Apr 112011
 

Es gibt nicht viele FDP-Politiker, die sowohl Rückgrat als auch Profil besitzen, aber Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gehört sicherlich in diese illustre Riege. Hoffen wir, daß sie auch weiterhin ihrer Linie treu bleibt. Primär geht es mir hier um ihre Ablehnung des Kuhhandels, den die Union nach der geplanten Aufhebung des sinnlosen Zugangserschwerungsgesetzes anstrebte.

Ob, wie beispielsweise vom Präsidenten des deutschen Kinderschutzbundes Heinz Hilgers behauptet, die FDP sich mit dieser Strategie nur wieder mehr als Bürgerrechtspartei profilieren möchte, ist dabei erst einmal zweitrangig. Fakt ist, daß Websperren keinen wirklichen Sinn machen. Befremden ist daher angebracht, wenn selbiger Herr Hilgers behauptet: „Es wäre richtig gewesen, am vernünftigen Ansatz Löschen und Sperren im Kampf gegen Kinderpornografie festzuhalten.“ Um dann nachzusetzen, daß es ihn keinesfalls beruhige, wenn „mehr als 90 Prozent der kinderpornografischen Inhalte nach vier Wochen aus dem Netz gelöscht sind„, da sich ja in der Zwischenzeit massenhaft Bilder und Filme abrufen und an anderer Stelle ins Netz stellen ließen.

Das Problem mit den Websperren ist, lieber Herr Hilgers, daß man sie innerhalb von nicht mal 30 Sekunden problemlos umgehen kann. Und es ist schlicht und einfach unrealistisch, davon auszugehen, daß normale Internetnutzer genauso weltfremd und naiv an die Sache herangehen wie Sie.

Heinz Hilgers: „Ich habe gelernt, dass man solche Sperren umgehen kann. Wer das tut, macht sich strafbar und kann sich nicht mehr herausreden. Das ist auch etwas wert.

Lieber Herr Hilgers, die einfachste Variante des Umgehens einer DNS-Sperre besteht schlicht und einfach darin, einen DNS-Server auszuwählen, der nicht von ihr betroffen ist. Und es ist definitiv nicht strafbar, den DNS-Server über die Browsereinstellungen zu ändern. Wer hat Ihnen nur so einen Blödsinn erzählt? Weiterhin sollten Sie nicht vergessen, daß viele Firmennetzwerke eigene DNS-Server betreiben, die von den Websperren ohnehin nicht betroffen wären.

Heinz Hilgers: „Wenn es um die Freiheit im Internet geht, ist bei vielen die Angst vor Einschränkungen größer als die Bereitschaft zu einem effektiven Kinderschutz. Kinderpornografie ist aber das absolut falsche Thema, um für die Freiheit im Internet zu kämpfen.

Lieber Herr Hilgers, ihre Websperrenidee funktioniert unabhängig von der zu sperrenden Thematik nicht. Darüberhinaus ist es falsch, ein Grundrecht für ein anderes zu opfern. Ansonsten könnten nämlich die dank Ihrer Bemühungen körperlich und geistig unversehrt gebliebenen Kinder eines schönen Tages aufwachen, nur um festzustellen, daß sie in 1984 angekommen sind.

Aber genug vom gut informierten Herrn Hilgers. Wie schon weiter oben erwähnt, begrüße ich es, daß die Justizministerin hier Rückgrat zeigt. Insbesondere dann, wenn die CDU im Zuge der ganzen Geschichte auf eine unbefristete Verlängerung der Antiterrorgesetze drängt.

  25 Responses to “Websperren-Schwachsinn”

  1. Wirklich, warum versuchen sie es mit Sperren? Wenn da Kinderpronographie auf der Seite online gestellt ist, sollen sie es löschen. Und zwar sofort. Ich weiß, dass ist etwas unrealistisch, aber sobald man aufhört sinnlos Seiten nur zu sperren, wäre das Ganze auch etwas einfacher anzugehen. Wir haben im Internet bereits mehr als genug Regeln und das „bei vielen die Angst vor Einschränkungen größer als die Bereitschaft zu einem effektiven Kinderschutz“ ist, denke ich nicht. Es ist nur so, dass man Leute, die keine oder kaum Ahnung haben, nicht gerne an Sachen rumexperimentieren sieht, die einem selbst wichtig sind-> Internet.

