Jul 282015
 

Schaut euch mal das verlinkte Studienangebot der Ernst-Abbe-Hochschule Jena an: Studienbeginn ohne Männer!

Hier wird ein Studiengang für zukünftige Ingenieurinnen im Bereich der Elektrotechnik und Informationstechnik geschaffen, wo sie die ersten 2 Semester ohne männliche Kommilitonen studieren dürfen. In dieser Zeit werden „vor allem die technischen und mathematischen Grundlagenfächer“ unterrichtet.

Ganz ehrlich, bei sowas frage ich mich immer, was diese Leute für ein Frauenbild im Schädel haben. Die glauben doch ganz offensichtlich, dass Studentinnen entweder zu blöd sind, um von Anfang an zusammen mit männlichen Mitstudenten zu lernen oder aber zuviel Angst vor diesen haben und daher erst langsam auf sie vorbereitet werden müssen.

Nun gibt es tatsächlich nicht allzuviele weibliche Studenten in Ingenieurswissenschaften und Informatik. Der Anteil liegt zur Zeit bei etwas über 20%. Das hat aber nichts damit zu tun, das Frauen doof wären oder Angst vor männlichen Ingenieuren und Informatikern hätten, sondern es ergibt sich schlicht aus einer etwas anderen Interessenslage.

  217 Responses to “*IMHO* An zukünftige Studentinnen: Sonderschuloption wurde eingerichtet”

  1. Ja, genau DAS brauchen wir starken, emanzipierten, eigenständigen, erwachsenen Frauen von heute doch.

  2. Ich komme aus der Gegend.
    Mich interessiert der Studiengang auch nicht, aber so schlimm finde ich es auch nicht?
    Ich erinnere mich nur zu gut an meine Schulzeit, in der vor allem meine männlichen Klassenkameraden aufstöhnten wenn ich zum 5. Mal nochmal nachfrage… (Ja sorry, Mathe Leistungskurs bzw erhöhte Anforderung ist in Thüringen Pflicht, ich hab mir das nicht ausgesucht!)
    Und auch jetzt wenn ich Berufsschule habe, Rechnungswesen (fällt mir deutlich leichter!), und mal etwas nicht verstehe und nachfrage – in 2 von 3 Fällen sind es die Jungs die gnervte Töne von sich geben.
    Ich sag nicht das Mädchen genauso was nicht machen. (Machen sie nämlich). Aber ich glaube ich fänd das entspannt erstmal ohne Jungs die Grundlagen zu lernen……..

    • Du übersiehst da etwas. Eine Studentin, die sich für ein Fach mit hoher mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung entscheidet, dürfte sich auch dafür interessieren und eine entsprechende Begabung mitbringen. Sie hat es daher keineswegs nötig, alles zig-fach zu wiederholen und dutzende Male nachzufragen.
      Solch ein Vorgehen ergibt also nur Sinn, wenn man hier Studentinnen an das Fach heranführen möchte, denen das Interesse und die Begabung dafür fehlt. … … … Zum Glück sind die Unternehmen ja angehalten, ihre Frauenquote zu erhöhen.

      • „Eine Studentin, die sich für ein Fach mit hoher mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung entscheidet, dürfte sich auch dafür interessieren und eine entsprechende Begabung mitbringen. Sie hat es daher keineswegs nötig, alles zig-fach zu wiederholen und dutzende Male nachzufragen.“

        Uhm, Helge… selbst, wenn du noch so begabt bist, wird es immer etwas geben, was du nicht verstehst. Da vorne steht ein Dozent oder eine Dozentin, erklärt dir was, und du fragst dich, was die meinen, weil sie es so komisch formulieren… oder du schaust in das Skript oder dein entsprechendes Buch, begreifst nicht, was da erklärt werden soll, weil es so komisch erklärt ist, und musst nachfragen…
        Und dann gibt es noch jene, die nachfragen, um Verbindungen zu anderen Themen zu erstellen, bzw. ein Gesamtbild zu bekommen oder sonst eine Interessensfrage mitbringen…

        Abhängig von den Dozenten kann es durchaus passieren, dass du dutzende Male nachfragen musst, selbst wenn du sonst ein Genie in dem Fach bist. Intelligenz und Begabung schließen das gelegentliche Brett vorm Kopf nicht aus.

        Und das sage ich unabhängig von meiner Meinung zu dem Thema an sich.

        • Abhängig von den Dozenten kann es durchaus passieren, dass du dutzende Male nachfragen musst, selbst wenn du sonst ein Genie in dem Fach bist.

          Und deswegen braucht es nun männerfreie Schutzzonen für Studentinnen? 😉 Das man Dinge manchmal nicht auf Anhieb versteht, liegt in der Natur der Sache. Dafür gibt es Lerngruppen, Tutoren, Bücher etc.pp. Wem das nicht genügt, der hat dann vielleicht doch das falsche Studienfach gewählt oder ist möglicherweise komplett falsch an der Universität. (Bei Abiturientenquoten von mittlerweile bis zu 60% eines Jahrgangs sollte man dies zumindest in Erwägung ziehen.)

          • „Und deswegen braucht es nun männerfreie Schutzzonen für Studentinnen?“

            Darf ich dich erneut darauf verweisen, dass ich das _unabhängig_ von meiner Meinung zu dem Thema sagte?

            Ich wollte dich lediglich darauf hinweisen, dass du nicht übers Knie brechen kannst, dass man mit ausreichender Begabung automatisch nicht mehrfach nachfragen braucht. Denn wie du es formuliertest stimmt es einfach nicht.
            Und nein, ich finde geschlechtergetrenntes Studieren an und für sich nicht sinnvoll. Wenn eine Uni das einrichten will, weil es vermehrt zu Mobbing von weiblichen Erstsemestern durch männliche Erstsemester kam, oder irgendsowas Greifbares, dann wäre das etwas anderes. Aber prinzipiell bin ich für Koedukation, und wer was anderes will, der muss sich eben eine monogeschlechtliche Hochschule suchen. Ins Ausland kann man ja auch gehen.

            Noch einmal: Mir ging es um deine fehlerhafte Formulierung. Und ich schrieb deutlich, dass das unabhängig von meiner Meinung zu dem Thema an sich ist, also lies diese Sätze doch bitte auch mal.

          • Die Frage war eher rhetorisch gemeint und nicht direkt auf dich bezogen. Deswegen auch der Smiley, den du ignoriert hast. Ich stellte nur fest, dass sich aus deiner Aussage nicht folgerichtig die Notwendigkeit von Schutzzonen ergäbe.

            Mir ging es um deine fehlerhafte Formulierung

            Die jedoch von einigen MINT-Studentinnen bestätigt wurde. Liegen die dann auch falsch?

          • „Die Frage war eher rhetorisch gemeint und nicht direkt auf dich bezogen. Deswegen auch der Smiley, den du ignoriert hast.“

            Ah, okay dann. Die Smileys hier sind leider so hässlich und winzigklein, dass ich selten erkennen kann, was sie sein sollen, hinzu kommt, dass ich allein aus einem Smiley nicht auf eine rhetorische Frage schließen kann – dazu kenne ich dich wohl einfach nicht gut genug,

            „Ich stellte nur fest, dass sich aus deiner Aussage nicht folgerichtig die Notwendigkeit von Schutzzonen ergäbe.“

            Was ich aber auch nie behauptet habe, insofern ist das eine Feststellung ohne Sinn in diesem Kontext.

            „Die jedoch von einigen MINT-Studentinnen bestätigt wurde. Liegen die dann auch falsch?“

            Wenn sie behaupten, dass ein gelegentliches Brett vorm Kopf automatisch mit fehlender Begabung oder Intelligenz gleichzusetzen ist – ja.
            Begriffsstutzigkeit kennt keinen IQ. Allein, dass das nicht ignoriert wird, war mein Ziel.

        • Kleine Anmerkung:

          „Studieren“ kommt von „studere“ was „sich bemühen“ heißt.

          Wenn ein Student in einer Vorlesung etwas nicht versteht, gibt es m. E. Bücher und andere Medien, aus denen man sich die entsprechende Erklärung holen kann – das gilt für männliche und weibliche Studenten gleichermaßen.

          • „„Studieren“ kommt von „studere“ was „sich bemühen“ heißt.“

            Wenn man nachfragt, weil man eine Formulierung nicht verstanden hat, dann bemüht man sich damit automatisch auch darum, den Fehler zu beheben.

            Brett vorm Kopf =/= Faulheit

            „Wenn ein Student in einer Vorlesung etwas nicht versteht, gibt es m. E. Bücher und andere Medien, aus denen man sich die entsprechende Erklärung holen kann – das gilt für männliche und weibliche Studenten gleichermaßen.“

            Und ich kenne das so, dass du nachfragst, wenn es um Dinge geht, die du nicht nachschlagen kannst, vor allem, wenn dir die entsprechenden Schlagwörter fehlen. Da ist es einfacher, nachzufragen, was der Dozent genau gemeint hat – und die sind idR auch dazu bereit, d as zu erklären.
            Du kannst dir nämlich nun einmal nicht alles aus Büchern und anderen Medien holen. Darum gehst du ja auch in Vorlesungen und Seminare.

          • Dinge, die man nicht nachschlagen kann?

            Ich hätte das nicht geschrieben, wenn ich nicht selbst in der Rolle wäre – und bis jetzt habe ich alles irgendwie, irgendwo gefunden. So viel ich weiß, wird nicht über Stoff doziert, der sich noch in der Forschung und Entwicklung befindet.

    • Also, ich hab vier Semester Mathe-Studium hinter mir und kann verbindlich sagen, dass die Jungs genauso oft ein Brett vorm Kopf hatten wie die Mädels. Ziemlich oft, nebenbei bemerkt, zumindest in Analysis I ;D Und dumme Kommentare gab es nie.
      Und übrigens waren wir im Hörsaal immer ungefähr 50:50 von der Geschlechterverteilung her.
      Ich finde den Ansatz, Jungs und Mädels für die ersten Semester zu trennen, offensichtlich um vermeintliche Schwächen auszugleichen, lächerlich. Im Studium sitzen die, die das Fach interessiert, die knien sich rein, wenn sie was nicht kapieren oder haben das falsche Fach gewählt. Alle. Die Jungs, wie die Mädels.
      Wenn ich so einen Mist lese, könnte ich die Wände hochgehen … (Nicht wegen deines Kommentars, nicht falsch verstehen, Ozelot;))

      • Mit meine Erfahrungen als Physik-Studentin kann ich das nur unterschreiben. Wir sind zwar eindeutig mehr Jungs im Semester, aber die meisten haben genau so viele/wenig Probleme im dem Stoff wie ich. Und wenn man sich in so einem Studium nicht hilft, ist man ohnehin verloren (mal von ein paar Überfliegern abgesehen). Das wissen auch alle, und wenn jemand nachfragt, wird ihm geholfen. Egal ob Männlein oder Weiblein.

  3. Mädels, sein wir doch mal ehrlich, wir stecken die Jungs doch in die Handtasche. An den Gymnasien stellen wir zwei Drittel der Schüler, wenn ich richtig informiert bin. So mancher möchte die Koedukative wieder abschaffen, er hat Angst, dass die Jungs zu kurz kommen, oder die Mädels sich nicht richtig entfalten können. Hier haben wir den Versuch, mal sehen was es wird.
    Wir fordern vehement, dass Mädchen in alle Bereiche können, auch in die Männerdomänen… aber umgekehrt verteidigen wir unser Revier. Bei einem männlichen Entbindungshelfer, umgangssprachlich Hebamme genannt, hört für uns der Spass auf. Wenn schon, denn schon.

    • An den Gymnasien stellen wir zwei Drittel der Schüler, wenn ich richtig informiert bin.

      Ganz so schlimm ist die Lage noch nicht. Allerdings kommt die Schieflage im Bildungssystem seit den 1990er Jahren nicht daher, dass Jungen dümmer oder Mädchen klüger wurden, sondern daher, dass das Bildungssystem selbst verkorkst und reformbedüftig ist. Es führte zu einer klar statistisch nachweisbaren Benachteiligung von Jungen. Das wird aber irgendwann ein eigenes Blogthema.

    • Was hat denn die Hebamme damit zu tun? Hier geht es ja nicht um Wissen, sondern intimste körperliche Nähe zu Fremden. Ich gehe nicht zu einem männlichen Frauenarzt, und zwar nicht, weil ich glaube, er würde mich nicht verstehen, sondern weil es meine persönliche Entscheidung ist, solche intimen Untersuchungen von einer Frau durchführen zu lassen. Wenn du meinst, das sei das gleiche wie wenn jemand sagt, dass er sein Haus nicht von einer weiblichen Statikerin abnehmen lassen will dann… weiß ich auch nicht.

      Und wenn eine Frau das anders sieht und gerne zu einem männlichen Frauenarzt geht, super, dann hat der auch Patientinnen, habe ich nichts gegen.

      • Edit: Und ich gehe auch nicht nicht zum männlichen Frauenarzt, weil ich wirklich glaube, er könnte unprofessionell sein und mich irgendwie aus sexuellem Interesse angucken – das ist auch nicht der Fall. Ich würde auch zu einer lesbischen Frauenärztin gehen.

        • Dieser ganze „Kampf der Geschlechter“, bezieht sich im Kern, wenn man es genau betrachtet, doch nur auf den Unterschied zwischen XY und XX. Ansonsten haben wir die gleichen 22 Chromosomenpaare. Wenn sich Frau vor Mann und umgekehrt ausziehen kann, ohne dass das 23. Chromosomenpaar eine Rolle spielt, können wir vielleicht mal die wirklichen Probleme lösen.

          Und ich fürchte, das gilt auch für die akademischen Laufbahnen.

          • Okay, wenn du meinst, dass das das gleiche ist, bin ich nicht deiner Meinung.

      • Ich weiß von einigen Frauen, dass sie lieber zu männlichen Frauenärzten gehen. Sie sagen, die wären nicht so rabiat. 😉

        Es dürfte hier also auf gemachte Erfahrungen und persönliche Vorlieben oder auch Vorurteile ankommen.

        • Das weiß ich auch. Habe ich auch schon von einigen Frauen gehört. Und du hast recht, sicherlich kommt es hier auf persönliche Vorlieben an. „Körperlich etwas rabiater“ stört mich persönlich jetzt nicht, solange es nicht mit „arrogant und unfreundlich“ einhergeht, was eine Eigenschaft ist, die doch einige Ärzte UND Ärztinnen gleichermaßen teilweise haben, aber ich glaube, das ist ein völlig anderes Thema.

          • Findet hier eigentlich noch jemand zum grinsenden Kopfschütteln seltsam, dass hier ein Schwenk von Bildungssystem zum Frauenarzt m/w gemacht wird?

            Vorurteile sind so normal wie Sonnenauf- und -untergang. Ist doch das selbe wie weibliche Urologen. Da gibt’s bestimmt einige Männer, die da Hemmungen hätten.

      • Wenn eine Frau sich lieber von einer Ärztin behandeln lassen will, dann kann ich das verstehen. Gibt doch bestimmt auch Männer, die sich im Intimbereich lieber von einem männlichen Arzt untersuchen lassen würden. Da geht es doch nicht um Vorurteile, sondern darum, dass der Scham und die Hemmungen eben doch noch irgendwo vorhanden sind und vor dem gleichen Geschlecht – vor dem man sich in Umkleiden, Gruppenduschen etc. schon öfter entblößt hat – schneller überwunden werden können. Ich kenne keinen einzigen Arzt und keinen einzigen Pfleger (da hat sich im Praktikum letztens eine Patientin gewünscht, lieber von einer Frau gewaschen zu werden – die das mocht verstehen oder in irgendeiner Form als diskriminierend empfinden.
        Klar finde ich, wir sollten allgemein unsere Einstellung zur Nacktheit verändern, ich finde unseren Umgang damit nicht gerade ideal (aber das ist nochmal ein Thena für sich), aber der Genitalbereich ist zu einem gewissen Grad nun mal einfach privat und derzeit für viele noch ein empfindliches Thema, wenn sich dort jemand fremdes etwas anschauen soll. Da sollte man keinem Vorurteile oder Voreingenommenheit vorwerfen, sondern auf die Wünsche der Patienten Rücksicht nehmen soweit es geht ohne groß darüber zu diskutieren.

        • edit: Den männerfreien Studiengang finde ich allerdings auch schwachsinnig.
          Wenn man mehr Studentinnen in den mathemathisch-naturwissenschaftlichen Fächern (und mehr Männer in traditionell „weiblichen“ Berufen) will, sollte man eher an den Gründen für die verschiedene Interessenslage ansetzen als jetzt eine Frauenquote zu erzwingen. Selbst in meiner Generation (ich bin weiblich und 20) habe ich da noch von Lehrern, zumindest in der Grundschule, erlebt dass ich trotz mathemathischer Begabung von dem Bereich etwas „weggeschubst“ wurde („Sie ist doch ein Mädchen, wozu braucht sie Mathe?“ – meine Mathelehrerin damals). Und in der Pubertät habe ich zwischendurch versucht, mich für „weiblichere“ Dinge zu begeistern, mein naturwissenschaftliches Interesse kam mir (neben den üblichen Streberklischees) „unweiblich“ vor. Ich kann jetzt leider nicht genau sagen, welche Einflüsse damals zu dieser Einstellung geführt haben (und jetzt bin ich eindeutig darüber weg 😉 ) aber ich hatte durch meine Eltern noch Glück – anderen ging es aber bestimmt ähnlich wie mir. Irgendwo sind die Unterschiede zwischen den Interessen der Männer und der Frauen also schon künstlich durch Erziehung, Medien und etc hervorgerufen. Und daran muss man ansetzen, um in der nächsten Generation vielleicht ausgeglichenere gemischte Jahrgänge zu haben und dann eben vielleicht auch mehr Ingeneurinnen und Wissenschaftlerinnen. Auf Krampf Mädchen und Frauen sagen sie sollen etwas Naturwisschenschaftliches studieren und ihnen eine. Studiengang ohne Männer dafür zu geben ist da wirklich nicht die richtige Lösung.

      • Anni,

        Was hat denn die Hebamme damit zu tun?

        ganz einfach: Sie ist ein Beispiel dafür, daß Männer in frauendominierten Berufen noch viel stärker und offener diskriminiert werden, ohne daß ein Riesengeschrei losgeht, als das im umgekehrten Fall möglich wäre.

        Aber zum Glück gibt es ja mittlerweile in Berlin die erste feministische männliche –Entschuldigung: „männlich definierte“– Hebamme; wenn dem von einer Kollegin vorgeworfen wird, er würde sich in die letzte Bastion der Frauen hineindrängen, dann weiß er wenigstens, daß er das hinzunehmen hat, weil er ja schließlich zum Unterdrückergeschlecht gehört.

        B20

    • „Bei einem männlichen Entbindungshelfer, umgangssprachlich Hebamme genannt, hört für uns der Spass auf.“

      Das verstehe ich auch nicht 🙁 Wenn ein Mann Freude dabei hat, einer Frau beim Gebären zu helfen, wieso denn nicht? Was ist bei ihm anders, als bei einer kinderlosen weiblichen Hebamme? Und warum darf der Frauenarzt weiblich sein, aber die Hebamme nicht? Ich hätte, wenn ich denn Kinder wollte, lieber eine liebevolle männliche Hebamme als eine weibliche nervige Besserwisserin. Kurz: das Geschlecht wäre mir auch hier völlig gleichgültig. Hauptsache er oder sie macht seine/ihre Sache gut.
      Ich finde es gerade ziemlich erschreckend, dass der einzige Mann, der in Deutschland diesen Beruf ausübt, so angefeindet wurde … http://www.zeit.de/2010/28/S-Hebammen
      Umgekehrt gibt es das allerdings auch: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/maenner-bei-der-urologin-unbehagen-beim-gesundheits-check-up-a-816387.html

      • Ich muss gestehen, dass der Gang zur Prostata-Untersuchung vermutlich der einzige wäre, wo mir das Geschlecht meines Arztes wichtig wäre. Hier würde ich tatsächlich einen männlichen Urologen den Vorzug geben und nur dann zu einer Urologin gehen, wenn ich keinen kompetenten männlichen Urologen finde.

        Du hast ähnliche Befindlichkeiten aber auch bei Psychologen, weswegen es tatsächlich ein Problem ist, dass fast nur noch Frauen Psychologie studieren. Über einige Probleme reden Männer lieber mit Männern, weil sie (möglicherweise zu Unrecht) befürchten von einer weiblichen Psychologin nicht so verstanden zu werden. 😉

        • Ich stimme Helge wieder zu. Ein Mann kann gerne Freude daran haben, beim Gebären zu helfen, aber das ist nunmal eine Dienstleistung für die Frau, und DIE soll sich dabei primär wohlfühlen, nicht der Geburtshelfer.
          Ich glaube, das entspricht der Prostata-Untersuchung für Männer, das würde ich als Mann auch von einem männlichen Arzt machen lassen.

