedicht.

Die Meisten

Die meisten Menschen sind
einfach nur Menschen
böse und gut
feig und voll Mut
offen und blind

Die meisten Hater sind
gefangen in sich
hasserfüllt eng
ungütig streng
nahezu blind

Die meisten Fremden sind
genauso wie wir
Sie wünschen sich Glück
und geben zurück
Mann, Frau oder Kind

Ich bedanke mich bei Gwenny und Maxwell für das Betalesen dieses Blogposts und bei allen  Lesern für die geschenkte Aufmerksamkeit.

Jun 282015
 

Kurze Nachlese

#Tugendfurie Jasna Strick hat die #AntiHassChallenge zwar zur Kenntnis genommen, aber als maskulistischen Angriff abgewatscht. Leutnant Dino und die radikalfeministische Mädchenmannschaft sind offenbar mit anderen Dingen beschäftigt. Ich muss ehrlich gesagt gestehen, dass ich mit diesen Reaktionen gerechnet habe. Ich habe jedoch gehofft, dass ich mich irren würde.

Mein eigener geplanter Beitrag zu Geschlechtsunterschieden wird aufgrund des sehr hohen Recherche- und Zeitaufwands ein wenig auf sich warten lassen. Heute möchte ich daher erst einmal über andere Dinge sprechen.

Zum einen bastle ich ein wenig an meiner Blogroll, zum anderen möchte ich euch eine norwegische Reportage vorstellen, die sowohl sehenswert ist, als auch sehr hilfreich für das Verständnis einiger der kommenden Blogposts sein könnte.

Man in the Middle

Unter anderem suede hatte festgestellt, dass sie kaum gute, sachliche Blogs der Männerrechtler (Maskulisten) finden konnte. Tatsächlich existieren eine ganze Menge davon, da jedoch in den Medien mit Vorliebe die schlechten Beispiele verlinkt werden, findet man auf den ersten Seiten mit Suchergebnissen primär die Leutnant Dinos des Planeten.

Ein sehr gutes Beispiel für hervorragend recherchierte, sachlich und neutral vorgetragene Beiträge zum Thema ist der Blog Man in the Middle – Maskulismus für Anfänger.

Für den Einstieg empfehle ich die Beiträge: Für ganz Eilige: Maskulismus in zwei Minuten und Maskulismus für Anfängerinnen, die mir sehr gefallen haben.

Insofern einige Kommentarschreiber nochmals mit teilweise extrem absurden Fragestellungen nachweisen wollen, dass Sexismus ein ausschließliches Problem für Frauen sei, so sei ihnen dieser Beitrag ans Herz gelegt.

Man findet unter anderem auch eine sehr gute Analyse von Jasna Stricks bisheriger Hauptlebensleistung, der #Aufschei-Aktion, die ich nur empfehlen kann. (Der Terminus Hauptlebensleistung ist nebenbei keineswegs pejorativ gemeint, wenn die #Tugendfurie sich irgendwo vorstellt, so braucht man auf Aussagen wie: „Ich bin eine der Initiatorinnen des Hashtags #aufschrei, der mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde“ nicht lange zu warten.)

Neue Blogeinträge kommen leider relativ selten und auch die Kommentarfunktion ist deaktiviert – eine Entscheidung, die ich zumindest nachfühlen kann. Die Beiträge, die kommen, sind jedoch immer erstklassig und gründlich recherchiert. Der aktuellste Beitrag befaßt sich nebenbei mit den Sexismusvorwürfen und der daraus resultierenden Hexenjagd gegen den Nobelpreisträger Tim Hunt.

Langer Rede kurzer Sinn: Man in the Middle hat mich überzeugt. Ich kann euch nur empfehlen, einfach mal vorbeizuschnuppern und euch selbst eine Meinung zu bilden. Der Link zu diesem Blog ist ab heute permanent rechts in meiner kleinen Blogroll zu finden.

Noch etwas, ich habe leider ein ähnlich gelagertes Problem wie suede, dahingehend, dass ich bisher keine rationalen, gut recherchierten feministischen Blogs gefunden habe. Selbst solche, die mit einer derartigen Intention entstanden (Was laut Aussage einer Kommentarschreiberin auch auf die Mädchenmannschaft zutraf.), werden scheinbar über kurz oder lang von Radikalfeministen gekapert oder radikalisieren sich selbst. Wenn ihr also ein paar feministische Equivalente zum Man in the Middle kennt, dann verlinkt sie bitte in den Kommentaren. Ich schaue sie mir dann an, und wenn ich zu der Ansicht gelange, dass die Themen dort weitgehend neutral und sachlich behandelt werden, dann gibt es dazu auch eine Vorstellung und sie wandern ebenfalls in die Blogroll.

The Gender Equality Paradox

Es handelt sich hierbei um den Titel einer Reportage des norwegischen Soziologen und Unterhaltungskünstlers Harald Eia, die der Frage nach dem Grund für geschlechtsspezifische Präferenzen bei der Berufswahl nachgeht. Die englischsprachige Reportage dauert knapp 40 Minuten und kann hier auf Youtube angeschaut werden. Ich wollte ursprünglich für alle, die mit Englisch Probleme haben eine Transkription anfertigen, habe jedoch dann hier eine Version mit deutschen Untertiteln gefunden.

Diese 40 Minuten sind keinesfalls schlecht investierte Zeit, selbst wenn man sich für das Thema vielleicht nicht vordergründig interessiert, weil die Implikationen im Endeffekt alle Aspekte unserer Gesellschaft betreffen. Ich möchte dies daher allen Lesern meines Blogs hiermit empfehlen. Falls aber jemand doch lieber eine Zusammenfassung lesen möchte, so findet man hier eine.

Für Interessierte: Die in der Reportage erwähnten Studien sind (auf Englisch) problemlos im Netz auffindbar.

Einigen Fragestellungen und Behauptungen der Studie werde ich in zukünftigen Blogeinträgen definitiv nachgehen. Für den Moment möchte ich aber auf die Frage des ideologisierten Gender-Forschers  Jørgen Lorentzen eingehen, die dieser bei ca. 35:30 formuliert: „The fascinating thing with science is: why they are so concerned with finding the biological origin to gender? Why this frenetic conern?

Die in der Studie befragten Soziologen, Psychologen, Biologen und Evolutionspsychologen wirkten auf mich keineswegs frenetisch. Vielmehr schien es ihnen primär um soliden wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn zu gehen.

Aber drehen wir die Frage einmal um: Warum ist es für die Gender Studies so wichtig, dass es keinerlei (biologische Ursachen für) Geschlechtsunterschiede gibt?

Die Antwort darauf ist relativ einfach. Wenn man postuliert, dass es keinerlei Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, dann kann es für die Ungleichverteilung von Männern und Frauen unter Ingenieuren, in der Politik, in vielen Bereichen der Wissenschaft und der Wirtschaft nur eine mögliche Erklärung geben: die Gesellschaft – oder um im Kontext der Gender Studies zu bleiben – das Patriarchat. Der Grund für den relativen Mangel an Ingenieurinnen kann dann nur sein, dass die Gesellschaft den an Technik interessierten Frauen einredet, sie könnten dies nicht, bzw. dass sie später im Beruf von Kollegen und Vorgesetzten gemobbt und marginalisiert würden.