    Ich meine nicht Kinderpornographie, da bin ich absolut der Meinung, dass es weg muss. Problem: Die Videos und Fotos müssen ja auch irgendwo herkommen. Was spricht dagegen, bei denen anzufangen, die so etwas herstellen und sie einzulochen?

    Wirklich, die Politiker benehmen sich heute wie Kinder, die einfach ausprobieren und dann machen lassen. Hier mal ein neues Gesetz, da mal ein neues Gesetz; upps, hat nicht geklappt, egal, lass laufen… Tut mir Leid, ich bin immer noch sauer, weil sie G8 angeschleppt haben, obwohl sie doch vorher schon am rumstöhnen waren, sie hätten nicht genug Arbeitsplätze.

    • @Anonymous
      Du siehst das ein bisschen zu einfach, denke ich. Ich weiß weder wie das rechtlich, noch wie es technisch ist, aber ich könnte mir vorstellen, dass es z. B. für eine deutsche Behörde nicht ganz leicht ist eine Seite meinetwegen aus China löschen zu lassen.

      Darüber hinaus dürfte es selbstverständlich oberstes Ziel sein die Leute zu schnappen, die solche Videos herstellen. Nur stelle ich mir das sogar noch viel schwieriger vor als die Seiten zu löschen. Diese Verbrecher können nämlich wiederum wer weiß woher kommen und selbst wenn in dem betreffenden Land Kinderpornographie verboten ist, muss das ja nicht bedeuten, dass die dortige Polizei auch die Macht (oder den Willen) hat das Verbot durchzusetzen.

      Ich stimme dir soweit zu, dass die Politiker meistens so medienwirksam wie möglich mit Gesetzestexten herumfuchteln und sich auch nicht daran stören, dass es nicht klappt. Ich behaupte sogar, dass sie das in der Regel vorher schon wissen.

      • Möglich, dass ich das zu einfach sehe, aber sehen die das mit ihrer Sperre nicht genauso einfach?
        Das mit China habe ich gar nicht bedacht; gut, dass du das erwähnt hast. Ich schätze, ich sehe nicht wirklich über den Tellerrand von Deutschland hinaus… 🙁

        Mit dem Verbrechern hast du Recht, es gibt ja ganze Ringe oder Organisationen, die ihr Geld mit so etwas verdienen. Ist Kinderpornographie in manchen Ländern straffrei?

        Aber wenn sie es wissen, warum machen sie es dann? Schießlich gibt es der Beliebtheit in der Bevölkerung einen gehörigen Dämpfer, wenn das Gesetzt etc. nicht funktioniert.

        • Naja, real straffrei ist es glaub ich nirgens, aber denk mal an Länder im Umbruch mit zeitweise keinen Regierungen (grade aktuell) oder Länder mit hohen Korruptionsraten, das stehts zwar im Gesetz, aber umsetzen kann man es nicht.

        • http://www.dlandau.de/pornoillegal.html

          Die sogenannten Organisationen würden nicht so dämlich sein etwas ins Internet zu stellen. Das läuft eher über unauffällige Kleinanzeigen im Supermarkt („verkaufe Kinderbett, unbenutzt“) oder es sind wirklich geschlossene Zirkel

  2. Ich muss @Anonymous zustimmen und zwar in allen Punkten.

    Lg

  3. Ok. Ich denke, der einzige wikliche, echt sichere Weg wäe, das komplette Internet abzuschaffen.
    Es gäbe -bei jeder Form einer Sperre- immer einen Umweg.
    Und ein noch nicht wirklich ausgereiftes, provisorisches System zu verwenden scheint.. Ein wenig verzweifelt.
    Sollen sie daran festhalten.
    Diese scheinheiligen Geier.
    Werfen wir noch ein paar Kohlen ins Feuer und sehen, was passiert, Hauptsache man tut etwas?
    Aber was -außer die Verknackung von allen, die diesen Schund verbreiten- kann man eigentlich wirklich tun?
    Diese Sperre ist ja nun so eine richtige Milchmädchenrechnung.

