Aug 152015
 

Bevor ich Mitte nächster Woche aus dem Urlaub in die Heimat zurückkehre, möchte ich noch die Gelegenheit nutzen, meine Blogroll ein wenig zu erweitern.

Man Tau

Man Tau, dessen Ursprungsmotto lautete Männer, Frauen – und die Welt, die wir Kindern bauen ist der humanistische Blog eines Lehrers, den ich rundweg empfehlen kann.

Für eine Empfehlung in meiner Blogroll ist eine humanistsche Grundposition entscheidend. Es geht hier darum, dass Menschen grundsätzlich als gleichwertig anerkennt werden. Also quasi das, was der 3rd Wave-Feminismus zwar gerne und lautstark von sich behauptet, aber im Endeffekt niemals geliefert hat.

Diese humanistische Position kann man Man Tau problemlos bescheinigen. Der Blogger berichtet hier, wie er überhaupt auf das Thema kam. Er legt auch Wert darauf, kein Männerrechtler zu sein, weil:

Rechte gelten allgemein, oder sie sind keine Rechte. „Männerrechte“ oder „Frauenrechte“ bezeichnen also, genau genommen, keine Rechte, sondern Vorrechte. Allein Kinderrechte finde ich als Sonderrechte legitim, weil Kinder in einer solchen Weise schutzbedürftig sind, dass sie besondere Rechte brauchen. Ansonsten geht es um Menschenrechte.

Ein logischer Standpunkt. Tatsächlich handelt es sich um eine Einsicht, die von vielen Männerrechtlern geteilt werden würde, was diese also eher zu Menschenrechtlern mit Fokus macht.

Alle Texte sind sehr sachlich, logisch nachvollziehbar und grundsätzlich gut recherchiert. Der Blog verdient eine volle Empfehlung meinerseits.

Alles Evolution

Alles Evolution ist der Blog von Christian. Hier geht es um eine evolutionsbedingte, biologische Sicht auf Geschlechtsunterschiede, die mir persönlich manchmal ein wenig zu weit geht. Ich erkenne durchaus an, dass viele unserer Verhaltensweisen auf biologischen Ursachen beruhen, ich weise, was möglicherweise einige meiner Leser verblüffen wird, der Sozialisation aber mindestens ebensoviel Bedeutung zu, auch wenn ich nie auf die absurde Position der Gender Studies käme, dass Sozialisation entgegen Logik und Wissenschaft allbestimmend sein könnte.

Warum meine Position hier etwas differenzierter ist, werde ich ausführen, wenn ich zum zweiten Beitrag zu den Geschlechtsunterschieden komme.

Wie dem auch sei, die humanistische Perspektive ist auf Alles Evolution durchaus gegeben. Die Artikel sind lesenswert und wer sich über biologische Ursachen, die Auswirkungen der tatsächlich vorhandenen Unterschiede oder über aktuelle Studien zum Thema informieren will, der wird dort fündig werden. Eine ordentliche Dosis Feminismuskritik gibt es natürlich ebenfalls, aber daran kommt heutzutage ja ohnehin kein einigermaßen logisch denkender Humanist mehr vorbei. 🙂 Hier ein schönes Beispiel.

Rückblick

Möchtet ihr mal sehen, wie einfach es ist, irgendwelche Passanten dazu zu bringen, eine Petition gegen Male Privilege Tax zu unterschreiben? Hier habt ihr dazu die Gelegenheit. Es dürfte auch nicht wesentlich schwieriger sein, Unterzeichner für die Make up-Steuer zu finden, mit der Frauen dafür entschädigt werden sollen, dass sie pro Tag eine halbe Stunde länger vor dem Spiegel verbringen.

 Freies Menstruieren galt bisher eher als eine Internetlegende. Aber keine Forderung ist bekloppt genug, als das nicht irgendwer irgendwann die Probe aufs Exempel macht. In diesem Fall war es Kiran Gandhi, die den Londonmarathon menstruierend bewältigte. Es ging natürlich nur darum, die Aufmerksamkeit darauf zu richten, dass der Zugang zu Tampons und Binden in einigen Bereichen der Erde für Frauen erschwert sei. Die Cosmopolitan feiert dies überschwänglich. Wer weiß, vielleicht macht ja demnächst jemand auf ähnliche Weise auf das Problem der Inkontinenz aufmerksam.