Wenn man jedoch akzeptiert, dass bereits zum Zeitpunkt der Geburt, lange bevor die Sozialisation überhaupt greifen kann, im Durchschnitt unterschiedliche Stärken und Schwächen als Disposition bei den Geschlechtern angelegt sind, die sich dann während der Sozialisaton in einer unterschiedlichen Talent- und Interessenlage manifestieren, dann gibt es noch eine andere Erklärung für ungleiche Geschlechterverhältnisse bei bestimmten Berufen. Dann ist der Popanz des unbewußt in unseren Köpfen arbeitenden Patriarchats, das uns angeblich zwingt, unseren Töchtern einzureden, sie sollten besser Psychologie oder Germanistik anstelle von Ingenierwesen oder Informatik studieren, auf einmal nicht mehr die einzig mögliche Erkärung. Dann könnte es nämlich sein, dass Frauen tendenziell lieber in sozialen Berufen arbeiten, weil dieser Bereich ihre Stärken besser anspricht und sie sich als Resultat daraus mehr für diesen Bereich interessieren, und umgekehrt Männer tendenziell lieber in technischen Berufen arbeiten, weil auch hier bei Geburt bereits angelegte Dispositionen zu Talenten und Interessen verstärkt wurden.

Harald Eia formulierte es in einem Interview mit der FAZ wie folgt: „Mädchen finden technische Berufe nicht unweiblich. Sie haben auch keine Angst davor, als Mann zu gelten. Sie finden es einfach langweilig.“

Wenn jedoch – und da sei Gott vor – das Patriarchat als omnipräsentes Unterdrückungmodell wegfällt, dann gäbe es auf einmal keine allgemeingültige Rechtfertigung mehr für Tausende von geschlechtsdiskriminierenden Förderprogrammen und Alimentierungen, die sich dann in der Tat auf einmal als Benachteiligung der nicht-geförderten Gruppe entpuppen könnten.

Das alles sei hier erst einmal nur als Denkanreiz festgehalten. Wir werden das in kommenden Blogeinträgen noch deutlich ausführlicher beleuchten.

Zum Abschluss

Was haltet ihr in Zukunft von einem kleinen Wochenrückblick, wo ich ein paar der wirklich absurden und/oder einprägsamen Ereignisse, die von den verschiedenen Blogs, die ich besuche, beleuchtet wurden, Revue passieren lasse? Da fänden sich dann beispielweise Dinge wie die Homo-Ampeln , die Gleichstellungspolitik im Ländle, japanische Jungfrauen, aber auch die beiden gut durchdachten Erörterungen von man tau zu genderorientierter Pädagogik.

Aufgrund der relativ geringen Kontroversität des Themas mußten diesmal nur Gwenny und Aurelani als Betaleserinnen herhalten. Vielen Dank.


Im Interesse widerlicher Selbstdarstellung sei hier zum absoluten, endgültigen, definitiven Aber-sowas-von-Abschluss noch ein kurzes Gedicht nachgereicht.

 Das Patriarchat – aus genderideologischer Sicht

Es schleicht in unsren Köpfen um die Ecken
Man(n) sah es nie, doch ständig ist es da
Es kann sich vor der Wissenschaft verstecken
Doch jeder weiß, was dieser Spuk gebar

Es schuf das Elend, Unterdrückung, Leid
Die Rape-Kultur und häusliche Gewalt
Es wird bekämpft schon seit geraumer Zeit
Der Mann stirbt früh und Frauen werden alt

Dass Ingenieure selten Brüste haben
und Obdachlose fast nie Frauen sind
Das Mütter edel sei’n und Väter Raben
ist ebenfalls des Spukes böses Kind

Es steckt in unsren Schädeln, unsren Köpfen
Ach wenn wir doch schon die Methodik hätten
dann müßten wir den Staat nicht weiter schröpfen
stattdessen würden wir die Erde retten

Noch ist es nicht soweit doch merket auf
wir kreisen’s ein und treiben es zurück
bezahlt nur fleißig, überweist zuhauf
denkt stets daran, wir wollen euer Glück

Jun 212015
 

Der erste Eintrag in meiner länger angelegten Serie ist geschafft. Es lief sowohl besser als auch schlechter als erwartet. Es war besser in dem Sinne, dass viel mehr Leser, als ich gehofft hatte, meine Argumente problemlos verstanden haben, und schlechter dahingehend, dass ich unterschätzt habe, wie anstrengend es ist, dem trotzdem immer wieder aufbrandenden unterschwelligen Hass sachlich und argumentativ entgegenzutreten.

Ich glaube, früher wäre ich mit Sicherheit aufgebraust und hätte einige der besonders irrationalen Kommentarschreiber wortgewaltig in der Luft zerfetzt. Ich verdanke es meiner Frau Gwenny, die mich immer wieder runter holte und die mir sagte, dass ich die meisten Menschen mit Logik und Argumenten überzeugen kann, wenn ich nur ruhig und beherrscht bleibe, dass ich diesen Vorsatz auch erfüllen konnte.

Natürlich kam auch der Timpf mit der historischen Schuld/Verantwortung aller Männer. Meine eigene Position besteht darin, dass die Verpflichtung, sich Ungerechtigkeit und Hass entgegenzustellen, aus unserer Menschlichkeit erwächst. Was hat dies mit unserem Geschlecht oder dem Geschlecht unserer Vorfahren zu tun? Und bedenkt, je die Hälfte der Vorfahren jedes Mannes und jeder Frau waren männlich bzw. weiblich. Warum sollten Männer nun nur die Schuld/Verantwortung für die männliche Hälfte ihrer Vorfahren übernehmen müssen und Frauen nur für die weibliche? Selbst wenn es ein Konzept wie geschlechtlich übertragbare Schuld/Verantwortung wirklich gäbe, klingt eine solche Herangehensweise dann auch nur ansatzweise logisch?

Ich wurde in den Kommentaren zudem darauf hingewiesen, dass ich zwar Misandrie in unserer Gesellschaft verurteile, aber bezüglich Misogynie keine Position bezöge. Ich zitiere daher an dieser Stelle meine Antwort, die ich in den Kommentaren dazu gegeben habe:

Misogynie ist eine genauso schwachsinnige Position wie Misandrie, aber offen ausgelebter Frauenhass, der vergleichbar ist, mit den von mir für Misandrie gebrachten Beispielen, ist mit selbst so noch nie begegnet. Natürlich ist Misogynie für mich eine völlig untragbare Position, ich kann mir nicht mal vorstellen, wie man es fertigbringen sollte, Frauen oder andere Gruppen zu hassen. Was vermutlich damit zusammenhängt, dass ich selbst keinerlei Hass empfinde. Hass ist so ein irrationaler Standpunkt. Warum muss ich sagen, dass ich die Rationalität der Irrationalität immer vorziehe? Das erscheint mir irgendwie irrational.