    • Ich denke, das du da schon Recht hast, Eisengrimm,
      andererseits ist heutzutage das Internet ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens.
      (Und ich denke, wenn die Regierung das Internet abschaffen würde, würde das den meisten so gar nicht in den Kram passen. Mir übrigens auch nicht. )
      Aber selbst wenn man an die Stelle unseres Internets etwas ähnliches, geschütztes stellen würde- es würde trotzdem Schwachpunkte haben.
      Aber doch, sollen sie sie doch machen, diese Sperren. Ich hab kein Problem damit.
      Ich hoffe nur, das ise irgendwann merken, wie dumm das eigentlich ist, was sie da machen.

      • Kinderpornographie ist nur der Aufhänger. Sinn der Aktion ist es, eine unabhänigige, nicht richterlich kontrollierte Polizeibehörde zu haben, die nach eigenem Ermessen sperren kann. Das ist das Problem. Und bevor Du Dich versiehst, wird munter los gesperrt.
        Ich habe mal im Internet gelesen, Finnland hätte so eine Behörde. Die sperrt auch gerne mal eine Seite, wenn sie nur den Verdacht hat, es könnte kinderpornographisch sein. Also alles, was ihr nicht gefällt…

  4. Auch diese Polemink geht genauso weit am eigentlichen Thema vorbei wie die Kommentare des Herrn Hilgers.
    Zur Erinnerung :
    Wir haben in der linken Ecke die Bürgerrechte, die vom Staat zu schützen sind; laut Verfassung gehört da z.B. die freie Meinungsäußerung dazu.
    In der rechten Ecke steht eine Executive (Staatsanwaltschaft, Polizei, ….), die Möglichkeiten will, um Straftäter zu fassen.
    In der Mitte liegt das Schlachtfeld digitale Medien und Internet.
    Jeder soll sich hier frei bewegen dürfen, aber nach Möglichkeit auch nix gesetzwidriges (z.B. Kinderpornos gucken oder urheberrechtlich geschützte Musik zum tauschen anbieten) tun. Bisher hat der Staatsanwalt behauptet, daß er nicht mit seinen Paragraphen zuschlagen kann, weil der Schurke im Ausland sitzt und wieder weg ist, wenn er sein Rechtshilfeverfahren mit dem Land dort aufgesetzt hat. Außerdem kann das, was bei uns zu Rechtsanwaltsgebühren und Tagessätzen führt, im Ausland ja legal sein. Dann hat unser armer Staatsanwalt sich umsonst viel Arbeit gemacht. Da wäre es doch viel einfacher gewesen, dem Nutzer (von Musiktauschbörsen oder Downloader von Kinderpornos) hier ein Schild vor die Nase zusetzen, das sagt „Du darfst das nicht“ und außerdem kann man dann diesen Nutzer recht schnell ermitteln ( dafür war doch mal eine Vorratsdatenspeicherung angedacht, bei der man nachträglich nur noch bei der Telekom anfragen muß, wer der Besitzer des fraglichen Anschlusses in der bewußten Sekunde war) und ihm dann den Paragraphen übers Haupt zu ziehen. Zack ! Da freut sich dann der Staatsanwalt, denn so kommt mit wenig Aufwand viel in der Gerichtskasse an.
    Toll wäre es für Ihn natürlich auch, wenn er selbst bestimmen darf, vor welchen Seiten er das Stoppschild aufstellen darf. Kann er beinahe. Diese Liste stellt nämlich das Bundeskriminalamt (BKA) zusammen und das ist ein Spitzenfreund von unserem Staatsanwalt. Das BKA muß noch nicht mal einen Richter fragen, ob diese Seiten wirklich illegal sind, das darf das BKA selber. Es muß uns Bürgern auch noch nicht mal sagen, welche Seiten in der weiten Welt des Internets illegal sind, weil die Schurken ja so schnell den Angebotsort wechseln und man keine braven Bürger zu Straftaten verleiten will. Deswegen bleibt diese Liste geheim. Basta !
    Wer jetzt plötzlich beim Surfen so ein Stoppschild sieht, kann er sich darüber beim BKA erkundigen, muß er aber nicht. Der Staatsanwalt wird ihn als bösen Buben automatisch verklagen. Er kann ja versuchen zu beweisen, daß das BKA sich geirrt hat und die Seite, die er nicht gesehen hat, keine Illegalen Angebote enthält. Falls er es zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung kann, heißt das noch nicht, das das auch zum Zeitpunkt des Aufrufs galt. Das BKA arbeit nämlich sehr sorgfältig und irrt sich fast nie, deswegen hat man ja auch vorsorglich Stoppschilder vor Seiten aufgestellt, die behaupten, das BKA betreibe mit dieser geheimen Liste Zensur ünd wäre selbst ein Oberschurke. Nochmal Basta!
    Warum ist unser Staatsanwalt jetzt doch nicht glücklich und die Gerichtskasse immer noch leer ?
    Irgendwann kam mal von ganz links das Bundesverfassungsgericht und hat dem eifrigen Staatsanwalt an das Schienbein getreten. Er darf nämlich erst dann aktiv werden, wenn ein Anfangsverdacht auf eine Straftat besteht. Deswegen darf er die Vorratsdatenspeicherung nicht direkt benutzen. Desewegen muß ein Übeltäter eine Seite erst tatsächlich benutzt haben, damit er als Schurke gelten darf. Das Parlament mußte das auch sehen und hat das Gesetz zu den Stoppschildern erst mal für ein Jahr ausgesetzt, um zu prüfen, ob man doch nicht besser direkt die Schurken anreift anstelle der Nutzer. Dabei hat der Staatsanwalt festgestellt, daß die Schurken doch nicht so schnell wieder weg sind und daß man Stoppschilder von einer geheimen Liste nicht braucht. Jetzt ist der Staatsanwalt zwar einigermaßen zufrieden, aber sein Freund vom BKA nicht. Der muß nämlich erst mal auf die Vorratsdatenspeicherung verzichten. Die Gerichtskasse ist auch noch leer. Aber das ist fast schon wieder eine andere Geschichte ..

