Mrz 302016
 

In diesem Beitrag geht es um eine Änderung unserer internen Verfahren im Team. Im Interesse der Transparenz möchte ich aber dennoch kur darauf eingehen, auch weil sich gezeigt hat, daß für die meisten User sowohl die Regeln des Archives als auch die damit verbundenen Abläufe leichter verständlich und zu akzeptieren sind, wenn Hintergründe und Logik erläutert werden.

Hier geht es um unseren Umgang mit der Zitatregel:

Fanfiktion.de richtet sich hier nach dem deutschen Zitatrecht. Es ist gestattet, Kleinzitate zu verwenden, solange diese ausreichend gekennzeichnet sind und die Länge des selbst verfassten Textes die Länge des Zitates bei weitem übersteigt. So sollte ein Zitat nie mehr als 1/3 des gesamten Textes ausmachen. Zitate sind so kenntlich zu machen, dass sie sich aus dem Gesamttext hervorheben. Das kann z.B. durch Anführungszeichen oder Kursivschrift erfolgen. Bei einem Zitat aus einem Liedtext, das eine zusammenhängende Strophe nicht überschreiten sollte, muss Interpret und Liedtitel genannt werden. Bei Passagen aus Büchern, Onlinepublikationen oder Werken anderer Autoren ist zu beachten, dass die Quelle angegeben wird. Das beinhaltet den Titel des Werks, den Autor oder Verfasser, die Seitenzahl, gegebenenfalls auch das Jahr der Ausgabe, aus der zitiert wird. Bei Onlinepublikationen ist der Link hinzuzufügen. Wichtig ist, dass das Zitat dem Zweck angemessen sein sollte und zur kreativen Eigenleistung im Text eine Beziehung haben muss, z.B. als Interpretationsgrundlage.

Bisher wurde bei festgestellten Verstößen gegen die Zitatregel der entsprechende Text gesperrt, eine Bearbeitungsfrist eingeräumt und nach Verstreichen dieser Frist der Text dann entweder wieder freigeschaltet oder gelöscht.

Das hat unter anderen dazu geführt, daß einige Texte nicht mehr aktiver Autoren, die die entsprechenden Änderungen nicht vornehmen konnten, dauerhaft gelöscht wurden, was hier doch etwas übertrieben wirken muss. Gerade bei der Zitatregel sollte man den Gesamtkontext im Auge behalten:

1. Wir wünschen zwar, daß Kleinzitate korrekt gekennzeichnet werden, aber
2. Das Risiko bei einer falschen oder komplett fehlenden Kennzeichnung trägt nicht das Archiv, sondern der Autor und
3. Es ist keineswegs im Interesse des Archivs oder der User, wenn Fangeschichten aufgrund einer Bagatelle wie einer fehlenden Kennzeichnung bei Kleinzitaten gelöscht werden.

Daher haben wir uns entschlossen, unser internes Vorgehen bzgl. der Zitatregel zu ändern.

1. Bei fehlerhaften oder ausbleibenden Kennzeichnungen von Kleinzitaten wird nicht mehr gesperrt, sondern der Autor nur per interner Mail informiert.
2. Ein entsprechender Vermerk wird intern gesetzt.
3. Eine Sperrung wird nur noch erfolgen, wenn es eine entsprechende Forderung vom jeweiligen Rechteinhaber, der zitiert wurde, gibt, oder wenn  ein sehr schwerwiegender Verstoß vorliegt. Also beispielsweise, wenn eine Geschichte aus Dutzenden von nicht erwähnten Zitaten besteht oder Autoren trotz Hinweis auch in Zukunft konsequent auf jede Quellenangabe verzichten.

Geschichten, die zur Zeit aufgrund eines Verstoßes gegen die Zitatregel gesperrt sind, werden wieder freigeschaltet.

Weiterhin werden wir die Regel selbst noch etwas userfreundlicher formulieren. So ist es absurd, bei Zitaten in Fangeschichten nach der Seitenzahl zu fragen. Hier sollte es völlig ausreichend sein, wenn in einer Fussnote das Ursprungswerk genannt wird, also beispielsweise [1] Vgl. J.K.Rowling „Harry Potter und der Stein der Weisen.