Entsprechendes erfahrenes Unrecht vorausgesetzt wäre ich vermutlich in der Lage, Hass auf eine Einzelperson zu entwickeln, aber auf eine ganze Gruppe? Das ist in meinen Augen solch ein Schwachsinn, dass ich das kaum in Worte fassen kann. Aber warum muss ich sagen, dass Schwachsinn Schwachsinn ist? Irgendwie empfinde ich die Vorstellung, dass andere Menschen denken könnten, ich wäre so irrational, dass ich Misandrie für doof aber Misogynie für toll und richtig halte, als beleidigend.

Ich habe Misandrie angesprochen, weil ich dieser Einstellung klar und unwidersprochen in den Medien begegnet bin und es sich um eine akzeptierte gesellschaftliche Norm zu handeln scheint. Misognyie ist mir nur in Foren, Chats und privaten Webseiten begegnet, aber ich hatte nie den Eindruck, sie wäre auch nur ansatzweise gesellschaftsfähig. Und deswegen scheint mir die Bekämpfung der Misogynie hierzulande zumindest im Moment nicht ganz so kritisch.

Ich fürchte man kann herauslesen, dass ich innerlich nicht ganz so ruhig war, wie ich gerne geblieben wäre.  Allerdings kam ich dadurch im Nachhinein auf eine Idee, von der ich euch jetzt erzählen möchte.

Ich kann es zwar nicht mit Studien untermauern, aber ich glaube, dass wenn jemand eine Gruppe oder gar ein ganzes Geschlecht hasst und in seiner Vorstellungswelt als minderwertig marginalisiert, dass diese Person dann nicht mehr in der Lage sein wird bzw. arge Probleme damit hat, ein oder mehrere Individuen aus der betroffenen Gruppe zu lieben.

Im radikalfeministschen Diskurs gibt es Männerhass ohne Ende. Dass fängt mit Valerie Solanas S.C.U.M. Manifesto an und geht dann ungebrochen bis in die Gegenwart, in der, wie beispielsweise Martina Schäfer in ihrem Buch Die Wolfsfrau im Schafspelz ausführt, in radikalfeministischen Kreisen die Fähigkeit zu hassen eingefordert wird. Hassen sei nämlich eine notwendige Erweiterung der weiblichen Gefühlsskala, ohne die Radikalität von Hass und Gewalt würden Frauen sich der Mittäterschaft schuldig machen. Im Telegrammstil, so Schäfer, ließen sich diese Botschaften wie folgt komprimieren: „Männer sind schlecht und unterlegen, Frauen überlegen und besser. Männer zerstören die Welt. Männer erkennen nicht die Überlegenheit der Frauen an. Ich bin eine Frau. Ich bin besser. Ich hasse die Männer.“

Völlig unabhängig davon, ob die persönlichen Erfahrungen von Frau Schäfer auf den radikalfeministschen Diskurs in Gänze übertragbar sind, läßt sich jedoch konstatieren, dass diesem tatsächlich ein immenser Männerhass innezuwohnen scheint.

Die ANTI-HASS-Challenge

An dieser Stelle setzt meine ANTI-HASS-Challenge an. Ich behaupte, wenn jemand alle Männer hasst, dass er dann auch einen einzelnen Mann nicht wirklich lieben kann und wenn jemand alle Frauen hasst, so wird er auch eine einzelne Frau nicht wirklich lieben können. Und wer nicht in der Lage ist zu lieben, der kann dieser Liebe auch nicht Ausdruck verleihen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass jemand, der es schafft, seine Liebe zu einem Mitglied des anderen Geschlechts für alle anderen spürbar zu vermitteln, nicht gleichzeitig alle Angehörigkeiten dieses Geschlechts hassen kann. (Oder falls doch, ein gehöriges Mass an Schizophrenie und Irrsinn dafür benötigt.)

Die Challenge besteht also darin, wenn ihr ein Mann seid, eure Liebe zu einer Frau zum Ausdruck zu bringen und wenn ihr eine Frau seid, eure Liebe zu einem Mann. Das muss nicht zwingend euer Partner sein, es kann sich um ein Elternteil handeln, jemanden aus der Verwandtschaft oder einen Bekannten, insofern ihr sie wirklich liebt, wären sogar fiktive Figuren oder Prominente zulässig. Auch Verstorbene kommen in Frage.

Naja. Es ist meine Challenge, ich muss also auch anfangen.

Die wichtigsten Frauen in meinem Leben wären meine Frau, meine Mutter, meine verstorbene Urgroßmutter, meine Schwester und meine kleine Nichte. Von ihnen allen kann ich wahrheitsgemäß sagen, dass ich sie in meinem Herzen trage.

Ist schon verdammt lange her, seit ich das letzte Mal ein Liebesgedicht geschrieben habe.

 

Meine Frau
für Gwenny

Ich liebe meine Frau über alles
Ihr Lachen und ihren Esprit
So rufe ich laut und so schallt es:
Ich lieb‘ diese Frau und nur sie

Ich trag ihren Namen im Herzen
Bin traurig, wenn sie traurig ist
Und weint sie, so spüre ich Schmerzen
Und lacht sie, so bin ich geküßt

Und kocht sie, so mach ich die Küche
Die Arbeit kann man sich teilen
Und schimpft sie, so murmle ich Flüche
Und fange an, mich zu beeilen

Ich halte in meinen Armen
Die kostbarste Frau dieser Welt
Ich flüstere ihren Namen
Und fühl‘ mich als Superheld

Ich liebe all ihre Fehler
Ist sie nicht wahrhaft perfekt?
Mein Leben kennt -fast- keine Täler
Ich hab meine Traumfrau entdeckt

Ich atme den Duft ihres Haares
Ihr Kopf liegt an meiner Brust
Der Inbegriff eines Paares
Ich spüre – nun – keinerlei Frust 😉

Und Frohsinn hält mich umfangen
Denn bin ich nicht reich ohne Maß?
Ich konnt‘ wahre Liebe erlangen
Mich dauern all jene in Hass

Grundsätzlich reicht es zur Erfüllung der Challenge, die geforderte Liebesbekundung zu verfassen. Wer aber etwas mutiger ist, der darf sie auch vortragen. Mein Gedicht findet ihr hier.

Es muss natürlich kein Gedicht sein. Ein Prosatext ist genauso geeignet. Wichtig ist nur, dass es ein aktueller Text ist und dass für die Leser oder Zuhörer ersichtlich wird, dass ihr die Person, über die ihr schreibt, wirklich liebt.