    • Nur ging es hier ersteinmal gar nicht um die Vorratsdatenspeicherung, sondern um Websperren im Zusammenhang mit dem Zugangserschwerungsgesetz. Die Vorratsdatenspeicherung wiederum gehört zu den Antiterrorgesetzen. Daß einige werte Herren der CDU/CSU-Fraktion schon davon träumen, sie auch, so sie denn wiedereingeführt wird, gegen andere weltbewegende Übel wie beispielsweise illegale Musikdownloads quasi als Multifunktionsermittlungsutensil einzusetzen, steht dabei auf einem anderen Blatt.

      Was bitte ist ein „Polemink“? Eventuell eine neue Unterart von diesem Burschen: http://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanischer_Nerz ?

      • Glaubst Du wirklich, daß sich Websperren als aktive Zensur und Vorratsdatenspeicherung als Multifunktionsermittlungstool gegen Zensur-Umgehende voneinander trennen lassen ?

        • Dann ließe sich effektiv also nichts tun.
          Jeder träte dem anderen auf die Füße und der Schund bleibt im Netz.
          Davon hat man nun auch wieder nichts.
          Sperren, die sich umgehen lassen und ein Generalverdacht.

        • Zuerst einmal funktioniert die Vorratsdatenspeicherung nicht so, wie du es dir vorstellst. Der Provider loggt nur deine IP (samt timestamp), nicht die Seiten, welche du besuchst. Mal ganz davon abgesehen, daß es dafür keine rechtliche Grundlage gibt, so sind die Datenmengen (und damit verbunden dann auch die Zusatzkosten), wenn ein Provider den Traffic aller seiner Kunden komplett loggen wollte, immens.

          Was die Websperren angeht, so sind diese ja nun erst einmal vom Tisch. Und ob sie über den Umweg der Europäischen Union wiederkehren, muß sich zeigen.

