Sep 132015
 

Das Titelzitat stammt von der unsterblichen Rosa Luxemburg. Komplett lautet der Ausspruch wie folgt:

Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der Gerechtigkeit, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die Freiheit zum Privilegium wird.

Er erscheint mir in der heutigen Zeit wichtiger denn je, denn ich beobachte eine Zunahme der Intoleranz.

Das erscheint irgendwie kurios in Tagen, in denen Deutschland in der Willkommenskultur vereint scheint. In Wirklichkeit zeigt sich aber, dass es absolut en vogue ist, gegen die Äußerer unliebsamer Ansichten vorzugehen, solange es nur die richtigen unliebsamen Ansichten sind.

Ein paar Beispiele gefällig?

Fefe berichtet über einen Blog, „der besonders ekelhafte ausländerfeindliche Äußerungen sammelt. Dann pixeln sie die Opfer weg und schreiben die Namen der Täter hin, stalken die online und doxxen die dann. Am Ende rufen dann Leute beim Arbeitgeber an, oder beim Sportclub, und sorgen dafür, dass die ihren Job und/oder ihren Freundeskreis verlieren.

Auf Telepolis finden wir einen Artikel über eine „Berliner Homo-Aktivistengruppe, die das Netz nach homophoben Kommentaren durchsucht. Die häufig sehr jungen Poster werden dann im Netz als „Vollpfosten des Tages“ präsentiert, dem Arbeitgeber gemeldet und angezeigt.

Der NDR glorifiziert einen norddeutschen Bürger, der sogenannte Spendenkonten von Rechten aufspürt, setzt sich mit der jeweiligen Bank oder Sparkasse in Verbindung und bringt diese dann dazu, die entsprechenen Kontoverträge zu kündigen.

Die Huffington-Post stellt als fremdenfeindliche empfundene Kommentatoren an den Internetpranger.

Eine angebliche Lidl-Mitarbeiterin löste mit fremdenfeindlichen Kommentaren einen Shitstorm aus. Rufe nach Kündigung und zum #LidlBoycott wurden laut.

Die Arbeiterwohlfahrt kündigt einer Frau nach einem fremdenfeindlichen Kommentar auf Facebook. Porsche macht es genauso.

Fefe hat im zuerst verlinkten Beitrag erklärt, warum dieses Vorgehen für ihn problematisch ist. Rechtsanwalt Udo Vetter geht hier in einem Interview ebenfalls darauf ein.

Und ich sehe mich nun auch in einer Situation, wo ich die Freiheit von Menschen verteidigen muss, deren Ansichten ich nichts abgewinnen kann. In der Gesellschaft hat man mittlerweile den Eindruck, dass Denunzieren und Anprangern schon irgendwie ok ist, solange es nur „die Richtigen“ trifft. Und die Richtigen sind halt die Nazis, die „besorgten Bürger“, die sich irgendwie fremdenfeindlich äußern, und Idioten, die intolerant gegenüber Homosexuellen sind.

Fangen wir erst einmal mit dem für die Betroffenen finanziell schwerwiegendsten Eingriff an, der Kündigung. Kündigungen für rassistische Äußerungen im Beruf sind arbeitsrechtlich zulässig. Bei Äußerungen im privaten Umfeld oder in sozialen Netzwerken ist das keineswegs so. Tatsächlich dürften die meisten Kündigungen in derartigen Fällen aus Imageerwägungen erfolgt sein, um einen potentiellen Shitstorm wie bei Lidl im Vorfeld abzuwehren. Grundsätzlich sollte das Mittel der Wahl, wenn ein Arbeitgeber von derartigen Äußerungen erfährt, das direkte Mitarbeitergespräch und gegebenenfalls die Abmahnung sein. Wenn der Arbeitnehmer sich dann uneinsichtigt zeigt und sein Verhalten schädlich für die Firma ist, so ist die subsequente Kündigung auch gerechtfertigt.

Und selbst wenn man diese Erwägungen außen vor läßt, wird jemand, der für eine fremdenfeindliche Äußerung gekündigt wurde, auf einmal nicht mehr fremdenfeindlich sein? Oder werden sich seine Vorurteile verstärken und vielleicht wirklich in Hass umschlagen bzw.  wird sich dieser, so er schon vorhanden war, noch verstärken?

Kommen wir zum Internetpranger. Das was wir bei jeden normalen Menschen verurteilen würden, insbesondere auch dann, wenn es aus der rechten Ecke ausgeübt wird, ist auf einmal in Ordnung, weil es nun selbst Rechte bzw. „die Richtigen“ trifft? Das Problem mit diesen Prangern besteht ja nicht so sehr darin, dass dort irgendjemand mit Klarnamen und Adresse genannt wurde, es besteht darin, dass radikalisierte Aktivisten diese Information nutzen, um ihn aus der Deckung des Internets zu mobben, beispielsweise indem sie sein soziales Umfeld aufhetzen, ihn anonym bedrohen, Telefonterror betreiben oder sogar direkt Attacken auf sein Hab und Gut durchführen.

Die Huffington Post schrieb im oben verlinkten Artikel:

Einem Blogger setzte der unbekannte Mob dermaßen mit Drohungen zu, dass er aus Angst um seine Familie alle seine Texte bei uns löschen ließ.

Und deswegen ist es nun laut Ansicht der Reporter ok, wenn ein anderer unbekannter Mob, die Menschen bedroht, deren Ansichten von ihnen als fremdenfeindlich eingestuft wurden. Und als fremdenfeindlich stuft diese Truppe so einiges ein. Beispiel gefällig?

  • Schon klar. Medimax : Flüchtlinge in geballter Form. Jeder von denen hat ein Galixie S 4 oder 5 oder ein Iphone weggetragen. Da wird uns doch die Tasche voll gelogen nach Strich undFaden.
  • Ihr seid ein ganz besch….Hetzblatt
  • Die gehen im den Steuergeldern um, als ob die Knete ihnen gehört.
  • Der größte Anschaum in Deutschland sind Islamisten von der Huffington Post!
  • Huffinger: Lügenpresse! Ami go home!
  • Viel Spaß beim Zersiedeln Deutschlands letzter geschützter Grünflächen um Wohnraum für noch mehr ankommende Menschen zu schaffen. Die Umwelt wird es euch mit ein paar Katastrophen danken 😉
  • leute wir können sagen was wir wollen zum schluß werden wir als Rassisten und Nazis betittelt aber die migranten (nicht alle) dürfen uns beleidigen denuzieren und provuzieren also lasst euch alles gefallen denn es steht ja in der Biebel. zitat. und haltet auch die andere wange hin. ICH MACH ES NICHT

Laut den Reportern der Huffington Post kam dies alles von „Hassfratzen„, von einem „bisweilen gewaltbereiten Mob„, von dem man nicht wisse, ob er „noch einmal für die Bundesrepublik zu begeistern“ sei, der „mit den Werten des Grundgesetzes gebrochen“ habe.

Glauben diese Reporter, dass der Mob, den sie nun auf die „Hassfratzen“ loslassen wollen, durchweg kuschelbereit, von der Bundesrepublik Deutschland hellauf begeistert und den Werten des Grundgesetzes verpflichtet ist?

Und ist der norddeutsche Kontokontrolleur wirklich ein Held der Moderne? Immerhin kämpft er ja irgendwie gegen Rechts. Würde er nun seine Erkenntnisse der Polizei oder dem Verfassungsschutz zur Verfügung stellen, damit diese dann gegen verfassungsfeindliche Organisationen im Rahmen des Rechtsstaats vorgehen können, so wäre von meiner Seite auch gar nichts einzuwenden. Nur das tut er eben nicht. Genauso wie die Reporter der Huffington Post und wie der kuschelbereite Mob maßt er sich an, zu entscheiden, wer in dieser Gesellschaft verfolgt und sozial geächtet werden soll und wer nicht.

Nazimethoden sind nicht plötzlich in Ordnung, nur weil sie jetzt gegen echte oder vermeintliche Nazis und/oder Homophobe eingesetzt werden. Selbst wenn sie, sagen wir mal aufgrund eines göttlichen Dekretes, plötzlich in Ordnung wären, so liegt es immer noch nicht im Kompetenzbereich eines Mobs, zu entscheiden, ob die Vorwürfe gerechtfertig sind oder nicht.

Jeder einzelne von uns kann und soll menschenverachtenden Äußerungen entgegentreten. Aber nicht, indem er nun selbst zu Mobbing, Denunzierung oder Gewalt greift.

Noch etwas. Mir ist natürlich bewußt, dass einige Kommentatoren daran scheitern werden, zu verstehen, dass meine generelle Ablehnung des Einsatzes von Nazimethoden auch gegen Nazis noch lange nicht bedeutet, dass ich im Gegenzug fremdenfeindliche Äußerungen gut heiße, aber ich bitte darum, diese geistige Differenzierung doch zumindest zu versuchen.


Vermischtes

Ich möchte kurz auf eine Antwort von Arne Hoffmann auf einen Artikel der Journalistin Nina-Marie Bust-Bartels hinweisen: „Wer geschlechtsbezogene Notlagen und Benachteiligungen beseitigen möchte, sollte das bei beiden Geschlechtern tun.

Hier habe ich einen sehr interessanten Artikel zur Campus Rape Epedemic (US). Man muss den Schlüssen der Autorin keineswegs folgen, aber sie beleuchtet einige, gern unterschlagene Zusammenhänge und Fehlinterpretationen und wirft eine Menge neuer Fragen auf. Weitere Fakten zu falsch interpretierten Studien (UK) gibt es hier.

Lutz Bierend echauffiert sich ein wenig über eine Rachephantasie aus der Huffington Post. Ich persönlich traue den meisten Menschen durchaus zu, zu erkennen, warum der Orginalartikel menschenverachtend ist, aber es kann nicht schaden, dass noch etwas klarer herauszuarbeiten. Außerdem sind seine Artikel immer lesenwert.

Die Spieleentwicklerin Maya Posch erzählt etwas über Sexismus und Gamergate.

Katrin Rönicke analysiert bei den Ruhrbaronen als Mitbeteiligte die Entwicklung des Netzfeminismus. Unbedingt auch die Kommentare lesen.

In England verringert sich der Life Expectancy Gap, zum einen, weil die Anzahl gefährlicher Jobs, die überwiegend von Männern besetzt waren, abnimmt, zum anderen weil mehr Frauen das mit Vollzeitberufstätigkeit verbundene höhere Stresslevel abbekommen. Auf die vielen Gründe für die unterschiedliche Lebenserwartung komme ich aber auch noch in einem Extrablogeintrag zu sprechen.

Man Tau schreibt über Ilse Lenz, die auch ich schon im Blog erwähnen mußte, und über die von ihr vehement verteidigten Gender Studies. Im Gegensatz zu Frau Lenz völlig unaufgeregt und rational nachvollziehbar.

Verstärkte ideologische Korrekturmassnahmen an der Wikipedia sind nun offenbar auch in der englischen Version angekommen.

Zum Ausklang dieses Abschnittes sei noch auf die 3 Forderungen an Journalisten für eine faire, nicht sexistische Behandlung von Männern hingewiesen. Der absolut lesenswerte Artikel enthält für Interessierte zudem jede Menge Links zu Primär- und Sekundärquellen.

Humor

Wer schon immer mal eine Studie sehen wollte, die darlegt, wie schädlich es ist, die Schulspeisung zu verbessern, der wird hier fündig. Ist allerdings eher etwas für moderat gelangweilte Akademiker, die noch über als Wissenschaft getarnte Ideologie lachen können.