Nun, da der erste Teil abgeschlossen ist, kommen wir zum zweiten – der Herausforderung. Wir suchen uns eine oder mehrere Personen, von denen wir vermuten, dass sie Hass auf Männer oder Frauen empfinden und fordern sie auf, unter Berücksichtigung der Konditionen der ANTI-HASS-Challenge zu zeigen, ob sie lieben können. Insofern der oder die Herausgeforderte keine einzige Person des anderen Geschlechts liebt, ist eine Erfüllung der Primärkondition der Challenge für sie nicht möglich. Für diesen Fall gilt die Challenge auch als erfüllt, wenn der oder die Herausgeforderte öffentlich erklärt: „Ich liebe zur Zeit keinen Mann, aber Frauen sind nicht besser als Männer.“ bzw. „Ich liebe zur Zeit keine Frau, aber Männer sind nicht besser als Frauen.

Ich werde nun Tugendfurie Jasna Strick, die Bloggerinnen von Maedchenmannschaft.net und Leutnant Dino Detlef Bräunig von das-maennermagazin.com zur Challenge herausfordern.

Jasna Strick lebt unter anderem davon, dass sie auf radikalfeministischen Treffen über den Terror und die Unterdrückung durch das Patriarchat referiert. Auch sonst dünsten ihre eigenen Blogeinträge und ihre Tweets vor allen Dingen eines aus – Hass.

Maedchenmannschaft wiederum ist ein Blog, der offenbar dazu ersonnen wurde, je nach Autorin und Stimmung unterschwellig bis offen Misandrie zu verbreiten. Auf einmal kann ich dort höchstens 4 maximal 5 Beiträge konsumieren, dann wird diese Atmosphäre extrem belastend. Da ich jedoch die Möglichkeit in Betracht ziehen mußte, dass ich dem laut BOB besten Weblog 2008 gegenüber voreingenommen sein könnte, habe ich einige Frauen gefragt, wie sie die Beiträge dort empfinden. „Was sind denn das für Bratzen“ war dabei noch die positivste Reaktion.

Ich selbst war über die Mädchentruppe gestolpert, weil ich in einem Blog der Männerrechtler gelesen hatte, wie man dort mit Männern umging, die versuchten, gemeinsam mit ihnen etwas aufzuziehen. Da ich es grundsätzlich vorziehe, mir die Primärquellen anzuschauen, landete ich dann hier. Für das Protokoll: die Vorhautbeschneidung bei Jungen ist – solange sie nicht rituell in Südafrika vorgenommen wird – ein relativ harmloser Eingriff, insbesondere wenn man sie mit der Genitalverstümmelung an Frauen in Afrika vergleichen muss. Aber muss man das vergleichen? Und ist die religiös motivierte Zwangsbeschneidung kleiner Jungen in Ordnung, weil es jemanden gibt, der mehr Schmerzen leidet und nachhaltig verstümmelt wurde?

Wie dem auch sei, lest einfach, was der männliche Aktivist in gutgemeinter Absicht an die Maedchenmannschaft geschrieben hat und schaut dann, wie es ihm vergolten wurde. Lest auch die Kommentare.

Leutnant Dino bezeichnet sich auf Twitter als Männerrechtler, Maskulist und Antifeminist. Im Gegensatz zu vielen Radikalfeministen sehe ich in der Selbstbezeichnung Antifeminist nicht automatisch den Beleg für ein frauenhassendes Macho-Schwein, da oft genug eher Antiradikalfeminist damit gemeint ist, immerhin bezeichnen sich viele männerhassende Radikalfeministen ja auch irrtümlich als Feministen.

Wenn man sich jedoch die Beiträge, Tweets und Videos von Leutnant Dino anschaut, so findet man ein äußerst negatives Frauenbild. Auch hier habe ich Zweitmeinungen eingeholt, weil ich mich nicht ausschließlich auf mein eigenes Empfinden verlassen wollten. Klares Fazit: Die Äußerungen wirken klar misogynistisch.

Ich sollte vielleicht kurz noch erwähnen, wie ich überhaupt über Leutnant Dino gestolpert bin. Ich hatte bei Google den Suchbegriff „Männerrechtler“ eingegeben, bereits das dritte Suchergebnis ist ein völlig neutraler, perfekt recherchierter und vorurteilsfreier Bericht der taz: Männerrechtler auf dem Kreuzzug -Harte Kerlchen. Der zweite Link darin führt zu Dinos Webseite, die als Beleg dafür genutzt wurde, darzulegen, dass Männerrechtler im Prinzip Frauenhasser, rechtsradikal und rassistisch seien.

Die Herausforderungen werden heute gegen 18:00 Uhr per Twitter rausgehen. Ich schreibe dann einen kleinen Nachtrag und verlinke euch die Tweets. Der Hashtag hierfür wird #AntiHassChallenge sein.

Wenn ihr selbst euch der ANTI-HASS-Challenge stellen wollt, oder jemand findet, bei dem ihr Frauen- oder Männerhass spürt, dann zögert nicht, macht einfach mit und fordert ihn oder sie heraus. (Der Kurzlink zum Blogpost lautet: https://wp.me/p5GvQM-uj) Schickt einen Link zu euren Beitrag per eMail an anti-hass-challenge@fanfiktion.de. Wir werden die schönsten davon über unseren Twitter- und Facebook-Account promoten. Postet bitte Challenge-Beiträge vorerst unter Projekte / Allgemein, wenn sich genug Einzelgeschichten anfinden, so werden wir dafür eine Extra-Kategorie einrichten.

Und wenn mir in Zukunft im Blog Kommentatoren begegnen, denen der Hass scheinbar aus allen Poren quillt, so dürfen auch die erst einmal beweisen, dass sie noch lieben können.

Und warum das alles?

Nun, man kann mit jemanden, der nur noch Hass kennt, keinen Dialog führen. Die besten Argumente der Welt werden ihn nicht überzeugen. Und selbst wenn man all dies außer Acht läßt, so ist es nie eine schlechte Idee, jemandem, den man liebt, dies auch zu zeigen. Ihr oder Ihm – und der ganzen Welt.

Und wie gehts weiter?

Ich hatte in den Kommentaren zum letzten Blogpost geschrieben, dass ich zuerst auf die Bildungsmisere bei den Jungen eingehen würde. Für das Verständnis der Argumente ist es allerdings besser, wenn ich zuvor einen Eintrag verfasse, in dem ich einmal den Stand der Forschung bezüglich der Gemeinsamkeiten und der tatsächlich existierenden Unterschiede der Geschlechter darlege. Im darauffolgenden Beitrag werde ich dann auf die Geschichte des Feminismus eingehen. Und im nächsten Beitrag widmen wir uns dann der Bildungskrise bei den Jungen und deren Ursachen und Folgen.

Ich bedanke mich bei allen, die meinen Blogpost gelesen haben. Ich hoffe, ich konnte meine Position verständlich darlegen und ich wünsche euch allen ein Leben ohne Hass.

Da ich die erste Version dieses Beitrags erst Freitagabend abschließen konnte, blieb für Kitshipper leider keine Zeit mehr, um noch betalesend tätig zu werden. Lucie Sakurazukamori und Gwenny haben es jedoch geschafft und Aurelani ist zusätzlich noch eingesprungen. Ihnen allen sei hiermit aus tiefstem Herzen gedankt.

