Sep 132015
 

Das Titelzitat stammt von der unsterblichen Rosa Luxemburg. Komplett lautet der Ausspruch wie folgt:

Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der Gerechtigkeit, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die Freiheit zum Privilegium wird.

Er erscheint mir in der heutigen Zeit wichtiger denn je, denn ich beobachte eine Zunahme der Intoleranz.

Das erscheint irgendwie kurios in Tagen, in denen Deutschland in der Willkommenskultur vereint scheint. In Wirklichkeit zeigt sich aber, dass es absolut en vogue ist, gegen die Äußerer unliebsamer Ansichten vorzugehen, solange es nur die richtigen unliebsamen Ansichten sind.

Ein paar Beispiele gefällig?

Fefe berichtet über einen Blog, „der besonders ekelhafte ausländerfeindliche Äußerungen sammelt. Dann pixeln sie die Opfer weg und schreiben die Namen der Täter hin, stalken die online und doxxen die dann. Am Ende rufen dann Leute beim Arbeitgeber an, oder beim Sportclub, und sorgen dafür, dass die ihren Job und/oder ihren Freundeskreis verlieren.

Auf Telepolis finden wir einen Artikel über eine „Berliner Homo-Aktivistengruppe, die das Netz nach homophoben Kommentaren durchsucht. Die häufig sehr jungen Poster werden dann im Netz als „Vollpfosten des Tages“ präsentiert, dem Arbeitgeber gemeldet und angezeigt.

Der NDR glorifiziert einen norddeutschen Bürger, der sogenannte Spendenkonten von Rechten aufspürt, setzt sich mit der jeweiligen Bank oder Sparkasse in Verbindung und bringt diese dann dazu, die entsprechenen Kontoverträge zu kündigen.

Die Huffington-Post stellt als fremdenfeindliche empfundene Kommentatoren an den Internetpranger.

Eine angebliche Lidl-Mitarbeiterin löste mit fremdenfeindlichen Kommentaren einen Shitstorm aus. Rufe nach Kündigung und zum #LidlBoycott wurden laut.

Die Arbeiterwohlfahrt kündigt einer Frau nach einem fremdenfeindlichen Kommentar auf Facebook. Porsche macht es genauso.

Fefe hat im zuerst verlinkten Beitrag erklärt, warum dieses Vorgehen für ihn problematisch ist. Rechtsanwalt Udo Vetter geht hier in einem Interview ebenfalls darauf ein.

Und ich sehe mich nun auch in einer Situation, wo ich die Freiheit von Menschen verteidigen muss, deren Ansichten ich nichts abgewinnen kann. In der Gesellschaft hat man mittlerweile den Eindruck, dass Denunzieren und Anprangern schon irgendwie ok ist, solange es nur „die Richtigen“ trifft. Und die Richtigen sind halt die Nazis, die „besorgten Bürger“, die sich irgendwie fremdenfeindlich äußern, und Idioten, die intolerant gegenüber Homosexuellen sind.

Fangen wir erst einmal mit dem für die Betroffenen finanziell schwerwiegendsten Eingriff an, der Kündigung. Kündigungen für rassistische Äußerungen im Beruf sind arbeitsrechtlich zulässig. Bei Äußerungen im privaten Umfeld oder in sozialen Netzwerken ist das keineswegs so. Tatsächlich dürften die meisten Kündigungen in derartigen Fällen aus Imageerwägungen erfolgt sein, um einen potentiellen Shitstorm wie bei Lidl im Vorfeld abzuwehren. Grundsätzlich sollte das Mittel der Wahl, wenn ein Arbeitgeber von derartigen Äußerungen erfährt, das direkte Mitarbeitergespräch und gegebenenfalls die Abmahnung sein. Wenn der Arbeitnehmer sich dann uneinsichtigt zeigt und sein Verhalten schädlich für die Firma ist, so ist die subsequente Kündigung auch gerechtfertigt.

Und selbst wenn man diese Erwägungen außen vor läßt, wird jemand, der für eine fremdenfeindliche Äußerung gekündigt wurde, auf einmal nicht mehr fremdenfeindlich sein? Oder werden sich seine Vorurteile verstärken und vielleicht wirklich in Hass umschlagen bzw.  wird sich dieser, so er schon vorhanden war, noch verstärken?

Kommen wir zum Internetpranger. Das was wir bei jeden normalen Menschen verurteilen würden, insbesondere auch dann, wenn es aus der rechten Ecke ausgeübt wird, ist auf einmal in Ordnung, weil es nun selbst Rechte bzw. „die Richtigen“ trifft? Das Problem mit diesen Prangern besteht ja nicht so sehr darin, dass dort irgendjemand mit Klarnamen und Adresse genannt wurde, es besteht darin, dass radikalisierte Aktivisten diese Information nutzen, um ihn aus der Deckung des Internets zu mobben, beispielsweise indem sie sein soziales Umfeld aufhetzen, ihn anonym bedrohen, Telefonterror betreiben oder sogar direkt Attacken auf sein Hab und Gut durchführen.

Die Huffington Post schrieb im oben verlinkten Artikel:

Einem Blogger setzte der unbekannte Mob dermaßen mit Drohungen zu, dass er aus Angst um seine Familie alle seine Texte bei uns löschen ließ.

Und deswegen ist es nun laut Ansicht der Reporter ok, wenn ein anderer unbekannter Mob, die Menschen bedroht, deren Ansichten von ihnen als fremdenfeindlich eingestuft wurden. Und als fremdenfeindlich stuft diese Truppe so einiges ein. Beispiel gefällig?

  • Schon klar. Medimax : Flüchtlinge in geballter Form. Jeder von denen hat ein Galixie S 4 oder 5 oder ein Iphone weggetragen. Da wird uns doch die Tasche voll gelogen nach Strich undFaden.
  • Ihr seid ein ganz besch….Hetzblatt
  • Die gehen im den Steuergeldern um, als ob die Knete ihnen gehört.
  • Der größte Anschaum in Deutschland sind Islamisten von der Huffington Post!
  • Huffinger: Lügenpresse! Ami go home!
  • Viel Spaß beim Zersiedeln Deutschlands letzter geschützter Grünflächen um Wohnraum für noch mehr ankommende Menschen zu schaffen. Die Umwelt wird es euch mit ein paar Katastrophen danken 😉
  • leute wir können sagen was wir wollen zum schluß werden wir als Rassisten und Nazis betittelt aber die migranten (nicht alle) dürfen uns beleidigen denuzieren und provuzieren also lasst euch alles gefallen denn es steht ja in der Biebel. zitat. und haltet auch die andere wange hin. ICH MACH ES NICHT

Laut den Reportern der Huffington Post kam dies alles von „Hassfratzen„, von einem „bisweilen gewaltbereiten Mob„, von dem man nicht wisse, ob er „noch einmal für die Bundesrepublik zu begeistern“ sei, der „mit den Werten des Grundgesetzes gebrochen“ habe.

Glauben diese Reporter, dass der Mob, den sie nun auf die „Hassfratzen“ loslassen wollen, durchweg kuschelbereit, von der Bundesrepublik Deutschland hellauf begeistert und den Werten des Grundgesetzes verpflichtet ist?

Und ist der norddeutsche Kontokontrolleur wirklich ein Held der Moderne? Immerhin kämpft er ja irgendwie gegen Rechts. Würde er nun seine Erkenntnisse der Polizei oder dem Verfassungsschutz zur Verfügung stellen, damit diese dann gegen verfassungsfeindliche Organisationen im Rahmen des Rechtsstaats vorgehen können, so wäre von meiner Seite auch gar nichts einzuwenden. Nur das tut er eben nicht. Genauso wie die Reporter der Huffington Post und wie der kuschelbereite Mob maßt er sich an, zu entscheiden, wer in dieser Gesellschaft verfolgt und sozial geächtet werden soll und wer nicht.

Nazimethoden sind nicht plötzlich in Ordnung, nur weil sie jetzt gegen echte oder vermeintliche Nazis und/oder Homophobe eingesetzt werden. Selbst wenn sie, sagen wir mal aufgrund eines göttlichen Dekretes, plötzlich in Ordnung wären, so liegt es immer noch nicht im Kompetenzbereich eines Mobs, zu entscheiden, ob die Vorwürfe gerechtfertig sind oder nicht.

Jeder einzelne von uns kann und soll menschenverachtenden Äußerungen entgegentreten. Aber nicht, indem er nun selbst zu Mobbing, Denunzierung oder Gewalt greift.

Noch etwas. Mir ist natürlich bewußt, dass einige Kommentatoren daran scheitern werden, zu verstehen, dass meine generelle Ablehnung des Einsatzes von Nazimethoden auch gegen Nazis noch lange nicht bedeutet, dass ich im Gegenzug fremdenfeindliche Äußerungen gut heiße, aber ich bitte darum, diese geistige Differenzierung doch zumindest zu versuchen.


Vermischtes

Ich möchte kurz auf eine Antwort von Arne Hoffmann auf einen Artikel der Journalistin Nina-Marie Bust-Bartels hinweisen: „Wer geschlechtsbezogene Notlagen und Benachteiligungen beseitigen möchte, sollte das bei beiden Geschlechtern tun.

Hier habe ich einen sehr interessanten Artikel zur Campus Rape Epedemic (US). Man muss den Schlüssen der Autorin keineswegs folgen, aber sie beleuchtet einige, gern unterschlagene Zusammenhänge und Fehlinterpretationen und wirft eine Menge neuer Fragen auf. Weitere Fakten zu falsch interpretierten Studien (UK) gibt es hier.

Lutz Bierend echauffiert sich ein wenig über eine Rachephantasie aus der Huffington Post. Ich persönlich traue den meisten Menschen durchaus zu, zu erkennen, warum der Orginalartikel menschenverachtend ist, aber es kann nicht schaden, dass noch etwas klarer herauszuarbeiten. Außerdem sind seine Artikel immer lesenwert.

Die Spieleentwicklerin Maya Posch erzählt etwas über Sexismus und Gamergate.

Katrin Rönicke analysiert bei den Ruhrbaronen als Mitbeteiligte die Entwicklung des Netzfeminismus. Unbedingt auch die Kommentare lesen.

In England verringert sich der Life Expectancy Gap, zum einen, weil die Anzahl gefährlicher Jobs, die überwiegend von Männern besetzt waren, abnimmt, zum anderen weil mehr Frauen das mit Vollzeitberufstätigkeit verbundene höhere Stresslevel abbekommen. Auf die vielen Gründe für die unterschiedliche Lebenserwartung komme ich aber auch noch in einem Extrablogeintrag zu sprechen.

Man Tau schreibt über Ilse Lenz, die auch ich schon im Blog erwähnen mußte, und über die von ihr vehement verteidigten Gender Studies. Im Gegensatz zu Frau Lenz völlig unaufgeregt und rational nachvollziehbar.

Verstärkte ideologische Korrekturmassnahmen an der Wikipedia sind nun offenbar auch in der englischen Version angekommen.

Zum Ausklang dieses Abschnittes sei noch auf die 3 Forderungen an Journalisten für eine faire, nicht sexistische Behandlung von Männern hingewiesen. Der absolut lesenswerte Artikel enthält für Interessierte zudem jede Menge Links zu Primär- und Sekundärquellen.

Humor

Wer schon immer mal eine Studie sehen wollte, die darlegt, wie schädlich es ist, die Schulspeisung zu verbessern, der wird hier fündig. Ist allerdings eher etwas für moderat gelangweilte Akademiker, die noch über als Wissenschaft getarnte Ideologie lachen können.

Auf Yahoo entrüstet man sich darüber, dass einige Männer es wagten, ein Gesetz gegen Sexismus zu nutzen, um Sexismus gegen Männer zu bekämpfen. Also so war das nun aber gar nicht gedacht. Unbedingt auch die Kommentare lesen. 🙂

Hier haben wir eine Feministin, die Männer zum Sex auffordert, Körbe kassiert und dann irgendwie dem „Patriarchat“ die Schuld daran zuschiebt.

Kennt ihr schon die Neue an Kermits Seite? (An alle Fans der Frauenrechtspreisträgerin Miss Piggy: Keine Sorge, eine Liaison wurde bereits dementiert.) Wer mal drüber schmunzeln möchte, was man von feministischer Seite so alles an ihr auszusetzen hat, der wird hier fündig.

In einem aktuellen Bericht aus Hamburg, findet sich die folgende Passage:

Zudem hatten sich mehrere Linksautonome zum Teil vermummt an den Gleisen versammelt und sich nach Erkenntnissen der Polizei gegenseitig mit Steinen beworfen. Offenbar hatten sie sich gegenseitig für Rechtsextreme gehalten.

Gwenny hat mich auf dieses Video von anno dunnemals hingewiesen. Es zeigt, wie klischeehaft man sich damals autofahrende Frauen vorstellte. Zumindest hoffe ich mal, dass das auch damals schon klischeehaft war.

Und hier noch ein humorvolles Gesangsstück nach Reinhard Mey über eine viel zu selten wahrgenommene Berufsgruppe.

Ich entschuldige mich bei all jenen, die meinen kleinen Exkurs ins Reich des Humors vielleicht nicht ganz so lustig fanden. Für die, die mich dafür gerne teeren und federn möchten, habe ich eine kleine Entschädigung: Ich habe herausgefunden, wo man diese phantastischen Tassen erwerben kann.


Ich bedanke mich bei Gwenny für das Korrekturlesen und bei allen Besuchern für die geschenkte Aufmerksamkeit.

  170 Responses to “*IMHO* Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden!”

  1. Wenn ich mal bemerken darf:
    Sie bemerken kein einziges Mal die Worte Asylkritisch oder dergleichen.
    Das heisst, Sie setzen Kritik an der derzeitigen Zerstörung Deutschlands und der Deutschen mit Ausländerfeindlichkeit gleich, ebenso wie der Feminismus jede kritische Beleuchtung seiner Theorien und Studienversuche als Frauen und Feminismusfeindlich darstellt.

    • nun, wenn Helge auf der Speisekarte das Wort »$¢heiβe« nicht ausdrücklich zur Nichtzutat erklärt, heißt dies noch lange nicht, daß Scheiβe ein Grundbestandteil seiner Nahrung ist…

    • Ich muss zugeben, mir ist noch gar nicht aufgefallen, dass Deutschland derzeit zerstört wird. Woran machst du denn diese Aussage fest?

  2. Danke Helge – Ich war bereits am Verzweifeln, weil ich glaubte, mit meiner Ablehnung der des derzeitigen Status Qou allein auf weiter Flur zu sein. Allerdings habe ich keinerlei Hoffnung auf eine Besserung der Situation. Wir erleben gerade diie beängstigende Manifestation Orwellscher Dystopien: „Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht!“ , und den Schafen ist nicht einmal klar, dass sie Schafe sind. Die Blockwarte unserer Zeit glauben fest daran Gutes zu tun, so wie es die Blockwarte aller Zeiten glaubten, und so man sie darauf anspricht, erntet man Entrüstung und Uneinsichtigkeit. Das wichtigste Instrument jeder Demokratie – der Diskurs – ist tot und auf absehbare Zeit nicht mehr wiederzubeleben. Die zwangsläufige Folge ist Konspiration – denn man kann den „Braunen“ (die Definition von „Braun“ und „Nazi“ ist inzwischen allerdings recht weit gefasst und wird laufend erweitert) zwar den Mund, nicht aber ihre Meinung verbieten. Wie sieht nun die Zukunft aus? Ich bin pessimistisch. Der Mensch ist kein Herden-, sondern vielmehr ein Rudeltier. Und das Rudel folgt einem Anführer. Man nehme einen Demagogen mit der richtigen Mischung aus Charisma und vereinender Rhetorik und die Katastrophe wird ihren Lauf nehmen. Angesichts eines Nichtwähleranteils von inzwischen 40-50 Prozent ist das Potential vorhanden. Die bittere Ironie dabei ist, dass die Blockwarte von heute auch die Blockwarte von morgen sein werden, nur wen sie „verpfeifen“ wird sich ändern. Die andere Alternative ist ein Untergrund – der NSU war hausgemacht, und wir bereiten gerade die nächste Charge zu, die uns noch viel schlechter schmecken wird, als die erste. Ich bin wie gesagt Pessimist: Die Dinge werden ihren Lauf nehmen. Man sollte eine neue Fahne einführen, Schwarz-Rot-Gold, das passt nicht mehr. Welche Farbe die Zukunft hat, ist noch nicht absehbar, aber Gold wird es sicher nicht sein.

    • Keine Angst, denn ein

      »[…] Demagoge[…] mit der richtigen Mischung aus Charisma und vereinender Rhetorik […]«

            wird ganz einfach gesterbt – siehe Leichsenring aus Königstein oder Jörg Haider aus Kärnten … und das Celler Loch, das jetzt »NSU« genannt wird, nehmen Sie doch hoffentlich nicht für ernst?

  3. Danke Helge für Dein kompromissloses Eintreten für demokratische Grundrechte! Als eigentlich linksstehendem ist mir dieses Blockwarttum besonders peinlich. Herausragend zu erwähnen hierbei ist übrigens Herr Rupp von den –Überraschung!– Grünen. Bei dem sollte die Messlatte dessen, was man in einer Demokratie machen sollte und was nicht eigentlich noch ein Stück höher liegen.

    Danke auch für die Vermischtes-Sektion. Schöne Sachen dabei.

  4. Hab ich auch schon länger beobachtet.

    Wenn ich auf meinem Stammportal Nachrichten über den aktuellen doch etwas heftig verlaufenden Flüchtlingsansturm kommentiere, z.b. „Die Regierung sollte vielleicht erst einmal mit den Innlands-Problemen fertig werden, bevor sie sich derart intensiv um andere kümmert, zuletzt kommt es sonst tatsächlich noch zur Benachteiligung von Einheimischen“
    oder
    „Fremdenfeindliche Kommentare auf Facebook sperren gut und schön – nur hoffentlich entartet das dann nicht zu einer Beraubung der Meinungsfreiheit, wo plötzlich alle noch so kleinen Äußerungen von Bedenken als >Fremdenfeindlich< gelten!"
    werden diese Kommentare bemerkungslos gelöscht.
    Auf Nachfragen keine Antwort.

    Und plötzlich hat man wirklich das Gefühl, was ich in dem gelöschten Kommentar zur Facebook-Maßnahme noch als Befürchtung gehabt hab:
    Die stufen sämtliche friedlich geäußerte Bedenken, die keineswegs fremdenfeindlich sind, sondern nur auch mal von den Problemen und Ängsten Deutscher handeln, als diskriminierend ein.

    Ich bin für Gleichbereichtigung auch für Deutsche – also bin ich Nazi?!

    Ich meine korrigiert mich, wenn ich das falsch empfinde, aber die beiden zitierten Kommentare waren doch echt nicht grenzwertig oder grenzüberschreitend, oder? O_o

    • Die Regierung sollte vielleicht erst einmal mit den Innlands-Problemen fertig werden, bevor

      Das ist allerdings ein Scheinargument. Staat und Gesellschaft arbeiteen ständig parallel an einer Reihe von Problemen, darunter auch solche, die sich nicht wirklich beseitigen lassen. Eine sequentielle Abarbeitung würde dazu führen, dass kritische Probleme liegen bleiben.
      Was nun die Flüchtlinge angeht, so ist die Versorgung und menschenwürdige Unterbringung der sich in Deutschland befindlichen Flüchtlinge (und sonstwie Notleidenden) ein Gebot unserer Menschlichkeit. Wie man die sich daraus ergebenden Aufgaben langfristig lösen will, das steht allerdings durchaus zur Debatte.

      • Naja, das schon. Aber erstens werden viele Deutsche z.b. bei weitem nicht so intensiv unterstützt und zweitens geht es ja ums Prinzip.

        Ich hab meine Meinung sachlich geäußert und definitiv niemanden diskriminiert (würd ich sagen).
        Ob das was ich sage dabei nun faktisch richtig oder falsch ist, ist doch im Endeffekt irrelevant.
        Fakt ist, es ist gelöscht worden.

        Die Website mahnt vorm Kommentieren folgendermaßen:
        „Achtung: Wir werden keinen Kommentar mit rassistischen, gewaltverherrlichenden, diffamierenden, sexistischen, beleidigenden Inhalten oder mit Schimpfworten freigeben!“

        Worunter fallen also meine Kommentare, wenn sie nicht freigegeben bzw. gelöscht werden?

        Und glaub mir, da steht größerer Unfug.
        Kommentare mit „OMFG! Merkels Gesicht! Geil ist die hässlich! XD“, werden z.b. stehen gelassen.
        Da komm ich mir dann schon etwas auf den Arm genommen vor, wenn du verstehst, was ich meine. 😐

        • „Naja, das schon. Aber erstens werden viele Deutsche z.b. bei weitem nicht so intensiv unterstützt und zweitens geht es ja ums Prinzip.“

          Nicht viele Deutsche haben das durchgemacht, was der durchschnittliche Syrienflüchtling über sich ergehen lassen musste, ehe er hier ankam.

          In der Sache Meinungsfreiheit gebe ich dir allerdings recht. Wehret den Anfängen. Heute sperren sie als fremdenfeindlich empfundene Kommentare (wohlgemerkt: solche ohne strafrechtlichen Belang), morgen vielleicht als sexistisch empfundene, übermorgen ist dann Kritik an der Politik allgemein plötzlich nicht mehr öffentlich erlaubt. Da will ich auch nicht hin.

      • Wenn ich, aus nachvollziehbaren persönlichen Gründen, gerademal drei Tage arbeitslos war (in einem langen arbeitsreichen Leben), dafür nicht nur ebend diese drei Tage, aus sogenannter Verantwortung für die Gesellschaft (die der Steuern zahlenden wie ich), keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld habe weil ja selbstverschuldet, sondern gleich noch eine ‚vererbbare‘ 3-Monate-Sperre aufgedrückt bekomme, dann …
        … kann ich nur noch bitterlich lachen.
        (in meinen Widerspruch schrieb ich hinein, das ich das Geld für diese drei Tage hatte spenden wollen und habe dies ehrlich direkt gemeint)
        Soweit zum Thema – Vergleich der Eingeborenenrechte mit denen der wie auch immer im Land neu Aufnahme finden wollenden.

        Es ist ein Reizthema weil natürlich, die Eingeborenen sich im direkten Sinne vergleichen. Wo es ein ganz anderes Feld ist, was dieselben Eingeborenen letztlich daraus machen oder denken. Und hat eigentlich nichts mit latentem Rassismus oder Diffamieren zu tun. Wo es ja sowieso in unserem Land hier ganz merkwürdig ist, wenn man einfach nur aussagt, ich liebe mein Land. Interpretationen auf diesen einen Satz bezogen können dann durchaus und genauso merkwürdigerweise zum löschen eines Blogeintrages führen. Bis hin zur gesellschaftlichen Ächtung, bei der man wiederum nicht mehr angehört wird. Also geistige Differenzierung der nächsten Art.

      • Warum ist ausgerechnet die Versorgung der Flüchtlinge hier ein Gebot der Menschlichkeit? Menschlichkeit wäre die Versorgung der Flüchtlinge, wo auch immer sie sich aufhalten. Es ist eigentlich naheliegend und logisch: Wer das Geld und die Mittel hat, einen Schlepper dafür zu bezahlen, sich bis zu uns schleusen zu lassen, kann zwangsläufig nicht derjenige sein, der unsere Hilfe am nötigsten hat.
        Der Beitrag Deutschlands an die UNHCR betrug im letzten Jahr 140 Millionen US Dollar (Quelle:UNHCR). Für die Flüchtlinge, die es sich leisten können, zu uns zu kommen, wollen wir 10 Milliarden Euro ausgeben. „Menschlichkeit“ ist also wahlweise ebenfalls ein Scheinargument, oder aber eine schizophrene Argumentation.

        • Warum ist ausgerechnet die Versorgung der Flüchtlinge hier ein Gebot der Menschlichkeit?

          Weil das Prinzip der Nationalstaatlichkeit gilt. Grundsätzlich ist es natürlich nicht falsch, die globale Lage im Auge zu behalten und die Ursachen des Flüchtlingsproblems anzugehen, aber primär ist Deutschland für die Menschen hier inklusive den Flüchtlingen hier zuständig.

          Wer das Geld und die Mittel hat, einen Schlepper dafür zu bezahlen, sich bis zu uns schleusen zu lassen, kann zwangsläufig nicht derjenige sein, der unsere Hilfe am nötigsten hat.

          Man darf durchaus davon ausgehen, dass derjenige dieses Geld und diese Mittel nun nicht mehr hat, weil er sie den Schleusern gegeben hat. Natürlich kann man sich da wundern, dass hier soviele junge Männer ankommen, andererseits wenn eine Familie nur für ein Familienmitglied die Mittel zur Flucht oder Ausreise in die EU aufbringen kann, wen werden sie dann wohl schicken?

          „Menschlichkeit“ ist also wahlweise ebenfalls ein Scheinargument, oder aber eine schizophrene Argumentation.

          Es ist eine Verpflichtung uns selbst gegenüber. Nicht mehr und nicht weniger.

          • Ich sehe es eigentlich genauso.
            Man kann diese Schicksale nicht einfach links liegen lassen, es MUSS geholfen werden, das sagt mir schon rein meine Moral.

            Aber mein Gerechtigkeitssinn und meine Moral sind sich auch einig, dass es nicht in Ordnung ist Pro Deutsche Kommentare (die nicht Ausländer- oder sonst was feindlich simd) einfach zu löschen, weil es darin darum geht das Deutsche nicht vernachlässigt werden sollen.

            Ich meine was ist denn nun mit dem Prinzip von „Gleichberechtigung“?Gilt das nur für bestimmte Völker und Gruppen?
            Und warum genau darf ein Deutscher sich nicht darum sorgen, ob Deutsche in ihrer eigenen Heimat noch gleichberechtigt werden?
            Weshalb ist mal gleich ein Nazi, wenn man sich um die eigenen Rechte sorgt?
            Weshalb darf Merkel all diejenigen, die aus Besorgnis um ihr Land friedlich auf die Straße gehen, genauso als „Rechtsradikal“ betiteln, wie diejenigen, die Flüchtlingsunterkünfteanzünden und die in Pressemitteilung auf eine Stufe miteinander stellen?
            (Und ja, solche Artikel finden sich tatsächlich zu Hauf.)

            Ehrlich gesagt fühle ich mich etwas diskriminiert.

            Es gibt auch in Deutschland Opfer von Folter, Vergewaltigung und Gewalt allgemein, die traumatisiert sind.
            Diese Menschen bekommen keine Elektrogeräte und Wohnungen gezahlt oder dürfen Ausbildung und Abschlüsse problemlos in beliebigen Alter nachholen.
            Sie sind auf Deutsche Ämter angewiesen und müssen sich trotz teilweise anhaltender schwerwiegender gesundheitlicher Probleme an Stellen, denen sie nicht gewachsen sind verweisen oder zwangstherapieren lassen, anstatt irgendwo „Asyl“ vor ihren Problemen zu bekommen, bis sich die Lage beruhigt hat.
            Ähnliche Vorgehensweise bei Behinderungen.
            Es gibt viele so kleine Ungerechtigkeiten im Staate Deutschland.
            Ich könnte noch etliche mehr im Bezug auf Rentner, Schüler, Studenten, Steuern und Einkommen nennen, aber das soll nicht zu einer Hetze entarten.

            Wenn dann sind daran sowieso nicht die Flüchtlinge, sondern der Staat schuld und angesprochen.

            Wo ist also die Diskriminierung?
            Und in welche Richtung geht sie?

          • Mich interessiert das Geschlecht der hier ankommenden Menschen zunächst sekundär. Primär interessant sind Zahlenverhältnisse, sowie Ablauf. Gemessen an der Gesamtzahl an Flüchtlingen ist der Anteil, der uns erreicht, verschwindend gering. Man kann davon ausgehen, dass diese Menschen nunmehr mittellos sind, man kann aber ebenfalls davon ausgehen, dass es weit mehr Menschen gibt, die diese Mittel niemals hatten. Das heißt, unser nationalstaatliches Prinzip ist ein selektives Prinzip. Offenbar verdienen nur vergleichsweise wohlhabende Menschen unsere Hilfe. Darüber hinaus unterstützt unser derzeitiges Handeln kriminelle Banden. Warum stellen wir nicht einfach Visa aus? Wer einen Schleuser bezahlen kann, könnte auch einen Flug bezahlen. Freilich wäre das nach wie vor eine Selektion nach dem Geldbeutel. Den wirklichen Armen wäre auch damit nicht geholfen. Noch einmal: Wir wollen 10 Milliarden Euro für die ankommenden Flüchtlnge ausgeben. Das Gesamtbudget der UNHCR liegt in diesem Jahr bei 6,2 Milliarden US Dollar. Ich vermag mir kaum auszumalen, wieviel Gutes man mit 10 Milliarden Euro zusätzlich in den Flüchtlingslagern dieser Welt ausrichten könnte. So ganz nebenbei verletzt unser Alleingang EU-Gesetze und Vorschriften im Dutzend, und keiner unserer Partner ist darüber besonders amused. Es ist absehbar, dass wir den europäischen Gedanken mittelfristig komplett unterhöhlen: Wenn Deutschland das EU-Recht mit Füßen tritt, kann es prinzipiell auch jeder andere. Dänemark hat die Grenze zu Deutschland bereits einmal dicht gemacht, das wird sich wiederholen, und andere Länder werden folgen. Europa, das war einmal, es gilt zukünftig wohl wieder – das von dir so schön in die Diskussion eingebrachte – nationalstaatliche Prinzip. Langfristig erhöht sich damit übrigens die Gefahr eines innereuropäischen Krieges, dessen sollte man sich bewusst sein. Was es langfristig für unser Land bedeutet, wenn mehr Menschen hier ankommen, als geboren werden, ist im Prinzip unklar. Ich sehe das nicht zwangsläufig negativ, es ist aber ein Experiment mit unklarem Ausgang. Persönlich vermute ich, dass wir in unserer gesellschaftlich-moralischen Entwicklung um mehrere Jahrzehnte zurückgeworfen werden. Die Akzeptanz von Homosexualität oder Gleichberechtigung von Mann und Frau (zwei von vielen Beispielen) wird sich vermutlich rückläufig entwickeln. Wir werden mit ethnischen Konflikten leben müssen, bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen, wie sie in regelmäßigen Abständen in den USA zu beobachten sind. Der Rechtsaußen-Anteil unserer Gesellschaft wird sich früher oder später organisieren und mit einem Anteil von 20 Prozent und mehr in die Parlamente einziehen. Das ist meine optimistische Prognose. Die pessimistische Prognose heißt Bürgerkrieg.

          • Die erste Frage, die jeder für sich beantworten sollte, ist, was man mit den Flüchtlingen machen will, die nun einmal schon hier sind. Und zur Beantwortung dieser Frage ist es reichlich irrelevant, wie sie explizit hergekommen sind und ob sie früher irgendwann mal vermögend waren. Da geht es erst mal nur um den Moment, um die momentane Versorgung. Ist man der Ansicht, dass diese Menschen etwas zu essen, Kleidung und ein Dach über den Kopf kriegen sollten – ja oder nein?

            Du gehst in deinen Erwägungen schon 5 Schritte weiter, so als wolltest du implizieren, dass man den Angekommenen jetzt nicht helfen sollte oder darf, weil in der Zukunft Probleme entstehen könnten. Es handelt sich aber um 2 getrennte Fragestellungen. Die erste ist eine rein menschliche. Helfen wir den Menschen, die in diesen Moment hier unsere Hilfe brauchen? Die zweite ist eine politische. Wer darf wo bleiben und wie können wir sie erfolgreich in unsere Gesellschaft integrieren? Bei der politschen Frage kommen dann auch Punkte wie Finanzierbarkeit/Machbarkeit/Akzeptanz usw.usf. mit dazu.

