Jun 282015
 

Kurze Nachlese

#Tugendfurie Jasna Strick hat die #AntiHassChallenge zwar zur Kenntnis genommen, aber als maskulistischen Angriff abgewatscht. Leutnant Dino und die radikalfeministische Mädchenmannschaft sind offenbar mit anderen Dingen beschäftigt. Ich muss ehrlich gesagt gestehen, dass ich mit diesen Reaktionen gerechnet habe. Ich habe jedoch gehofft, dass ich mich irren würde.

Mein eigener geplanter Beitrag zu Geschlechtsunterschieden wird aufgrund des sehr hohen Recherche- und Zeitaufwands ein wenig auf sich warten lassen. Heute möchte ich daher erst einmal über andere Dinge sprechen.

Zum einen bastle ich ein wenig an meiner Blogroll, zum anderen möchte ich euch eine norwegische Reportage vorstellen, die sowohl sehenswert ist, als auch sehr hilfreich für das Verständnis einiger der kommenden Blogposts sein könnte.

Man in the Middle

Unter anderem suede hatte festgestellt, dass sie kaum gute, sachliche Blogs der Männerrechtler (Maskulisten) finden konnte. Tatsächlich existieren eine ganze Menge davon, da jedoch in den Medien mit Vorliebe die schlechten Beispiele verlinkt werden, findet man auf den ersten Seiten mit Suchergebnissen primär die Leutnant Dinos des Planeten.

Ein sehr gutes Beispiel für hervorragend recherchierte, sachlich und neutral vorgetragene Beiträge zum Thema ist der Blog Man in the Middle – Maskulismus für Anfänger.

Für den Einstieg empfehle ich die Beiträge: Für ganz Eilige: Maskulismus in zwei Minuten und Maskulismus für Anfängerinnen, die mir sehr gefallen haben.

Insofern einige Kommentarschreiber nochmals mit teilweise extrem absurden Fragestellungen nachweisen wollen, dass Sexismus ein ausschließliches Problem für Frauen sei, so sei ihnen dieser Beitrag ans Herz gelegt.

Man findet unter anderem auch eine sehr gute Analyse von Jasna Stricks bisheriger Hauptlebensleistung, der #Aufschei-Aktion, die ich nur empfehlen kann. (Der Terminus Hauptlebensleistung ist nebenbei keineswegs pejorativ gemeint, wenn die #Tugendfurie sich irgendwo vorstellt, so braucht man auf Aussagen wie: „Ich bin eine der Initiatorinnen des Hashtags #aufschrei, der mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde“ nicht lange zu warten.)

Neue Blogeinträge kommen leider relativ selten und auch die Kommentarfunktion ist deaktiviert – eine Entscheidung, die ich zumindest nachfühlen kann. Die Beiträge, die kommen, sind jedoch immer erstklassig und gründlich recherchiert. Der aktuellste Beitrag befaßt sich nebenbei mit den Sexismusvorwürfen und der daraus resultierenden Hexenjagd gegen den Nobelpreisträger Tim Hunt.

Langer Rede kurzer Sinn: Man in the Middle hat mich überzeugt. Ich kann euch nur empfehlen, einfach mal vorbeizuschnuppern und euch selbst eine Meinung zu bilden. Der Link zu diesem Blog ist ab heute permanent rechts in meiner kleinen Blogroll zu finden.

Noch etwas, ich habe leider ein ähnlich gelagertes Problem wie suede, dahingehend, dass ich bisher keine rationalen, gut recherchierten feministischen Blogs gefunden habe. Selbst solche, die mit einer derartigen Intention entstanden (Was laut Aussage einer Kommentarschreiberin auch auf die Mädchenmannschaft zutraf.), werden scheinbar über kurz oder lang von Radikalfeministen gekapert oder radikalisieren sich selbst. Wenn ihr also ein paar feministische Equivalente zum Man in the Middle kennt, dann verlinkt sie bitte in den Kommentaren. Ich schaue sie mir dann an, und wenn ich zu der Ansicht gelange, dass die Themen dort weitgehend neutral und sachlich behandelt werden, dann gibt es dazu auch eine Vorstellung und sie wandern ebenfalls in die Blogroll.

The Gender Equality Paradox

Es handelt sich hierbei um den Titel einer Reportage des norwegischen Soziologen und Unterhaltungskünstlers Harald Eia, die der Frage nach dem Grund für geschlechtsspezifische Präferenzen bei der Berufswahl nachgeht. Die englischsprachige Reportage dauert knapp 40 Minuten und kann hier auf Youtube angeschaut werden. Ich wollte ursprünglich für alle, die mit Englisch Probleme haben eine Transkription anfertigen, habe jedoch dann hier eine Version mit deutschen Untertiteln gefunden.

Diese 40 Minuten sind keinesfalls schlecht investierte Zeit, selbst wenn man sich für das Thema vielleicht nicht vordergründig interessiert, weil die Implikationen im Endeffekt alle Aspekte unserer Gesellschaft betreffen. Ich möchte dies daher allen Lesern meines Blogs hiermit empfehlen. Falls aber jemand doch lieber eine Zusammenfassung lesen möchte, so findet man hier eine.

Für Interessierte: Die in der Reportage erwähnten Studien sind (auf Englisch) problemlos im Netz auffindbar.

Einigen Fragestellungen und Behauptungen der Studie werde ich in zukünftigen Blogeinträgen definitiv nachgehen. Für den Moment möchte ich aber auf die Frage des ideologisierten Gender-Forschers  Jørgen Lorentzen eingehen, die dieser bei ca. 35:30 formuliert: „The fascinating thing with science is: why they are so concerned with finding the biological origin to gender? Why this frenetic conern?

Die in der Studie befragten Soziologen, Psychologen, Biologen und Evolutionspsychologen wirkten auf mich keineswegs frenetisch. Vielmehr schien es ihnen primär um soliden wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn zu gehen.

Aber drehen wir die Frage einmal um: Warum ist es für die Gender Studies so wichtig, dass es keinerlei (biologische Ursachen für) Geschlechtsunterschiede gibt?

Die Antwort darauf ist relativ einfach. Wenn man postuliert, dass es keinerlei Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, dann kann es für die Ungleichverteilung von Männern und Frauen unter Ingenieuren, in der Politik, in vielen Bereichen der Wissenschaft und der Wirtschaft nur eine mögliche Erklärung geben: die Gesellschaft – oder um im Kontext der Gender Studies zu bleiben – das Patriarchat. Der Grund für den relativen Mangel an Ingenieurinnen kann dann nur sein, dass die Gesellschaft den an Technik interessierten Frauen einredet, sie könnten dies nicht, bzw. dass sie später im Beruf von Kollegen und Vorgesetzten gemobbt und marginalisiert würden.