Zum Abschluss noch eines: Da ich ja nun damit angefangen habe, ist es denkbar, dass ich auch in Zukunft häufiger mal zur Lyrik greife, um den ein oder anderen Punkt zu illustrieren. Schreibt mir bitte, ob ich das vielleicht besser unterlassen sollte. Mein Dichtertalent ist möglicherweise ein klein wenig eingerostet. 😉


Nachtrag – Tweets sind raus:

Tweet an Jasna StrickTweet an Die MädchenmannschaftTweet an Leutnant Dino

Eine Antwort von Jasna Strick liegt bereits vor. (Zum Verständnis: Masku ist die derogative Bezeichnung von Radfems für Männerrechtler.) Außerdem hat sie eine Gießkanne.

Die Kategorie zur #AntiHassChallenge wurde eingerichtet.

Jun 142015
 

Vorbemerkung

Es gibt in Europa und Amerika eine Bevölkerungsgruppe, deren Lebenserwartung fünfeinhalb bis sieben Jahre unter der Lebenserwartung aller anderen liegt. Diese Gruppe wird im Gesundheitswesen, in der Schule, am Arbeitsplatz und vor Gericht diskriminiert. Ihre Mitglieder nehmen sich in erschreckend hoher Zahl das Leben. Sie stellen die Mehrheit unter den Obdachlosen und Gefängnisinsassen, die meisten Berufsunfälle mit Todesfolge stoßen ihnen zu. Gleichzeitig wird die Gruppe in Forschung, Politik und Medien marginalisiert, ihre sozialen Interessen werden fast durchgängig vernachlässigt. Wenn sie Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt werden oder auch Oper von Naturkatastrophen, so werden sie bei Hilfsmaßnahmen durchgängig nicht bis nachrangig berücksichtigt. Nicht selten wird ihnen auch der Kontakt zu ihren Kindern juristisch entzogen. Bürgerrechtler, die sich für diese Menschen einsetzen, werden in unseren Medien als Extremisten beschimpft, während gleichzeitig die hier behandelte Gruppe unablässig das Opfer von Hass und Verachtung wird, was allerdings kaum jemanden zu stören scheint.

Eine Diskriminierungsdebatte zu ihrer Lage wird innerhalb der Gesellschaft generell mit 2 „Argumenten“ abgewürgt:

  • Das ist ja wohl lächerlich.
  • Viele Mitglieder dieser Gruppe haben Machtpositionen inne und Mitglieder einer anderen Gruppe werden ebenfalls übel diskriminiert.

Einige meiner Leserinnen und Leser haben vielleicht schon erkannt, von welcher Gruppe ich schreibe. Anderen mag es einfach undenkbar erscheinen, primär deswegen, weil unsere Medien ein völlig anderes Bild zeigen. Ich möchte jedoch jeden bitten, sich ein offenes Ohr zu bewahren, die Argumente zu prüfen und sich dann eine eigene Meinung zu bilden. Ich danke euch allen im Vorraus.

Es geht hier um Männer. Zuallererst sollte ich vielleicht mal erzählen, wie ich auf das Thema gekommen bin und warum ich mich dann entschieden habe, darüber zu schreiben.

Mir wurde vor einiger Zeit von Amazon Kindle das Buch Ist der Feminismus noch zu retten?: Deutschland im Gender-Wahn von Heike Koch und Lara-Farah Heitschnuck-Bömmel empfohlen. Es handelt sich dabei um eine Satire. (Kaufentscheidend war für mich allerdings auch, dass der Preis mit gerade mal 2,99 € absolut harmlos war.) Im Buch schildern die beiden Autorinnen konsequent mit Quellenangaben wie absurd die Lage teilweise schon geworden ist. Da sich eine nicht unbeträchtliche Zahl der geschilderen Vorfälle meinem Vorstellungsvermögen entzogen, habe ich mir die Quellen auch immer wieder angeschaut, nur um feststellen zu müssen, dass die Autorinnen mich wirklich nicht veralberten, sondern Tatsachen berichteten.

Ich poste hier der Einfachheit halber die Rezension eines Lesers, die ich so vorbehaltlos unterschreiben würde:

Den beiden Autorinnen ist hier ein wirklich gutes Buch über die aktuellen Wirren des Möchtegern-progressiven Feminismus mitsamt der Genderideologie gelungen.
Durch den angenehmen und ironischen Schreibstil lässt sich das Buch sehr angenehm lesen – ganz im Gegenteil zum schrecklichen Buch von Frau Wizorek. An vielen Stellen musste ich wirklich schmunzeln. Zum einen über den Irrsinn des modernen Feminismus und der Genderlehre, zum anderen aber auch aufgrund des wirklich unterhaltsamen Schreibstils, der eben diese verrückten Ausprägungen hervorragend präsentiert. An manchen Stellen bleibt einem allerdings das Lachen im Halse stecken und man möchte am liebsten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil man es nicht fassen kann, was diese Ideologien schon angerichtet und erreicht haben und über welchen Einfluss in Politik, Gesellschaft und ganz besonders den Universitäten sie bereits verfügen. Da wird einem schon Angst und Bange.

Sehr gut gefällt mir außerdem, dass die Autorinnen den Wahnsinn sehr gut mit Quellen belegen. Ich befasse mich zwar hin und wieder auch mit den Irrungen des Feminismus und kannte folglich schon so manches, aber einige Sachen waren auch für mich neu und da hilft das weiter informieren dank der Quellen ungemein.
Schade nur, dass dieses Buch wohl kaum den Weg in die Mainstream Medien schaffen wird, da man dort Feminismus und Gender viel zu selten kritisch hinterfragt. Vielleicht findet das Buch in den Kommentarspalten der Online Medien und über Blogs ja Erwähnung und Verbreitung. Verdient hätten es Buch und Autorinnen auf jeden Fall.

Ich werde das Buch definitiv weiterempfehlen! Ganz besonders denen, die immer noch lautstark die Alternativlosigkeit von Feminismus und die absolute Notwendigkeit der Gender Studies predigen und Kritiker pauschal in rechtsradikale Ecken stecken oder als Frauenhasser diffamieren.
Vielleicht rüttelt das Buch so manchen wach und es beginnen mehr und mehr Menschen den aktuellen Irrsinn zu hinterfragen und Konsequenzen zu fordern. Das wäre zumindest meine Hoffnung.

Und ja, die Stellen wo einem das Lachen im Halse stecken bleibt, die gibt es wirklich. Sie haben dazu geführt, dass ich mich daraufhin in Kolumnen und auf Blogs herumtrieb, die mich zuvor eher nicht zu Gesicht bekamen. Sie haben auch dazu geführt, dass ich mir weitere Literatur besorgte, wie beispielsweise Not am Mann: Sexismus gegen Männer von Arne Hoffmann und dass ich mich auf Seiten wie Manndat.de herumtrieb.