          Bei Psychologen wäre mir das Geschlecht übrigens egal.

        • Nun, diese Haltung verstehe ich schlicht nicht. Ich gehe bei der Auswahl meines Frauenarztes nach Sympathie und Kompetenz, nicht nach Geschlecht. Ob mich da unten nun ein Mann anguckt, der tagtäglich hundert andere Frauen ansieht, oder eine Frau, ist mir völlig gleichgültig. Dasselbe gilt für alle anderen Lebenslagen. Ich habe ehrlich noch nie nach dem Geschlecht entschieden. Außer bei der Wahl meines Lebenspartners, versteht sich.

          • Danke, Altais! <3

            Ich fühle mich dann medizinisch gut aufgehoben, wenn sich jemand Kompetentes um mich kümmert. Nun habe ich persönlich einige ziemlich unangenehme Erfahrungen mit weiblichen Gynäkologen gemacht (inklusive Blutungen nach ganz besonders rabiaten Untersuchungen) und fühle mich dementsprechend am wohlsten, wenn ich mich von einem männlichen Gynäkologen untersuchen lasse, aber im Endeffekt kommt es auf die Kompetenz an. Und ganz ehrlich: Wenn ich im Kreißsaal liege, mit gespreizten Beinen und unfassbaren Schmerzen, ist es mir sowas von wurscht, welches Geschlecht nun derjenige hat, der mir das Kind da rausholt. Da hab ich ganz andere Sorgen O_o

          • Ich schrieb doch „wenn ich keinen kompetenten männlichen Urologen finde“ würde ich natürlich zu einer kompetenten Urologin gehen. Als erstes Kriterium kommt Kompetenz, Geschlecht ist nachrangig. Und tatsächlich ist der Urologe der einzige Arzt, wo mir das Geschlecht als zweites, nachrangiges Kriterium wichtig wäre. 😉 Das hat allerdings nichts damit zu tun, dass ich die Urologin per se als weniger kompetent einschätze, sondern nur damit, dass ich persönlich über dieses Thema leichter mit einem männlichen Arzt sprechen kann.

        • Helge,

          zum Thema Scham und (un)freie Arztwahl ist mir wieder dieser Blogpost eingefallen, kennt vielleicht noch nicht jeder.

          Ich finde die These, daß solche Erfahrungen im jungen Erwachsenenalter ein Faktor sein könnten, der dazu führt, daß Männer seltener zum Arzt gehen, zumindest nicht völlig unplausibel, wenn ich es auch nicht für den dominierenden Einfluß halte. Es wird interessant, ob da bei den Geburtsjahrgängen ab ~1993 eine meßbare Verhaltensänderung eintritt.

          Was Psychologen (oder, was die meisten wohl meinen: Psychotherapeuten) angeht, denke ich, daß es hier ähnlich ist wie bei Gynäkologen im umgekehrten Fall: Wenn man einen schlechten gleichgeschlechtlichen erwischt, könnte der eher auf die Idee kommen, „Ich weiß doch, wie es sich anfühlt, als Mann zu leben, erzählen Sie mir doch nichts!“, während eine Frau da vielleicht eher erstmal zuhören würde. Wobei das letztlich natürlich auch wieder eher Kompetenz- als eine Geschlechtsfrage ist.

          Zudem hatte Paul Elam auf An Ear for Men letztens einen Artikel über die feministisch orientierte „New Psychology“ in den USA, die bei Männern automatisch davon ausgeht, daß alle ihre Probleme von einer toxischen Männerrolle herrühren und entsprechend lieber diese „behandelt“ als die tatsächliche Erkrankung.
          Und spätestens, wenn man an einen derart ideologisch ausgebildeten Therapeuten gerät, ist dessen Geschlecht natürlich komplett egal.

          B20

          BTW, Bugreport: Kommentare, die erst noch durch die Moderation müssen, erscheinen offenbar auch nach ihrer Freigabe nicht im RSS-Feed.

  4. Ich finde die bisherigen Themen recht interessant, nur verstehe ich nicht, warum man da so drüber herziehen muss. Klar gibt es Unterschiede/Ungerechtigkeiten bei beiden Geschlechtern und ob dieser Sonderkurs jetzt unbedingt notwendig ist, kann man so oder so sehen – allerdings gibt es bestimmt Frauen, die dieses Angebot annehmen werden und diese sollte man nicht verschmähen. Es sollte jeder Frau selbst überlassen sein, ob sie solche Dinge annimmt oder nicht.

    • Ja, und wir sollen unbedingt noch mehr Schutzzonen einrichten, denn genau das ist es, was diese Gesellschaft am dringendsten braucht – noch mehr Abgrenzung. :/

      • ja, ganz genau. *Headdesk*

      • In einer Gesellschaft, in der Männer beharrlich versuchen, alle Frauen, die in die letzten „Männerdomänen“ einbrechen wollen, webzubeißen, sind Schutzräume und Quoten die wichtigsten Werkzeuge, die wir haben. Deine angebliche „Abgrenzung“ ist die Herstellung eines solchen Schutzraumes. Dass dir als Mann, der sowieso schon der irrigen Annahme verfallen ist, er würde in dieser Gesellschaft zu kurz kommen (ich muss immer noch über dein Geweine über die bösen, bösen radfems lachen, wenn ich daran denke), nicht passt, ist schon klar. Aber vielleicht kannst du einfach aufhören, deinen unangebrachten Neid (den du so wunderbar als „Sorge“ verkleidest… keine Angst, Helge, keine Frau braucht deine paternalistisch angehauchte „Sorge“ darum, dass Schutzräume zu ihrer „Abgrenzung“ führen würden) so öffentlich zur Schau zu stellen? Oder zumindest lernen, dich ERST feministisch zu bilden und DANN zu bloggen?

        Ansonsten: vielleicht hörst du den Betroffenen (nämlich den User*innen hier, die sagen, dass sie als Frauen die Idee gar nicht so doof finden) einfach mal zu statt deinen Senf dazuzugeben und ihnen zu erklären, wie IHRE Welt, in der SIE leben, funktioniert? Dein Mansplaining erlebt gerade schon wieder ungeahnte Höhen…

        • In einer Gesellschaft, in der Männer beharrlich versuchen, alle Frauen, die in die letzten „Männerdomänen“ einbrechen wollen, webzubeißen, sind Schutzräume und Quoten die wichtigsten Werkzeuge, die wir haben.

          Bring dafür bitte mal Belege. Ich persönlich halte das nämlich für ausgemachten Schwachfug.

          Und nun etwas für dich: YOU ARE NOT A VICTIM AND NOBODY OWES YOU ANYTHING.

          Ich kann das gerne auch als Grafik einbauen, aber ich hoffe, du begreifst auch so, was ich damit zum Ausdruck bringen will. Danke sehr.

          • Edit Helge: Wieder ein Beitrag, den ich besser direkt beantworte. Fettgeschriebenes ist von mir.

            Zitat: „YOU ARE NOT A VICTIM AND NOBODY OWES YOU ANYTHING.“

            Entschuldige, aber… Helge, wie kannst du dir anmaßen über sowas bestimmen zu können? Du WEIßT faktisch nicht, ob sie ein Opfer ist, du hast nicht die geringste Ahnung davon, was sie schon alles erlebt hat, und du bist ganz sicher nicht in der Position, pauschal solche Aussagen zu treffen.

            Aber du kannst das? Du weißt, dass sie ein Opfer ist? Und jeder der behauptet eines zu sein, ist natürlich auch eins. Klar.

            Weil DU überhaupt nicht entscheidest, ob IRGENDWER außer dir selbst ein Opfer ist oder sich als solches fühlen darf. Das ist allein die persönliche Sache jeder einzelnen Person selbst- und niemand hat das Recht sich da einzumischen. Das schonmal erstens…

            Wie sich jemand fühlt ist eine persönliche Sache. Aber das ist nicht dasselbe, wie seine persönliche Einschätzung anderen Leuten aufoktroyieren zu wollen. Sie kann sich gerne für ein Opfer halten. Ich bin nicht verpflichtet, das zu akzeptieren.

            Zweitens: Hier werden zwei völlig unterschiedliche Dinge vermischt, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Sie können allerdings aus polemischer Sicht dazu verwendet werden, Aggressionen zu rechtfertigen, was sehr in Richtung „Victim- Blaming“ geht. Ganz schwierige Sache.

            Victim Blaming. Musste ja kommen.

            Aber von vorne: Ein Opfer zu sein hat natürlich nichts damit zu tun, ob einem deswegen irgendwer etwas „schuldet“. Vor allem irgendwer, der mit der Tat nicht wirklich etwas zu tun hat. Natürlich kann es mal passieren, dass Gefühle von Zorn und Hilflosigkeit statt nur auf den Täter auf eine ganze Gruppe unbeteiligter Mitmenschen ausgeweitet werden- das ist nicht in Ordnung, und sobald man das bemerkt, könnte es an der Zeit sein, einen Schritt zurück zu treten und nochmal über eigene Motive nachzudenken. Soweit stimme ich zu.

            Schön.

            Komischerweise erkenne ich aber hier einen gewissen Spiegeleffekt- du selbst, Helge, pflegst deine -männliche- Opferidentität nämlich ausgesprochen fleißig und liebevoll, und bist sehr wohl der Meinung, die „bösen Radfems“ und sämtliche Sympathisanten würden der geknechteten Gesellschaft der geprügelten, unglücklichen, völlig unterprivilegierten Sklavenrasse Mann (pfff… tschuldigung) etwas „SCHULDEN“- nämlich Gerechtigkeit, oder Wiederherstellung der gewohnten Ordnung, oder Freiheit von Unterhaltszahlungen oder was auch immer.

            Gewäsch. Ich bin definitiv kein Opfer. Und ich lasse mich da auch von dir nicht reindrängen.

            Machen wir doch mal den Test, wie fühlt es sich eigentlich an, wenn dir jemand das an den Kopf wirft;
            DU BIST KEIN OPFER, UND NIEMAND SCHULDET DIR IRGENDWAS.

            Danke. Das ist völlig richtig. Und?

            Du bist nur ein kleiner, wütender Mann, der irgendwie die Illusion hat, seine eigenen Recherchen und Statistiken die er sich aus dem Internet gesaugt hat weil er offensichtlich im Moment keinen größeren Spaß im Leben findet, hätten größeren Wahrheitsgehalt als die von irgendjemandem sonst, der das Gegenteil behauptet und sich womöglich schon weitaus länger mit solchen Themen beschäftigt hat. Ist okay, bibeltreue Christen glauben ja auch, dass die Welt in sechs Tagen da war, und dass sämtliche wissenschaftlichen Erkenntnisse die ihrer Theorie widersprechen ABER KEIN STICHHALTIGER BEWEIS SIND, WEILLL… wenn man nur verbissen genug an eine Sache glauben will, dann findet man ja schon Mittel und Wege, sich alles andere um seine Theorie herum zurecht zu biegen. Aber es ist sehr anstrengend, und ich finde nicht, dass es angemessen ist, für den Betreiber einer solchen Seite hier. Vorbildfunktion und so.

            Herrlich. Du kannst über mich gerne denken, was immer du willst. Richtig wird es deswegen nicht. Da stehe ich problemlos drüber.

            Männerrechtler neigen ideologisch stark in eine ähnliche Richtung wie Pegida und unsere ausgesprochen patriotischen Mitbürger, von daher sehe ich eine Annäherung auch in Bezug auf die Außenwirkung der Seite hier wirklich kritisch. Zu behaupten, Frauen wären ja gar nicht in unserer Gesellschaft diskriminiert worden und die Gesellschaft hätte nicht nach wie vor mit den Folgen genau dieser Diskriminierung zu kämpfen, bzw. „Männer sind hier die wirklichen Opfer“ ist -aus meiner Sicht- ähnlich verdreht und unnachvollziehbar, wie zu verkünden, die Deutschen wären die wahren Opfer des zweiten Weltkriegs und der Holocaust ist nie passiert.

            Erst Verleumdung und nun noch ein paar deftige Lügen.

            Über Ersteres kann man noch halbwegs reden- (Deutsche/Männer sind Opfer) natürlich hat die deutsche Bevölkerung auch unter den Folgen des Krieges gelitten, gar keine Frage. Und natürlich passieren auch Männern ab und zu schlimme Dinge. Aber man kann das trotzdem nicht mit all dem Rest auf eine Stufe stellen, ein ganzes Kapitel der Geschichte einfach schulterzuckend beiseitewischen, nach dem Motto: „Wir haben den Juden/den Frauen jetzt genug zugestanden, jetzt reichts, jetzt sind wir mal dran!“

            Du schwurbelst bloss noch. Männerrechtler sind nicht rechts, obwohl es natürlich auch rechte Männerrechtler gibt. Der Rest ist einfach nur Timpf.

            Fakt ist, dass ganze Zeitalter hindurch eine antisemitische und frauenverachtende Ideologie gepflegt wurde, die ihre Höhepunkte in diversen, extremen Grausamkeiten gegen beide Bevölkerungsgruppen gefunden hat. Ja, man kann finden dass es zu viel ist, wenn man in der Schule jedes Jahr in Geschichte den zweiten Weltkrieg durchkaut und auf jedem Schullandheim, jeder Studienfahrt mindestens ein KZ besucht. Ja, man kann darüber diskutieren, ob gewisse Auswüchse und Ideen von Feminismus, bzw. Emanzipation wirklich Sinn machen.

            Aber Frauen sind Opfer und Männer sind Täter, schon klar. Du hast eine widerwärtige, reaktionäre Weltsicht.

            Aber man kann weder eine besonders intensive Sensibilisierung GERADE von deutschen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, NOCH Emanzipation und Feminismus als solche in Frage stellen, bzw. offiziell als fehlgeleitet hinstellen, wenn man gleichzeitig wirklich anerkennt, wirklich -verstanden hat- was damals alles passiert ist.

            Du glaubst, Diskriminierung der Frau hat so nie stattgefunden?

            Nein, und das habe ich auch nie behauptet.

            In welcher Welt lebst du?

            In dieser.

            Du bist ein Mann, glaubst du wirklich du hast auch nur annähernd eine realistische Sichtweise darauf?

            Realistischer als deine auf jeden Fall. XD

            Es ist noch nicht sehr lange her, da gab es einen sehr berühmten Film namens „Rosemary´s Baby“- nur dem Schein nach ein Horrorfilm, EIGENTLICH ein Film über den Horror, wie vollkommen hilflos eine erwachsene Frau im fortschrittlichen Amerika der sechziger Jahre -sowohl- ihrem Mann, -als auch- der Gesellschaft, bzw. Männern an sich ausgeliefert war. Ja, es gibt auch Filme in denen Männer die Opfer sind, aber dass es jemals eine Zeit gab, in der Männer einen ähnlich unterworfenen, sozialen Status Frauen gegenüber gehabt haben wie umgekehrt ist völliger Bullshit. Es ist nicht wahr. Und es ist auch heute nicht wahr, dass Männer benachteiligt werden.

            Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, stimmts? XD
            Wie wäre es damit, antworte doch mal sachlich auf Teddys Antwort auf dein Geschwurbel.

            Ja, es gibt viele Initiativen für Mädchen und junge Frauen, aber was dir bei all der jagd nach antifeministischen Blogs vielleicht ganz entgangen ist, inzwischen gibt es sehr wohl analog zur förderung weiblicher Auszubildender in männerdominierten Berufen den „Boy´s Day“- ein Programm speziell für Jungen und junge Männer, um ihnen den Einstieg in Pflege- und Pädagogik- Berufe zugänglicher zu machen.

            Das soll eine Förderung für Jungen sein? Die die Schieflage im Bildungssektor beseitigen soll? Die irgendeinen gesellschaftlichen Nutzen haben soll? Dir mag es nicht aufgefallen sein, aber auch der Girls Day hatte keinerlei messbaren Effekt, schlicht und einfach deswegen, weil man dort von einem falschen, negativen und reaktionären Frauenbild ausging.
            Ich fürchte, die Frauen, mit denen ich täglich zu tun habe, würden mit dir den Boden wischen. Die haben ihren eigenen Kopf, ihren eigenen Willen, können selber denken, treffen ihre eigenen Entscheidungen. Die sind nicht wie du und lassen sich von anderen vorschreiben, was gut und richtig für sie ist.

            Es ist Blödsinn zu behaupten, die wären dort nicht gefragt, das Gegenteil ist der Fall- jeder Kindergarten sucht händeringend nach männlichen Erziehern, gibt es irgendwo einen männlichen Grundschullehrer ist er der Held des Lehrerzimmers, männliche Pfleger sind in Gesundheitsberufen absolut notwendig und existentiell. Es wäre undenkbar, darauf zu verzichten.

            Und dann kommen die Mütter und schreien, weil der Pädophile doch von den Kindern ferngehalten werden muss. Und auch das verdanken wir dem Männerbild, das von Leuten wie dir propagiert wird.

            Was tut es dir eigentlich, wenn irgendwo ein paar Studentinnen ihre Frauen- Studiengang- Gruppe haben? Man sollte meinen, es bereitet dir irgendwie physische Schmerzen! Was ist eigentlich dein Problem? Lass die Leute doch einfach ihren Spaß haben, konzentrier dich auf das, was -wirklich- deine Angelegenheiten sind, und hör doch vielleicht einfach mal auf solchen Unfrieden zu stiften, so viel Gift zu spritzen und so hämische Kommentare quer über die ganze Seite zu verteilen. Das wäre wirklich mal ein enormer Fortschritt…

            Kehre doch bitte vor der eigenen hasstriefenden Tür, du liebevoller und zutiefst aufgeschlossener Mensch. Danke sehr.

          • Hach ja, der Boy´s Day… man will Mädchen mit dem Girl’s Day dazu bringen später gut bezahlte Jobs zu wählen und nicht die Jobs für die sie sich ansonsten vielleicht entscheiden würden. Jungen will man nun in genau diese Jobs stecken, die ja anscheinend irgendwie schlecht für Mädchen sind. Das dort das Beste für die Jungen erreicht werden soll, sehe ich nicht. Jungs sollen die (leider schlechter bezahlten) Jobs machen, weil sie dort gebraucht werden. Mädchen sollen die gut bezahlten Jobs machen, weil sie sich dort selbst entwickeln können oder sowas.

            Das klingt doch sehr danach, als ob der Boy’s Day eigentlich auch nur wieder Mädchenpolitik ÜBER Jungen ist.

            Nur damit das klar ist: Mädchen sollen nicht dazu verdammt sein die schlecht bezahlten Jobs zu übernehmen, aber den Boy’s Day als Jungenförderung zu verkaufen ist doch reichlich zynisch.

            Also next try soma…

          • soma,

            Männerrechtler neigen ideologisch stark in eine ähnliche Richtung wie Pegida und unsere ausgesprochen patriotischen Mitbürger

            wohnst Du zufällig im Rhein-Main-Gebiet? Ich hätte zu gern ein Video davon, wie Du mir ins Gesicht sagst, ich sei ein deutschnationaler Ausländerfeind. Das wäre bestimmt der nächste große Hit auf YouTube.
            #NotYourShield

            Fakt ist, dass ganze Zeitalter hindurch eine antisemitische und frauenverachtende Ideologie gepflegt wurde, die ihre Höhepunkte in diversen, extremen Grausamkeiten gegen beide Bevölkerungsgruppen gefunden hat.

            Helge hat Recht; was Du schreibst, ist widerwärtig. Es war schon widerwärtig, als es von Alice Schwarzer kam, und Du hast es tatsächlich noch geschafft, sie zu übertreffen.

            Frauen haben zu allen Zeiten mit Männern zusammengelebt und Familien gegründet. In den meisten Fällen mit Männern, die sie geliebt und versorgt haben.

            Welche Epoche der Geschichte soll das genau gewesen sein, als Frauen aus ihren Häusern geschleift, vor die Stadt getrieben und dort erschossen wurden, weil sie Frauen waren? Warum habe ich im Geschichtsunterricht nie etwas davon gehört, wie Frauen gezwungen wurden, in heruntergekommenen Ghettos zu leben, bis sie tagelang in Viehwagen eingepfercht in Vernichtungslager gebracht und dort zur Endlösung der Frauenfrage in industriellem Maßstab ermordet wurden, wenn sie sich nicht bei Zwangsarbeit zu Tode schuften mußten, weil sie Frauen waren?
            Sag mal, wann genau war das, als die Öfen des Patriarchats Tag und Nacht brannten, um die Leichen der Millionen ausgelöschten Frauen zu beseitigen?