  5. Sorry, aber ich halte es hier mit der Meinung des Kinderschutzbundes und auch anderer, wie z.B. der Deutschen Kinderhilfe. Gerade, wenn man tagtäglich mit dem Leid der Kinder zu tun hat möchte man auch, das die Schuldigen (und das sind die Betrachter von kinderpornographischen Seiten m.E. auf jeden Fall – denn wo kein Konsument, da auch keine Ware) auch zur Verantwortung gezogen werden können. Ein willentliches Umgehen von Sperren wäre ein eindeutiges Indiz. Selbstverständlich ist Löschen ein hervorragendes Instrumen, aber auf viele Seiten hat man doch gar keinen Zugriff, weil sie sich auf irgendeinem Server in Togo oder sonstwo befinden. Die Pädokriminalität darf im Internet keine Plattform finden. Ich kann euch gerne den Kontakt mit Betroffenenverbänden vermitteln – da merkt man erst, was für Leid entsteht und es ist dann kleinlich und der Sache nicht angemessen, gerechtfertigte Sperren mit Zuständen wie in China zu vergleichen. Kein Mensch will Zensur, es geht um Verhinderung und (wenn es nicht zu verhindern ist) Beweisbarkeit von Straftaten.

    • Dies ist nicht richtig. Es gibt Statistiken, die belegen, daß der überwiegende Anteil der Seiten mit kinderpornographischen Material in Ländern mit Zugriffsmöglichkeiten durch den deutschen Staat gehostet werden. Wenn ich mich recht erinnere kam der Hauptteil der Seiten aus den USA und Russland, und eine geringere Menge aus der EU und dem restlichen Europa. Aus den Bananenrepubliken ohne möglichen Zugriff kommen solche Seiten eher nicht.

      Aber selbst wenn es anders wäre, würden Websperren keinen Erfolg bringen. Und zu behaupten, daß die Nutzung eines freien DNS-Servers als Indiz für Pädophilie zu werten ist, ist in vielerlei Hinsicht äußerst fragwürdig. Nach dieser Logik könnte man die Privatsphäre auch gleich ganz abschaffen, da nur durch den totalen Überwachungsstaat eine nahe hundertprozentige Kontrolle sichergestellt werden kann.

      Um es mal ganz hart auszudrücken, völlig unerheblich wie sehr die Opfer leiden mögen, nur durch die Tatsache und das Ausmaß ihrer Leiden wird aus den Websperren kein funktionierendes Mittel, um dies abzustellen. Wenn man kriminelle Machenschaften Pädophiler bekämpfen will, dann bleibt nur das Löschen des Materials und die rechtliche Verfolgung der Verantwortlichen.

      • Ich kann zu dem letzten Teil nur zustimmen. Ich meine es bringt nichts, wenn (aus dem alltag gegriffenes Beispiel) Lehrer Mobbing verhindern wollen, es auch bestrafen aber dann nach Feierabend alles ignorieren, was um sie herum ist, nur weil sie nicht mehr im Dienst sind. Vertuschen ja – darüber sprechen? Absolut Tabu. Is ja kein gesellschaftsfähiges Thema, mhm?

        Es ist wie damals mit Fräulein Zensursula – hach wie sehr ich sie doch liebe und noch immer vergöttere. Mir wird schlecht.
        Is ja egal, dass die ganze Geschichte mit der BKA gegen einige Grundrechte verstoßen hat – oder dass dadurch auch keinen Opfern geholfen wurde. Ich bezweifel nämlich stark, dass ein Kind sich dadurch befriedigt und sicherer fühlt, dass der, der böses mit ihm gemacht hat, hinter Gittern ist. Zwischendurch sollte man einfach mal Mensch bleiben und weg von der Politik gehen – ist ja nicht so, als wäre es unmöglich psychisch kranken Menschen zu helfen. Und ja, pädophil-sein ist eindeutig eine Krankheit. Solche Menschen sind ‚genauso‘ anders wie Leute, die schizophren sind – selbst wenn sie wollten, könnten sie nichts daran ändern. Alleine zumindest nicht – aber hey. Therapie? Darüber sprechen? Wie denn, wenn man von der Gesellschaft sofort abgegrenzt wird. Und das, obwohl man nur Hilfe möchte.

        Wie dem auch sei – manchmal ist es perverser, was die Politiker sich und uns versuchen einzureden – und wie wenig Ahnung sie selbst doch haben. Aber – anders wäre die Mauer ja auch nicht gefallen, oder? xD

        Liebe Grüße~

      • Sic!