Alles schön und gut, kann man da sagen, aber warum schreibe ich jetzt darüber? Ich selbst habe Sexismus bisher nicht am eigenen Leib erfahren müssen – oder falls doch so habe ich es zumindest nicht mitbekommen. Die Sendungen, Kolumnen und Blogs, wo Männer als der Abschaum des Planeten dargestellt werden, gingen zuvor weitgehend an mir vorüber. Auch in der Schule bin ich Misandrie nie begegnet. Ich habe eine liebende und von mir innig geliebte Partnerin, Vertraute und Freundin, mit der ich über wirklich alles reden kann, einen tollen Ziehsohn, einen akademischen Abschluss, ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern und der sonstigen näheren Verwandtschaft, relativ wenig Sorgen, ein schönes Heim und eine Arbeit, die ich gerne mache und die mir Zeit läßt nebenher ein wenig hier im Blog zu schreiben. Mir geht es also gut.

Aber hier geht es nicht um mich. Hier geht es auch nicht per se um Männer. Es geht um uns alle.

Gleichberichtigung und Antidiskrimierung sind ein Ziel, das wir uns für unsere Gesellschaft, unser Miteinander, unsere Partnerschaften wünschen. Es kann nicht erreicht werden, wenn eine Gruppe zugunsten einer anderen diskriminiert wird. Ich denke mal, bis auf einige Hardcore-Feministen und reaktionäre Machos sind wir uns da einig.

Stellt sich also die Frage, werden Männer wirklich diskriminiert und ist es so schlimm, dass man im Allgemeininteresse darüber reden muss? Ich denke, das ist es. Und ich kann eure Skepsis hier absolut nachvollziehen, denn bis vor ein paar Tagen, bis ich begann, mich intensiv in die Problematik einzulesen und nachzuvollziehen, welche Probleme für Männer wie auch für Frauen hier entstanden sind, kam mir wirklich nie in den Kopf, dass Männer diskriminiert werden könnten, geschweige denn, dass es für unsere Gesellschaft ein tiefgreifendes Problem sein könnte.

Darum bitte ich euch noch einmal, bewahrt einen offenen Geist, lest, prüft und reflektiert! Hinterfragt, recherchiert! Bildet euch eure eigene Meinung. Und hinterfragt dann auch diese!

Noch etwas, im krassen Gegensatz zur Mit-Aufschrei-Initiatorin Jasna Strick, der wir Twitter-Bonmots wie Männertränen sind mein Gummibärensaft! verdanken, werden hier Kommentare ungeprüft freigeschaltet und nicht nur, wenn sie gender-ideologisch korrekt sind. Beleidigende oder extrem unsachliche Kommentare werde ich zwar löschen müssen, aber ich garantiere, dass sie nicht auf hatr.org oder ähnlichen Timpf veröffentlicht werden. (Hatr.org ist allerdings zumindest insoweit interessant, weil es aufzeigt, was alles von Radikal-Feministen als beleidigend, unfeministisch oder rassistisch empfunden wird.)

Zum Einstieg – unser Männerbild

Allzuviele Studien zum Männerbild in der Gesellschaft gibt es leider nicht. Es sollte allerdings reichen, ein wenig in unseren Medien zu stöbern, um zu erkennen, woher der Wind weht. Zu Beginn möchte ich Frau Sandra Hagen zu Wort kommen lassen, die in ihrer Bachelorarbeit „‚Männer sind Schweine!‘ – Negative Auswirkungen von Geschlechtsstereotypen auf Männer“ folgendes schreibt:

Männer sind laut den gängigen Stereotypen gewalttätig, gefährlich, kriminell und triebgesteuert. Sie wollen und denken ständig an Sex und Gewalt – dies auch in Kombination (Kersten, 1997). Männern wird grundsätzlich die Täterrolle zugeschrieben, Opfer sein ist weiblich. Zudem wird kriminelles Verhalten bei Männern eher auf personelle (interne) Ursachen, bei Frauen eher auf situative (externe) Ursachen zurückgeführt (Kersten, 1997; Wagner-Link, 2009). Männern wird also eher ein schlechter Charakter unterstellt, Frauen sind Opfer der Umstände. Brownmiller (1975) geht sogar soweit zu behaupten, alle Männer seien potentielle Vergewaltiger. Über Männer bestehen also ebenso viele – wenn nicht sogar mehr – Stereotype wie über die meisten Minoritätengruppen. [1]

Dies ließe sich beliebig fortsetzen. Im radikalfeministischen Diskurs gibt es für Männer nur eine Rolle – die des Täters. Frauen werden dann im Gegenzug per se in die Opferrolle gedrängt, egal ob sie dies wollen oder nicht, egal ob es ihnen oder der Gesellschaft gut tut oder nicht.

Ich merke, dass an dieser Stelle, bevor ich fortfahre, eine kleine Klarstellung angebracht ist. Im Gegensatz zu nicht wenigen Männerrechtlern, die selbst Opfer von Sexismus und Diskriminierung wurden, und dann in der Folge anfingen, den Feminismus komplett und undifferenziert abzulehnen, ziehe ich es vor, zwischen dem positiven Feminsmus, der eine echte Gleichberechtigung und ein positives Miteinander der Geschlechter anstrebt, und dem Radikalfeminismus, dem es primär darum geht Frauen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit zu bevorzugen und Männer aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit niederzumachen, zu unterscheiden. Ich habe logischerweise wenig Sympathie für die Exzesse der Radikalfeministen, aber ich unterschreibe und unterstütze jederzeit die Ideen und Ziele des echten Feminismus. Bevor jetzt irgendein Radikalfeminist aus dem Gebüsch gehopst kommt, um mir zu sagen, wie ich es mir anmaßen könne, zu entscheiden, was echter Femismus ist und was nicht, gebe ich auch gleich die Antwort: „Dies ist etwas, das jeder für sich selbst entscheiden muss. Ich kann nur sagen, was für mich Feminismus ist!“

Wenn man sich zum Beispiel all die Bilder der Women against Feminism anschaut, so sind die Argumente und Begründungen für mich klar gegen den Radikalfeminismus gerichtet und nicht gegen den echten Feminismus. Aber man kann auch dort sehen, dass es nicht nur Männer sind, die Feminismus mittlerweile begriffsgleich zu Radikalfeminismus verstehen.

Aber genug abgeschweift. Ich wollte etwas zu unseren Männerbild schreiben. Starten wir vielleicht mal mit einem Bild.

Femen-BildEs handelt sich hier um den Screenshot eines Femenbildes. Man sieht eine junge, barbusige Frau mit Sichel in der rechten und einem triumphierend hochgestreckten abgetrennten, blutigen Hodensack in der linken Hand. Kann sich jemand an einen Medienaufschrei erinnern? Nein? Nun, dann probiert mal folgendes. Stellt euch anstelle der barbusigen Frau einen halbnackten Mann vor, der anstelle des blutigen Hodensacks ein paar abgetrennte Äußere Schamlippen präsentiert. Was meint ihr, hätte es jetzt einen Aufschrei gegeben?