          • Wichtig erscheinen mir genau zwei Dinge.
            Zum einen …
            … die in Europa angekommenen Flüchtlinge sind mit den überlebenswichtigen Dingen auf jeden Fall zu versorgen (und da es Europa ist, ist die EU fürs Geld zuständig)
            zum anderen …
            … die Ursachen, weswegen und vor allem in diesem Ausmaß nach Europa geflüchtet wird, dort vermisse ich eine der aktuellen Lage entsprechende Politik. Der EU.

            Sekundär erscheint in dem Augenblick, die Integration. Allerdings wird es auch und gerade in diesem Bereich, verniedlicht gesagt, neue/andere Wege als bisher geben müssen.
            Meinen geplanten Bezug auf 1989 laß ich erstmal weg …
            Und, gerade in dem Bereich wird es langsam Zeit, besser gleich 5 Ecken weiter zu denken. Ansonsten könnte Europa tatsächlich irgendwann neu in Flammen stehen. Wegen all dem nicht beachteten Konfliktpotential.

          • Helge schrieb:
            13/09/2015 um 17:05
            Die erste Frage, die jeder für sich beantworten sollte, ist, was man mit den Flüchtlingen machen will, die nun einmal schon hier sind. Und zur Beantwortung dieser Frage ist es reichlich irrelevant, wie sie explizit hergekommen sind und ob sie früher irgendwann mal vermögend waren. Da geht es erst mal nur um den Moment, um die momentane Versorgung. Ist man der Ansicht, dass diese Menschen etwas zu essen, Kleidung und ein Dach über den Kopf kriegen sollten – ja oder nein?

            Du gehst in deinen Erwägungen schon 5 Schritte weiter, so als wolltest du implizieren, dass man den Angekommenen jetzt nicht helfen sollte oder darf, weil in der Zukunft Probleme entstehen könnten. Es handelt sich aber um 2 getrennte Fragestellungen. Die erste ist eine rein menschliche. Helfen wir den Menschen, die in diesen Moment hier unsere Hilfe brauchen? Die zweite ist eine politische. Wer darf wo bleiben und wie können wir sie erfolgreich in unsere Gesellschaft integrieren? Bei der politschen Frage kommen dann auch Punkte wie Finanzierbarkeit/Machbarkeit/Akzeptanz usw.usf. mit dazu.

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            Helge, ich stelle nicht die Frage nach dem ob, sondern die Frage nach dem wie. Es tut mir leid, ich bin nicht bereit, zwischen dem Flüchtling, der es dank finanziellen Mitteln bis zu uns schafft, und dem Flüchtling, der mangels Geld in einem der türkischen, jordanischen, etc.pp Flüchtlingslager festhängt, zu unterscheiden.
            Die Frage lautet nicht „Helfen wir den Menschen, die jetzt hier unsere Hilfe brauchen?“, die Frage lautet, „Helfen wir den Menschen, die jetzt unsere Hilfe brauchen?“. Und ich bin da ganz ehrlich: Die 10, 20, oder 30 Milliarden, die wir bereit und fähig sind auszugeben, können wir weitaus ethischer, humanistischer und gerechter einsetzen, wenn wir sie nicht für die 2% Flüchtlinge einsetzen, die bei uns ankommen, sondern wenn wir die 2% zurückschicken und das Geld vor Ort ausgeben, damit die restlichen 98% auch etwas davon haben. Im Übrigen kann ich deine beiden Fragenstellungen auch gar nicht trennen: Wenn Europa, wenn Deutschland helfen will, dann gilt es die Fähigkeit zur Hilfe zu erhalten. Wir werden niemandem mehr helfen können, wenn wir uns selbst ins Chaos stürzen, denn dann werden wir mehr mit uns selbst, als mit anderen beschäftigt sein.

          • Es tut mir leid, ich bin nicht bereit, zwischen dem Flüchtling, der es dank finanziellen Mitteln bis zu uns schafft, und dem Flüchtling, der mangels Geld in einem der türkischen, jordanischen, etc.pp Flüchtlingslager festhängt, zu unterscheiden.

            Heißt explizit, dass wir den Flüchtlingen, die hier in Not sind, nicht helfen sollten, weil wir andernorts mehr bewirken können? Nach der Logik dürfte man immer nur demjenigen helfen, der es gerade am dringendsten benötigt, nicht mehr dem, der in der Nähe ist. Aber selbst wenn man auf deinen Vorschlag eingeht, die angekommenen 2% zurückzuschicken, soll man sie dann während diese Rückführung organisiert und durchgeführt wird, erst mal prophylaktisch verhungern und erfrieren lassen? Und was ist mit dem Recht auf Asyl? Möchtest du es aus dem Grundgesetz streichen?

      • Heißt explizit, dass wir den Flüchtlingen, die hier in Not sind, nicht helfen sollten, weil wir andernorts mehr bewirken können? Nach der Logik dürfte man immer nur demjenigen helfen, der es gerade am dringendsten benötigt, nicht mehr dem, der in der Nähe ist. Aber selbst wenn man auf deinen Vorschlag eingeht, die angekommenen 2% zurückzuschicken, soll man sie dann während diese Rückführung organisiert und durchgeführt wird, erst mal prophylaktisch verhungern und erfrieren lassen? Und was ist mit dem Recht auf Asyl? Möchtest du es aus dem Grundgesetz streichen?

        ————-
        Selbstverständlich müssen wir den Flüchtlingen die hier sind helfen, diese Frage stellt sich nicht. Es stellt sich allerdings die Frage, ob wir die 10 Milliarden (diese Zahl steht ja im Raum) tatsächlich in diese besagten 2% investieren wollen, während wir die UNHCR mit 140 Millionen abspeisen. Rein rechnerisch müssten wir der UNHCR das Fünfzigfache zur Verfügung stellen. Ich denke wir sind uns einig, dass das nicht möglich ist. Es ist aber möglich, die 2% in sicheres Gebiet zurückzuschicken und das Geld danach gerecht zu verteilen. Artikel 16a des Grundgesetzes bezieht sich übrigens ausdrücklich auf politisch Verfolgte. Bürgerkriegsflüchtlinge sind nicht zwangsläufig Verfolgte, sondern fliehen zum überwiegenden Teil vor Kampfhandlungen. Bürgerkrieg ist kein nach deutschem Recht anerkannter Asylgrund. Dennoch haben wir die humanistische Verpflichtung, Bürgerkriegsflüchtlingen zu helfen. Das können wir am besten tun, wenn wir besagte 10 Milliarden, gern auch mehr, der UNHCR zur Verfügung stellen.

        • Selbstverständlich müssen wir den Flüchtlingen die hier sind helfen, diese Frage stellt sich nicht.

          Dann sind wir doch im Grundsatz beieinander. 🙂 Das ist explizit das, was ich als Gebot unserer Menschlichkeit bezeichnete.

  5. Heute ist Wahlsonntag und ich breche jetzt zur Oberbürgermeisterwahl auf. Was das mit dem Blogbeitrag zu tun hat? Nun, ich gehe in gewisser Weise meinem Recht zur freien Meinungsäußerung auf effektivem und vernünftigem Wege nach, während sich andere noch auf sozialen Plattformen gegenseitig die Köpfe einschlagen.

    Wer kommt alles mit? 😉

    • Wo kann man sowas eigentlich machen? Sämtliche Leute in der Gegend, die ich seitdem ich volljährig geworden bin gefragt hab, hatten keine Ahnung.

      Gibts irgendwo online ein Verzeichnis mit Wahllokalen?

      • (Also allgemein mein ich. Weiß ja nicht ob dein Bürgermeister der selbe wie bei uns ist. 😉 )

        • Das Wahllokal, in dem du wählen darfst, steht auf dem Wahlschein, den man dir zugesandt hat, sofern du wahlberechtigt bist. An die Adresse, unter der du gemeldet bist. Hast du keinen Wahlschein bekommen, bist du wohl nicht wahlberechtigt oder nirgendwo gemeldet. Oder falsch gemeldet und der Wahlschein gammelt in der Altpapierkiste der WG rum, aus der du vor drei Jahren ausgezogen bist. Keine Ahnung. Ohne Wahlschein kannst du durch alle Wahllokale deiner Stadt tingeln, es wird dich keiner wählen lassen, denn du musst den bei der Stimmabgabe dort abgeben.

          • „Ohne Wahlschein kannst du durch alle Wahllokale deiner Stadt tingeln, es wird dich keiner wählen lassen, denn du musst den bei der Stimmabgabe dort abgeben.“

            Das ist nicht richtig. Es reicht der Personalausweis. Allerdings musst du dafür wissen, welches „dein“ Wahllokal ist 😉

          • Ich sollte meine Post besser ansehen.
            Kann es sein, das sowas mit der Werbung kommt?
            Hab bisher nur Werbung von Parteien bekommen, aber nie irgendwas davon gesehen.
            Wie gesagt, alle in meinem Umfeld bisher (egal welches Alter) hatten da keinerlei Ahnung von.

            Naja. Bedeutet immerhin, dass ich nicht die einzige bin, die zu doof ist, das rauszufinden. 😉

          • völliger Quark:
            Du hast maximal eine Wahlbenachrichtigung erhalten, und aus dieser geht nur hervor, daß Du im Wählerverzeichnis die Nummer *** hast und in dem explizit bezeichneten Wahlkreis wahlberechtigt bist;
            ein Wahlschein muß hingegen extra beantragt werden, er ist die Grundlage für eine Briefwahl, und er wird nur im Briefwahllokal gezählt – das heißt, wenn Du erst 17.59Uhr Deinen Stimmzettel samt Wahlschein in Deinem »echten« Wahllokal abgibst, gilt Deine Stimme für »nicht abgegeben«, weil auch im Briefwahllokal punkt 18.°°Uhr die Urnen ausgezählt werden

          • @Severus.Granger: Das ist partieller Unfug.

            Es ist richtig, daß man einen Wahlschein für die Briefwahl benötigt. Doch kann man mit einem Wahlschein in jedem Wahllokal des [b]Wahlkreises[/b], in dem man wählen darf, zur Wahl gehen (es muß nicht zwingend das Wahllokal sein, das in der Wahlbenachrichtigungskarte genannt ist).
            Man kann natürlich auch in sein „Stamm“wahllokal gehen, dann muß man den Wahlschein trotzdem vorlegen, wenn man wählen will (in diesem Fall reicht die Wahlbenachrichtigungskarte oder der Perso nicht). Ein Wahlschein wird grundsätzlich im Wählerverzeichnis eingetragen, wenn er ausgegeben wird – und dies muß nicht zwingend für eine Briefwahl geschehen. Ein Wahlschein kann auch einzeln ausgestellt werden.

            Genauso muß man nicht zwingend Briefwahl machen, wenn man Briefwahlunterlagen beantragt hat; man kann auch mit dem Wahlschein bewaffnet ein beliebiges Wahllokal seines Wahlkreises aufsuchen und seine Stimme abgeben. In diesem Fall wird der Wahlschein dort einbehalten, und der Wähler kann die Stimme abgeben. Die Stimme wird dann übrigens dort ganz regulär gezählt, wo sie abgegeben worden ist. Stimmzettel, die mit Wahlschein abgegeben wurden, werden, im Gegensatz zu dem, was behauptet wird, eben [i]nicht[/i] ans Briefwahllokal weitergeleitet.

          • Robidu, da muß sich also letztens erst was geändert haben, denn als ich das letzte Mal Wahlvorsteher war (vorletzte BTW), war es noch so wie von mir beschrieben – Zwischen 17.°° und 17.³°Uhr rief der Wahlleiter an, ob noch Briefwahlunterlagen samt Wahlschein eingegangen seien, und wenn ja, wurden diese, wenn es denn noch möglich war, abgeholt; wir durften jedenfalls nichts Mitgebrachtes einwerfen lassen.

      • Jeder Wahlberechtigte hat normalerweise eine Wahlbenachrichtigung erhalten, auf der die Adresse des Wahllokals drauf steht. Wenn nicht: Bei der Kommune anrufen, die helfen dann weiter.

        • Vielleicht solltet ihr einfach mal euer Bundesland dazu schreiben … Die Wahlen sind nicht bundesweit! In Nidersachsen findet heute keine Wahl statt, im Ruhrpott dagegen schon …

  6. Ich finde es interessant als auch bedenklich wie man Homophobie und Nazi derart nebeneinander stellt. Gut, man möchte Kernbeispiele bringen, bei denen sofort klar ist worum oder gegen wen es geht, eine deutlichere Trennung voneinander würde der Sache, meines Erachtens, allerdings mehr helfen.

    Zitat: „Nazimethoden sind nicht plötzlich in Ordnung, nur weil sie jetzt gegen echte oder vermeintliche Nazis und/oder Homophobe eingesetzt werden. Selbst wenn sie, sagen wir mal aufgrund eines göttlichen Dekretes, plötzlich in Ordnung wären, so liegt es immer noch nicht im Kompetenzbereich eines Mobs, zu entscheiden, ob die Vorwürfe gerechtfertig sind oder nicht.“

    Derartige Methoden, zum ersten, nur Nazis alleine zuzuschreiben ist nicht korrekt. Die größte „Demokratie“ unseres Planeten bedient sich oft genug, in älterer und jüngerer Vergangenheit, derselben ‚Methoden‘. Zum ‚Mob‘ komme ich noch …

    Wenn man es für richtig empfindet quasi mit gleicher Münze zurückzuzahlen, begibt man sich auf die (moralische) Ebene dessen, den man eigentlich verachtet. Ich glaube das Helge dies zum Ausdruck bringen wollte.

    Und was den ‚Mob‘ betrifft, aufgrund einer Meldung letztens in den Medien, und zu einem anderen Thema, es scheint das wenn ein Vater mit seiner Tochter spazieren geht, das dieser Vater künftig sowieso Polizeischutz benötigt, damit er von selbsternannten Blockwarten nicht angegriffen wird. Wie weit weg sind wir inzwischen eigentlich von dem was die eigentliche Definition von Freiheit ausdrücken soll?

    PS: Helge? 😉 Ich bevorzuge denn doch die Standardtasse – „Papa ist der Beste“ (war ein Geschenk)

  7. Ich kann nachvollziehen, das einige Aktivisten/innen zu weit gehen mit ihrem Drang, „besorgte Bürger“ im Internet bekämpfen zu wollen. Und die Huffington hätte sich wahrhaftig einige bessere Beispiele für Fremdenfeindlichkeit und/oder Ausländerhass heraussuchen können.

    Dennoch finde ich die grundsätzliche Ablehnung dieser Methode falsch. Bei jüngst erschienen Nachrichten wie der von „Berlin wehrt sich“ auf Facebook, wo man den Tod eines Flüchtlingsjungen feierte, sind menschenverachtend, verfassungswidrig und einfach rechtsradikal. Ja, es liegt noch ein Unterschied zwischen denen, die herum tönen, dass Asylbewerber klauen (chronisch veranlagt, versteht sich), und denen, die die Asylbewerber gleich alle ins nächstbeste KZ stecken wollen.

    Bei Einträgen wie diesen finde ich es keineswegs unangebracht, Anzeige zu erstatten und den Arbeitgeber zu informieren, denn oft sind die Einträge von Seiten wie „Berlin wehrt sich“ nicht einfach nur rechtes Müll-Gelaber, sondern schon Volksverhetzung. Es ist in Ordnung, das Leute dann mobilisiert werden, gegen solche Seiten vorzugehen – leider sperrt Facebook ja immer noch lieber nackte Brüste als rassistische Einträge. Und wenn jemand, vollkommen öffentlich zugänglich, Sätze wie „alle Asylschmarotzer nach Dachau“ postet, dann ist das für mich auch in keinster Art und Weise mehr entschuldbar. Und dann ist es auch angebracht, denjenigen anzuzeigen. Das ist dann keine Denunzierung mehr, denn solche Einträge sind ja keine freie Meinung mehr – wie gesagt, es ist Volksverhetzung und damit strafbar.

    Aber du hast recht, nicht alle Kommentare sind grundrassistisch. Doch die Anzahl der rassistischen Kommentare auf Facebook nimmt extrem zu, wie ich selbst beobachten darf, und dagegen müssen wir vorgehen. Das wäre sicherlich auch auf andere Art und Weise möglich, doch bei Seiten wie „Berlin wehrt sich“ tut mir das eigentlich nicht mehr leid.

    • Undomiel schrieb:

      „Bei Einträgen wie diesen finde ich es keineswegs unangebracht, Anzeige zu erstatten und den Arbeitgeber zu informieren“

      Nazi-Methode, der ist Jude, ein guter Deutscher kauft da nicht, der ist Auslaederhasser, ein guter Deutscher schmeisst ihn von der Arbeit und laesst womoeglich (Kollektivhaftung wie bei den Nazis!) seine Familie mitleiden.

      „alle Asylschmarotzer nach Dachau“ postet, dann ist das für mich auch in keinster Art und Weise mehr entschuldbar “

      Schon mal etwas von Gesetzen gehoert? Oder legitimierst du gerade den Lynchmob?

      „Doch die Anzahl der rassistischen Kommentare auf Facebook nimmt extrem
      zu, wie ich selbst beobachten darf, und dagegen müssen wir vorgehen.
      Das wäre sicherlich auch auf andere Art und Weise möglich, doch bei
      Seiten wie „Berlin wehrt sich“ tut mir das eigentlich nicht mehr leid.“

      Eben:Lynchmob. Nichts anderes.Jetzt nehmen die Linken die alles besser
      wissen, die demokratischen Gesetze in die eigene Hand :
      Anklaeger, Richter und Henker in einem.

      Nachdenen unerwuenscht.
      Worin eigentlich unterscheidet sich der -sagen wir mal- Auslaenderhasser
      in seinen Spruechen (!) vom linken Mob in seinen Taten?

      • Entschuldigung, habe ich mit irgendeinem Satz erwähnt, das ich links bin? Ich wüsste nicht, das ich das getan habe.

        klassenerster schrieb: „Nazi-Methode, der ist Jude, ein guter Deutscher kauft da nicht, der ist Auslaenderhasser, ein guter Deutscher schmeißt ihn von der Arbeit und laesst womoeglich (Kollektivhaft wie bei den Nazis!) seine Familie mitleiden.“

        Wie du vielleicht bemerkt haben solltest, habe ich darauf hingewiesen, dass mein oben genanntes Beispiel („Berlin wehrt sich“), nicht mit allen „besorgten Bürgern“ gleichzusetzen ist. Ich kenne auch welche von denen, die nicht solche Dinge sagen, und die irgendwie auch noch zum Gespräch bereit sind. Und ich beteilige mich kaum bei solchen Shitstorms, nur, wenn ich das wirklich für nötig halte. Und für mich ist dieses Beispiel nun einmal ein Fall von Volksverhetzung, oder widersprichst du mir da? Ich frage mich, was du tun würdest, wenn jemand sich bei dir in der Heimatstadt auf den größten Platz stellt und herum posaunt, was „Berlin wehrt sich“ gepostet hat. Würdest du dann auch nichts tun? Oder es wegen Volksverhetzung zur Anzeige bringen? Weil heutzutage besteht zwischen dem öffentlichen Herumbrüllen und dem öffentlichen Posten in sozialen Netzwerken kaum mehr ein Unterschied.

        Weiter im Text: „Schon mal etwas von Gesetzen gehoert? Oder legitimierst du gerade den Lynchmob?“

        Ja, ich habe schon etwas von diesen merkwürdigen Gesetzen gehört, die du da erwähnst. Allerdings frage ich mich gerade, in welcher Weise ich den Lynchmob unterstütze. Ich rufe weder zur Gewalt auf, noch schreibe ich irgendwelche Hasskommentare unter Postings von gestandenen Nazis (und damit meine ich nicht die besorgten Bürger, die sich um Überfremdung sorgen). Aber es tut mir leid, dass ich es nicht hinnehmen kann, wenn jemand oben genanntes Beispiel postet. Das geht mir nicht in den Kopf, und das tut mir auch nicht leid. Für mich ist die Aufforderung, jemand ins KZ zu stecken, einfach unmenschlich. Und es ist gesetzlich illegal. Und man kann nicht bestreiten, dass es auf Facebook genügend Leute gibt, die volksverhetzende Inhalte teilen.

        „Eben:Lynchmob. Nichts anderes.Jetzt nehmen die Linken die alles besser
        wissen, die demokratischen Gesetze in die eigene Hand :
        Anklaeger, Richter und Henker in einem.“

        Hör mal, wenn ich für den Lynchmob wäre, dann würde ich Seiten wie „Berlin wehrt sich“ nicht bei der Onlinewache anzeigen, sondern dann würde ich mit dem Baseballschläger auf Pegida-Demonstranten einschlagen. Das tu‘ ich aber nicht, weil ich gegen jede Art von Gewalt bin, auch von linker Seite aus. Ich bin kein Mitglied der Antifa, und ich halte jene auch für recht dumm, und ich bin nicht antideutsch oder sonstwas. Ich frage mich, was du alles in meinen Post hinein interpretierst. Ich würde Gesetze niemals in die eigene Hand nehmen, das entspricht nicht meiner Überzeugung, vorallem nicht als Pazifistin. Und das habe ich hier auch mit keinem Satz erwähnt.

        „Worin eigentlich unterscheidet sich der -sagen wir mal- Auslaenderhasser
        in seinen Spruechen (!) vom linken Mob in seinen Taten?“

        Hör mal, wir sind längst nicht mehr nur bei Sprüchen. Ja, es klopfen viele Leute hohle Sprüche, und tun am Ende nichts, aber es gibt heutzutage auch Brandanschläge auf Asylbewerberheime, nur als Beispiel. Sind das dann auch nur Sprüche?

        Ich betrachte das Ganze im Gesamtbild. Und ich bin weder linksradikal, noch bin ich Antifa, Antideutsch, Kommunistin oder ähnliches. Du behauptest hier etwas von mir, das schlichtweg nicht stimmt. Ich würde übrigens auch nicht alle Linken als radikal bezeichnen, denn nicht jeder Linker ist Antifa-Mitglied, nur mal so. Und nicht jeder Antifaschist ist gewaltbereit. Der Schwarze Block ist nur ein Teil davon.

        Aber jetzt zum eigentlichen Thema: Was unterscheidet LinksRADIKALE von sprücheklopfenden Ausländerhassern? Ich weiß, worauf die hinaus willst, und ich kann dir das auch sagen: Der LinksRADIKALE bewegt seinen Allerwertesten auf eine Demo und sucht dort Stress. Deswegen nennt man ihn ja LinksRADIKAL. Der sprücheklopfende Ausländerhasser hingegen sitzt vor seinem Computer und tippt irgendwelche Hetz-Posts in die Tastatur, während er sich darüber freut, dass er so seinem Ärger Luft verschaffen kann. Ist es das was du hören wolltest?

        Das stimmt auch so. Allerdings, wie bereits gesagt, nicht alle Linken sind radikale Hooligans, die wahllos auf Polizisten und Nazis einprügeln. Ich bin kein Freund von Verallgemeinerungen, und deshalb sage ich auch, das nicht jeder „besorgte Bürger“ gleich ein Nazi ist, wie oben erwähnt. Ich kann die Ängste auch gewisserweise irgendwie nachvollziehen. Die Situation ist sehr schwierig, und wir haben keinen richtigen Lösungsansatz. Aber was ich nicht verstehen kann, ist purer Rassismus. Und dafür entschuldige ich mich nicht. Ich kann „Berlin wehrt sich“ nicht einfach Dinge posten lassen, die verfassungswidrig sind. Aber dafür muss man nicht auf Gewalt zurückgreifen, wie du vielleicht glaubst, denn immerhin sind Linke bei dir ja genauso schlimm wie Rassisten, nein, ich kann denjenigen auch einfach anzeigen. Und das ist okay so. Wer solche Dinge ins Internet stellt, der muss damit rechnen. Ich schreibe auch keine verfassungswidrigen Posts, die Mehrzahl tut das nicht. Ich schreibe unter rassistische Postings nicht, dass der Autor sich umbringen soll. Natürlich gibt es da Leute, die über’s Ziel hinaus schießen, und das ist auch nicht in Ordnung, aber das legitimiert noch lange nicht den Urheber eines Hetzpostings.

        Ich finde es ganz interessant, das du mich so gut zu kennen scheinst und weißt, das ich linksradikal bin, obwohl ich selbst das nicht einmal mehr weiß. Übrigens: Wie ist es mit der Gegenseite? Wie ist es mit den Leuten, die Hasspostings verfassen? Die verfassungswidrige Dinge posten? Dürfen die das deiner Meinung nach, oder wie? Was ist mit den Leuten, die Flüchtlingsheime anbrennen? Mit denen, die „schickt sie alle ins KZ“ schreiben? Das ist Volksverhetzung, steht im Grundgesetz.

        Übrigens: Die Polizei war auch der Ansicht, das „Berlin wehrt sich“, sprich der Inhaber dieser Seite und Urheber des Postings, verfassungswidrig war. Irrt sich die Polizei da auch? Ist dieser Mann nun ohne erkennbaren Grund angeklagt und muss sich vor Gericht verantworten?

        • Inhaltlich kann ich dir zustimmen – auch ich bevorzuge es, mich von radikalen Meinungen sämtlicher Art zu distanzieren. Aber wenn ich mich nicht täusche, hat klassenerster DIR persönlich keinen Vorwurf gemacht (da stand nichts von „Du linker Trottel“, um es mal vereinfacht auszudrücken). klassenerster hat lediglich eine andere inhaltliche Meinung zum Ausdruck gebracht. Vielleicht nicht 100% diplomatisch, aber einen auf dich bezogenen Angriff konnte ich da nicht herauslesen.

        • und, wer legt fest was

          »[…] Volksverhetzung, […] diese […] merkwürdigen Gesetze, […] Lynchmob, […] Ha[ß]kommentare […] [oder] gestandene […] Nazis [und] […] die besorgten Bürger […]«

                sind? Richtig, die Gerichte mit ihren merkwürdigen Gesetzen 😀 nicht Ihre Sache ist es, derlei zu be- oder verurteilen.
          die wenigsten

          »[…] Brandanschläge auf Asylbewerberheime […]«

                sind aufgeklärt, im Gegenteil, wie Tröglitz nahelegt, sind wohl eher Bereicherungs- und Versicherungsbetrugsversuche die Ursache – aber da in dieser Sache noch die Staatsanwaltschaft ermittelt, beschränke ich mich auf Vermutungen…
          Jeder Anti*˜ ist feindlich, gegnerisch, zerstörerisch, denn er verneint per se – Anti ist das Gegenteil von Ja, es ist ein Nein, ein Nein zum Leben, zum Dasein, ein plumpes, primitives reflexhaftes trillerpfeifiges »Dagegen!«, und vom dumpfen Anti-Mob zum steineschmeißenden Lynchpöbel ist es nur ein kleiner Hopser – wer solche ernstnimmt (die Meinungen, nicht die Gefahr dahinter), ist selber bedauernswert…
          im übrigen verwechseln Sie da was, nämlich »RADIKAL«, ein Problem an der Wurzel packend, mit »EXTREMISTISCH«, eine Sache auf Prokrustesweise ohne Rücksicht auf Differenzierung »lösend«.
          ich bin nicht

          »[…] der Ansicht, da[ß][…] der Inhaber[…] und Urheber[…] verfassungswidrig war […]«

                denn kein Mensch ist illegal, und gleich gar nicht »verfassungswidrig« – als höchstes der Gefühle könnte sein Handeln gegen das Grundgesetz verstoßen; aber dieses ist seit dem §130 StGB ohnehin obsolet, insofern…

          • Deswegen habe ich ja geschrieben, das man Gewalt in jeglicher Form ablehnen muss. Es anzuzeigen ist jedoch eine andere Sache, denn damit übergibt man ja die Angelegenheit in die Hände von den Gerichten. Das „merkwürdig“ war wohl übrigens eher sarkastisch gemeint, wobei das, wie ich jetzt merke, wohl nicht herauszulesen war.

            Ich würde einen Antifaschisten nicht grundsätzlich als „feindlich“ bezeichnen, auch, wenn er definitiv feindlich gegenüber Faschisten ist. Wobei ich sagen muss, dass die heutige Antifa nur noch sehr wenig mit dem ursprünglichen Begriff „Antifaschist“ zutun hat, der immerhin schon während und nach dem zweiten Weltkrieg entstanden ist.

            Ich habe nicht gemeint, dass der Inhaber/Urheber/Autor verfassungswidrig war, sondern dass das, was er geschrieben hat, genau das war. Ich würde keinen Menschen als illegal beschreiben. Ich kann den Einwand jedoch nachvollziehen.

          • ich fürchte, daß Ihnen nicht ein Halbprozent der selbsternannten Antifanten erklären oder gar belegen kann, was Faschismus ist, geschweige denn den Unterschied zum Nationalismus, Nationalsozialismus oder Hitlerismus zu erklären im Stande ist – ein Antifa*˜ ist grundsätzlich feindlich, da er (bis auf obenerwähntes Untereinhalbprozent) nicht definieren kann, wogegen er eigentlich ist; er ist halt dagegen, auch gegen alles, wo er nicht grad für ist – ein Antifa*˜ ist das sowohl bemitleidens- als auch verachtenswerte Ausscheidungsprodukt eineer diskursfeindlichen Pseudokultur, die sich im Besitze der Alleinseligmachenden Wahrheit wähnt.

          • In Ordnung, dann kennst du andere Antifaschisten als ich. Ich kenne viele, die sehr intelligent sind, aber auch sehr verquer. Ich würde sie nicht als komplett-anti bezeichnen. Aber vielleicht hast du ja auch andere Erfahrungen gemacht. Verallgemeinerungen sind nicht mein Ding, ich mache mir lieber ein Bild vom Antifaschisten als Menschen, anstatt von der gesamten Organisation inklusive aller Mitglieder. Denn da gibt es sicherlich auch himmelweite Unterschiede.

          • »[…] sehr intelligent […] aber auch sehr verquer […]«

                  und weil die intelligenten studieren, müssen sie reproduzieren, was der Prof verkündigt, es gewissermaßen als die lautere Wahrheit einsaugen wie weiland in der Christenlehre die Schöpfungsgeschichte; folglich schütten sie ihr Hirn zu, und wenn sie ausstudiert sind, können sie vor lauter Müll in Halbwissen-Schachteln und Schrott in zusammenhanglose-Fakten-Schubladen nicht mehr reflektieren und denken – erst intelligent, dann Anti*˜, und schließlich verquer…

            ich kenne einen solchen, der hat Politik»wissen«schaften studiert – früher war er christlich, und heute hat er seine Religion einfach gegen den Anti*ismus ausgetauscht; zum Steineschmeißen ist er zu feige, aber er gehörte zu den geistigen Brandstiftern, den Einpeitschern, die in Treffpunkten, ähnlich dem AZ Conni, mit dem Dosenbierpöbel »Demo-Training« abhalten…

            und, ja, ich betrachte schon den einzelnen, aber ich habe mit gewissen Gruppierungen meine schlechten Erfahrungen gemacht, und meine schlechtesten mit Antifanten, in deren Schmuddelecke ich während meiner Adoleszenz selber saß, und deswegen halte ich alle, die nicht für, sondern nur gegen etwas sind, für suspekt.