Auf Yahoo entrüstet man sich darüber, dass einige Männer es wagten, ein Gesetz gegen Sexismus zu nutzen, um Sexismus gegen Männer zu bekämpfen. Also so war das nun aber gar nicht gedacht. Unbedingt auch die Kommentare lesen. 🙂

Hier haben wir eine Feministin, die Männer zum Sex auffordert, Körbe kassiert und dann irgendwie dem „Patriarchat“ die Schuld daran zuschiebt.

Kennt ihr schon die Neue an Kermits Seite? (An alle Fans der Frauenrechtspreisträgerin Miss Piggy: Keine Sorge, eine Liaison wurde bereits dementiert.) Wer mal drüber schmunzeln möchte, was man von feministischer Seite so alles an ihr auszusetzen hat, der wird hier fündig.

In einem aktuellen Bericht aus Hamburg, findet sich die folgende Passage:

Zudem hatten sich mehrere Linksautonome zum Teil vermummt an den Gleisen versammelt und sich nach Erkenntnissen der Polizei gegenseitig mit Steinen beworfen. Offenbar hatten sie sich gegenseitig für Rechtsextreme gehalten.

Gwenny hat mich auf dieses Video von anno dunnemals hingewiesen. Es zeigt, wie klischeehaft man sich damals autofahrende Frauen vorstellte. Zumindest hoffe ich mal, dass das auch damals schon klischeehaft war.

Und hier noch ein humorvolles Gesangsstück nach Reinhard Mey über eine viel zu selten wahrgenommene Berufsgruppe.

Ich entschuldige mich bei all jenen, die meinen kleinen Exkurs ins Reich des Humors vielleicht nicht ganz so lustig fanden. Für die, die mich dafür gerne teeren und federn möchten, habe ich eine kleine Entschädigung: Ich habe herausgefunden, wo man diese phantastischen Tassen erwerben kann.


Ich bedanke mich bei Gwenny für das Korrekturlesen und bei allen Besuchern für die geschenkte Aufmerksamkeit.

Aug 302015
 

Diesen Blogbeitrag möchte ich Miu Jones widmen. In den Kommentaren zum letzten Beitrag wurde klar, dass wir teilweise recht unterschiedliche Ansichten haben, wo und wann der Staat klare Verhaltensregeln und Sanktionen vorschreiben sollte und wo nicht. Ich hoffe, dass ich hiermit meinen Standpunkt etwas klarer darlegen kann.

Ich beziehe mich in der Folge auf einen Artikel von Beatrice Wagner in der Welt. Nicht näher gekennzeichnete Zitate stammen aus diesem. Der Artikel ist in Gänze lesens- und reflektierenswert, auch wenn ich empfehlen möchte, die Arbeiten, die Frau Wagner andernorts zu Geschlechtsunterschieden veröffentlich hat, mit Vorsicht zu genießen.

„Zeig, dass du ein Girl bist! Je weiblicher du dich kleidest, umso attraktiver wirkst du auf Jungs!“ Mit hundert solcher Flirttipps wollte die „Bravo“ kürzlich ihre jugendlichen Leserinnen beglücken, doch sie erntete einen Shitstorm. Unter dem Hashtag #flirtennachbravo regten sich Frauen und Männer, viele von ihnen Eltern, über die Tipps auf.

Der Shitstorm war sicherlich etwas übertrieben. Wirklich problematisch waren eigentlich nur die Tipps, bei denen Mädchen suggeriert wurde, die Musik, die Interessen oder den Kleidungsstil ihres Schwarms als ihre eigenen auszugeben. Grundsätzlich erhöht solches Verhalten die Flirtchancen zwar durchaus, aber es ist definitiv keine gute Idee, gegenüber Pubertierenden auch nur anzudeuten, dass man seine Persönlichkeit verstellen solle/müsse, um jemand anderem zu gefallen.

Die Kunst des Flirtens ist grenzüberschreitend und bestätigt alte Vorurteile zwischen Mann und Frau, die wir längst glauben abgelegt zu haben. Sie zeigt sich zwar in der jeweiligen Ausprägung als kulturabhängig, doch sie beruht auf allgemeingültigen Universalien, auf uralten Verhaltensweisen.

Nur wenn wir in dieser unkorrekten, machohaften und weiblich-unterwürfigen Art sexuelle Kontakte anbandeln, haben sie Bestand und bieten eine Chance für lang andauernde sexuelle Spannung zwischen zwei Partnern.

Das ist zu ultimativ formuliert. Richtig ist jedoch, dass eine langanhaltende Liebesbeziehung auch sexuelle Spannung benötigt. Nicht nur – aber eben auch. Sie ist im Endeffekt eine von vielen Komponenten, die bei einer glücklichen, langanhaltenden Beziehung vorhanden sein sollten. Gegenseitiger Respekt und Achtung, Kommunikations- und Lernbereitschaft gehören gleichermaßen mit dazu.

Diese archaischen Rollenbilder will und kann der moderne Mann und die moderne Frau nicht immer erfüllen, wie nicht nur der Shitstorm gegen die „Bravo“ zeigt. Männer wüssten oft nicht mehr, wie sie sich einer Frau nähern sollten, sagt die Psychotherapeutin Beate Kube aus Kempten, die sich auf Paar- und Sexualtherapie spezialisiert hat.

„Sie befürchten, als übergriffig zu gelten, wenn sie auf eine Frau zugehen und ihr ein Kompliment machen.“ Das mache sie so vorsichtig, dass sie sich ihrer Energie und ihrer männlichen Dynamik gar nicht mehr bewusst seien.

Flirten ist immer auch eine leichte Grenzüberschreitung„, sagt sie. „Der Mann schaut der Frau ein bisschen zu tief in die Augen, oder er berührt die Frau ungefragt.“ Viele Männer trauen sich das nicht mehr.

Ich wage mal zu behaupten, dass dies den Jasna Stricks dieser Welt egal ist. In ihrer Welt sind Männer generell und per Definition übergriffig, Übergriffigkeit (durch Männer) ist schlecht, ergo sind auch Männer schlecht. Die Grenzüberschreitung beim Flirten bestätigt dieses Vorurteil noch und demonstriert nach dieser Logik gleichzeitig, warum auch Flirten schlecht sein muss.

Als Einzelmeinung ist so etwas auch durchaus ok, aber jede Frau sollte selbst entscheiden, ob sie eine derartige irrationale Sichtweise für sich übernehmen möchte und ob sie damit glücklich werden kann.

Flirten hat sehr viel mit ursprünglichen männlichen und weiblichen Verhaltensmustern zu tun. Der Mann zeigt der Frau, dass er stark genug ist, um Unsicherheit aus- und sie zu unterhalten, im materiellen wie im emotionalen Sinn. Dahinter steht die Botschaft: Ich bin der Ernährer, der Macher, ich bin stark, ich habe einen Plan, ich zeige dir, wo es langgeht, und mit mir wird dir nie langweilig werden.

Die Frau würdigt das, indem sie ihn dafür anhimmelt und gleichzeitig ermutigt, weiter seine Federn zu spreizen.

Der Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt hat hierzu herausgefunden, dass diese Tradition, diese unterschiedlichen Rollen von Männern und Frauen beim Flirten heute noch ganz genauso gelten.

Und genau mit diesem Rollenverhalten haben Frauen und Männer heutzutage ihre Schwierigkeiten. Er männlich und aktiv, sie weiblich und passiv. Wie verträgt sich das mit dem Rollenverständnis im Zeitalter der Emanzipation? Natürlich wissen Männer nicht häufiger als Frauen, wie die Welt funktioniert. Natürlich sind Frauen nicht klein, dumm und hilflos, und natürlich warten sie nicht auf den edlen Ritter, der sie vor allen Gefahren beschützen wird.

Wieso sollten wir also im Flirt etwas signalisieren, was wir im Beziehungsalltag nie und nimmer leben möchten? Solche Gedanken haben Männer, wenn sie den Frauen nicht mehr in den Mantel helfen, denn „anziehen können die sich doch wohl selber“. Und aus den gleichen Gedanken heraus nehmen sich die Frauen, wen sie mögen, und gehen offensiv auf Männer zu.

Und an dieser Stelle beginnt es dann aus dem Ruder zu laufen. In den USA ist man in Folge der Rape Culture-Hysterie soweit, dass die Partner sich bei jeder einzelnen Stufe durch ein lautes „Ja“ die gegenseitige Zustimmung versichern sollen. Es gibt mittlerweile sogar affirmative Consent-Kits und natürlich auch affirmative consent-Apps.

Studenten sind aber (i.d.R.) keine Pornodarsteller. Man darf ernsthaft befürchten, dass jegliche sexuelle Spannung flöten ginge, wenn sie sich tatsächlich im Minutentakt verbal der fortgesetzten Zustimmung ihres Partners versichern müßten. Zustimmung wiederum ist genauso wenig zwingend aktiv wie Hingabe.

Im Endeffekt werden Frauen durch solche Regelungen als zarte, hilflose Pflänzchen dargestellt, die vor der implizierten Übergriffigkeit der Männer geschützt werden müssen.

Oder geht der Schuss nach hinten los, und das Liebesleben einer ganzen Hochschulgeneration wird reglementiert und damit auch gehemmt? Echte Hingabe kann unter äußerlicher Kontrolle nicht passieren, da Kontrolle den Zauber der Situation zerstört. Wenn Männer nicht mehr „leicht grenzüberschreitend“ um Frauen werben dürfen, weil alles politisch korrekt sein muss, verfliegt die Libido.

„Es kommt zu einer Verlaberung der Lust“, sagt auch Jakob Pastötter von der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung. „Wir erschaffen uns durch solche Einverständniserklärungen, genauso wie durch die Flirt-Apps und Dating-Portale, eine schöne sexuelle Scheinwelt, in der alles perfekt aufeinander abgestimmt ist und in der trotzdem nichts passt, weil das Wesentliche fehlt, nämlich die Spannung und die Wertschätzung der Andersartigkeit des Partners.“

Und hiermit sind wir an der Stelle angelangt, auf die ich in der Diskussion mit Miu hinauswollte. Im Endeffekt kann man alles regulieren. Wir können Schutzzonen einrichten, Videokameras aufstellen, die Sexakte filmen, vielleicht auch noch Zeugen dazuladen, die bestätigen, dass auch ja alle 2 Minuten leidenschaftlich „Ja, ich will“ gerufen wurde, wir könnten Frauen irgendwelche Accessoires geben, damit Männer wissen, dass sie angesprochen werden dürfen. (Reicht nicht ganz, da auch noch sichergestellt werden muss, dass die Ansprache nur durch die „richtigen“ Männer erfolgt, sonst ist es nämlich doch Sexismus. Siehe #Aufschrei-Debatte.)

Wir können regulieren bis zum Erbrechen. Und ja, diese Maßnahmen würden Universitäten im Bezug auf sexuelle Übergriffe vielleicht ein klein wenig sicherer machen, aber gleichzeitig würden sie steriler, politisch korrekter, einengender und lebloser.

Explizit diskutierte ich mit Miu über das Gutachten zur sexuellen Belästigung an Hochschulen der Männer äh Antidiskriminierungsstelle des Bundes:

Vorbildliche Richtlinien haben dem Gutachten zufolge unter anderem die RWTH Aachen sowie die HU und die TU Berlin erlassen. Die RWTH etwa listet konkret auf, was unter unzulässigem Verhalten zu verstehen ist. Das reicht vom Verbreiten sexistischer Bilder und dem Nutzen pornografischer Inhalte auf Unicomputern über anzügliche Bemerkungen bis zur Aufforderung zu sexuellen Handlungen. Die RWTH hat auch geregelt, welche Maßnahmen bei Verstößen ergriffen werden: Ausschluss von Lehrveranstaltungen, Hausverbot oder eine Strafanzeige durch den Rektor.