Wenn man jedoch akzeptiert, dass bereits zum Zeitpunkt der Geburt, lange bevor die Sozialisation überhaupt greifen kann, im Durchschnitt unterschiedliche Stärken und Schwächen als Disposition bei den Geschlechtern angelegt sind, die sich dann während der Sozialisaton in einer unterschiedlichen Talent- und Interessenlage manifestieren, dann gibt es noch eine andere Erklärung für ungleiche Geschlechterverhältnisse bei bestimmten Berufen. Dann ist der Popanz des unbewußt in unseren Köpfen arbeitenden Patriarchats, das uns angeblich zwingt, unseren Töchtern einzureden, sie sollten besser Psychologie oder Germanistik anstelle von Ingenierwesen oder Informatik studieren, auf einmal nicht mehr die einzig mögliche Erkärung. Dann könnte es nämlich sein, dass Frauen tendenziell lieber in sozialen Berufen arbeiten, weil dieser Bereich ihre Stärken besser anspricht und sie sich als Resultat daraus mehr für diesen Bereich interessieren, und umgekehrt Männer tendenziell lieber in technischen Berufen arbeiten, weil auch hier bei Geburt bereits angelegte Dispositionen zu Talenten und Interessen verstärkt wurden.

Harald Eia formulierte es in einem Interview mit der FAZ wie folgt: „Mädchen finden technische Berufe nicht unweiblich. Sie haben auch keine Angst davor, als Mann zu gelten. Sie finden es einfach langweilig.“

Wenn jedoch – und da sei Gott vor – das Patriarchat als omnipräsentes Unterdrückungmodell wegfällt, dann gäbe es auf einmal keine allgemeingültige Rechtfertigung mehr für Tausende von geschlechtsdiskriminierenden Förderprogrammen und Alimentierungen, die sich dann in der Tat auf einmal als Benachteiligung der nicht-geförderten Gruppe entpuppen könnten.

Das alles sei hier erst einmal nur als Denkanreiz festgehalten. Wir werden das in kommenden Blogeinträgen noch deutlich ausführlicher beleuchten.

Zum Abschluss

Was haltet ihr in Zukunft von einem kleinen Wochenrückblick, wo ich ein paar der wirklich absurden und/oder einprägsamen Ereignisse, die von den verschiedenen Blogs, die ich besuche, beleuchtet wurden, Revue passieren lasse? Da fänden sich dann beispielweise Dinge wie die Homo-Ampeln , die Gleichstellungspolitik im Ländle, japanische Jungfrauen, aber auch die beiden gut durchdachten Erörterungen von man tau zu genderorientierter Pädagogik.

Aufgrund der relativ geringen Kontroversität des Themas mußten diesmal nur Gwenny und Aurelani als Betaleserinnen herhalten. Vielen Dank.


Im Interesse widerlicher Selbstdarstellung sei hier zum absoluten, endgültigen, definitiven Aber-sowas-von-Abschluss noch ein kurzes Gedicht nachgereicht.

 Das Patriarchat – aus genderideologischer Sicht

Es schleicht in unsren Köpfen um die Ecken
Man(n) sah es nie, doch ständig ist es da
Es kann sich vor der Wissenschaft verstecken
Doch jeder weiß, was dieser Spuk gebar

Es schuf das Elend, Unterdrückung, Leid
Die Rape-Kultur und häusliche Gewalt
Es wird bekämpft schon seit geraumer Zeit
Der Mann stirbt früh und Frauen werden alt

Dass Ingenieure selten Brüste haben
und Obdachlose fast nie Frauen sind
Das Mütter edel sei’n und Väter Raben
ist ebenfalls des Spukes böses Kind

Es steckt in unsren Schädeln, unsren Köpfen
Ach wenn wir doch schon die Methodik hätten
dann müßten wir den Staat nicht weiter schröpfen
stattdessen würden wir die Erde retten

Noch ist es nicht soweit doch merket auf
wir kreisen’s ein und treiben es zurück
bezahlt nur fleißig, überweist zuhauf
denkt stets daran, wir wollen euer Glück

Jun 212015
 

Der erste Eintrag in meiner länger angelegten Serie ist geschafft. Es lief sowohl besser als auch schlechter als erwartet. Es war besser in dem Sinne, dass viel mehr Leser, als ich gehofft hatte, meine Argumente problemlos verstanden haben, und schlechter dahingehend, dass ich unterschätzt habe, wie anstrengend es ist, dem trotzdem immer wieder aufbrandenden unterschwelligen Hass sachlich und argumentativ entgegenzutreten.

Ich glaube, früher wäre ich mit Sicherheit aufgebraust und hätte einige der besonders irrationalen Kommentarschreiber wortgewaltig in der Luft zerfetzt. Ich verdanke es meiner Frau Gwenny, die mich immer wieder runter holte und die mir sagte, dass ich die meisten Menschen mit Logik und Argumenten überzeugen kann, wenn ich nur ruhig und beherrscht bleibe, dass ich diesen Vorsatz auch erfüllen konnte.

Natürlich kam auch der Timpf mit der historischen Schuld/Verantwortung aller Männer. Meine eigene Position besteht darin, dass die Verpflichtung, sich Ungerechtigkeit und Hass entgegenzustellen, aus unserer Menschlichkeit erwächst. Was hat dies mit unserem Geschlecht oder dem Geschlecht unserer Vorfahren zu tun? Und bedenkt, je die Hälfte der Vorfahren jedes Mannes und jeder Frau waren männlich bzw. weiblich. Warum sollten Männer nun nur die Schuld/Verantwortung für die männliche Hälfte ihrer Vorfahren übernehmen müssen und Frauen nur für die weibliche? Selbst wenn es ein Konzept wie geschlechtlich übertragbare Schuld/Verantwortung wirklich gäbe, klingt eine solche Herangehensweise dann auch nur ansatzweise logisch?

Ich wurde in den Kommentaren zudem darauf hingewiesen, dass ich zwar Misandrie in unserer Gesellschaft verurteile, aber bezüglich Misogynie keine Position bezöge. Ich zitiere daher an dieser Stelle meine Antwort, die ich in den Kommentaren dazu gegeben habe:

Misogynie ist eine genauso schwachsinnige Position wie Misandrie, aber offen ausgelebter Frauenhass, der vergleichbar ist, mit den von mir für Misandrie gebrachten Beispielen, ist mit selbst so noch nie begegnet. Natürlich ist Misogynie für mich eine völlig untragbare Position, ich kann mir nicht mal vorstellen, wie man es fertigbringen sollte, Frauen oder andere Gruppen zu hassen. Was vermutlich damit zusammenhängt, dass ich selbst keinerlei Hass empfinde. Hass ist so ein irrationaler Standpunkt. Warum muss ich sagen, dass ich die Rationalität der Irrationalität immer vorziehe? Das erscheint mir irgendwie irrational.