Dieser Test auf Sexismus ist eine recht einfache Geschichte, stellt euch bei den nächsten Beispielen einfach mal die Frage, was wohl passiert wäre, wenn es dort nicht um Männer, sondern um Frauen ginge.

Als Fötus sind sie empfindlicher, in der Schule scheitern sie häufiger, sie neigen zu Gewalt und Kriminalität, und sie sterben früher: Sind Männer die Mangelwesen der Natur?

So startet ein Spiegel-Leitartikel mit dem Titel: „Eine Krankheit namens Mann„. Im weiteren Verlauf des Artikels wird dann Groschenromanniveau erreicht und unterboten. Wirklich gestört hat es niemanden. Ohnehin ist der Spiegel ein guter Ort, wenn man mal dringend nach Misandrie (Hass auf Männer) sucht. Empfehlenswert wären hier die mittlerweile eingestellte Kolumne von Silke Burmester und die Kolumne von Sibylle Berg. Zum karmischen Ausgleich verlinke ich eine Erwiderung von Birgit Kelle auf eine der besonders gelungen Burmesterschen Hasstiraden.

Lassen wir nun die FDP-Spitzenpolitikerin Cornelia Pieper zu Wort kommen, die sich offenbar in ihrer Freizeit ein wenig mit Genetik beschäftigt. Das Zitat stammt aus einen Frauen-Diskurs in der Brigitte.

Während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.

Na da weiß man(n) doch wenigstens woran man(n) ist. Ohnehin steht Frau Pieper mit derartig tiefgründigen Analysen keineswegs allein dar. Hier mal ein Beispiel mit populärwissenschaftlichen Anspruch:

Kein Wunder, dass sich die Natur für die Weibchen der Spezies mehr ins Zeug gelegt hat. Sie mussten zäher, widerstandsfähiger, einfühlsamer und sensibler sein als die Erzeuger ihrer Kinder. Männer waren, ebenso wie ihre Samenzellen, als billige, rasch austauschbare Massenware konzipiert, als Kanonenfutter oder menschliche Schilde bei gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Dies stammt aus dem Buch Mimosen in Hosen: Eine Naturgeschichte des Mannes der Journalistin Sabina Riedl und der Antropologin und Zoologin Dr. Barbara Schweder. Und ja, die beiden meinen das ernst.

Ein weiteres schönes Beispiel stammt aus einer Plenarrede des Piratenabgeordneten Marc Grumpy Olejak.

Eine Verschiebung hin zu mehr Gleichstellung in der Gesellschaft von knapp 800.000 €, die wir hier veranschlagen, wäre vielleicht für die ganze Gesellschaft ganz gut, indem man schaut, inwieweit man Gelder in der Bildung freimachen kann, damit die kommende Generation von jungen Männern nicht zu Frauen misshandelnden, schlagenden, prügelnden Arschlöchern wird. Ich bitte um Verzeihung.

Offenbar ist der Zug bei den älteren Generationen bereits abgefahren, die sind schon Frauen misshandelnde, schlagende, prügelnde Arschlöcher. Nun ja, zumindest läßt sich problemlos konstatieren, dass das schechte Männerbild auch vor bärtigen Piraten nicht halt macht.

Mit Alice –Straffrei Abtreiben bis nach der Geburt– Schwarzgeld ist nun wieder eine Radfem an der Reihe:

Sie hat ihren Mann entwaffnet. Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich.

Sie sprach hier über die US-Amerikanerin Lorena Bobbit, die ihrem schlafenden Mann den Penis abhackte. Bei der Festnahme gab Frau Bobbit als Tatmotiv an, dass ihr Mann beim Sex nur auf seinen eigenen Orgasmus bedacht sei und sie ihn deshalb bestrafen wollte. Erst später, als es zum Prozess kam, sprach sie von gewaltsamen Übergriffen.

Häusliche Gewalt durch Frauen war nebenbei auch schon vor Schwarzers Hymne auf das gemeine Küchenmesser keine Ausnahme. In diesem Bereich ist die Forschungslage sehr gut dokumentiert und eindeutig: Häusliche Gewalt ist sowohl was die Täter als auch was die Opfer angeht in Häufigkeit und Schwere absolut gleich über die Geschlechter verteilt. Ich werde darauf aber in einen kommenden Blogpost detaillierter eingehen. Eine Übersicht internationaler wissenschaftlicher Literatur zum Thema gibt es hier. Deutschsprachige Literatur hier. Wer es etwas leichter mag, sei auf diesen Spiegel-Artikel verwiesen. Die darin zitierte Studie des Robert Koch Instituts, wurde dann auch sofort dahingehend kritisiert, dass die Schweregrade der zugefügten Verletzungen nicht eindeutig klassifiziert wurden. Hier hofft man wohl, dass sich herausstellen könnte, dass Frauen zwar genauso oft zuschlagen, aber dafür nur leicht, zärtlich und liebevoll. Dummerweise gibt es viele andere internationale Studien, die diese Annahme widerlegen – Frauen mögen physisch schwächer sein, aber ein Küchenmesser, eine Bratpfanne oder ein Fleischklopfer gleichen diesen kleinen biologischen Nachteil problemlos aus. 🙂

Aber ich schweife schon wieder ab. Kommen wir zurück zum Männerbild. Die UNO-Sonderbotschafterin gegen Genitalverstümmelung Waris Dirie wärmt in ihren autobiographischen Buch Wüstenblume einen beliebten Weltverbesserungsvorschlag der Radfems wieder auf:

Vielleicht sollten die Frauen den Männern die Eier abschneiden, damit auf der Erde wieder ein Paradies entstehen kann. Die Männer würden ruhiger werden und sensibler mit ihrer Umwelt umgehen. Ohne diesen ständigen Ausstoß von Testosteron gäbe es keinen Krieg, kein Töten, kein Rauben, keine Vergewaltigungen.

Wir lernen also, Männer sind an allen schuld und während Genitalverstümmelung die alte Frauen an jungen Mädchen durchführen eine schreckliche Untat ist, rettet das Abschneiden von Hodensäcken den Planeten. Mit dieser Einstellung könnte Frau Dirie problemlos bei den Femen mitmachen.

Ich hoffe, ihr habt den eingangs erwähnten Sexismustest nicht vergessen, und stellt euch euch in eurer Phantasie immer mal wieder vor, wie die öffentliche Reaktion auf solche Aussagen wohl wäre, wenn es hier nicht um Männer, sondern um Frauen ginge.

Weiter im Text mit einer Powerfrau des Feminismus, Hilary Clinton. Ihr haben wir den folgenden Ausspruch zu verdanken:

Frauen sind Hauptopfer im Krieg. Frauen verlieren ihre Gatten, ihre Väter, ihre Söhne im Kampf.