            Erfahrung –> wiederholte Erfahrung –> gefestigte Erfahrung –> Vorurteil; das Vorurteil ist eine Schutzfunktion: ich muß mich nicht zweimal von einem Türken zusammenschlagen lassen, nur weil ich ihn nach der Zeit gefragt habe – also gehe ich solchen aus dem Weg, auch wenn sie zehnmal einen BRd-Paß haben!

  8. Ich danke dir für diesen Text!

    Ich vermute mal stark, dass dich auch das Flüchtlingsthema dazu veranlasst hat. Und zu dem Thema hab ich auch einige Threads in anderen Foren gesehen und das kann einen echt schockieren. Es gibt da teilweise Menschen, die ganz sachlich argumentieren, warum sie nicht so viele Flüchtlinge nach Deutschland lassen wollen. Und dann gibts teilweise Menschen, die auf solche sachlichen Argumente mit Beleidigungen antworten. Und auf wessen Seite stellt sich der Großteil? Natürlich auf die, die ihre Meinung mit der Mehrheit teilen, die aber genauso beleidigend sind. Da vergehts einem echt.
    Genauso kann man des natürlich auch bei anderen Themen beobachten…

    • Umso schöner fand ich einen kleinen Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Es ging darum, dass nach Erhebungen zwei Drittel angaben, keine Angst vor zu vielen Flüchtlingen, Überfremdung, steigender Kriminalität aufgrund der Flüchtlinge etc. zu haben. Der Artikel hat daran erinnert, dass zwei Drittel zwar eine nicht zu verachtende Mehrheit sind, aber dass es falsch ist, das restliche Drittel zu ignorieren, mit der rechtsradikalen Szene gleichzusetzen und niederzuschreien. Eine schöne, unaufgeregte Anmerkung zur derzeitigen Diskussionskultur.

  9. Danke für diesen Beitrag, sehr informativ. Das Aufkommen des Mob-Verhaltens, angefeuert durch Social Media, ist vielleicht eine der kritischsten Entwicklungen in unserer westlichen Gesellschaft. Die Meinungsfreiheit wird direkt untergraben weil man so langsam aber sicher die Schere im Kopf aktiviert, man fängt an, sich selbst zu zensieren, weil man Angst hat, dass irgendwer irgendwo Anstoß daran finden könnte, es falsch interpretiert oder sonstiges. Denn die Fraktion der Dauerempörten interessiert sich nicht für Intention, nicht für Kontext, nicht für Bedeutung. Da sagt man etwas, was auch nur ansatzweise falsch verstanden werden kann, und schon wird man von der Lawine überrollt. Als normaler Mensch kann man da kaum gegen ankämpfen. Sah man auch letztens erst gut beim britischen Nobelpreisträger Tim Hunt, der einen harmlosen Witz gemacht hat, bei dem er sich selbst auf die Schippe nimmt. Man kann darüber streiten ob der Witz „gut“ oder angebracht war, klar, aber was danach passierte, ist einfach eine Schande. Irgendeine Journalisten reißt die Aussage vollkommen auf den Kontext, spinnt ein Lügennarrativ, und der Mann war kaum zurück von der KOnferenz, da wurde er schon vor die Wahl gestellt, ob er zurücktritt oder gefeuert wird von einer Position an einer prestigeträchtigen Universität in England. Unschuldsvermutung existiert für den Social Media Mob nicht, die alle blind der Journalistin geglaubt haben. Nach und nach kamen mehr und mehr Details der Affäre ans Licht, die klar machten, wie groß die Lüge um Tim Hunt war, aber er hat nun seine Positionen nicht mehr inne, während die Täterin keinerlei Konsequenzen tragen musste.

    • es geht doch aber nicht um diesen oder jenen, der irgendwie oder irgendwo an irgendwasauchimmer Anstoß nehmen könnte, sondern es geht um diesen faschistoiden Pöbel, der einer Gärtnerei den Fuhrpark abfackelt, weil in einem (nicht einmal zur Gärtnerei gehörendem, sondern nur auf deren Gelände stehendem) Gebäude ein Mitarbeiter der NPD-Fraktion des Sächsischen Landtags polizeilich gemeldet war, oder gegen dieses von mehreren Familien bewohnte Haus, in dem besagter Landtagsangehöriger wohnte, einen Moltowcocktail wirft – das Beschämendste an dieser Sache aber war, daß diese Meldung nur drei Zeilen im Vermischten auf der Lokalseite erhielt, weil unsere stromlinienförmigen qualitätsfreien Medien eben keine Lügenpresse sind, sie haben ja drei Zeilen á vierzig Anschläge darüber geheuchelt:
      »*** gerieten Fahrzeuge in Brand« und »*** wurde mit einem Feuerwerkskörper ein Briefkasten entzündet«;
      und weil ich meine Familie vor solchem widerlichen rassistischen Pack schützen muß, bin ich im Netz grundsätzlich anonym…

      Die erwähnte Jounaille mit all ihren Mietmäulern, Zeilensöldnern und Journalunken ist ja in der öffentlichen Wahrnehmung schon lange auf einer Stufe mit Bankstern, GEZ-Schergen und Finanzbeamten 😀 folglich bleibt uns doch nur die ixndypsendste Wiederholung von »Lügenpresse, halt die Fresse!«

  10. Meine ungefragte Meinung, aus der Sicht eines Menschen,der Not,Zerstoerung,
    und Hunger kennt, das war Anfang der 50er,und es gab kein Land, in das wir fluechten konnten, hoechtens in die Fremdenlegion fuer einige, die nichts anderes gelernt hatten als zu schiessen.

    Wir hatten zwar einen sog. Marshallpla, aber der trat spaeter in Kraft und entband keinen von der eigenen Verantwortung.
    Also, fluechten konnten wir nicht.Ganz Deutschland war ein Truemmerhaufen, die meisten schwer traumatisiert (wie meine Mutter, die die Napalmbrenende Menschen mitbekam, die in den Brunnen sprangen um den Brand zu loeschen, und die, nach dem ihr brennender Leib geloescht war,aus dem Wasser rauskammen, nur um wieder frohlich anzufangen, bedingt durch den Sauerstoff,neu abgefackelt zu werden) Und es gab niemals eine Therapie fuer Kriegsbedingte Traumata,wie bereits gefordert wird, wie ich las.

    Dass ich heute hier schreibe, liegt an einem Tuerspalt von der Hoehe von etwa einem Zentimeter.
    Denn der Keller,in dem sich meine Mama sich beim Bombardement verkrochen hatte, war gefuellt mit Menschen, und sie sass direkt an der Tuer mit dem Spalt.Und neben dem Keller war ein Depot von Koks. Koks dient ja zum heizen. Und die Brandbomben von Oben schlugen in den Kokskeller,der anfing zu gluehen und Giftgase zu verbeiten und den Sauerstoff zu rauben.Und weil das so war, (wer waren doch wieder diese hasserfuellten weiblichen Kinder, die „Danke Bomber-Harris“ schrieben? Manchmal stimme ich „Schuld und Suehne“ zu, dass es Menschen gibt, die schlecht fuer die Menschheit und ueberfluessig sind), weil das also so war, sind all die Menschen im Keller verreckt (feministische Bomber-Harrries-Sprache),nur meine Mutter nicht.
    Sie und meine kleinen Geschwister (wir waren bereits mit 3 Jahren hartgesottene Nazis und hatten nichs anderes verdient) kauerten also, umgeben von Leichenbergen, am Spalt und schnauften Sauerstof aus einem ein Zentimeter hohen Tuerspalt, bis die Tuer aufgebrochen werden konnte.
    Wir haben also quasi ungerechtfertigt ueberlebt.
    Mein Vater war ein auslaendischer Zwangsarbeiter, der von den Nazis geschunden wurde, und staendig in Todesgefahr stand, er hatte einen Durchschuss links am Ohr und rechts am Hals heraus.
    Wir fuehrten also ein froehliches Leben und waren nur umgeben von Schutt und Truemern und konnten nirgendwohin fluechten, wo es Essen und Haeuser und Willkommensgruesse gab. Im Gegenteil.
    Als ich 13 war,musste ich bereits arbeiten gehen,um diese Scheissland mit aufzubauen, ein Alter,in dem heute die meiste Computer und IPhones als Eigentum besitzen und das Recht fordern noch mehr zu bekommen und noch mehr Freiheit zu habe, und morgens nicht in die Schule zu muessen wegen des, ach, Biorythmus. Wir lebten von Milchsuppe, altes Brot das in duenner Milch aufgekocht wurde. Ja es war eine froehliche Zeit.

    So, und heute sehe ich die – ja was sind das? Fluechtlinge? Ich sehe in der Presse Menschenkolonnen, auf der Suche nach dem Paradies.
    Und ich frage mich: was verflucht suchen all diese jungen Maenner im Ausland,und zwar nur in bestimmten Laendern?

    Wer vor einem Krieg fluechtet, der ist froh und Dankbar ,in irgendein Land zu koennen,in dem er ohne Angst um sein Leben erst mal ueberleben kann. Der sucht nicht das „Paradies“! Der nimmt auch seine Familie mit und sagt nicht „Schatzi, du und die Kinder,lasst euch mal weiter beschiessen und bombadieren , ich geh schon mal los und suche uns ein Land in dem wir alles bekommen“.
    Was sind das fuer elende Maenner die ihre Frauen,Kinder,Muetter und Vaeter in Stich lassen, um sich selber zu retten?
    Was sind das fuer erbaermliche junge Maenner (oh ja,alles Arzte, Architekten, Wissenschaftler) aus dem Balkan,die, anstatt ihrer Pflicht nachzugehen, alles fuer den Aufbau ihrer Heimat zu tun, nur zusehen, dass sie schnell weg kommen?

    Was ist das fuer ein selbsthassendes Deutschland, das stets wiederholt, dass keine Gelder da sind fuer mehr Hartz IV, fuer Hospitze,fuer Altersheime fuer Pflegepersonal,fuer Kinder, fuer Renter, und poetzlich rollt der Rubel in Milliardenhoehe fuer Menschen die, anstatt in ihrem Land versuchen etwas aufzubauen, abgehauen sind?

    Wieviel Verachtung haben solche „Politiker“ eigentlich im Herz,dass sie ihre eigenen Landsleute am kleinen Finger zappeln lassen, und dann, wenn sie sich vor der Welt bruesten koennen, wie gut sie sind, mal eben schnell Milliarden ausgeben koennen?
    Und was sind das fuer Verbrecher, die das Asylgesetz pervertieren, denn es heisst ja dass ja dass jeder politisch verfolgte Asyl bekommt.

    Wird jener im Balkan politisch verfolgt?
    Was ist das fuer eine dekatente Gesellschaft, die den Menschen nicht mehr „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben will (weil das ja Respekt vor der Leistung des Menschen beinhaltet) sondern Butterbrote verteilt und sagt „kommt alle her, wir schaffen das“?)
    So,auf diesem Weg, werden keine Probleme geloest. Die Probleme sind innerhalb der Infrastruktur der betroffenen Laender zu loesen. Und nicht diese Laender „ausbluten“ oder“auslehren“ zu lassen.
    Es geht auch nicht um die Frage ob 600.000 oder 800.000,sondern um die Verachtung der Sorgen des eigenen Volkes gegenueber. Wer berechtigte Bedenken meldet, ist also „Pack“ und „Nazi“. Wieviel Veachtung vor dem deutschen Waehler steckt also dahinter, um dessen Sorgen, Fragen, Bedenken,mit dem Abschaum „Pack“ gleichzusetzen?

    Die Gleichschaltung eurer Presse funktioniert, alle singen das gleiche Lieb von den Nazis und dem Pack, und bringen schoene Fotos von erfolgreich integrierten Moslems. Wie fuehlt sich so ein integrierter Moslem, der Jahrzehntelang im Kollektiv verdaechtigt und beschimpft wurde als Schariaanhaenger und Demokratiefeind, Kopftuchmaedchen und Geldabstauer, wenn er auf einmal sieht, dass diese „Feinde“ willkomen sind und herzlichst, mit Kuesschen und Umarmunge begruesst werden?.
    Fuehlt sich der redliche Moslem in Berlin- Kreuzberg,, der 20 Jahre im Kollektiv als Terrorist verdaechtigt und beschuldigt wurde, nicht von euch Deutschen herzlichst verarscht?

    Die ganze Vorgeschichte schrieb ich, damit verstanden wird,dass ich, im Gegensatz zu wohl vielen hier (im Lande) weiss, wovon ich spreche, wenn hier von Flucht und Krieg und Armut geredet wird.
    Und weiss,was menschliche Willenskraft alles erreichen kann, – wenn man nur will und muss. Diese Kraft und dieser Wille etwas fuer sein eigenes Land zu tun, wird einfach negiert.
    Geht mal nach Nicaragua, da leben Menschen bitterarm, aber, grosse Hochachtung, trotz Diktatur und Armut versuchen sie, aus Heimatliebe, in der Heimat etwas zu aendern.
    Und ja, auch wir haben sehr reiche Laender, das Gegenstueck zu eurem „Paradies“. Und dennoch fluechten nur wenige (na ja, bis neulich 1000 Menschen aus Venecuela nach Kolubien).
    Ich kann mich nur ekeln vor dieser Merkel, die sich nun proviliert auf Kosten der Landsleute, der Deutschen, die sie jahrelang verarscht hat, es gaebe kein Geld.

    Und ach, Willkommenskultur: ich habe es noch erlebt,89, da standen die „gleichen“ Willkommensgruesser in Berlin an den Strassen mit Kaffee und klatschten. Und danach hiess es;du bist doch Ossi, was hast du hier zu suchen?

    Von all dem abgesehen: Jahrelang wurde den Deutschen eingetrichtert, wie islamistisch und religioes-fanatisch die „Kopftuchfrauen“ und ihre Maenner sind, wie Menschenfeindlich der Koran ist, wie der Muselmann bald ganz Deutschland im Griff hat. Und ploetzlich,von einem Tag zum anderen, ist alles weg gewischt. Ploetzlich sind sie alle gut.
    Fuehlt sich da der seit Generationen hier integrierte Moslem nicht doch wie Dreck behandelt?

    Da ist man sprachlos ueber soviel Unverfrohrenheit.

    Und da kann ich nur noch sagen: Stroebele, Roth, Cem Özdemir, Simone Peter,Gruene Jugend,Renate Kuenast, Merkel, Gauck, na los, ihr habt doch grosse Wohnungen, da habt ihr euer Multi-Kulti, wieviel Familien aus Syrien nehmt ihr denn auf und beschraenkt euch auf ein Zimmer?
    Der Praesidentenpalast ist doch sehr gross.Merkel ist keine Mutti, eine Mutti kuemmert sich um ihre Familie. Diese braesige trampelartige Frau kuemmert sich nur um sich selber.

    • ja, danke, danke, DANKE und DANKE!
      das unterscheibe ich in voller Länge!
      Du hast zwar streckenweis ziemlich laut gepoltert, aber anders versteht es der Guthmenschelnpöbel ja nicht – wer eine Drittelmillion in Dresden ermordeter mit »Bomber Harris, do it again!« verhöhnt, ist nicht für einen Groschen besser (aber auch nicht schlechter), als diese Rechenknechte, die die Opferzahl auf unter ein Zehntel zu reduzieren suchten – das sollten sie mal mit dem 130er versuchen 😀

    • Ich möchte mich jetzt nicht genauer mit der obigen Beschreibung der Lage in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg befassen. Ich bin nicht diese Generation, und ich kann mir diese Zeit nicht einmal ansatzweise vorstellen. Ich kann Empathie zeigen, aber ich kann nicht sagen, dass ich es nachvollziehen oder verstehen könnte. Und das will ich auch gar nicht, denn ich bin froh, noch keinen Krieg miterlebt haben zu müssen. Mir geht es jetzt um das, was folgt. Zuerst möchte ich aber sagen, dass jeder Krieg gleich schlimm ist, und das man keinen als „schlimmer“ bezeichnen kann als den anderen, denn jeder Krieg verursacht Leid, Tod, Schmerz, Gewalt und Ungerechtigkeit, vielleicht in unterschiedlicher Wucht und Härte, doch das Resultat bleibt das gleiche.

      „So, und heute sehe ich die – ja was sind das? Fluechtlinge? Ich sehe in der Presse Menschenkolonnen, auf der Suche nach dem Paradies.
      Und ich frage mich: was verflucht suchen all diese jungen Maenner im Ausland,und zwar nur in bestimmten Laendern?“

      Ja, es sind Flüchtlinge. Sie flüchten vor Krieg, Hunger, Armut, Verfolgung, Chancenlosigkeit. Sie flüchten nicht ohne Grund. Ich kenne so viele Flüchtlinge, und keiner von denen sagt, er habe das Paradies gefunden oder wolle es finden, nein, sie sagen einem nur, wie froh sie sind, dass sie endlich hier sein dürfen – in Sicherheit. Diese Freude, diese Glückseligkeit, die sie dabei ausstrahlen, gibt einem so wahnsinnig viel, das können viele sich nicht vorstellen. Wenn sie versuchen, deutsch mit dir zu reden, obwohl sie die Hälfte noch nicht sagen können, aber krampfhaft genau das versuchen, weil es ihnen das Gefühl gibt, angekommen zu sein. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

      Den zweiten Satz kann größtenteils widerlegen. Die meisten Flüchtlinge, weltweit, flüchten innerhalb ihres eigenen Landes, und überqueren die Grenzen nicht. In Syrien sollen laut UNHCR 6,5 Millionen Menschen Vertriebene im eigenen Land sein. Die fünf größten Aufnahmeländer sind Pakistan, der Iran, Libanon, Jordanien und die Türkei. Nur 4% aller Flüchtlinge kommen, nach Daten der UNHCR, nach Europa.

      Die Flüchtlinge, die nach Europa kommen, wollen nach Deutschland – doch ist das denn noch verwunderlich? Nein, und übelnehmen kann ihnen das keiner. Viele Flüchtlinge wollen aber auch nach Schweden oder Norwegen. Das sind Länder, die viele Flüchtlinge aufnehmen, und das hören die Flüchtlinge. Warum sollten sie in Ungarn bleiben wollen? Dieses Land begegnet ihnen alles andere als freundlich, wie viele andere Balkan-Länder ebenfalls.

      „Wer vor einem Krieg fluechtet, der ist froh und Dankbar ,in irgendein Land zu koennen,in dem er ohne Angst um sein Leben erst mal ueberleben kann. Der sucht nicht das „Paradies“! Der nimmt auch seine Familie mit und sagt nicht „Schatzi, du und die Kinder,lasst euch mal weiter beschiessen und bombadieren , ich geh schon mal los und suche uns ein Land in dem wir alles bekommen“.
      Was sind das fuer elende Maenner die ihre Frauen,Kinder,Muetter und Vaeter in Stich lassen, um sich selber zu retten?
      Was sind das fuer erbaermliche junge Maenner (oh ja,alles Arzte, Architekten, Wissenschaftler) aus dem Balkan,die, anstatt ihrer Pflicht nachzugehen, alles fuer den Aufbau ihrer Heimat zu tun, nur zusehen, dass sie schnell weg kommen?“

      Der erste Satz wurde ja gerade eben untermauert. Die Flüchtlinge suchen nicht das „Paradies“, sie suchen in allererste Linie Sicherheit und eine Chance auf ein sorgenfreies Leben. Den zweiten Satz finde ich höchst beschämend, den dritten übrigens auch.
      Die Flucht ist teuer. Sehr teuer. Sie kostet dich ein Vermögen, und du kommst nicht anders weg. Wie bereits oben gezeigt, flüchten die meisten innerhalb der eigenen Landesgrenzen, nur wenige können sich die Flucht nach Europa überhaupt leisten. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, das in allererster Linie Studenten und Akademiker hier her flüchten. Zuallererst musst du durch dein eigenes Land flüchten, dann musst du den Schlepper bezahlen, wenn du über den Landweg kommst, dann höchstwahrscheinlich mehrere Schlepper. Und ja, es kommen viele, vorallem junge, Männer zu uns, aber wenn du nach Ungarn fährst, dann siehst du dort auch sehr viele Familien mit Kindern und Frauen. In unseren Flüchtlingsheimen übrigens auch. Warum schicken viele Familien ihre minderjährigen Söhne zu uns, die mit vierzehn bis sechszehn hier landen? Weil diese Familien nur eine Flucht bezahlen können, nicht für jeden. Und dann ist es doch im größten Maße verständlich, das man denjenigen schickt, der am ehesten die Möglichkeit hat, durchzukommen, ohne von Schleppern vergewaltigt zu werden, ohne auf dem Weg zusammen zu brechen? Dann erhöht sich automatisch die Chance, dass er hier her kommt und seine Familie nachholen kann. Und das versuchen sie mit allen Mitteln.

      „Erbärmliche junge Männer […] aus dem Balkan […]“. Fragen wir uns also: Wo kommen die meisten Männer aus den Balkangegenden her? Richtig: Aus dem Kosovo. Warst du schon einmal im Kosovo? Ich muss dir übrigens sagen, das viele aus dem Kosovo ihre, falls vorhandenen, Familien mitbringen. Aber zurück zur Frage: Warst du schon einmal im Kosovo? Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt dort bei 69 Jahren, es besteht kaum vorhandener Minderheitenschutz gegenüber Roma, Aschai, usw., ihren Kindern wird dort oftmals der Zugang zu Bildung verweigert, es gibt eine außerordentliche hohe Rate an Arbeitslosigkeit in Minderheitengruppen, das Land wird von Korruption getrieben, die Wirtschaft ist so gut wie überhaupt nicht vorhanden, in armen Gegenden gibt es keine Garantie auf Stromversorgung. Aus dem Kosovo flüchten viele Minderheiten zu uns, zum Beispiel Roma, aber auch diejenigen, die religiös verfolgt werden. Ich kenne ein paar Familien mit Kindern von dort, und sie hatten dort nichts. Keine Chancen, keine sichere Zukunft, nichts. Ist es dann verwunderlich, das sie zu uns kommen, in der Hoffnung, das ihre Kinder hier ein glückliches Leben aufbauen können, ihnen hier die beste Bildung zu ermöglichen?

      Ich finde es traurig, dass man alle Menschen von dort als „erbärmlich“ beschreiben muss. Es gibt dort eine hohe Rate an Kriminalität, vor allem organisiertes Kriminalität in Bandenform, doch nicht alle Kosovo-Albaner sind Verbrecher oder „erbärmliche junge Männer“. Und die, die hier her flüchten, verdienen dort unten mit Korruption sicherlich kein Geld, denn sonst hätten sie keinen Grund, hier her zu flüchten. Viele Menschenrechtsorganisationen sagen bereits, dass der Kosovo kein sicheres Herkunftsland ist. Und das ist es auch nicht, zumindest nicht für diejenigen, die nicht in die richtigen Kreise hinein geboren wurden. Der Krieg hat das Land so gebrochen, und es hat sich immer noch nicht wirklich davon erholt. Wir als Europa pumpen dort unsere Hilfsgelder rein, ohne darauf zu achten, ob diese auch bei denjenigen ankommen, die es wirklich brauchen. Und wie sollen sich die Minderheiten, die Armen, die Obdachlosen, dagegen wehren? Gegen eine korrupte Regierung, gegen wirtschaftliche Null, gegen organisierte Kriminalität? Sie können es nicht ohne Hilfe, sie fühlen sich alleine gelassen. Und sie kommen hier her, weil sie Hoffnung haben, dass es hier besser wird. Das ist in nicht verwerflich oder „erbärmlich“, das ist menschlich.

      „Was ist das fuer ein selbsthassendes Deutschland, das stets wiederholt, dass keine Gelder da sind fuer mehr Hartz IV, fuer Hospitze,fuer Altersheime fuer Pflegepersonal,fuer Kinder, fuer Renter, und poetzlich rollt der Rubel in Milliardenhoehe fuer Menschen die, anstatt in ihrem Land versuchen etwas aufzubauen, abgehauen sind?“

      Dieses Argument lese und höre ich so oft, dass es einem schon aus den Ohren herauskommen könnte. Es wird die Sozialfahne geschwungen. Was können die Flüchtlinge dafür, dass unsere Politik so ist, wie sie ist? Es herrscht nun eine Notsituation, und alleine die Menschlichkeit verlangt uns ab, denjenigen zu helfen, die geflohen sind. Das ändert nichts daran, das vieles, was in Deutschland bisher so gemacht wurde, fatal und falsch war, aber daran haben nicht die Flüchtlinge schuld. Daran ist unsere Politik schuld. Und schon wieder dieser Satz, dass „die da unten versuchen sollen etwas aufzubauen“. Darauf bin ich oben schon eingegangen. Übrigens: Deutschland hat diese Regierung und damit diese Politik mehrheitlich gewählt.

      „Wird jener im Balkan politisch verfolgt?
      Was ist das fuer eine dekatente Gesellschaft, die den Menschen nicht mehr „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben will (weil das ja Respekt vor der Leistung des Menschen beinhaltet) sondern Butterbrote verteilt und sagt „kommt alle her, wir schaffen das“?)
      So,auf diesem Weg, werden keine Probleme geloest. Die Probleme sind innerhalb der Infrastruktur der betroffenen Laender zu loesen. Und nicht diese Laender „ausbluten“ oder“auslehren“ zu lassen.
      Es geht auch nicht um die Frage ob 600.000 oder 800.000,sondern um die Verachtung der Sorgen des eigenen Volkes gegenueber. Wer berechtigte Bedenken meldet, ist also „Pack“ und „Nazi“. Wieviel Veachtung vor dem deutschen Waehler steckt also dahinter, um dessen Sorgen, Fragen, Bedenken,mit dem Abschaum „Pack“ gleichzusetzen?“

      Ich habe erklärt, dass es vor allem im Kosovo kaum bis gar keinen Minderheitenschutz gibt. Das ist eine Tatsache, die sich nicht abstreiten lässt. Und wir müssen diesen Ländern dort helfen, da stimme ich dir vollkommen zu. Aber das können sie nicht alleine. Nicht mit diesen Bedingungen, die sie haben. Unsere Hilfspakete werden für Dinge genutzt, die bei den Menschen, die sie brauchen, kaum ankommen. Und dennoch schicken wir immer wieder Hilfsgelder dort hin. Warum tun wir das, in dem Wissen, dass es dem Land schon seit Jahren nicht weiter hilft? Warum verschließen wir die Augen vor dem, was wir nicht sehen wollen?
      Ich habe keine Verachtung gegenüber Menschen mit Bedenken. Die Situation ist schwierig, wir haben keinen adäquaten Lösungsansatz, und den brauchen wir schnell. Jeder kann sagen, das die Asylpolitik so nicht weitergehen kann, wie sie derzeit ist. Ja, wir tun unser Bestes, wir sind sehr hilfsbereit, vor allem in München, und auch wenn ich Frau Merkel politisch nicht unterstütze, so rechne ich ihr doch hoch an, dass sie hier eine klare Linie fährt. Doch vieles, was heutzutage, vorallem in sozialen Netzwerken, geäußert wird, sind nicht mehr nur Bedenken. Ich habe dir bereits oben geschrieben, dass „alle ins KZ“, „Flüchtlingsjunge tot, juhu“, „sollen alle im Meer ersaufen“, „in Ausschwitz gibt es noch Gaskammern“, etc. [alles reale Beispiele!] keine Bedenken mehr sind. Das ist pure Hetze. Pure Menschenfeindlichkeit. Und das hat nichts mit Bedenken über die aktuelle politische Lage oder die Flüchtlingskrise zu tun. Das sind Stammtischparolen, für die man sich schämen sollte. Warum ist Frau Göhring-Eckhardt so massiv beleidigt wurden? Warum wurde Til Schweiger so massiv beleidigt? Oder Jennifer Rostock? Warum lese ich unter einem Video, das die fröhliche Aufnahme von Flüchtlingen an einem Bahnhof zeigt, so viele Kommentare, die nur so vor Ausländerfeindlichkeit strotzen? Kommentare wie „sie werden uns alle unterjochen“, „die gehören alle zur IS“, „die bringen Krankheiten mit“, „die sind kriminell“, „die wollen unsere Kultur zerstören“. Wie als wären das alles Menschen, die uns hassen, und die nur hier her kommen, weil sie uns bluten sehen wollen. Das ist so realitätsfern, vorallem für jemanden, der so häufigen Kontakt zu eben diesen Menschen hat, der so oft Zeit mit ihnen verbringt. Natürlich gibt es auch unter ihnen Arschlöcher – aber die gibt es bekanntermaßen auch bei uns und bei jedem anderen Volk in der Welt, ob nun Christ, Muslim, Buddhist, Jude oder Hindu.

      Man mag es stellenweise übertreiben. Sicherlich sind manche Gegenkommentare unangebracht, und manchmal wird über reagiert, das mag ich nicht bestreiten, doch es gibt so viele Kommentare, die schlichtweg menschenfeindlich sind, die nur so strotzen vor Rassismus, und ich kann es nicht leiden, wenn man das vollkommen außer Acht lässt, genauso wie die Tatsache, das in Heidenau randaliert wurde, von rechtsextremen, gestandenen Nazis aus der nächstbesten NPD-Ortsgruppe, aber auch von „besorgten Bürgern“, die einfach mitgelaufen sind und dann mitgemacht haben. Das darf man niemals außer Acht lassen. Und das kann man niemals abtun, so wie man keine, wirklich keine Art der Gewalt irgendwie abtun kann.

      „Und da kann ich nur noch sagen: Stroebele, Roth, Cem Özdemir, Simone Peter,Gruene Jugend,Renate Kuenast, Merkel, Gauck, na los, ihr habt doch grosse Wohnungen, da habt ihr euer Multi-Kulti, wieviel Familien aus Syrien nehmt ihr denn auf und beschraenkt euch auf ein Zimmer?
      Der Praesidentenpalast ist doch sehr gross.Merkel ist keine Mutti, eine Mutti kuemmert sich um ihre Familie. Diese braesige trampelartige Frau kuemmert sich nur um sich selber.“

      Was soll diese Fahne, auf der drauf steht, dass alle Politiker jetzt Flüchtlinge aufnehmen müssen, zu sich nach Hause? Es verlangt doch auch von uns niemand, das wir die zuhause in unsere Wohnung setzen, anders als nach dem zweiten Weltkrieg, wo die FLÜCHTLINGE aus den ehemaligen deutschen Ländern, die Heimatvertriebenen, scharenweise zu uns kamen und wir keinen Platz hatten? Damals haben wir sie in Wohnungen zu fremden Familien gesteckt, wo sie mit leben sollten. Das verlangt heute keine mehr. Es wird nur verlangt, dass die Flüchtlinge, die hier ankommen, menschlich und würdevoll untergebracht werden, nicht in Zeltlagern, sondern in Unterkünften, die irgendwie ein Zuhause bieten können. Und wenn es neben deinem Wohnhaus steht, und du jeden Tag darauf gucken kannst, was tut es dir? Fühlt man sich dann überrannt? Eventuell. Aber ich fühle mich nicht überrannt, und ich wohne ganz in der Nähe eines Heimes. Ganz im Gegenteil, ich und viele andere hier, die wir ehrenamtlich helfen, die wir Sachen abgegeben haben, die wir mit der Kindergartengruppe hingehen und uns mit den Flüchtlingskindern einen Spielplatz teilen, einfach so, nicht weil wir es müssen, sondern weil wir es wollen – wir fühlen uns bereichert. Und glücklich, das wir diesen Menschen eine Heimat geben können, ein Stück Ruhe, Zufriedenheit und Schutz.