Ich halte nichts davon, eventuell unglückliche Flirtversuche unter Strafe zu stellen. Echte sexuelle Belästigung wiederum ist bereits strafbar und kann auch jetzt schon verfolgt werden. Darum geht es offensichtlich gar nicht. Man nehme nur mal das Beispiel mit den anzüglichen Bemerkungen. Wie häufig sind euch solche an der Uni untergekommen? Und wer soll hier entscheiden, was eine anzügliche Bemerkung ist, was einfach nur ein dummer Flirtversuch und was vielleicht nur eine unglückliche Wortwahl oder ein missverstandenes Kompliment? Was wir hier sehen, ist die Einführung der Mikroaggression als strafbewehrtes Konzept.

Unter jungen Menschen sollte politische Korrektheit nicht das Maß aller Dinge sein. Und all jene, die dies anders sehen, sollten zumindest kurz innehalten und darüber nachdenken, wohin diese Reise führt, unter anderem nämlich auf das Hochplateau des Lebensglücks einer Jasna Strick.

Im Artikel von Frau Wagner wird weiter unten dann noch darauf eingegangen, was es bedeutet, wenn Paare das Gleichstellungsprinzip auf ihr Sexualleben übertragen.

„Die Beziehungen sind oftmals lauwarm geworden, die Paare gehen im Bett harmonisch miteinander um und verlieren nach einer verliebten Anfangszeit ziemlich schnell die Lust aufeinander“, berichtet auch die Psychotherapeutin Beate Kube aus Kempten.

Im Bett endet eine Verkehrung der uralten archaischen Spielregeln zwischen Mann und Frau nicht selten im Fiasko, zum Beispiel in einem brüderlich-schwesterlichen Verhältnis, mit Lustlosigkeit und mangelndem Stehvermögen.

„Wir dürfen Gleichberechtigung nicht mit Gleichmacherei verwechseln“, sagt Pastötter, der sich in wissenschaftlichen Arbeiten mit diesem Thema befasst hat und selbst beratend tätig ist.

Im Flirt und beim Sex sollten Frauen und Männer ihre Unterschiede betonen und ausspielen. Männer sollten männlich sein und Frauen weiblich und nicht etwa beide uniform und politisch korrekt. Im alltäglichen Umgang miteinander, in den Beziehungsaufgaben oder im Beruf nehmen beide Partner dann wieder Augenhöhe zueinander ein.

 Frau Wagner zieht dann ihr Schlussfazit:

Auch wenn das Flirten also durchaus eine kulturabhängige Seite hat – sie beruht noch immer auf den jahrtausendealten Prinzipien, mit denen schon unsere Urahnen den Partner für das Bett oder für das Leben gefunden haben. Natürlich gibt es auch Ausnahmen: männlichere Frauen, die vorgeburtlich mehr Testosteron abbekommen haben.

Und es gibt weiblichere Männer, bei denen es umgekehrt ist. […]

Gleichberechtigung im Alltag, Geschlechterrollen im Flirt und im Sex. Nur so funktioniert es.

Obwohl es deutlich mehr Gründe und auch Ausprägungen für die „Ausnahmen“ gibt, hat Frau Wagner hier im Grunde nicht unrecht. Unser Sexualtrieb ist sicherlich der Aspekt unseres Persönlichkeit und unseres Lebens, der am engsten mit unserer animalischen Seite verbunden ist. Und wer bei Partnerwahl und Sexualität sein perfektes Ebenbild präferiert, der ist gut beraten, nur mit sich selbst eine Beziehung einzugehen.

Edit: Der Kommentar von Smirnow hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Formulierung „Geschlechterrolle“ von Frau Wagner etwas missverständlich ist. Hier ist kein starres Stereotyp gemeint. Da jeder Mensch einzigartig ist, ist natürlich auch die Rolle, die er in und mit seiner Sexualität einnimmt, einzigartig (und veränderlich) – aber nichtsdestotrotz ist es eine Geschlechterrolle.


Rückblick und Vermischtes

Eine schöne Demontage des White Privilege-Konzeptes gibt es von Victor Zen auf Youtube.

In England ist man ins 18. Jahrhundert zurückgekehrt, um Gerichtskosten zu minimieren. Man hat dazu einfach die Gerichtskosten für verurteile Straftäter vervielfacht – wenn diese sich vorher für unschuldig erklärten. Das führt dazu, dass Unschuldige aus ärmeren Schichten sich nun lieber schuldig bekennen, da sie nicht riskieren wollen, dass ihre Familien im Falle eines Fehlurteils finanziell ruiniert werden.

Lutz Bierend fragte bereits im Juni in der Huffington Post, wer heutzutage noch den Feminismus brauche. Da der Artikel absolut lesenswert und erhellend ist, verlinke ich ihn.

Auf Breitbart wurde das Zeitalter der kulturellen Libertarier ausgerufen. Da es nie schaden kann, auch andere darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die Verteidigung von Rede-, Gedanken- und kultureller Freiheit ist, habe ich den Artikel verlinkt.

Schön auch, das auf der Seite abgedruckte Zitat von Camille Paglia: „It is anti-feminist to ask for special treatment for women.“ Allerdings gehört Frau Paglia nicht zur Dritten Welle, heutzutage ist es anti-feministisch, wenn man gegen Geschlechterdiskriminierung per Quote ist. Hier noch einmal Christina Hoff Sommers zu dieser Entwicklung auf Youtube.

Ohne Bezug, aber interessant und für den Hinterkopf: Nur knapp ein Drittel der wissenschaftlichen psychologischen Untersuchungen sind reproduzierbar.

Mit gegebenen Bezug zum Hauptthema des Blogposts hier die etwas polemische Fragestellung von Martin Daubney, ob der Feminismus die Institution der Ehe zerstört. Vorsicht an alle, die sich auch die Kommentare antun wollen, man trifft zwangsweise auf Neandertaler.

Ich war überrascht, wieviele bekloppte (und generell negativ konnotierte) Wortneuschöpfungen Men-irgendwas mittlerweile kursieren.

Die im vorigen Blogeintrag thematisierte Aktion des WDR hat die Gender-Debatte intensiviert. Es erscheinen zumehmend kritische Beiträge in den Medien: Gender-Irrsinn: Von ProfessX und Ampelmännchen, Gender-Theorie und Wohlstandsinsel Deutschland. Selbst die Zeit, die sonst alles, was auch nur nach Feminismus riecht, ausgiebigst glorifiziert, äußerte sich ein bisschen kritisch zur WDR-Selbstzensur.


Ich bedanke mich bei allen Lesern für die Aufmerksamkeit und bei Gwenny und Invisible Ink für das Korrekturlesen.

Aug 232015
 

Eingangs möchte ich kurz auf einige Missverständnisse eingehen, die in den Kommentaren zu meinen letzten Blogeintrag deutlich wurden.

Zuerst einmal bin ich der Ansicht, dass Menschen, die sich ernsthaft für Gerechtigkeit einsetzen wollen, Humanisten sein sollten. Schlicht und einfach deswegen, weil ohne die Erkenntnis, dass allen Menschen die gleichen Rechte gebühren, Gerechtigkeit gar nicht möglich ist. Dieser Anspruch gilt natürlich auch für mich selbst. Es wäre absurd, gegen die Benachteiligung von Jungen im Bildungssystem zu sein, wenn die Alternative nur darin bestünde, dann halt Mädchen zu benachteiligen.

Gerechtigkeit geht uns alle an. Es ist nicht die Aufgabe von Feministen, Gerechtigkeit für Frauen zu erstreiten und es ist nicht die Aufgabe von Männerrechtlern, dies für Männer zu tun. Gerechtigkeit muss für alle sein. Gerechtigkeit nur für Teilgruppen ist keine Gerechtigkeit, sondern führt zwangsweise immer zur Benachteiligung von anderen. Dass Feministen und Männerrechtler auf Benachteiligungen aufmerksam machen, ist wiederum legitim, aber es muss immer geprüft werden, ob diese behaupteten Benachteiligungen wirklich existieren und wenn dem so ist, ob ihre Beseitigung nicht vielleicht andere (eventuell sogar schlimmere) Benachteiligungen erschafft.

Es wurde angesprochen, dass ich verstärkt die negativen Seiten des Feminismus kritisiere und wenig auf positive Aspekte eingehe. Das hängt primär damit zusammen, dass ich im Bezug auf die westliche Wertegemeinschaft und die heutige Zeit von den aktuellen Ausprägungen des Postfeminismus hauptsächlich negative Dinge bemerke, die darauf ausgerichtet sind, Frauen und Männern zu schaden, zumindest jedoch die Deutungshoheit über Rollenbilder und gesellschaftliche Vorgänge zu übernehmen bzw. zu verteidigen.

Wenn jedoch jemand einen Gastbeitrag verfassen möchte, der darlegt, wo der Feminismus hier und heute noch für Humanismus und die Verbesserung der Gesellschaft eintritt, so werde ich diesen veröffentlichen, vorausgesetzt natürlich der Beitrag entspricht der hier geforderten humanistischen Grundeinstellung. Insofern sachliche Fehldarstellungen enthalten sind, was im feministischen Diskurs beispielsweise gerne mal durch die Nutzung falscher oder falsch interpretierter Statistiken geschieht (Beispiel 2), so werde ich diese natürlich kommentieren.

Im Endeffekt war ich, bis ich damit begann, mich tiefer in das Thema einzuarbeiten, durchaus profeministisch eingestellt. Eben weil ich damals auch noch der irrigen und unreflektierten Ansicht war, dass jemand der profeministisch ist, damit automatisch auch für Gleichberechtigung, Humanismus und Gerechtigkeit wäre, und jemand der antifeministisch ist, eben gegen Gleichberechtigung etc. sei. Tatsächlich ist es in der heutigen Zeit aber eher so, dass Humanismus und 3rd Wave Feminismus einander diametral entgegenstehen. Wer Frauen und Männer in erster Linie als Menschen und gleichberechtigte Partner sehen will, kann kein Anhänger des Postfeminismus sein – oder aber er stellt sich darunter etwas vor, wofür dieser mittlerweile überhaupt nicht mehr steht.

Gleichstellung ist nicht dasselbe wie Gleichberechtigung, sondern stellt in Wahrheit eine Geschlechterdiskriminierung dar. Häusliche und sexuelle Gewalt als rein männliches Problem darzustellen, ist gleichzeitig Lüge und Propaganda. Väter als entbehrlich anzusehen, ist menschenverachtend. Frauen als bessere Menschen darzustellen, desgleichen, denn es bedeutet im Umkehrschluss ja, dass Männer die schlechteren Menschen wären. Ich werde im zweiten Beitrag zu den Geschlechtsunterschieden noch darauf zu sprechen kommen, aber was die Verteilung von Empathie, Liebe, Hilfsbereitschaft angeht, so gibt es zwischen Männern und Frauen keine Unterschiede. Dies gilt auch für negative (bzw. als negativ wahrgenommene) Aspekte wie Egoismus und Aggressivität. Männer und Frauen sind als Gruppe gleich gut und gleich Scheiße.

Ein Kommentator hat interessanterweise MRAs (Mens Rights Activists) mit Meninisten in einen Topf geworfen. Der Meninist ist allerdings eine Parodie, bei der Forderungen und Aussagen von 3rd Wave-Feministen einfach nur umgedreht wurden. Die Worte „(parody) obviously sarcasm“ im Twitterprofil hätten hier einen Fingerzeig geben können. Accounts, die Radikalfeministen parodieren, gibt es nebenbei so einige. Da jedoch die Forderungen der feministischen Aktivisten mittlerweile so abgedreht sind, dass oft jede Bodenhaftung verlorenging, ist eine Parodie durch Überzeichnung realistisch gesehen eigentlich kaum noch möglich. Was will man aus „Kill all men“ schon noch machen? „Kill all men twice„?