Hier mal eine Erklärung, warum Toilettenpapier sexistisch ist. Der Beitrag ist von einer 19-jährigen Schwedin, deren Youtube-Channel auch sonst durchaus unterhaltsam ist. Und wenn wir schon bei Sarkeesian sind, dann ist auch diese Parodie auf die Vorzeigefeministin absolut empfehlenswert (und lehrreich).

Hier hätten wir dann noch Professor Janice Fiamengo, die erklärt, warum sie sich selbst als Anti-Feminist bezeichnet. (Nebenbei trotz heftiger Anfeindungen von SJWs auf Twitter. Vor der dritten Welle hätte sie mit ihrer Position problemlos als Feministin und Humanistin gleichermaßen gegolten.) Und hier eine Erklärung auf Spiked, warum man als Star am Feminismus eben doch nicht vorbeikommt.

Zu guter Letzt: wer weiß, was Grey Rape ist? Ja, der Begriff kommt aus demselben ideologischen Loch, das auch die Rape Culture erschuf. Es handelt sich um eine Vergewaltigung, bei der die Frau dem Geschlechtsverkehr zwar zustimmte, nachher aber feststellt, dass der Sex irgendwie scheiße war und sie demzufolge vergewaltigt wurde. Hier ein Bericht, wohin es führt, wenn amerikanische Universitäten solche Sichtweisen übernehmen. Wer es gerne etwas emotionaler mag, findet das Ganze auch auf FOX.

Irgendwie schon lustig, früher haben sich die Demokraten für Bürger- und Menschenrechte eingesetzt und die bedingungslose Einhaltung von due process gefordert. Heute sind es die Republikaner. Das Traurige an der Situation ist, dass derart grundsätzliche Rechtsgüter überhaupt nicht in Frage gestellt werden dürften, aber wenn es um Männer, die Rape Culture und das Patriarchat geht, sehen die Demokraten da offenbar keine Probleme. (Ganz so schlimm wie unsere Grünen sind aber selbst sie nicht.)

Ich bedanke mich bei meinen Lesern und wünsche den Humanisten unter ihnen alles Gute. 🙂

Ein großes Danke geht an Gwenny für das Korrekturlesen.

Jul 122015
 

Blogblume

Wie ich bereits im vorigen IMHO-Beitrag angekündigt hatte, möchte ich euch diesmal von einem quasi-feministischen Blog berichten. Vorher jedoch erst einmal ein kleiner Exkurs.

Es war für mich vor allen Dingen deswegen so wichtig, einen guten feministischen Blog zu finden, weil ich mir selbst beweisen mußte, dass es diese überhaupt gibt. Wenn man im Netz sucht, dann hat man bei den Feministen dasselbe Problem wie bei den Männerrechtlern – nur scheinbar um den Faktor 10 potenziert: Man findet erst einmal Extremisten ohne Ende. Wer glaubt, Mädchenmannschaft und @Tugendfurie wären bedauerliche Einzelfälle, der irrt leider. Wie so oft sind die stilleren, gemäßigten Stimmen kaum zu hören, sie werden vom Gebrüll der Social Justice Warriors übertönt.

Ich sollte vielleicht auch noch erlären, woran ich einen guten feministischen Blog festmache. Das ist im Prinzip recht einfach. Zuerst einmal sollten feministische Themen zumindest gelegentlich behandelt werden. Zum zweiten muss im Blog ein positives Frauen- und auch ein positives Männerbild propagiert werden. Und zu guter Letzt sollte der Blogger auch ein positives Selbstbild besitzen. Das letzte ist eigentlich nicht ganz so wichtig, aber wer mit sich selbst im Reinen ist, ist eher in der Lage, andere Themen weitgehend offen anzugehen.