      Wir brauchen eine adäquate Lösung für die Flüchtlingsproblematik, wir brauchen einen Schlüssel, der die Flüchtlinge europaweit gerecht verteilt, und der Dublin aushebelt. Und vorallem: Wenn wir hier über die Flüchtlingskrise reden, dann müssen wir auch über den Krieg in Syrien reden. Und dann müssen wir auch darüber reden, dass wir als Deutschland einer der größten Waffenexporteure der Welt sind, und das viele unserer verkauften deutschen Waffen, wie von Heckler & Koch, am Ende in eben jenen Kriegsgebieten landen und wir damit indirekt diesen Krieg in dieser Form erst möglich machen. Nicht nur Deutschland, aber auch wir. Und solange wir das nicht lauthals hinterfragen, solange ändert sich nichts. Und solange wir nicht auf die Barrikaden gehen, um zu sagen, dass diese Politik so nicht weitergehen kann, dieses Waffenverkaufen [u.a. an Saudi-Arabien], müssen wir auch damit rechnen, das die Flüchtlinge zu uns kommen.

      • AMEN. Du hast mir mit diesen Worten sehr viel Schreibarbeit erspart 🙂

    • Unterschreib ich gleichmal in voller Länge so wie es ist.

      Was ich seit Wochen in Meißen, Döbeln, Dresden und Umgebung beobachten muss und durch Verwandtschaft aus Chemnitz und Hainichen auch noch zu hören bekam, wie sich die „Gäste“ stellenweise benehmen ist erschreckend.
      Es sind nicht alle so, das möchte ich gleich noch vornweg sagen, da mir sonst sicher in fünf Minuten etwas gänzlich anderes unterstellt wird und ich als Rechtsradikale bezeichnet werde. ( Seltsamerweise häufen sich in meinem Um- und Landkreis mit wachsendem Zustrom jedoch die Negativfälle, die die Presse konsequent unter den Tisch kehrt. ) Das bin ich nicht, sondern schüttel einfach nur ungläubig mit dem Kopf, über die grenzenlos erscheinende Naivität und irgendwo schon komplette Dummheit der selbsternannten „Gutmenschen“ bzw. des „weißen Deutschland“ und allen voran unserer Politiker und „Mutti Merkel“!

      – Es wird durch die „Gäste“ geklaut, ohne dass Anzeige erstattet wird, da es ohnehin ins Leere läuft. ( Kürzlich erst in Dresden im Primark beobachtet. Die männlichen Gäste kleideten sich ein, und gingen ohne zu bezahlen, weil sie ja kein Geld haben und die Kleiderspenden wohl nicht ihren Ansprüchen entsprachen )
      – Es werden Frauen sexuell belästigt, ( Einer Freundin passiert in Döbeln, wo man sich abends als Frau allein nicht mehr auf die Straße traut! ) denen man kein Gehör schenkt, sondern ihnen eher noch die Schuld daran gibt, weil sie für die „Gäste“ nicht verhüllt genug waren.
      – In den Asylheimen werden zum Spaß die Feuermelder ausgelöst, weil ja dann das große rote Auto kommt und sich die „Gäste“ darüber freuen können. ( Mein Onkel ist bei der Berufsfeuerwehr in Chemnitz und hatte diese Situation bereits mehrfach. Natürlich zu Lasten der Steuerzahler, versteht sich )
      – Es werden Pflegeheime geräumt, für deren Plätze Angehörige von pflegebedürftigen, alten Menschen jede Menge Geld bezahlen, um Platz für die „Gäste“ zu schaffen, genauso werden Senioren aus ihren Langzeitbehausungen, die teils altersgerecht gestaltet waren ( Hainichen ), in Neubaublocks in den fünften Stock verfrachtet ( ohne Fahrstuhl, natürlich. Die Alten können ja jeden Tag Treppen steigen. Kann man den Gästen unmöglich zumuten ) damit Platz für die Asylbewerber wird. ( Ich weiß, ich werde gerade sarkastisch, aber die Art und Weise wie hier mit unseren älteren Mitbürgern umgegangen wird, regt mich einfach auf )
      – Seit Jahren gibt es Probleme in der Bildung und der Kita Betreuung, wo es angeblich an Geld fehlt. In Leipzig klagten erst kürzlich 3 Mütter auf Entschädigung, da sie keinen Kitaplatz bekamen und dadurch nicht planmäßig ins Berufsleben zurück konnten, obwohl er ihnen, bzw. den Kindern, lt. Gesetz zustand. Es fehlt akut an Lehrern und das seit Jahren! ( Nun werden sie eingestellt und Kita Plätze geschaffen für die „Gäste“ wo ich mich echt frage, wie so etwas sein kann? )
      – in Meißen gab es mehrheitlich Beschwerden von Anwohnern, die Nachts nicht zur Ruhe kommen und dadurch psychischen Belastungen ausgesetzt sind, da die Gäste erst nach 22 Uhr munter werden. ( Nachtruhe? Gilt natürlich nicht für die, wie auch sonst unsere Gesetze )

      Und das sind nur ein paar Beispiele aus meinem Umfeld.

      Die eigene Bevölkerung wird für Dumm verkauft, über Jahre an der kurzen Leine gehalten und geschröpft wo es nur möglich ist. Nun wird aber plötzlich alles mobilisiert, damit die „Gäste“ möglichst schnell integriert werden können und sich wohl fühlen, von denen man noch nicht einmal weiß, ob sie überhaupt ein Bleiberecht bekommen.

      Ich möchte damit jetzt nicht zum Ausdruck bringen, dass denen, die „wirklich“ Hilfe brauchen nicht auch geholfen werden soll, oder sonst wie hetzen, falls das jetzt jemand so interpretiert. Ich bin mit meinem Freundschafts-, Familien- und Kollegenkreis einer Meinung, dass denen, die „wirklich“ betroffenen sind geholfen werden „soll“ und „muss“. Allerdings hat niemand von uns Verständnis für den Rest, der uns hier „überrennt“. Und zwar ohne Kontrolle und Registrierung. „Mutti Merkel“ hat ja eingeladen.

      Im Gegenzug haben sich die „Gäste“ auch an unsere Gesetze und Regel zu halten. Das heißt nämlich auch „Integration“. Sie können nicht tun und lassen was sie wollen, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Das geht schon mit kleinen Sachen wie Belästigungen oder Ruhestörung los, bis hin zu Einbruch, Diebstahl, Körperverletzung oder eben auch Mord. ( Da wird ein Mitbewohner in einem Asylheim ( Dresden ) im Streit um die Waschmaschine erstochen oder es artet in einer Massenschlägerei in einer anderen Asylunterkunft aus, wegen einer ausgerissenen Seite aus dem Koran! ) Wohin all das führt kann sich jeder, der ein bisschen Grips zwischen den Ohren hat und auch noch dazu in der Lage ist, etwas vorrausschauend zu denken, selbst ausmalen.

      Es kann nicht sein, dass Schmarotzer, Kleinkriminelle und all die Anderen, ungehindert ihrem Treiben nachgehen können, unser Sozialsystem schröpfen und das nicht selten zu Lasten u.a. der Älteren, derer, die „wirklich“ Hilfe brauchen oder der sozial schwächer gestellten die ( Bsp. Perba ) u.a. ihre Wohnungen gekündigt bekommen, um Asylanten einziehen zu lassen. Das ist nämlich das andere Bild, was von Seiten der „Gutmenschen“ nicht beachtet oder gesehen werden will. Auch unserem Land sind Grenzen gesetzt. Deutschland allein „kann nicht“ die ganze Welt retten und aufnehmen ( metaphorisch gesprochen ).

      Lieber Helge, liebe Gwenny und wahrscheinlich auch Undomiel. Ich wünsche euch nun viel Spaß damit, meinen Post und damit „meine“ Meinung und Sicht auf die Dingen, die ebenfalls „SIND“, auseinander zu nehmen und mich als böse Deutsche hinzustellen, die ja nichts versteht und überhaupt keine Ahnung von dem hat, was sie von sich gibt. Aber auch das ist Realität. Ich gehöre zu den asylkritischen Stimmen, die auch die unbequemen Dinge sieht. Darüber hinaus sehe ich die Katastrophe, in die uns unsere Politik unter Anführung von „Mutti Merkel“ stürzt, mit riesengroßen Schritten kommen.

      Darüber hinaus möchte ich noch eine Sache anmerken. Es sind nicht „nur“ die neuen Bundesländer, in denen es köchelt. In den alten Bundesländern regt sich ebenfalls immer mehr Wiederstand gegen diese infantile Asylpolitik, wie sie unsere Regierung fährt. Es ist nicht einzig ein Problem in den östlichen Bundesländern, wie es gerne durch die Presse an Beispielen wie Dresden oder auch Heidenau ( wobei diese Eskalation durch die entsprechenden Kommunen und die Regierung hausgemacht war, da Heidenau bekanntermaßen zu der rechtesten Ecke gehört. Dort eine Asylunterkunft zu schaffen, war schlichtweg dämlich und zeigt mal wieder, wie kopflos unsere Regierung und ihre Kommunen in der Sache sind. ) propagiert wird.

      Beste Grüße, eine sehr besorgte Meißnerin, die auf eine deutliche, positive Wende hofft, wenngleich ich dafür schwarz sehe.

      • Lieber Helge, liebe Gwenny und wahrscheinlich auch Undomiel. Ich wünsche euch nun viel Spaß damit, meinen Post und damit „meine“ Meinung und Sicht auf die Dingen, die ebenfalls „SIND“, auseinander zu nehmen und mich als böse Deutsche hinzustellen, die ja nichts versteht und überhaupt keine Ahnung von dem hat, was sie von sich gibt.

        Wann habe ich denn jemals jemanden als „böse“ hingestellt? Für den entsprechenden Bezug wäre ich dir dankbar, denn derartige pauschale, undifferenzierte Aburteilungen wären mir persönlich zu plump.

        Grundsätzlich ist die Forderung, dass Menschen hierzulande sich an die Gesetze halten müssen, absolut nachvollziehbar. Das geht mir keineswegs anders. Problematisch wird es, wenn das Fehlverhalten von einigen auf alle anderen projiziert wird, wenn also verallgemeinert wird, ohne zu beachten, dass jeder Mensch ein Individuum ist und auch ein Recht darauf hat, als solches behandelt zu werden.

  11. Mal ganz davon abgesehen, dass ich auch finde, dass die Einstufung, was genau jetzt „Rechts“ ist immer schwammiger wird, bin ich mittlerweile schon dazu übergangenen ausschließlich mit meiner Familie und meiner besten Freundin über das Thema Flüchtlinge zu reden. Denn sobald man in der Öffentlichekeit auch nur die leiseste Kritik an der Flüchtlingspolitik äußert, ist man ja traurigerweise direkt ein Nazi.

    Gerade Faceboook seh ich da auch sehr kritisch. da wird munter drauf los beleidigt und gehetzt, als ob es kein Morgen mehr gebe. Da braucht man nur mal anklingen zu lassen, dass es doch vielleicht sinnvoller wäre, den Flüchtlingen in ihren Heimatländern zu helfen, damit sie erst gar nicht flüchten müssen, oder aber dass man über die Flüchtlinge hinaus auch nicht die verschuldeten Kommunnen und rentner vergessen darf, und schon wird man als „Braunes Pack“ beschimpft. und das sehe ich nicht mehr ein, ebenso wenig die Vorwürfe, dass ich mich doch bitte mal mit der deutschen Historie auseinenader setzen solle… Als Geschichts LKler im letzten Jahr hab ich was das Themengebiet angeht genügend Wissen und auch von meinen Großeltern genug Geschichten dazu gehört!

    Aber so, wie es mittlerweile aussieht, scheint das ja geardezu ein trend zu sein, andere leute einfach mal schlecht zu amchen oder wild drauflos zu hauen, ohne sich wirklich mit dem Thema mal auseinanderzusetzen. Bin gespannt, wie das endet.

    • „Bin gespannt, wie das endet.“

      Na, Saudi-Arabien bietet Deutschland den Bau von 20 neuen Moscheen.
      Ist auch was wert.

    • „sobald man in der Öffentlichekeit auch nur die leiseste Kritik an der Flüchtlingspolitik äußert, ist man ja traurigerweise direkt ein Nazi.“

      Da viel zu viele Leute „Kritik an der Flüchtlingspolitik“ nur als Vorwand nutzen; doch ausländerfeindliche Sprüche zu verbreiten, ist das auch kein Wunder. Denn Kritik an der Politik sollte eben an die Politik gerichtet sein, und nicht nur als Ausrede dazu dienen, gegen Flüchtlinge, die ja für die Politik Merkels&Co nichts können, zu hetzen.

      • *Nachtrag: es gibt selbstverständlich auch viele Kommentarschreiber; die tatsächlich Kritik an der Politik üben, ohne gegen Flüchtlinge zu hetzen. Leider habe ich den Eindruck, dass diese Kommentare meistens „untergehen“ zwischen Hetzkommentaren.

        • Da kann ich dir nur zustimmen. Es gibt zu viele dumme Hetzkommentare, sodass die tatsächliche, faire Kritik, die nichts mit Hetze zu tun hat einfach untergeht. Nur leider hat auch gerade auch das, meiner Meinung nach, zur Folge, dass sich mit dieser „richtigen“ Kritik nicht mehr auseinander gesetzt wird und sie ebenfalls einfach zur rechten Seite weg geschoben wird, was ich wiederrum sehr traurig finde.

      • Und was ist mit der berühmten „Meinungsfreiheit“?
        Was ist mit „Demokratie“?

        Beides heißt nämlich auch „unliebsamen und unbequemen“ Meinungen und Einstellungen Raum geben.

        • Das Dumme daran ist ja, dass sie unliebsam und unbequem sind. Wenn ich eine Möglichkeit hätte, die zu umgehen, würde ich sie wahrscheinlich auch nutzen. Wie gut, dass ich sie nicht habe, ich mag nämlich die Meinungsfreiheit so, wie sie sein sollte. (Fast hätte ich „so wie sie ist“ geschrieben, aber das wäre wohl falsch.) Hilfreich wäre es allerdings, wenn die Leute mal richtig lesen/zuhören würden und nicht irgendwelche radikalen Intentionen in eine Aussage hinein interpretieren, die gar nicht vorhanden sind.

          • So ähnlich sehe ich das auch! Doch leider scheint richtiges zuhören/lesen immer mehr aus der Mode zu kommen. Es ist ja auch so viel einfacher, direkt die Keule rauszuholen und auf alles blindlings einzuschlagen.

    • man kann nicht die Fackel der Wahrheit durch eine Menge tragen, ohne dem einen oder anderen den Bart zu sengen

  12. Diese ganze Hetzerei im Internet macht mir fast schon Angst. Ob gegen Rechte, Homophobe oder sonst wen, wer garantiert dass es ‚die Richtigen‘ erwischt?
    Noch dazu muss man ja immer auch bedenken, was wäre, würde es mich selbst einmal treffen.
    Eine Person die viel redet langt zweifelos doch auch einmal daneben, oder?
    Was, wenn man etwas sagt, es eigentlich nicht einmal negativ gemeint ist, aber man trotzdem von irgendjemaden angeprangert wird?
    Ich bin mir sicher bei den Anprangern gibt es inzwischen auch schon Leute die die, die tatsächlich nur da sind ‚um Gutes zu tun‘ auszunutzen.
    Es ist leicht, Sachen zu missinterpretieren. Was schützt mich davor, das meine Sachen missinterpretiert werden?
    Ich glaube das so etwas zwar durchaus gute Grundgedanken hat, aber falsch umgesetzt wird.

    Und Schweigen ist auf dauer auch keine Lösung – man siehe Wahlenthaltung.
    Wenn neutrale Leute nichts sagen, heißt dass noch lange nicht dass das linke oder rechte auch tun werden. Folge? Verzerrte Wahlergebnisse.
    Mit Internetkommentaren würde exakt dasselbe passieren.

    Grüße,
    Kinou

    • „Was schützt mich davor, das meine Sachen missinterpretiert werden?“
      Davor gibt es keinen Schutz und gab es auch noch nie (leider). Da hilft nur, den Schaden möglichst gering zu halten und, wenn man hasserfüllte Antworten bekommt die den eigenen Kommentar offensichtlich missinterpretiert haben, diesen möglichst höflich erklären, wie es eigentlich gemeint ist. Sollte selbst in Youtubekommentaren funktionieren, wenn der Gesprächspartner nicht gerade der totale Troll ist ^^

      • Ich hatte auch schon öfters das Gefühl, dass mich manche Leute einfach falsch verstehen WOLLEN, weil meine Meinung nicht ihre ist. Falsche Meinung – also interessieren keine Argumente. Habe auch festgestellt, dass die Zähne zusammenbeißen und konsequente Höflichkeit der beste Weg sind. Und die Wand anschreien, die ist nicht so schnell beleidigt.

        • Falsch interpretieren und falsch verstehen WOLLEN. Genau das ist, leider auch hier im Blog, ein Problem. Ich hab da noch ne Mail im Postfach herumliegen, ähm, wie war die Neudenglischbezeichnung für eine Reaktionsmöglichkeit auf sowas? *facepalm*
          Da hab ich dann zuweilen den Eindruck das diese Sache mit der Meinungsfreiheit, plus sogenannter Demokratie, im Land meiner Geburt zumindestens ehrlicher gehandhabt wurde … (heutzutage habe ich den Eindruck das diese zwei großen Schlagwörter nur noch Fake sind)
          (Vorsicht, hier steckte jetzt ein gut Stück Ironie und Sarkasmus drin!)
          Und im realen Leben finde ich es immer wieder interessant, wenn meine Wenigkeit, in der allgemeinen Kommunikation plötzlich nicht mehr auf die Dinge der äußerlichen Wahrnehmung/zugeschriebene ‚Charakter’merkmale reduziert wird. Wenn also festgestellt wird das mein Gegenüber mich in die falsche Schublade reinschob.
          Konsequente Höflichkeit funktioniert solange wie einem dann noch passende höfliche Antworten einfallen. Ansonsten, na gut … im beruflichen Leben verfüge ich wenigstens über sogenanntes Hausrecht. Von dem ich in reichlich 25 Jahren nur oder auch schon drei Mal Gebrauch machen mußte. Wenn Meinungsfreiheit zur persönlichen Diffamierung entfremdet wurde.

  13. Ich habe ehrlich gesagt nach dem ersten Absatz aufgehört zu lesen. Es ist nämlich doch immer derselbe Sermon, wenn nach Meinungsfreiheit gebrüllt und eine einfache Tatsache übersehen wird: Rassismus ist keine Meinung. Und nein, das wird nicht doch mal sagen dürfen.

    Edit Helge: Der Poster meint damit, dass Meinunsgfreiheit nur solange in Ordnung geht, bis er entscheidet, dass irgendeine Meinung rassistisch sei. Danach ist es dann eben keine Meinung mehr und der Äußerer darf mundtot gemacht werden. Oder vielleicht auch Schlimmeres. Ich glaube nicht, dass er versteht, dass er sich damit selbst zum Rassisten gemacht hat.

    • Helge, an dieser Stelle wünsche ich mir von dir einen zukünftigen Blog-Beitrag zur Definition des Begriffe Rassismus, Xenophobie, Xenophilie, Integration im Gegensatz zur Segration, singulärem und pluralem Monokulturalismus, Multikulturalismus, etc.pp.
      Meines Erachtens wird hier nämlich zunehmend so einiges durcheinander geworfen – Ich würde den Beitrag ja selbst schreiben, aber es ist ganz eindeutig dein Blog. 🙂

      • Deswegen hatte ich im Kommentar von mir auf die Rassismusdefinition von Memmi verlinkt, damit klar wird, welche ich persönlich zugrundelege.

        Gastbeiträge wie der von Miu Jones sind grundsätzlich erlaubt, mit der Einschränkung, dass sie nicht menschenverachtend sein dürfen und Bezug zu gesellschaftlichen / politischen Themen da sein sollte. Und wenn sie zu sehr von meinem recht liberalen Weltbild abweichen, besteht die Gefahr, dass ich sie kommentiere. 🙂

  14. Tjajaaahh… Ich musste an ein Erlebnis in der Schule denken. Ein KZ-Zeitzeuge hat uns besucht, ich mochte ihn nicht. Klar, ich hatte Respekt vor dem, das er er- und überlebt hat. Aber ich weigerte mich, ihn auf einen Heiligensockel zu stellen, weil mir seine Persönlichkeit, wie ich sie erlebte, nicht zusagte. (Um den Poetry-Slammer Patrick Salmen zu zitieren: „Wenn er ein Arschloch ist, darf ich einen homosexuellen Juden im Rollstuhl genauso scheiße finden wie jeden anderen auch.“) Das Ende vom Lied war ein Anschiss der Schulleitung vor versammelter Mannschaft: ich sei mir nicht im Klaren, wie grausam das alles gewesen sei; ich müsse den Holocaust-Überlebenden Respekt entgegenbringen; man habe mich ja gar nicht so nationalistisch und judenfeindlich eingeschätzt… HALLO?! Ich hab einfach geantwortet, dass das Überleben des Holocausts nicht automatisch bedeutet, dass er ein toller Mensch ist, und bin gegangen. Das musste ich mir echt nicht geben. Es ist erschreckend, dass man mir in der Schule, die mich ja zu einem mündigen Freidenker erziehen soll, das Denken in gewissen Bereichen verbieten will. Aber die Klappe halten ist halt einfach nicht die Lösung. (Perfekter Grund, nicht auf Facebook, Twitter und Co zu sein.)
    Ähnliches hat man bei radikalen Tierschützern festegestellt. Wer in einem Forschungslabor mit Tierversuchen arbeitet, wird z.T. monatelang jede Nacht von einem Parolen schreienden Mob aufgesucht. Begründung: „Die Nachbarn müssen wissen, was da für ein Monster lebt.“ Ich empfehle die Reportage von ZDFzoom: „Aus Liebe zum Tier – Wie weit dürfen Aktivisten gehen?“ Das Verhalten gilt nämlich nicht nur für Tierschützer, sondern auch für ultratolerante selbsternannte „Anti-Faschismus-Aktivisten“.

    • Was hast Du denn gesagt, was zu dem „Anschiss“ geführt hat? Das besagte Zitat vor allen von Dir gegeben?

      • Ich wünschte fast, ich hätte. Hab aber eigentlich nur zu meiner Sitznachbarin gesagt „Meine Güte, langsam wird’s echt nervig.“ Dummerweise ist zeitlich die Direktorin patroulliert, um unaufmerksame Handynutzer aufzuspüren, und hat’s gehört.

    • Hallo Golden Moonlight,

      wenn es nur so wäre, dann wäre es wirklich schön auf Erden: „Es ist erschreckend, dass man mir in der Schule, die mich ja zu einem mündigen Freidenker erziehen soll, das Denken in gewissen Bereichen verbieten will.“

      Die Schule „will“ dich nicht zu einem mündigen Freidenker „erziehen“. Die Schule „informiert dich“, bringt dich „in Form“ mit allem nötigen Wissen, um später ein guter Steuerzahler zu sein, das heißt: Möglichst wenig zu hinterfragen und möglichst nicht in Zusammenhängen zu denken, zu nehmen was man dir vorsetzt und es als gültige Wahrheit zu akzeptieren. Ob du mit deiner Schulbildung ein mündiger Mensch wirst oder was die Definition eines mündigen Menschen ist, interessiert niemand, der Lehrprläne schreibt. Das obliegt deiner eigenen Verantwortung.

      Deinen Standpunkt kann ich nachvollziehen und ich bewundere deine Aufrichtigkeit. Bewahr dir das bitte und mach dir deine eigenen Gedanken zu dieser Welt. Aber ab und zu schadet es nicht, mal die Füße stillzuhalten und sich zurückzunehmen und jemand anderem zuzuhören, auch wenn man ihn (oder seine Einstellung oder seine Krawatte) mal nicht mag. Das ist die Frage des Respekts um die es in dem titelgebenden Zitat von Rosa Luxemburg geht. Wenn du ein mündiger Mensch werden willst, ist das ein sehr guter Weg. „Talk to every stranger, the stranger the better“ um es mit Andrew Hozier-Byrne zu sagen.

      Den Standpunkt deiner Erziehungsbeauftragten (= Schulleitung, in dem Fall stellvertretend für deinen Vormund) kann ich aber genauso nachvollziehen – wenngleich es etwas fragwürdig ist, ob man als erwachsener Mensch mit einem gewissen Bildungshintergrund einen Jugendlichen in der Öffentlichkeit zwangsläufig nationalistisch/judenfeindlich nennen sollte. Dafür gibt es persönliche Gespräche.

      Alles Liebe

      • Seufz… Ich hatte fast gehofft, noch hoffen zu dürfen. Jetzt muss ich mich wohl auf meinen Mathelehrer verlassen, der uns Statistiken analysieren und anschließend genüsslich zerreißen lässt. Aber danke, DANKE für dein Verständnis.
        Zu Teil zwei: Ich war höflich. Ich hab nur im Flüsterton eine Anmerkung an meine Sitznachbarin gerichtet. Und seine Krawatte war toll 😀

        • „Denn der eine toetet mit dem Schwert
          der Andere mit dem Wort“
          Oscar Wilde (The Ballad of Reading Gaol )
          .
          Ein „muendiger Freidenker“ der du so gerne sein willst, haette den
          Inhalt und nicht das Wesen betrachtet.
          Das Wichtigste, das du Freidenker, unterlassen hast, war, dich
          Verantwortlich zu verhalten.
          Das Thema hiess auch nicht:macht Holocaust einen Menschen gut. Macht
          die Geschichte mich langweilig.

          Sondern was war der Holocaust wirklich und wie war er..

          Dir war einfach danach, deinen inneren Rotz jemanden an die Backe zu
          schmieren.
          „Meine Güte, langsam wird’s echt nervig“

          Typen wie du wollen halt nicht verantwortlich sein und nur geiles
          hoeren.

          Daher lerne Verantwortung ueber das zu uebernehmen, was du sagst,
          tust oder unterlaest. Der Mann hat mehr durchgemacht als du je erleben
          wirst. Dir war langweilig dabei? Besuche drei Holocaustgedenkstaetten.
          Und dir vergeht die Langeweile.
          So gesehen warst du in der Tat einfach und schlicht ein
          abgrundtief respektloser unerzogener Seelenmoerder,der mit dem Wort
          toetet.

          Der Inhalt, der Holocaust, ging dir am Arsch vorbe.
          Dein Slampoet ist weder Philosoph noch hat er die Weisheit mit dem
          Loeffel gefressen, er ist, wie der Begriff sagt, durchgeknallt.
          Dein leuchtendes Vorbild. Und wie ich so mitbekomme von manch anderen hier auch. Dir zu raten Buecher ueber den Holocust zu lesen ist sicher sinnlos. Dennoch: Anus Mundi.
          Man schaemt sich fuer so eine desinteressierte, despolitische, gelangweilte Generation, die nichts im Schaedel hat ausser Zeitvertreib. Dir geht es zu gut.

          • Ich glaub ich kann es doch nicht lassen. Da gibt es eine Geschichte, die, wie ich hoffe, nicht als Blase mit übelriechendem Inhalt angesehen wird. Und der ‚Junge‘ um den es geht, diesen als alt werden dürfenden Mann kennenzulernen war ein Erlebnis.
            Allerdings, das wirst du möglicherweise nicht wissen, wenn in der Schule drei Jahre lang beinahe ein und dasselbe Thema/Zeitabschnitt behandelt wird, weil man glaubt damit etwas zu erreichen, das ist den von der heutigen Schule Betroffenen wie der Vorschlag drei der (ebenso heutzutage) auf Hochglanz polierten Gedenkstätten zu besuchen. Excuse me.
            Mit schlagenden ‚Gegenargumenten‘, kräftigen Ausdrücken klarzustellen versuchen was man nun von seinem Gegenüber hält, kann nur schief gehen. Das ist letztlich ähnlich wie die auch in diesem speziellen Fall nicht erfolgte korrektere Kommunikation zwischen Schulleitung und ‚Missetäter‘.
            Nochmal – Excuse me. (Disculpas)

          • der Teil des Geschichtsunterrichts, der sich auf deutsche Belange bezog, beschränkte sich gefühlt auf zwölf Jahre und sechs Millionen – daß sich die zwölf Jahre nicht auf die Regentschaft Johanns des Unerschrockenen bezogen und die sechs Millionen nicht auf die abgetriebenen Kinder seit der Novellierung des §218, kannst Du Dir denken; irgendwann hat man die Nase voll von dem erfundenen Massaker der Wehrmacht in Katyn, von den Holocaustleugnern wie Otto Uthgenannt, Binjamin Wilkomirski* oder Misha Defonseca*, und man schaltet ab oder um…

            bitte selber googeln, aber verbiete Mama Google als erstes Cookies und Scripte, und als nächstes stell google.li ein, sonst landest Du nur immer wieder auf der zensierten .de-Seite;

            »Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.«
                       Thomas Jefferson

          • @klassenerster
            „Man schaemt sich fuer so eine desinteressierte, despolitische, gelangweilte Generation, die nichts im Schaedel hat ausser Zeitvertreib. Dir geht es zu gut.“

            Und ich schäme mich ausgiebig für diesen desolaten, falschen, verallgemeinernden Satz, der aus nichts besteht außer Polemik. Du hältst dich vielleicht für intellektuell, aber das da war eine Bankrotterklärung.

            Ich habe bereits mit einem Überlebenden aus der Zeit gesprochen, und es war nicht besonders interessant. Gut, es war kein Jude, es war ein Belgier, dem es um einiges besser ging. Aber im Gespräch mit ihm habe ich nichts Neues erfahren, er hat entweder extrem viel verschwiegen oder wirklich nichts erlebt, was nach heutigen Maßstäben als völlig unmenschlich zu bezeichnen ist.
            Ist es jetzt unmenschlich, dieses Gespräch als langweilig zu bezeichnen? Wenn diese Person unfassbar pompös und selbstmitleidig aufgetreten wäre, hätte ich nicht das Recht gehabt, das auch kundzutun? Nicht einmal der Person, die das erzählt, sondern meinem Sitznachbarn gegenüber?

            Wenn nein, warum nicht? Weil ich zuzuhören habe, wenn mir jemand uninteressante Einzelheiten aus einem ereignisarmen Abschnitt seines Lebens erzählt, nur, weil der Lehrer vorher angekündigt hat, dass es jetzt um eine ganz schlimme Sache geht?
            Wer bestimmt das? Der Forenproll, der einen Poetry-Slammer, den er nicht kennt, aufgrund eines Zitats, dem man spontan nicht einmal argumentativ widersprechen kann, einfach mal als durchgeknallt bezeichnet und nebenbei noch eine ganze Generation verteufelt? Sicher nicht, von dem hohen Ross kannst du ruhig mal auf die Erde hinabsteigen. Ein paar Fakten kennen und den Rest basteln – das Desinteresse plus einen Haufen Vorurteile bei maximal halbwegs vorhandenem Halbwissen kann man eher dir vorwerfen. Bei ihm lese ich da lediglich die Fähigkeit heraus zu differenzieren.

            Himmel, der Kommentar war echt nicht zu überbieten. Wir behandeln in der Schule seit 3 Jahren ununterbrochen und fächerübergreifend die Nazizeit und wie schlimm die war.
            Und je nach Lehrer kann man das rüberbringen, oder eben nicht. Aber dann hat nicht der Schüler versagt, sondern der Pädagoge.

            Es mag natürlich auch Leute geben, die grundsätzlich uninteressiert sind. Nur, wenn man das jemandem vorwerfen will, dann sollte man vielleicht etwas weniger Polemik und ein paar mehr Argumente haben.