Entsprechendes erfahrenes Unrecht vorausgesetzt wäre ich vermutlich in der Lage, Hass auf eine Einzelperson zu entwickeln, aber auf eine ganze Gruppe? Das ist in meinen Augen solch ein Schwachsinn, dass ich das kaum in Worte fassen kann. Aber warum muss ich sagen, dass Schwachsinn Schwachsinn ist? Irgendwie empfinde ich die Vorstellung, dass andere Menschen denken könnten, ich wäre so irrational, dass ich Misandrie für doof aber Misogynie für toll und richtig halte, als beleidigend.

Ich habe Misandrie angesprochen, weil ich dieser Einstellung klar und unwidersprochen in den Medien begegnet bin und es sich um eine akzeptierte gesellschaftliche Norm zu handeln scheint. Misognyie ist mir nur in Foren, Chats und privaten Webseiten begegnet, aber ich hatte nie den Eindruck, sie wäre auch nur ansatzweise gesellschaftsfähig. Und deswegen scheint mir die Bekämpfung der Misogynie hierzulande zumindest im Moment nicht ganz so kritisch.

Ich fürchte man kann herauslesen, dass ich innerlich nicht ganz so ruhig war, wie ich gerne geblieben wäre.  Allerdings kam ich dadurch im Nachhinein auf eine Idee, von der ich euch jetzt erzählen möchte.

Ich kann es zwar nicht mit Studien untermauern, aber ich glaube, dass wenn jemand eine Gruppe oder gar ein ganzes Geschlecht hasst und in seiner Vorstellungswelt als minderwertig marginalisiert, dass diese Person dann nicht mehr in der Lage sein wird bzw. arge Probleme damit hat, ein oder mehrere Individuen aus der betroffenen Gruppe zu lieben.

Im radikalfeministschen Diskurs gibt es Männerhass ohne Ende. Dass fängt mit Valerie Solanas S.C.U.M. Manifesto an und geht dann ungebrochen bis in die Gegenwart, in der, wie beispielsweise Martina Schäfer in ihrem Buch Die Wolfsfrau im Schafspelz ausführt, in radikalfeministischen Kreisen die Fähigkeit zu hassen eingefordert wird. Hassen sei nämlich eine notwendige Erweiterung der weiblichen Gefühlsskala, ohne die Radikalität von Hass und Gewalt würden Frauen sich der Mittäterschaft schuldig machen. Im Telegrammstil, so Schäfer, ließen sich diese Botschaften wie folgt komprimieren: „Männer sind schlecht und unterlegen, Frauen überlegen und besser. Männer zerstören die Welt. Männer erkennen nicht die Überlegenheit der Frauen an. Ich bin eine Frau. Ich bin besser. Ich hasse die Männer.“

Völlig unabhängig davon, ob die persönlichen Erfahrungen von Frau Schäfer auf den radikalfeministschen Diskurs in Gänze übertragbar sind, läßt sich jedoch konstatieren, dass diesem tatsächlich ein immenser Männerhass innezuwohnen scheint.

Die ANTI-HASS-Challenge

An dieser Stelle setzt meine ANTI-HASS-Challenge an. Ich behaupte, wenn jemand alle Männer hasst, dass er dann auch einen einzelnen Mann nicht wirklich lieben kann und wenn jemand alle Frauen hasst, so wird er auch eine einzelne Frau nicht wirklich lieben können. Und wer nicht in der Lage ist zu lieben, der kann dieser Liebe auch nicht Ausdruck verleihen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass jemand, der es schafft, seine Liebe zu einem Mitglied des anderen Geschlechts für alle anderen spürbar zu vermitteln, nicht gleichzeitig alle Angehörigkeiten dieses Geschlechts hassen kann. (Oder falls doch, ein gehöriges Mass an Schizophrenie und Irrsinn dafür benötigt.)

Die Challenge besteht also darin, wenn ihr ein Mann seid, eure Liebe zu einer Frau zum Ausdruck zu bringen und wenn ihr eine Frau seid, eure Liebe zu einem Mann. Das muss nicht zwingend euer Partner sein, es kann sich um ein Elternteil handeln, jemanden aus der Verwandtschaft oder einen Bekannten, insofern ihr sie wirklich liebt, wären sogar fiktive Figuren oder Prominente zulässig. Auch Verstorbene kommen in Frage.

Naja. Es ist meine Challenge, ich muss also auch anfangen.

Die wichtigsten Frauen in meinem Leben wären meine Frau, meine Mutter, meine verstorbene Urgroßmutter, meine Schwester und meine kleine Nichte. Von ihnen allen kann ich wahrheitsgemäß sagen, dass ich sie in meinem Herzen trage.

Ist schon verdammt lange her, seit ich das letzte Mal ein Liebesgedicht geschrieben habe.

 

Meine Frau
für Gwenny

Ich liebe meine Frau über alles
Ihr Lachen und ihren Esprit
So rufe ich laut und so schallt es:
Ich lieb‘ diese Frau und nur sie

Ich trag ihren Namen im Herzen
Bin traurig, wenn sie traurig ist
Und weint sie, so spüre ich Schmerzen
Und lacht sie, so bin ich geküßt

Und kocht sie, so mach ich die Küche
Die Arbeit kann man sich teilen
Und schimpft sie, so murmle ich Flüche
Und fange an, mich zu beeilen

Ich halte in meinen Armen
Die kostbarste Frau dieser Welt
Ich flüstere ihren Namen
Und fühl‘ mich als Superheld

Ich liebe all ihre Fehler
Ist sie nicht wahrhaft perfekt?
Mein Leben kennt -fast- keine Täler
Ich hab meine Traumfrau entdeckt

Ich atme den Duft ihres Haares
Ihr Kopf liegt an meiner Brust
Der Inbegriff eines Paares
Ich spüre – nun – keinerlei Frust 😉

Und Frohsinn hält mich umfangen
Denn bin ich nicht reich ohne Maß?
Ich konnt‘ wahre Liebe erlangen
Mich dauern all jene in Hass

Grundsätzlich reicht es zur Erfüllung der Challenge, die geforderte Liebesbekundung zu verfassen. Wer aber etwas mutiger ist, der darf sie auch vortragen. Mein Gedicht findet ihr hier.