Das Ganz Normale Chaos ist der Blog von Tiny Tiia (@TiiaAurora) und erfüllt die formulierten Bedingungen. Beiträge kommen allerdings nicht sonderlich häufig und die Dichte an feministschen Themen ist begrenzt. Mir gefiel ihr differenzierter Artikel zum Thema Depressionen, ihr tiefer Blick auf die Probleme mit einem ehemaligen Lehrer oder auch ihre Erörterung zu Kommunikation mit introvertierten Menschen. Oh, und vergessen wir keinesfalls: „Social Justice Warrior“ ist ein Scheißbegriff. (Eine Einschätzung, die ich nebenbei vorbehaltlos teile.)

Ich habe keine Ahnung, ob Tiia sich selbst als Feministin bezeichnen würde. Ich denke nur, sie sollte eine sein. Sie versteht es, die Augen offen zu behalten, sich beide Seiten einer Medaille anzugucken, selbst dann, wenn sie selbst tief verletzt wurde, so wie im verlinkten Beitrag mit dem Lehrer. Das ist eine Befähigung, die man insbesondere in der #Aufschrei-und-Drama-Kultur des Netzes sehr sehr selten findet.

Wer lesen möchte, was Tiia über Tiia schreibt, der sollte hier vorbeischauen. Grundsätzlich kann ich Tiias Blog absolut empfehlen und habe ihn daher in meiner kleinen Blogroll rechts permanent verlinkt.

Und dann habe ich noch etwas für Tiia:

Depressionen
Für Tiia

Ein dunkelgrauer Rauch quillt manchmal vor
aus dem Versteck, das ihn verborgen hält
und schiebt sich still und schleimig dann empor
Schon bald verdunkelt er die ganze Welt

Das Licht verschwindet, Schatten werden lang
Und Stille hallt auf einmal um dich rum
Alles ist grau und was wie Schmatzen klang
ist hörbar kaum und trist und seltsam stumm

Die Farben sind aus deiner Welt geflohen
Der Wind erstarb, die Luft ist stickig warm
Du bist allein, doch spürst du auch ein Drohen
Bist du’s wohl selbst? Ob es von außen kam?

Wie kriegt man nur den Qualm ins Loch geschoben
aus dem er deine Welt in Trübsal tauchte?
Wie hat er bloss die ganze Welt umwoben
ob er dafür wohl fremde Hilfe brauchte?

Die wahre Welt ist weiterhin hier draußen
mit Klang und Farben, Lichterspiel und Wind
Zwar kann man dir nicht helfen, nicht von außen
doch bitte spür, dass wir noch um dich sind!

Der allgegenwärtige Irrsinn

Ich bin im Netz über die Frage von Janet Bloomfield gestolpert, warum es kaum Geschichten darüber gibt, in denen Frauen sich für Männer opfern. Der umgekehrte Fall ist selbst in unserer Zeit durchaus nicht so selten anzutreffen. Manchmal mit Happy End, wie bei diesem Engländer, der für seine Verlobte in Tunesien zum Kugelfang wurde, manchmal tragisch, wie bei diesem New Yorker-Obdachlosen, der seine Ritterlichkeit mit dem Leben bezahlte. Lassen wir die Bereitschaft, sich für völlig Fremde zu opfern, mal außen vor. Wie sieht es bei euch aus, könntet ihr euch vorstellen, euch für eure Liebe zu opfern?

Im Zusammenhang mit der Reuters-Meldung, dass man in Norwegen plant, 7 Jahre alten Kindern die freie Geschlechtswahl rechtlich zuzugestehen, habe ich festgestellt, dass laut Amnesty Internation sich der Anteil transsexueller Menschen, deren Situation durch diese Regelung ja verbessert werden soll, offenbar verdreißigfacht hat. Bisher ging man hier von einer Prävalenz von 1:10.000 bei Transfrauen und 1:30.000 bei Transmännern aus, was sich beispielsweise bei einer Stadt wie Dresden mit ~600.000 Einwohnern zahlenmäßig in ~40 Transsexuelle umrechnet, von denen wiederum höchstens 10 im hier relevanten schulpflichtigen Alter wären. Für mich klingt das eher so, als ob hier eine individuelle Einzelfallbetrachtung das sinnvollere Mittel wäre.

Wenn man die bekannten Prävalenzen auf ganz Europa (~742 Mio. Einwohner) hochrechnet, kommt man auf ~50.000 Transsexuelle. Amnesty International spricht von 1,5 Millionen.