        Und anstatt hier auf Sperren (und damit auf Sand) zu bauen, wären die Bürger hier endlich mal gefragt.
        Wer über solch schändliches Material stolpert, hat schließlich immer die Möglichkeit, die Polizei anzurufen und auf das Problem hinzuweisen, woraufhin dann geeignete Schritte in die Wege geleitet werden.
        Auch ohne Websperren gibt es Mittel und Wege genug, um solchen Leuten das Handwerk zu legen – man müßte sie nur mal nutzen…

        Doch heutzutage scheint es wohl Usus zu sein, daß man sich bloß nicht einmischen will; die Gründe dafür kann ich bestenfalls erraten. Und genau dieses Wegsehen erleichtert Leuten, die irgendwelche Schandtaten vorhaben, ihr Tun.

    • Ich glaube, ich habe mich nicht richtig ausgedrück. Ich meinte natürlich auch, dass solche Seiten auf jeden Fall gelöscht gehören. Es geht darum, dass die Seiten bis zum erfolgreichen Löschen gesperrt werden. Natürlich hat das Löschen mit Priorität zu erfolgen und wird durch das Sperren in keiner Weise beeinträchtigt oder behindert. In dem Moment, in dem dies Ziel des sofortigen Löschens z.B. pädokrimineller oder anderweitig krimineller Seiten braucht es keine Sperrungen mehr. Aber das Löschen dauert bis zu vier Wochen und jedes Mal, wenn ein Bild oder ein Film aus dem Netz heruntergeladen wird, auf dem der Missbrauch gezeigt wird, wird das Opfer erneut in seiner Würde verletzt, es ist faktisch ein erneuter Missbrauch. Hier hat die Gesellschaft und der Staat alles zu tun, um die Würde des Opfers zu schützen. Ich könnte jetzt hier noch weiter refererieren, da ich mich beruflich mit dem ganzen Mist befassen muss, aber ich glaube, den Grundtenor konnte ich rüberbringen. Jetzt darüber zu debattieren, dass in gewissen Kreisen kinderpornographische Bilder als „Währung“ gehandelt werden, dürfte an dieser Stelle nicht viel bringen und ich weiß, dass gerade FF – eine Seite, wo ich eigentlich meinem Hobby frönen möchte, nicht die richtige Plattform für dieses Thema sein sollte.

      Nur noch soviel: Eines der Argumente von Strafverteidigern in Verfahren gegen Pädokriminelle, die sich diese Dateien herunterladen, ist häufig, der Täter habe gar nicht bemerkt, was sich da auf seinem Bildschirm aufgebaut habe und er sei nur versehentlich auf die Seite gelangt. Wer mit krimineller Energie die Sperre umgeht, dem ist im Strafprozess die Tat nachweisbar und eine Verurteilung ist leichter möglich.

      Und jetzt hör ich endlich auf, Beruf und Hobby zu vermischen.

      • „Jedes Mal, wenn ein Bild oder ein Film aus dem Netz heruntergeladen wird, auf dem der Missbrauch gezeigt wird, wird das Opfer erneut in seiner Würde verletzt, es ist faktisch ein erneuter Missbrauch.“

        Das würde nur dann stimmen, wenn sich das Opfer dieses Herunterladens und der Folgerung daraus bewußt wäre. Davon ist aber wohl kaum auszugehen.

        „Hier hat die Gesellschaft und der Staat alles zu tun, um die Würde des Opfers zu schützen.“

        Ein Grundrecht darf nicht über ein anderes gestellt werden. Man kann nicht die Würde einer Minderheit als Grund anführen, um die Meinungs- und Informationsfreiheit der Mehrheit zu vernichten. Der Staat hat also nicht alles zu tun, sondern eben nur alles, was geeignet ist, die Situation zu verbessern, ohne andere Grundrechte dabei außer Kraft zu setzen.