  17 Responses to “Änderung beim internen Umgang mit der Zitatregel”

  1. Find ich ’ne gute Sache. Für einige (und auch mich), die täglich mit solchen Zitaten arbeiten, bspw. wegen der Uni oder anderen Sachen, ist es natürlich selbstverständlich, eine ausreichende Kennzeichnung vorzunehmen, weil man es einfach gewohnt ist. Aber gerade bei Songtexten ist es mir aufgefallen, das oftmals gar keine Nennung erfolgt und man denkt, es sei ein eigener Text des Autors. Aber find‘ ich gut, dass ihr nicht gleich sperrt sondern erstmal ’ne Mail schreibt ^^ Dann ist der Schock wohl auch nicht so groß ^^

  2. Sehr gut – die (wissenschaftlichen) Zitierregeln sind m.E. ohnehin lediglich für kommerzielle Werke wirklich relevant, und darüber hinaus ist das regelgerechte Auszeichnen der Zitate auf FFde eigentlich auch recht einfach mit dem [quote name=&quote;hier steht der Name der Quelle"][style type=“italic“]»[…] und hier steht das Zitat […]«[/style][/quote] und vielleicht läßt sich das sogar, genauso wie das Verlinken, automatisieren?
    und wenn jemand diese Zitierhilfe nutzt, wird er gleich nach den * in der Fußzeile anzugebenden Quelle gefragt?

    war nur so’n Gedanke, meint der kleine Sevvie

    • Wow, das mit dem Zitat Format wusste ich nicht. Danke.

    • Um – hier ist der gleiche Anon, irgendwie funktioniert das bei mir in der Vorschau bei den Texten nicht? Ist auch nicht in den Regeln für die Textauszeichnung drin, deshalb: wird das überhaupt von der Seite verarbeitet?

      • Nein. Denkbar wäre allerdings, daß wir dafür eine Funktionalität in den neuen Editor einbauen.

  3. Die Änderung finde ich sehr gut, auch wenn ich bisher keine Zitate verwendet habe.

  4. Könnte mir jemand den Letzten Punkt noch mal erklären. Hab ihn zwar gelesen, aber irgendwie verstehe ich das nicht ganz.

    • Es kann sein, dass sich der Urheber des Songtextes/Buches/etc. beschwert, dass sein geistiges Eigentum „gestohlen“ wird, also ohne Kennzeichnung zitiert. Dann wird gesperrt. Ebenso bei schweren Verstößen, wie wenn man das Zitieren immer weglässt, obwohl man darauf hingewiesen wird und auch in aktuellen Geschichten so weitermacht. So hab ich das verstanden.

  5. Ich denke, es kommt drauf an. Für mich ist eine Kennzeichnung von Geschichtenteilen, die ein Autor nicht selbst verfasst, sondern aus dem Internet oder einer Songtextseite abkopiert hat, aus einem Buch oder nach Gehör aus einem Film oder einer Serie abgeschrieben hat, eigentlich schon erstrebenswert. Also nicht nur mit Blick auf den Originalautor, ob der sich irgendwann meldet oder nicht, sondern auch auf die Leser, die bei einer geposteten Geschichte (zumindest einige von ihnen) Eigenleistung erwarten (zumindest, wenn der Autor nirgendwo darauf hinweist, dass Teile seiner Geschichte nur zitiert und nicht selbst verfasst sind).

    In dem Sinne gefälllt mir die Neuregelung in Bezug auf Fanfiction. Hier sind sowohl Autoren als auch Leser beide Fans eines bestimmten Fandoms, und wissen im Allgemeinen Bescheid, wenn da etwas zitiert wird. Da geht es nicht in den Bereich Täuschung oder Plagiat, wenn in einer HP-Fanfiction J.K. Rowlings das Lied des Sprechenden Hutes in Auszügen auftaucht, wenn ein neuer OC-Schüler in Hogwarts aufgenommen wird, wenn in einer Herr-der-Ringe-Geschichte das allseits bekannte „Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht …“ Teil der Story ist, wenn im Game-of-Thrones-Fandom der Schwur der Nachtwache in die Fanfic aufgenommen wird – und all das ohne explizite Zitatkennzeichnung. Wenn kurze Filmszenen oder -dialoge direkt in die Geschichte eingebaut werden.

    Oder vielleicht auch, wenn bei einer Prominenten-Geschichte aus dem Musikbereich, meinetwegen der Graf von Unheilig, nur Lieder von genau diesem Prominenten auftauchen. Man weiß Bescheid, die Kurzzitate kennen alle Fans in diesem Fandombereich, das sind Liedausschnitte von Unheilig. Braucht man vor diesem Hintergrund nicht zu sperren und zu löschen, auch wenn sie nicht explizit gekennzeichnet sind.