            Über den Post könnte ich mich noch stundenlang aufregen, aber das reicht eigentlich. Selbstentlarvend genug ist er ja.

          • Ich habe Gedenkstätten nicht nur besucht – ich habe dort gearbeitet. Ich habe Angehörigen das Massengrab gezeigt, wo ihre im Alter von 16 Jahren von Nationalsozialisten getöteten Großeltern begraben liegen; ich habe ihre Trauer gesehen und ich habe sie geteilt. Ich engagiere mich heute noch ehrenamtlich dafür, dass Jugendliche politisch aufgeklärt werden – und zwar nicht durch Frontalunterricht, sondern durch offene Projekte, an denen sie freiwillig teilnehmen können.

            Und ich finde deinen Beitrag, „klassenerster“, unglaublich erniedrigend. Du beleidigst die Menschen, die die Zukunft dieser Welt darstellen – und erwartest allen Ernstes, dass sie das dazu bringen wird, auf dich zu hören? Dass deine feindselige Art, dein beleidigender Ausdruck und dein Mangel an Contenance sie dazu bringen wird, dich zu respektieren, dich anzuhören und sich für dich und deine Vergangenheit zu interessieren?
            Das Problem liegt hier in meinen Augen nicht bei der jungen Generation – sondern einzig und allein bei dir.

            Es ist einfach nur traurig, was hier passiert…

          • Ich versuche jetzt noch einmal – extra für klassenerster – meinen Standpunkt darzulegen.
            Ich weiß, was beim Holocaust passiert ist, ich habe mich auch außerhalb der Schule informiert, weil es mich interessiert. Und ja, das was geschehen ist, war schrecklich und ist durch nichts auf der Welt zu entschuldigen.
            Aber es ging in dem Post nicht darum, was der Zeitzeuge rein historisch gesehen erlebt hat. Da habe ich nämlich großen Respekt vor. Mir ging es einzig und allein um den gesamten Auftritt einer Person, die gesagt hat: „Ich habe ganz furchtbare Dinge erlebt, und ihr dürft nicht vergessen, dass auch ihr daran schuld seid. Ganz Deutschland wird für immer an mir schuldig sein.“ Der Zeitzeuge hat mit uns geredet, als könnten wir es gar nicht erwarten, Neonazis zu werden, und nur sein Großmut, dass er trotz unserer Nazi-Gesinnung mit uns redet, könne uns davon abhalten. (Man bemerke: Ich besuche eine deutsch-französische Schule. Wie nationalistisch von mir.) Jemanden mit einer solchen Persönlichkeit muss ich nicht mögen. Ich halte die Geschichte und das Leiden der Betroffenen in Ehren, aber das ist für mich kein Grund, jemanden auf einen Thron zu setzen, der eine solche charakterliche Katastrophe ist. Genau das war der Knackpunkt – man erwartete von mir, dass ich ihn auf einen Thron setze. Und meine (wie ich finde berechtigte) Weigerung hat mich gleich zu einem Nazi gemacht – dabei gibt es kaum eine Ideologie, die mir ferner läge.

            Edit Helge: Das haben schon einige andere versucht, ihm zu erläutern. Auch ich.

      • „Die Schule „informiert dich“, bringt dich „in Form“ mit allem nötigen Wissen, um später ein guter Steuerzahler zu sein, das heißt: Möglichst wenig zu hinterfragen und möglichst nicht in Zusammenhängen zu denken, zu nehmen was man dir vorsetzt und es als gültige Wahrheit zu akzeptieren. Ob du mit deiner Schulbildung ein mündiger Mensch wirst oder was die Definition eines mündigen Menschen ist, interessiert niemand, der Lehrprläne schreibt. Das obliegt deiner eigenen Verantwortung. “

        Ich weiß ja nicht, was für eine Schule Du besuchst/besuchst hat, aber bei uns ging es gerade im letzten Schuljahr in den Geschichte-, Sozialkunde- und Wirtschaft&Recht-Stunden heiß her in den Diskussionen und geschichtliche oder wirtschaftliche Zusammenhänge wurden zuhauf hinterfragt. Und wurde auch z.B. in Deutsch beigebracht, mit dem, was man uns vorsetzt, Zusammenhänge herzustellen. Ob das jetzt explizit an meiner Schule bzw meinen Lehrern liegt, weiß ich nicht, aber ich bezweifle, dass meine Schule/meine Lehrer qualitativ so derartig aus der Masse herausstechen würden.
        Jedenfalls trifft das, was Du beschreibst, nicht zu; nicht wie ich es bisher in der Schule erlebt habe.

        • Lieber Hom das Wiesel,
          das waren ganz normale Schulen, wie die deine auch. Vielleicht hatte ich Pech mit den Lehrern in allen Fächern bis auf meinen Deutsch- und Geschichtslehrer in der Zwölften.

          Allerdings wird es später im Leben recht deutlich, dass die Mehrheit der Menschen wahrscheinlich nur dann in Zusammenhängen zu denken gelernt hätte, wenn man es ihnen genauso reingepresst hätte wie Buchungssätze oder Latein oder die Zusammensetzung der europäischen Union. Diejenigen die in Zusammenhängen denken können, haben oft auch gelernt, diese Art zu denken zu ihrem persönlichen Vorteil/gegen ihre Mitmenschen einzusetzen und Ihnen einfache Wahrheiten vorzusetzen, die erstmal gut klingen und Sicherheit versprechen, aber im Zusammenhang betrachtet ein böses, zweites Gesicht bekommen. Severus hat die Statistiken und die Zahlen schon angesprochen.
          Wer diese Fähigkeit braucht zum Überleben, der lernt sie ohnehin von selbst, mit Schule oder ohne. Wenn es dafür eine Verantwortlichkeit im Außen (außerhalb der eigenen Person) geben sollte, weisen die Bildungsverantwortlichen diese ganz klar und richtig den Eltern zu.
          Das sehe ich aus folgendem Grund kritisch: Wenn die Eltern dieser Verantwortung aber nicht nachkommen, weil der selbe Staat der ihnen diese Verantwortlichkeit zugewiesen hat, die Eltern darin einschränkt die Aufgabe auch auszufüllen oder die Eltern schlichtweg nicht wissen, wie sie diese Werte/Fähigkeiten vermitteln können, dann bleibt nur noch die Eigenverantwortlichkeit des Heranwachsenden als Maßstab. Soetwas zu vermitteln ist auch gar nicht die Aufgabe der Schule, sondern tatsächlich des Elternhauses (richtigerweise eigentlich die Verantwortlichkeit des Kindes, dies zu lernen, aber die wird ihm in unserer Zivilisation nicht voll überlassen*). Eine Schulausbildung liefert die grundlegenden Informationen, um sich in dieser Welt orientieren zu können und entscheidungsfähig zu sein. Dafür allein interessiert sich der Lehrplan. Alles andere, wie „soft skills“ zu vermitteln und ähnliche Forderungen, sind erst in den letzten zwanzig Jahren im Lehrprogramm aufgetaucht – eingefordert oftmals von den Eltern. Ob ein Lehrer das in seinem Unterricht berücksichtigt, obliegt nach wie vor seiner eigenen Entscheidung. Daher halte ich den Vorwurf, dass die Schule müsste, sollte oder hätte, für nicht haltbar.
          Der Trend geht ja stark dahin, dass „die Schule“ das immer mehr übernehmen wird, eben aufgrund der genannten Forderungen. Und das Schulsystem wird folglich auch immer stärker für alle persönlichen Defizite verantwortlich gemacht werden. Ob man so Eigenverantwortlichkeit vermitteln kann, bleibt fraglich.

          Ich freu mich natürlich für dich, dass du engagierte Lehrer hattest und einen Unterricht genießen konntest, der dich auch weitergebracht hat. Das wünsche ich jedem.

          *Um das klarzustellen: Das ist keine Forderung, das ist eine Beobachtung.

      • nach all den Wilkomirskis und Uthgenannts ist ein wenig Skepsis beim Betroffenheitszirkus gewiß angebracht, und Statistiken sind wie Bikinis, sie verdecken das Wesentliche, und eine Krawatte zu loben, ist der letzte Ausweg, nicht »Scheißmeinung!« sagen zu müssen…

  15. Am Thema vorbei, Helge, aber zur Korrektur:

    Rosa Luxemburg:
    „Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer
    Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit.
    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des
    Fanatismus der Gerechtigkeit, sondern weil all das Belebende, Heilsame
    und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt
    und seine Wirkung versagt, wenn die Freiheit zum Privilegium wird.“

    Korrekt heisst es aber: „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden,
    sich zu äußern.“

    Und zwar im Kontext der kommunistisch-bolschewikischen Partei!
    Rsa L.war keine Demokratin.
    Sie schrieb in ihren Gefaengnisschriften:

    „Die Bolschewiki haben auch sofort als Zweck dieser Machtergreifung
    das ganze und weitgehendste revolutionäre Programm aufgestellt: nicht
    etwa Sicherung der bürgerlichen Demokratie, sondern Diktatur des
    Proletariats zum Zwecke der Verwirklichung des Sozialismus.“

    Wer sollte überhaupt diese Freiheit genießen? Sozialdemokraten,
    Liberale, Konservative, Monarchisten? Keineswegs. Luxemburg bejaht
    ja die Diktatur des Proletariats und hat klargestellt, was sie vom
    „parlamentarischen Kretinismus“ hält, nämlich nichts.

    «… und dieses Wort von der Freiheit der Andersdenkenden bezieht sich auf den sozialistischen Pluralismus, auf die Meinungsvielfalt des revolutionären Lagers. Nicht gemeint ist damit Freiheit für Gegner der Revolution, der – von ihr, von Rosa Luxemburg sogenannten – Halunken in der Mehrheitssozialdemokratie.

    Dies und weiteres zur Freiheit und der Demokratin Luxemburg liest man:
    http://zettelsraum.blogspot.com/2011/01/gesine-lotzsch-und-die-wege-zum_07.html
    sowie

    http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/dokumentationen/090116_RL-Konferenz/beitraege/Tanja_Storlokken.pdf

    http://www.sopos.org/aufsaetze/4d55afe2833e8/1.phtml

    • Ich fürchte, ich bewerte Rosa Luxemburg im Kontext ihrer Zeit und ihrer Erlebnisse. Und vermutlich deutlich positiver als du es tust. Beispielsweise war es für sie unvorstellbar, dass bei einer demokratischen Wahl zwischen Sozialismus und Kapitalismus sich der letztere durchsetzen könnte. Daraus folgt keineswegs, dass ich alle ihre Gedanken übernehmen muss, aber sie hatte eine Menge von durchaus sehr scharfen Einsichten. Und eben auch einige blinde Flecken.

      • Nein, keine Bewertung, weil auch ich denke,man muss es im Kontex ihrer Zeit sehen. Es ging mir nur um die Korrektur. Ich halte sie fuer eine grossartige Frau und habe in ihrem Berliner Gefaengnis an ihrem kleinem Garten gestanden, den sie sich anlegen durfte.

        Im uebrigen,so haesslich es klingt, bewerte ich auch das Verhalten des deutschen Volkes zur Hitlerzeit wohl anders als allgemein, ebenso wie das Verhalten der Buerger der DDR.
        Niemand ist unter uns, der weiss, wie er sich entschieden oder verhalten haette,wenn er in diese Zeit geboren und in ihr gelebt habe. Wir sind alles nur „Kínder unserer Zeit“.

        Es ist immer schoen und leicht von aussen, als Unbeteiligter, moralisierende Keulen zu schwingen.
        Sagen wir es mit Goethe: Es gibt nichts im menschlichen Leben, zu dessen ich nicht auch faehig waere (nicht woertlich, inhaltlich) .

        Saludos

        • Dann darf diesmal ich dich korrigieren.

          Der Ausspruch „Ich habe nie von einem Verbrechen gehört, das ich nicht hätte begehen können.“ stammt von dem Goethe aus Thomas Manns Roman „Lotte in Weimar.“ Das ist schon etwas klarer formuliert als der vermutliche Orginalbezug „Man darf nur alt werden, um milder zu sein; ich sehe keinen Fehler begehen, den ich nicht auch begangen hätte.“ Wahr bleibt die Aussage samt ihrer Implikation natürlich trotzdem. 🙂

          • Dafuer hasse ich dich!
            Und ich war jahrelang ueberzeugt es ist Goethe!
            (Wo ist die Ecke in die ich kriechen kann…? )

  16. Moin,
    über die Freiheit des Andersdenkenden etwas zu sagen, fällt schwer, solange nicht bekannt ist, worin die Freiheit nun besteht. Die Freiheit des Denkens bzw. der Gedanken kann wohl nicht gemeint sein. Wenn es um die Freiheit der Äußerung der Gedanken gehen sollte, gibt es natürlich Grenzen innerhalb jeder Kultur. Eine Manipulation kann also nur erfolgen, wenn diesen Grenzen ein anderer Verlauf zugeordnet wird. Dies sollte nicht so schwierig sein, da Grenzen überhaupt ja bereits akzeptiert werden.
    Die Änderung des Grenzverlaufes kann nun durch Zwang entstehen, oder durch Umformung der Kultur, die dann das gewünschte Ergebnis von selbst hervorbringt. An dieser Stelle wird bereits der Unterschied zwischen Meinungen und Gedanken deutlich. Gedanken zu erzeugen ist schwieriger als Meinungen zu bilden. Als neue Meinung kann eine bereits vorbereitete und erwünschte hergenommen werden, sofern sie mit einer gewissen „primitiven Plausibilität“ unterlegt wird, so dass sie auf Schlag einleuchtet und angenommen wird. Verstärkend sind abweichende Meinungen (hier tritt der Zwang zu Tage) aus der Diskussion zu nehmen. Dies geschieht durch Etikettierung mit vorzugsweise dem stärksten (negativen) Wort einer synonymen Gruppe. (Bsp. Feind (…feindlich) statt Gegner oder Kritiker, Verschwörungstheorie statt Kartellthese oder Vermutung einer kriminellen Vereinigung.) Diese „Munition“ ist Bestandteil der neuen Meinung, ebenso die Definition der Ziele, die damit beschossen zu werden haben. Wörter wie Linksextremisten, Nazis, Islamisten und Terroristen sind ebenfalls der Munition zuzurechnen, die auf Stichworte in den Äußerungen der Betroffenen hin, oder nach Identifizierung durch „höhere Stellen“ abgeschossen wird. Eine Auseinandersetzung mit den Inhalten der Aussagen wird somit vermieden.
    Sind die Meinungen erst einmal in einem engen Korridor gleichgeschaltet, werden auch die künftigen Gedanken sich innerhalb dieses Korridors entwickeln. Es herrscht dann eine Ordnung, in der „weltfremde“, außerhalb des Korridors anzusiedelnde Gedanken eine Störung darstellen. Tritt eine solche Störung auf, ist es die Kultur selbst, die durch Verdrängung die Ordnung wieder herstellt und nicht die Störung analysiert. (Vergl. Lem, „Die Untersuchung“). Auch in „1984“ ist neben der vordergründigen Totalüberwachung ein verborgener Aspekt doch noch erkennbar: Alle machen mit. Orwell deutet sogar an, dass es den Big Brother gar nicht unbedingt geben muss. Eigentlich bräuchte es die ganze Elite nicht, das System ist bereits als Selbstläufer installiert. Dieses erschreckende Alle-machen-mit-Szenario wird auch von Polanski in Rosmaries Baby zum Ausdruck gebracht. Am Ende macht auch Rosmary mit.
    In unserer Kultur gibt es also einen Unterschied zwischen Andersdenkenden und Andersdenkenden, insofern, dass Gedanken und Meinungen bereits auf Manipulationen der beschriebenen Art zurück zu führen und damit unfrei sind. Das macht die Sache schwierig.

    • Du sprichst hier zwei interessante Aspekte an, einerseits wird nicht die Tuberkulose geheilt, sondern der Arzt bestraft, der sie diagnostiziert, und andererseits zitierst Du die Legende von den zehn Affen, die sagen: »das haben wir schon immer so gemacht!«
      aber ja, genau so funktioniert das, we are nicht nur anonymaus, sondern we are auch Rosemary!

  17. Ich sehe das eigentlich genau so, alleine, dass darunter die eigene Glaubwürdigkeit leidet bzw leiden müsste sehen viele überhaupt. Es ist ja auch mittlerweile schon so weit, dass es im Prinzip heißt links=gut, rechts (nicht einmal rechtsextrem!)=schlecht. Wir zerstören uns damit unsere eigenen Grundrechte , dass Menschen sich nicht mal mehr trauen, gemäßigte, mit rationalen Argumenten begründete Sogen bezüglich der Flüchtlinge zu äußern und unsere übertriebene Politische Korrektheit. Wieso fühle ich mich verpflichtet unter diesen Post zu schreiben, dass ich kein Nazi bin, obwohl ich mich nicht ein Mal ausländerfeindlich geäußert habe? Ich weiß es nicht, vielleicht weil wir uns gegenseitig nicht vertrauen, auf jeden Fall gefällt es mir nicht.
    Vielen Dank für diesen Beitrag, wenigstens weiß ich jetzt dass ich nicht alleine bin.
    Viele Grüße
    Alina

  18. Die interesante Frage ist:
    Wieso gibt es gerade jetzt eine Art „Voelkerwanderung“ ? Was ist der
    wirkliche Ausloeser? Hat es was mit Griechenland zu tun?
    Ueber syrische Fluechtlinge rede ich dabei nicht.
    Warum trauen sich die Menschen nicht mehr zu, ihre eigenen Probleme auch selber loesen zu koennen?
    Ich erinnere mich der Filme ueber das goldene Amerika und das goldene
    Deutschland und die DDRler waren ueberzeugt, das ist die Wirklichkeit,
    und je mehr dieser Filme sie sahen, umso mehr wollten sie in den
    goldenen Westen, und wenn sie ankamen gab es die grossen Ernuechterungen und Wut.

    Was wird geschehen mit all den syrischen Moslems, die glaeubige Menschen
    sind und hier weiter beten, den Koran als Richtlinie lesen und deren Frauen ein
    Kopftuch tragen.Wieviele der deutschen Willkommensbegruesser hatten
    auf diesen „Aberglauben“ und massiv auf diese „Unterdrueckung der
    Frau“ geschimpft und wird es wieder kommen? Und was geschieht, wenn
    man von einer anderen Kultur und Religion verlangt dass sie sich
    gefaeligst den deutschen Werten und Wertschaetzungen zu unterwerfen
    haben? Wird es Proteste geben (es gab ja schon schwere Auseinandersetungen
    in Heimen zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen,wo hundertschaften
    der Polizei einschreiten musste)
    Wieviele der Eingewanderten werden sich bei Aktenzeichen XY
    bewerben?
    michael klonovsk zaehlte auf:
    „Wenn ich mich nicht verzählt habe, gab es 89 Feuer, derer 48 von
    Bewohnern verursacht oder gestiftet wurden (künftiges „Helldeutschland“)
    , 14 hatten wahrscheinlich einen fremdenfeindlichen Hintergrund
    („Dunkeldeutschland“) – wobei mitunter die Rede von „unbekannten“
    Tätern ist –, der Rest ist ungeklärt (Versicherungsbetrug? Antifa?
    Schlapphüte?).“
    http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

  19. Die interesante Frage ist:
    Wieso gibt es gerade jetzt eine Art „Voelkerwanderung“ ? Was ist der
    wirkliche Ausloeser? Hat es was mit Griechenland zu tun?
    Ueber syrische Fluechtlinge rede ich dabei nicht.
    Warum trauen sich die Menschen nicht mehr zu, ihre eigenen Probleme
    auch selber loesen zu koennen?

    Ich erinnere mich der Filme ueber das goldene Amerika und das goldene
    Deutschland udnd die DDRler waren ueberzeugt, das ist die Wirklichkeit,
    und je mehr dieser Filme sie sahen, umso mehr wollten sie in den
    goldenen Westen, und wenn sie ankamen gab es die grossen Ernuechterungen.

    Was wird geschehen mit all den syrischen Moslems, die glaeubige Menschen
    sind und hier weiter beten, en Koran lesen und deren Frauen ein
    Kopftuch tragen.Wieviele der deutschen Willkommensbegruesser hatten
    auf diesen „Aberglauben“ und hatten massiv auf diese „Unterdrueckung der
    Frau“ geschimpft und wird es wieder kommen? Und was geschieht, wenn
    man von einer anderen Kultur und Religion verlangt dass sie sich
    gefaeligst den deutschen Werten und Wertschaetzungen zu unterwerfen
    haben? Wird es Proteste geben (es gab ja schon schwere Auseinandersetungen
    in Heimen zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen,wo hundertschaften
    der Polizei einschreiten musste)
    Wieviele der Eingewanderten werden sich bei Aktenzeichen XY
    bewerben?
    michael klonovsk zaehlte auf:
    „Wenn ich mich nicht verzählt habe, gab es 89 Feuer, derer 48 von
    Bewohnern verursacht oder gestiftet wurden (künftiges „Helldeutschland“)
    , 14 hatten wahrscheinlich einen fremdenfeindlichen Hintergrund
    („Dunkeldeutschland“) – wobei mitunter die Rede von „unbekannten“
    Tätern ist –, der Rest ist ungeklärt (Versicherungsbetrug? Antifa?
    Schlapphüte?).“
    siehe unter Michael Klonovsk

  20. „Zudem hatten sich mehrere Linksautonome zum Teil vermummt an den Gleisen versammelt und sich nach Erkenntnissen der Polizei gegenseitig mit Steinen beworfen. Offenbar hatten sie sich gegenseitig für Rechtsextreme gehalten.“

    LOL – da musste ich gleich an dieses Video denken:

    https://www.youtube.com/watch?v=n6JrjquB6XQ

    „Bist du überhaupt schon 18? – Ja nö. Dann bleibt das Bier aber schön hier!“

    XD

    • Danke!

      das schönste im Filmchen war das THC-Opfer, das da mit verwaschener Stimme versuchte, ein den Inhalt paar auswendiggelernter Phrasen auf sinnvolle Weise miteinander zu verknüpfen – es blieb beim Versuch, denn der Inhalt der Antifanten ist die Inhaltslosigkeit und Sinnleere…

  21. Passend dazu:

    „Eine ursprünglich gute Sache ist hier völlig aus dem Ruder gelaufen: die «political correctness» der achtziger Jahre. Ging es dabei früher um eine gerechtere Gesellschaft und die Emanzipation von Randgruppen, geht es den Radikalsensiblen heute nur noch um Macht und persönliches Wohl. Ein «rachsüchtiges Protektorat» habe sich ausgebildet, so der «Atlantic», das nicht nur ständig Rücksichtnahme für sich selbst fordere, sondern auch die Bestrafung aller Andersdenkenden. An der Uni Michigan wurde ein Student, der einen Witz über microaggressions machte, von einer Gruppe weiblicher Furien heimgesucht, die seine Haustür mit Eiern, Hotdogs und der Botschaft «Everyone hates you, you violent prick» versahen. An der HU Berlin versuchen Soziologiestudenten seit Monaten den Politologen Herfried Münkler loszuwerden, indem sie im «Münkler Watch» nach jeder Vorlesung dessen angeblich sexistische und rassistische Äusserungen bloggen.

    Was hier vor sich geht, ist kaum anders als eine kollektive Verhaltensstörung zu beschreiben: zwanghaftes Schwarz-Weiss-Denken, Rückschluss von eigenen negativen Gefühlen auf die Realität, mentales Filtern, Katastrophieren und übertriebenes Verallgemeinern.

    Liegt’s an der Überbehütung durch zunehmend sicherheitsneurotische Eltern? Sorgt Facebook für Verdummung, wo Parolen mehr Anerkennung bringen als Abwägen und differenzierte Meinung? Möglicherweise funktioniert der Rückzug auf spontane Emotionen auch als Mittel der Komplexitätsreduktion. Wie auch immer: Die Verhaltensstörung muss schleunigst therapiert werden.“

    http://www.nzz.ch/bitte-nicht-schuetteln-ld.1912

  22. Der Mordaufruf des Porsche-Lehrlings war eine Straftat, die man selbstverständlich anzeigen sollte und über die der Arbeitgeber Bescheid wissen sollte. Rassisten sind schließlich nicht nur schlecht fürs Image, sondern bedrohen auch den Betriebsfrieden, wenn sie handgreiflich oder unkooperativ gegenüber Kollegen werden, die in ihren Augen Ausländer sind. Auch auf Facebookseiten wie „Perlen aus Freital“ werden vor allem Straftaten dokumentiert, was nicht alleine dem Zweck dient, die Verfasser bloßzustellen, sondern auch der Öffentlichkeit zu demonstrieren, welches Gedankengut auf den rassistischen Demos gepflegt wird.
    Zu guter letzt: Dass es bei diesen Aktionen vorrangig Nazis trifft, liegt nicht daran, dass man sich auf sie eingeschossen hat, sondern daran, dass sie (und radikale Tierschützer, da gibt es durchaus Überschneidungen) praktisch die Einzigen sind, die so dumm sind, ihre Gewaltphantasien zu veröffentlichen. Unvergessen natürlich auch die Muslime, die durch den letzten Gazakrieg mal wieder eine religiöse Erweckung hatten und Facebook mit antisemitischem Dreck geflutet haben. Es steht selbstverständlich jedem frei, linke Vernichtungsphantasien zu melden, zu dokumentieren und zur Anzeige zu bringen, genauso die Drohungen selbsternannter Friedenswächter, für Merkel würde sich auch noch eine Laterne zum Aufhängen finden.

    • Ich habe keinerlei Probleme damit, dass etwas zur Anzeige gebracht wird. Eine (vermeintliche) Straftat anzuzeigen, ist in einem Rechtsstaat ein absolut korrektes und erwünschtes Vorgehen. Die Aufgabe des Rechtsstaats besteht dann darin, zu beurteilen, ob tatsächlich eine Straftat vorliegt und, so dies bejaht wird, den Täter dafür zu betrafen. Was ich nicht gutheißen kann ist Mob- und Selbstjustiz. Ich dachte auch, dass ich das im Blogpost ausreichend klar gemacht habe.

    • nun kann ich in dem zweifellos menschenverachtenden Satz keinerlei Mordaufruf erkennen, im Gegenteil, der Lehrling hatte Konjunktiv formuliert; und woher wollen Sie wissen, daß er handgreiflich geworden sei, und gegen wen? oder verbreiten Sie bloß rufschädigende Halbwahrheiten?

      »Bomber-Harris, do it again!« ist wirklich eine, zumindest theoretische, Auforderung zu einem Massenmord, und schließt eine Billigung eines singulären Kriegsverbrechens und eineVerhöhnung der Opfer ein. Warum wird gegen diese Verbrecher nicht ermittelt? weil es »Linke« sind und Befürworter eines anderen Terrorstaates?

      • Danke, Granger!

      • Gegen das „Verbrechen“, mit der Parole „Bomber Harris, do it again“ zu provozieren, wird nicht ermittelt, weil es wahrscheinlich nie zur Anzeige gebracht worden ist. Wie ich geschrieben habe, es steht jedem frei das zu tun. Aber das wäre auch totaler Quatsch, weil die Aussage „Bomber Harris, do it again“ keine Volksverhetzung und auch keinen „Aufruf zum Massenmord“ darstellt. Als Air Marshal der Royal Air Force war Arthur Harris an die Weisungen seiner Vorgesetzten im britischen Kriegsministerium gebunden und nicht an die Akklamation deutscher Antifaschisten, ganz davon abgesehen, dass er längst tot ist und die konkrete historische Situation, die seine Einsätze nötig gemacht hat, nicht mehr besteht. Es ist etwas völlig anderes, sich Flammenwerfereinsätze gegen wehrlose Geflüchtete zu wünschen, in einer Situation, in der tatsächlich Brandanschläge gegen Flüchtlingsunterkünfte verübt werden.

        • Als Air Marshal der Royal Air Force war Arthur Harris an die Weisungen seiner Vorgesetzten im britischen Kriegsministerium gebunden

          Man kann Kriegsverbrecher also nicht belangen, vorausgesetzt sie hatten einen Vorgesetzen? Hochinteressane Verteidigung, ethisch und rechtlich betrachtet allerdings Unfug. Mal ganz abgesehen davon, dass die Flächenbombardements mit Brandbomben keineswegs von weiter oben angeordnet wurden, sondern auf Harris eigenen Mist gewachsen waren.
          Grundsätzlich zeigt sich hier eine Doppelmoral. Flammenwerfer gegen „wehrlose Geflüchtete“ ist bei dir eine völlig anderes Kaliber als Brandbomben auf wehrhafte (?) Zivilisten. Tatsächlich gibt es dort keinen echten qualitativen Unterschied.

          • nun, der Schlächter von Dresden war in einer Position, aus der er sich nicht auf Befehlsnotstand herausreden könnte – es bestand für ihn keine Gefahr für Leib und Leben; nein, spätestens in der Causa Dresden haben die britische und die amerikanische Luftwaffe, Butcher Harris, und nicht zuletzt der Freimaurer (und wir erinnern uns, daß Anders Breivik auch Freimaurer war?) Winston Churchill ihre Ehre verloren, so sie denn jemals eine besessen haben;
            im übrigen bestanden die »wehrhaften« Zivilisten aus Frauen und Kindern, Greisen und Krüppeln, Ärzten, Schwestern und Feuerwehrleuten…

            Edit Helge: Bist du sicher, dass du auf mich und nicht auf Theowa antworten wolltest? 😉

          • zum Edit: Ja, wenngleich nur ergänzend – auf Theowa zu antworten, endet ja stets darin, daß Es, wenn Es einen Fehler zugeben müßte, einkneift und gar nicht mehr reagiert 😀
            meine Mutter war unter denjenigen, die von Tieffliegern beschossen wurden, und ich reagiere in Bezug auf den Bombenholocaust und dessen Leugnung recht gallig.

          • In Dresden gab es keine Tieffliegerangriffe. Schlachtflugzeuge hätten nicht die nötige Reichweite gehabt und die Geleitjäger der britischen Bomber hätten ihre Aufgabe, die Bomber zu schützen, sträflich vernachlässigt, wenn sie nochmal eine Extrarunde über den Elbauen gedreht hätten. Mit anderen Worten: Die Tieffliegerangriffe sind eine Propagandaerfindung. Und der Begriff „Bombenholocaust“ ist Neonazipropaganda, mit der die Shoa relativiert wird.
            Das Befehlsnotstand-Argument habt ihr euch jetzt aus den Fingern gesaugt. Worauf ich für jeden halbwegs intelligenten Menschen erkennbar hinaus wollte, ist, dass die „Bomber Harris do it again“-Provokateure keinen Zugriff auf besagte Waffen haben, „besorgte“ Bürger und Neonazis aber sehr wohl über Molotovcocktails verfügen.

