Okt 052011
 

Der überwiegende Teil der Kommentare im Blog hat sich für ein Verbleiben der Aufzählungen & Listen im Archiv ausgesprochen. Diese bleiben unter der Vorraussetzung ausreichender Eigenleistung erlaubt, d.h. es muss für den Leser (und damit auch für prüfende Operatoren) erkennbar sein, dass der Autor ein Mindestmaß an Zeit und Energie in sein Werk investiert hat.

Wir werden darüberhinaus eine zusätzliche Möglichkeit zur Typisierung von Geschichten schaffen, über welche angezeigt wird, ob es sich bei einem Werk um eine Geschichte, eine Mitmachgeschichte, ein Gedicht, ein Drabble, eine Songfic oder eine Aufzählung handelt. Weiterhin werden wir die Option schaffen, ein zweites Genre pro Geschichte anzugeben. Eine entsprechende Erweiterung der Suchfunktion wird mit den geplanten Änderungen einhergehen.

Sep 292011
 

Unter den Operatoren ist eine Diskussion ausgebrochen, ob Aufzählungen und Listen im Archiv verbleiben sollen oder nicht. Im Klartext geht es hier um Texte im Genre Humor der Art „X Dinge an denen du erkennst, daß etc.“ Diese sehen dann beispielsweise so oder so oder so aus.

Die Qualität ist naturgegeben sehr durchwachsen, so wie es nun einmal mit allen Arbeiten im Archiv ist. Alles ist dabei von ultralustig bis kaum noch zu entziffern.

Die Positionen unter den Operatoren sind divers: Ein Teil ist dafür, derartige Listen komplett aus dem Archiv zu verbannen, da es sich um ein Geschichtenarchiv handele und derartige Texte besser im Forum aufgehoben seien. Ein anderer Teil verweist darauf, daß derartige Listen in der Vergangenheit geduldet und auch niemals explizit verboten wurden. Wirklich überhand zu nehmen, scheinen sie ebenfalls in keiner Kategorie. (Was aber vielleicht auch damit zusammenhängen mag, daß einige Operatoren sie in der Vergangenheit scheinbar rigoros gesperrt haben.) Es handele sich schlicht und einfach um eine Randerscheinung, solange ausreichend Eigenleistung vorhanden sei, wäre gegen der Verbleib dieser Aufzählungen im Archiv prinzipiell nichts einzuwänden.

Bevor die Administration hier nun das letzte Wort spricht, interessiert uns, wie die User hinsichtlich dieser Regelfrage stehen und welche Alternativen eventuell noch gefunden werden.

Sep 272011
 

Morgen wird die Regel zum Pornographieverbot etwas weiter gefaßt werden. Der neue Text wird dann folgendermaßen lauten:

Was ist grundsätzlich verboten?

  • Pornographie, Kindesmißbrauch, Mißbrauch Jugendlicher, Sodomie, Nekrophilie
    d.h. Geschichten, die pornografisch sind und Gewalttätigkeiten, den sexuellen Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen oder sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren oder von Menschen mit Leichen zum Gegenstand haben. Darüberhinaus sind Geschichten, in denen detailliert sexuelle Handlungen an Kindern beschrieben werden, grundsätzlich unzulässig, d.h. auch dann, wenn sie nicht pornographischer Natur sind.

Der neu hinzukommende Teil ist in rot gehalten.

Prinzipiell war es zuvor regeltechnisch so, daß es in Übereinstimmung mit dem JMStV möglich war, sexuelle Handlungen an Kindern detailliert zu beschreiben, beispielsweise in einem künstlerischen oder aufklärerischen Kontext. Nach einer Abstimmung innerhalb des Teams haben wir jedoch festgestellt, daß das Verbot von kinderpornographischen Texten von den meisten Operatoren immer deutlich weiter ausgelegt wurde, und haben uns nun entschieden, die Praxis, die vom Operatorenteam gelebt wird, auch regeltechnisch festzuschreiben.

Das bedeutet natürlich nicht, daß das Thema Kindesmissbrauch per se nicht mehr in Geschichten angesprochen oder thematisiert werden kann, es bedeutet nur, daß keine Beschreibungen von sexuellen Handlungen an Kindern mehr enthalten sein dürfen.

Uns ist durchaus bewußt, dass wir hier über die Forderungen des JMStV hinausgehen, und daß wir im Endeffekt mit dieser Regelerweiterung auch ein wenig Zensur betreiben, aber wir denken, daß die überwiegende Majorität der User für die Regeländerung Verständnis aufbringen wird. Sie erhöht die rechtliche Sicherheit des Archives per se und zwingt die Operatoren bei den betroffenen Geschichten nicht mehr zu der nicht immer unkomplizierten Einschätzung, ob eine betreffende Szene nun pornographischer Natur ist, oder eben nicht.

Die Autoren von betroffenen Geschichten möchten wir um Verständnis bitten, und darum, diese selbsttätig zu überarbeiten.

Jan 302011
 

Wer unter diesem Titel etwas Reißerisches erwartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Es geht hier primär um die Bedeutung von Pornographie für das Archiv und unsere Autoren.