            Wenn er mich ob seiner Pietätlosigkeit nicht so wütend machen würde, wäre es ja direkt amüsant, wie sehr so ein ekelhafter Vergleich ausgerechnet von jemandem, der anderen eine Opferideologie vorwirft, Sargon’s Law bestätigt. Aber so könnte ich einfach nur kotzen.

            Woman is not the Nigger of the World und die Frau ist nicht der Jude Mitteleuropas.

            Ja, man kann finden dass es zu viel ist, wenn man in der Schule jedes Jahr in Geschichte den zweiten Weltkrieg durchkaut und auf jedem Schullandheim, jeder Studienfahrt mindestens ein KZ besucht.

            Daß Du ernsthaft in der Lage bist, das zu schreiben, was Du geschrieben hast, wäre eher Anlaß zu glauben, daß auf Schullandheimen und Studienfahrten noch nicht genug KZs besucht werden. Oder daß jedenfalls die pädagogische Betreuung dazu weit unter den Erfordernissen bleibt.

            Aber man kann weder eine besonders intensive Sensibilisierung GERADE von deutschen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, […] in Frage stellen, bzw. offiziell als fehlgeleitet hinstellen, wenn man gleichzeitig wirklich anerkennt, wirklich -verstanden hat- was damals alles passiert ist.

            Und das einen Absatz nach der groteskesten Verharmlosung des Holocaust, die ich seit langem gelesen habe.
            Unglaublich…

            Bombe 20

          • Unter somas Beitrag war kein „Antworten“-Button, deshalb lieber hier:

            Ist das dein Ernst, Helge?

            Du bist nicht somas Meinung – so weit so gut. Ich stimme auch nicht allem zu, was im Beitrag steht (einigem, aber nicht allem), und in einigen Punkten gebe ich dir bei dem Thema recht.

            Aber jetzt mal unabhängig davon: Muss so ein respektloser Tonfall denn wirklich sein? Vor allem als Admin muss man doch einigermaßen höflich und respektvoll zu den Usern sein und statt herumzutrollen (und tut mir leid, deine „Antwort“ auf somas Beitrag liest sich kaum niveauvoller als die Beiträge eines gewöhnlichen Internettrolls) vernünftig diskutieren können. Und wenn dich ein Beitrag so sehr aufregt, dass du nicht in der Lage bist, ein Minimum an Respekt beizubehalten, dann lass es gefälligst und schreib nicht einen niedermachenden Satz nach dem anderen in die Beiträge anderer Leute, nur weil du es kannst und gerade wütend bist.
            Und ja, ich weiß, dass soma an einigen Stellen auch ein paar Grenzen überschritten hat. Darauf kann und soll man als Admin oder OP hinweisen und den User, falls es zu weit geht oder er/sie das Verhalten nicht ändert, sperren. Somas Argumentation hat ein paar Lücken. Darauf kann man in einer Diskussion hinweisen, wenn man über das Thema diskutieren will.
            Aber das geht ALLES mit mehr Respekt. Und wenn du nicht in der Lage bist, anderen Menschen ein Minimum an Respekt entgegenzubringen, wenn sie nicht deiner Meinung sind, dann solltest du entweder einfach gleich die Kommentarfunktion abschalten oder hast als Admin einer so großen Community den falschen Job.

          • Ich bedaure, dass du meinen Beitrag als unsachlich und unrespektvoll empfunden hast. Ich gestehe auch zu, dass es schwerfällt, für den beleidigenden Unfug, den Soma von sich gegeben hat, sonderlich viel Achtung zu emfinden.
            Ich bin allerdings trotzdem nicht deiner Meinung. Ich habe auf ihren Beitrag weitgehend sachlich reagiert und ihr die Antwort gegeben, die solch ein Geschwurbel verdient hat. Ganz ohne Sarkasmus geht das leider nicht ab. Aber wie will man auch ernst bleiben, anhand dieses Holocaustvergleiches und in Anbetracht des Fehlens jeglicher Logik?
            Lies dir bitte die Antwort von Bombe20 durch, wenn dir meine nicht gefallen hat. Wie gesagt, ich akzeptiere deine Meinung, aber ich teile sie nicht. Ich denke auch nicht, dass du in der Lage bist, einzuschätzen, was nun der richtige Job für micht ist, oder was nicht. Ob ich nun in der Lage bin, minimalen Respekt gegenüber anderen Menschen an den Tag zu legen, muss jeder einzelne beurteilen. Es liegt nicht an dir, anderen Menschen diese Beurteilung abzunehmen. Akzeptiere bitte, dass deine Einzelmeinung eben eine Einzelmeinung ist. Akzeptiere auch, dass es viele andere User gibt, die deine Meinung nicht teilen. Danke sehr.

          • Edit Helge: Gelöscht. Kläre das bitte per interner Mail. Mit dem Thema des Blogposts hat es nun wirklich überhaupt nichts mehr zu tun.

        • Icke, als ich zu studieren anfing, war Mathematik eher Männerdomäne (Verhältnis ca. 80:20). Das ist natürlich viel weniger drastisch als in anderen Bereichen. ABER: Ich hätte niemals einen eigenen Kurs nur für Frauen gebraucht. Wozu denn? Ich bin nicht weniger intelligent als der durchschnittliche Mitstudent und meinen Kolleginnen geht es ebenso. Klar gibt es immer ein paar, die ohne zu lernen zur mündlichen Prüfung gehen mit tiefem Ausschnitt und sich dann über den ’sexistischen‘ Professor aufregen, der Frauen schlechter benotet. Ich habe das einigen Leuten längere Zeit geglaubt, weil ich weiß, dass es Professoren gibt, die Studentinnen nicht so gern sehen. Aber selbst die haben mich immer genauso fair benotet wie eventuell anwesende männliche Kollegen.
          Deswegen ist mir nicht ganz klar, warum es eigene Frauenlehrgänge geben sollte. Vor allem solche, in denen Grundwissen vermittelt wird. Ja, sind denn Frauen doofer oder haben weniger Schulbildung als Männer? Ich denke wohl nicht. Warum also sollte ich es gut heißen, wenn so etwas Frauen unterstellt wird?

        • Hmmm … Es ist schon komisch. Es scheinen immer genau die Leute nach solchen Fächern zu schreien, die eigentlich eh kein Interesse daran haben. Diejenigen, die etwas Naturwissenschaftliches oder Technisches studieren, benötigen so einen Firlefanz nicht. Und ich muss ja zumindest ein kleines bisschen Ahnung davon haben, denn ist studiere ein sehr mathe- und physiklastiges naturwissenschaftliches Fach.
          Hier ein nettes Bild, das mir dazu einfällt (und das obwohl ich eigentlich nichts von Antifeminismus halte):
          http://freethoughtblogs.com/pharyngula/files/2015/06/stemwomen.jpg

          Wenn du schon hier so einen Satz raushaust:
          vielleicht hörst du den Betroffenen (nämlich den User*innen hier, die sagen, dass sie als Frauen die Idee gar nicht so doof finden) einfach mal zu statt deinen Senf dazuzugeben und ihnen zu erklären, wie IHRE Welt, in der SIE leben, funktioniert?
          … hast du dich dann vielleicht auch gefragt, was das mit dem „Grundkurs“ in Mathematik und den technischen Fächern soll? Findest du, wir seien begriffsstutzig und müssten erst mal langsam für die ganz Doofen an die Sache herangeführt werden? Selbst wenn wir uns schon für Informatik interessieren?

        • DAFUQ?! laberst Du da bitte? Ich bin so ein dreistes Mädel, das derzeit in eine Männerdomäne einbricht und weißt Du wer bisher versuchte mich da wegzubeißen? Niemand. Im Gegenteil: keiner lacht mich aus, wenn ich was nicht verstehe, keiner rollt die Augen; keiner betüdelt mich mehr als die Jungs oder sonstwas. Oh und weißt Du was das Lustigste ist? Ich werde in meinem Betrieb n-i-c-h-t weniger verdienen als die männlichen Kollegen, weil nach Kompetenz und nicht nach Geschlecht bezahlt wird. Ist das nicht sonderbar?

          Aber hey, vermutlich bin ich nur ein Kerl, der sich als Frau ausgibt, um hier ein falsches Bild zu propagieren, mh? Oh und ich gehöre in Wahrheit dann auch zu denen, die arme, arrrme Mädchen wie Dich aus meiner Domäne beißen. Danach, Dich zu beißen, wäre mir nun aber tatsächlich. So ein Müll… so ein hirnverbrannter Müll! Und Du glaubst den Scheiß auch noch, den Du da laberst oder?

          Ich würde kotzen! und zwar in der Lemniskate, wenn ich gezwungen wäre die ersten zwei Semster getrenntgeschlechtlich zu studieren! Solange es eine Wahl ist, ist es mir latte. Ich finde es hochgradig albern, aber es ist mir latte. Also, herzallerliebstes Weiberpack, das sich so unglaublich gerne in die Opferrolle drängt: HÖRT AUF FÜR MICH ZU SPRECHEN! ICH HABE EINE EIGENE – UND ZWAR VERDAMMT LAUTE – STIMME! Danke. (Für die Begriffsstutzigkeit: ich werde ziemlich wütend, wenn meine Geschlechtsgenossen von „wir“ reden. Ich mag Deinem Geschlecht angehören, aber ich würde mir lieber die Pulsadern mit den Dritten aufbeißen, als Dich für mich sprechen zu lassen. Lass es!)

          Männerdomäne am Arsch. Google mal Ada Lovelace. Die ersten Berufsprogrammierer waren Frauen! Das war mal ein sogenannter „Frauenberuf“ – wenn es das bis heute wäre, wärst Du wohl eine jener, die aufgrund dieser Bezeichnung rumheulen würden. Wie wäre es also, wenn Du Deinen eigenen Rat frisst und Dich erstmal INFORMIERST und DANN erst Deine Meinung in Helges Meinungsbeiträgen auskotzt?

        • „In einer Gesellschaft, in der Männer beharrlich versuchen, alle Frauen, die in die letzten „Männerdomänen“ einbrechen wollen, webzubeißen, sind Schutzräume und Quoten die wichtigsten Werkzeuge, die wir haben.“

          Unfug. Wo beißt welcher Mann welche Frau weg? Hier in Deutschland? Hast du auch irgendwas Handfestes, was deine Behauptung stützt? Oder ist das wieder so ein „Letztens auf Twitter hat so ein blöder Masku behauptet, Frauen könnten schlechter einparken als Männer“- Unfug? Ehrlich, es interessiert mich, wo du doch hier beharrlich versuchst, mir als Frau weis zu machen, ich werde unterdrückt und weggebissen und bräuchte dringend eine Quote, die mich auf Biegen und Brechen in eine Position setzt, die ich mir anscheinend nicht selbst erarbeiten kann und einen Studiengang, in dem man mir kleines dummes Weibchen die Grundlagen erklärt, weil ich nicht in der Lage bin, mir ein Studium zu suchen, das meinen Kompetenzen entspricht. Es interessiert mich wirklich ungemein, woran du die Notwendigkeit für so einen himmelschreienden Schwachfug festmachst.

          „Aber vielleicht kannst du einfach aufhören, deinen unangebrachten Neid (den du so wunderbar als „Sorge“ verkleidest… keine Angst, Helge, keine Frau braucht deine paternalistisch angehauchte „Sorge“ darum, dass Schutzräume zu ihrer „Abgrenzung“ führen würden) so öffentlich zur Schau zu stellen?“

          Ich sehe Neid nur in der feministischen Ecke. Neid, der dazu führt, dass erwachsene Frauen den Blick für die Realtität verlieren und danach brüllen, dass man ihnen gefälligst das Essen vorzukauen hat, weil irgendwo irgendwann einmal Frauen von bösen Männern unterdrückt wurden. Mir geht dieses Gejammer *so* sehr auf den Senkel. Für mich sind diese Radfems in den sozialen Netzwerken, die über die Ungleichbehandlung der Geschlechter zum Nachteil der Frauen hier in Deutschland rumkrakeelen nichts anderes als verwöhnte Heulsusen, die nichts anderes mehr brauchen als eine gehörige Portion Realität. Anstatt ihre kleinen Feminismus-Tweets ins Netz zu schmeißen sollten sie mal erwachsen werden und begreifen, dass man sich Erfolg erarbeiten muss.
          Aber es ist ja soviel einfacher, rumzuheulen und darauf zu warten, dass andere einem das Leben so angenehm wie möglich machen. Komm, erzähl mir, wo heutzutage in Deutschland Frauen aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden. Eine Frau, die nicht in der Lage ist, einen Fuß von einer Hand zu unterscheiden ist eine Frau, die nicht in der Lage ist, einen Fuß von einer Hand zu unterscheiden und kein armes Opfer von Diskriminierung und Patriarchat und gehört schlicht nicht ins Medizinstudium, egal wie laut sie brüllt, dass das ungerecht ist. Und eine Frau, die einen männerfreien Grundlagenkurs braucht, bevor sie ein Ingenieursstudium anfangen kann, ist in dem Bereich falsch. Und das nicht weil sie Brüste hat, sondern weil sie zwei Semester braucht, um Grundlagen in ihren Schädel zu bekommen, die Voraussetzung für ein solches Studium sind.

          Solche Postings und diese ganzen Radfems auf Twitter und Co., die nie auch nur einen Hauch von Benachteiligung erfahren haben, sorgen dafür, dass ich mich in Grund und Boden schäme, eine Frau zu sein. Ihr tut nichts anderes, als gestandenen und starken Frauen einzureden, sie wären Opfer und müssten sich schlecht behandelt und diskriminiert fühlen. Hier in Deutschland? Ernsthaft? Wie peinlich und unfassbar traurig.

          • >Komm, erzähl mir, wo heutzutage in Deutschland Frauen aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden<

            Handwerker. Oder sagen wir genauer, GaLaBauer. Bei einem Praktikum wurde mir erstmal ein Vortrag gehalten, dass Frauen in diesem Beruf nichts zu suchen haben.
            Ich war jetzt ein Monat arbeitslos und wurde von den meisten Firmen abgelehnt, hauptsächlich weil ich eine Frau bin. Dass ich besser bin, als so mancher aus meinem Lehrgang, war eher nebensächlich. Also, auch im ach so modernen und toleranten(ich lache laut) Deutschland, werden Frauen noch benachteiligt. Ob man es glauben will oder nicht.

          • niyo, Ich war bei den Landgärtnern und auch bei den Forstwirten. Das einzige, was mir zum Thema Frausein gesagt wurde, geschah bei den Forstwirten. Und zwar: „Es ist selten, daß eine Frau sich für diesen Beruf entscheidet. Die letzte, die wir ausbildeten, war aber sehr geschickt und klassenbeste!“

            Wie kommt es also, daß Du benachteiligt wurdest und ich nicht? Bin ich an nettere, derbe Kerle geraten oder was ist da passiert? Gerade in diesen derben Berufen geht eine Frau ganz schnell unter, wenn sie mit bestimmten Vorstellungen hingeht und keine Schlagfertigkeit oder Selbstbewusstsein an den Tag legen kann – so ergeht es aber auch den Männern, den es an diesen Eigenschaften mangelt. Wenn mir einer ins Gesicht sagen würde, daß ich nichts in dem Beruf verloren hätte (egal aus welchem Grund), würde er – völlig gleich welchen Ranges – einfach einen Konter an den Schädel geklatscht bekommen und dann würde ich ihm das Gegenteil beweisen: dazu ist ein Praktikum da. Um eine Chance zu nutzen und zu zeigen, was man drauf hat.

            Ich glaube, ganz ehrlich, auch nicht, daß Du hauptsächlich aufgrund Deines Geschlechtes keine Arbeit findest. Vor allem, wenn die Firmen tatsächlich sagen „Nein, weil sie eine Frau sind“, reiten sie sich in Teufelsküche und das wissen sie auch. Also kann man nur Mutmaßungen über Absagen anstellen, diese sind aber gefährlich. Entweder wohnst Du also im hinterletzten Bauerndorf, wo die Frau noch in Serienproduktion hinterm Herd steht, während der Mann Ausländer jagt oder es ist schlicht und ergreifend eine Ausrede. Eine Schuldverschiebung. Wie ich drauf komme? Ich wohne im vorletzten Bauerndorf und weder wurde ich jemals aufgrund meines Geschlechts benachteiligt, noch hörte ich jemals davon, daß es einer anderen geschah. Nun ja, ich hörte natürlich hin und wieder von derartigem, aber wenn ich nachhakte, stellte sich schnell heraus, daß die Frau es lediglich als Ausrede nutzte oder den ein oder anderen Spruch nicht als solchen verstand und ernst nahm.

            Ich wüßte also zu gerne, wie der Wortlaut des Vortrages lautete. Wenn es nämlich etwas in Richtung von „Frauen tun sich schwer mit schwerem Zeugs heben unso“ war, dann ist es kein Benachteiligen. Frauen haben von Natur aus einen geringeren Muskelanteil als Männer (und es fällt Frauen schwerer Muskeln aufzubauen, auch zu diesem „Warum“ gibt es wissenschaftliche Studien mit Ergebnissen) – das ist also empirischer Fakt und kann auch von den größten Feministinnen nicht ausgehebelt werden. Frauen SIND das schwächere Geschlecht, wenn es um reine Kraft geht. Aber dafür wurde den Frauen die Ausdauer geschenkt und sie können sich dennoch in vielen Bereichen absolut auf Augenhöhe mit Männern messen.

            Sollte Dir aber tatsächlich gesagt worden sein „Frauen haben in diesem Beruf nichts verloren, weil sie hinter den Herd gehören.“ und sollte es ernst gewesen sein und nicht nur ein blöder Spruch, dann war das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Ausnahmetalent von Mann. Da hätte man auch was tun können, anstatt (wie viele Frauen es leider oftmals tun) einfach aufzugeben und zu sagen „Ich wurde benachteiligt.“ – damit möchte ich Dir natürlich nicht unterstellen, daß Du derart gehandelt hast. Ich hinterfrage nur liebend gerne äußerst kritisch.

          • Erstaunlich.
            Ich hab mal die Löhne für eine GaLa-Baufirma gemacht und die hatten genau zwei Angestellte: Ein Mann und eine Frau. Beide haben das gleiche verdient. Beide hatten die gleiche Arbeitszeit und beide haben die gleiche Arbeit gemacht.

          • Die richtig blöden, sexistischen Sprüche kommen meiner Erfahrung nach tatsächlich eher die Frauenberufe im Büro vor, wo es einen „alten“ Chef gibt. Da hab ich wirklich schon ein paar Sachen gehört (insb. hinter dem Rücken der Angestellten), die ich als diskriminierend erachten würde.
            (Einmal auch im Gastgewerbe, aber der Spruch war eher unglücklich formuliert und sollte eigentlich ein Kompliment sein – war am Ende dann aber wohl der Grund, warum die Dame den Job geschmissen hat.)

          • „Bei einem Praktikum wurde mir erstmal ein Vortrag gehalten, dass Frauen in diesem Beruf nichts zu suchen haben.“

            Vom Chef? Warum hat er dich dann ein Praktikum in seinem Betrieb absolvieren lassen?
            Und wenns nicht der Chef war: Wie kommst du auf die Idee, es hätte irgendetwas mit Geschlechterdiskriminierung zutun, wenn irgendein popeliger Angestellter dir seine unqualifizierte Meinung um die Ohren haut? Nur weil es auf der Welt Idioten gibt, die der Meinung sind, Frauen gehören an den Herd, heißt das noch lange nicht, dass da auch eine wie auch immer geartete Unterdrückung oder Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts stattfindet. Idioten hast du überall.

            „Ich war jetzt ein Monat arbeitslos und wurde von den meisten Firmen abgelehnt, hauptsächlich weil ich eine Frau bin.“

            Nie und nimmer war einer der Arbeitgeber so doof, dir das als Grund zu nennen 😀

          • „Wie kommt es also, daß Du benachteiligt wurdest und ich nicht?“
            Kommt wohl immer drauf an, wo man landet, was? Ich habe die Erfahrung gemacht, hatten Firmen vorher schon Frauen angestellt, sind sie aufgeschlossener, wenn nicht, dann auch eher nicht. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, an manchen Orten mehr als an anderen.
            Ich habe meine Ausbildung in einer Firma gemacht, wo der Vorarbeiter dafür kämpfte, dass auch Frauen in diesem Beruf aufgenommen wurde. Ich habe aber eben auch die andere Erfahrung gemacht.

            „Nie und nimmer war einer der Arbeitgeber so doof, dir das als Grund zu nennen“
            Wieso so doof? Unter vier Augen, nur am Telefon und ich kann den gar nichts. Doch, ich habe das einige Male zu hören bekommen. Ob ihr es jetzt glauben wollt oder nicht. Und die LWK und der Verband lachen nur drüber.