Ja, das ist mal wieder typisch Mann. Da lassen sich diese elenden Drückeberger lieber von Granaten in Stücke reißen, anstelle sich um Frau und Kinder zu kümmern. Wie verstockt müssen diese Kerle sein, wenn sie zu solch drastischen Mitteln greifen, nur um der Hausarbeit zu entgehen.

Und wenn es um das miese Männerbild in unserer Gesellschaft geht, dann dürfen auch die Grünen nicht fehlen. Stellvertretend für die vielleicht männerhassendste Partei im deutschen Bundestag soll Jürgen Trittin zu Wort kommen:

Mädchen sind besser in der Schule. Frauen haben die besseren Abschlüsse. Die Merkel-Koalition will, dass diese Frauen zu Hause bleiben. (…) Sie wollen, dass das begabtere Geschlecht weiterhin ein Viertel weniger verdient als wir Männer.

Er hat hierbei versehentlich unterschlagen, dass das „Viertel weniger“ nicht bei gleicher Arbeit und Voraussetzungen zustande kam, sondern indem man den Durchschnitt über die Bruttostundenverdienste aller Männer und Frauen gebildet hat. Egal. Zum Mythos des Gender-Pay-Gaps werde ich noch einen eigenständigen Blogbeitrag schreiben. Da können wir dann alle gemeinsam mal einen Blick auf das aktuell vorhandene Studienmaterial werfen und dann darf jeder selbst entscheiden, was da wohl dran ist.

Unabhängig „vom Viertel“ weniger können wir feststellen, dass man bei den Grünen weiß, wer das begabtere Geschlecht ist.

Ich denke, das reicht für den Einstieg, um zu zeigen, dass das Männerbild in unserer Gesellschaft beileibe kein gutes ist. Wem das noch nicht genügt, der kann sich einfach ein wenig offenen Auges durch unsere Medienlandschaft bewegen. Seid dabei aber nicht zu verbissen, denn das radikalisiert. Ich stelle bei mir fest, dass ich, seitdem ich mich eingehender mit dem Thema beschäftige, in unseren Medien massenhaft auf Sexismus gegen Männer stoße. Es ist nicht so, dass der vorher nicht da war, aber da habe ich ihn schlicht und einfach nicht wahrgenommen. Es war irgendwie nur Hintergrundrauschen. Mittlerweile blende ich ihn teilweise gezielt aus, da ich nicht möchte, dass mein eigenes, sehr positives Frauenbild durch die Äußerungen von Radfems und Lila Pudeln beeinträchtigt wird. Rein rational weiß ich, dass die zwar laut, medial präsent und extrem gut vernetzt sind, aber absolut gesehen ist ihre Anzahl durchaus überschaubar. Und ich glaube vom tiefsten Herzen, dass die allermeisten Frauen und Männer gleichberechtigt und harmonisch zusammenleben wollen.

Ich plane, in Zukunft häufiger über dieses Thema und seine Facetten zu schreiben. Ich glaube, wir dürfen den Radikalen hier nicht das Feld überlassen. Und es ist exakt mein positives Frauenbild, das mich glauben läßt, dass die meisten Frauen nicht die Augen verschließen wollen, sondern bereit sind, sich offen mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Arne Hoffmann, der Autor des zuvor erwähnten Buches „Not am Mann“ und des Blogs Genderama meint, dass man allmählich mal aus der Phase des reinen Dauerbloggens und -kommentierens herauskommen könnte [1], aber ich fürchte, ich habe zu wenig Femen-Blut in mir, um mich mit nackten, sinnfrei beschrifteten Oberkörper Anne Wizorek vor die Füsse zu werfen. Ohnehin würde die das vermutlich via #Aufschrei2.0 nur als weiteren Karriereschub zu mißbrauchen trachten. Und infantile gegenderte Klatschinterventionen wie die von Profx. Lann Hornscheidt und seinen roten Khmer sind mir zutiefst zuwider. (Für Interessierte: die Fehlerkritik von fefe am Hornscheidtschen Gendertext.) Ich bleibe also vorerst dabei, das Internet vollzuschreiben. Aber wenn jemand passende Ideen für guten Aktionismus hat, dann immer her damit.

Wer sich selbst über die Ziele der Männerbewegung informieren möchte, der sei auf die Webseite Manndat.de verwiesen.

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit.

Weiterhin gilt mein tiefempfundener Dank meiner Beta-Leserin Gwenny, die mir dabei half, sicherzustellen, dass soweit wie nur irgend möglich, auch das verstanden werden kann, was ich tatsächlich aussagen wollte. Darüberhinaus bedanke ich mich bei Kitshipper und Lucie Sakurazukamori, die sich ebenfalls bereit erklärten, mich betalesend zu unterstützen, bei diesen Beitrag jedoch aus zeitlichen Gründen noch nicht dazu kamen.

Weiter zu: *IMHO* Die ANTI-HASS-Challenge

Jun 032015
 

Für all jene, die in den vergangenen 2 Tagen mitbekamen, wie sich unsere Leitmedien dabei überschlugen, die selbstverständlich maximalseriöse und über jeden Zweifel erhabene Analyse der Bellingkatze zu verbreiten, nach der die veröffentlichten russischen Satellitenaufnahmen vom MH17-Unglück zweifelsfrei manipuliert sein müssen, sei auf den exzellenten Artikel von Stefan Niggemeier zum Thema verwiesen. Schon blöd, wenn selbst der Entwickler der verwendeten fotoforensischen Software Dr. Neal Krawetz, die medial abgesegneten Bemühungen der Hobbyexperten als gutes Beispiel dafür einordnete, wie eine Bildanalyse nicht gemacht werden sollte.

Allerdings haben Fakten und fehlende Eigenrecherche unsere Medien bisher seltenst davon abgehalten, offenkundigen Unfug zu verbreiten. Gerade bei Eliot Higgins wären Zweifel jedoch nicht ganz falsch gewesen, immerhin wurde ihm bereits im Zusammenhang mit dem Sarin-Angriff in Syrien von den echten Experten des MIT vorgeworfen, keineswegs ergebnisoffen zu arbeiten, sondern seine „Fakten“ bei Bekanntwerden neuer technischer Informationen, welche seine Behauptung, dass Assad für den Angriff verantwortlich sei, widerlegten, nach Bedarf abzuändern.

Schöne neue Medienwelt.

Bisher hat nebenbei nur der Spiegel es geschafft, eine Gegendarstellung zur vorher verkündeten sicheren Tatsache zu veröffentlichen. Im Gegensatz zu den 3 Artikeln, die die russische Fälschung beschworen, war diese allerdings nur kurz direkt auf der Hauptseite einsehbar. Das hängt aber gewiß nur mit den brennendheißen Nachrichten zum Blatter-Rücktritt zusammen.


Nachtrag: Hier ebenfalls noch ein recht aktuelles und vom Bildblog sehr schön illustriertes Beispiel, wie man aus Absolut-Gar-Nichts eine perfekt-russenfresserische Schlagzeile bastelt.