Eines noch. Es gibt keinen Grund sich für den Irrsinn und die Dummheit anderer Menschen zu schämen oder sich dafür verantwortlich zu fühlen. Genausowenig wie es mich kratzt, dass Leutnant Dino mit seinen hochgradig grenzdebilen Vorstellungen irgendwo durchs Unterholz stapft, müssen sich Frauen für den Männerhass von Mädchenmannschaft oder Andrea Dworkin schämen oder gar verantworten. Aber jeder sollte für sich selbst entscheiden, ob solche Menschen definieren dürfen, was für andere Menschen gut und richtig ist.

Majestätsbeleidigung bei Plasberg gesühnt

Die Hart-aber-fair Sendung „Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“ zum Thema Feminismus und Gender war möglicherweise der einzige Beitrag im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, in dem das Thema nicht als ideologisches Heiligtum beweihräuchert wurde. Als Ergebnis sahen Anne Wizorek und der Grünen-Chef Anton Hofreiter ziemlich mies aus. Viele Zuschauer hofften nun, dass das Thema endlich offener und ohne quasi-religiöse Verbrämung gesellschaftlich diskutiert werden würde.

Jetzt hat allerdings der WDR-Rundfunkrat aufgrund des Drucks von Gleichstellungsbeauftragten entschieden, die Sendung nachträglich zu zensieren: Sie darf in der Mediathek nicht mehr gezeigt und nie mehr wiederholt werden. Die Begründung dafür kann man mit dem Schlagwort „Majestätsbeleidigung“ problemlos subsummieren.

Die BILD hat inzwischen darüber berichtet. (Titelblatt.) (Bevor jetzt einige aufstöhnen und die Quelle in Zweifel ziehen, sollten sie besser mal innehalten und darüber nachdenken, was es über unsere Medienlandschaft aussagst, dass andere Medien NICHT darüber informieren.) Ein weiterer Kommentar dort trägt den Titel „Irsinn bei der ARD!“ Ob dies dazu beitragen kann, dass anderen, liberal eingestellen Menschen klar wird, wo wir hier zensurtechnisch hinsteuern?

(Edit: Offenbar haben mittlerweile einige andere Medien bei der Berichterstattung nachgezogen. Schön. Ich würde mal vermuten, dass dieses Ergebnis nicht so ganz im Interesse der emsigen Gleichstellungsbeauftragten lag.)

(Edit 2: Hier noch ein sehr schöner Beitrag von man tau zum Thema. Achtung Satire.)

Wer sich die Plasberg-Sendung noch einmal anschauen möchte, hat derzeit hier, hier und hier noch die Gelegenheit dazu.

Interessant in diesem Zusammenhang mag auch dieser Artikel zu sogenannten Mikroaggressionen auf Telepolis sein. Von derartigen Wahnsinn sind wir leider auch hierzulande nicht mehr allzuweit entfernt. Gibt natürlich auch in den USA Widerstand gegen solche Versuche, die Meinungs- und Redefreiheit zu unterminieren.

Alice Schwarzer, Birgit Kelle und der Frauenhandel

Ich wurde gebeten, ein paar Worte zur Neupositionierung von Amnesty International zur Prostitution und der feministischen Reaktion darauf zu schreiben. Dies musste ich leider ablehnen, da für diese Thematik in meiner Planung erst wesentlich später Zeit und Raum wäre. Ich hatte allerdings angeboten, einen Gastartikel zu veröffentlichen. Wie dem auch sei, Lutz Bierend hat in der Huffington Post einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht, mit dem ich absolut konform gehe.

Wer sich also für meine Meinung zu diesem Thema interessiert und wer lesen möchte, warum man die Position von Alice Schwarzer und anderen Feministen aber auch die von Birgit Kelle und anderen christlich angehauchten Familienrechtlern zu diesem Thema logisch und humanistisch als absurd einstufen kann, der sollte den Artikel lesen.  Wäre der Artikel von mir, so gäbe es allerdings noch ein paar sarkastische Kommentare zum Schwedischen Modell, das von vielen Feministen in völliger Verkennung von Realität und Logik als der Weisheit letzter Schluss gefeiert wird. Ich frage mich da immer, wie blöd man eigentlich sein muss, um ernsthaft zu behaupten, dass eine Kriminalisierung der Kunden die Lage der Prostituierten selbst verbessern würde.

Häusliche Gewalt

Im Berliner Tagesspiegel fand sich diese Woche ein Artikel zur häuslichen Gewalt gegen Männer. Die Fallschilderung ist glaubhaft und nachvollziehbar, auch wenn nach wie vor die statistischen Fakten verdreht werden, beispielsweise wenn behauptet wird, dass Männer nur 20% der Opfer ausmachen. Die tatsächliche Quote liegt bei 50%. [2]

Allerdings ist die exakte statistische Ausprägung in meinen Augen ohnehin weitgehend irrelevant. Wichtiger ist, dass das Thema überhaupt wahrgenommen wird. Im Endeffekt muss jeder Einzelfall individuell betrachtet werden – nur eben ohne Scheuklappen, die weibliche Gewalt von vornherein als Ding der Unmöglichkeit ausblenden.


Ich bedanke mich bei allen Lesern für die Aufmerksamkeit und bei Gwenny für das Korrekturlesen.

Wir sind mittlerweile aus dem Urlaub zurück, was bedeutet, dass die nächsten Blogartikel von mir wieder mehr eigene Themen und vielleicht auch die ein oder andere widerliche Selbstdarstellung enthalten werden.

Aug 152015
 

Bevor ich Mitte nächster Woche aus dem Urlaub in die Heimat zurückkehre, möchte ich noch die Gelegenheit nutzen, meine Blogroll ein wenig zu erweitern.

Man Tau

Man Tau, dessen Ursprungsmotto lautete Männer, Frauen – und die Welt, die wir Kindern bauen ist der humanistische Blog eines Lehrers, den ich rundweg empfehlen kann.

Für eine Empfehlung in meiner Blogroll ist eine humanistsche Grundposition entscheidend. Es geht hier darum, dass Menschen grundsätzlich als gleichwertig anerkennt werden. Also quasi das, was der 3rd Wave-Feminismus zwar gerne und lautstark von sich behauptet, aber im Endeffekt niemals geliefert hat.

Diese humanistische Position kann man Man Tau problemlos bescheinigen. Der Blogger berichtet hier, wie er überhaupt auf das Thema kam. Er legt auch Wert darauf, kein Männerrechtler zu sein, weil:

Rechte gelten allgemein, oder sie sind keine Rechte. „Männerrechte“ oder „Frauenrechte“ bezeichnen also, genau genommen, keine Rechte, sondern Vorrechte. Allein Kinderrechte finde ich als Sonderrechte legitim, weil Kinder in einer solchen Weise schutzbedürftig sind, dass sie besondere Rechte brauchen. Ansonsten geht es um Menschenrechte.

Ein logischer Standpunkt. Tatsächlich handelt es sich um eine Einsicht, die von vielen Männerrechtlern geteilt werden würde, was diese also eher zu Menschenrechtlern mit Fokus macht.

Alle Texte sind sehr sachlich, logisch nachvollziehbar und grundsätzlich gut recherchiert. Der Blog verdient eine volle Empfehlung meinerseits.

Alles Evolution

Alles Evolution ist der Blog von Christian. Hier geht es um eine evolutionsbedingte, biologische Sicht auf Geschlechtsunterschiede, die mir persönlich manchmal ein wenig zu weit geht. Ich erkenne durchaus an, dass viele unserer Verhaltensweisen auf biologischen Ursachen beruhen, ich weise, was möglicherweise einige meiner Leser verblüffen wird, der Sozialisation aber mindestens ebensoviel Bedeutung zu, auch wenn ich nie auf die absurde Position der Gender Studies käme, dass Sozialisation entgegen Logik und Wissenschaft allbestimmend sein könnte.

Warum meine Position hier etwas differenzierter ist, werde ich ausführen, wenn ich zum zweiten Beitrag zu den Geschlechtsunterschieden komme.

Wie dem auch sei, die humanistische Perspektive ist auf Alles Evolution durchaus gegeben. Die Artikel sind lesenswert und wer sich über biologische Ursachen, die Auswirkungen der tatsächlich vorhandenen Unterschiede oder über aktuelle Studien zum Thema informieren will, der wird dort fündig werden. Eine ordentliche Dosis Feminismuskritik gibt es natürlich ebenfalls, aber daran kommt heutzutage ja ohnehin kein einigermaßen logisch denkender Humanist mehr vorbei. 🙂 Hier ein schönes Beispiel.

Rückblick

Möchtet ihr mal sehen, wie einfach es ist, irgendwelche Passanten dazu zu bringen, eine Petition gegen Male Privilege Tax zu unterschreiben? Hier habt ihr dazu die Gelegenheit. Es dürfte auch nicht wesentlich schwieriger sein, Unterzeichner für die Make up-Steuer zu finden, mit der Frauen dafür entschädigt werden sollen, dass sie pro Tag eine halbe Stunde länger vor dem Spiegel verbringen.

 Freies Menstruieren galt bisher eher als eine Internetlegende. Aber keine Forderung ist bekloppt genug, als das nicht irgendwer irgendwann die Probe aufs Exempel macht. In diesem Fall war es Kiran Gandhi, die den Londonmarathon menstruierend bewältigte. Es ging natürlich nur darum, die Aufmerksamkeit darauf zu richten, dass der Zugang zu Tampons und Binden in einigen Bereichen der Erde für Frauen erschwert sei. Die Cosmopolitan feiert dies überschwänglich. Wer weiß, vielleicht macht ja demnächst jemand auf ähnliche Weise auf das Problem der Inkontinenz aufmerksam.

Hier mal eine Erklärung, warum Toilettenpapier sexistisch ist. Der Beitrag ist von einer 19-jährigen Schwedin, deren Youtube-Channel auch sonst durchaus unterhaltsam ist. Und wenn wir schon bei Sarkeesian sind, dann ist auch diese Parodie auf die Vorzeigefeministin absolut empfehlenswert (und lehrreich).

Hier hätten wir dann noch Professor Janice Fiamengo, die erklärt, warum sie sich selbst als Anti-Feminist bezeichnet. (Nebenbei trotz heftiger Anfeindungen von SJWs auf Twitter. Vor der dritten Welle hätte sie mit ihrer Position problemlos als Feministin und Humanistin gleichermaßen gegolten.) Und hier eine Erklärung auf Spiked, warum man als Star am Feminismus eben doch nicht vorbeikommt.

Zu guter Letzt: wer weiß, was Grey Rape ist? Ja, der Begriff kommt aus demselben ideologischen Loch, das auch die Rape Culture erschuf. Es handelt sich um eine Vergewaltigung, bei der die Frau dem Geschlechtsverkehr zwar zustimmte, nachher aber feststellt, dass der Sex irgendwie scheiße war und sie demzufolge vergewaltigt wurde. Hier ein Bericht, wohin es führt, wenn amerikanische Universitäten solche Sichtweisen übernehmen. Wer es gerne etwas emotionaler mag, findet das Ganze auch auf FOX.

Irgendwie schon lustig, früher haben sich die Demokraten für Bürger- und Menschenrechte eingesetzt und die bedingungslose Einhaltung von due process gefordert. Heute sind es die Republikaner. Das Traurige an der Situation ist, dass derart grundsätzliche Rechtsgüter überhaupt nicht in Frage gestellt werden dürften, aber wenn es um Männer, die Rape Culture und das Patriarchat geht, sehen die Demokraten da offenbar keine Probleme. (Ganz so schlimm wie unsere Grünen sind aber selbst sie nicht.)

Ich bedanke mich bei meinen Lesern und wünsche den Humanisten unter ihnen alles Gute. 🙂

Ein großes Danke geht an Gwenny für das Korrekturlesen.