Für all jene, die mitbekommen haben, wie Tim Hunt von hysterischen Radikalfeministen gehetzt wurde, gibt es hier eine gute Übersicht, der in der Zwischenzeit bekannt gewordenen Faktenlage. Sir Tim wurde von seiner Alma Mater nebenbei nicht rehabilitiert.

Bei Danisch wiederum findet man einen absolut lesenswerten Bericht über eine Pressefonferenz zum Projekt „European Women Shareholders Demand Gender Equality“. Der „Männerrechtstyp“, den er darin erwähnt, war offenbar Wolle Pelz, dessen eigener Bericht von diesem keineswegs gut besuchten Event hier gefunden werden kann.

Auch sehr unterhaltsam ist eine neuentdeckte Form von Privileg. Und wenn wir hiermit schon bei @Nero angelangt sind, dann möchte ich euch dessen exzellent recherchierte Serie zu Randi Harper keinesfalls unterschlagen. [Teil 2] Teil 3 steht meines Wissens noch aus.

Zum Abschluss dann noch ein wenig Humor und beschwingte Musik mit der Mens Rights Opera.

Ich bedanke mich bei Gwenny für das Betalesen und bei allen anderen Lesern für die gewährte Aufmerksamkeit. Ich hoffe, es hat euch ein wenig gefallen.


 

PS.: Wer ein wenig über keineswegs ernstgemeinte feministische Literaturkritik schmunzeln möchte, der sollte einmal hier vorbeischauen.

PPS.: Hätte ich doch fast die obligatorische, widerliche Selbstdarstellung vergessen: Folgt mir auf Twitter! Ich brauche Minions.

Jun 282015
 

Kurze Nachlese

#Tugendfurie Jasna Strick hat die #AntiHassChallenge zwar zur Kenntnis genommen, aber als maskulistischen Angriff abgewatscht. Leutnant Dino und die radikalfeministische Mädchenmannschaft sind offenbar mit anderen Dingen beschäftigt. Ich muss ehrlich gesagt gestehen, dass ich mit diesen Reaktionen gerechnet habe. Ich habe jedoch gehofft, dass ich mich irren würde.

Mein eigener geplanter Beitrag zu Geschlechtsunterschieden wird aufgrund des sehr hohen Recherche- und Zeitaufwands ein wenig auf sich warten lassen. Heute möchte ich daher erst einmal über andere Dinge sprechen.

Zum einen bastle ich ein wenig an meiner Blogroll, zum anderen möchte ich euch eine norwegische Reportage vorstellen, die sowohl sehenswert ist, als auch sehr hilfreich für das Verständnis einiger der kommenden Blogposts sein könnte.

Man in the Middle

Unter anderem suede hatte festgestellt, dass sie kaum gute, sachliche Blogs der Männerrechtler (Maskulisten) finden konnte. Tatsächlich existieren eine ganze Menge davon, da jedoch in den Medien mit Vorliebe die schlechten Beispiele verlinkt werden, findet man auf den ersten Seiten mit Suchergebnissen primär die Leutnant Dinos des Planeten.

Ein sehr gutes Beispiel für hervorragend recherchierte, sachlich und neutral vorgetragene Beiträge zum Thema ist der Blog Man in the Middle – Maskulismus für Anfänger.

Für den Einstieg empfehle ich die Beiträge: Für ganz Eilige: Maskulismus in zwei Minuten und Maskulismus für Anfängerinnen, die mir sehr gefallen haben.

Insofern einige Kommentarschreiber nochmals mit teilweise extrem absurden Fragestellungen nachweisen wollen, dass Sexismus ein ausschließliches Problem für Frauen sei, so sei ihnen dieser Beitrag ans Herz gelegt.

Man findet unter anderem auch eine sehr gute Analyse von Jasna Stricks bisheriger Hauptlebensleistung, der #Aufschei-Aktion, die ich nur empfehlen kann. (Der Terminus Hauptlebensleistung ist nebenbei keineswegs pejorativ gemeint, wenn die #Tugendfurie sich irgendwo vorstellt, so braucht man auf Aussagen wie: „Ich bin eine der Initiatorinnen des Hashtags #aufschrei, der mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde“ nicht lange zu warten.)