Es muss natürlich kein Gedicht sein. Ein Prosatext ist genauso geeignet. Wichtig ist nur, dass es ein aktueller Text ist und dass für die Leser oder Zuhörer ersichtlich wird, dass ihr die Person, über die ihr schreibt, wirklich liebt.

Nun, da der erste Teil abgeschlossen ist, kommen wir zum zweiten – der Herausforderung. Wir suchen uns eine oder mehrere Personen, von denen wir vermuten, dass sie Hass auf Männer oder Frauen empfinden und fordern sie auf, unter Berücksichtigung der Konditionen der ANTI-HASS-Challenge zu zeigen, ob sie lieben können. Insofern der oder die Herausgeforderte keine einzige Person des anderen Geschlechts liebt, ist eine Erfüllung der Primärkondition der Challenge für sie nicht möglich. Für diesen Fall gilt die Challenge auch als erfüllt, wenn der oder die Herausgeforderte öffentlich erklärt: „Ich liebe zur Zeit keinen Mann, aber Frauen sind nicht besser als Männer.“ bzw. „Ich liebe zur Zeit keine Frau, aber Männer sind nicht besser als Frauen.

Ich werde nun Tugendfurie Jasna Strick, die Bloggerinnen von Maedchenmannschaft.net und Leutnant Dino Detlef Bräunig von das-maennermagazin.com zur Challenge herausfordern.

Jasna Strick lebt unter anderem davon, dass sie auf radikalfeministischen Treffen über den Terror und die Unterdrückung durch das Patriarchat referiert. Auch sonst dünsten ihre eigenen Blogeinträge und ihre Tweets vor allen Dingen eines aus – Hass.

Maedchenmannschaft wiederum ist ein Blog, der offenbar dazu ersonnen wurde, je nach Autorin und Stimmung unterschwellig bis offen Misandrie zu verbreiten. Auf einmal kann ich dort höchstens 4 maximal 5 Beiträge konsumieren, dann wird diese Atmosphäre extrem belastend. Da ich jedoch die Möglichkeit in Betracht ziehen mußte, dass ich dem laut BOB besten Weblog 2008 gegenüber voreingenommen sein könnte, habe ich einige Frauen gefragt, wie sie die Beiträge dort empfinden. „Was sind denn das für Bratzen“ war dabei noch die positivste Reaktion.

Ich selbst war über die Mädchentruppe gestolpert, weil ich in einem Blog der Männerrechtler gelesen hatte, wie man dort mit Männern umging, die versuchten, gemeinsam mit ihnen etwas aufzuziehen. Da ich es grundsätzlich vorziehe, mir die Primärquellen anzuschauen, landete ich dann hier. Für das Protokoll: die Vorhautbeschneidung bei Jungen ist – solange sie nicht rituell in Südafrika vorgenommen wird – ein relativ harmloser Eingriff, insbesondere wenn man sie mit der Genitalverstümmelung an Frauen in Afrika vergleichen muss. Aber muss man das vergleichen? Und ist die religiös motivierte Zwangsbeschneidung kleiner Jungen in Ordnung, weil es jemanden gibt, der mehr Schmerzen leidet und nachhaltig verstümmelt wurde?

Wie dem auch sei, lest einfach, was der männliche Aktivist in gutgemeinter Absicht an die Maedchenmannschaft geschrieben hat und schaut dann, wie es ihm vergolten wurde. Lest auch die Kommentare.

Leutnant Dino bezeichnet sich auf Twitter als Männerrechtler, Maskulist und Antifeminist. Im Gegensatz zu vielen Radikalfeministen sehe ich in der Selbstbezeichnung Antifeminist nicht automatisch den Beleg für ein frauenhassendes Macho-Schwein, da oft genug eher Antiradikalfeminist damit gemeint ist, immerhin bezeichnen sich viele männerhassende Radikalfeministen ja auch irrtümlich als Feministen.

Wenn man sich jedoch die Beiträge, Tweets und Videos von Leutnant Dino anschaut, so findet man ein äußerst negatives Frauenbild. Auch hier habe ich Zweitmeinungen eingeholt, weil ich mich nicht ausschließlich auf mein eigenes Empfinden verlassen wollten. Klares Fazit: Die Äußerungen wirken klar misogynistisch.

Ich sollte vielleicht kurz noch erwähnen, wie ich überhaupt über Leutnant Dino gestolpert bin. Ich hatte bei Google den Suchbegriff „Männerrechtler“ eingegeben, bereits das dritte Suchergebnis ist ein völlig neutraler, perfekt recherchierter und vorurteilsfreier Bericht der taz: Männerrechtler auf dem Kreuzzug -Harte Kerlchen. Der zweite Link darin führt zu Dinos Webseite, die als Beleg dafür genutzt wurde, darzulegen, dass Männerrechtler im Prinzip Frauenhasser, rechtsradikal und rassistisch seien.

Die Herausforderungen werden heute gegen 18:00 Uhr per Twitter rausgehen. Ich schreibe dann einen kleinen Nachtrag und verlinke euch die Tweets. Der Hashtag hierfür wird #AntiHassChallenge sein.

Wenn ihr selbst euch der ANTI-HASS-Challenge stellen wollt, oder jemand findet, bei dem ihr Frauen- oder Männerhass spürt, dann zögert nicht, macht einfach mit und fordert ihn oder sie heraus. (Der Kurzlink zum Blogpost lautet: https://wp.me/p5GvQM-uj) Schickt einen Link zu euren Beitrag per eMail an anti-hass-challenge@fanfiktion.de. Wir werden die schönsten davon über unseren Twitter- und Facebook-Account promoten. Postet bitte Challenge-Beiträge vorerst unter Projekte / Allgemein, wenn sich genug Einzelgeschichten anfinden, so werden wir dafür eine Extra-Kategorie einrichten.

Und wenn mir in Zukunft im Blog Kommentatoren begegnen, denen der Hass scheinbar aus allen Poren quillt, so dürfen auch die erst einmal beweisen, dass sie noch lieben können.

Und warum das alles?

Nun, man kann mit jemanden, der nur noch Hass kennt, keinen Dialog führen. Die besten Argumente der Welt werden ihn nicht überzeugen. Und selbst wenn man all dies außer Acht läßt, so ist es nie eine schlechte Idee, jemandem, den man liebt, dies auch zu zeigen. Ihr oder Ihm – und der ganzen Welt.

Und wie gehts weiter?