        • „In einer Gesellschaft, in der Männer beharrlich versuchen, alle Frauen, die in die letzten „Männerdomänen“ einbrechen wollen, webzubeißen, sind Schutzräume und Quoten die wichtigsten Werkzeuge, die wir haben.“

          Wegbeißen? LOL. Wenn man vom Teufel spricht:

          „New study into lack of women in Tech: It’s NOT the men’s fault
          It’s just simple mathematics, apparently“

          http://www.theregister.co.uk/2015/07/27/new_study_into_lack_of_women_in_tech_its_not_the_mens_fault/

          Aber nee, Männer sind böse. Das ist doch viel einfacher und spricht Frauen zudem von jeder Verantwortung frei. ^^

          • Ich denke, dass Ihre Denkweise etwas zu einfach ist. Natürlich stimmt es allgemein nicht, dass „Männer den Frauen die Jobs wegbeißen“, jedenfalls würde ich das nicht so extrem und so allgemein darstellen. Dennoch gibt es immer noch zu viele Beispiele, die beweisen, dass Frauen von bestimmten Berufen und Berufsgruppen weggeschreckt werden (wenn auch nicht immer direkt). (Ja, das gilt in manchen Berufsgruppen auch für Männer, aber falls Sie damit kontern wollen: das diskutieren wir gerade nicht.)
            Die Studie, die Sie vorzeigen, ist sehr interessant und deutet meiner Meinung nach im Gegenteil sogar sehr stark auf die Benachteilung der Frauen und Mädchen. Vielleicht sollten Sie über den Text hinausdenken. Was steht dort? Es liegt nicht daran, dass die Männer die Interessierten abschrecken, es liegt daran, dass die Mädchen nicht genug Mathe können (die Studie erklärt das damit, dass Sie Mathe freiwillig abwählen). Sollte man sich dann nicht fragen, wieso Mädchen nach der gleichen Schulausbildung wie Jungs kein Mathe können oder wieso sie es eher abwählen als Jungs?
            Ich bin mir sicher, sogar Sie werden eingestehen, dass man sich das Leben zu leicht machen würde, wenn man erklären würde, dass „Mädchen einfach kein Mathe können“. (Erstens gibt es massiv Gegenbeispiele, zweitens ist das in etwa wie zu behaupten „Männer können nicht zuhören“ – da würden Sie doch protestieren?)
            Demzufolge muss es eine andere Erklärung geben und ich denke, dass sich relativ klar zeigt, dass die Gesellschaft Mädchen darauf vorbereitet, Frauen zu sein, und die brauchen / können nun mal kein Mathe. Als junges Mädchen Mathe zu können und sich dafür zu interessieren ist grundsätzlich unüblich, rar, unmädchenhaft, merkwürdig und unnormal. Logischerweise wollen Mädchen das nicht sein, daher wenden sie sich „mädchentypischeren“ Bereichen zu. Und wer diktiert die gesellschaftlichen Normen? In unserer heutigen Gesellschaft, das müssen auch Sie doch zugeben, doch hauptsächlich Männer. Und selbst wenn es Frauen wären, worauf ich hinaus will, ist, dass das Problem zwar nicht von den Männern allein verursacht wurde, aber auch keineswegs von den jungen Mädchen, wie Sie anzudeuten scheinen. Daraus kann man doch eindeutig folgern, dass man versuchen müsste, Mädchen Mathe schon früh näherzubringen, anstatt zu sagen : „Das können die halt einfach nicht!“
            Versuchen Sie also doch einfach, ein paar von Ihren Vorurteilen loszuwerden, das würde mit Sicherheit einigen das Leben erleichtern und eine etwas bessere Zukunft schaffen.

          • Sollte man sich dann nicht fragen, wieso Mädchen nach der gleichen Schulausbildung wie Jungs kein Mathe können oder wieso sie es eher abwählen als Jungs?

            Und das in einem Schulsystem, das Mädchen ohnehin schon massiv bevorteilt. Seltsam – oder vielleicht doch nicht? Seltsam wäre es nämlich nur dann, wenn die Begabung für Mathe tatsächlich gleich über die Geschlechter verteilt wäre, das ist sie aber nicht, hier ist das linearere männlichere Gehirn etwas im Vorteil.

            Demzufolge muss es eine andere Erklärung geben und ich denke, dass sich relativ klar zeigt, dass die Gesellschaft Mädchen darauf vorbereitet, Frauen zu sein, und die brauchen / können nun mal kein Mathe.

            Jeder braucht Mathe. Das weiß auch „die Gesellschaft“. Aber nicht jedem liegt es.

            Als junges Mädchen Mathe zu können und sich dafür zu interessieren ist grundsätzlich unüblich, rar, unmädchenhaft, merkwürdig und unnormal.

            Timpf. Ein Talent für Mathe ist bei beiden Geschlechtern selten. Unnormal ist es aber keineswegs. Es ist quasi eine Form von Begabung, mehr aber auch nicht.

            Und wer diktiert die gesellschaftlichen Normen? In unserer heutigen Gesellschaft, das müssen auch Sie doch zugeben, doch hauptsächlich Männer.

            Das ist nun schon hochgradiger Unfug. Gesellschaftliche Normen werden definitiv nicht hauptsächlich durch Männer bestimmt, sondern durch die Gesellschaft, die wiederum überwiegend aus Frauen besteht. Die zudem auch kommunikativer sind.

            Daraus kann man doch eindeutig folgern, dass man versuchen müsste, Mädchen Mathe schon früh näherzubringen, anstatt zu sagen : „Das können die halt einfach nicht!“

            Ich folgere eher, dass das Schulsystem wieder fairer werden muss, dass Förderung von Talenten und Interessen abhängen sollte und nicht vom Geschlecht. Versuch doch bitte, ein paar von deinen Vorurteilen loszuwerden, das mag dann einigen Menschen das Leben erleichtern und eine etwas bessere Zukunft schaffen. 🙂

      • Du hast recht, tut mir leid, Helge. Ich hätte meine falsche Meinung auf keinen Fall zum Ausdruck bringen solllen…

        • Doch. Allerdings ist es deinerseits vielleicht doch ein klein wenig heuchlerisch, jetzt durch die Blume zu verlangen, dass ich sie entweder teile oder ihr zumindest nicht widerspreche, wenn ich sie für falsch halte.

          • Du kannst sie für falsch halten, immerhin habe ich schon bemerkt, dass wir unterschiedlicher Meinungen sind. Ich kann verstehen, warum du das nicht gut findest, was aber noch lange kein Grund ist, Meinungen anderer Personen als diese nicht zu akzeptieren. Ich finde es wichtig, bei gewissen Aussagen bestimmen zu dürfen, ob sie für einen selbst richtig oder falsch sind. Wir beide sind unterschiedlicher Meinungen, was okay ist – ich akzeptiere deine Meinung und du kannst machen was du willst. Vielleicht wäre es einfach schöner gewesen, wenn du meine Aussage mit ein paar von deinen Gedanken konfrontiert hättest, anstatt so einen ’sarkastischen‘ Satz zu bringen. Eventuell wäre ich dann auf Dinge gekommen, an die ich vorher gar nicht gedacht habe.

          • Ja, ich hätte auch einfach schreiben können, dass die Einrichtung von Schutzzonen nur weitere Probleme schafft, anstelle welche zu lösen. Nur für mich ist das so offensichtlich, dass ich im Umkehrschluss davon ausgegangen bin, dass du FÜR Schutzzonen bist. Ich sehe nun, dass es dir wohl eher um die Wahlfreiheit ging, quasi: Lasse machen, wird schon nicht schaden. Dies ist jedoch zu kurz gedacht. Die Einrichtung von Schutzzonen impliziert immer ein vorhandenes Schutzbedürfnis gepaart mit einer vorhandenen oder zumindest potentiellen Gefahrensituation. Wenn man also solche Zonen einrichtet, wird der einen Seite suggeriert „Du brauchst Schutz, da ist eine Gefahr.“ und der anderen Seite: „Man fürchtet euch. Ihr seid eine Gefahr.“ Ich drücke das jetzt ein wenig überspitzt aus, aber ich hoffe, man erkennt das Problem jetzt besser. (Schau dir beispielsweise mal den Kommentar von ICKE an. Sie denkt wirklich, dass diese Schutzzonen unbedingt erforderlich seien, obwohl die Frauen, die tatsächlich MINT-Fächer studieren, zumindest hier im Blog etwas anderes sagen.)

            Und noch etwas: Ich akzeptiere andere Meinungen immer. Ich bin jedoch keineswegs verpflichtet, sie zu teilen, und ich habe das Recht, ihnen zu widersprechen. Das Gleiche gilt auch für dich und jeden anderen hier im Blog. 🙂 (Gibt natürlich Ausnahmen bei Rassismus, Nazismus etc. Auch hier muss ich zwar akzeptieren, dass solche Ansichten existieren, aber ich kann sie natürlich schon aus rechtlichen Gründen nicht stehen lassen.)

    • Wäre eine reiner Männerstudiengang „Grundschullehrer“ auch ok? Ich halte von dem separate but equal Zeug nichts. Das hat nichts mit Schutzzonen zu tun, das ist Diskriminierung. Und zwar im Wortsinne.
      Busse nur für Weisse? Es sollte jedem Weissen selbst überlassen sein, ob sie solche Dinge annimmt oder nicht. Ist doch Krampf, oder?

  5. Wow, diese Frauenstudiengang-Idee macht mich fassungslos. Ich bin eine Frau, studiere Informatik an der RWTH und schreibe gerade als eine(r) der Jahrgangsbesten an meiner Bachelorarbeit. Ich erzähle das nicht, weil ich so unglaublich stolz darauf bin, dass ich es jedem unter die Nase reiben muss. Ich erzähle es, weil offenbar viele Leute, gerade auch im Bildungsbereich, davon überzeugt zu sein scheinen, dass Frauen entweder
    a) nicht gut sind im naturwissenschaftlich/technischen Bereich und Unterstützung brauchen.
    b) Angst vor den männlichen „Nerds“ haben, die dort eventuell zu finden sein können.
    c) insgesamt verhätschelt werden müssen, indem man versucht, alles nur auf sie auszurichten.
    Soweit ich weiß, ist das Männer-Frauen-Verhältnis in der Informatik an meiner Universität 4.5 : 1. Den meisten Studierenden macht das allerdings zumindest im Bezug auf das Miteinander Lernen und auf das Miteinander in der Vorlesung sitzen wenig aus. (Dass ich manchmal gern mehr Freundinnen hätte, um mal Shoppen zu gehen oder, ganz Un-Informatiker-mäßig die Fingernägel zu lackieren – bzw. dass viele Männer nichts dagegen hätten, eine Informatikerin zu treffen, die noch nicht vergeben ist – lassen wir mal außen vor.) Es geht mir um den Studiums-Alltag, der bei uns ausgefüllt ist mit Projekten, Vorlesungen, Abgaben und jeder Menge Prüfungen. Mein Vorwissen oder mein Fleiß unterscheidet mich nicht von meinen Kommilitoninnen – und wir unterscheiden uns als „Gruppe“ dahingehend nicht von unseren Kommilitonen. Ich bin noch nie in Lerngruppen oder in Veranstaltungen deswegen benachteiligt oder aber auch bevorzugt worden, weil ich zufällig eine Frau bin. Meine Lerngruppe lernt mit mir für Klausuren, weil wir alle unterschiedliche Spezialgebiete haben, in denen die jeweils anderen von dem speziellen Wissen profitieren können. Und wir sind ein gutes Team, weil wir auch außerhalb des Lernens was miteinander unternehmen können, denn zufällig erfülle ich in diesem Punkt das Informatiker-Klischee, dass ich ein Gamer – oder korrekt, eine Gamerin – bin. Mir hat es viel gebracht, dass ich von Anfang an „alle“ Studentinnen und Studenten gleichermaßen kennen lernen konnte (von „wirklich alle“ kann in Vorlesungen mit 700 Leuten nicht die Rede sein). Mit dem Studium habe ich mit 19 begonnen, und man erwartete von mir, dass ich in diesem Alter entscheiden kann, welche Berufsrichtung ich erlerne bzw. welches Wissen ich weiterhin als Grundstein für meine späteren berufliche Karriere erlernen möchte. In diesem Alter sollte man auch soweit sein, dass man die „Hihihi, Brüste!“ bzw. „Iiieh, ein Kerl“-Phase überwunden hat.
    Auf den Punkt gebracht: weder bin ich als Frau bevorzugt oder benachteiligt worden oder habe dies bei Kommilitoninnen bemerkt, noch unterscheide ich bzw. unterscheiden wir Frauen uns von unseren Kommilitonen in Bezug auf unser Studierverhalten. Die Frauen-werden-anders-behandelt – Problematik ist bei mir und in meiner Umgebung (und ich lehne mich nicht zuweit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass sie es auch kaum in meinem Studiengang sein dürfte) überhaupt kein Thema. Ich bin es aber Leid, dass sozusagen „von oben“ Studiengänge geschaffen werden (oder Projektgruppen, oder Kurse, oder oder oder…), die zutiefst rückschrittlich sind. Die Frauen, die sich nicht für ein Informatik-Studium entscheiden, scheuen entweder die hohe Arbeitslast – und das tun sehr viele Männer auch, was daher nicht geschlechtsspezifisch ist! – oder aber sie haben schlichtweg kein Interesse. Und das ist auch beides völlig in Ordnung so! Falls man mehr Frauen in den naturwissenschaftlich/technischen Fächer haben möchte, funktioniert es vielleicht über mehr geschlechtsspezifische Vorbilder, aber jedenfalls nicht darüber, zu sagen, „ihr seid ja Frauen, da braucht ihr erst mal mehr Grundausbildung, die haben die Männer ja schon“. Als ob etwaige Probleme in Bezug auf Grundausbildung, Lernen, Wortbeiträge in den Vorlesungen oder Übungen etc., gerade auch im folgenden Studium bzw. im Berufsleben, dadurch verringert werden könnten, dass man Frauen erst mal von den Männern abschirmt! Ganz falsche Idee! Meiner Meinung nach, und sie passt zu meinen Wahrnehungen, entsteht diese Frauen-vs-Männer-Problematik überhaupt erst da, wo sie durch solche oder ähnliche Maßnahmen geschaffen wird…

    • „Ich bin eine Frau, studiere Informatik an der RWTH …“

      Glückwunsch! Mit einem Abschluß von dort ist einem ein Job sicher. Aber in der Informatik eigentlich auch sonst.

      „Ich bin noch nie in Lerngruppen oder in Veranstaltungen deswegen benachteiligt oder aber auch bevorzugt worden, weil ich zufällig eine Frau bin.“

      Das hört man von den Frauen, die wirklich Informatik oder Ingenieur studieren und nicht nur darüber reden oder schreiben, immer wieder. Ich habe mal von einer gesagt bekommen, sie fühlte sich unter den Kerls deutlich wohler als vorher in einem reinen Frauenstudiengang (Sprachen): die Kerls sind etwas direkter und ruppiger, unter den Frauen war sie aber viel mehr durch ewige Zickereien genervt. Kommt wohl auch auf die konkreten Personen an, auf die man trifft.

      „Ich bin es aber Leid, dass sozusagen „von oben“ Studiengänge geschaffen werden (oder Projektgruppen, oder Kurse, oder oder oder…), die zutiefst rückschrittlich sind.“

      Ich habe von Theorien gehört, wonach Frauen typischerweise eine etwas andere Didaktik bräuchten als Männer. Nun ist aber die Hochschuldidaktik nach meinem Wissensstand sowieso ziemlich unterentwickelt, von daher glaube ich dieses Argument nicht so richtig.

      Die Leute, die „von oben“ entscheiden, sind nach meinem Eindruck oft fachfremde, ideologisch geprägte Politiker(innen), am besten mit einem Studium der Politologie o.ä. Bei denen kommen 2 Dinge zusammen:
      1. ein Neidkomplex, weil diesen Ingenieuren die Jobs ja nur so hinterhergeworfen werden. Damit ist 100% eindeutig gezeigt, daß **eigentlich** ganz viele Frauen Talent und Interesse an Ingenieurberufen haben.
      2. blinder Glaube an jede Gruselstory, wo irgendwann mal eine Frau erzählt hat, sie fühlte sich im Studium diskriminiert. Und damit ist eindeutig gezeigt, daß die Frauen strukturell benachteiligt und im Studium gemobbt werden.
      Womit bewiesen wäre, daß Frauenstudiengänge zwingend notwendig sind. q.e.d.

      „…entsteht diese Frauen-vs-Männer-Problematik überhaupt erst da, wo sie durch solche oder ähnliche Maßnahmen geschaffen wird…“

      Sehe ich auch so, allerdings ist das ein Henne-und-Ei-Problem. Den Teilnehmerinnen wird durch das Konzept des Studiengangs implizit dauernd vermittelt, sie bräuchten den Schutz vor den bösen Männern. Umgekehrt ziehen solche Studienangebote vor allem Frauen an, die glauben, besser vor Männern geschützt zu sein.

      Ich würde diese Frauenstudiengänge andererseits nicht überbewerten. Von der Kapazität her machen sie nur einen Bruchteil aller Studienplätze aus, und es gibt esies vermutlich nur an Fachhochschulen.

    • Also ich bin froh das meine Fachhochschule nie auf eine solche Idee gekommen ist. Habe vor einem Jahr mein Wirtschaftsinformatikstudium begonnen und war von ca 30 studierenden die einzige Frau in meiner Vollzeitklasse. Eine reine Frauenklasse währe also ziemlich langweilig gewesen 😉

      Hatte vor dem ersten Tag zwar schon ein wenig bammel da ich keinen kannte und nicht der typische „Informatikstudent“ bin, komme nicht wirklich aus der technischen Richtung, abgesehen das ich Mathe toll finde :). Als wenn es typische Studenten für eine Richtung gäbe… Mich hat mehr beunruhigt das ich niemanden kenne als das es eine Klasse voll Männern ist.
      Ich habe die gleichen guten Erfahrungen wie du gemacht. Wir wurden alle gleich behandelt. Und es hat sich auch keiner genervt wenn ich mal etwas nicht verstanden habe. Sogar das Gegenteil, sie haben sich bemüht es mir verständlich zu machen. Auf der anderen Seite habe ich auch meine starken Fächer in denen andere Probleme haben. Eine Hand wäscht sozusagen die andere. 🙂

      Vielleicht gibt es Frauen die sich Geschlechter getrennten Unterricht wünschen für den Anfang. Ist auch in Ordnung. Das Problem sehe ich bei der Zusammenführung der beiden Klassen. Lerngruppen, etc haben sich schon gebildet und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man dann einfach nebeneinander studiert als miteinander.

  6. Wie langweilig ist denn bitte so eine Vorlesung, wenn da keine Jungs sind?!
    Also wirklich… Nicht sehr durchdacht die Idee…

    • Ich habe einen „Frauen-Studiengang“, eine moderne Philologie, für die sich nur sehr wenige (hetero…)-Männer einschreiben, vielleicht 5%? Und ich finde es jetzt nicht so schlimm. Ich finde es schade, dass sich generell so wenig Leute für unseren Studiengang interessieren, aber dann ist es halt so. Zwingen kann man ja zum Glück keinen.

      • Ach… ich dachte da weniger an die fachlichen Belange…
        Es war mehr ein Witzkommentar.

        Ich glaube, ich hätte in der 13 keine einzige Stunde Religion (7. Stunde Freitag) besucht, wenn ich nicht neben dem Typen hätte sitzen dürfen, den ich damals heiß fand… Ich hab zwar heute keine Ahnung mehr von Schulstoff, aber war wenigstens anwesend.

        • Ich mag Jungs einfach viel zu sehr, als dass ich irgendwo sein wollen würde, wo man sie grundsätzlich ausschließt…

          • Also würdest du auch meinen Studiengang nicht machen, weil Jungs den einfach nicht machen wollen? Oder gilt das nur bei „zwangs-Ausschluss“ 😉

          • Weiß ich nicht. Ich würde gar nicht studieren in der heutigen Zeit, sondern ein Handwerk lernen…
            Was macht man denn mit Philologie?

          • Man kann alles mögliche machen. Mein „Traumberuf“, den ich mir wünschen würde im nächsten Jahr anzufangen, ist zum Beispiel eine Beamtenposition im Höheren Dienst. Für solche Positionen braucht man einen Hochschulabschluss (Bachelor geht nicht, muss schon Master oder der alte Magister etc. sein), aber das Fach ist häufig völlig egal. Ich möchte jetzt nicht ganz genau sagen, was mein „traumberuf“ ist (ist recht speziell), aber ähnliche Sachen wären zum Beispiel Laufbahnen im Auswärtigen Amt und bei ähnlichen Institutionen.