Jul 282015
 

Schaut euch mal das verlinkte Studienangebot der Ernst-Abbe-Hochschule Jena an: Studienbeginn ohne Männer!

Hier wird ein Studiengang für zukünftige Ingenieurinnen im Bereich der Elektrotechnik und Informationstechnik geschaffen, wo sie die ersten 2 Semester ohne männliche Kommilitonen studieren dürfen. In dieser Zeit werden „vor allem die technischen und mathematischen Grundlagenfächer“ unterrichtet.

Ganz ehrlich, bei sowas frage ich mich immer, was diese Leute für ein Frauenbild im Schädel haben. Die glauben doch ganz offensichtlich, dass Studentinnen entweder zu blöd sind, um von Anfang an zusammen mit männlichen Mitstudenten zu lernen oder aber zuviel Angst vor diesen haben und daher erst langsam auf sie vorbereitet werden müssen.

Nun gibt es tatsächlich nicht allzuviele weibliche Studenten in Ingenieurswissenschaften und Informatik. Der Anteil liegt zur Zeit bei etwas über 20%. Das hat aber nichts damit zu tun, das Frauen doof wären oder Angst vor männlichen Ingenieuren und Informatikern hätten, sondern es ergibt sich schlicht aus einer etwas anderen Interessenslage.

Jul 262015
 

Im heutigen Blogpost geht es um die Medien. Und wie Themen in den Medien dargestellt werden.

Feindbild Frau

Fall 1 behandelt eine Sendung eines jungen SWR2-Reporters namens Sebastian Witte, der den Auftrag erhielt, über die Männerrechtsbewegung zu berichten.

In der Recherchephase suchte Herr Witte daher nach dem repräsentivsten aller Männerrechtler und fand ihn in dem von mir bereits einmal vorgestellten Detlef Bräuning aka Leutnant Dino.

Ich möchte mich eigentlich nicht allzulange mit Leutnant Dino aufhalten. Er gilt als Deutschlands bekanntester Unterhaltspreller. Ich habe keine Möglichkeit, zu beurteilen, ob seine Version der Geschichte mit seinen Exfrauen stimmt, würde aber vermuten, dass die Wahrheit ein wenig komplexer ist, als er sie darstellt.

Leutnant Dino wurde bereits in der Vergangenheit gerne als eindeutiger Beleg für die moralische Verkommenheit der Männerrechtler in den Medien herangezogen. Soweit nichts neues. Herr Witte vereinbarte also ein Telefoninterview mit ihm und los gings. Das Telefoninterview wurde von Leutnant Dino aufgezeichnet und veröffentlicht und ist insoweit interessant, weil der Kontrast zum späteren Beitrag von Herrn Witte doch massiv ist. Ich empfehle hier einfach mal, sich das verlinkte Interview anzuhören, bevor man weiterliest. Ab 2:20 geht es los.

Den fertigen Beitrag von Herrn Witte findet ihr hier. Er trägt den Titel Feindbild Frau und den Untertitel Der Geschlechterkampf der Antifeministen im Netz

Es beginnt damit, dass Männerrechtler als Verschwörungstheoretiker dargestellt werden, die daran glauben würden, dass Frauen ihre Feinde seien. (Wer wirklich wissen will, woran Männerrechtler glauben, sollte kurz hier vorbeischauen. Wer die Begriffslage gerne etwas ausführlicher erklärt hätte, dem sei dieser Blogartikel empfohlen.) Und in die Welt dieser durchgeknallten und zweifellos auch gefährlichen Subjekte ist der aufrechte SWR2-Reporter vorgedrungen. Schön.

Als nächstes geht es um einen Aufruf von ein paar Verrückten, den neuen Mad Max-Film zu boykottieren. Ich habe mir das jetzt nicht näher angeschaut, aber verrückte Forderungen gibt es allenthalben. Wusstet ihr beispielsweise, dass der Film „Minions“ von Feministinnen als sexistisch entlarvt wurde, weil es keine weiblichen Minions gibt? Zum Glück konnte der Erfinder dies zur allgemeinen Zufriedenheit erklären: „Als ich merkte, wie dumm sie oft sind, konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass Minions Mädchen sein sollen.“ Danach war die Welt natürlich wieder in Ordnung. Männer als doof darzustellen, ist nämlich nicht sexistisch. Und falls doch, so stört sich zumindest keins (Ja, ich kann gendern, wenn ich will.) dran.

Als nächstes kommt dann der Auftritt von Dino Bräuning. Wie gesagt, achtet hier auf den Kontrast zum Interview und vor allen Dingen auch auf den Kontext in dem die von Witte hineingeschnittenen Aussagen dort kamen.

Es wird kurz auf die Webseite Wikimannia eingegangen, die behauptet, dass Frauenunterdrückung und der Pay Gap von Frauen erfunden wurden. Da es in Wittes Beitrag nicht um seriöse Berichterstattung geht, ist das durchaus eine valide Strategie. Allerdings ist die Wikimannia bei geschlechterspezifischen Themen nun auch nicht schlechter als die Wikipedia [2], nur halt anders verkorkst. Zum Pay Gap schreibe ich irgendwann einen komplett eigenen Artikel – mit Fakten. Fakten sind nebenbei das, was auch Witte bisher nicht geliefert hat, dafür jedoch jede Menge Meinung. Und was nun Frauenunterdrückung angeht, so sollte im Endeffekt jede Frau selbst beurteilen, ob Frauen hierzulande vom System unterdrückt werden oder nicht.

Als nächstes kommt wieder eine Standardstrategie. Den Männerrechtlern werden jetzt nämlich Rechtsextreme an die Seite gestellt, um so klar zu benennen, mit was für Gesocks man es hier zu tun hat. Falls es jemand noch nicht gemerkt haben sollte. Das hätte man natürlich noch toppen können, indem man Bezüge zu rechtsextremen, pädophilen Tierquälern herbeifabuliert, aber so talentiert bzw. ausgebufft ist Witte dann doch nicht.

Es wird noch gezeigt, dass diese frauenhassenden Freaks sich vor allen Dingen online vernetzen. Dort bedrohen sie Frauen und Männer (wie Witte), die nicht ihrer Meinung sind. Dies wird ganz klar belegt, durch die zwei Textschnipsel „Ich werde ihm persönlich die Kehle aufschlitzen„, was irgendjemand über irgendeinen Forscher gesagt haben soll, und natürlich durch „Von eierstocktragenden Fickpuppen lass ich mir nicht die Welt erklären!“ Quod erat demonstrandum. Alles frauenhassende Monster, diese Männerrechtler.

Soll ich ein paar Tweets von Radfems verlinken, die das problemlos in den Schatten stellen? Aber ich bin nicht Witte. Ich glaube an die Rationalität, nicht an demagogische Schwafelei. Ich weiß, dass Männer und Frauen gleich schlecht und gleich gut sind. Ja, es gibt ein paar Unterschiede, aber unsere Befähigung zu Liebe und Hass, zu Großherzigkeit und Egoismus, zu Selbstlosigkeit und Gewalt ist völlig identisch. (Was ich nebenbei in zukünftigen Blogposts noch belegen werde. Ich nehme es hier nur für jene vorweg, die vielleicht wirklich glauben, dass Frauen oder Männer die besseren Menschen oder meinetwegen die größeren Opfer seien.)

Zum Abschluss zitiert Witte dann Ilse Lenz. Die kennt sich natürlich aus, weil sie Soziologin ist und den Antifeminismus erforscht:

Diese affektive Abwehr dient der Vergemeinschaftung und der Gemeinschaftsbildung und durchaus auch des Einübens von Hass und Abkehr vom rationalen Dialog.

Dann erklärt die Dame noch, dass es zum Glück nur wenige hasserfüllte Verrückte seien, die jedoch über eine gute Vernetzung verfügen.

Aber schaun wir doch mal genauer, wen sich Witte da als Autorität geangelt hat. Ich habe mir dazu ein paar ihrer in der Wikipedia verlinkten Publikationen direkt angeschaut. Das Folgende schrieb sie zum Thema Kachelmann:

Als Reaktion auf das Urteil erklangen umgehend Stimmen, welche die Anklage kritisierten und für ein Verstummen der Opfer argumentierten. […] Die negative Spielart enthielt antifeministische Forderungen, denen zufolge allein die Aussage der Frau für eine Verfahrenseröffnung noch nicht ausreichen dürfe.

Man muss sich das kurz auf der Zunge zergehen lassen. Es ist also negativ und antifeministisch, wenn eine einzelne Aussage nicht zur Klageerhebung führt. Vielen Lesern wird klar sein, warum es überhaupt keine gute Idee sein kann, ein Verfahren nur basierend auf der Aussage des Klägers zu eröffnen. Für jene, die dies nicht auf Anhieb durchschauen, baue ich mal eine Allegorie.

Man stelle sich vor, da wäre eine Mutter mit einem kleinen Kind. Nun kommt irgendjemand und beschuldigt sie, ihr Kind geschlagen oder missbraucht zu haben. Die Mutter bestreitet dies. Das Kind bestreitet es. Zeugen gibt es nicht. Verletzungen beim Kind können nicht festgestellt werden. Aber das Verfahren wird trotzdem eröffnet, die Mutter wird als pädophiles Monster diffamiert, die Nachbarschaft redet darüber, die Presse berichtet. Bis zur Beendigung des Verfahrens wird der Mutter der Kontakt zum Kind entzogen. Fair? Gerecht? Alles super, solange die Mutter irgendwann aus Mangel an Beweisen freigesprochen wird? (Wer diese 3 Fragen für sich mit Ja beantwortet hat, möge sich für immer aus meinem Blog trollen. Wir werden niemals zusammenfinden.)

Und ich werde auch nie mit Frau Lenz zusammenkommen. Damit Anklage erhoben wird, sollte es immer und in jeden Fall mehr Substanz geben als die Aussage einer einzigen Person, insbesondere wenn man davon ausgehen muss, dass schon das Bekanntwerden des Verdachts ausreichend ist, um das Privatleben und die wirtschaftliche Existenz des Beklagten nachhaltig zu schädigen oder gar zu zerstören.

Frau Lenz weiter: Das aber bedeutet in der Konsequenz, dass bereits vor der Überprüfung im Prozess das Wort der Frau weniger wert wäre als das des Mannes.

Nein, Frau Lenz, das bedeutet in letzter Konsequenz nur, dass ein Mensch und seine Aussage soviel wert ist wie jeder andere Mensch und seine Aussage. Frau Lenz sagt hier im Endeffekt, dass, wenn Aussage gegen Aussage steht, man der Frau glauben solle und dem Mann nicht. Warum? Ganz offensichtlich nur deshalb, weil sie eine Frau ist und deshalb wertvoller, edler und vertrauenswürdiger sein muss.

Und nun frage ich meine Leser, klingt diese große Feministin wie jemand, der an Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der Geschlechter glaubt? Oder klingt sie eher wie jemand, der in Frauen Opfer und Heilige und in Männern Täter und Monster sieht?

Klingt diese Frau wie jemand, der in der Lage wäre, ein faires Urteil über Männer abzugeben, die es wagen, den Feminismus zu kritisieren? 😉

(Apropos Feminismus-Kritik: Es gibt wichtige Gründe, warum Männerrechtler daran keineswegs vorbeikommen und anti-feministische Positionen beziehen müssen.)

(Nachtrag: Arne Hoffmann hat noch einige weitere Infos zum Beitrag von Herrn Witte.)