Neue Blogeinträge kommen leider relativ selten und auch die Kommentarfunktion ist deaktiviert – eine Entscheidung, die ich zumindest nachfühlen kann. Die Beiträge, die kommen, sind jedoch immer erstklassig und gründlich recherchiert. Der aktuellste Beitrag befaßt sich nebenbei mit den Sexismusvorwürfen und der daraus resultierenden Hexenjagd gegen den Nobelpreisträger Tim Hunt.

Langer Rede kurzer Sinn: Man in the Middle hat mich überzeugt. Ich kann euch nur empfehlen, einfach mal vorbeizuschnuppern und euch selbst eine Meinung zu bilden. Der Link zu diesem Blog ist ab heute permanent rechts in meiner kleinen Blogroll zu finden.

Noch etwas, ich habe leider ein ähnlich gelagertes Problem wie suede, dahingehend, dass ich bisher keine rationalen, gut recherchierten feministischen Blogs gefunden habe. Selbst solche, die mit einer derartigen Intention entstanden (Was laut Aussage einer Kommentarschreiberin auch auf die Mädchenmannschaft zutraf.), werden scheinbar über kurz oder lang von Radikalfeministen gekapert oder radikalisieren sich selbst. Wenn ihr also ein paar feministische Equivalente zum Man in the Middle kennt, dann verlinkt sie bitte in den Kommentaren. Ich schaue sie mir dann an, und wenn ich zu der Ansicht gelange, dass die Themen dort weitgehend neutral und sachlich behandelt werden, dann gibt es dazu auch eine Vorstellung und sie wandern ebenfalls in die Blogroll.

The Gender Equality Paradox

Es handelt sich hierbei um den Titel einer Reportage des norwegischen Soziologen und Unterhaltungskünstlers Harald Eia, die der Frage nach dem Grund für geschlechtsspezifische Präferenzen bei der Berufswahl nachgeht. Die englischsprachige Reportage dauert knapp 40 Minuten und kann hier auf Youtube angeschaut werden. Ich wollte ursprünglich für alle, die mit Englisch Probleme haben eine Transkription anfertigen, habe jedoch dann hier eine Version mit deutschen Untertiteln gefunden.

Diese 40 Minuten sind keinesfalls schlecht investierte Zeit, selbst wenn man sich für das Thema vielleicht nicht vordergründig interessiert, weil die Implikationen im Endeffekt alle Aspekte unserer Gesellschaft betreffen. Ich möchte dies daher allen Lesern meines Blogs hiermit empfehlen. Falls aber jemand doch lieber eine Zusammenfassung lesen möchte, so findet man hier eine.

Für Interessierte: Die in der Reportage erwähnten Studien sind (auf Englisch) problemlos im Netz auffindbar.

Einigen Fragestellungen und Behauptungen der Studie werde ich in zukünftigen Blogeinträgen definitiv nachgehen. Für den Moment möchte ich aber auf die Frage des ideologisierten Gender-Forschers  Jørgen Lorentzen eingehen, die dieser bei ca. 35:30 formuliert: „The fascinating thing with science is: why they are so concerned with finding the biological origin to gender? Why this frenetic conern?

Die in der Studie befragten Soziologen, Psychologen, Biologen und Evolutionspsychologen wirkten auf mich keineswegs frenetisch. Vielmehr schien es ihnen primär um soliden wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn zu gehen.

Aber drehen wir die Frage einmal um: Warum ist es für die Gender Studies so wichtig, dass es keinerlei (biologische Ursachen für) Geschlechtsunterschiede gibt?

Die Antwort darauf ist relativ einfach. Wenn man postuliert, dass es keinerlei Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, dann kann es für die Ungleichverteilung von Männern und Frauen unter Ingenieuren, in der Politik, in vielen Bereichen der Wissenschaft und der Wirtschaft nur eine mögliche Erklärung geben: die Gesellschaft – oder um im Kontext der Gender Studies zu bleiben – das Patriarchat. Der Grund für den relativen Mangel an Ingenieurinnen kann dann nur sein, dass die Gesellschaft den an Technik interessierten Frauen einredet, sie könnten dies nicht, bzw. dass sie später im Beruf von Kollegen und Vorgesetzten gemobbt und marginalisiert würden.