Ich hatte in den Kommentaren zum letzten Blogpost geschrieben, dass ich zuerst auf die Bildungsmisere bei den Jungen eingehen würde. Für das Verständnis der Argumente ist es allerdings besser, wenn ich zuvor einen Eintrag verfasse, in dem ich einmal den Stand der Forschung bezüglich der Gemeinsamkeiten und der tatsächlich existierenden Unterschiede der Geschlechter darlege. Im darauffolgenden Beitrag werde ich dann auf die Geschichte des Feminismus eingehen. Und im nächsten Beitrag widmen wir uns dann der Bildungskrise bei den Jungen und deren Ursachen und Folgen.

Ich bedanke mich bei allen, die meinen Blogpost gelesen haben. Ich hoffe, ich konnte meine Position verständlich darlegen und ich wünsche euch allen ein Leben ohne Hass.

Da ich die erste Version dieses Beitrags erst Freitagabend abschließen konnte, blieb für Kitshipper leider keine Zeit mehr, um noch betalesend tätig zu werden. Lucie Sakurazukamori und Gwenny haben es jedoch geschafft und Aurelani ist zusätzlich noch eingesprungen. Ihnen allen sei hiermit aus tiefstem Herzen gedankt.

Zum Abschluss noch eines: Da ich ja nun damit angefangen habe, ist es denkbar, dass ich auch in Zukunft häufiger mal zur Lyrik greife, um den ein oder anderen Punkt zu illustrieren. Schreibt mir bitte, ob ich das vielleicht besser unterlassen sollte. Mein Dichtertalent ist möglicherweise ein klein wenig eingerostet. 😉


Nachtrag – Tweets sind raus:

Tweet an Jasna StrickTweet an Die MädchenmannschaftTweet an Leutnant Dino

Eine Antwort von Jasna Strick liegt bereits vor. (Zum Verständnis: Masku ist die derogative Bezeichnung von Radfems für Männerrechtler.) Außerdem hat sie eine Gießkanne.

Die Kategorie zur #AntiHassChallenge wurde eingerichtet.

Jun 142015
 

Vorbemerkung

Es gibt in Europa und Amerika eine Bevölkerungsgruppe, deren Lebenserwartung fünfeinhalb bis sieben Jahre unter der Lebenserwartung aller anderen liegt. Diese Gruppe wird im Gesundheitswesen, in der Schule, am Arbeitsplatz und vor Gericht diskriminiert. Ihre Mitglieder nehmen sich in erschreckend hoher Zahl das Leben. Sie stellen die Mehrheit unter den Obdachlosen und Gefängnisinsassen, die meisten Berufsunfälle mit Todesfolge stoßen ihnen zu. Gleichzeitig wird die Gruppe in Forschung, Politik und Medien marginalisiert, ihre sozialen Interessen werden fast durchgängig vernachlässigt. Wenn sie Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt werden oder auch Oper von Naturkatastrophen, so werden sie bei Hilfsmaßnahmen durchgängig nicht bis nachrangig berücksichtigt. Nicht selten wird ihnen auch der Kontakt zu ihren Kindern juristisch entzogen. Bürgerrechtler, die sich für diese Menschen einsetzen, werden in unseren Medien als Extremisten beschimpft, während gleichzeitig die hier behandelte Gruppe unablässig das Opfer von Hass und Verachtung wird, was allerdings kaum jemanden zu stören scheint.

Eine Diskriminierungsdebatte zu ihrer Lage wird innerhalb der Gesellschaft generell mit 2 „Argumenten“ abgewürgt:

  • Das ist ja wohl lächerlich.
  • Viele Mitglieder dieser Gruppe haben Machtpositionen inne und Mitglieder einer anderen Gruppe werden ebenfalls übel diskriminiert.

Einige meiner Leserinnen und Leser haben vielleicht schon erkannt, von welcher Gruppe ich schreibe. Anderen mag es einfach undenkbar erscheinen, primär deswegen, weil unsere Medien ein völlig anderes Bild zeigen. Ich möchte jedoch jeden bitten, sich ein offenes Ohr zu bewahren, die Argumente zu prüfen und sich dann eine eigene Meinung zu bilden. Ich danke euch allen im Vorraus.

Es geht hier um Männer. Zuallererst sollte ich vielleicht mal erzählen, wie ich auf das Thema gekommen bin und warum ich mich dann entschieden habe, darüber zu schreiben.

Mir wurde vor einiger Zeit von Amazon Kindle das Buch Ist der Feminismus noch zu retten?: Deutschland im Gender-Wahn von Heike Koch und Lara-Farah Heitschnuck-Bömmel empfohlen. Es handelt sich dabei um eine Satire. (Kaufentscheidend war für mich allerdings auch, dass der Preis mit gerade mal 2,99 € absolut harmlos war.) Im Buch schildern die beiden Autorinnen konsequent mit Quellenangaben wie absurd die Lage teilweise schon geworden ist. Da sich eine nicht unbeträchtliche Zahl der geschilderen Vorfälle meinem Vorstellungsvermögen entzogen, habe ich mir die Quellen auch immer wieder angeschaut, nur um feststellen zu müssen, dass die Autorinnen mich wirklich nicht veralberten, sondern Tatsachen berichteten.

Ich poste hier der Einfachheit halber die Rezension eines Lesers, die ich so vorbehaltlos unterschreiben würde:

Den beiden Autorinnen ist hier ein wirklich gutes Buch über die aktuellen Wirren des Möchtegern-progressiven Feminismus mitsamt der Genderideologie gelungen.
Durch den angenehmen und ironischen Schreibstil lässt sich das Buch sehr angenehm lesen – ganz im Gegenteil zum schrecklichen Buch von Frau Wizorek. An vielen Stellen musste ich wirklich schmunzeln. Zum einen über den Irrsinn des modernen Feminismus und der Genderlehre, zum anderen aber auch aufgrund des wirklich unterhaltsamen Schreibstils, der eben diese verrückten Ausprägungen hervorragend präsentiert. An manchen Stellen bleibt einem allerdings das Lachen im Halse stecken und man möchte am liebsten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil man es nicht fassen kann, was diese Ideologien schon angerichtet und erreicht haben und über welchen Einfluss in Politik, Gesellschaft und ganz besonders den Universitäten sie bereits verfügen. Da wird einem schon Angst und Bange.

Sehr gut gefällt mir außerdem, dass die Autorinnen den Wahnsinn sehr gut mit Quellen belegen. Ich befasse mich zwar hin und wieder auch mit den Irrungen des Feminismus und kannte folglich schon so manches, aber einige Sachen waren auch für mich neu und da hilft das weiter informieren dank der Quellen ungemein.
Schade nur, dass dieses Buch wohl kaum den Weg in die Mainstream Medien schaffen wird, da man dort Feminismus und Gender viel zu selten kritisch hinterfragt. Vielleicht findet das Buch in den Kommentarspalten der Online Medien und über Blogs ja Erwähnung und Verbreitung. Verdient hätten es Buch und Autorinnen auf jeden Fall.