          • Naja, wenn ich so einen Posten in Aussicht hätte, würde ich es vielleicht auch studieren, aber ansonsten eher nicht.
            Ich bin wirklich eher für die „Jungenfächer“ zu haben…

  7. Häää? Das klingt ja fast wie „Wandern für Senioren“ oder „Laufsport für Sehbehinderte“.
    Naja, es gibt ja auch extra Strick- und Kochkurse für Männer, die auch fleißig genutzt werden – warum sollte es nicht auch junge Frauen geben, die sich für diesen Studiengang interessieren ^^‘ Ob die allerdings dann mal viele Jobangebote bekommen, ist fraglich … Und „Grundlagen der Mathematik“ etc. … sehr schmeichelhaft. Womit wird denn begründet, dass die das brauchen? Dass sie sie schon wieder vergessen haben, oder dass sie in der Schule nicht aufgepasst haben? Warum da Emma & Co nicht auf die Barrikaden gehen …?

  8. Ich stimme Helge in SEHR vielen Punkten nicht zu.
    Aber in diesem Fall bin ich seiner Meinung. Wer Abi hat, und sich für einen Naturwissenschaftlich-Technischen Studiengang entscheidet, sollte mehr oder weniger auf dem Stand seiner Mit-Studienanfänger sein, dafür sollte die Schule ja gesorgt haben. Und klar ist das Studium hart, aber jeder, der sich einschreibt, ist ja offensichtlich bereit dazu, viel zu lernen.

    Ich habe viele furchtbar dämliche Leute an der Uni kennengelernt, und das war sehr unabhängig vom Geschlecht. Eine Gruppe Mädels, die sich einer unterrichtenden Praktikantin (die ziemlich normal-okay unterricht gemacht hat, wir haben Profs die langweiliger sind) gegenüber so respektlos verhalten hat, dass ICH großen Respekt hatte, dass sie nicht heulend raus ist… AN DER UNI! Ich sehe da im Verhalten eigentlich wirklich keine großen Unterschiede mehr. In den meisten Fällen studiert man immer mit einer handvoll A***-löchern zusammen, aber die können genauso gut weiblich sein.

    • Vor allem fragt sich sicher so mancher Mann, warum zum Geier er keine Extra-Förderung erhält. Es soll nämlich durchaus so sein, dass auch Männer (und zwar sehr viel mehr, da es insgesamt z.B. in der Informatik nun mal mehr davon gibt) Probleme bei Höherer Mathematik haben. Wieso man sich nicht dazu enschließt, Zusatzkurse für Studienanfänger und -anfängerinnen zu geben, die meinen, diese zu benötigen, ist mir schleierhaft.

      • Sowas gibt es doch. Praktisch jede Uni bietet vor dem Wintersemester Wiederholungskurse für den Schulstoff an, an denen die Erstsemester der entsprechenden Studiengänge freiwillig teilnehmen können…

        • ja, eben 🙂 aber wozu dann die Extra-Kurse für Frauen? Offenbar hat die betreffende Uni nincht begriffen, dass wir alle Menschen sind und unsere Vorbildung nichts mit dem Geschlecht zu tun hat, sondern vielmehr auf der Schule, an der wir Abitur machten.

  9. Hmm, klingt für mich irgendwie nach einem unterschwelligen „Frauen verstehen den Kram nicht so gut wie Männer und brauchen deshalb Sonderförderung“. Keine Ahnung, was ich davon halten soll.

    Ich studiere selbst Informatik und bei meinem Studienbeginn waren außer mir ca. 1/4 meines Studiengangs weiblich. Dass Frauen in irgendeiner Form im Nachteil waren, hab ich aber nicht gemerkt. Es gab einige Studenten und Studentinnen mit viel Vorwissen, aber auch viele mit wenig Vorwissen, die trotzdem zurechtgekommen sind. Abgesprungen sind auch viele, gerade in den Anfangssemestern, weil sie gemerkt haben, dass das Thema doch nichts für sie ist. Ob das in einem rein weiblichen Studiengang anders gewesen wäre, wage ich zu bezweifeln. Die Themengebiete bleiben ja trotzdem gleich.

    Ich finde es immer seltsam, wenn Feminist(inn)en davon reden, dass Frauen in MINT Studiengängen ja angeblich ach-so-sehr diskriminiert werden, weil ich selbst als Frau diese Erfahrung einfach nie gemacht hab. Meine Mutter, die ebenfalls Informatikerin ist, übrigens auch nicht. Ich hab aber gemerkt, dass sich viele Frauen einfach nicht für diese Themen interessieren und da wird man wahrscheinlich durch noch so viele Förderprogramme nichts dran ändern können.

    • Genau meine Meinung und genau das, was ich auch erlebe 🙂

    • Ich war lange an einer Mädchenschule, die ansich super war, von Pädagogik her und so weiter (man sollte sagen, es war eine katholische Schule). Okay, drei Jahre. Aber mir gefallen gemischte Schulen echt besser. Da gibt es einfach weniger Streit, etc.
      Ich weiß nicht, wie das im Studium ist, aber zumindest schulisch habe ich Erfahrung.

  10. Ich frage mich grade, wozu man das braucht. Klar, Mnner sind besser im mathematischen, aber es gibt eben auch Ausnahmen und Männer könnten das genauso brauchen, teilweise. Eigentlich haben beide Seiten eine Benachteiligung davon, wenn ich es mal ehrlich sagen darf. Die Frauen, weil es einfach ein mieses Frauenbild ist, schließlich sind wir nicht doof und haben im Durchschnitt sogar den höheren IQ (auch, wenn das nichts mit Lernen zu tun hat) und Männer werden schon wieder ausgegrenzt.

    GLEICHBERECHTIGUNGSFAHNE HOCH!!!
    … Achso! Die gibt’s ja noch gar nicht…

    • und haben im Durchschnitt sogar den höheren IQ

      Nein, der IQ ist von den Anforderungen her so gelegt, dass der Durchschnitt bei beiden Geschlechtern exakt 100 ist. Siehe dazu auch mein Blogpost zu den Geschlechtsunterschieden.

      • Wer wirklich glaubt, dass IQ = Intelligenz, der ist nicht sehr intelligent. Gibt doch genug Studien darüber, dass diese Tests für weiße Stadtbewohner gemacht sind, oder so in der Art. „IQ“ ist so eine bescheuerte Maßeinheit!

        • Nein, der IQ ist ein Messwert. Nicht mehr und nicht weniger. Und für das, was er messen soll, ist er durchaus geeignet. (Nachtrag: Er mißt nicht wirklich Intelligenz per se, sondern eher die Befähigung zur Lösung bestimmter Problemkategorien.)

          Die Studien, die belegen sollen, dass der IQ-Test (Von denm es ja dutzende verschiedene Versionen gibt.) nur für weiße Stadtbewohner sein sollen, würde ich gerne sehen. Es ist natürlich richtig, dass der IQ-Test bei stark abweichenden kulturellen Gegebenheiten auch entsprechend modifziert sein muss, aber wer das nicht begreift, der begreift den Hintergrund und Aufbau des Tests selbst nicht. 😉
          Nebenbei, Asiaten erreichen bei Standardtests im Durchschnitt 5 bis 7 IQ-Punkte mehr als weiße Europäer und Nordamerikaner. Liegt das daran, weil sie in Wahrheit weiße Stadtbewohner sind? XD

          Und Anni, dein Eingangssatz war eine Rabulistik: „Wer nicht meiner Meinung ist, der ist doof.“ Sowas hast du nicht nötig.

          • Okay, dann misst der IQ-Test die Befähigung zum Lösen bestimmter Problemkategorien. Und jetzt? Was ist die praktische Aussage? Das habe ich noch nicht verstanden. Diese 5 bis 7 Punkte mehr, wirken die sich irgendwie aus? Unser Leben wird von so vielen Faktoren bestimmt. Wer bei diesem Test 140 Punkte erreicht und es wegen einer Depression morgens nicht aus dem Bett schaft, bekommt trotzdem keinen gut zahlenden Job. Genauso wenig will niemand mit einem hochintelligenten Arsch befreundet sein, und so weiter und sofort. Natürlich sehe ich ein, dass jemand, der z.B. nur 85 erreicht, besser im Leben zurechtkommt, wenn er vielleicht bestimmte Förderung bekommt. Aber ansonsten? Was macht dieser Test? Legitimation von Arroganz? Also, würde mich wirklich interessieren. Ich habe noch nie einen IQ-Test gemacht, und hatte auch noch nie das Gefühl, ich müsste einen machen, und dann hätte ich irgendwie mehr über mich erfahren.

          • Der IQ-Test wird manchmal bei Einstellungtests gemacht. Ich hatte zum Beispiel einen vor der Zulassung zur Spezialschule. Dort gab es später noch einen weiteren, ich vermute aber, dass der zweite mehr damit zusammenhing, dass die Universität Rostock uns als Ressource für irgendeine Sudie mißbrauchte. Als ich mich bei der Bundeswehr für eine Offizierslaufbahn bewarb, wurde ein weiterer gemacht. Bin aber dann doch kein Offizier geworden. 😉

            Was bringen Sie? Nun sie messen eine Eignung für die Lösung bestimmter Problemkategorien. Wenn du also einen hohen IQ hast, hast du zum einen das keineswegs schlechte Bewußtsein, „nicht doof zu sein“ – es kann also hilfreich fürs Ego sein, und zum anderen weißt du und u.U. die Körperschaft, die den Einstellungstest organisiert hat, in welchem Ausmaß du Probleme lösen kannst. I.d.R. ist es ja tatsächlich so, dass ein höherer IQ auch zu einer zeiteffezienteren Arbeitsweise führt. (Wer ein Problem schneller erfassen kann, kann es auch schneller lösen.)

            Genauso wenig will niemand mit einem hochintelligenten Arsch befreundet sein

            Eigentlich wollen die Leute nur nicht mit „Ärschen“ befreundet sein. Eine hohe Intelligenz ist eher kein Hindernis für eine Freundschaft.

            Ich habe noch nie einen IQ-Test gemacht, und hatte auch noch nie das Gefühl, ich müsste einen machen

            Dann mach keinen. 🙂 Wenn du das nicht brauchst und auch keinerlei Neugier verspürst, dann lass es.

          • Aye, werde ich wahrscheinlich auch nicht, solange es nicht ein potenzieller Arbeitgeber, zu dem ich wirklich gerne möchte, verlangt.

            Dass eine hohe Intelligenz an sich ein Hindernis für eine Freundschaft wäre, habe ich auch nie behauptet. Das wär’s ja noch^^

            Wahrscheinlich hat ein IQ-Test ungefähr die Aussagekraft von Abiturnoten… irgendwie kommt es mir doch immernoch so vor wie in diesem Comic: http://pranav.amrute.me/files/2014/02/same-test.png

          • Wahrscheinlich hat ein IQ-Test ungefähr die Aussagekraft von Abiturnoten

            Ich sehe das mit der Aussagekraft ein klein wenig anders. Aber es ist natürlich so, dass es sich um eine Information handelt, die der Einzelne im Prinzip nicht braucht. 🙂

          • „Intelligenz ist das, was man mit Hilfe von Intelligenztests misst.“
            – Professor Elsbeth Stern, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

          • @Taleweaver

            Ernsthaft? XD

          • Ähm, hallo?! Habe ich gesagt, dass Frauen deswegen intelligenter sind? Nein. Ich habe nur gesagt, dass der Durchschnitt etwas höher liegt als bei Männern. Der Gesamtdurchschnitt liegt bei 100, auch wenn die Anforderungen immer gleich sind.

          • Der Durchschnitt ist bei beiden Geschlechtern 100. Da 100 = 100 ist, ergibt die Aussage „Ich habe nur gesagt, dass der Durchschnitt etwas höher liegt als bei Männern.“ logisch betrachtet überhaupt keinen Sinn.

          • Ich kann Helge bezüglich des Messwertes nur recht geben. Der „IQ“ ist ein Messwert. In der Sonder- / Förder- / Heilpädagogik dient er führ viele Diagnoseverfahren als Referenz und soll die Schüler u.a. vergleichbar machen. Mit „Intelligenz“ im Sinne von Wissen hat er nichts zu tun. Der IQ soll die kognitive Leistungsfähigkeit darstellen, die z.B. notwendig ist, um eine Lernbehinderung oder geistige Behinderung festzustellen oder eine Teilleistungsstörung (Legasthenie / Dyskalkulie) von einer Teilleistungsschwäche (LRS / Rechenschwäche). Neben dem IQ werden dabei aber auch noch allerlei weitere Referenzwerte und Werte ermittelt.

            Davon ab ist der IQ-Wert in dieser Pädagogikspate sehr stark unter Kritik (nicht zuletzt wegen der Inklusion). Hauptgrund ist dafür, dass der berechnete IQ nach der ICD10 und ähnlichen Katalogen ein defizitorientierter Wert ist und eben nichts über die tatsächliche kognitive Leistung aussagt und eigentlich nicht wirklich valide ist. Nicht valide deshalb, weil man die Testverfahren bzw. die darin enthaltenen Übungen…
            1. üben kann
            2. es stark auf den aktuellen psychischen, physischen sowie emotionalen Zustand des Geprüften ankommt. Wer morgens bessere kognitive Leistung erbringen kann, wird einen besseren IQ haben als wenn der den Test am Abend macht.
            3. es gibt etliche IQ-Tests basierend auf unterschiedlich komplexen Aufgaben. Der eine beruht aus Bildern und Formen, der nächste vorwiegend aus Rechenaufgaben. Zudem testen manche IQ-Tests auch die Wahrnehmung (was z.B bei den Teilleistungsstörungen /-schwächen relevant ist. Als Beispiel die Verarbeitung von Raumwahrnehmung: Fehler an dieser stelle können Ursache für das Vertauschen von „d“, „b“, „p“ und „q“ sein).

            Es gibt bereits neuere Testverfahren, die versuchen die fluide Intelligenz darzustellen. Diese bezieht sich auf differenzierte kognitive Bereiche. Aber diese Verfahren sind ziemlich umfangreich und teils auch noch nicht genügend belegt worden. Theorien, Studien sowie Verfahren vorhanden, ja. Aber eben viel Kritik.
            Wenn es an dieser Stelle nach so manchem Moralapostel gehen würde, wäre der IQ auch längst abgeschafft, da es nicht im Sinne des inklusiven Gedankengutes liegt und der IQ ein Hindernis für die Inklusion darstellt. (einmal davon ab, dass ohne ihn viele niemals ihre Förderstunden und -mittel bewilligt bekommen würden, aber nun ja…Krankenkasse, Politik, Idealismus und Bürokratie… lang leben sie alle.)

            Und zum eigentlichen Thema: Genderkacke. Wenn man so vorgeht müsste an der EUF (wo ich studiere) sowas für Männer eingerichtet werden. Dort sehen Seminare und Vorlesungen so aus, dass man den männlichen Teil an ein, maximal zwei Händen abzählen kann (bei 30 bis 350 Studenten). Und was wäre dann mit Homosexuellen? Brauchen die dann auch noch mal eigene Semester aufgeteilt? Es ist einfach quatsch. Anstelle Gelder in so unnötige Hochschulprojekte zu stecken, sollte das Geld lieber in die Schulen fließen. Die brauchen neues und aktuelles Lernmaterial, müssen sich den „heterogenen“ Lerngruppen anpassen, benötigen mehr Lehrkräfte, sowohl fachliche als auch in sonderpädagogischen Gebieten spezialisierte und Sozialpädagogen. Und es ist meiner Meinung nach eher ein gesellschaftlicher Rückschritt, wenn es zur Geschlechtertrennung kommt. Hatten wir bereits alles. Es muss nicht zwangsläufig schlecht sein, aber es passt nicht in das Gesellschaftsbild, dass sich in Deutschland und anderen Ländern ausbreitet. Stichwort: Heterogenität, Inklusion, Chancengleichheit, Gleichberechtigung.
            Meines Erachtens nach geht es gegen all diese so hoch angepriesenen Begriffe, wenn Lerninstitutionen homogene Lerngruppen schaffen und somit einen Sonderstatus aufdrücken.

            (Tippfehler bitte ignorieren, es ist spät, Touchscreens sind nicht so meins und ich begebe mich jetzt in die Horizontale. Gute Nacht. 😉 )

  11. Den Studiengang würd ich genau deswegen schon nicht nehmen >_>
    ich hab 9 jahre mädchenschule hinter mir und habe es die letzten jahre echt bereut..
    sitze jetzt in der berufsschule und da ist zum glück wieder gemischt, kann zwar auch anstrengend sein,
    aber das liegt am alter und ist mir persönlich lieber als nur von frauen umgeben zu sein…
    wenn ich also zu diesem thema etwas beitragen kann, dann dass man bitte nicht alles nach geschlechtern aufteilen soll,
    was es nicht nötig hat^^

  12. Die Hochschule steht nicht alleine da, auch an meine Hochschule gibt es einen Studiengang mir für Frauen: http://www.hs-furtwangen.de/studiengaenge/fakultaet/wirtschaftsinformatik/wirtschaftsnetze-ebusiness-bachelor.html
    Ich habe mich auch schon oft gefragt, ob das sein macht

    • Verklickt…
      Ob das Sinn macht. Zumal die Arbeitswelt später auch zu einem Großteil aus Männern bestehen wird (zumindest in diesem Berufen). Es ist dann doch sicher besser doch als Frau schon früh in so ein Umfeld zu begeben, nach dem Studium zu merken, dass man nicht damit zurecht kommt ist doch etwas spät…

  13. Und wieder das leidige Thema Frauenstudiengänge. Ich kann es nicht mehr hören. Ich habe Informationstechnik studiert. Ja ich hatte fast nur männliche Kommilitonen. Ja es war nicht immer leicht. Aber hey, im Berufsleben einer Ingenieurin ist es doch nicht anders. In meiner Abteilung gibt es auch nur männliche Kollegen. Und wer denkt, Männer an der Uni in Ingenieursstudiengängen wären anstrengend, der sollte mal an eine technische Berufsschule gehen. Wer es als einziges Mädchen in einer solchen Klasse geschafft hat, dem machen die wesentlich reiferen männlichen Kommilitonen definitiv nichts mehr aus.
    lg
    elenor

  14. Sorry!
    Ich vermeine, mich zu erinnern, das es einmal ´normal´ war, getrennten Unterricht für beide Geschlechter durchzuführen. In den höheren Klassen hieß das für die Mädchen – Lyzeum, für die Jungen – Gymnasium…
    Will man dorthin wieder zurück?
    Wie war eigentlich die Begründung, dafür das man ab irgendwann beide Geschlechter in Klassen zusammenbrachte um sie gemeinsam zu unterrichten?
    Und wie war der Weg bis zu der Erkenntnis das man dies tun könnte?

  15. Mensch, da könnte ich als weibliche ITlerin nicht so viel essen wie ich … nun ja.
    JA, man steht als FRAU auf verlorenem Posten, wenn man sich in solche Gebiete begibt. In der Ausbildung wohl noch mehr als im Studium. ABER!!! Das wird im Berufsleben – ACHTUNG – NICHT anders. Warum dann nicht gleich auf die Wirklichkeit loslassen? Wer damit nicht klarkommt, wird auch nach 2 Jahren „Mädchenstudium“ die Flinte ins Korn werfen. Und dann schon davon ausgegangen wird, dass nur Frauen Nachholbedarf in den Grundlagen hätten, find ich eine absolute Frechheit. Wer sich für das Studium entscheidet, sollte das entsprechende Interesse (und Grundverständnis, verdammt noch mal!) an der Materie haben! Wer nicht bereit ist, den Kram nachzuholen – Jungs wie Mädels – weil er da halt nur 6*5 die Woche Bock drauf hat, sollte evtl. seine Motive mal beleuchten oder aus Eigeninitiative heraus einer Lerngruppe beitreten. Ah ja, das erfordert ja wieder Zeit und überhaupt: Da könnten ja Jungs bei sein!

    AAAAARGH!!!

    Ich war verdammt noch mal allein in meiner Berufsschulklasse, reduziert man mich auf mein Geschlecht. Aber verdammt noch mal, die Berufsschule war nicht deshalb scheiße, sondern weil die Berufsschullehrer keinen Plan hatten und sich nen ruhigen machen wollten. Mit meinen Kollegen komme ich bis heute sehr gut klar. Man bekommt ein etwas dickeres Fell, nimmt nicht mehr alles so persönlich (wie es viele Frauen wohl auch meinen würden) und wer es vorher noch nicht wusste, begreift dann vielleicht auch, dass es in sachlichen Diskussionen, in denen es um technische Belange geht, kein männlich oder weiblich gibt. Es sei denn, die Diskussion handelt von USB-Steckern, Herr im Himmel!