          • Frl. Theowa, Sie bezeichnen also meine Mutter als Lügnerin?
            Je mehr Augenzeugen wegsterben, desto dreister lügen die Holocaustleugner; zuerst lügen sie die Tiefflieger weg, dann lügen sie die Opferzahlen runter, und schließlich verhöhnt der Leugnerpöbel die Opfer, indem er behauptet, die Flut 2002 sei »nur« das verspätete Löschwasser gewesen.
            Daß Sie, Frl. Theowa, sich diese rassistischen Thesen zu eigen machen, nimmt mich nicht wunder – immerhin halten Sie ja auch »Lügenpresse« für 'ne Erfindung von Goebbels, Streicher & Co 😀

          • übrigens haben Sie das mit dem Befehlsnotstand selbst eingebracht, Frl. Theowa:

            »[…] Als Air Marshal der Royal Air Force war Arthur Harris an die Weisungen seiner Vorgesetzten im britischen Kriegsministerium gebunden […]«</blockquote; Butcher Harris war ein Kriegsverbrecher, und Sie versuchen, einen Teil seiner Kriegsverbrechen zu leugnen – wie der Stehler, so der Hehler…

            im übrigen definieren Sie bitte »relativieren«, denn offenbar verstehen Sie etwas anderes darunter, als es der Rest der Menschheit tut; für mich bspw. heißt es: »etwas ins Verhältnis zu etwas anderem setzen«, und dies ist die Grundlage wissenschaftlichen Denkens – etwas nicht zu relativieren, nimmt dies aus der wissenschaftlichen Betrachtung und setzt es auf einen quasireligiösen Podest…

        • wenn einer ein Käsebrot sieht und dazu sagt:»Mettwurst wäre besser gewesen!«, ob da die Juden und die Moslems kollektiv Amok laufen wegen religiöser Intoleranz?
          meine Güte, es war eine Meinungsäußerung – geschmacklos, primitiv, menschenverachtend– aber nicht mehr, und der Rausschmiß wird den Burschen nicht bessern, sondern in eine »nun erst recht!«-Haltung drängen; schließlich hat er jetzt gar nichts mehr zu verlieren…
          Wieviel Prozent der

          »[…] Brandanschläge gegen Flüchtlingsunterkünfte […]«

          werden von den Insassen selbst verübt, wieviele von Ausländerhassern und wieviele von Antifanten, die wieder ein bißchen Geld für Anti-Rechts-Hetze brauchen?

        • im übrigen wurde gegen diese Volksverhetzung Anzeige erstattet, auch von mir, aber da die Täter Juden/Mosaisten/Zionisten waren , geschah nichts!

          und was will da einer verrichten, wenn die Personen bereits geflüchtet sind?
          oder meinten Sie Flüchtlinge, was etwas ganz anderes bedeutet?

    • Vom Mordaufruf (war es denn tatsaechlich einer? Hat er gesagt: Los bringen wir ihn um?) geht es ohne Umweg zum Rassisten, (wer bestimmt eigentlich, was ein Rassist ist?) ,
      der natuerlich (?), natuerlich (!), den Betriebsfrieden stoert (schon durch seine Anwesenheit)
      und, was braucht es da den Beweis, auch gleich Handgreiflich wird.

      Also, wer einmal luegt, der stielt auch und ist vom Totschlag nur einen Haarspalt entfernt. Das nenne ich Logik.
      Nein, das nenne ich eine wueste Phantasie.

      Hier im Blog hat einer ueber einen ehemaligen KZ-Insasse gesagt: der Holocaust hat ihn auch nicht zum besseren Menschen geacht.
      Ausser von mir hat er von allen Seiten liebevollen Trost und Zuwendung bekommen, weil er durch den Lehrkoerper dafuer geruegt wurde, das arme Hascherl.

      Hier also hat es viel Verstaendnis fuer einen dummen Spruch von einen
      junge unreifen Menschen gegeben, der den Holocaust in Richtung
      banale Erziehungsanstalt gelegt hat, wo Menschen gebessert werden sollen.

      Doch beim Porschelehrling gibt es hier kein Verstaendnis sonden Hass,
      Anzeige, Lebensvernichtung. Der Fehler des Porschelehrlings ist:
      er steht nicht im linken Block.

      Wo eigentlich ist der potentielle Unterschied zwischen der Ablehnung
      einer Schilderung ueber grauenhafte Nazi-Folter, Mord, Vergasung, und
      Kinder totschlagen und dem Spruch des Abfackelns?

      Wo ist er potentielle Unterschied zwischen dem Eintrag im Facebook
      (abfackel,umbringen)
      und der gewollten Vernichtung (!) der Zukunft des jungen Lehrlings?

      Beides sind in ihrm Kern in einer gewaltigen und gewaltvollen Lebensart,
      die nur meine Art von Lebensauffassung als die einzig wahre zulaesst.

      Anstatt dem Porschelehring eine Standpauke zu halten, damit er zu sich
      kommt und die Tragweite seines Spruchs begreift, vernichtet man lieber
      kurzerhand seine Zukunft und schafft so nichts anderes, als einen
      verbitterten jungen Mann,der in Zukunft solche Sprueche nicht mehr bringt,
      sondern eher sich denkt, und vielleicht handelt.
      Ich habe noch nie eine daemlichere,duemmlichere Reaktionen auf einen
      unreifen Menschen gehoert, als diese Entlassung. Die hier auch noch begruesst wird.
      So wird der allgemeine Hass einfach potenziert.
      Wann folgt der naechste Schritt?
      Wann also fuehren wir den Henker wieder ein?
      Fuer falsches denken.

      • Hier im Blog hat einer ueber einen ehemaligen KZ-Insasse gesagt: der Holocaust hat ihn auch nicht zum besseren Menschen geacht.

        Hier also hat es viel Verstaendnis fuer einen dummen Spruch von einen junge unreifen Menschen gegeben, der den Holocaust in Richtung banale Erziehungsanstalt gelegt hat, wo Menschen gebessert werden sollen.

        Man kann Sachen auch absichtlich falsch verstehen, oder? Es ging darum, dass niemand ein guter (im Sinne von sympathisch) Mensch sein muß, nur deswegen weil er den Holocaust überlebt hat. Zweifellos haben auch einige Arschlöcher und Egoisten selbiges geschafft.

        • Adorno: „Nach dem Holocaust kann man keine Gedichte mehr schreiben“.

          Offensichtlich meinte er, auch wenn einige Arschloecher und Egoisten uberlebt haben, war der Holocaust an sich eine derartig grauenhafte Angelegenheit, dass man den Ueberlebenden zumindest soviel Respekt entgegen bringen muss, dass man nicht in zarte Poesie (oder dumme Sprueche) faellt.

          Sorry, ich habe in diesem Bereich etwas gegen Relativierungen.

          Es gehoert ueberhaupt nicht zur Sache, ob da einer ein Arschloch war oder
          nicht. Es nimmt nichts vom Leid weg. Aber dem Knaben war die Langeweile wichtiger.

          Und offensichtlich war dem jungen Knaben hier die auch Arschlochseite wichtiger, als die erschlagen kleiner Kinder mit den Koepfen an Baeumen und Mauern oder das Aufhaengen am „Bock“ oder das Verhungern im Hungerturm oder die „medizinischen Versuche“ am offenem Leib oder die Tatsache dass „Muselmaenner“ (wie sie sich nannten) ihre eigenen Brueder und Eltern in den Verbrennungsofen schieben mussten.

          Ich bin absolut gegen Relativierungen in diesem Bereich, wie es gerade geschieht, gerade auch weil ich selber im persoenlichen Umfeld zwei Ueberlebende kannte . Edgar Hilsenrath und Paul Szymanski (der sich mit ausgerisseneen Haaren,heimlich abgerissenen Gras, abgeschabter Kreide von Anschlagstafeln und eigenem Blut winzigste Bilder malte).

          In welchem Zusammenhang steht die Langeweile des Knaben und der Egoist und das Arschloch in der Tragodie des sechmillionenfachen Mordes durch Gas, Kugeln,Haengen usw.?

          So eine Antwort wie von dem Jungen zeigt mir nur voelliges desinteresse am Leid der Menschen, und nicht etwa mein willentliches Missverstehen.

          Mich erstaunt dass gerade du in den Chor der Allesversteher einfaellst.
          Warst DU schon mal in einem KZ? Hast DU schon mal vor tausenden von Brillen gestanden, zu denen je ein Mensch gehoert hatte? Hast DU schon je abertausende von Schuhen gesehen, von Menschen die im Gas geendet sind? Die Verbrennungsoefen gesehen? Die Mauern die dem Kugelfang dienten?

          Wie kann man, Angesichts dessen, Langeweile aufbringen, oder denken auch Arschloecher haben ueberlebt?
          Erklaere mir das? Vielleicht bin ich zu alt und zu dumm, um so etwas zu verstehen?

          Vielleicht habe ich auch nur zuviel Literatur darueber gelesen und mit Zeiteugen gesprochen (Kollegen von mir) , um in Langeweile zu verfallen und an Arschloecher zu denken, die ueberlebt haben…

          Vielleicht habe ich mich auch nur vom unsagbarem Leid beruehren lasen, um da noch Verstaendnis fuer einen dummen Jungen aufzubringen, dem noch, mit Verlaub, die Rotz am Backen haengt, der aber von Freiheit faselt, als wisse er was das ist.

          • Als erstes: wenn der Knabe gelangweilt ist, liegt es am Vortrage selbst:
            zu wievielten Male?
            keine neuen Inhalte?
            leiernder Tonfall?

            »In welchem Zusammenhang steht die Langeweile des Knaben […]«

                    mit der Reduzierung der deutschen Geschichte auf zwölf Jahre in lediglich leicht modifizierter Dauerschleife? Ja, in welchem wohl? kommt die Langeweile des Knaben daher, daß seine Geduld strapaziert und seine Lebenszeit verschwendet wird mit den Erzählungen eines Uthgenannt, eines Wilkomirski oder eines Rosenblat, die schon kurz danach als Schwindel entlarvt und eingestampft werden? rührt sie daher, daß »Augenzeugen« und naturwissenschaftliche Unterrichtsinhalte einander widersprechen? daß aber aufgrund ebendieser »Zeugen«aussagen Soldaten, Wachleute usw zum Tode verurteilt (und auch hingerichtet) wurden, man aber dagegen nichts sagen darf wegen der »Offenkundigkeit«? Solange der Art5GG nicht mehr gilt, wird der Propaganda den Verlautbarungen des Propaganda Wahrheitsministeriums nur zurückhaltende Beachtung geschenkt, und das ist auch gut so…

            »Warst DU schon mal in einem KZ? Hast DU schon mal vor tausenden von Brillen gestanden, zu denen je ein Mensch gehoert hatte? Hast DU schon je abertausende von Schuhen gesehen […]?«

                    wer in der DDR großgeworden ist, ist mindestens einmal auf dem Ettersberg (und/oder Sachsenhausen, Oranienburg…) gewesen, und dort hatte er dann die Geschichtchen von den Lampenschirmen und Bucheinbänden aus Menschenhaut und der Seife aus »Rein Jüdischem Fett« anhören müssen – all diese Greuelgeschichten, die inzwischen als Märchen entlarvt wurden; War es Margarete Buber, die, nachdem sie die sowjetischen und die deutschen Lager erlebt hatte, sagte, daß es in letzteren insgesamt besser gewesen sei?

          • Ich denke, in Anbetracht der Tatsache, dass es hier um mich geht, darf ich mich nochmal zu Wort melden.
            1. Zunächst einmal bin ich kein „Knabe“, sondern weiblich. Aber darum geht es hier jetzt nicht.
            2. klassenerster: Zeig mir bitte auch nur EINE Stelle, an der ich den Holocaust banalisiert haben soll. Ich versichere dir, das habe ich gewiss NICHT, da es meinem gesamten Wesen widerspricht. Deine Aussage fasse ich insofern als persönliche Beleidigung und Angriff auf meine moralischen Prinzipien auf. Ich hoffe doch sehr, dass dem keine ursprünglich beleidigende Absicht zugrunde lag, sondern ein Missverständnis, das ich im Zweifel gerne bereit bin aufzuklären.
            3. Ich sagte nie, dass mich der Vortrag inhaltlich gelangweilt hat. Was mich gestört hat, war das Auftreten der zugehörigen Person. Seine Geschichte ist eine Sache, sein gesamter Charakter eine andere.
            4. Um jetzt mal endgültig aufzuräumen, fasse ich meine Kernaussagen des ursprünglichen Posts mal abstrakt zusammen. Ich hoffe, dass dann auch Häuptling großer klassenerster nichts mehr auf derart preisverdächtige Art und Weise fehlinterpretieren kann.
            Aussage 1: Person A setzt eine Person B, die ein bestimmtes Ereignis X erlebt hat, einer Person C als moralische Metainstanz vor und erwartet, dass Person C die besagte Person B als solche wahrnimmt.
            Aussage 2: Person C denkt, a) dass es ihr selbst obliegt, zu entscheiden, ob sie Person B als moralische Metainstanz akzeptiert, anstatt die Meinung von Person A unreflektiert zu übernehmen, und b) dass es ungerechtfertigt ist, ihr vor anwesenden Personen D-Z schwere, ungerechtfertigte Vorhaltungen zu machen, wenn es ihr trotz vorurteilsfreier Herangehensweise nicht gelingt, die Meinung von Person A über Person B gänzlich zu teilen.
            Ich hoffe, dass war jetzt auch für gewisse moralkeulenschwingende Personen k hinreichend verständlich. Falls gewisse Personen k jetzt vorhaben, mir die Vereinfachung von Personen auf Buchstaben vorzuwerfen, möchte ich anmerken, dass ich diese Vorgehensweise auch auf mich selber angewendet habe. Gleiches Recht für alle.

          • nö, also ich verstund: Du fühltest Dich ein wenig entmündigt und reagiertest;
            Du erkanntest zwar die Betroffenheitslyrik, konntest aber nichts gegen den verordneten Aufenthaltsort verrichten, da es angeordneter Unterricht war;
            den Clown zu belachen fiel aus, da die Verantwortlichen den Clown für ernst nahmen;
            wenn Du zur erwähnten Krawatte gesagt hättest: »Was für ein Farbempfinden!«, hätten es Dir die Betroffenheitsbesoffenen auch falsch ausgelegt.
            Was auch immer Du sagst, wie auch immer Du es sagst, zu wem auch immer Du es sagst, irgendwelche berufsbetroffenen Ar$chmaden werden es Dir falsch auslegen – aber wen juckt's?
            Nimm es als Maßstab für Deinen Umgang: wer kommt über die Hürde?
            provozieren, polarisieren und separieren – anders kriegst Du die Zeitdiebe und Energieräuber nicht aus Deinem Leben.
            Wer zu Dir steht, gehört zu Dir, und wer Deine Äußerung über Deine Person stellt, kann Dich mal sowas von…

        • Klassenerster, die Aussage, dass Auschwitz keine Besserungsanstalt war, zielt nicht darauf ab, dass auch Arschlöcher überlebt haben, sondern dass Überlebende nicht per se moralische Instanzen sind. Die subjektive Erfahrung von Gewalt, Unterdrückung und Vernichtung macht einen nicht automatisch zum kompetenten Genozidforscher und schon gar nicht zu einem guten Historiker, was im Umkehrschluss auch nicht heißen muss dass sie per se ungeeignet wären. Geschichte ist aber auf keinen Fall emotional erschließbar.

          • Ein wenig Emotion wäre jedoch und vielleicht wünschenswert. Auch dann wenn man Geschichte ‚erschließt‘.
            Geschichte wiederholt sich. Nie. Nie auf dieselbe Weise …
            (deswegen wären Emotionen ev. nützlich – um vielleicht ja doch ‚Wiederholungen‘ vermeiden zu können)
            Ohne Emotionen laufen wir Gefahr zu relativieren, also, in der anderen Möglichkeit des Wortsinn vom relativieren (!), einfach ausgedrückt, man beschönigt letztlich Dinge.

            Und die Grundfrage in Bezug auf heutige Vermittlung von Geschichte, vorzugsweise in der ebenso heutigen Schule: Was bringt es, dasselbe Thema bis zu drei Jahren immer wieder und nichtmal auf neue Weise vorzutragen? Es ist verschwendete Zeit, denn wenn wegen dem einen Thema der Rest der Welt in der Geschichtsvermittlung unter den Tisch fällt, dann fehlt der Rahmen um die eine Geschichte tatsächlich zu verstehen.

  23. Hallo auch an alle. ^^

    Erst einmal danke für diesen gut ausgearbeiteten Text Helge, und den Leuten die dir dabei geholfen haben. Ich mag diesen Blogpost auch deswegen weil du auch einiges von meiner Meinung wiederspiegelst. Natürlich bin ich grundsätzlich der Meinung das man gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit etc. angehen sollte, aber wenn dann auch bitte die entsprechenden Gesetze ein zu halten. Zumal es ziemlich scheinheilig ist, wenn man irgendwelche Methoden anwendet, die man selber eigentlich bei der ‚gegnerischen Seite‘ anprangert und verurteilt. Es ist mir schon öfters passiert, dass ich schief angesehen wurde, weil ich der Auffassung war, dass manche dieser radikalen Anti-fas (Ist nicht alle bezogen) die z.B. gleich mit Gewalt reagieren nicht besser sind als die gewaltbereiten Rassisten die sie so vehement bekämpfen. Aus meiner Sicht heraus begeben sie sich damit nämlich auf das selbe Niveau und ihrem Hauptanliegen, es würde ja gegen Rassismus und Co. gehen, wird damit auch mehr geschadet als geholfen.

    Und das mit dem Internetpranger ist sowieso so eine miese Sache, da werden leider nicht selten leichtfertig Leute zur ‚Schau‘ gestellt, ohne wirklich darüber nach zu denken was das für Konsequenzen mit sich bringt. Jeder hat wohl mal leichtfertig irgendeine Äußerung gepostet, gesagt oder geschrieben die in fremden Ohren vlt. falsch rüberkommen würde. Aber deswegen sollte man nicht gleich zu solchen Methoden greifen, die dann sehr leicht aus dem Ruder laufen können. Vor allem wenn es dann zu digitalen Hexenjagden kommt, die im schlimmsten Fall auch zur Selbstjustiz führen können. Aber auch ohne letzteres Beispiel ist dieses oftmals gedankenloses Anprangern schon schlimm genug, vor allem kann es schnell passieren das es eine unschuldige/falsche falsche Person trifft. Denn wie leicht kann diese perfide Methode auch simpel genutzt werden, dass irgendein User der mit einem/er Anderern im Streit liegt, behauptet das Dieser etwas rassistisches gesagt, gepostet oder geschrieben hat. Viele ‚Shitstormer‘ brauchen keine Beweise (sofern die überhaupt echt sind), sondern legen dann einfach sofort los. Der dann ausgelöste Shitstorm kann nicht nur berufliche sondern auch psychische Folgen mit sich bringen.

    Zum Abschluss kann ich also nur sagen, ich werde so weitermachen wie gehabt und versuchen mich von jedweder radikalen Seite (egal ob rechts, links oder geradeaus XD) zu distanzieren. Nicht immer einfach aber für mich harmonischer.^^

    • Herzlichen Dank an Helge und die Leute die dir (Helge) geholfen haben den Text zu schreiben. Danke auch an meine(n) Vorredner(in), die das in Worte fassen konnte was ich fühle und lebe, aber nicht selber in Worte fassen konnte.

      Danke!

  24. granger:

    „wer in der DDR großgeworden ist, ist mindestens einmal auf dem Ettersberg (und/oder Sachsenhausen, Oranienburg…) gewesen, und dort hatte er dann die Geschichtchen von den Lampenschirmen und Bucheinbänden aus Menschenhaut und der Seife aus »Rein Jüdischem Fett« anhören müssen – all diese Greuelgeschichten, die inzwischen als Märchen entlarvt wurden; War es Margarete Buber, die, nachdem sie die sowjetischen und die deutschen Lager erlebt hatte, sagte, daß es in letzteren insgesamt besser gewesen sei?“

    Nimmt das nur einen Hauch vom Holocaust weg, oder wechen Zweck hat deine(mir bekannte )Aufzaehlung sonst? Relatvierung,ar alles halb nur so dolle?R
    Warum kommt man hier nicht gleich zum Ergebnis, dass es den Holocaust, wie er geschichtlich erlaeutert ist, nie gegeben habe?

    Oder war etwa der Schlächter von Polen, Hans Frank, auch nur eine Erfindung? Oder Ilse Koch. Gar Hitler?

    Wie schoen dass es in den deutschen KZs etwas besser zuging, dann koennen wir den Russenhass ja gleich legitimieren und oeffentlich bekannt geben: Deutsche KZs, denen ging es doch noch gut ! Wahrscheinlich hatte dort jeder seinen kleinen Gemuesegarten.

    Eugen Kogon: Der SS-Staat
    Wolfgang Langhoff: Die Moorsoldaten.
    Fania Fénelon: Das Mädchenorchester in Auschwitz

    Ach es gibt so viele.

    Anus Mundi von Wiesław Kielar

    „Unten war es stickig, heiß und es stank nach Kadaver. Alle Zellen waren geöffnet, und darin sahen wir die stehenden, zu einer Masse zusammengepressten Leichen der Vergasten. Wo sich die Kranken befunden hatten, war es etwas leerer. Einige Leichen lagen direkt vor der Tür, aufeinandergefallen. Mit ihnen beganngen wir also. Die ineinander verklammerten Körper waren schwer voneinander zu trennen. Wir zogen sie einzeln auf den Korridor, von wo sie die anderen die Treppe hochtrugen. Je tiefer wir in die Zelle kamen, desto schwerer wurde es, die Leichen herauszuholen, die einen makabren Eindruck machten. In kleinen Zellen zusammengepfercht, standen sie, obwohl bereits tot, in dergleichen Haltung, in der sie sich wahrscheinlich vor zwei Tagen befunden hatten. Die Gesichter waren blau, fast violett-schwarz. Weit geöffnete Augen drohten fast aus den Höhlen herauszutreten, die geöffneten Lippen zeigten weit ausgestreckte herabhängende Zungen, die fletschenden Zähne gaben ihren Gesichtern ein unheimliches Aussehen. […] Am schwersten war es auf den Stufen. Die schweren Köpfe schlugen mit dumpfen Schlag gegen die Stufen, die weich gewordenen Extremitäten blieben an den herausragenden Stufen und Schwellen hängen, was uns die Arbeit sehr erschwerte. (S. 92/93)

    Ja ja, alles erfindungen. Dennen in den deutschen KZs ging es ja noch besser….
    Man muss es ja sich nicht anhoeren wollen,aber aus Respekt koennte man die Klappe halten.

    • laß es mich so sagen: wenn die Lügner sich der Öffentlichkeit stellten und zugäben: »dies, das und jenes ist einfach nur erfunden worden, aber das dort ist wahr, wirklich wahr, und hier sind die Beweise!«, glaub mir, ich wäre der letzte, der Beweise anzweifelte – wenn es denn welche sind; aber solange ich mit dem §130 gezwungen werde, die vom Generalbundesanwalt ausgegebene tagesaktuell gültige Opferzahl nicht zu hinterfragen, sage ich aus Prinzip: »jaja, und sie bewegt sich doch!«
      wer nicht wissen darf, wird auch nicht glauben wollen, und wer glaubt, wo er wissen könnte, muß früher oder später dran glauben…

      • Schmeiss doch nicht zwei Themen durcheinander. Und ist es nicht egal ob es 3 Millionen oder 6 Millionen waren?
        Ich kenne auch Geschichten von Leuten die sich als Opfer ausgaben um Geld zu kassieren und falsche Bios zu schreiben, das nimmt doch nichts vom Wesen des Holocaust weg.

        Etwas anderes ist natuerlich der Paragraph 130, der damals unter dem Blick der „Entnazifizierung“ entstand.

        Wann wird endlich „Entgruent“?

        • »[…] ist es nicht egal ob es 3 Millionen oder 6 Millionen waren? […]«

                ja, es ist nicht egal, denn die Hlg. §t. 6Million ist eine quasireligiöse Zahl, die zu diskutieren, zu relativieren, zu hinterfragen oder zu erforschen zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen führen kann – zumindest in der BRd.

          Der Holo˜ wird gern als Gründungsmythos der BRd kolportiert, und was dessen Wesen sei, wird nicht diskutiert, sondern strafrechtlich eingemauert; an dieser Stelle hört allerdings für mich der Gute Geschmack auf: entweder ich verkünde die Wahrheit, dann kann ich getrost eine wissenschaftliche Untersuchung abwarten, oder ich lüge, dann aber brauche ich dringend eine Inquisition.

          Tucholsky bezog sich zwar auf den Gotteslästerungsparagraphen, aber da der Holo die Neue Religion ist, ergibt sich der Bezug von selbst:

          »Ich mag mich nicht gern mit der Kirche auseinandersetzen; es hat ja keinen Sinn, mit einer Anschauungsweise zu diskutieren, die sich strafrechtlich hat schützen lassen. Mit so unhonorigen Gegnern trete ich nicht gern an.«

                »unhonorig« heißt soviel wie »ehrlos, würdelos«, und dies drückt alles aus, was ich gegenüber dieser … Bande empfinde…

  25. Nachsatz:
    Denkst du,ich glaube alles was ueber die Zahlen -und vieles mehr- gepredigt wird wie ein Dogma?
    Es gibt einen schoenen Spruch: Unrecht scheut Oeffentlichkeit!

    Also darf Oeffentlich nicht alles gesagt/gefragt werden, weil es Unrecht aufdecken koennte.

    Wir leben in einer Demokratie. Nur dass Merkel und Gauck etwas demokratischer sind als du und ich, und darum schneller beleidigt sind, und daher schneller mit Strafe verfolgt wird, wenn du was gegen sie sagst.
    Das Kaiserreich ist noch lange nicht ueberwunden.
    Gottseidank lebe ich in der Karibik!

  26. Ich bin der Ansicht, das in öffentlichen Diskussionen immer mehr eine Verzerrung der Begriffe stattfindet. Gestern habe ich zum Beispiel gelesen, „polnische Fußballfans hetzen gegen Flüchtlinge“.
    Nun, das wäre schlimm, in der Tat.
    Diese angebliche Hetze bestand dann aber im Wesentlichen aus der Ankündigung, ein Benefiz-Spiel nicht besuchen zu wollen.
    Also bitte!
    Wer nicht für uns ist, ist gegen uns? „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!“

  27. Eigentlich traurig, wie recht du hast… Eine Freundin erzählte mir erst kürzlich, dass sie, als das Thema Flüchtlinge aufkam, sie meinte, dass sie es nicht richtig fände, was der Staat tut. Da wurde sie sofort als fremdenfeindlich abgestempelt, dabei hat sie ja von den Ausländern nicht einmal gesprochen… Ich stimme ihr zu. Merkel sagt, wir sollen die Flüchtlinge aufnehmen und willkommen heißen und helfen sich zu integrieren und Vorbild und bla bla bla. Was sagt Gysi? Stellt dar, dass Deutschland ein großer Waffenlieferant ist und das wir doch gefälligst mal etwas gegen die Ursache tun sollten. Tja, ich weiß schon, warum ich die Linke wähle. Wenn auch nur wegen Gysi…

    Zu dem Gamergate möchte ich kurz mal etwas sagen: Es nervt! Damit meine ich nicht einmal, dass mich Sarkeesians extreme Einstellung nervt, sondern, dass dadurch übersehen wird, dass Videospiele nun einmal tatsächlich sehr sexistisch sind und die Entwickler wohl der Meinung sind, dass alle Videospieler heterosexuelle junge Cis-Männer sind. Es sind aber nun einmal tatsächlich 45% der Spieler weiblich und die männlichen sind auch nicht alle heterosexuell, sondern auch asexuell, homosexuell, transsexuell… Und schon gar nicht sind alle männlichen Spieler Primitivlinge die nur Titten und Ärsche sehen wollen. Entwickler versuchen immer noch mit dem dummen Sex Sells-Mythos ihre Spieler zu verkaufen. Wer sich damit tatsächlich etwas beschäftigen möchte, dem kann ich nur den Blog http://bikiniarmorbattledamage.tumblr.com/ empfehlen. Keine Sorge, Sarkeesians wird man da nicht finden.

    • dass Videospiele nun einmal tatsächlich sehr sexistisch sind

      Sexismus bezeichnet eine auf das Geschlecht bezogene Diskriminierung. Diskriminierung wiederum bezeichnet die Benachteiligung von Gruppen oder einzelnen Personen. Da dürfte es bei fiktiven Spielcharakteren schon schwer werden, die sind nämlich weder reale Personen noch Gruppen davon.
      Wenn du Spiele als sexistisch empfindest, dann kauf sie halt nicht. Wenn ausreichend viele so wie du denken und Spiele kaufen wollen, die von euch nicht als sexistisch empfunden werden, dann bildet sich dafür auch ein Markt und jemand wird die Nachfrage befriedigen.
      Ich persönlich betrachte es allerdings nicht als sexistisch, wenn die weiblichen Charaktere in Spielen mehr nackte Haut zeigen. Immerhin sind sie auch ästhetisch ansehnlicher. Es ist also wenn überhaupt eher eine positive Diskriminierung, zudem eine die für mich nicht kaufentscheidend wäre.
      Der Sexismus in Spielen-Gaul wurde bereits mehrfach zu Tode geritten. Meist geht es eher darum, dass einige Menschen, die mit den Spielen, über die sie sich echauffieren, gar nichts am Hut haben, sich über irgendetwas echauffieren wollen. Es geht also um rituelles Gekränktsein. Opferkult in Reinkultur. Nun kann man natürlich ruhig genauer hinschauen, welche Rollenbilder in Spielen vermittelt werden, aber dann bitte nicht auf der Basis der Textildichte. Oder wieviele Charaktere cis-orientiert sind. Nebenbei, hast du mal darauf geachtet, dass das Kanonenfutter in Spielen fast immer männlich ist. Seltsam, dass sich daran niemand stört, oder? 😉

      Es sind aber nun einmal tatsächlich 45% der Spieler weiblich

      Ich zitiere einfach mal:
      48% of gamers may be female, but if the majority of that are middle-aged moms playing mobile games like Candy Crush and Kim Kardashian: Hollywood (and there’s nothing wrong with that — even I enjoy a good red-carpet adventure ), then can we really be upset when a developer chooses to still cater towards a male audience?

      • wie Mrs Antony weiter oben schon feststellte, werden von interessierten Kräften die Begriffe verwischt, so daß man nicht mehr klar sagen kann, was man eigentlich zu sagen hätte, ganz im Sinne des Orwellschen Neusprechs.
        »diskriminieren« heißt »unterscheiden« oder »trennen«, und dies bezieht noch lange keine Ungleichbehandlung, geschweige denn Benachteiligung ein;
        wenn »Sexismus« aber als »Benachteiligung wegen des Geschlechts« definiert ist, dann ist der ganze schöne Begriff völlig dumm und überflüssig, weil eine Benachteiligung oder Ungleichbehandlung aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit bereits Rassismus im Memmischen Sinne ist.
        zu der Frage Videospiele muß ich allerdings passen, da ich nach Pacman, Doom (das erste) und Prince of Persia (ebenfalls das erste) kein weiterführendes Interesse mehr hatte – mir ist einfach meine Lebensziet zu schade; allerdings erinnere ich mich, gehört zu haben, daß es zu Lara Croft ein Addon gegeben haben soll, das die Protagonistin nackt habe durch die Abenteuer stolpern lassen; 'kay, wem's gefällt…

    • Warum entwickelst nicht DU so ein Spiel in dem es weder Rassismus noch Sexismus gibt, sondern alle Lesben, Homos, Gender, Tierschaender, Paedos, Transen, alle weitere 86 Geschlechter, ihr Glueck finden.?
      Warum wird sich empoert wenn Maenner Spiele entwickeln und sich Frauen usw. nicht so wuerdig vertreten finden, wie sie denken wie es gefaelligst zu sein hat? Warum entwickeln dann nicht diese Frauen es so, wie sie es gerne haetten?
      Warum klinken sich Frauen in solche Spiele ein, einzig um zu kritisieren?