Eins noch: Ich werde irgendwann auch einen Blogbeitrag über sexuelle Gewalt und damit verbunden über die Häufigkeit falscher Beschuldigungen bei Vergewaltigung schreiben müssen. Es ist der Blogbeitrag, vor dem ich am meisten Angst habe. Aber schreiben werde ich ihn trotzdem. Bis dahin habe ich für alle eine kleine Denkaufgabe:

Wenn Männer und Frauen tatsächlich gleich schlecht und gleich gut sind und wenn es eine Möglichkeit gäbe, für Angehörige des einen Geschlechts durch eine Klage das Leben eines verhassten Angehörigen des anderen Geschlechts zu zerstören, nahezu ohne eigene Nachteile befürchten zu müssen, möchte man dann wirklich glauben, dass dieses Mittel so gut wie nie genutzt wird? Bitte denkt einfach mal drüber nach.


Hatten Kinder früher nicht mal 2 Geschlechter?

Im Fall 2 werfen wir wieder mal einen Blick in den Spiegel. Es geht um den Beitrag: Unicef-Report zu Gewalt gegen Kinder: Jedes vierte Mädchen wird zum Opfer.

Wenn man den Artikel liest, stellt man etwas fest, was in den deutschen Medien quasi ein Standard ist: Opfer sind entweder geschlechtsunbestimmt (hier: Kinder und Jugendliche) oder explizit weiblich. Achtet ruhig mal drauf, wenn ihr auf andere Berichte stoßt. Die Opfer von Boko Haram beispielsweise waren hierzulande nur Opfer und Getötete und keineswegs nahezu ausschließlich männlich –  bis die 300 Mädchen entführt wurden. Die von französischen Blauhelmsoldaten in Zentralafrika vergewaltigten Kinder waren in Deutschland eben nur Kinder und keine kleinen Jungs. Spiegel Tagesschau N24 (Ausnahme: Die Welt.) Die Todesopfer des IS, über die primär berichtet wurde, waren eher die insgesamt 160 Frauen und Kinder und weniger die knapp über 3000 männlichen Zivilisten. Das geht soweit, dass uns im Spiegel erklärt wird, dass der IS einen Krieg explizit gegen Frauen führt, weil er damit die Familie zerstören will. Das Zynische an dieser Behauptung besteht darin, dass die Väter und Söhne dieser bedrohten Familien da schon lange tot sind, übrig sind die in die Sklaverei verkauften Frauen und Töchter.

Aber ich schweife ab. Wie gesagt, achtet einfach mal ein bischen selbst darauf, wann in unseren Medien das Geschlecht explizit erwähnt wird und wann nicht.

Im oben verlinkten Spiegel-Artikel gibt es auf jeden Fall nur Mädchen. Das Wort „Junge“ fällt kein einziges Mal.

Ganz so einseitig ist die Unicef-Studie, die im Artikel behandelt wird, allerdings nicht. Aber auch dort findet man eine klar feministische Lesart, die sich beispielsweise darin äußert, dass die Probleme von Frauen und Mädchen klar höher gewichtet werden, man zudem häufiger auf die hier eher unnütze Unterscheidung zwischen Gender und sexueller Orientierung stößt und zudem nahezu ausschließlich Frauen abgebildet wurden.

Wolle Pelz, den ich aufgrund seiner tendenziell negativen Einstellung gegenüber Frauen eigentlich nur ungern verlinke, hat sich die Mühe gemacht, die Studie etwas genauer aufzudröseln. Aber wenn man von seiner Partnerin durch den Bewurf mit Colaflaschen schwer verletzt wurde, die Polizei zur Hilfe rief, von dieser dann trotz fehlender Verletzungen bei der Partnerin weggeschafft und vor einem Obdachlosenasyl abgesetzt wurde, dann mag sich die Perspektive schon etwas verschieben. Wolle Pelz kümmert sich mittlerweile alleinerziehend um den gemeinsamen Sohn.

Ich möchte hier nur noch auf zwei Dinge eingehen, die in der Studie kurz erwähnt werden. Es gibt kaum Untersuchungen zu (physischer und sexueller) Gewalt gegen Jungen oder männliche Jugendliche. Auf Seite 52 stellt man allerdings klar, dass „in jedem von den 5 Ländern mit niedrigem bis mittleren Einkommen zu denen vergleichbare Daten vorlagen zumindest einer von vier Jungen im Alter von 15 bis 19 Opfer physischer Gewalt wurde.“ Das ist verblüffenderweise exakt dieselbe Quote, die der Spiegel  bei weiblichen Opfern für ganz besonders erwähnenswert hielt.

Bei sexueller Gewalt verschwinden die Jungen dann fast völlig vom Radar. Auf Seite 72 wird noch erwähnt, dass  18% der kenianischen und 14% der tansanischen Jungen unter 18 Jahren Opfer sexueller Gewalt wurden. Auf Seite 67 findet man die dazugehörigen Werte für die Mädchen. 11% und 13% sind es hier bei den 15 bis 19 Jährigen. Es kann natürlich sein, dass Jungen als Opfer sexueller Gewalt nur in diesen beiden Ländern eine substantielle Anzahl ausmachen und ansonsten das alte feministische Paradigma greift, wonach sie eigentlich nicht existieren. Ob das plausibel ist, muss sich jeder selbst überlegen. Ausschließen kann ich es natürlich nicht.

Und da es in der Studie dargelegt wird, möchte ich noch kurz die Gelegenheit nutzen, euch einmal diese Tabelle aus der Studie zu zeigen. Sie listet auf, wer zu physischer Gewalt gegen die 15 bis 19-jährigen Mädchen gegriffen hat. Es ist leicht zu erkennen, dass die primäre Quelle die eigene Mutter (oder Stiefmutter) war und nicht, wie der Spiegel-Artikel behauptete, der Ehemann oder Partner. Ich erwähne diesen von feministischer Seite gerne verschwiegenen Fakt, weil irgendwann auch der Blogpost zur häuslichen Gewalt ansteht, wo ich aufzeigen werde, dass häusliche Gewalt nahezu gleichverteilt ist über die Geschlechter. Genaugenommen ist es sogar so, dass Frauen etwas häufiger zu Gewalt greifen, was aber damit zu tun haben düfte, dass unsere Gesellschaft bereits ganz kleinen Jungen einimpft, dass man Mädchen nicht schlagen darf. Als Resultat muss schon so einiges passieren, bevor die meisten Männer überhaupt in der Lage sind, diese kulturelle Konditionierung zu durchbrechen.

Grundsätzlich ist es absolut positiv, dass wir als Gesellschaft männliche Gewalt gegen Frauen konsequent ablehnen. Ich wünschte mir nur, dass dies auch für die drei anderen Konstellationen gelten würde.

Und ich wünsche mir, dass unsere Medien Jungen und Männer als Opfer nicht mehr so konsequent ignorieren, wie es der Spiegel vormacht.

Zum Abschluss

Da der Blogpost schon lang genug ist, muss ich langsam zum Ende kommen. Ich möchte euch nur noch kurz vom Youtube-Channel Factual Feminist berichten, den ich voll und ganz empfehlen kann. Die Videos werden von Christina Hoff Sommers vom American Enterprise Institute präsentiert. Hört einfach mal in die Beiträge hinein und schaut, ob ihr mit dieser sehr rationalen Präsentation etwas anfangen könnt.

Kommen wir noch zur obligatorischen, widerlichen Selbstdarstellung. Diesmal gibt es ein kleines Gedicht für Herrn Witte:

Die erste Journalistenpflicht
für Sebastian Witte anläßlich seines Beitrags Feindbild Frau

In einer Journalistenschule
da sass Herr Witte auf nem Stuhle
Und vor der Tafel stand ein Tier
der Rasse Das-Erklär-Ich-Dir

Herr Witte, sprach das Tier sodann
die Frau ist Opfer, Täter – Mann
Wer andres sagt, der lügt gedruckt
und wer da lügt, der wird bespuckt
Das ist Ihr Job als Journalist
zu spucken, wo zu spucken ist

Herr Witte sammelt Speichel schon
Nicht ganz so hastig lieber Sohn
bremst ihn da Das-Erklär-Ich-Dir
Zuerst mal lausche ruhig noch mir

Die Fakten und die Wahrheit sind
oft nicht des wahren Glaubens Kind
dann mußt du standhaft sie verschweigen
darfst dafür deine Meinung geigen
und spuck auf den, der widerspricht
als erste Journalistenpflicht

Herr Witte hat die Backen voll
er speichelt leistungsstark und toll
Er schreibt nun Meinung wie gedruckt
wem die nicht paßt, der wird bespuckt

Ich bedanke mich bei Gwenny, Maxwell, Kitshipper und Aurelani, die (wieder einmal) sicherstellen mussten, dass ich einigermaßen verstanden werde und natürlich bei allen Lesern, die mir ihre Aufmerksamkeit schenkten.

Ach, und Herr Witte, ich habe durchaus Verständnis dafür, dass die Verbreitung der Wahrheit in der heutigen Medienlandschaft den Karrieretod bedeuten kann. Aber wer nur lügt, tötet seine eigene Integrität.

Jul 192015
 

Da es langsam mal an der Zeit ist, dass wir uns anschauen, welche Unterschiede zwischen Männern und Frauen wirklich existieren, möchte ich im heutigen Blogbeitrag damit anfangen. Da es sich um ein recht komplexes Thema handelt, werde ich es auf mehrere Posts aufteilen.

Schenken wir uns den ganzen evolutionsbiologischen Schmogus, der erklärt, warum sich unsere Spezies so entwickelt hat, wie sie das nun mal tat. Es ist zwar durchaus hochinteressant, aber für die Beurteilung des Istzustandes doch weitgehend irrelevant, es sei denn man möchte sich mit evolutionsbiologischen und evolutionspsychologischen Theorien auseinandersetzen, die sich empirisch kaum überprüfen lassen.

Bleiben wir also lieber bei den Fakten. Aus der Schule wissen wir, dass unser Genom aus 22 Chromosomenpaaren und 2 Geschlechtschromosomen besteht. Bei Frauen bilden die Geschlechtschromosomen ebenfalls ein Paar, bei Männern liegt das X-Chromosom nur einfach vor, dafür verfügen sie über ein zusätzliches Y-Chromosom.  Auf diesen wiederum befindet sich der Bauplan für die Herausbildung der Hoden und noch einige sogenannte Haushaltsgene, die in vielen Köpergeweben eingeschaltet werden und grundlegende Funktionen des Zellstoffwechsels regulieren. Die Gene, welche für die Herausbildung körperlicher Merkmale, die Gehirnstrukturen und die Vernetzung der Nervenzellen verantwortlich sind, liegen auf den anderen 45 Chromosomen.

Man darf also festhalten, dass Männer ein Y-Chromosom mehr, dafür aber auch ein X-Chromosom  weniger haben, was wiederum erklärt, warum männliche Föten etwas anfälliger als weibliche sind. Liegt nämlich auf ihren einzelnen X-Chromosom irgendwo ein Gendefekt vor, so gibt es kein zweites X-Chromosom, das diesen kompensieren könnte. Abgesehen davon gibt es keine weiteren genetische Unterschiede.

Heißt das aber auch, das es keine biologischen Unterschiede gibt?

Offensichtlich nicht. Die Hoden verändern eine ganze Menge. Sie produzieren das Sexualhormon Testosteron, das wiederum eine ganze Reihe von Genaktivierungen steuert. Tatsächlich verändert die bei männlichen Embryos weitaus höhere Testosterondosis auch die neuronale Vernetzung. (Bereits neugeborene männliche Babies haben ein etwas anderes Gehirn als weibliche Babies. Dazu kommen wir jedoch erst im zweiten Blogpost zu den Geschlechtsunterschieden.) Eierstöcke und Gebärmutter werden nicht gebildet, dafür entsteht ein Penis.

Im Verlauf von Kindheit und Reife werden die Unterschiede noch etwas offensichtlicher.

Körperliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen:

  • Männer wiegen etwa 15% mehr als Frauen
  • Männer sind im Schnitt 15 cm größer als Frauen
  • das Hüfte-Taile Verhältnis ist anders, Männer haben schmalere Hüften
  • Das Brust-Tailen Verhältnis ist anders: Männer haben normalerweise einen größeren Brustumfang
  • Der Oberkörper von Männern ist im Schnitt 40-50% stärker
  • der Unterkörper von Männern ist im Schnitt 30% stärker
  • Männer haben relativ zu ihrer Körpergröße mehr Lungenvolumen (ca. 30%)
  • Ellenbogen und Knie sind beim Mann 42-60% stärker
  • die Haut von Männern ist dicker und fettiger
  • Männer haben mehr Körperbehaarung als Frauen
  • Frauen haben einen höheren Körperfettanteil
  • Frauen haben einen niedrigeren Blutdruck, Frauenherzen schlagen dafür etwas schneller
  • Männer haben mehr androgene Hormone, Frauen mehr Estrogene
  • Männer haben im Schnitt 5,2 Millionen rote Blutkörperchen pro Kubikmililiter, Frauen 4,6 Millionen
  • Männer haben mehr Hämoglobin als Frauen und können daher mehr Sauerstoff speichern
  • Männer haben im Verhältnis zu ihrem Körper ein um 10% größeres Herz
  • Der Grundumsatz von Männern ist etwa 10% höher als der von Frauen
  • Männer haben stärkere Knochen
  • Frauen wandeln mehr ihrer Nahrung in Fett um, Männern mehr in Muskeln
  • Männer können mehr Hitze abgeben, weil sie mehr Schweißdrüsen haben
  • Frauen haben mehr weiße Blutkörperchen (bessere Immunabwehr)
  • Männer haben mehr Gerinnungsfaktoren und Inhibitoren im Blut (schnellere Wundheilung)

Die Herausbildung dieser Unterschiede ist nachweislich rein hormonell gesteuert.

Bevor wir nun Teil 1 der Geschlechtsunterschiede abschließen, möchte ich kurz noch auf einen empirisch nachgewiesenen Fakt eingehen, der später noch bedeutsam werden wird: Männer sind extremer.

Zum Verständnis: Jedes einzelne Merkmal liegt über die Gesamtbevölkerung verteilt in einer sogenannten Normalverteilung vor. Bei Männern ist die Standardabweichung \sigma, welche quasi die Breite der Verteilung beschreibt, allerdings deutlich größer. Als Ergebnis ist ihre Verteilungskurve flacher. Es liegen also deutlich mehr Einzelwerte in den Extrembereichen. In Relation dazu ist die Kurve der Frauen deutlich steiler, es liegen mehr Werte im Durchschnittsbereich.

Da das alles vielleicht ein wenig abstrakt ist, zeige ich euch mal eine Grafik zur Verteilung des Intelligenzquotionen über die Geschlechter.

IQ-VerteilungDer Mittelwert liegt hier bei beiden Kurven beim IQ-Wert 100. Die Frauen befinden sich jedoch deutlich stärker im Zentrum. Es gibt also mehr durchschnittlich intelligente Frauen als durchschnittlich intelligente Männer. In den Extrembereichen überwiegen jedoch die Männer. Auf den IQ bezogen bedeutet dies, dass sie sowohl unter den Debilen IQ<70 als auch unter den Hochintelligenten IQ>130 entsprechend zahlreicher vertreten sind als Frauen.

Diese höhere Varianz finden wir auch bei nahezu allen anderen Merkmalsausprägungen, der IQ ist allerdings insoweit ein sehr schönes Beispiel, weil hier der Mittelwert der Verteilung bei beiden Geschlechtern gleich ist, was bei Merkmalen wie Körpergröße, Gewicht oder Behaarung natürlich nicht der Fall ist. 🙂

Wochenrückblick – Gregory Allan Elliott & Stephanie Guthrie

Im Wochenrückblick möchte ich auf eine Geschichte aus Kanada eingehen, die weitweit einigen Menschen die Augen geöffnet haben dürfte.

Es geht um eine Klage wegen der kriminellen Belästigung zweier Torontoer Frauenrechtsaktivistinnen aus dem Jahr 2012 durch den Angeklagten Gregory Allan Elliott. Vorwürfe einer dritten Frau wurden bereits fallengelassen.

Ich übersetze hier einfach mal die Zusammenfassung der Journalistin Christie Blatchford, die den Fall bereits seit längeren medial betreut.

Der Grafiker und Vater von 4 Kindern verlor kurz nach seiner Verhaftung, welche im Internet weit verbreitet wurde, seinen Job. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm 6 Monate Gefängnis.

Dies sind bemerkenswerte Auswirkungen, insbesondere wenn man zudem in Betracht zieht, dass nach Aussage des zuständigen Ermittlers Detective Jeff Banghild keinerlei Hinweise darauf existieren, dass er seine beiden Anklägerinnen oder andere Frauen jemals bedroht oder sexuell belästigt habe.

Tatsächlich sieht es so aus, als bestünde das Vergehen Elliotts primär darin, dass er es wagte, den beiden jungen Feministinnen und politischen Aktivistinnen widersprochen zu haben.

Der ursprüngliche Konfliktstoff ergab sich, als Elliott sich gegen einen Plan Guthries aussprach, einen Internet-Shitstorm gegen einen jungen Mann im nördlichen Ontario zu entfachen, der ein brutales Videospiel veröffentlicht hatte, wo die Spieler der feministischen Video-Bloggerin Anita Sarkeesian solange ins Gesicht boxen konnten, bis der Bildschirm rot wurde.

Guthrie sagte damals auf Twitter, dass der Programmierer „den Hass des Internets in seinem reale Leben spüren solle.“ Dazu warnte sie potentielle Arbeitgeber über Twitter und sandte der Lokalzeitung in seiner Heimatstadt einen Link zu einem Bericht über das Spiel.

Elliott widersprach dieser Taktik und tweetete, dass dieses Shaming „genauso bösartig sei wie das face-punch-Spiel„.

Bis dahin hatten Elliott und Guthrie einen kollegialen Umgangston gepflegt. Elliott hatte unter anderem angeboten, ein kostenloses Poster für Guthries witopoli (Women in Toronto Politics) Gruppe zu erstellen.

Weitere Details der Kampagne kann man problemlos den weiter unten chronologisch angeordneten Links entnehmen. Ich habe einfach mal alle gepostet, weil sie einen sehr interessanten Effekt zeigen. Zu Beginn der Verhandlung stand Christie Blatchford der Person und der Sache von Elliott keineswegs positiv gegenüber. Dies änderte sich bei der Beobachtung des Verfahrens, in dem bemerkenswerte Aussagen wie die folgende zu Tage traten.

Die Mehrheit aller Männer für Vergewaltigung verantwortlich zu machen … ist falsch„. Dies schrieb Mister Elliott im September 2012. „Vergewaltiger sind keine normalen Männer. Sie sind verrückt? Warum sollte man also nicht die Verrückten verantwortlich machen?

Dies klang in meinen Ohren keineswegs wie das Gezeter eines perversen Frauenhassers, dem Verteidiger Mister Murphy ging es offenbar genauso, denn nachdem er dies Richter Brent Knazan vorgelesen hatte, fragte er in einem neutralen Tonfall: „Das klingt wie ein vernünftiger Standpunkt?

Miss Guthrie, die sich im Zeugenstand befand, schnaubte kurz und rief: „Wollen sie mich verarschen?“ Dann schlug sie mit der Faust auf das Holz und erklärte: „Ich kenne massenhaft normale Männer, die vergewaltigt haben. Ich wurde von normalen Männern vergewaltigt.

Oder auch:

Als der Verteidiger Mister Murphy Miss Guthrie aufforderte, auch nur einen Tweet zu benennen, der ihr tatsächlich Angst eingeflößt habe, stieß sie hervor: „So funktionieren Gefühle nicht, Mister Murphy. Sie entwickeln sich mit der Zeit.“ Als der Verteidiger darlegte, dass sie keineswegs ängstlich wirkte, und dass sie sich über Mister Elliott amüsiert und ihn verspottet habe, seufzte sie theatralisch und sagte: „Da ist kein perfektes Opfer, Mister Murphy, und kein perfekter Weg, um auf Stalking zu reagieren. Manchmal muss man ein wenig zurückschlagen … Tut mir leid, falls ich kein perfektes Opfer war.

Mister Murphy legte daraufhin dar, dass Mister Elliott sich und seine Ansichten auf Twitter gegen Angriffe seitens Frau Guthrie und ihrer beiden Mitklägerinnen verteidigt habe. Und sei dies nicht sein gutes Recht?

Er hat das Recht sich gegen die Welt zu verteidigen, er hat nicht das Rechts, sich gegen mich zu verteidigen.

Völlig unabhängig davon, was Sie über oder zu ihm sagen„, fragte der Verteidiger nach.

Nicht gegen mich!

Noch kurz zur Erläuterung. Der Irsinn der Klagemöglichkeit wegen „kriminellen Belästigung“ in Kanada besteht darin, dass es völlig ausreicht, dass sich irgendjemand bedroht fühlt. Es geht also um rein subjektives, unüberprüfbares Empfinden, nicht um ein objektiv bestehendes Bedrohungsszenario. Ganz ehrlich, kann man sich ein besseres Instrument vorstellen, um unliebsame Kritiker mundtot zu machen?

Chronologische Liste aller Berichte in der National Post zum Vorgang:

22.10.201208.01.201309.01.201410.01.201423.07.201420.03.201507.05.201514.07.2015

Wochenrückblick – Dean Esmay „An meine Freunde, die nette Feministen sind“

Ich bin diese Woche über einen Artikel von Dean Esmay gestolpert, der sich an seine feministischen Freunde richtet.  Ich möchte kurz darauf eingehen, weil im Artikel erklärt wird, wie aus dem früheren Feministen Dean Esmay, der nebenbei nach wie vor ein positives Frauenbild besitzt, der Feminismus-Gegner Dean Esmay wurde. Man kann hier natürlich anführen, dass es etwas ungerecht ist, den Feminismus, der ja durchaus über eine Vielzahl unterschiedlicher Strömungen verfügt, auf die Hassvariante mit Vergewaltigungskultur und Patriarchat zu reduzieren. Man sollte dann aber nicht vergessen, dass es gerade diese radikale Strömung zu sein scheint, die sich durchgesetzt hat und derzeit die Musik bestimmt. Wie dem auch sei, vielleicht einfach mal ganz unvoreingenommen lesen und darüber nachdenken, was wohl bei dem eigentlich sehr menschenfreundlichen Dean Esmay diesen Wandel in seinen Ansichten auslösen konnte. Eine deutsche Übersetzung seines Briefes findet ihr hier.

Vielleicht eins noch, ich habe mir, neugierig wie ich nun mal bin, sein Buch Methuselah’s Daughter über Amazon besorgt, primär weil ich so einen besseren Blick auf das Frauenbild eines Mannes erhaschen wollte, der den Feminismus (oder was er eben mittlerweile darunter versteht) so kategorisch ablehnt. Es ist ein echter Geheimtipp mit einer megastarken weiblichen Protagonistin.

Wochenrückblick – Lucie Höhler – Heldin der Rationalität oder Shitstorm-Initiatorin?

Hannah Beitzer hat in ihrer aktuellen Kritik an Dieter Nuhr ausgerechnet Lucie Höhler von kleiner drei als Stimme der Rationalität aufgebaut. Man sollte hier vielleicht daran erinnern, dass es diese Dame war, die im Dezember 2014 zusammen mit weiteren Aktivistinnen aus dem Dunstkreis von Anne Wizorek einen Shitstorm gegen einen Redakteur der deutschen Welle anzettelte, als dieser daran erinnerte, dass die feministische Heldin Shanley Kane ausgerechnet mit dem Nazi, Frauenhasser und Rassisten Denn Weev Tisch, Bett und Ideologie teilte. So inkompatibel sind Nazis und Radikalfeministen offenbar gar nicht.