Ich werde das Buch definitiv weiterempfehlen! Ganz besonders denen, die immer noch lautstark die Alternativlosigkeit von Feminismus und die absolute Notwendigkeit der Gender Studies predigen und Kritiker pauschal in rechtsradikale Ecken stecken oder als Frauenhasser diffamieren.
Vielleicht rüttelt das Buch so manchen wach und es beginnen mehr und mehr Menschen den aktuellen Irrsinn zu hinterfragen und Konsequenzen zu fordern. Das wäre zumindest meine Hoffnung.

Und ja, die Stellen wo einem das Lachen im Halse stecken bleibt, die gibt es wirklich. Sie haben dazu geführt, dass ich mich daraufhin in Kolumnen und auf Blogs herumtrieb, die mich zuvor eher nicht zu Gesicht bekamen. Sie haben auch dazu geführt, dass ich mir weitere Literatur besorgte, wie beispielsweise Not am Mann: Sexismus gegen Männer von Arne Hoffmann und dass ich mich auf Seiten wie Manndat.de herumtrieb.

Alles schön und gut, kann man da sagen, aber warum schreibe ich jetzt darüber? Ich selbst habe Sexismus bisher nicht am eigenen Leib erfahren müssen – oder falls doch so habe ich es zumindest nicht mitbekommen. Die Sendungen, Kolumnen und Blogs, wo Männer als der Abschaum des Planeten dargestellt werden, gingen zuvor weitgehend an mir vorüber. Auch in der Schule bin ich Misandrie nie begegnet. Ich habe eine liebende und von mir innig geliebte Partnerin, Vertraute und Freundin, mit der ich über wirklich alles reden kann, einen tollen Ziehsohn, einen akademischen Abschluss, ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern und der sonstigen näheren Verwandtschaft, relativ wenig Sorgen, ein schönes Heim und eine Arbeit, die ich gerne mache und die mir Zeit läßt nebenher ein wenig hier im Blog zu schreiben. Mir geht es also gut.

Aber hier geht es nicht um mich. Hier geht es auch nicht per se um Männer. Es geht um uns alle.

Gleichberichtigung und Antidiskrimierung sind ein Ziel, das wir uns für unsere Gesellschaft, unser Miteinander, unsere Partnerschaften wünschen. Es kann nicht erreicht werden, wenn eine Gruppe zugunsten einer anderen diskriminiert wird. Ich denke mal, bis auf einige Hardcore-Feministen und reaktionäre Machos sind wir uns da einig.

Stellt sich also die Frage, werden Männer wirklich diskriminiert und ist es so schlimm, dass man im Allgemeininteresse darüber reden muss? Ich denke, das ist es. Und ich kann eure Skepsis hier absolut nachvollziehen, denn bis vor ein paar Tagen, bis ich begann, mich intensiv in die Problematik einzulesen und nachzuvollziehen, welche Probleme für Männer wie auch für Frauen hier entstanden sind, kam mir wirklich nie in den Kopf, dass Männer diskriminiert werden könnten, geschweige denn, dass es für unsere Gesellschaft ein tiefgreifendes Problem sein könnte.

Darum bitte ich euch noch einmal, bewahrt einen offenen Geist, lest, prüft und reflektiert! Hinterfragt, recherchiert! Bildet euch eure eigene Meinung. Und hinterfragt dann auch diese!

Noch etwas, im krassen Gegensatz zur Mit-Aufschrei-Initiatorin Jasna Strick, der wir Twitter-Bonmots wie Männertränen sind mein Gummibärensaft! verdanken, werden hier Kommentare ungeprüft freigeschaltet und nicht nur, wenn sie gender-ideologisch korrekt sind. Beleidigende oder extrem unsachliche Kommentare werde ich zwar löschen müssen, aber ich garantiere, dass sie nicht auf hatr.org oder ähnlichen Timpf veröffentlicht werden. (Hatr.org ist allerdings zumindest insoweit interessant, weil es aufzeigt, was alles von Radikal-Feministen als beleidigend, unfeministisch oder rassistisch empfunden wird.)

Zum Einstieg – unser Männerbild

Allzuviele Studien zum Männerbild in der Gesellschaft gibt es leider nicht. Es sollte allerdings reichen, ein wenig in unseren Medien zu stöbern, um zu erkennen, woher der Wind weht. Zu Beginn möchte ich Frau Sandra Hagen zu Wort kommen lassen, die in ihrer Bachelorarbeit „‚Männer sind Schweine!‘ – Negative Auswirkungen von Geschlechtsstereotypen auf Männer“ folgendes schreibt:

Männer sind laut den gängigen Stereotypen gewalttätig, gefährlich, kriminell und triebgesteuert. Sie wollen und denken ständig an Sex und Gewalt – dies auch in Kombination (Kersten, 1997). Männern wird grundsätzlich die Täterrolle zugeschrieben, Opfer sein ist weiblich. Zudem wird kriminelles Verhalten bei Männern eher auf personelle (interne) Ursachen, bei Frauen eher auf situative (externe) Ursachen zurückgeführt (Kersten, 1997; Wagner-Link, 2009). Männern wird also eher ein schlechter Charakter unterstellt, Frauen sind Opfer der Umstände. Brownmiller (1975) geht sogar soweit zu behaupten, alle Männer seien potentielle Vergewaltiger. Über Männer bestehen also ebenso viele – wenn nicht sogar mehr – Stereotype wie über die meisten Minoritätengruppen. [1]

Dies ließe sich beliebig fortsetzen. Im radikalfeministischen Diskurs gibt es für Männer nur eine Rolle – die des Täters. Frauen werden dann im Gegenzug per se in die Opferrolle gedrängt, egal ob sie dies wollen oder nicht, egal ob es ihnen oder der Gesellschaft gut tut oder nicht.