  28. „Golden Moonlight schrieb:

    15/09/2015 um 23:39
    .
    Ich denke, in Anbetracht der Tatsache, dass es hier um mich geht, darf ich mich nochmal zu Wort melden.
    1. Zunächst einmal bin ich kein „Knabe“, sondern weiblich. Aber darum geht es hier jetzt nicht.
    2. klassenerster: Zeig mir bitte auch nur EINE Stelle, an der ich den Holocaust banalisiert haben soll. Ich versichere dir, das habe ich gewiss NICHT, da es meinem gesamten Wesen widerspricht. Deine Aussage fasse ich insofern als persönliche Beleidigung und Angriff auf meine moralischen Prinzipien auf.“

    Na gut, das du weiblich bist war mir nicht erkenntlich.
    Nein, banalisiert hast du den Holocaust nicht, banalisiert hast du ein Opfer.
    Aber der Holocaust bestand aus all diesen einzelnen Opfern! Das war nichts abstraktes. Das waren Menschen wie du und ich, langweilige und aufregende.
    Du hast ausserdem mehrer Gruende genannte warum du geruegt wurdest, nicht nur wegen „langweilg“. Wie weit das zutrift kann ich nicht beurteilen,aber ich kann nur deine Reaktion hier beurteilen, deine Empoerung, dass du nicht wie der Knallpoet ein verkrueppeltes juedisches Arschloch auch als solches bezeichnen darfst.
    Weil es so etwas wie Anstand gibt. Auch wenn das wohl verpoent sein sollte.
    Ich bringe es auf einen Punt, den ich bei dir misse.

    Anstand.

    Soviel Anstand zu haben, auch wenn dir persoenliche die Geschicht aus den Ohren kam, das Opfer zumindest ohne dreckige oder abwertende Bemerkungen ganz ausreden zu lassen. Denn er hat das Recht dazu.
    Und die ganzen ,die dich bemitleiden und mich in Grund und Boden verdammen, haben auch nicht diesen Anstand.
    Denn es gibt Meschen,die haben derart viel Leid erlebt, dass sie nur sehr sehr muehsam darueber reden koennen.
    Es ist zum Beispiel bekannt, dass unsere Vaeter (deine Grossvaete) schreckliche Alptraeume haben, Jahrzehnte danach noch, aber den Mund nicht aufkriegen um das Leid in Worte zu fassen.
    So tief ist es eingegraben.

    Und wenn du der Ansicht bist ueber solche Menschen dir das Recht herausnehmen zu koennen zu sagen, dass dir seine Persoenlichkeit nicht passt und er dich langweilt, dann hast du etwas nicht kapiert.

    Es ging nicht um den X-Faxtor, (wer ist die interessanteste Person!) sondern um einen Menschen der Leid erfahren hat, und zwar soviel, dass du es gar nicht verstehst oder verstehen wolltest.
    Du hast deinen ganzen Schwerpunkt auf den X-Faxtor gelegt und nicht auf den Inhalt.

    Und das kreide ich dir an.
    Nicht jedes Opfer ist ein begnadeter Erzahler. Aber das erwarten hier ja viele.
    Um dich zu ziteren:

    „Ich hab einfach geantwortet, dass das Überleben des Holocausts nicht automatisch bedeutet, dass er ein toller Mensch ist, und bin gegangen.“
    War das dasThema: Bedeutet Holocaust ein toller Mensch zu werden?

    „Und bin gegangen“ Das ist, auch wenn du und andere es nicht kapieren wollen, eine erneute Ohrfeige in das Gesicht des Opfers.Nach dem Motto, dein Schmarrn interessiert nicht.
    Der Holocaust bestand nicht aus anonymen Robotern,sondern aus solchen Menschen die du erlebt hast. Und da bist du aufgestanden und gegangen.
    Sagt eigentlich genug

    Mein Vater, dein Grossvater wohl auch, nein, die konnten nicht erzaehlen was an Grauenhaften sie erlebt haben, die sind daran erstickt und haben Nachts schwerste Aptraeume gehabt.
    Und von solchen Menschen erwartest du fluessiges spannendes Erzaehlen.

    Weist du, wie viele Maener nach dem Krieg entsetzlich unter dem, was sie erlitten haben, weiter leiden mussten? Weil sie nie reden konnten, weil es keiner wissen wollte, weil sie es tief in sich vergraben haben, weil sie daran seelisch erstickt sind und Nachts schwerste Alptraeume
    hatten. ich zum Beispiel konnte meinen Vater nie fragen, was an grauenhaftem er unter der SS als Zwangsarbeiterer leiden musste, und wie er die Kugel quer durch den Hals bekommen hatte. Er konnte nie Antwort geben.
    Weil es ihn sonst ueberschwemmt haette.

    Und das sind so Leute die du dann als langweilg bezeichnest, weil sie nicht so reden koennen, wie man es gerne haette: wie in Comedyshows, ein Gag jagt den Anderen.
    Na ja, lassen wir es gut sein, fuehle dich in deiner Ehre halt persoenlich gekraenkt (kann man sich auch unpersoenlich gekraenkt fuehlen?) und das Opfer hat deine moralische Ohrfeige sicher zu den anderen gesteckt, die er bereits erhalten hatte.

    • Wenn alle anderen einen Vorgang anders als du bewerten, dann solltest du vielleicht mal in Erwägung ziehen, dass du auch Unrecht haben könntest.

      Wie dem auch sei, wir haben hier eine Schilderung von Golden Moonlight. Die kann man glauben oder in Zweifel ziehen, ganz wie man mag. Sich aber ohne jedes Faktengerüst eine völlig eigene Geschichte zusammenzuzimmern und diese dann als glaubwürdiger hinstellen zu wollen, ist schon mehr als nur noch hahnebüchen. Dein ganzer Text basiert im Endeffekt auf Spekulation und Annahme.

      Grundsätzlich ist jeder Mensch für seinen Charakter und sein Auftreten selbst verantwortlich. Die gemachten Erfahrungen können erklären, wie der Charakter sich entwickelt hat, sie entschuldigen ihn aber nicht. Und wenn du schon über Anstand sprechen willst, dann erklär mal, wie man die beschriebene „Ihr seid alle schuld am Holocaust und müßt vor mir im Staub kriechen“-Tour des Holocaust-Überlebenden ernsthaft als anständig bezeichnen kann!

      • Helge:
        „…erklär mal, wie man die beschriebene „Ihr seid alle schuld am Holocaust und müßt vor mir im Staub kriechen“-Tour des Holocaust-Überlebenden ernsthaft als anständig bezeichnen kann!“

        Wenn es denn stimmt!! Denkst du ich glaube hier alles nur weils in Buchstaben steht?

        Und: „Wenn alle anderen einen Vorgang anders als du bewerten, dann solltest du vielleicht mal in Erwägung ziehen, dass du auch Unrecht haben könntest“

        Wer jung ist bewertet grundsaetzlich anders als wer alt ist .und ganz andere Erfahrungswerte besitzt. Du und die allermeisten hier schreiben aus Theorie. Ich nicht..

        • Denkst du ich glaube hier alles nur weils in Buchstaben steht?

          Ich sagte ja, du mußt das nicht glauben. Allerdings ist deine eigene Version der Ereignisse, an denen du nicht beteiligt warst, keineswegs als verlässlicher einzustufen. Ganz im Gegenteil. Weiterhin gibt es für Golden Moonlight keinen Grund, sich hier etwas aus den Fingern zu saugen. Und Drittens sind Menschen, die sich selbst gerne als Opfer und andere als Schuldner sehen, nun wahrlich nicht so dünn gesät. Ich würde darauf wetten, dass dir davon auch schon welche untergekommen sind. Wenn wir hier analysieren wollen, so würde ich vermuten, dass deine Sicht auf Holocaust-Überlebende aufgrund der Geschichte deines Vaters grundsätzlich verzerrt ist.

          • Edit Helge: Fettgedrucktes ist von mir.

            Ich finde deine „Argumentationsbasis“ einfach widerlich und unredlich.

            Das ist dein gutes Recht. Ich finde dein Gefasel unlogisch und absurd.

            So rationalisieren Gegner der Geschichte den Holocaust. „weil dein Vater… “

            Ahja. Du möchtest damit implizieren, dass ich den Holocaust rationalisiere? Oder vielleicht doch eher relativiere? Oder vielleicht leugne? Aber es dürfte wohl sinnlos sein, dich zu fragen, wie du auf dieses schmale Brett geklettert bist.

            Nein, nicht weil mein Vater, sondern weil ich seit der Jugend eine Fuelle von Literatur daruber las, um zu verstehen wie Menschen sich derartiges anztun.

            Heißt das, du hast ihr Verhalten rationalisiert? 🙂 Das war doch eben noch böse. Wurde von Gegnern der Geschichte des Holocausts gemacht und so.

            Angefangen von Kokons SS Staat ueber Engelmann, ueber all die Historien, vom Tagebuch der Anna Frank ueber Anus Mundi und Hilsenrath bis zu ich.-weiss-nicht-mehr-all-die->Namen.
            Ja weil ich verstehen wollte, wie dein Vater dein Grossvater Menschen foltern und ermordne konnte und das mit „Begeisterung.“

            Weder mein Vater noch meine Großväter haben mit Begeisterung Menschen gefoltert und ermordet. Aber es ist bezeichnend, dass jemand wie du, der andere Ansichten als „widerlich und unredlich“ klassifiziert, etwas derartiges absondert.

            Darum mein guter Helge. Mein Vater ist seit 55 Jahren tot, der lebvt gar nicht mehr in mir, den habe ich nur erwaehnt um darzustellen dass ich nicht aus der Fanntasie schreibe wie die meisten hier.

            Ahja, deine Schilderung von Ereignissen, bei denen du nicht zugegen warst, ist also deswegen korrekt, weil dein Vater tot ist. Faszinierend.

            Ich glaube auch nicht an die juedische Weltverschweoerung die alle Zahlen faelscht, wobei,als ich schrieb, ob 3 oder 6 Millionen, der Satz haette lauten muessne: es ist immer einer zuviel!

            Tatsächlich ist jedes beliebige Opfer eines zuviel.

            Und ich bin – ja was, entsetzt? Nein. Mir schaudert wenn ich all diese Relativierungen hier lese, diede Du7mmheit bei vielen, angefangne bei diesme „Heine“ aufgehoert bei einigen anderen.

            Also doch Relativierung anstelle von Rationalisierung. Na meinetwegen. Aber was hat das mit Heinrich Heine zu tun?

            Was muss ich rechtfertigen?
            Dass es zum Anstand gehoert einen Menschen der unter dem Faschismus gelitten hat, zuzuhoeren und ihn nicht mit abfaelligen Bemerkunge moralisch zu Ohrfeigen?

            Wenn also jemand sagt, dass er das Konzept einer Erbsünde für absurd hält, dann ist das eine moralische Ohrfeige? Nein, Moravia, es ist ein rationaler Standpunkt. Und das Gegenteil wird nicht richtig, nur weil es von jemanden verbreitet wird, der den Holocaust überlebt hat.

            Schaem dich Helge (aber dazu scheinst du mri zu ueberheblich zu sein, mit fehlender Selbstkritik in dieser Sache) also schaem dich dafuer, dass du so unredliche „Argumente“ bnringst nur um Aufyutrumpfen und die Zahnfaeule deiner Unwissenheit (Prevert) darzulegen.

            Spar dir bitte das moralinsaure Gefasel. Bei mir zählen nur Fakten und Logik. Mit beiden kannst du nicht aufwarten, was in meinen Augen eine geistige Bankrotterklärung darstellt.
            Wenn du Opferkultur betreiben willst, dann mach das ruhig – aber mach es ohne mich.

            Wer kritisiert wird psychatrisiert, oder wie? Das naemlich hast du gerade getan. Du hast nicht etwa die Kritik ernst genommen, du hast eine Schublade gesucht um dich nicht damit auseinanderzetzen zu muessen. „Weil mein Vater….“ dreister kann man wirklich nicht die Tatsache der Respektlosigkeit vor Opfer ad absurdum „beweisen“.
            Schaeme dich.

            Du hast kritisiert? Wo denn? Dein moralischer Zeigefinger ist keine Kritik, sondern eine dreiste Anmaßung.

        • Ach du, klassenerster, das seh ich recht entspannt, das mit der Theorie und dem herbeiphantasierten Wissen. Aber, mit Verlaub, verrat mir doch gerade, wie das geht, das mit der Erfahrung. Also anscheinend hab ich mein vergnügungssüchtiges, verantwortungs- und erfahrungsfreies, verdummtes, unanständiges, respektloses, despolitisches Seelenmörderhirn (schau mal, deine Worte, wie recht du über diese Generation nur hast…) wohl ein paar Tage zu wenig in der Schule dabei gehabt, denn sonst wüsste ich jetzt wahrscheinlich, wie ich von jetzt auf gleich deinen Erfahrungsschatz und den aller unserer Vorfahren bis zum Pantoffeltierchen absorbiert bekomme. Anscheinend bringen die das ja da den Kindern bei, wenn die nicht einfach nur keinen Bock aufs Lernen hätten, weil sie ja alle verwöhnte Blagen sind, oder?
          Oder täusche ich mich da, und es ist noch alles beim Alten, Shakespeare ist noch Shakespeare und Wilde immer noch der schwule Dandy mit zu viel Weisheit für seine Zeit und jeder muss noch Erfahrung selber sammeln, in dem er oder sie eben Fehler macht?

          Schau mal in den Titel dieses Posts und lies nochmal ganz genau nach. Du gehst wohl davon aus, dass es in dieser Welt ein universales „Richtig“ gibt? Es gibt das winzige Guckloch deiner Augen, durch das du in die Welt schaust und an das deine Neuronen deinen Erfahrungsschatz als Raster anlegen. Und wenn die Welt voller Kugeln und Quader und Pyramiden ist, und dein Raster nur Kegelstümpfe zulässt, dann wirst du solange nichts sehen, bis du einen Kegelstumpf findest, der auf dein Raster passt. Schau mal einer an… das lernt man beim Klötzchenspielen im Kindergarten.
          Übrigens legst du ja recht eindrucksvoll dar, dass man wohl so man (oder Maus) noch nicht „genug“ Erfahrung hat, besser sehr still sein sollte, weil die mit mehr Erfahrung besser/am besten wüssten, wie die Welt sich dreht. „Genug“ Erfahrung also… ist man damit nicht erst fertig wenn man tot ist? Berechtigte Frage, findest du nicht?
          Also der universale Maulkorb für alles und jeden auf dieser Welt, richterlich verordnet von dir?

          Ehrlich gesagt hast du gar nicht so unrecht damit. Wie ich oben schrieb – allerdings hat das wohl nicht in dein Raster gepasst, also wiederhole ich es dir gerne noch einmal -, ist es eine Frage des Respekts (oder des Anstands oder der Demut), ab und an mal die Füße stillzuhalten und jemand zuzuhören, der einem im ersten Anschein nur die Lebenszeit verschwendet. Bisher hab ich immer was gelernt dabei, kann es also sehr empfehlen.

          Nachdem du allen anderen Rotznasen, die jünger als fünfzig sind, sowieso nicht mit Respekt begegnen willst, lass dir das sagen: „Wie man ins Holz hineinruft, so hallt es heraus.“ Sei uns doch bitte das leuchtende Vorbild an Respekt und Tugend, das du von jedem einforderst. Warum glaubst, fehlt es der von dir so sehr verachteten Jugend wohl so an den Tugenden, die du forderst? Es wird eine Dauerempörung, eine Dauerbetroffenheit und eine dauerhafte Verantwortlichmacherei vorgelebt, eine andauernde Gier nach einem bisschen Aufmerksamkeit und das um jeden Preis. Wenn einer den Mund aufmacht und nicht brav nachbetet, ist er anmaßend, verzogen, respektlos, und diejenigen, die brav nachbeten und die Klappe halten und sich versuchen rauszuhalten, sind despolitisch, uninteressiert, gelangweilt.

          Sei so gut und klär uns auf. Schreib deinen eigenen Blog und führ deine Meinung zum Weltgeschehen mal eigenständig aus, deine Kommentare hier sind ja durchaus in Bloglänge abgefasst. Ich glaube, das kann ganz interessant werden, wenn du dir mal die Zeit und Muße dazu nimmst, dein erfahrenes Wissen ohne Polemik aufzubereiten.

          Eins zum Schluss, zum Thema Opfer des Nationalsozialismus, zum Thema Zeitzeugen: Ich erzähle dir die Geschichte meines Großvaters, übrigens auch so einer, der dieses Land mit aufgebaut hat, auch wenn er wahrscheinlich zwanzig bis dreißig Jahre mehr Erfahrung darin hat, inklusive des Fehlers, für die Zerstörung dieses Landes mitverantwortlich zu sein.
          Anfangen muss ich da bei meiner Urgroßmutter, die in den dreißiger Jahren sich formende Augsburger Nazi-Elite eingeheiratet hat. In die Ehe brachte sie einen kleinen Jungen mit, meinen Großvater, den der schmucke Herr Oberleutnant aber nicht haben wollte, also kam das Kind ins nationalsozialistische Waisenhaus. Mein Großvater ist – bis er mit 1941 mit achtzehn Jahren zur Wehrmacht eingezogen wurde – durch sämtliche Stationen einer mustergültigen Nazisoldaten-Karriere gelaufen. Sie haben ihn aus seiner Lehre zum Elektriker geholt, damit er für eine Sache kämpfen sollte, an die er nicht glaubte. Und dann ist er zu Fuß durch halb Rußland, bis ihn im Winter 1942/43 die Russen dann geschnappt und ins Gulag gesteckt haben. Er und ein paar andere Gefangene sind nach einem halben Jahr befreit worden. Es ging aufgrund seiner Verletzungen zurück nach Berlin zum auskurieren und Rekruten drillen, alles Bürschlein, die kaum mal sechzehn waren, die ihm einfach nur leid taten. Er hat mehr als einmal den einen oder anderen beiseite genommen und ihnen gesagt, dass sie lieber weglaufen sollten. Dann weiter nach Frankreich, wieder an die Front. Im Mai 1944 wieder in Kriegsgefangenschaft. Übers Gulag erzählt er viel, über all die Gräuel, die ihm da passiert sind. Von Frankreich gibts kaum was, nur Schweigen oder Themawechsel. Ich weiß nicht, was ihm da passiert ist, auf einem seiner Geburtstage war mal einer, der wohl in Frankreich auch in seiner Einheit gedient hat, der hat angedeutet, dass da mit den deutschen Soldaten Dinge passiert sind, von denen man ungern spricht. Er hat fliehen können, zwei Wochen auf dem Bauch in Kohlewaggons, in denen er Regenwasser getrunken hat und gebetet hat, dass ihn die Marokkanischen Söldner mit ihren Hunden nicht kriegen, die die Züge bewacht haben.
          Als er dann wieder in der Heimat war, hat er sein Land fast nicht wiedererkannt. Er hatte Glück und konnte seine Lehre abschließen, hat eine Frau gefunden und Kinder bekommen. Er war Elektriker, er hat die Infrastruktur der Stromversorgung hier in Süddeutschland mit aufgebaut und hat erzählt, dass ihn diese Tatsache, dass er etwas praktisches für seine Heimat tun konnte, vom Wahnsinn abgehalten hat. Und er hat gelesen und verfolgt, was über den Nationalsozialismus ans Licht kam in der Folgezeit. Und er schämt sich bis heute dafür, dass er diese Uniform getragen hat und dachte, das wäre normal. Er ist ein sehr gebildeter Mann, mein Großvater, und er weiß genau, was damals passiert ist. Auch dir würde er sagen, was er mir mit auf den Weg gegeben hat: „Sobald einer glaubt, die Wahrheit zu kennen, und ein anderer ihm sagt dass er das aber anders kennt, ist es klar dass es nicht um Recht und Richtig geht, sondern wie man die Welt eben sehen will.“

          Und überleg dir das vielleicht mal wirklich mit deinem eigenen Blog, hm?

          • das mit »die Lebenszeit verschwendet« war ich 😀 ich provoziere, polarisiere und separiere, weil ich meine Lebenszeit lieber an meine Enkel verschenke, statt sie an Rassisten und Idioten zu verschwenden…
            aber im Grunde hast Du recht, Moravia könnte einen feinen Blog betreiben, in dem er seine Lebenserfahrung ins Verhältnis zu tagesaktuellen Ereignissen setzt, kommentiert, und nach einem Korrekturlesen hochlädt;
            entschuldige, Moravia, aber Deine aufgeregten Buchstabendreher, Verdoppler und Vertipper machen den Lesefluß träge 😉 und Dein Gepolter strengt manchmal an, wenngleich es nicht immer unberechtigt ist.

          • War mir bewusst, Severus, danke trotzdem fürs klarstellen. Ich bezog mich auf seine Äußerung übers Herabsetzen von Opfern/Zeitzeugen durchs langeweilen im Unterricht/ähnlichen Pflichtveranstaltungen und die diversen Anspielungen darauf, dass Menschen meiner Generation es wohl generell für Zeitverschwendung halten würden, sich mit der Landesgeschichte zu befassen. Deine Wortwahl hatte ich da noch im Hinterkopf und es hat in dem Fall gut gepasst. 🙂

          • ich hatte es auch so vermutet, und da mein Großvater in Buchenwald saß und dort – er war als Kommunist eingeliefert – »seine« Kommunisten erst so richtig kennenlernen durfte, als Nichtmehrkommunist entlassen – schließlich hatte er – deren überschaubare moralische Auffassungsgabe erkannt…
            als Lektüre dazu empfehle ich Dir Jorge Sempruns »Was für ein schöner Sonntag« und Rassiniers »Lüge des Odysseus«, die sich beide auf Buchenwald beziehen, und beide sind erhältlich.

            Grüßle vom Sevvie

      • „Ihr seid alle schuld am Holocaust und müßt vor mir im Staub kriechen“-Tour des Holocaust-Überlebenden ernsthaft als anständig bezeichnen kann!“

        Warum wohl , Helge, kann ich ums verrecken diesen Satz dem Maedchen einfach nicht abnehmen?
        Sie hat mitlerweile drei Versionen gebracht.

        Ganz davon abgesehen klingt mir das wie ein Zitat von Faust Teil I „Staub soll er fressen, und mit Lust“, Faust I, Prolog im Himmel.
        Vielleicht, wenn es denn stimmt, hat er zitiert und sie hats nicht kapiert.

        Ich habe schon viele Holocaustueberlebende gesprochen (bei uns im Schriftstellerverband Berlin gab es einige!) auch bei Lesungen/Gespraechen dabei gewesen udn fuer den Rudnfunk berichtet, und keiner, kein einziger sagte der nachfolgenden Generation sie seien Schuld an der Schuld ihrer Eltern. Ich habe so etwas auch noch nie gelesen, oder von irgendwem irgendwann (Schueler etwa) vermittelt bekommen.
        Komm, klopf dir mal an die Stirn und denk mal nach.
        Die Feinde der Demokratie, die den Faschismus moegen und den Holocaust verniedlichen, die glauben das natuerlich, und die beschimpfen mich ja auch.
        Na und?


    • Golden Moonlight schrieb am 15.09.2015 um 19.51Uhr:

      »[…] Ich weiß, was beim Holocaust passiert ist, […] das […] war schrecklich […]
      Mir ging es einzig und allein um den gesamten Auftritt einer Person, die gesagt hat: ›Ich habe ganz furchtbare Dinge erlebt, und ihr dürft nicht vergessen, da[ß] auch ihr daran schuld seid. Ganz Deutschland wird für immer
      an mir schuldig sein.‹ […]«

            das heißt, daß diese Person nicht nur Golden Moonlight, sondern uns alle in Sippenhaft nehmen wollte; nun ist das mit der Sippenhaft eine hebräische Sache, mehr als einmal in unterschiedlichen Formulierungen in der Bibel erwähnt, bis ins vierte Glied, bis ins siebte Glied; nur ist zum Leidwesen einiger Auserwählter die Sippenhaft mit einer modernen Rechtsauffassung nicht mehr vereinbar. Einen etwas eklen Beigeschmack hinterläßt jedoch dieses »an mir«, womit sich dieser Sprecher aus den Auserwählten als ganz besonders Auserwählter herauskehrt – bei solchen Speziellen verlasse ich dann nicht den Raum mit einem gemurmelten »mir reicht's«, sondern biete ihnen Buch Amos, Kapitel drei, Vers sechs, denn dort steht, wer an ihrem Schicksal schuld ist…

      • Ah Granger glaub doch nicht alles nur weil ein junges Maedel sich nun in Rechtfertigungsdruck befindet.

        • Unter Rechtfertigungsdruck scheint sich hier ein ganz anderer zu befinden …

        • junges Mädel? Rechtfer… hä, wiebitte?
          ich kenne die Klientel, die vom deutschen Tätervolk spricht und den Bombenholocaust relativiert mit dumpfen Sprüchen wie »deutsche Täter sind keine Opfer!« – dieser … <zensur>strike>zensiert</zensur> leugnet, verharmlost, verteidigt, rechtfertigt, relativiert ein singuläres Kriegsverbrechen, und wird nicht strafrechtlich verfolgt (logisch, es traf ja nur Deutsche) es ist zum liebermannen…
          glaub mir (oder auch nicht, es wird an den Tatsachen nichts ändern), daß meine Großmutter, meine damals achtjährige Mutter und mein zehnjähriger Onkel keine Täter waren, genauso wenig, wie es die Greise und die Krüppel des Ersten Weltkriegs waren, genausowenig wie die Ärzte und die Krankenschwestern sowie deren Patienten und werdende Mütter, die Straßenbahnfahrer und die Feuerwehrleute oder die Milchmänner und Gemüsefrauen, geschweige denn die Flüchtlinge aus Posen, Kattowitz und Breslau – die einzigen Täter im Dresden des 13./14. Februar 1945 waren die angloamerikanischen Terroristen, die gezielt Zivilisten, wehrlose Zivilisten kaltblütig und planmäßig ermordeten, indem sie eine unverteidigte, offene Stadt (dies ist ein relevanter Begriff im Völkerrecht!) bombardierten, um einen Feuersturm zu erzeugen, und dann verfolgten sie diejenigen, die aus der Flammenhölle entkamen, mit Tieffliegern und suchten auch diese noch auszulöschen – meine Mutter sah die Flieger, und es waren Tiefflieger, denn sie konnte erkennen, daß auch Neger in der Pilotenkanzel saßen (und dafür müssen sie verdammt tief geflogen sein, gelle?!?).

          Meine Mutter bekam bis zu ihrem Tode Panikattacken, wenn sie die Geräusche eines Propellerflugzeuges hörte, und ich schlage jedem, der behauptet, über Dresden habe es keine Tiefflieger gegeben, mit wachsender Begeisterung die Fresse blutig, und ich nenne ihn einen ganz gewöhnlichen Holocaustleugner!

          Wer solchen Abschaum verteidigt, hätte auch <Sarkasmus™, Satire©, Ironie®> in den Lagern einen guten Wachmann abgegeben (oder wenigstens einen guten Eichmann – muß sich ja nicht jeder die Finger blutigmachen)</Sarkasmus™, Satire©, Ironie®>

  29. „Nazimethoden sind nicht plötzlich in Ordnung, nur weil sie jetzt gegen echte oder vermeintliche Nazis und/oder Homophobe eingesetzt werden.“

    Es ist sehr wichtig, dass auch das deutlich gesagt wird. Vielen Dank!

    „Selbst wenn sie, sagen wir mal aufgrund eines göttlichen Dekretes, plötzlich in Ordnung wären, so liegt es immer noch nicht im Kompetenzbereich eines Mobs, zu entscheiden, ob die Vorwürfe gerechtfertig sind oder nicht.“

    Es geht nicht so sehr darum, ob der Mob klug genug ist, einen Nazi zu erkennen. Es geht mehr darum, dass jemand, der sich wie ein Nazi verhält und denkt auch ein Nazi IST – auch wenn die abgelehnte soziale Gruppe eine andere ist. Das spielt ja keine Rolle. Es geht ums Prinzip. Wenn eine Methode falsch ist, dann gibt es auch keinen ‚Richtigen‘, den sie treffen könnte.

    Es geht nicht darum, ob es jemand verdient hat oder nicht verdient hat, und wir können das nur nicht wissen – sonst denkst du ja auch, die Methode der sozialen Ächtung wäre prinzipiell ok (ja, ich weiß, du hast geschrieben „selbst WENN sie ok WÄRE“ – als ob das entscheidbar wäre…) – es geht darum, wer man selbst ist: Wenn ich mich einem Nazi gegenüber wie ein Nazi verhalte, dann bin ich nicht nur nicht besser, sondern sogar schlimmer: Weil ich außerdem noch glaube, besser zu sein, als der, dem ich im Verhalten doch völlig gleiche… – Irgendwann gibts nur noch Nazis – und ich denke, das ist es, was du siehst.

    Ich darf einen Mörder nicht morden, einen Verräter nicht verraten und einen Betrüger nicht betrügen. Genauso darf ich einen Verächter nicht verachten, einen Hasser nicht hassen, einen Zerstörer nicht zerstören. Sonst mache ich mich dem anderen gleich. – Der Täter ist immer selbst sein erstes Opfer… (das ist der Sinn von: Halt die andere Wange hin – was übrigens nicht bedeutet, man dürfe sein Leben nicht verteidigen, man soll es damit nur nicht übertreiben)

    • nicht heiligt der Zweck alle Mittel,
      aber manche Mittel entheiligen den Zweck;

      wenn aber Jesus sagt:

      »so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar«

            so meint er doch, da die meisten Rechtshänder sind, den Handrückenschlag, der beleidigen soll, und Jesu Worte zielen auf das demütige Hinunterschlucken einer Beleidigung – es ist eben eine rechte Sklavensekte 😉

      Andererseits: wer nicht nur asozial, sondern antisozial ist, hat kein Recht, unwidersprochen seine Thesen zu verkünden.

      Aber da es im *IMHO* um Flüchtlinge geht, und weil letztens eine Diskussion um den Begriff »Gutmensch« ging:

      »Gutmenschen sind jene Ewiggestrigen, die den Deutschen seit 70 Jahren vorwerfen, sich nicht genügend gegen Hitler gestellt zu haben, aber die Flüchtlinge aus aller Herren Länder als Opfer der Systeme in ihren Herkunftsländern hinstellen«

            Netzfund

      • Nee, das glaub ich nicht, dass er das meint. – Hastes schon mal ausprobiert, wenn dir im Streit einer eine langt, weil er nicht weiter weiß? Und du dann auf die andere Backe zeigst: „Da bitte auch noch mal hin!“ – Selbst so manch ein Nazi würde sofort merken, dass er sich gerade total zum Volldepp macht und sein Heil in der Flucht suchen… (davon hab ich aus erster Hand schon berichten hören)

        Niemand hat das Recht, dass seine Thesen unwidersprochen bleiben… Freie Meinungsäußerung * schulterzuck * – gilt aber auch wieder für jeden. – Nur kann man dabei ja auch sachlich bleiben…

        • »Hastes schon mal ausprobiert, wenn dir im Streit einer eine langt, weil er nicht weiter weiß?«

                nee, der erste Schlag ist frei, und wenn Blut fließt, ist die Antwort fürchterlich – wenn Waffen im Spiel sind, sogar schon vor dem Blut…

          »Freie Meinungsäußerung«

                *§130StGB anguck – auch achselzuck* nö, da Art.5 GG tot ist, gibbet dat nisch mähr, niemalens nicht, gar nimmermehr in ganze Läbien, für keinen nicht – keine Freiheit, keine Meinung, nix zum Äußern…

          der Paragraph 130 StGB konterkariert den Artikel 5 des Grundgesetzes, und der Paragraph 86a führt den Artikel 4 ebendesselben Grundgesetzes ad absurdum – beide machen das Grundgesetz zum Grunzgeschwätz – die Hure Justitia prostituiert sich bei einschlägi verdächtigen <zensiert>Zentralräten, Auserwählten und Antifanten</zensiert>; noch Fragen, Kienzle?