    So, genug aufgeregt. Spühlwasser ist fertig. Maaaaaan!

    • Willkommen im Klub der einsamen Mädels der Berufsschule, auch böse „Quotenfrau“ genannt. Wollen wir eine Selbsthilfegruppe gründen? In Zeiten von Frauenstudiengängen können wir ja nur verrückt sein. *g*

      • Gern. Gut, dass man bekloppt ist, kriegt man ja oft gesagt, dafür reichen andere Kleinigkeiten. Aber offensichtlich scheinen wir nicht ganz richtig zu sein. Wir hätten eigentlich gar nicht bestehen dürfen. Vielleicht sind wir ja auch schwerst traumatisiert und wissen es nur nicht?! Man weiß es nicht …

        Ehrlich gesagt wurden mir nie „böse“ Spitznamen zuteil. Das was dem am nächsten kam war „Frau“. Weil ich halt die einzige Frau war. Mein Geschlecht entsprach also einem eindeutigen Erkennungsmerkmal und wurde teilweise eben auch so genutzt. Aber wie gesagt: Man nimmt ja nur noch wenig persönlich und wird ziemlich locker, in dieser Beziehung. Aber da war nichts bei, was böse gemeint war.

        • Traumatisiert? So hab ich das noch garnicht gesehen. Und offen böse waren die Kommentare auch selten, das ging meist eher um die Ecke. Jungs/Männer könnenuntereinander verdammt gut lästern, auch wenn man das immer den Mädchen/Frauen zuschreibt.
          Aber man nimmt nach so einer Erfahrung wirklich so gut wie nichts mehr persönlich und ignoriert auch vieles anderes.

          • Lästern ist ne Sache, die der Mensch gut kann. Jungs können auch Rumzicken und andere Verhaltensweisen an den Tag legen, die man ihnen so jetzt nicht zuschreibt. Was man da so beobachten kann, wenn man quasi „die fremde böse Meute“ infiltriert, war schon witzig. Im Allgemeinen hat es mich in meiner Ansicht bestärkt: In erster Linie ist man mal Mensch. Und danach, irgendwann, hat man auch ein soziales Geschlecht. Aber in erster Linie ist man Mensch.

    • Wo so ein gesonderter Studiengang vielleicht Sinn gemacht hätte:
      – Für Leute, die vielleicht sagen, dass der Abistoff eben nicht mehr so präsent ist, weil sie nicht direkt von der Schule kommen (FSJ, Babypause, Ausbildung, whatever), um das Gedöns aus dem Abi noch mal ein Semester gemeinsam lernen zu können. Obwohl es „Vorsemester“ ja meines Wissens schon gibt.
      – Für Leute, die Deutsch als Fremdsprache haben, die dann in den erstern zwei Semestern teilweise auf Englisch unterrichtet werden und nebenher verstärkt Deutsch lernen und dahingehend auch unterstützt werden. – Obwohl man sich da ja uneinig ist, ob der „inklusive“ Ansatz da nicht vielleicht besser ist.
      – Für Leute, die halt in den Grundlagen verstärkt noch Probleme haben macht es, in meinen Augen, wenig Sinn, das bietet man besser global für alle nach den Vorlesungen an. Ja, ich weiß, nimmt viel Zeit in Anspruch, aber das wusste man vorher. Sonst wieder mein Verweis auf Vorsemester.

      Aber nach Geschlechtern zu trennen find ich einfach … Meine Steuerunterlagen trenne ich ja auch nicht nach Anzahl der Stanzlöchern, weil die mit dem Inhalt der Dokumente nix zu tun haben.

    • So, nachdem die erste Wut über diese Auswüchse verraucht sind, muss ich auch mal sagen, dass ich Feminismus an manchen Stellen immer noch sinnig und notwendig finde. Denn es gibt Bereiche, da ist Ausgleich notwendig. Zugegebenermaßen in BEIDEN Richtungen. Und zugegebenermaßen sind die Maßnahmen meist mehr ein Griff ins Klo, aber was will man machen, außer es bei der Wahl versuchen, zu berücksichtigen? Der Grundgedanke ist richtig und allein in unserem Wirtschaftssystem wichtig.

      Ein schönen Beitrag zum Thema Feminismus finde ich übrigens die Folge „Die Anstalt“ vom 28. April 2015.

      • Ich kenne die Folge. Leider ist die Darstellung dort hochgradig unkorrekt. Der dort beschriebene Pay Gap tritt nämlich nur dann auf, wenn die Frau länger als 18 Monate Mutterschaftsurlaub nimmt. Und sie verdient natürlich weniger, wenn sie nach der Babypause in Teilzeit arbeitet. Nur handelt es sich bei beiden Dingen um persönliche Entscheidungen. Das hat nichts mit Benachteiligung zu tun. Wenn ein Vater mehr als 18 Monate Vaterschaftsurlaub nehmen würde, oder er beschließt in Teilzeit zu arbeiten, dann ergeht es ihm genauso. Das muss man deswegen keineswegs in Ordnung finden, nur hat es eben nichts mit Geschlechterdiskriminierung zu tun.
        Und wenn ein Vater versucht, Elternzeit zu nehmen oder auf Teilzeit zu wechseln, so ist der Arbeitgeber dafür oft weitaus weniger verständnisvoll wie bei einer Mutter: Männer haben zu funktionieren. Wer da nicht mitmacht, der riskiert seinen Job.

        • Du magst lachen, aber ich sehe darin vielleicht keine Diskriminierung, aber die gelebte Praxis gereicht der Frau meist zum Nachteil.
          Da Männern es durchaus – wie du richtig sagst – in vielen Fällen schwer gemacht wird, eben diese Elternteilzeit zu nehmen und sich statt der Frau um das Kind zu kümmern, fällt das dann auf die Frau zurück, falls die das Kind eben nicht in die Krippe abschieben will. Es mag immer noch eine persönlich getroffene Entscheidung sein, aber so wirklich frei ist sie ja auch nicht. Sie ist, ob durch Politik oder Wirtschaft (so ganz auseinanderhalten kann ich das nicht mehr), beeinflusst. Die Entscheidung der Eltern, nicht unbedingt die der Mutter. Ich gehe schon davon aus, dass diese Entscheidung von beiden getroffen wird. Dass Männer das immer und überhaupt aus böser Absicht tun, will ich gar nicht unterstellen. Zugegeben, in der Folge ist es derbe überspitzt und die Darstellung des Mannes nicht gerade gloreich, da gebe ich dir Recht.

          Aber der „Mutterschaftsurlaub“ bezeichnet, soweit mir bekannt, nur die 14 Wochen um die Geburt herum (6 Wochen vorher, 8 Wochen nachher) in denen sie nicht erwerbsfähig ist (laut Gesetz also nicht beschäftigt werden darf). Das danach ist die Elternzeit, die maximal 14 Monate betragen darf, pro Elternteil aber nur 12 Monate. Alles darüber hinaus ist vom Gesetzgeber nicht gedeckt und wer das machen will, muss entweder individuelle Absprachen treffen oder seinen Job schmeißen (wenn der Chef da nicht mitmacht, da er nicht gezwungen ist, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen).
          Und der Pay Gap tritt schon vorher auf, da ja auch vom Arbeitgeber abhängt, in wie weit er das VOLLE Gehalt weiterzahlt. So weit ich weiß, ist er dazu nur in den 14 Wochen verpflichtet, in denen er die Frau nicht beschäftigen DARF (Mutterschafts“urlaub“). Zu mehr, Entgeldfortzahlung in der Elternzeit, ist er ja nicht verpflichtet und Elterngelt … Naaaaaja. Ich erlebe das gerade im Bekanntenkreis. Vergleichbar ist das nicht unbedingt.
          Rentenbeiträge werden auch nicht so gesichert, wie man sie vorher gezahlt hat, sondern es wird das Durchschnittsgehalt angenommen. Gut, da „leiden“ nur die drunter, die über dem Durchschnitt liegen, aber ich wollte es mal anmerken. Wer Privatversichert ist (oder sich aufgrund seines Anstellungsverhältnisses privat versichern muss, z.B. Beamte) müssen ihre vollen Krankenversicherungskosten auch noch selbst tragen, die in der GKV sind da besser dran. Aber das sind Dinge, die sowohl Mann als auch Frau treffen können, je nachdem, wer von beiden besser oder schlechter verdient und wer von beiden eben zu Hause bleibt. Und da wären wir wieder bei der Sache: Dürfen (vom Gesetz her) und Können (gelebte Wirtschaft).

          • Die Entscheidung der Eltern, nicht unbedingt die der Mutter.

            Ja, es ist eine gemeinsame Entscheidung der Eltern. Allerdings sitzt die Mutter hier am längeren Hebel. Sie hat das Kind 9 Monate im Leib getragen, oft ist sie es, die es danach direkt weiterbetreuen will. Tatsächlich oft sogar dann, wenn sie mehr als der Mann verdient und es ökonomisch sinnvoller wäre, wenn er zu Hause bliebe. Und genau das hat die neue Allenbach-Studie ja auch gezeigt.
            Prinzipiell kann man den Partnern nur empfehlen, sich bereits vor dem Kind darüber zu verständigen, wie es danach weitergeht. Ich gehe aber davon aus, dass in den meisten Familien, selbst wenn vorher abgesprochen war, dass der Vater zu Hause bleibt, wenn die Mutter sich plötzlich umentscheidet und zu Hause beim Kind bleiben will, der Vater nur sagen wird: „Ja, Schatz.“

            Das danach ist die Elternzeit, die maximal 14 Monate betragen

            Da verwechselst du Elternzeit mit Elterngeld. Das Elterngeld wird nur für maximal 14 Monate gezahlt, ausser man wechselt auf eine Teilzeitregelung, dann geht das auch bis zu 28 Monate. Die Elternzeit wiederum war länger, die kann maximal 3 Jahre dauern und sie kann auch auf die Partner aufgeteilt werden. Eine sinnvolle Regelung, wenn man in den ersten 3 Jahren lieber zu Hause betreuen möchte, könnte beispielsweise darin bestehen, wenn erst die Mutter 18 Monate Kindesbetreuung übernimmt und dann der Vater 18 Monate. Allerdings wird der Vater von seinem Arbeitgeber dabei leider oft weniger Verständnis ernten. Unverständlich und kurzsichtig in meinen Augen, denn es gibt nachweislich keine loyaleren und ambitionierteren Arbeitnehmer als Eltern.

            Und der Pay Gap tritt schon vorher auf,

            Ich fürchte, du hast eine falsche Vorstellung davon, was der Pay Gap sein soll. Hier geht es um eine geschlechtsspezifische Benachteiligung. Ich verlinke dir einfach mal den Artikel vom IWO-Institut dazu, der erklärt es eigentlich ganz gut. Ich schreibe dazu aber auch irgendwann noch einen eigenen Blogeintrag, wo ich die einzelnen Faktoren dann genauer aufdrösel.

          • Wenn Frau danach weiterbetreuen will, sag ich ja überhaupt nichts. Aber ich meinte nun gerade den Fall: Vater will betreuen, Mutter erklärt sich damit einverstanden, will auch wieder arbeiten (was auch kein Problem darstellen würde), aber Papa kriegt vom Chef ganz klar gesagt: Bei der nächsten Gehaltsrunde wird er außen vor bleiben und ein falscher Schritt und er fliegt (nach der Elternzeit natürlich).
            Genaugenommen wäre es Elterndiskriminierung und gesetzeskonform kann das auch nicht so ganz sein, aber gut heißen kann ich’s nicht. In diesen Fällen bleibt es dann halt so, dass Mutter zuhause bleiben muss, sanfter Druck der Wirtschaft sei Dank.

            Sonst: Klar. Es sollte vorher geklärt sein und man sollte sich an die Absprachen halten, aber wenn ich aus dem Familien im Bekanntenkreis eins gelernt habe, dann, dass man nur sehr schwer eine Familie planen kann. Kinderkrankheiten so wenig wie durch Muttergefühle hervorgerufene Übersprungshandlungen der weiblichen Erziehungsperson – und Vatergefühle wahrscheinlich auch nicht.

            Jap, stimmt, da hab ich was verwechselt und im falschen Kontext gebraucht. Aber bei allem, was über 1 Jahr hinausgeht, ist der Arbeitgeber nicht mehr verpflichtet der Mutter denselben Job wieder zu geben, sondern nur irgendeinen Job im Unternehmen. Ab – ich müsste nachschauen – ich glaube 3 Jahren kann der Arbeitgeber eben auch sagen „Lass dich hier nicht mehr blicken“. Zumindest ruhen über dem Zeitraum die Hauptpflichten des Arbeitnehmers (der Mutter/des Vaters).

            Pay Gap … Ich werd mich morgen mal dransetzten und etwas mehr dazu lesen, bin schon wieder viel zu spät dran. Da war mal was, lang lang ists her. Danach hab ich das Thema gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Ich kann mich erinnern, dass dazu viele Meinungen waren und alle ziemlich laut gekräht haben. Bin mal gespannt, was du so dazu schreibst.
            Aber ich kann schon mal sagen, dass die Nachteile, die ich oben schrieb, wie auch schon erwähnt, tatsächlich beide Elternteile treffen können, je nachdem, wer zu Hause bleibt. Aber da ich immer noch bezweifel, dass es – abhängig vom Arbeitgeber – so einfach ist, einfach zu sagen „Papa bleibt halt daheim“, triffts dann im Endeffekt doch wieder die Frauen. Und da hätte man dann wieder den Salat. Ganz ohne, dass „Papa“ selbst dran Schuld ist.

  16. Nun gut, dann bringe ich mal einen anderen Deutungsansatz, als mich in einen Grabenkampf der Geschlechter hineinziehen zu lassen 🙂
    Der Studienbeginn ohne Männer setzt für mich zu spät an, quasi dann, wenn das Interesse der meisten Damen für MINT-Fächer bereits im Brunnen ersoffen ist…

    Studien haben gezeigt, dass Mädchen in jungen Jahren durchaus das selbe Interesse und grundsätzlich ähnlich gut ausgeprägte Fähigkeiten für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer mitbringen, wie Jungen. Trotzdem erzielen Mädchen mit zunehmendem Wissenserwerb und Fortsetzen der Schullaufbahn nicht mehr die selben Leistungen. In Studien, in denen Mädchen in diesen Fächern einige Zeit getrennt von Jungen unterrichtet wurden, entwickelten sich ihre Fähigkeiten dagegen besser und im Mittel ebenso gut oder schlecht, wie die der Jungen.
    Studien, in denen Frauen (in dem Fall Studentinnen) mit mathematischen Problemlösungsaufgaben oder Aufgaben zum räumlichen Vorstellungsvermögen konfrontiert wurden, schloss diejenige Gruppe, denen zuvor gesagt wurde, dass Frauen diese Aufgaben genauso gut oder besser bewältigen können, als Männer, signifikant besser ab, als jene Gruppe, denen ein gängiges Klischee zum Thema „Männer sind besser in Mathe und Frauen besser in Sozialberufen“ vorgelegt wurde.
    Diejenigen Frauen hier, die wie ich ein mathematisches und/oder naturwissenschaftliches Studienfach gewählt haben, haben anders als die Frauen in den Studien, die sich von Rollenklischees beeinflussen ließen, Zutrauen in ihre Fähigkeiten entwicklen dürfen oder vielleicht besondere Resilienz gegenüber einem Schulsystem entwickelt, das immer noch in gängige Stereotype selektiert und das gerade durch die Betonung der Besonderheit dessen, dass ein Mann einen Beruf aus einer Frauendomäne oder eine Frau einen Beruf aus einer Männerdomäne anstrebt, diesen Unterschied sogar noch betont.

    Geschlechtsstereotype über die höhere Begabung der Männer in Mathematik halte ich für ebenso „hausgemacht“ durch Lehrer, Eltern und Gesellschaft, wie den Glauben daran, dass Frauen so viel geeigneter für die sozialen und helfenden Berufe wären. Jedoch, durch das ständige Wiederkäuen dieser traditionell bedingten Klischees beginnen Jungs schon früh zu begreifen, dass „Frauentätigkeiten“ oft nicht so hoch angesehen sind und Mädchen lernen, dass ihnen Mathe schwerer fallen müsste, als Jungs. Und im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung kommt es dann auch so.

    Wo also dieser Studiengang vielleicht ansetzen will, ist vielleicht auch den Frauen den Zugang zu diesen Fächern zu ermöglichen, die in der Schule zwar das notwendige Wissen, nicht aber unbedingt das notwendige Zutrauen erfahren haben. Also jene zu ermutigen, die durchaus Interesse und Begabung mitbringen, denen aber sonst ein wenig der Mut fehlen würde.
    Wie gesagt, meines Erachtens kommt das zu spät, denn Studien zufolge verfestigt sich das Interesse von Mädchen für einen späteren (vorwiegend sozialen) Beruf schon ca. ab dem 10 Lj., bei Jungen etwa ab dem 14. Lj. Persönlich glaube ich nicht, dass die Uni vor hatte, Frauen zu suggerieren, dass sie einen besonderen Schutz bräuchten, weniger fähig seien, als die Kommilitonen oder ihnen vorzuenthalten, dass sie im Arbeitsleben ohnehin mit vielen Männern konfrontiert werden würden. Zu unterstellen, dass Frauen, die sich für diesen Studienbeginn interessierten, dümmer seien, als ihre Kollegen und Kolleginnen oder weniger Begabung mitbringen würden, halte ich nicht für gerechtfertigt.

    (Und ja – Basiswissen muss im Grunde vor Studienbeginn für alle gleichermaßen angeboten werden, weil unser Schulsystem eben nicht dafür sorgt, dass wir alle mit dem gleichen Vorwissen an der Uni starten. Allein in meinem Jahrgang waren die Unterschiede zwischen den Schulen und Bundesländern enorm! Ich nehme bewusst keine persönlichen Bsp. über Bevorzugung oder Benachteiligung von Kommilitonen und Kommilitoninnen oder gar mir selber auf, denn von meinen Einzelfallbeobachtungen auf die statistische Grundgesamtheit zu schließen, gehört sich nicht ;-))

    Um jedem Menschen ganz individuell gleichermaßen zumindest grundsätzlich die Möglichkeit zu schaffen, jeden gewünschten und vorstellbaren Beruf auch zu ergreifen, bräuchte es eine gerechtere und weniger vorurteilsbeladene Haltung beider Geschlechter. Das gilt im Umkehrschluss auch für Männer. Mit keinem meiner Gedanken will ich unterstreichen, dass nur Frauen exklusiv gefördert werden müssten, während die Männer bleiben können, wo der Pfeffer wächst oder etwas ähnlich wirres. Ganz im Gegenteil. Wünschenswert wäre es, wenn Individuen auch individuell die Unterstützung benötigen, die sie brauchen und dass ihnen nicht von vorneherein ein Weg verbaut wird, nur weil ihnen suggeriert wird, weil du dieses oder jenes Geschlecht hast, bist du für diesen Beruf vermutlich weniger oder besser geeignet.

    MfG

    • Studien haben gezeigt, dass Mädchen in jungen Jahren durchaus das selbe Interesse und grundsätzlich ähnlich gut ausgeprägte Fähigkeiten für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer mitbringen, wie Jungen.

      Welche Studien? Hast du Belege dafür oder ist das nur eine leere Behauptung? Tatsächlich ist es nämlich so, dass sich bereits nach der Geburt leicht unterschiedliche Interessenlagen feststellen lassen. Ob und wie diese verstärkt werden, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

      (Schau dir hierzu bitte einmal den hier verlinkten Film zum Gender Equality Paradox an. Da werden einige der direkt postnatal beobachtbaren Unterschiede angesprochen.)

      In Studien, in denen Mädchen in diesen Fächern einige Zeit getrennt von Jungen unterrichtet wurden, entwickelten sich ihre Fähigkeiten dagegen besser und im Mittel ebenso gut oder schlecht, wie die der Jungen.

      Und wieder, bitte her mit diesen Studien! Oder handelt es sich um Hörensagen und du hast diese Studien nie selbst gesehen? (Mädchen schneiden nebenbei in unseren Schulen generell in nahezu in allen Belangen besser ab als Jungen. Das liegt jedoch am Schulsystem selbst. Ich erwähne es auch nur, weil du hier zu implizieren scheinst, dass die Jungen in mathematisch-naturwissenschaftichen Bereichen besser abschnitten, was jedoch nachweislich nicht der Fall ist.)

      Geschlechtsstereotype über die höhere Begabung der Männer in Mathematik halte ich für ebenso „hausgemacht“ durch Lehrer, Eltern und Gesellschaft, wie den Glauben daran, dass Frauen so viel geeigneter für die sozialen und helfenden Berufe wären.