    Falls ich aber bei einer Freien Arbeit im Bereich Fantasy zum Beispiel über eine Bardin stolpere, der die Autorin zwei, drei wunderschöne Liedtexte ohne Zitatkennzeichnung in den Mund legt, diese aber in Wirklichkeit von Tolkien oder sonst einem namhaften Fantasyautor stammen, dann würde ich mich schon ein wenig vergackeiert vorkommen, wenn ich das herausfinden würde. Oder wenn in Freien Arbeiten immer wieder Hauptfiguren Liedtexte singen, für deren Entwurf die jeweilige Autorin in höchsten Tönen gelobt wird … und niemand weiß, dass diese Liedtextabschnitte nicht selbst verfasst, sondern nur von Lyrics-Seiten abkopiert sind.

    In solchen Fällen wäre es für mich nicht nur „eine Bagatelle“, und schon in meinem Interesse als Leser, dass in einer Freien Arbeit die fremdübernommenen Textabschnitte (aus Büchern, Filmen, Liedtexten) als solche gekennzeichnet sind.

    Was ich verstehen kann: im Falle von Kurzzitaten steckt vermutlich meistens keine böse Absicht dahinter, man hat vermutlich meistens nicht absichtlich ein Plagiat geplant (wie bei Komplettplagiaten), sondern schlichtweg eine Kennzeichnung vergessen. Und da dann Geschichten von 2005 zu löschen, muss nicht unbedingt sein.

    Am Ende werdet ihr schon das rechte Maß finden, im Sinne des üblichen Ermessens: im Allgemeinen keine Sperrung, aber wenn es deutlich in den Bereich Plagiat / Geschichtenklau geht (nicht nur mit dem Blick auf die Originalautoren, sondern auch auf Leser, die keine Plagiate lesen möchten), könnte man schon eingreifen.

  6. Halt, viele Zitate sind bereits falsch. Churchill hat niemals gesagt, er traue nur Statistiken, die er selbst gefälscht hätte.
    Ist es nicht dann schon fast Verleugnung, wenn ich unsauber Recherchiere und Personen so diskreditiere.

    Zudem, Julius Cäsar hat niemals seine heroischen Reiseberichte selbst geschrieben, wie mittlerweile bekannt sein dürfte.
    Auch die Worte Platons, Cassandras und vieler anderer bekannten Personen halten keiner belastbaren Analyse stand.
    Daher bitte ich darum, gerade bei fragwürdigen Quellen es einfach mit einer Klammer bewenden zu lassen (Strabo, Über die Kel Toi; vermutet) , den vieles ist einfach längst überholt und FALSCH. Für Historiker mag es wichtig sein, wer von wem Abschrieb, aber muss man bei Harry Potter, Der Kelch der Fleischflöhe, Band 12, Seite 493: J. C.; Roling) wirklich so einen Aufriss machen?

    Gruß Christian

    • ähmmm …

      hier geht es eigentlich nicht um Zitate „fragwürdiger Quellen“, also historische Überlieferungen von vor 1000, 2000 Jahren, sondern um das ungekennzeichnete Einbringen von ganz klar fremdproduzierten Textausschnitten aus Büchern der letzten 50 Jahre, für jeden Menschen mit gesundem Menschenverstand nachzulesen und nachzuvollziehen?

      Anstatt jetzt Sprüche aus dem Nebel der Geschichte vor 2.000 Jahren gleichzusetzen mit polemisch selbstausgedachten Fantasie-Exemplaren wie „Harry Potter, Der Kelch der Fleischflöhe, Band 12, Seite 493: J. C.; Roling“ …

  7. Also zum besseren Verständniss:
    Bei meiner Harry Potter Fanfiction, deren Handlung stellenweise parallel zu den Büchern verläuft, soll ich also jedes Originalzitat aus den Büchern, welches ich nehme weil das in der Szene (bzw dem Gegenstück der Szene im Buch) auch von den Figuren so gesagt wurde (zb. die Weasley Zwillinge mit „Wir kommen, Mom!“, nachdem sie Harry geholfen haben seine Koffer in den Zug zu schaffen), hervorheben (zb rot oder kursiv) und unten hinschreiben *Dieses Kapitel enthält Originalzitate aus Harry Potter und der Stein der Weisen von JK Rowling*?
    Schliesslich zitiere ich nur dann originalcharaktere, wenn sie das an der Stelle im Buch auch gesagt haben, und auch das nur sofern die Handlung der Bücher in meiner Geschichte (noch) nicht abweicht. Bisher erzähle ich die Geschichte aus der Perspektive eines OC. Und was an Zitaten schon da ist, sind nur einzelne Sätze.