        „Nur noch soviel: Eines der Argumente von Strafverteidigern in Verfahren gegen Pädokriminelle, die sich diese Dateien herunterladen, ist häufig, der Täter habe gar nicht bemerkt, was sich da auf seinem Bildschirm aufgebaut habe und er sei nur versehentlich auf die Seite gelangt.“

        Mag sein. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, muß ich zugeben, daß mir diese Leute, solange sie keinem Kinde etwas zuleide tun, eher leid tun. Sie leiden schließlich unverschuldet an einer psychischen Störung. Und mit dem reinen Herunterladen dieses rechtswidrigen Materials haben sie entgegen deiner Behauptung noch kein Kind mißbraucht.

        „Wer mit krimineller Energie die Sperre umgeht, dem ist im Strafprozess die Tat nachweisbar und eine Verurteilung ist leichter möglich.“

        Es braucht keine kriminelle Energie, um einen freien DNS-Server auszuwählen. Google z.B. betreibt mehrere. Glaubst du, dies machen sie um Pädophile zu unterstützen?

  6. Wie Volker Pispers schon sagte:
    Statt sich um die Löschung dieser unbestreitbar furchtbaren Seiten zu kümmern, wird ein virtuelles Stop-Schild aufgestellt.
    Das Stop-Schild kennt man aus dem Straßenverkehr, es heißt nicht „durchfahrt verboten“, oder „Straße gesperrt“, sondern man soll anhalten, sicherstellen, dass keiner kommt und dann ungehindert weiter fahren.

    • Das ist genauso wie die Regelung das man ab 16 zwar trinken darf, aber bitte nur soviel Bier,. dass man nicht irgendeine Promille-zahl überschreitet. Weil Jugendliche, die trinken, auch auf den Alkoholgehalt in ihrem Blut achten, oder?
      Dieses verdammte Stop-Schild hat genauso viel nutzen wie die Tatsache, dass die Pornos nicht Heruntergeladen werden können oder Lösungen, die hinten im Mathebuch stehen doch bitte erst am Ende der Hausaufgaben angeguckt werden. Es ist nur ein Umweg – kein wirkliches ’stop‘. Dass die Pornos bereits _existieren_ und den _Kindern_ geholfen werden muss, ich finde das rückt ziemlich oft nach hinten. Wichtig ist es ja scheinbar sowieso nur, sich selbst gut darzustellen. Ein Grundgesetz mit einem anderen zu beheben, das is – wie Helge ja schon gesagt hat, nicht in Ordnung. Dann gibts zwei Straftaten – komisch nur, dass das niemanden zu interessieren scheint. Is ja nicht so als würden die „Helden“ sich nicht auf die gleiche niveaulose Stufe wie die Verbrecher stellen. Nein.
      Wie dem auch sei – … Tolles Zitat. Ich werds mir merken~

  7. Also ich finde Websperren total dumm. Man findet immer einen Weg, um doch ins Netz zukommen. Siehe zum Beispiel diese Seite hier. Mit einem Schulrechner komme ich nicht auf die Seite, wenn ich http://www.fanfiktion.de/ eingebe, weil sie vom Senator für Bildung gesperrt wurde (Begründung „Adult materials“. Was soll man dazu sagen? Vorher ging sie schließlich auch -.-)
    Wenn ich nur http://fanfiktion.de/ eingebe, komme ich auf die Seite hier rauf. Also, da sieht man, dass Websperren total der Schwachsinn sind, wenn selbst ich eine solche umgehen kann, indem ich nur drei kleine w’s und den Punkt wegnehme…
    Wenn es den Betreibern solcher Kinderpronegrafieseiten wirklich an den Kragen gehen soll (und da bin ich 1000% für) dann muss man die Leute, die dahinterstehen ausfindig machen, anklagen und die Seite für immer aus dem Netz löschen, noch bevor es zu solchen Veröffentlichungen kommen kann!

    • Kannst du bitte etwas genauer ausführen, wo und von wem der Zugang zu FF.de gesperrt wurde. Ich würde das u.U. gerne mit der entsprechenden Person/Behörde klären wollen.

      • Jetzt funktioniert das wieder. Vielleicht lag das ja an dem Server, der wurde bei uns in der Schule erneuert.
        Trozdem danke für dein Angebot das zu klären =)
        Kann ich dir trozdem eine Mail schreiben, wenn die Seite hier (warum auch immer) wieder gesperrt wird?
        GLG

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