      Weil Veranlagung überhaupt nicht existiert? Sozialisation spielt zwar eine wichtige Rolle, aber sie macht keineswegs 100% aus. Wäre dem so, dann wäre ja auch jeder Mensch gleichintelligent und gleichbegabt und wir könnten bei Männern nicht eine höhere Varianz bei der Eigenschaftsverteilung statistisch nachweisen.

      Es gibt massenhaft Väter, die irre stolz sind, wenn ihre Tochter eine technische Begabung erkennen läßt und die alles tun, um solch eine zu fördern. Nur – nicht jede Tochter hat diese Begabung und dieses Interesse und wenn das Mädchen sich halt für etwas anderes (mehr) interessiert, dann müssen die Eltern das akzeptieren und ihr Kind trotzdem nach allen Kräften fördern und unterstützen.

      Um jedem Menschen ganz individuell gleichermaßen zumindest grundsätzlich die Möglichkeit zu schaffen, jeden gewünschten und vorstellbaren Beruf auch zu ergreifen, bräuchte es eine gerechtere und weniger vorurteilsbeladene Haltung beider Geschlechter.

      Wer 1,80m wird, der wird kein Jockey. Wessen IQ nur knapp 80 ist, der hat keine Chance auf ein erfolgreiches Studium. Mit einem Rückenleiden wird keiner Astronaut. Jemand der nicht sehen kann, wird eher nicht Rennfahrer. Wer kein Talent für Sprachen hat, der wird nicht Dolmetscher.

      Ja, unser Gehirn ist extrem plastisch und fast jedes Befähigung kann durch Wiederholung trainiert werden. Das ändert aber nichts daran, dass es genetisch prädeterminierte Befähigungen tatsächlich gibt. Wer das wegzureden versucht, der negiert die Realität.

      Vorurteile und Klischees wiederum haben durchaus einen Einfluss auf unser Leben, nur ist dieser viel kleiner als du annimmst. Wichtiger ist tatsächlich, ob eine Förderung stattfindet oder nicht.

    • „Studien, in denen Frauen (in dem Fall Studentinnen) mit mathematischen Problemlösungsaufgaben oder Aufgaben zum räumlichen Vorstellungsvermögen konfrontiert wurden, schloss diejenige Gruppe, denen zuvor gesagt wurde, dass Frauen diese Aufgaben genauso gut oder besser bewältigen können, als Männer, signifikant besser ab, als jene Gruppe, denen ein gängiges Klischee zum Thema „Männer sind besser in Mathe und Frauen besser in Sozialberufen“ vorgelegt wurde.“

      Das gilt für jeden Menschen. Wenn du ihm oder ihr im Vorfeld Mut machst, wird er oder sie im Nachhinein besser abschneiden. Wer ständig gesagt bekommt, er/sie sei dumme und schafft das sowieso nicht, der/die denkt sich dann auch das anstrengen eh nicht lohnt und schneidet dementsprechend schlechter ab. Eine sich selbst erfüllende Prophezeihung sozusagen.

      Es gibt auf Youtube ein wirklich sehr interessantes (und langes) Video darüber wie schnell Leute bereit sind, andere zu diskiminieren und wie sich diese Diskriminierung schon zeitnah auf die Einstellungen und auch auf die Leistungen auswirkt:

      https://www.youtube.com/watch?v=uQAmdZvKf6M

      Unter diesem Geschichtpunkt sehe ich sowas hier mit Sorge:

      http://www.telegraph.co.uk/men/thinking-man/11747413/We-must-stop-indoctrinating-boys-in-feminist-ideology.html

      oder das in Deutschland an Schulen Texte durchgenommen werden mit dem Thema „Ist der Klimawandel männlich“:

      https://www.isb.bayern.de/download/9785/text.pdf

      Man kann sich richtig vorstellen wie die Mädchen dann im Unterricht mit vor Stolz geschwellter Brust auf die Jungen hinabblicken und die Jungen sich fragen, ob das jetzt ihr ganzes Leben so weiter geht.

      • „Nach dem Studium bin ich jetzt an einer Realsschule in Süddeutschland. Heute war Zeugnisvergabe. Zudem gab es Preise und Lob Auszeichnungen. Von der 5. bis zur 9. (dreizügig) sind dies etwa 15 Klassen, pro Klasse ca. drei bis vier Preise und zwei bis drei Belobigungen. Unter den Empfängern waren keine fünf Jungs.“

        http://genderama.blogspot.de/2015/07/lesermail-lob-und-preis.html

        „Es geht noch besser: Nachdem bei der Abschlussfeier meines Sohnes die Zeugnisse an alle Schülerinnen und Schüler verteilt worden waren, kam eine Frau auf die Bühne um die besten Leistungen des Jahres zu würdigen.

        Sie drückte ihr Bedauern darüber aus, dass die besten Leistungen von Jungs erbracht worden waren.

        Der Festsaal nahm es schweigend hin.“

        http://genderama.blogspot.de/2015/07/lesermail-lob-und-preis_31.html

        “ „Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Töchter mal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen.“ Das stand vor genau zwanzig Jahren in der Zeitschrift Emma, und heute, so scheint es, haben die Feministinnen dieses Ziel erreicht. Jungen haben es in der Schule deutlich schwerer als Mädchen. Sie werden vor Schulbeginn häufiger zurückgestellt, sie wiederholen häufiger eine Klasse, sie besuchen weniger häufig Gymnasien und sind dafür an Sonderschulen stärker vertreten, sie verlassen häufiger die Schule ohne Abschluss und machen seltener Abitur als die Mädchen. Und sie werden sogar schlechter benotet, selbst wenn sie gleich gute Leistungen erbringen. “

        http://www.sueddeutsche.de/karriere/schule-die-schwachen-starken-1.553125

        So funktioniert Diskriminierung. Aber zum Glück wissen unsere Politiker das Jungen in der Schule eben nicht diskriminiert werden, sondern einfach nur doof sind.

    • Zu der Sache mit dem Lob: Das kann man so nämlich nicht verallgemeinern. Ich bin ein Mensch, der unheimlich schlecht mit Lob umgehen kann. Inzwischen schon besser, aber in der Schule habe ich nach dem Prinzip gelebt: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.“ (Nicht ganz) Logische Konsequenz: Nach einer guten Arbeit, wurd kein Handschlag mehr getan. Sechste Klasse Mathematik (Gymnasium): Sehr gut, Unbefriedigend, Sehr gut, Unbefriedigend. Kein Witz! Die Lehrerin dachte schon, ich mache das aus böser Absicht, um sie zur Verzweiflung zu treiben. Der Spruch „Du kannst das doch!“ half dementsprechend wenig, aber da konnte sie ja nix für.
      Da ist jeder Mensch ein wenig anders, aber das wirst du in unserem Schulsystem nie berücksichtigen können. Aber jedes System hat seine Leute, die hinten über fallen. Einzige andere Möglichkeit: Du bietest genug Alternativ-Systeme und dann kommt die Frage, ob so viele verschiedene Systeme überhaupt noch wirklich Systeme sind, oder jeder sein eigenes Süppchen kocht, die Vergleichbarkeit leidet und kein Arbeitgeber weiß mehr, nach welchen Kriterien er einstellen soll. Gut, mit unserer Abiturvielfalt, weiß das heute auch kein Mensch, aber das ist ein anderes Thema.

      So ein Studiengang oder ein Vorsemester für Menschen, die wissen, dass sie sich mit diesem Stoff auseinandersetzen wollen, aber wissen, dass sie möglicherweise Probleme haben werden, find ich ja keine schlechte Idee. Aber das am Geschlecht festzumachen, weil ein „großer“ Teil derjenigen, die dieses Problem laut Studien haben KÖNNTEN, finde ich denkbar unelegant. Hätte man beispielsweise einen Zulassungstest gemacht und diejenigen, die in den Bereichen Grundlagen Informationstechnologie und Mathematik Aufholbedarf oder auch einfach Zweifel an der Studienwahl gezeigt haben – also einen Bedarf der gedeckt werden kann – so ein Vorsemester angeboten, speziell eben darauf zugeschnitten, dann hätte ich das nachvollziehbarer gefunden. So wäre der Studiengang eben auch Männern offen gestanden und auf Grund von Leistungen und persönlichen Einschätzungen eben genau DIESER Studenten.

      Ich kenne die ein oder andere Frau, die in dem Bereich eine Ausbildung gemacht hat, oder studiert hat. Vielleicht haben alle anderen vorher aufgrund der Verunsicherung durch die anwesenden Männer das Handtuch geschmissen, aber die waren allesamt durchaus angetan oder zumindest nicht negativ auf die Männerdominanz in den Lehranstallten zu sprechen. Angetan im Sinne von, dass manche Probleme, die man aus der Schulzeit aus klischeehaften Mädchencliquen kannte, nicht oder nur sehr selten vorkamen. Für die war „Da sind dann ja so viele Jungs mit im Hörsaal“ nichts, worum sie sich Sorgen gemacht haben. Ich mir auch nicht. Ob ich den Stoff begreife, ja, das schon eher. Da gab es aber auch den ein oder anderen Herren der Schöpfung, dem es nicht anders ging.

  17. Ich bin grade ehrlich gesagt ein wenig geschockt. Gibt es dann auch demnächst Sonderstudiengänge im sozialen Bereich für Männer, damit sie sich nicht mit dem „übermächtigen“ Frauenanteil herumschlagen müssen?

    Ehrlich gesagt sollte jede Person das studieren, was sie will. Und dass Ingenieurwissenschaften und Informatik nunmal ein männlich dominierter Bereich ist, weis jeder logisch denkende Mensch. Wer sich von solchen Fakten abschrecken lässt und lieber etwas Anderes studiert, ist dann vielleicht wirklich besser beraten. Wenn Frau genug Wissbegier und Motivation für ein solches Studium aufbringt, ist ihr der Männeranteil auch egal und sie wird ihren Weg zum Erfolg finden.

    Meine persönliche Hoffnung ist, dass dieser Studiengang wegen einer zu geringen Zahl der Studentinnen so schnell wie möglich wieder eingestampft wird.

    • Hey!
      Genau dasselbe habe ich mich auch gerade gefragt. Ich gehöre zu denen, die in einem absoluten Frauenstudiengang studieren und ich bin mir sicher, dass so ein Studiengang niemals nach Geschlechtern getrennt werden würde, von wegen Frauenüberschuss und damit die Männer einen besseren Standpunkt haben… Übrigens ist das ein Studiengang, der NICHT im sozialen Bereich zu finden ist. Es gibt auch andere Studiengänge, in denen der Frauen Anteil bei 80% liegt… Außerdem stimme ich vielen hier zu, die sagen, dass es ja im späteren Berufsleben nicht anders ist, als an der Uni. Wer einen bestimmten Beruf machen will, muss sich halt durchsetzen. Ob nun gegen Männer oder Frauen sollte da keine Rolle spielen.

  18. Bei mir in der Schule hatten wir die ersten zwei Jahre getrennten Informatik-Unterricht. Mit dem Ergebnis, dass alle Mädchen, als dann die beiden Kurse zusammengelegt wurden, nicht mehr mitkamen, weil die Jungs ganz andere, komplexere Dinge beigebracht bekommen haben als wir. (Uns wurde erst mal stundenlang gezeigt, wie man die Maus bewegt, wann man einen einfachen und wann einen Doppel-Klick in Windows machen muss … und das war Anfang der 2000er!) Vielleicht kann man das nicht mit einem Studiengang vergleichen, in dem die Inhalte ja (eigentlich) für alle gleich sind (sein sollten), aber es zeigt ziemlich überspitzt, wie manchmal über Frauen in IT-Berufen gedacht wird.

    • aber es zeigt ziemlich überspitzt, wie manchmal über Frauen in IT-Berufen gedacht wird.

      Wenn beide Kurse den selben Lehrer hatten, deutet es erst einmal nur darauf hin, dass der möglicherweise geschlechtsspezifische Vorurteile hatte und deswegen bei seiner Wissensvermittlung diskriminierte. Alternativ wäre noch denkbar, dass das Lehrtempo jeweils an den langsamsten Schüler des Kurses angepaßt wurde und es hier Unterschiede gab. Dann wäre der Lehrer nur ein mieser Pädagoge und kein vorurteilsbehaftetes Arschloch. Insofern es zwei unterschiedliche Lehrer waren, so war mindestens der Lehrer des Mädchenkurses ein schlechter Pädagoge.

      • Es waren zwei verschiedene Lehrer. Wir, also die Mädchen, hatten eine Lehrerin, die Jungs einen Lehrer …

        Vielleicht habe ich mich ein bisschen ungelenk ausgedrückt. Ich hatte es nicht als Beweis oder spezifisches Beispiel für die Diskriminierung gedacht, sondern vielmehr als ein symbolisches Bild … kann man das irgendwie verstehen, wie ich das meine? Ich hab gerade Kopfschmerzen und kann mich nicht sonderlich gut konzentrieren. :o/

        • Die Allegorie selbst ist klar und verständlich. Aber man sollte das auch nicht überbewerten. Hier gab es offenbar nur zwei unterschiedlich befähigte Pädagogen und die Mädchengruppe hat den schlechteren abbekommen. Ohnehin wäre es besser gewesen, wenn man die Gruppen erst gar nicht nach Geschlecht aufgeteilt hätte.

  19. Müssen Frauen dort teilnehmen oder können sie auch weiterhin mit den Männer zusammen studieren? So nach dem Motto: Wir sind für Gleichbrechtigung und Chancengleichheit, deswegen gibt es einen Kurs für alle (am besten noch mit Frauenquote) und einen nur für Frauen, für den wir extra einen zusätzlichen Professor einstellen und auch bereit sind das benötigte Personal zu bezahlen sowie Räume freizustellen?

    Aber zum Glück sind ja alle Menschen vor dem Gesetz gleich und niemand darf bevorzugt werden. So steht es im Grundgesetz und dann muss es ja stimmt… oder nicht?

  20. Mein Gedanke hierbei: Meine Uni müsste dementsprechend eigentlich für meinen Studiengang (Pädagogik) einen eigenen Kurs nur für Männer einrichten. Immerhin kommen in meinem Jahrgang auf etwas über 160 weibliche Studierende gerade einmal etwas über 20 Männer. Das ist eigentlich das gleiche, nur in umgedrehter Konstellation.
    Aber bei uns kommt niemand auf eine so hanebüchene Idee. Ich finds Quatsch, sowas einzurichten. Fördert nur die Einstellung „Mädchen können kein Mathe und müssen gesondert behandelt werden“.

    • Zahnärzte fordern in Niedersachsen gerade eine Männerquote für ihren Studiengang. Da die jungen Frauen im Schnitt bessere Abitur-Noten besitzen (und niemand das komisch findet, während die schlechteren Leistungen in Mathe beim PISA-Test ein ganz schlimmes Problen sind, das unbedingt behoben werden muss.) und es einen Numerus Clausus gibt, konnen so gut wie keine Männer mehr dieses Fach studieren. Das Problem ist nun aber:

      „die vielen jungen Ärztinnen würden nicht unbesehen das Risiko einer Praxisgründung oder- übernahme auf sich nehmen [..] Die jungen Frauen möchten Kinder haben. Offenbar landen deshalb immer weniger Frauen in der zahnärztlichen Praxis.

      Tatsächlich blieben nach der Kinderpause nur 30 bis 35 Prozent der Zahnärztinnen übrig, die schließlich den Weg in die Praxis wählen [..]

      Kurz: Zuerst besetzten die Frauen alle Studienplätze – und dann arbeiteten sie nicht im erlernten Beruf und schon gar nicht in eigener Praxis.

      Die Folge sei Zahnärztemangel allenthalben.“Dabei ist das Einzelpraxismodell immer noch am weitesten verbreitet“, sagt Apel. Aber wie lange noch?

      „Bei uns im Rheiderland sind es nur noch acht Zahnärzte, die ungefähr 30 000 Menschen versorgen müssen“, berichtet der Zahnarzt Dr. Urich Keck aus dem Ostfriesischen Weener.“

      http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/890459/zahnmedizin-maenner-verzweifelt-gesucht.html

    • Bei Tierärzten ist es anscheinend das gleiche:

      „Von fünf Frauen, die mal in einer Großtierpraxis angefangen haben, ist später nur noch eine dabei“, so seine Erfahrung. In seiner langjährigen Tätigkeit hat er mehrere Tierärztinnen beschäftigt. Ein Jahr dauere es, bis jemand voll eingearbeitet sei. Erst danach könne er auf die volle Unterstützung durch den Assistenten zählen. Für Frauen stehe jedoch vielfach irgendwann die Familienplanung an. Mutterdasein und Großtierärztin seien allerdings oft kaum zu vereinbaren. „Nur die Männer bleiben uns erhalten“, erklärt Wagner.“

      http://www.tiermedizin-emsland.de/pressespiegel.html

  21. Hallöchen,

    eine Frage lieber Helge:

    Hast du das hier gelesen?

    http://www.eah-jena.de/fhj/fhjena/de/studium/Studienangebot/Bachelorstudiengaenge/elektrotechnik-informationstechnik-frauenstudiengang/Seiten/default.aspx

    Verlauf:
    Unser Studienangebot bietet technisch interessierten Frauen einen attraktiven Einstieg in das Studium der Elektrotechnik/Informationstechnik an und fördert im weiteren Studienverlauf gezielt Stärken und Interessen der Studentinnen.

    Attraktiver Studieneinstieg (Semester 1-3):
    Mathematik, Grundlagen der Elektrotechnik, Informatik etc. sind das Handwerkszeug für künftige Ingenieurinnen. In den ersten zwei Semestern werden alle Veranstaltungen (Vorlesungen etc.) der technischen Grundlagenfächer separat für Frauen angeboten. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen statt, in denen eine offene und angenehme Lernatmosphäre herrscht. Die Lehrinhalte sind identisch zu
    denen der gemischten Gruppe des Studiengangs. Damit sich alle Studierende besser kennenlernen und ggf. neue Lerngruppen bilden können, wird ab dem 3. Semester in gemischten Gruppen unterrichtet.

    Damit wäre dein Kommentar etwas übervoreilt – findest du nicht?

    Und um vielleicht mal eine andere Sichtweise zu bringen – was ist schlecht daran?

    Und, um einigen Kommentaren hier zu begegenen … ja, es gibt Frauen, die sich trotz ihres Wissens und Könnens den männlichen Kommilitonen nicht gewachsen fühlen. Nicht jede hat eine so starke Persönlichkeit oder das Selbstbewusstsein dazu. Ist es darum verwerflich, wenn Ihnen die Chance geboten wird, unter sich zu lernen?

    Und bevor Missverständnisse wegen meines nicks aufkommen – ich bin eine Frau, aber bevor ich mich über etwas echauffiere, hinterfrage ich die Faktenlage.

    • Damit wäre dein Kommentar etwas übervoreilt – findest du nicht?

      Nein, finde ich nicht. Interessanter ist allerdings, dass du findest, dass es es damit in Ordnung geht.

      Lesen wir also nochmal: „Unser Studienangebot bietet technisch interessierten Frauen einen attraktiven Einstieg in das Studium der Elektrotechnik/Informationstechnik an und fördert im weiteren Studienverlauf gezielt Stärken und Interessen der Studentinnen.

      Lass dir das ruhig ganz langsam auf der Zunge zergehen. Und bedenke dabei, dass eine einseitige Förderung im Prinzip auch nichts anderes als eine Diskriminierung ist. (Einer der Gründe, warum wir diese Schieflage im Bildungssystem haben, ist ja unter anderen der, dass es mittlerweile über die Länder verteilt hunderte von Förderprogrammen explizit für Mädchen aber kein einziges explizit für Jungs gibt. (Zumindest ist mir keines bekannt.) Gibt allerdings, dass sollte ich fairerweise erwähnen, ein paar, die ohne Geschlechtsdiskriminierung arbeiten.)

      ja, es gibt Frauen, die sich trotz ihres Wissens und Könnens den männlichen Kommilitonen nicht gewachsen fühlen

      Und deswegen braucht es Schutzzonen?

      • Ob es für mich in Ordnung geht … hm, eine gute Frage …

        Dazu muss ich jetzt wahrscheinlich etwas weiter ausholen. Ich verfolge schon die ganze Zeit interessiert deine Blogeinträge zu diesem Themenbereich.

        Erstens, ja du hast Recht, wenn du eine mehr oder minder versteckte Diskriminierung von Männern anführst – das sehe ich genauso.

        Zweitens, ja, diese Trennung ginge für mich in Ordnung, wenn das gleiche Programm für männliche Studienanfänger eingeführt würde, da diese ja das gleiche Problem wie die weiblichen Studienanfänger haben könnten. Ich nehme an, dies beantwortet deine Frage.