Ich merke, dass an dieser Stelle, bevor ich fortfahre, eine kleine Klarstellung angebracht ist. Im Gegensatz zu nicht wenigen Männerrechtlern, die selbst Opfer von Sexismus und Diskriminierung wurden, und dann in der Folge anfingen, den Feminismus komplett und undifferenziert abzulehnen, ziehe ich es vor, zwischen dem positiven Feminsmus, der eine echte Gleichberechtigung und ein positives Miteinander der Geschlechter anstrebt, und dem Radikalfeminismus, dem es primär darum geht Frauen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit zu bevorzugen und Männer aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit niederzumachen, zu unterscheiden. Ich habe logischerweise wenig Sympathie für die Exzesse der Radikalfeministen, aber ich unterschreibe und unterstütze jederzeit die Ideen und Ziele des echten Feminismus. Bevor jetzt irgendein Radikalfeminist aus dem Gebüsch gehopst kommt, um mir zu sagen, wie ich es mir anmaßen könne, zu entscheiden, was echter Femismus ist und was nicht, gebe ich auch gleich die Antwort: „Dies ist etwas, das jeder für sich selbst entscheiden muss. Ich kann nur sagen, was für mich Feminismus ist!“

Wenn man sich zum Beispiel all die Bilder der Women against Feminism anschaut, so sind die Argumente und Begründungen für mich klar gegen den Radikalfeminismus gerichtet und nicht gegen den echten Feminismus. Aber man kann auch dort sehen, dass es nicht nur Männer sind, die Feminismus mittlerweile begriffsgleich zu Radikalfeminismus verstehen.

Aber genug abgeschweift. Ich wollte etwas zu unseren Männerbild schreiben. Starten wir vielleicht mal mit einem Bild.

Femen-BildEs handelt sich hier um den Screenshot eines Femenbildes. Man sieht eine junge, barbusige Frau mit Sichel in der rechten und einem triumphierend hochgestreckten abgetrennten, blutigen Hodensack in der linken Hand. Kann sich jemand an einen Medienaufschrei erinnern? Nein? Nun, dann probiert mal folgendes. Stellt euch anstelle der barbusigen Frau einen halbnackten Mann vor, der anstelle des blutigen Hodensacks ein paar abgetrennte Äußere Schamlippen präsentiert. Was meint ihr, hätte es jetzt einen Aufschrei gegeben?

Dieser Test auf Sexismus ist eine recht einfache Geschichte, stellt euch bei den nächsten Beispielen einfach mal die Frage, was wohl passiert wäre, wenn es dort nicht um Männer, sondern um Frauen ginge.

Als Fötus sind sie empfindlicher, in der Schule scheitern sie häufiger, sie neigen zu Gewalt und Kriminalität, und sie sterben früher: Sind Männer die Mangelwesen der Natur?

So startet ein Spiegel-Leitartikel mit dem Titel: „Eine Krankheit namens Mann„. Im weiteren Verlauf des Artikels wird dann Groschenromanniveau erreicht und unterboten. Wirklich gestört hat es niemanden. Ohnehin ist der Spiegel ein guter Ort, wenn man mal dringend nach Misandrie (Hass auf Männer) sucht. Empfehlenswert wären hier die mittlerweile eingestellte Kolumne von Silke Burmester und die Kolumne von Sibylle Berg. Zum karmischen Ausgleich verlinke ich eine Erwiderung von Birgit Kelle auf eine der besonders gelungen Burmesterschen Hasstiraden.

Lassen wir nun die FDP-Spitzenpolitikerin Cornelia Pieper zu Wort kommen, die sich offenbar in ihrer Freizeit ein wenig mit Genetik beschäftigt. Das Zitat stammt aus einen Frauen-Diskurs in der Brigitte.

Während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.

Na da weiß man(n) doch wenigstens woran man(n) ist. Ohnehin steht Frau Pieper mit derartig tiefgründigen Analysen keineswegs allein dar. Hier mal ein Beispiel mit populärwissenschaftlichen Anspruch:

Kein Wunder, dass sich die Natur für die Weibchen der Spezies mehr ins Zeug gelegt hat. Sie mussten zäher, widerstandsfähiger, einfühlsamer und sensibler sein als die Erzeuger ihrer Kinder. Männer waren, ebenso wie ihre Samenzellen, als billige, rasch austauschbare Massenware konzipiert, als Kanonenfutter oder menschliche Schilde bei gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Dies stammt aus dem Buch Mimosen in Hosen: Eine Naturgeschichte des Mannes der Journalistin Sabina Riedl und der Antropologin und Zoologin Dr. Barbara Schweder. Und ja, die beiden meinen das ernst.

Ein weiteres schönes Beispiel stammt aus einer Plenarrede des Piratenabgeordneten Marc Grumpy Olejak.

Eine Verschiebung hin zu mehr Gleichstellung in der Gesellschaft von knapp 800.000 €, die wir hier veranschlagen, wäre vielleicht für die ganze Gesellschaft ganz gut, indem man schaut, inwieweit man Gelder in der Bildung freimachen kann, damit die kommende Generation von jungen Männern nicht zu Frauen misshandelnden, schlagenden, prügelnden Arschlöchern wird. Ich bitte um Verzeihung.

Offenbar ist der Zug bei den älteren Generationen bereits abgefahren, die sind schon Frauen misshandelnde, schlagende, prügelnde Arschlöcher. Nun ja, zumindest läßt sich problemlos konstatieren, dass das schechte Männerbild auch vor bärtigen Piraten nicht halt macht.

Mit Alice –Straffrei Abtreiben bis nach der Geburt– Schwarzgeld ist nun wieder eine Radfem an der Reihe:

Sie hat ihren Mann entwaffnet. Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich.

Sie sprach hier über die US-Amerikanerin Lorena Bobbit, die ihrem schlafenden Mann den Penis abhackte. Bei der Festnahme gab Frau Bobbit als Tatmotiv an, dass ihr Mann beim Sex nur auf seinen eigenen Orgasmus bedacht sei und sie ihn deshalb bestrafen wollte. Erst später, als es zum Prozess kam, sprach sie von gewaltsamen Übergriffen.

Häusliche Gewalt durch Frauen war nebenbei auch schon vor Schwarzers Hymne auf das gemeine Küchenmesser keine Ausnahme. In diesem Bereich ist die Forschungslage sehr gut dokumentiert und eindeutig: Häusliche Gewalt ist sowohl was die Täter als auch was die Opfer angeht in Häufigkeit und Schwere absolut gleich über die Geschlechter verteilt. Ich werde darauf aber in einen kommenden Blogpost detaillierter eingehen. Eine Übersicht internationaler wissenschaftlicher Literatur zum Thema gibt es hier. Deutschsprachige Literatur hier. Wer es etwas leichter mag, sei auf diesen Spiegel-Artikel verwiesen. Die darin zitierte Studie des Robert Koch Instituts, wurde dann auch sofort dahingehend kritisiert, dass die Schweregrade der zugefügten Verletzungen nicht eindeutig klassifiziert wurden. Hier hofft man wohl, dass sich herausstellen könnte, dass Frauen zwar genauso oft zuschlagen, aber dafür nur leicht, zärtlich und liebevoll. Dummerweise gibt es viele andere internationale Studien, die diese Annahme widerlegen – Frauen mögen physisch schwächer sein, aber ein Küchenmesser, eine Bratpfanne oder ein Fleischklopfer gleichen diesen kleinen biologischen Nachteil problemlos aus. 🙂

Aber ich schweife schon wieder ab. Kommen wir zurück zum Männerbild. Die UNO-Sonderbotschafterin gegen Genitalverstümmelung Waris Dirie wärmt in ihren autobiographischen Buch Wüstenblume einen beliebten Weltverbesserungsvorschlag der Radfems wieder auf:

Vielleicht sollten die Frauen den Männern die Eier abschneiden, damit auf der Erde wieder ein Paradies entstehen kann. Die Männer würden ruhiger werden und sensibler mit ihrer Umwelt umgehen. Ohne diesen ständigen Ausstoß von Testosteron gäbe es keinen Krieg, kein Töten, kein Rauben, keine Vergewaltigungen.