    • ‚kay, das is’n Argument, bei dem ich sagen würde, daß am Storyanfang (aber bitte nicht am Beginn jedes Kapitels) eine Erwähnung in etwan der Gestalt:

      »diese Geschichte enthält Originalzitate aus JKRowlings ›Harry Potter‹, Bände 1 bis 7 sowie JRRTolkiens ›Der kleine Hobbit‹

      stünde; für eine farbliche Markierung wäre ich dennoch – ein seeehr dunkles Braun/Weinrot/Bordeaux/Purpur oder Blau vielleicht? Auf keinen Fall dürfte es Kursiv sein, weil dies, neben Fettung und Unterstreichung eine gewöhnliche und oft gebrauchte Textauszeichnung ist – auch hierzu wäre Helges Meinung gefragt: Hausmeister, bitte übernehmen Sie!
      Bei dieser Gelegenheit wüßte ich gern, ob es eine Formatierungskommission gibt, bei der man beispielsweise einen Wunsch nach Viertelgeviert-Sperrsatz sowie nach einem (den Zeilenabstand nicht verändernden) Hoch- rsp. Tieftext (für Potenzen oder chem. Formeln) einreichen kann; mglw. geht das gleich mit ein in die Erneuerung/Erweiterung des Editors?

      • Es genügt, das im Fusstext des jeweiligen Kapitels zu erwähnen. Absolut korrekt wäre es, wenn die einzelnen direkt übernommenen Zitate durch Fussnoten gekennzeichnet werden. Da es sich hier jedoch um eine Fangeschichte und nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, bestehen wir nicht darauf.

        • seh ich eigentlich auch so, wenngleich für meine Begriffe »[…] im Fu[ß]text des jeweiligen Kapitels […]« übertrieben wäre – mMn gehört das an den Anfang der Story, dorthin, wo viele schreiben: »mir gehören nur der Plot und [OC], der Rest gehört [Original-Autor]« –, aber eine farbliche Auszeichnung, die sich soweit zurücknimmt, daß sie erkennbar ist, aber nicht ins Auge beißt, wäre absolut schick 😉

          Darüber hinaus bleibe ich dabei, daß typographische »Spielereien« wie Erstzeileneinzüge, relative Einrückungen, (den Zeilenabstand nicht verändernde) Größer- und Kleinerschreibungen sowie Höher- und Tieferstellungen – beispielhaft Majakowskis Textgemälde, genialisch umgesetzt von Graphikern und Setzern – möglich sein sollten;

          wenn ich (hier auf der Seite) Blocksatz einstelle, habe ich den nach dem DL nicht mehr, und ich muß in den globalen CSS-Einstellungen des Firefox rumfummeln; auf dem eBookReader kann ich selbst das nicht, ohne ernsthafte Schäden an der Firmware zu riskieren. Wenn ich als Autor will, daß keine Leerzeile zwischen den Blocksatz-Absätzen auftaucht (sondern nur gelegentlich als schwache Abschnittstrennung), und statt dessen ein 2m-breiter Erstzeileneinzug, schreibe ich in html so:

          div style="text-align:justify;text-indent:1em;"

          sowas meinte ich mit »in den Editor einbauen« 😉
          klar isses umständlich, zumal ich keinen Plan vom Programmieren habe, aber wenn ihr das Ding ohnehin gerade auf dem OP-Tisch habt… war halt nur so’n Gedanke vom kleinen

          Sevvie

    • btw, Anonymaus, welches ist denn Deine HPFF?
      und, nein, »wir kommen, Mom« hat mE noch nicht die Schöpfungshöhe eines Zitats 😉

      • Die FF heisst Narben, ist P16 (lieber eine zu hohe als eine zu niedrige Wertung. Bis auf die Art und Weise, wie die leibliche Mutter meines OC gestorben ist, ist bisher alles meiner Meinung nach alles im P12 bereich. Bisher…) und das erwähnte Weasley-Zwillinge zitat gehört zum grössten was ich an Zitaten aus HP reinzubringen gedenke.
        Sollte ich jedoch einmal Goethe, Schiller, Shakespeare oder Einstein zitieren wollen, lasse ich das a: die Charaktere machen und b: das die Charaktere auch sagen lassen.
        Bei meinen Geschichten ist mir vor allem Wichtig dass die Gefühle rüber kommen und die Athmosphäre stimmt.
        Wenn wer reinlesen will, nur zu. Sehe auch gerne etwas konstruktive Kritik.

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