Wochenrückblick – Abschluß

Hier noch ein etwas versöhnlicherer Blick auf den Feminismus von Anna. Ob die dort getroffenen Aussagen über Männer und Frauen stimmen? Dazu komme ich dann in meinem nächsten Beitrag über Geschlechtsunterschiede. Hoffentlich. Und dann hätte ich hier noch auf Englisch die Gedanken einer Mitzwanzigerin aus Chicago, die befürchtet, dass ihre zukünftigen Söhne, Vergewaltiger werden – allerdings nicht, weil sie jemanden vergewaltigen. Lesenswert!

Und was darf keineswegs fehlen?

Naja, eigentlich dürfte es schon fehlen. Aber es soll auch ein paar Leser geben, die meine widerlichen Selbstdarstellungen mögen. Die restlichen 98% bitte ich einfach darum, sie zu ignorieren. 😉


Phraselnddrescherei
gewidmet Phraselnd, dem Perfekten – Sinn ist bestenfalls marginal enthalten

An schiefen Tagen phraselts in den Rauken
und Bakelit mieft nun nach Käsemauken
weil Phraselnds Klauen bis ins Erdreich rhomben
bricht ab ein Ast und knarzt in Katakomben
Die Droste sah ihn auch, sie kotzt
auf Phraselnd, dem die Schnute rotzt

Siebentausend Knarze früher
war der Tod ein Balkenblüher
Herbstlich Purpur prangt im Barte
Phraselnd klatscht sich auf die Schwarte
seiner Druse, die verstopft
unbemerkt am Psalter klopft
Roh rafft sich der Bovist auf
vergewaltigt einen Knauf
dem der Schwefel vollverstrudelt
auf die Federflanken sudelt
Elend ist des Tangens Lohn
Phraselnd erntet höchstens Hohn

Doch er flözt sich auf die Wampe
Zischend zischt dann eine Lampe
Greinend greint Lysander sich
Ach – war dies nicht fürchterlich?

Ich schreibe solche Gedichte primär deswegen fast nie, weil sie keinerlei Mühe machen. Das hier war eine 3-minütige Fingerübung. Bei einem „echten“ Gedicht wie dem von letzter Woche für Tiia dauert es wesentlich länger, bis Strophen, Rhytmus und Aussage so sind, wie ich sie haben möchte. Andererseits entspricht mein Lyrikverständnis ja laut Phraselnd einem „albtraum aus der sprache der verwalteten welt“. 😉


In der Kürze der Zeit hat leider nur Gwenny als Betaleserin fungieren können. Ich muss hier offenbar echt an meiner Zeiteinteilung arbeiten, die ist reichlich suboptimal. Vielen Dank an Gwenny, die Liebe meines Lebens, und natürlich auch an alle Leser, die mir ihre Aufmerksamkeit schenkten. Ein doppelter Kotau geht an alle, die es schafften, meine Ausführungen offen zu reflektieren, ohne mich gleich als Frauenhasser abzuwatschen, weil ich es wage, Kritik an Ausprägungen des Feminismus und einigen seiner prominenten Vertreter zu äußern.

Ausblick

Ich trage mich momentan mit dem Gedanken, den Blog diverser zu gestalten. Es ist ja irgendwie doch ein wenig langweilig, immer nur über die nervigen Ansichten des doofen Admins lesen zu können, nicht wahr? Der einfachste Weg bestände in der Veröffentlichung von Gastbeiträgen. Wenn ihr also ein interessantes Thema samt lesbaren Artikel dazu habt, darin einigermaßen rational argumentiert, ein positives Frauen- und Männerbild propagiert und keinen Hass verbreitet, dann könnt ihr eure Artikel an support@fanfiktion.de Betreff: Helges Blog schicken, ich schaue dann drüber und werde gute, lesenswerte Artikel veröffentlichen. Grundsätzlich ist es entgegen anderslautenden Gerüchten keineswegs nötig, meiner Meinung zu sein.

Es ist sogar denkbar, dass wir hier in Zukunft andere reguläre Autoren neben mir sehen. Dann würde wohl auch eine Umbenennung anstehen. Na, schaun wir mal. 🙂

Jul 122015
 

Blogblume

Wie ich bereits im vorigen IMHO-Beitrag angekündigt hatte, möchte ich euch diesmal von einem quasi-feministischen Blog berichten. Vorher jedoch erst einmal ein kleiner Exkurs.

Es war für mich vor allen Dingen deswegen so wichtig, einen guten feministischen Blog zu finden, weil ich mir selbst beweisen mußte, dass es diese überhaupt gibt. Wenn man im Netz sucht, dann hat man bei den Feministen dasselbe Problem wie bei den Männerrechtlern – nur scheinbar um den Faktor 10 potenziert: Man findet erst einmal Extremisten ohne Ende. Wer glaubt, Mädchenmannschaft und @Tugendfurie wären bedauerliche Einzelfälle, der irrt leider. Wie so oft sind die stilleren, gemäßigten Stimmen kaum zu hören, sie werden vom Gebrüll der Social Justice Warriors übertönt.

Ich sollte vielleicht auch noch erlären, woran ich einen guten feministischen Blog festmache. Das ist im Prinzip recht einfach. Zuerst einmal sollten feministische Themen zumindest gelegentlich behandelt werden. Zum zweiten muss im Blog ein positives Frauen- und auch ein positives Männerbild propagiert werden. Und zu guter Letzt sollte der Blogger auch ein positives Selbstbild besitzen. Das letzte ist eigentlich nicht ganz so wichtig, aber wer mit sich selbst im Reinen ist, ist eher in der Lage, andere Themen weitgehend offen anzugehen.

Das Ganz Normale Chaos ist der Blog von Tiny Tiia (@TiiaAurora) und erfüllt die formulierten Bedingungen. Beiträge kommen allerdings nicht sonderlich häufig und die Dichte an feministschen Themen ist begrenzt. Mir gefiel ihr differenzierter Artikel zum Thema Depressionen, ihr tiefer Blick auf die Probleme mit einem ehemaligen Lehrer oder auch ihre Erörterung zu Kommunikation mit introvertierten Menschen. Oh, und vergessen wir keinesfalls: „Social Justice Warrior“ ist ein Scheißbegriff. (Eine Einschätzung, die ich nebenbei vorbehaltlos teile.)

Ich habe keine Ahnung, ob Tiia sich selbst als Feministin bezeichnen würde. Ich denke nur, sie sollte eine sein. Sie versteht es, die Augen offen zu behalten, sich beide Seiten einer Medaille anzugucken, selbst dann, wenn sie selbst tief verletzt wurde, so wie im verlinkten Beitrag mit dem Lehrer. Das ist eine Befähigung, die man insbesondere in der #Aufschrei-und-Drama-Kultur des Netzes sehr sehr selten findet.

Wer lesen möchte, was Tiia über Tiia schreibt, der sollte hier vorbeischauen. Grundsätzlich kann ich Tiias Blog absolut empfehlen und habe ihn daher in meiner kleinen Blogroll rechts permanent verlinkt.

Und dann habe ich noch etwas für Tiia:

Depressionen
Für Tiia

Ein dunkelgrauer Rauch quillt manchmal vor
aus dem Versteck, das ihn verborgen hält
und schiebt sich still und schleimig dann empor
Schon bald verdunkelt er die ganze Welt

Das Licht verschwindet, Schatten werden lang
Und Stille hallt auf einmal um dich rum
Alles ist grau und was wie Schmatzen klang
ist hörbar kaum und trist und seltsam stumm

Die Farben sind aus deiner Welt geflohen
Der Wind erstarb, die Luft ist stickig warm
Du bist allein, doch spürst du auch ein Drohen
Bist du’s wohl selbst? Ob es von außen kam?

Wie kriegt man nur den Qualm ins Loch geschoben
aus dem er deine Welt in Trübsal tauchte?
Wie hat er bloss die ganze Welt umwoben
ob er dafür wohl fremde Hilfe brauchte?

Die wahre Welt ist weiterhin hier draußen
mit Klang und Farben, Lichterspiel und Wind
Zwar kann man dir nicht helfen, nicht von außen
doch bitte spür, dass wir noch um dich sind!

Der allgegenwärtige Irrsinn

Ich bin im Netz über die Frage von Janet Bloomfield gestolpert, warum es kaum Geschichten darüber gibt, in denen Frauen sich für Männer opfern. Der umgekehrte Fall ist selbst in unserer Zeit durchaus nicht so selten anzutreffen. Manchmal mit Happy End, wie bei diesem Engländer, der für seine Verlobte in Tunesien zum Kugelfang wurde, manchmal tragisch, wie bei diesem New Yorker-Obdachlosen, der seine Ritterlichkeit mit dem Leben bezahlte. Lassen wir die Bereitschaft, sich für völlig Fremde zu opfern, mal außen vor. Wie sieht es bei euch aus, könntet ihr euch vorstellen, euch für eure Liebe zu opfern?

Im Zusammenhang mit der Reuters-Meldung, dass man in Norwegen plant, 7 Jahre alten Kindern die freie Geschlechtswahl rechtlich zuzugestehen, habe ich festgestellt, dass laut Amnesty Internation sich der Anteil transsexueller Menschen, deren Situation durch diese Regelung ja verbessert werden soll, offenbar verdreißigfacht hat. Bisher ging man hier von einer Prävalenz von 1:10.000 bei Transfrauen und 1:30.000 bei Transmännern aus, was sich beispielsweise bei einer Stadt wie Dresden mit ~600.000 Einwohnern zahlenmäßig in ~40 Transsexuelle umrechnet, von denen wiederum höchstens 10 im hier relevanten schulpflichtigen Alter wären. Für mich klingt das eher so, als ob hier eine individuelle Einzelfallbetrachtung das sinnvollere Mittel wäre.

Wenn man die bekannten Prävalenzen auf ganz Europa (~742 Mio. Einwohner) hochrechnet, kommt man auf ~50.000 Transsexuelle. Amnesty International spricht von 1,5 Millionen.

Für all jene, die mitbekommen haben, wie Tim Hunt von hysterischen Radikalfeministen gehetzt wurde, gibt es hier eine gute Übersicht, der in der Zwischenzeit bekannt gewordenen Faktenlage. Sir Tim wurde von seiner Alma Mater nebenbei nicht rehabilitiert.

Bei Danisch wiederum findet man einen absolut lesenswerten Bericht über eine Pressefonferenz zum Projekt „European Women Shareholders Demand Gender Equality“. Der „Männerrechtstyp“, den er darin erwähnt, war offenbar Wolle Pelz, dessen eigener Bericht von diesem keineswegs gut besuchten Event hier gefunden werden kann.

Auch sehr unterhaltsam ist eine neuentdeckte Form von Privileg. Und wenn wir hiermit schon bei @Nero angelangt sind, dann möchte ich euch dessen exzellent recherchierte Serie zu Randi Harper keinesfalls unterschlagen. [Teil 2] Teil 3 steht meines Wissens noch aus.

Zum Abschluss dann noch ein wenig Humor und beschwingte Musik mit der Mens Rights Opera.

Ich bedanke mich bei Gwenny für das Betalesen und bei allen anderen Lesern für die gewährte Aufmerksamkeit. Ich hoffe, es hat euch ein wenig gefallen.


 

PS.: Wer ein wenig über keineswegs ernstgemeinte feministische Literaturkritik schmunzeln möchte, der sollte einmal hier vorbeischauen.

PPS.: Hätte ich doch fast die obligatorische, widerliche Selbstdarstellung vergessen: Folgt mir auf Twitter! Ich brauche Minions.