Wir lernen also, Männer sind an allen schuld und während Genitalverstümmelung die alte Frauen an jungen Mädchen durchführen eine schreckliche Untat ist, rettet das Abschneiden von Hodensäcken den Planeten. Mit dieser Einstellung könnte Frau Dirie problemlos bei den Femen mitmachen.

Ich hoffe, ihr habt den eingangs erwähnten Sexismustest nicht vergessen, und stellt euch euch in eurer Phantasie immer mal wieder vor, wie die öffentliche Reaktion auf solche Aussagen wohl wäre, wenn es hier nicht um Männer, sondern um Frauen ginge.

Weiter im Text mit einer Powerfrau des Feminismus, Hilary Clinton. Ihr haben wir den folgenden Ausspruch zu verdanken:

Frauen sind Hauptopfer im Krieg. Frauen verlieren ihre Gatten, ihre Väter, ihre Söhne im Kampf.

Ja, das ist mal wieder typisch Mann. Da lassen sich diese elenden Drückeberger lieber von Granaten in Stücke reißen, anstelle sich um Frau und Kinder zu kümmern. Wie verstockt müssen diese Kerle sein, wenn sie zu solch drastischen Mitteln greifen, nur um der Hausarbeit zu entgehen.

Und wenn es um das miese Männerbild in unserer Gesellschaft geht, dann dürfen auch die Grünen nicht fehlen. Stellvertretend für die vielleicht männerhassendste Partei im deutschen Bundestag soll Jürgen Trittin zu Wort kommen:

Mädchen sind besser in der Schule. Frauen haben die besseren Abschlüsse. Die Merkel-Koalition will, dass diese Frauen zu Hause bleiben. (…) Sie wollen, dass das begabtere Geschlecht weiterhin ein Viertel weniger verdient als wir Männer.

Er hat hierbei versehentlich unterschlagen, dass das „Viertel weniger“ nicht bei gleicher Arbeit und Voraussetzungen zustande kam, sondern indem man den Durchschnitt über die Bruttostundenverdienste aller Männer und Frauen gebildet hat. Egal. Zum Mythos des Gender-Pay-Gaps werde ich noch einen eigenständigen Blogbeitrag schreiben. Da können wir dann alle gemeinsam mal einen Blick auf das aktuell vorhandene Studienmaterial werfen und dann darf jeder selbst entscheiden, was da wohl dran ist.

Unabhängig „vom Viertel“ weniger können wir feststellen, dass man bei den Grünen weiß, wer das begabtere Geschlecht ist.

Ich denke, das reicht für den Einstieg, um zu zeigen, dass das Männerbild in unserer Gesellschaft beileibe kein gutes ist. Wem das noch nicht genügt, der kann sich einfach ein wenig offenen Auges durch unsere Medienlandschaft bewegen. Seid dabei aber nicht zu verbissen, denn das radikalisiert. Ich stelle bei mir fest, dass ich, seitdem ich mich eingehender mit dem Thema beschäftige, in unseren Medien massenhaft auf Sexismus gegen Männer stoße. Es ist nicht so, dass der vorher nicht da war, aber da habe ich ihn schlicht und einfach nicht wahrgenommen. Es war irgendwie nur Hintergrundrauschen. Mittlerweile blende ich ihn teilweise gezielt aus, da ich nicht möchte, dass mein eigenes, sehr positives Frauenbild durch die Äußerungen von Radfems und Lila Pudeln beeinträchtigt wird. Rein rational weiß ich, dass die zwar laut, medial präsent und extrem gut vernetzt sind, aber absolut gesehen ist ihre Anzahl durchaus überschaubar. Und ich glaube vom tiefsten Herzen, dass die allermeisten Frauen und Männer gleichberechtigt und harmonisch zusammenleben wollen.

Ich plane, in Zukunft häufiger über dieses Thema und seine Facetten zu schreiben. Ich glaube, wir dürfen den Radikalen hier nicht das Feld überlassen. Und es ist exakt mein positives Frauenbild, das mich glauben läßt, dass die meisten Frauen nicht die Augen verschließen wollen, sondern bereit sind, sich offen mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Arne Hoffmann, der Autor des zuvor erwähnten Buches „Not am Mann“ und des Blogs Genderama meint, dass man allmählich mal aus der Phase des reinen Dauerbloggens und -kommentierens herauskommen könnte [1], aber ich fürchte, ich habe zu wenig Femen-Blut in mir, um mich mit nackten, sinnfrei beschrifteten Oberkörper Anne Wizorek vor die Füsse zu werfen. Ohnehin würde die das vermutlich via #Aufschrei2.0 nur als weiteren Karriereschub zu mißbrauchen trachten. Und infantile gegenderte Klatschinterventionen wie die von Profx. Lann Hornscheidt und seinen roten Khmer sind mir zutiefst zuwider. (Für Interessierte: die Fehlerkritik von fefe am Hornscheidtschen Gendertext.) Ich bleibe also vorerst dabei, das Internet vollzuschreiben. Aber wenn jemand passende Ideen für guten Aktionismus hat, dann immer her damit.

Wer sich selbst über die Ziele der Männerbewegung informieren möchte, der sei auf die Webseite Manndat.de verwiesen.

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit.

Weiterhin gilt mein tiefempfundener Dank meiner Beta-Leserin Gwenny, die mir dabei half, sicherzustellen, dass soweit wie nur irgend möglich, auch das verstanden werden kann, was ich tatsächlich aussagen wollte. Darüberhinaus bedanke ich mich bei Kitshipper und Lucie Sakurazukamori, die sich ebenfalls bereit erklärten, mich betalesend zu unterstützen, bei diesen Beitrag jedoch aus zeitlichen Gründen noch nicht dazu kamen.

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