Generell ist es so, daß Medien mit pornographischen Inhalten jeglicher Art im deutschen Rechtsraum des Netzes nur innerhalb geschlossener Benutzergruppen zugänglich sein dürfen. Genauer gesagt: im Rahmen geschlossener Benutzergruppen über 18 Jahren. Diese Forderung ergibt sich als eine Folge des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags. Den Gesetzestext selbst, kann man hier finden.

Daraus folgt folgerichtig, daß pornographische Texte im Archiv generell verboten sind, auch unter dem AVL-Label. Das AVL-Label wurde eingeführt, um eine Option zur Veröffentlichung von Werken mit stärker jugendbeeinträchtigenden Inhalten zu bieten, es dient jedoch nicht als Sammelbecken für jugendgefährdende Texte.

Aber wie erkennt man Pornographie? Um die Autoren und Leser etwas bei der Einschätzung zu unterstützen, poste ich hier die Hilfestellung, welche FF.de von Jugendschutz.net vor ein paar Jahren erhalten hat.

Jugendschutz.net:

Was unter dem Begriff der Pornografie zu verstehen ist, ist gesetzlich nicht geregelt. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Beurteilung dieser Frage von den sich wandelnden Wertvorstellungen innerhalb der Gesellschaft abhängt.

Nach Rechtsprechung und Literatur ist eine Darstellung/Beschreibung (auch virtuelle) dann pornografisch, wenn „unter Hintansetzung menschlicher Bezüge in ihr sexuelle Vorgänge in grob aufdringlicher, anreißerischer Weise in den Vordergrund gerückt werden und dies ausschließlich oder überwiegend auf die Erregung sexueller Reize abzielt“. Dabei ist insbesondere die objektive Gesamttendenz der Darstellung/Texte, der „Kontext“, entscheidend.

Es gibt demzufolge zwei wesentliche Merkmale, anhand derer eine Darstellung/eine Videosequenz/ein Text auf ihren möglicherweise gegebenen pornografischen Charakter zu überprüfen ist:

1. Zeigt/beschreibt die Darstellung/der Text eine vordergründige, anreißerische und vergröbernde Darstellung des Sexuellen?

Entscheidend ist, ob durch die fokussierte Darstellung/Beschreibung sexueller Vorgänge menschliche, persönliche Eigenschaften der Darsteller(innen) völlig ausgeklammert werden und die dargestellten Personen als beliebig auswechselbare Objekte der Triebbefriedigung erscheinen.

Starkes Indiz hierfür ist die vordergründige Darstellung/Beschreibung von Geschlechtsteilen. Aber auch, wenn die Geschlechtsteile nicht unmittelbar zu sehen sind, kann Pornografie vorliegen. In Extremfällen kann auch die Kombination an sich nichtpornografischer Bilder mit anreißerischen Texten zu einem gleichwohl pornografischen Gesamtcharakter der Darstellung führen.

2. Ist die Frage 1 nicht eindeutig zu bejahen, ist weiter zu prüfen – Zielt die Darstellung/Beschreibung ausschließlich oder überwiegend auf die sexuelle Triebbefriedigung?

Erfüllt eine Darstellung/Beschreibung bei objektiver Auslegung die vorbenannten Kriterien noch nicht, kann sie gleichwohl pornografisch sein, wenn sie zumindest überwiegend nach ihrem objektiven Gesamteindruck allein der sexuellen Stimulierung des Betrachters dienen soll. Dieses Kriterium dient insbesondere der Abgrenzung von Darstellungen/Texten, die dem Kunstvorbehalt unterliegen. Die Darstellung/Beschreibung des Nackten (einschließlich der Genitalien) und sexueller Vorgänge (einschließlich des Geschlechtsverkehrs) ist nicht per se pornographisch. Vielmehr kommt es darauf an, ob diese Darstellung allein dem Lustgewinn des Betrachters dient.

Soviel dazu. Allerdings ist dies nicht so einfach, wie beispielsweise die Richtlinien der MPAA, wo ein Film unter anderem dann als pornographisch eingestuft wird, wenn ein Penis mit einem Steigungswinkel von mehr als 45° darin auftaucht. Hier wird eine individuelle Einschätzung erforderlich, das was wir bei unseren Operatoren den Ermessensspielraum nennen. Die Operatoren stimmen sich natürlich untereinander ab, um sicherzustellen, daß es keine allzugroßen Diskrepanzen gibt, dies gebietet schon das Gebot der Fairness gegenüber den Usern. Da schließlich für alle User dieselben Regeln gelten, müssen diese auch soweit wie möglich vergleichbar ausgelegt werden.

Natürlich könnte man einige Regeln klarer fassen, aber dies würde sie auch rigoroser und letztendlich intoleranter machen. Was jetzt nicht heißen soll, daß es nicht auch so immer wieder einzelne User gibt, die die Sperrung einer Geschichte wegen Pornographie (oder einem beliebigen anderen Regelverstoß) als Zensur auslegen. Was im Grunde reichlich hahnebüchen ist und darüber hinaus gegenüber dem zuständigen Operator eine Beleidigung darstellt.

Belassen wir es bei diesem Schlußsatz. Ich hoffe, daß dieser Blogpost für ein paar User hilfreich sein möge.