Wenn man jedoch akzeptiert, dass bereits zum Zeitpunkt der Geburt, lange bevor die Sozialisation überhaupt greifen kann, im Durchschnitt unterschiedliche Stärken und Schwächen als Disposition bei den Geschlechtern angelegt sind, die sich dann während der Sozialisaton in einer unterschiedlichen Talent- und Interessenlage manifestieren, dann gibt es noch eine andere Erklärung für ungleiche Geschlechterverhältnisse bei bestimmten Berufen. Dann ist der Popanz des unbewußt in unseren Köpfen arbeitenden Patriarchats, das uns angeblich zwingt, unseren Töchtern einzureden, sie sollten besser Psychologie oder Germanistik anstelle von Ingenierwesen oder Informatik studieren, auf einmal nicht mehr die einzig mögliche Erkärung. Dann könnte es nämlich sein, dass Frauen tendenziell lieber in sozialen Berufen arbeiten, weil dieser Bereich ihre Stärken besser anspricht und sie sich als Resultat daraus mehr für diesen Bereich interessieren, und umgekehrt Männer tendenziell lieber in technischen Berufen arbeiten, weil auch hier bei Geburt bereits angelegte Dispositionen zu Talenten und Interessen verstärkt wurden.

Harald Eia formulierte es in einem Interview mit der FAZ wie folgt: „Mädchen finden technische Berufe nicht unweiblich. Sie haben auch keine Angst davor, als Mann zu gelten. Sie finden es einfach langweilig.“

Wenn jedoch – und da sei Gott vor – das Patriarchat als omnipräsentes Unterdrückungmodell wegfällt, dann gäbe es auf einmal keine allgemeingültige Rechtfertigung mehr für Tausende von geschlechtsdiskriminierenden Förderprogrammen und Alimentierungen, die sich dann in der Tat auf einmal als Benachteiligung der nicht-geförderten Gruppe entpuppen könnten.

Das alles sei hier erst einmal nur als Denkanreiz festgehalten. Wir werden das in kommenden Blogeinträgen noch deutlich ausführlicher beleuchten.

Zum Abschluss

Was haltet ihr in Zukunft von einem kleinen Wochenrückblick, wo ich ein paar der wirklich absurden und/oder einprägsamen Ereignisse, die von den verschiedenen Blogs, die ich besuche, beleuchtet wurden, Revue passieren lasse? Da fänden sich dann beispielweise Dinge wie die Homo-Ampeln , die Gleichstellungspolitik im Ländle, japanische Jungfrauen, aber auch die beiden gut durchdachten Erörterungen von man tau zu genderorientierter Pädagogik.

Aufgrund der relativ geringen Kontroversität des Themas mußten diesmal nur Gwenny und Aurelani als Betaleserinnen herhalten. Vielen Dank.


Im Interesse widerlicher Selbstdarstellung sei hier zum absoluten, endgültigen, definitiven Aber-sowas-von-Abschluss noch ein kurzes Gedicht nachgereicht.

 Das Patriarchat – aus genderideologischer Sicht

Es schleicht in unsren Köpfen um die Ecken
Man(n) sah es nie, doch ständig ist es da
Es kann sich vor der Wissenschaft verstecken
Doch jeder weiß, was dieser Spuk gebar

Es schuf das Elend, Unterdrückung, Leid
Die Rape-Kultur und häusliche Gewalt
Es wird bekämpft schon seit geraumer Zeit
Der Mann stirbt früh und Frauen werden alt

Dass Ingenieure selten Brüste haben
und Obdachlose fast nie Frauen sind
Das Mütter edel sei’n und Väter Raben
ist ebenfalls des Spukes böses Kind

Es steckt in unsren Schädeln, unsren Köpfen
Ach wenn wir doch schon die Methodik hätten
dann müßten wir den Staat nicht weiter schröpfen
stattdessen würden wir die Erde retten

Noch ist es nicht soweit doch merket auf
wir kreisen’s ein und treiben es zurück
bezahlt nur fleißig, überweist zuhauf
denkt stets daran, wir wollen euer Glück