    • Wenn eine Methode falsch ist, dann gibt es auch keinen ‚Richtigen‘, den sie treffen könnte.

      Das wollte ich auch nicht aussagen. Ich habe nur gesagt, dass selbst wenn die Methode richtig wäre (Was sie natürlich nicht ist, deswegen ja das göttliche Dekret um diesen Fakt mal kurz hypothetisch außer Kraft zu setzen.), es immer noch nicht möglich wäre, damit auch ausschließlich „die Richtigen“ zu treffen. Ist natürlich redundant, das klarzustellen, aber ich weise gerne mal auf die multiplen logischen Fehler in solch einer Kette hin.

      • Hallo nochmal.

        Ich sah die Gefahr, dass das zweite, nachgelagerte Argument das erste, absolut schlagende, verwässert. Ich fand:“Es GIBT keine ‚Richtigen'“ so entwaffnend, dass ich es schade fand, dass so eine scheinbare Einräumung – denn, wer immer auf Schwächen im Text hin liest, der wird eine Einräumung lesen – ebendieses absolute Argument relativiert. Zumindest im Gefühl. Wenn das auch logisch nicht angreifbar ist. – Und wenn man dann mal eben vergisst, was vorher stand, dann könnten auch Sachen kommen, wie ‚Ist doch egal: Wir brennen einfach den ganzen Wald nieder, da werden die Richtigen schon drunter sein. Und wenn’s ‚Nicht-Richtige‘ trifft, so what?? mitgefangen, mitgehangen…‘ – So sind sie im Zweifel nämlich drauf…

        – Deshalb war es mir wichtig, das andere nochmal zu unterstreichen. Auch, dass es vor allem um einen selber geht und das, was man aus sich macht.

        – Nochmal: Super Artikel!

        Gruß! roxan
        (weiß nicht, wieso der erste Post Anonymus war… War eingeloggt.)

    • Zitat: „Ich darf einen Mörder nicht morden, einen Verräter nicht verraten und einen Betrüger nicht betrügen. Genauso darf ich einen Verächter nicht verachten, einen Hasser nicht hassen, einen Zerstörer nicht zerstören. Sonst mache ich mich dem anderen gleich.“

      Mache ich mich nicht eher dem anderen gleich, wenn ich ihm/ihr auf die gleiche Art und Weise ‚antworte‘? Notwehrsituationen ausgenommen.
      Und …

      Zitat: „…aber manche Mittel entheiligen den Zweck…“

      Und manche Mittel können den ‚Zweck‘ gar nicht erfüllen.

  30. eines noch, da wir alle dazu beitragen, daß die IS-Terroristen den halben Nahen Osten nach EUrop Germanistan treiben…

    • Der Begriff „Germanen“ ist aber nicht Deutsch, das weisst du hoffentlich?
      Die Roemer nannten die Bewohner des Landstriches, der heute Deutschland ist, „Germanen“.

      • statt Germanistan (die Endung »-stan« kennzeichnet wohl eher ein asiatisches Land, nicht wahr?) hätte ich auch Aleymanyia schreiben können, aber das war eigentlich nicht das Thema…

        und, kein Kommentar zu dem schönen Bild?

        • Doch doch, nur andres:
          Bereits in den 70er Jahren gab es im Fernsehen ein fictves Tribunal, ausgerichtetvon Afrikanisch-Asiatischen Regierungen, gegen Europa , wegen deren Ausbeutungs-Waffenpolitikpolitik. Europa wurde verurteilt. Das wrar damals eine sehr spannende Serie, sehr serioes, kein RTL Knaller.

          Bei mir im Land gibt es weder Waffenexport noch darf hier Israel ihre Waffen,wie sie es wollten, Zusammenbauen. Strikte Friedlichkeit.
          Wir haben weder Militaer noch Paramilitaer. Wir haben weder die USA im Land noch den Russen oder Chinesen. Wir leben friedlich und im Frieden, als eines der ganz wenigern Laendern der Welt. Bei uns faellt hoechstens mal eine Palme um.

          Und sollte es einem Land einfallen uns zu ueberfallen, dann schneiden sie sich ins eigene Fleisch. Denn dann bleiben die Fluechtlinge bei sich zuhause und kommen nicht mehr zu uns.

          Ihr seht, „eure“ Probleme sind Hausgemacht.. Sie bassieren auf dem gGedanken, dass man von Feinden umgeben ist, die man alle vernichten muss.

  31. Helge:

    „Spar dir bitte das moralinsaure Gefasel. Bei mir zählen nur Fakten und Logik. “

    Ja, da passt Moral und Etik natuerlich nicht rein. Das zeigst du ja deutlich.

    Edit Helge: „Deine Moral“ und „deine Ethik“ haben hier wirklich nicht viel verloren. Ethik erwächst aus der Logik. Sie basiert auf Grundsätzen wie der Unantastbarkeit der Würde des Menschen etc. Ohne Logik auch keine Ethik. Und was man von deiner Logik halten darf, hast du bereits mehr als nur augenscheinlich demonstriert.

    Und „eintausendschoen“
    Da du dich ja selber besser beschimpft hast als ich es kann, erspart es mir den Atem.
    Ich bin nicht hier um dein oder irgendeines MenschenVorbild zu sein oder zu werden.
    Wenn du Vorbilder suchst, suche Nullen

    Edit Helge: Und derartige persönliche Angriffe sind zweifellos Beweis deiner überlegenen Moral.

    • https://de.wikipedia.org/wiki/Moral

      Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen,
      -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen.

      So verstanden sind die Ausdrücke Moral, Ethos oder Sitte weitgehend
      gleichbedeutend und werden beschreibend (deskriptiv) gebraucht.
      Daneben wird mit der Rede von Moral auch ein Bereich von praktischen
      Urteilen, Handlungen oder deren Prinzipien (Werte, Güter, Pflichten,
      Rechte) verbunden. Eine so verstandene Unterscheidung von Moral und
      Unmoral ist nicht beschreibend, sondern bewertend (normativ). Eine
      moralische Bewertung kann als bloßer Ausdruck subjektiver Zustimmung oder
      Ablehnung verstanden werden (vergleichbar mit Applaus oder Buhrufen),
      vor allem bei der Beurteilung von Handlungen, deren Maximen oder sonstigen
      Prinzipien als moralisch gut oder moralisch schlecht gelten. Daher
      bezeichnet Moral im engeren Sinn die subjektive Neigung, der Sitte oder
      Moral im weiteren Sinne oder davon abweichenden, jedoch als richtig
      angesehenen ethischen Maximen, zu folgen. In diesem Sinne wird auch
      Engagement oder besondere Disziplin innerhalb einer Gruppe als Moral
      bezeichnet.

      So, Kind Gottes, nun zeig mir deine Logik.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik

      Die Ethik (griechisch ἠθική (ἐπιστήμη) ēthikē (epistēmē) „das sittliche (Verständnis)“, von ἦθος ēthos „Charakter, Sinnesart“ (dagegen ἔθος: Gewohnheit, Sitte, Brauch),[1] vergleiche lateinisch mos) ist jener Teilbereich der Philosophie, der sich mit den Voraussetzungen menschlichen Handelns und seiner Bewertung befasst. Im Zentrum der Ethik steht das spezifisch moralische Handeln,[2] insbesondere hinsichtlich seiner Begründbarkeit und Reflexion. Cicero übersetzte als erster êthikê in den seinerzeit neuen Begriff philosophia moralis.[3] In seiner Tradition wird die Ethik auch als Moralphilosophie bezeichnet.

      Die Ethik und ihre benachbarten Disziplinen (z. B. Rechts-, Staats- und Sozialphilosophie) werden auch als „praktische Philosophie“ zusammengefasst, da sie sich mit dem menschlichen Handeln befasst. Im Gegensatz dazu steht die „theoretische Philosophie“, zu der als klassische Disziplinen die Logik, die Erkenntnistheorie und die Metaphysik gezählt werden.

      Auch hier taucht der begriff Logik nicht auf-

      Edit Helge: Ethik hat also in deinen Augen nichts mit vernünftigen Schlußfolgern zu tun. Danke, keine weiteren Fragen.

      Und hier erklaer mir mal meinen persoenlichen Angriff!

      „Da du dich ja selber besser beschimpft hast als ich es kann, erspart es mir den Atem.
      Ich bin nicht hier um dein oder irgendeines MenschenVorbild zu sein oder zu werden.
      Wenn du Vorbilder suchst, suche Nullen“
      (Letzters stammt von Nietsche.)
      So so, kein Vorbild sein zu wollen ist ein persoenlicher Angriff. Da beibt mir nur noch zu sagen: durchgeknallt.

      Edit Helge: Es ging eher um den letzten Teilsatz. Deine Einstellung zur potentiellen eigenen Vorbildfunktion ist dabei irrelevant.

      • Finde ich ja nun höchst interessant. Den guten alten Nietsche als DIE Autorität hervorzukramen. Und dabei, vermutlich, auch nur einen Satz aus seinem eigentlichen Zusammenhang zu reißen. Um eine eigene (Selbst)Darstellung zu untermauern.
        Und, na gut, die Sache mit dem Vorbild habe ich ja schon versucht in verständliche Worte zu fassen.
        Dazu kann ich nur noch ergänzen, das sich Vorbildfunktion auch aus dem profanen Altersunterschied ergibt. Oder ergeben sollte.
        Wo es letztlich auch sehr wichtig ist, sich gegenüber Jüngeren so auszudrücken (im Einzelfall und wie ja auch von Jüngeren nachgefragt, bestimmte ‚Fremd’worte denn doch besser gleich zu erklären) das sie sich zum einen ernst genommen fühlen dürfen und zum anderen in einer Weise verständlich, das diese motiviert genug bleiben um zuzuhören.
        Hier auf FF.de, wenn auch nicht als aktiver Teilnehmer hier im Blog, diese Webseite lebt von der Vielzahl junger Menschen. Zuweilen ‚verirren‘ sich diese auf Helge´s Blog, aus purer Neugier (vielleicht), sehen sich jedoch unerwartet mit einem riesigen Knüppel konfrontiert, und … ?
        Ja was, und?
        Mit Nietsche können sie im Regelfall nicht viel anfangen. Vom zugehörigen Kontext ganz zu schweigen. Also nehmen sie die Worte als solche wahr. Und verziehen sich meist gleich wieder.
        Ist es DAS was auch dieser Blog hier vermitteln soll?
        Moravia, bitte! Ich kann mir mittlerweilen nur noch sehr schwer vorstellen, das du tatsächlich auch mit jungen Menschen arbeitest. Aber ich bin mir sicher das es nicht nur einen der griechischen Philosophen gab, der in dieser oder jener Form zum Ausdruck brachte wie die Verantwortlichkeit von älteren Menschen gegenüber Jüngeren aussehen sollte. Was Nietsche betrifft, glaube ich, würde Aristoteles vermutlich zu dem Mittel greifen, welches er aufgrund seiner naturwissenschaftlichen Kenntnisse gelegentlich benutzte.
        Was ich meine? Vom Grundsatz her sind junge Menschen neugierig. So man diese Neugier nicht beizeiten abtötet. Sie möchten lernen. Selbst diejenigen wo man glauben könnte, das sie diese Sache mit dem Lernen aus ihren Lebensvorstellungen gestrichen haben. Und, Moravia, gerade hier auf Fanfiktion.de versuchen sich sehr viele junge Menschen als Autoren. Aus dem einfachen Grunde, ihre Seelen per Schreiberei vom Wahnsinn dessen zu befreien was man profan real life nennt. Und wenn man an dieser Stelle mit dem Knüppel wegen unverstandener Wortverbindungen reagiert, potenziert man nur genau das was ich an anderer Stelle als ‚Elend‘ (hierzulande) bezeichnete.
        Und um auch einmal sehr direkt zu werden: Ich finde es äußerst bedenklich, dieses ‚real life‘ …
        … als Normalität einer sogenannt freiheitlich weil ja (genauso so genannt) überaus demokratischen Freiheit anzusehen. Wenn man sich das anschaut, würde ich meinen wollen: Ziel verfehlt! Sechs. Setzen!
        (mein Kind fragt gerade nach der nächsten Sintflut und ich begann ein Boot zu bauen)
        lg
        (Sorry! Ein bissel Sarkasmus ist schon versteckt)

    • Es gab einmal, einen Menschen. Der, nach eigener Aussage, sich an all den Kämpfen beteiligte. Deren Folge die Durchsetzung eines Begriffs von Freiheit und Demokratie wurde, wie es scheinbar kein anderes Land unseres schönen Planeten vorzuweisen hatte. Und zu allen Zeiten war es so, das alles seinen Preis hat. Dieser eine Mensch wanderte irgendwann aus. Vielleicht gefiel es ihm nicht mehr. In diesem Land. Als er sah, zu was der Preis dieser Freiheit sich entwickelte. Da hierzu jedoch keine Fakten vorliegen, kann man nur vermuten. Und Vermutungen sollten vermutlich weggelassen werden, weil dies noch viel schneller zu Miß- und Unverständnissen führt. Man kann so vieles mit Worten erreichen. Am meisten erreicht man, möglicherweise, wenn man sich auf seinen Gesprächspartner einzulassen gewillt zeigt. Ihm zuhört. Ihm zeigt das er respektiert wird. Im direkten Gespräch, Auge in Auge, zählt vielfach die Intonation, im geschriebenen Wort, vor allem der Zusammenhang. Dies bedeutet sicher auch das man, wenn man schon erstmal Dinge aus dem Kontext heraus nimmt, das sie, bevor geantwortet wird, den Kontext wieder herstellt. Vielleicht sogar einen größeren Kreis um den einfachen Kontext herum zieht. Leider liegt man selbst dann noch oft genug falsch. Was heißt? Vielleicht sollte ein Jemand der sich als den Ersten seiner Klasse darstellt, in diesen Kontext mit einbeziehen, das man als Erster in der Pflicht ist.
      Was ich mit dieser Pflicht meine?
      Genau das was der letzte ‚Edit‘ im Post Nr. 31 als Anstoß zum Nachdenken ausdrücken soll.

      ‚Mir paßt nicht, was mein Gegenüber gerade zum Ausdruck bringt? Oder zu bringen scheint?‘ – also schlage ich einfach zu. Ob irgendwer den alten Song der Gruppe EAV kennt, ‚Neandertal‘ ? …
      Es gibt leider Situationen im Leben, in denen man im direkten und realem Sinn, mit Wörtern bombardiert wird, deren jedes ein Faustschlag ist. Wo man sich durch die eigenen Vorstellungen von Moral beim zurückschlagen gebremst sieht. Der Blutdruck geht dennoch, wie im Neandertal, hoch. Und für alles gibt es Grenzen. Auch beim provozieren.
      Wenn man den diesbezüglichen Bogen im Kontext weit genug spannt, landet man im Krieg.
      Ohne diesen eigentlich gewollt zu haben.
      Alles nur weil man einander nicht verstehen kann. Oder will.

      ICH bin eine Null!
      Hoffe ich.
      Im Sinne einer uralten chinesischen Weisheit.
      Und im Gegensatz zur Abkanzelei, nur weil halt mal wieder nicht aufmerksam genug gelesen wurde, ich unterhalte mich mit manch einem. Der vorzugsweise noch sehr jungen Menschen hier. Auf gleich und gleich. Auch parallel zu diesem Blog.
      Es bringt nichts wenn man wie der sprichwörtliche Oberoberstudienrat von oben herab auf Menschen herabschaut. Wo man doch und gerade als ‚Oberstudienrat‘ erkannt haben sollte, das dies nicht funktioniert. Wenn man lehren möchte – dann ist mir das wie Herrschen wollen. Wenn man möchte das einem als ‚Oberstudienrat‘ zugehört wird, wenn man möchte das über jeweilige Worte und deren Zusammenhänge nachgedacht wird, dann ist der verbale Knüppel gar nicht hilfreich.
      Ein paar alt gewordene Menschen kenne ich die in diesem Sinne der überlieferten Weisheit Salomons sehr nahe kommen. Und finde es traurig wenn – man verzeihe mir das wirklich profane Beispiel – wenn ein alt gewordener Mensch, ein sehr junges Kind von seinem Sitzplatz in der Straßenbahn hebt, es daneben stellt, um sich selbst auf diesen Sitz zu setzen …

      Danke für´s wahrnehmen, Lifegamer

  32. Nazimethoden sind nicht plötzlich in Ordnung, nur weil sie jetzt gegen echte oder vermeintliche Nazis und/oder Homophobe eingesetzt werden. Selbst wenn sie, sagen wir mal aufgrund eines göttlichen Dekretes, plötzlich in Ordnung wären, so liegt es immer noch nicht im Kompetenzbereich eines Mobs, zu entscheiden, ob die Vorwürfe gerechtfertig sind oder nicht.

    Jeder einzelne von uns kann und soll menschenverachtenden Äußerungen entgegentreten. Aber nicht, indem er nun selbst zu Mobbing, Denunzierung oder Gewalt greift.

    Eigentlich hatte ich am Anfang gedacht, diesen Gedanken vorbehaltlos zustimmen zu können. Das tue ich immer noch. Aber ich bin inzwischen der Meinung, dass Helge selber auch einer Art von Schubladendenken aufgesessen ist. Fest mache ich dies am Beispiel des norddeutschen „Kontenkontrolleurs“. Dieser hat sich anscheinend selbst an die Banken gewandt. Das ist zunächst einmal kein verwerfliches Verhalten oder wiederspricht in irgendeiner Form rechtsstaatlichen Vorstellungen. Er stellt den Banken Informationen zur Verfügung und setzt sie davon in Kenntnis, dass sie da Kunden haben, von denen er, der Anzeiger, der Meinung ist, sie hätten sie lieber nicht. Lobbyistenarbeit, wie sie in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist. Wie üblich, finden die meisten sie gut, wenn es die eigene Meinung vertritt und weniger gut, wenn das Gegenteil der Fall ist. Aber innerhalb der Gesetze.

    Entscheidend ist das Verhalten der Banken. Die müssen sich in so einem Fall darüber klar werden, wie sie reagieren wollen. Sie können die Konten sperren oder auch nicht. Ohne Rechtsgrundlage werden sie das wahrscheinlich nicht tun, in diesem Fall der Bezug auf Verdacht auf Geldwäsche. So weit, so gut. Natürlich werden sie auch Angst vor einem Imageverlust haben. Und da kommt die Erpressbarkeit aus wirtschaftlichen Motiven ins Feld. Aber ist Lobbyistenarbeit wirklich mit Nazimethoden in einem Topf zu werfen? Oder mit meiner Angst, wenn ich wegen einer abweichenden Meinung körperlich bedroht werde? Oder mit einem Shitstorm im Internet, der nie weider rücknehmbar ist?

    Und was bleibt dann noch, wenn man demn eigenen Gerechtigkeitsempfunden nachkommen will, aber das Recht in dieser Form da nicht greift? Irgendwann kommt man dann wieder zu dem Punkt am Anfang:
    Jeder einzelne von uns kann und soll menschenverachtenden Äußerungen entgegentreten.

    Aber wer definiert denn bitte, was ein solches Entgegentreten ist und sein darf?

    Für mich eine ganz grundlegende Frage. Wenn große Konzerne mit ihrer Politik nachweislich immensen Schaden in Entwicklungsländern anrichten, darf ich dann nicht dazu aufrufen, deren Produkte nicht mehr zu kaufen? Muss ich wirklich auf die einzige mir direkt zugängliche Art und Weise meinen Protest zum Ausdruck zu bringen verzichten? Und sind es Nazimethoden, wenn ein solcher Aufruf verbreitet wird?

    Den Fall des Nobelpreisträgers habe ich kopfschüttelnd verfolgt. Der eigentliche Skandal war für mich: Kann ja sein, dass irgendeine (Verzeihung) durchgeknallte Person aus der Äußerung einen Riesenskandal versucht hat zu machen. Aber warum zum Teufel war es möglich, wegen so eines Grundes gekündigt zu werden? Da sind die rechtlichen Regelungen ja wohl extrem daneben. Der Mann hat niemanden bedroht, er hat keine Abhängigen ausgenutzt, keine Vorteile gezogen, es hat mit seiner Arbeit nichts zu tun, es ist von ihm keinerlei Gefahr zu befürchten – seine Arbeitgerber haben allen Grund, sich in Grund und Boden zu schämen. Sie sind ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden. Und damit komme ich auch zum letzten Punkt, der vor allem die neuen Möglichkeiten durch das Internet betrifft:

    Wir alle haben unsere Eigenverantwortung. Wenn wir uns einem Shitstorm anschließen, dann sind wir direkt für die Folgen VERANTWORTLICH. Auch wenn das ganze nur digital erfolgt. Natürlich ist es einfach mal eben eine Mail loszuschicken. Und das Verführerische daran ist, dass man meist für die Folgen eben nicht einzustehen hat. Häufig bekommt man sie nicht einmal mit. Die Social Media eröffnen Möglichkeiten, mit denen wir noch längst nicht umgehen können und es ist beängstigend, mit welcher Leichtigkeit teilweise darüber hinweggegangen wird.

    • Das ist zunächst einmal kein verwerfliches Verhalten oder wiederspricht in irgendeiner Form rechtsstaatlichen Vorstellungen. Er stellt den Banken Informationen zur Verfügung und setzt sie davon in Kenntnis, dass sie da Kunden haben, von denen er, der Anzeiger, der Meinung ist, sie hätten sie lieber nicht. Lobbyistenarbeit, wie sie in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist.

      Würdest du immer noch so denken, wenn er hier nicht Informationen über vermeintliche Nazigruppen, sondern über Schwarze, Transsexuelle, Juden oder Behinderte sammeln würde? Wenn Banken bestimmte Kunden nicht haben wollen, dann sollten sie dies kundtun. Dann sollen sie schreiben, dass sie Menschen einer bestimmten Gesinnung nicht wollen. Das werden sie aber nicht tun, da es ganz klar in Richtung Gesinnungskontrolle und Diskriminierung ginge. Und genau das ist es, was hier versteckt durchgezogen wird. – Immer noch der Ansicht, dass das so schon in Ordnung ist? 😉

      Ich denke nicht, dass der Kontokontrolleur belegt, dass ich Schubladendenken aufgesessen wäre. Ich gestehe die Möglichkeit jedoch zu. Bisher kam jedoch noch kein stichhaltiger Beleg dafür.

      • Würdest du immer noch so denken, wenn er hier nicht Informationen über vermeintliche Nazigruppen, sondern über Schwarze, Transsexuelle, Juden oder Behinderte sammeln würde?

        Ja, das ist genau der Punkt: auch wenn es mir nicht passt, könnte ich wohl nichts dagegen machen. Außer er würde diese Daten nachweislich zu Zwecken nutzen, die nicht rechtlich gedeckt sind. Das Vorgehen der Banken ist dagegen zumindest sehr zweifelhaft. Ich denke eigentlich, sie dürfen Kunden nicht aufgrund von „Gesinnungskontrolle“ ausschließen.

        Was das Schubladendenken betrifft, möchte ich dies noch einmal ausführen:

        Ich bin mir selber überhaupt nicht sicher, ob das das richtige Wort ist – mir fällt es sehr schwer zu definieren, wo mein Unwohlsein in dieser Sache herkommt. Mir geht es darum, dass es per se nicht verwerflich sein darf, Überzeugungen zu vertreten und auch öffentlich zu machen. Meinungsfreiheit ja, aber das Recht auf Widerspruch besteht natürlich auch. Und um etwas zu bewegen müssen häufig andere mit einbezogen werden. Wie stark darf der Druck sein, den man dabei ausübt? Eine kitzlige Entscheidung und ich wünsche mir eben manchmal auch ein wenig Zivilcourage bei dem nicht Einknicken bei Druck.

        Noch einmal zum Beginn des Posts: Die Bänker hätten meiner Meinung nach die Spendenkonten nicht schließen dürfen – genausowenig, wie sie die Konten von Abtreibungskliniken ablehnen dürfen, von Homosexuellen oder von der katholischen Kirche…

        • Sorry!
          Ich sehe das ‚Denunziationsproblem‘ noch aus dem Blickwinkel … nun ja.
          Wir schrieben das Jahr 1989.
          1990. 1991.Eine weit verbreitete ‚Zeitung‘ veröffentlichte entgegen jeglicher neuer Gesetze, angeblich im Namen der allgemeinen Informationsfreiheit – Namen.
          Was hatte dies zur Folge?
          Zum einen, die veröffentlichten Namen, die Personen dahinter, per genauso neuem Gesetz darauf verpflichtet ‚gute Staatsbürger plus weitergehender Schweigepflicht‘ zu sein, diese wurden Opfer quasi offiziell angeordneten Mobbings. Dazu kann man stehen wie man will, aber ich kenne ein paar der Betroffenen und bin mir sicher, das hatten sie nun wirklich nicht verdient.
          Was aber, meines Erachtens, noch viel schlimmer ist. War. Man schlug ihre Kinder.

          In der Schule.
          Im Kindergarten.
          Im …

          Und von daher, da letztlich die Kinder es sind! Die zu leiden haben. Bitte eine kurze Abschweifung in den Harry Potter Fandom, er sei mir gestattet, bitte! Genau diese Frage, wegen der Kinder, es gibt ein paar Klasse Geschichten, die sich genau damit beschäftigen. Und ich war froh darüber als ich sie fand.
          Gibt es echt noch irgend etwas zum Thema? Zu sagen.
          Außer, das wenn, wenn ein/der Durchschnittsnormalbürger der Meinung ist: Hallo, das gehört verboten!, also entweder ist er so ehrlich und fragt den davon Betroffenen direkt. Oder er macht einfach nur die notwendige Anzeige bei den Zuständigen.
          Die ‚Öffentlichkeit‘ per ’shitstorm‘ zu beteiligen … das ist wohl wirklich nichts weiter als das herabsenken der eigenen Person auf die Ebene dessen den man gern bestraft sehen würde.
          Und ich betone es noch einmal!
          Die Veröffentlichung von Namen …
          … trifft im weitesten Sinn, Kinder!

        • Die Bänker hätten meiner Meinung nach die Spendenkonten nicht schließen dürfen – genausowenig, wie sie die Konten von Abtreibungskliniken ablehnen dürfen, von Homosexuellen oder von der katholischen Kirche…

          Da gehe ich absolut mit. Und ich kann auch deine Bedenken verstehen, daß es nicht verwerflich sein darf, Überzeugungen zu vertreten und auch öffentlich zu machen.

          Nur ging es den Kontokontrolleur ja gar nicht darum. Der hat seine Aktionen mit der Intention durchgeführt, dass die Banken die entsprechenden Konten sperren. Der Mann ist also im Endeffekt nicht nur Konto-, sondern auch Gesinnungskontrolleur.
          Wenn er deutlich machen wollte, dass er gegen rechtsradikales Gedankengut ist, so hat er im Rahmen des Rechtsstaats einige Möglichkeiten dazu. Firmen oder Institutionen zu Gesinnungskontrolle und Diskriminierung anzustacheln, bewegt sich per se durchaus im Rahmen der Gesetze, aber es ist trotzdem keine ethisch vertretbare Handlungsweise. Zumindest für mich wäre es das nicht.

          • Ich stimme dir im Generellen zu. Andere dazu zu manipulieren, geltendes Recht zu verletzen – im Sinne der eigenen ach so guten Sache – sollte nicht passieren und sogar in den Fällen, in denen ich mit den Zielen konform gehe, bin ich eigentlich immer ganz froh, wenn es nicht gelingt.

            Wahrscheinlich ist es im Endeffekt die Einklassifizierung als „Nazimethoden“, die mich so gestört hat. Ich befürchte, bei dem Wort bin ich ein wenig überempfindlich. Diese Kategorie wäre für mich erreicht gewesen, wenn der Kontokontrolleur die Namen der Spendensammler zusammengetragen und auf einer Website mit entsprechenden Handlungsaufforderungen veröffentlicht hätte. Oder sich eben an Nachbarn oder Arbeitgeber gewandt hätte. Ich bin mir allerdings garnicht so sicher, ob so etwas nicht passiert wäre, wenn er keinen Erfolg bei den Banken gehabt hätte. So hat er für mich ein Verhalten an den Tag gelegt, dass ich nicht mehr unterstützen möchte, aber er hat bestimmte Grenzen noch nicht überschritten (ist aber vielleicht hart davor und sollte nicht auch noch unterstützt werden, übermütig zu reagieren,,,)

            Auch genau deswegen war der Artikel über die Angelegenheit sehr wenig durchdacht und entsetzlich tendenziell.

    • »[…] Aber ist Lobbyistenarbeit wirklich mit Nazimethoden in einem Topf zu werfen? […]«

            die angesprochene »Lobbyisten«arbeit ist in Wahrheit widerliches kleingeistiges Blockwartdenken, und ja, dieser Kerl wäre gewiß ein prima Lagerwärter gewesen, auch mit der Knarre in der Hand auf dem Wachturm, ein tadellos funktionierendes Subjekt jeglichen Zeitgeistes, solange dieser unangreifbarer Mainstream ist – dieser Sorte Mensch ist die Farbe des Hemdes gleichgültig, solange sie eine gewisse Macht verkörpert, und das schlimme ist, daß die Berijas, Dzierzynskis und Eichmanns aller Zeiten auf die Petzen, Verpfeifer, Anzinker, Denunzianten und Blockwarte angewiesen sind – das schlimmste aber ist, daß die erstgenannten ingendwann beseitigt werden, die letztgenannten aber zumeist stromlinienförmig von System zu System gelangen und wieder an den gefüllten Fleischtöpfen landen…

      Wahrlich, wahrlich, ich aber sage Euch, das System hat keine Fehler, das System ist der Fehler!

  33. Habe gerade meinen Kommentar noch einmal gelesen und nur zur Klarstellung: Mobbing, Denunziation oder Gewalt zählen in keinem Fall zu akzeptablen Methdoden des Entgegentretens – in diesen Fällen bedarf es keiner Definitionen.

  34. Ein sehr sehr gutes Zitat, an das man immer und immer wieder erinnern sollte – sogar muss.

    Allerdings finde ich, gibt es durchaus Grenzen auch dieser Freiheit (der Andersdenkenden): nämlich immer dann, wenn strafrechtlich Relevantes gesagt/getan wird, Beispiel: „Ich finde, Deutschland sollte keine Flüchtlinge aufnehmen, das sind alles Betrüger und Schmarotzer.“ – das ist eine Meinung.
    Flüchtlingsheime anzünden oder dazu aufrufen ist keine Meinung mehr, sondern eine Straftat – und dafür gibt’s dann auch keine Freiheit mehr.

  35. … gibt es durchaus Grenzen auch dieser Freiheit (der Andersdenkenden): nämlich immer dann, wenn strafrechtlich Relevantes gesagt/getan wird …

    Oder wenn man im Begriff ist Unschuldige gleich mit zu strafen? Ohne das man es eigentlich will.

  36. Ich fühle mich ein wenig an einen Artikel aus der NZZ – Neue Züricher Zeitung erinnert, von dem ich finde, dass er gut zum Thema passt:

    http://www.nzz.ch/feuilleton/medien/berichterstatter-als-stimmungsmacher-1.18615593

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