        Und zu deiner Frage mit den Schutzzonen – wie sähe denn deine Lösung aus? Meine Aussage bezieht sich auf Beobachtungen, die ich im Laufe meines Lebens gemacht habe und ich habe mehr als genug Mädchen ermutigt, sich nicht von Jungs ins Bockshorn jagen zu lassen. Und ja, ich weiß, dass dies auch anders herum passiert …

        Wahrscheinlich passt das jetzt nicht ganz hier her, aber für mich bedeutet „Gleichberechtigung“ gleiche Rechte und Pflichten für beide Geschlechter, und keine Rosinenpickerei, wie es zur Zeit á la Mode ist.

        • Zweitens, ja, diese Trennung ginge für mich in Ordnung, wenn das gleiche Programm für männliche Studienanfänger eingeführt würde, da diese ja das gleiche Problem wie die weiblichen Studienanfänger haben könnten. Ich nehme an, dies beantwortet deine Frage.

          Das würde das Problem der Diskriminierung lösen. Allerdings läge mir die Schutzzonen-Regelung immer noch quer im Magen. Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn die Förderung selbst erst einmal geschlechterunabhängig ist. Wenn Personen dabei sind, die Probleme haben, mit dem anderen Geschlecht oder anderen Menschen zu interagieren, dann sollten diese individuell betreut werden.

          Wahrscheinlich passt das jetzt nicht ganz hier her, aber für mich bedeutet „Gleichberechtigung“ gleiche Rechte und Pflichten für beide Geschlechter

          Ich sehe das weitgehend ähnlich. Was allerdings bei den Rechten noch kein Problem darstellt, wird bei den Pflichten schon etwas schwieriger, weil beispielsweise der Mann in einer Partnerschaft der Frau schlecht die Schwangerschaft abnehmen kann. Und die anstrengenden und gefährlichen Jobs werden wohl auch in Zukunft in männlicher Hand bleiben, schlicht und einfach weil es Frauen eher selten auf Bohrinseln, in Kanalschächte oder zur Feuerwehr zieht, wo ja auch noch körperliche Anforderungen zu berücksichtigen sind. Es mag also besser sein, Wege zu finden, die die Lasten möglichst fair verteilen – im Berufsleben wie auch in der Partnerschaft.

          • Würdest du die Förderung geschlechter unabhängig machen, wären wir eventuell wieder bei der Ausgangssituation, dass die Fördergruppen „gemischt“ wären und wir würden uns im Kreis drehen …

            Ach Helge, dass ich mich nicht auf die biologischen Aufgaben bezogen habe, sollte doch eigentlich klar sein. Ich gebe dir Recht, dass anstrengende und gefährliche Jobs wahrscheinlich eher eine männliche Domäne bleiben wird, aber es dennoch auch Frauen offenstehen sollte, diese zu wählen, wenn sie körperlich und geistig dafür geeignet sind – genauso wie die typischen Frauenberufe auch Männern offen stelen sollte, ohne dass diese dann schräg angesehen werden. Das in die Köpfe der Menschen zu bringen, wird wohl eine interessante Aufgabe, vor allem, wenn man die unterschiedlichen Kulturen und die zugrunde liegende Rollenverteilungen betrachtet.

          • wären wir eventuell wieder bei der Ausgangssituation, dass die Fördergruppen „gemischt“ wären und wir würden uns im Kreis drehen …

            Die Ausgangssituation bestand darin, dass es gar keine echten Fördergruppen gab. 😉 Hier wurde politisch gesagt, dass man zuwenig Studentinnen in den MINT-Fächern hat. Hier soll die Frauenquote erhöht werden. Werbung hat nichts gebracht, die Quote blieb bei knapp über 20%. Die Schieflage im Bildungssystem hat die Quote im MINT-Bereich auch nicht erhöht, dafür ist sie aber bei fast allen anderen Fachbereichen gestiegen. Jetzt postuliert man also, dass es daran liegen müßte, dass Frauen sich nicht trauen, mit Männern zusammen zu studieren, obwohl sie das doch überall sonst problemlos tun.

            Diese neue Schutzzone wird auch nicht den gewünschten Effekt bringen. Sie ist aber ein weiterer Baustein, der uns klarmacht, das Diskriminierung gegen Männer ok ist. Sie zeigt auch auf, dass Männer gefährlich sind und Frauen geschützt werden müssen. Klar reden wir hier nur von einigen wenigen Studentinnen an einer Fachhochschule, so gewaltig ist der Effekt nicht. Aber es ist auch kein Einzelfall. Was wir beobachten können, ist ein immer tieferes Misstrauen, dass in die Gesellschaft hineingetragen wird und ihren Zusammenhalt gefährdet.

            Schau dir mal an, warum soviele Frauen kinderlos bleiben. Lassen wir mal ganz außen vor, dass das Zeitfenster, in der sie einen Partner für eine Familiengründung finden können, nach Ausbildung, Studium und Berufseintritt auf 10 bis 15 Jahre zusammengeschmolzen ist. Das haben wir ja in anderen Gesellschaften auch und deren Geburtenzahlen sind nicht so unterirdisch wie die hiesige. Aber damit 2 Menschen sich begegnen, ineinander verlieben und beschließen, eine Partnerschaft einzugehen, die zu einer Familiengründung führen kann, bedarf es eines extremst wichtigen Gutes. Und das ist Vertrauen. Vertrauen ist selten geworden. Viele junge Menschen schaffen es schlicht nicht mehr, sich vertrauensvoll auf einen Partner einzulassen, die Partnerschaft wird also eher als Risiko und weniger als Chance empfunden. (Kommt natürlich noch hinzu, dass auch Partnerschaften erlernt werden müssen. Seinen Partner wirklich zu verstehen, erfordert eben auch Beziehungsarbeit und die Bereitschaft, diese zu erbringen.) Da ist es einfacher, von einer kurzen Liebelei zur nächsten zu hüpfen oder sich dem Spiel gleich ganz zu verweigern und weitgehend asexuell oder zumindest allein zu leben.

            Ich persönlich halte gar nichts von Entwicklungen, die die Spaltung der Gesellschaft vergrößern, die uns einreden, dass Frauen Opfer und Männer Täter seien, die ein Geschlecht erheben und das andere verdammen, die uns auseinandertreiben sollen. Die Menschen leiden darunter, die Gesellschaft leidet darunter, nicht mal die Hassprediger, die sich mit ihren Geifer selbst vergiften, profitieren wirklich davon, ausgenommen vielleicht finanziell.
            Ich gebe zu, diese Aussicht hat mich früher nicht sonderlich gekrazt. Aber jetzt habe ich eine Frau, einen Ziehsohn und weitere Kinder in der mittelfristen Planung. Das verändert einen. Glaub mir, ich hatte nie Angst um mich, aber ich habe Angst, was es für meinen Ziehsohn und meine zukünftigen Kinder wohl bedeuten mag, wenn es uns nicht gelingt, diese Entwicklung zu stoppen.

          • Ich glaube nicht, dass wir hier auf eine zufriedenstellende Lösung des Problems kommen werden, weil es eine viel zu weitreichende Diskussion ist, die wir hier eröffnen, da einfach viel, viel mehr Faktoren diese Entwicklung beeinflussen. Stichworte wie persönliche Freiheit – Zivilisation etc.

            Und ja, es sind Stichworte, die viel größere und komplexere Zusammenhänge betreffen, die wir leider nicht ausser Acht lassen dürfen und können. Ich könnte hier jetzt auch eine durchaus zutreffende Theorie aus der BWL einwerfen, aber das würde wieder viel zu weit führen.

            Obwohl ich es nicht unbedingt als abschließende Einschätzung stehen lassen möchte, würde ich doch sagen, dass es immer um Machtinteressen geht, die durch mehr oder minder gute Ideologien begründet werden. Was sich am Ende daraus ergibt, ist immer von den Menschen abhängig, wie sehr sie sich dieser Ideologie unterwerfen.

            Und, was das Auseinandertreiben betrifft – jedem Mensch muss klar sein, dass es ohne das Zusammensein von Mann und Frau nicht geht – Kinder sind unsere Zukunft – und sie werden diese gestalten.

          • jedem Mensch muss klar sein, dass es ohne das Zusammensein von Mann und Frau nicht geht – Kinder sind unsere Zukunft

            Ersetze „muss“ durch „sollte“ und „sind“ durch „sollten sein“. Dann stimmt es wieder. Leider.

            Nebenbei wollen die meisten Frauen nach wie vor Kinder haben, über 70% der Schulabgängerinnen bejahen den Kinderwunsch. Und trotzdem steigt der Anteil der Frauen, die mit 40 kinderlos geblieben sind. Interessanterweise nicht einmal deswegen, weil so viele dieses Ziel im Laufe ihres Lebensweges beerdigt hätten, sondern weil sich die zur Realisierung nötige Konstellation nicht ergab. Welche BWL-Theorie will das durch unterschiedliche Machtinteressen erklären?

          • Stop … bitte nicht zwei Aussagen durcheinander würfeln.

            Unterschiedliche Machtinteressen sind der eine Punkt.

            Die BWL Theorie der andere … auf den ersten Blick hat dies vlt. nicht direkt etwas mit dem Kinderwunsch zu tun, aber mit einer erfolgreichen Beziehung insgesamt:
            http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/26011/5
            http://www.zeit.de/2014/13/partnerschaft-kosten-nutzen-analyse

            Aber vielleicht sollte das unter einem anderen Blogeintrag weiter diskutiert werden, da ich finde, dass das von dem Ausgang hier sehr, sehr weit wegführt.

          • Die von diesen BWLern zur Partnerschaftsökonomie vertretenen Theorie ist in meinen Augen ziemlicher Mist. Klar, wenn es bei Ehe und Beziehung nur um ökonomische Interessen ginge und diese rational abgewogen würden, würde sie greifen, aber es geht eben nicht nur um ökonomische Interessen und die meisten Entscheidungen sind eher teilrational. Aber das gehört wohl wirklich in einen separaten Blogeintrag. 🙂

    • Also, wenn sich eine Frau nur aufgrund ihres Geschlechts in einem Fach, das sie aus eigenem Interesse am Thema gewählt hat, ihren männlichen Kommilitonen nicht gewachsen fühlt, finde ich das schon ziemlich … problematisch. Was ist das denn für ein verkorkstes Bild, das man von sich selbst hat? Und wird dieses Bild durch das Vorhandensein solcher Programme nicht noch gefördert? Nach dem Motto: „Du bist eine Frau, du brauchst Sonderbehandlungen, sonst kommst du nicht zurecht“?

      Ich frage mich gerade auch, was es bringt, beim Studienanfang geschlechtergetrennt zu unterrichten, wenn später die Kurse eh gemischt werden. Wenn sich jemand durch seine männlichen Kommilitonen eingeschüchtert fühlt, löst sich dieses Problem doch nach dem 3. Semester nicht magisch in Luft auf, oder?

      Vielleicht sind mir diese Ansichten einfach zu fremd, weil ich nie das Gefühl hatte, aufgrund meines Geschlechts etwas nicht erreichen zu können und auch keine andere Frau kenne, die so fühlt. Ich halte nicht viel von Geschlechtertrennung, weil das meiner Meinung nach mehr Unterschiede schafft, als beseitigt. Männer und Frauen sollten lernen, miteinander auszukommen, anstatt voreinander wegzulaufen — soo unterschiedlich sind wir schließlich auch wieder nicht. Wo soll das sonst am Ende noch hinführen? Getrennte Büroräume, weil Frauen unter sich besser arbeiten können? Das kann doch irgendwie auch nicht die Lösung sein.

  22. Ich kenne die vorurteile von wegen Männer/Jungs sind gut in Mathe und Mädchen/Frauen dafür im Sozialen…stimmt nicht.
    Aber wenn man das für Frauen in einen MINT (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) Beruf einrichtet müsste man das doch eigentlich bei Männer auch so machen, oder?

  23. Also, ich finde das überhaupt nicht in Ordnung. Nicht nur, weil es ganz schön was von Kindergarten hat, dass Mädchen und Jungs jetzt getrennt studieren, nein: es ist eine Vereinseitigung im Lehrgeschehen – Ich studiere Germanistik, ein Studiengang der einen gefühlten Frauenanteil von 90% hat. – und ich sage: Ich bin froh über jeden männlichen Kommilitonen, der den Raum betritt. Er ist eine Bereicherung. Gerade in der Literaturwissenschaft (Wo ich weniger bin) gibt es immer einen Hühnerhaufen… Auch wenn alle Mädels nett und interessiert und ernst und gut bei der Sache sind, so sind ihre Ansichten doch immer … naja, eher weibliche Ansichten. Wenn Männer da sind (aber die müssen dann auch was sagen, sonst gilt dies nicht), gibt es eine Art Interessenausgleich. Und das finde ich sehr angenehm. – Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es vielen Studentinnen ähnlich wie mir geht.
    Bei den Technischen Studiengängen könnte ich mir vorstellen, dass dies genau umgekehrt ist. – Aber ich glaube, da geht es weniger um Ansichten – aber Erklärwege können ja auch unterschiedlich sein.
    Und es ist sicher nicht förderlich für die gegenseitige Wertschätzung, wenn Männer in ihrem Studium nicht neben ihren zukünftigen Kolleginnen sitzen – und umgekehrt. Da sagt ja jeder: Na, ihr, in euerm Mädchen-/Männerstudiengang, was wisst ihr denn schon…!

    • Da stimme ich dir voll zu. Ich studiere Biotechnologie (Männeranteil ca. 30%) und häufig sind es die Männer, welche komplizierte Sachverhalte am Besten erklären können. Des weiteren trägt ein gewisser Männeranteil auch zu einem besseren Jahrgangsklima bei. Ich weis nicht warum, aber mehr als 10 Frauen auf einem Haufen sind ohne Männer dazwischen einfach anstrengend und ich neige dann in den Pausen eher dazu, mich zurückzuziehen.

      Das es auch andersrum geht, kenne ich auch: Bei dem Studiengang Elektrotechnik ist die Person mit dem besten Schnitt in den mathematischen Fächern die einzige Frau des Studiengangs. Es mag ein Einzelfall sein, aber es ist ein gutes Gegenbeispiel gegenüber dem Klischeé.

  24. Der Knackpunkt ist meiner Meinung ja auch mal wieder die Vorstellung der „verkehrten Welt“. Wie groß wäre der Aufschrei, wenn ein Ausbildungsbetrieb oder eine Hochschule einen Ausbildungslehrgang oder ein Studium „nur für Männer / Frauen nicht zugelassen“ anbieten würde? Unabhängig davon, welche – vielleicht löblichen – Absichten dahinter stecken mögen oder um welchen Beruf es sich handeln mag.

    • ähm… Entschuldigung, aber du vergisst ein kleines, entscheidendes Detail der Geschichte… vor nicht allzu langer Zeit waren immerhin quasi 100% aller Studiengänge „nur für Männer“ zugelassen, das ist noch nicht mal hundertfünfzig Jahre her… eine entsprechende „Diskriminierung der Männer“ – die auch nur annähernd vergleichbar mit der Diskriminierung von Frauen gewesen wäre und sich durch alle Bereiche der Gesellschaft hindurch gezogen hat, hat es nie gegeben, auch wenn einige Zeitgenossen sich hier etwas anderes einzubilden scheinen. Was okay ist, mit Menschen deren Realitätsbild zu weit vom eigenen entfernt ist, hat es kaum Sinn zu diskutieren. Aber mal anders gedacht- so lange es immer noch reine Mädchen- und Jungeninternate gibt und das anscheinend auch noch okay ist, wen interessiert ein geschlechtsspezifischer Studiengang? Wer das will soll es machen und fertig. Klar kann man mit dem Studiengang speziell für männliche Psychologiestudenten nachziehen, ist doch auch in Ordnung. Wieso wird hier nur gleich wieder gegen die bösen, bösen Emanzipationsversuche gegeifert? Ach so, weil hier natürlich nur ganz sachlich aufgeklärt und kein Feindbild aufgebaut werden soll… iiiist klar…

      • „ähm… Entschuldigung, aber du vergisst ein kleines, entscheidendes Detail der Geschichte… vor nicht allzu langer Zeit“

        Und was hat das mit heute zu tun? Will du jetzt eine Bevorzugung, weil jemand anderem etwas passiert ist, was falsch war?

        „Wieso wird hier nur gleich wieder gegen die bösen, bösen Emanzipationsversuche gegeifert?“

        Und wie passt Emanzipation mit Sonderbehandlung und Schutzzonen zusammen?

        Weißt du, diese Emanzipationsversuche, wie du sie nennst, sind ja nicht auf dieses eine Projekt beschrägt.

        Es gibt die Frauenquote im öffentlichen Dienst und bald auch in der Privatwirtschaft, eine Männerquote wird abgelehnt.

        Es gibt Gleichstellungsbeauftragte die sich weigern etwas für Männer zu tun und Frauen auch nach 50% Frauenanteil weiter fördern.

        Es gibt ein millionenschweres Professorinnen, um den Professorinnenanteil zu erhöhen, obwohl Frauen im Vergleich zu Männer schon seit 30 Jahren eine 2 – 4 höhre Chance haben eine Anstellung als Professor zu erhalten, also sowieso schon bevorzug eingestellt werden.

        Bei der Feuerwehr, Polizei und beim Bund werden für Frauen die körperlichen Anforderungen gesenkt. Somit kann ein Mann durchfallen obwohl er besser ist, als alle Frauen. Die Bundeswehr wird zudem in wahnwitziger Weise umgestaltet, damit auch hochschwangere Frauen Schützenpanzer bedienen können:

        http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/hohe-anforderungen-verzoegern-die-auslieferung-des-puma-panzers-13405087.html

        Da die ganzen Einrichtungen/Hotlinies zum Schutz und zur Hilfe von Frauen, ohne ein entsprechendes Gegenstück für Männer. Oder nicht ganz… für Männer gibt es auch was. Siehe hier:

        http://1.bp.blogspot.com/–aOpkJo1YrE/VR50xor_IyI/AAAAAAAAAzA/bcbTmUOhJQ0/s1600/ungehorsam6.png

        Ein Täterhotline (Btw: Das Opfertelefon ist Kostenlos, das Tätertelefon ist Kostenpflichtig.).

        Und das obwohl Männer bei häuslicher Gewalt nicht mal häufiger die Täter sind:

        „Contrary to the overwhelming perception in society, numerous studies and statistics recently published from a variety of disparate sources have indicated that women are more likely to be verbally and physically aggressive to their partners than men, and are increasingly participating in serious acts of violence against other men, women, the elderly and children.“

        http://www.familylawexpress.com.au/family-law-news/children/childabuse/women-more-violent-and-controlling-than-men-various-studies-find/2366/

        Also wieviel „Emanzipationsversuche“ brauchen Frauen denn noch?

  25. Bei uns war das sogar so, dass Mädchen in den Ingenieurswissenschaften auf Probe studieren konnten und bei Gefallen ohne Bewerbung und ohne NC studieren konnten. Klarer Nachteil für die Männer, die weder reinschnuppern konnten und sich zusätzlich dem NC noch stellen mussten.

    • … und da will mir eine(r) sagen, in Deutschland würden „immer die Frauen diskriminiert“ 😀 Ich als Frau wünsche mir weder Bevorzugung noch Benachteiligung. Das Geschlecht sollte bei sowas einfach kein Thema sein!

  26. Ich finde, dass das Angebot durchaus seine Berechtigung hat. Viele Mädchen und Frauen, die sich für Mathe interessieren, zweifeln viel mehr an sich selbst als Jungen und fühlen sich ihnen in diesen Bereichen unterlegen (auch, wenn dem im Einzelfall vielleicht gar nicht so ist). Dieses Bild wird durch die heute gängigen und populären Mann- bzw. Frau-Rollenbilder gesellschaftlich vermittelt und so bekommen auch diejenigen weiblichen Personen diese Einstellung, die sie aufgrund ihres Wissens/ Könnens gar nicht nötig hätten. Trotzdem fürchten sie, in dieser klassischen „Männerdomäne“ zu versagen, weil die Gesellschaft ihnen den Erfolg dort nicht zutraut. Oft gibt es entsprechende Reaktionen sogar in der eigenen Familie. Ich denke, das Angebot ist weniger zur Diskriminierung gedacht als vielmehr dazu, den Frauen ihre Angst vor dem Studiengang zu nehmen und so das Fach für mehr Mädchen und Frauen interessant zu machen. Denen fällt es damit mMn oft leichter, sich für einen Studiengang zu entscheiden, der gesellschaftlich eigentlich nicht für sie vorgesehen wäre. Zum anderen haben die Mädchen die Möglichkeit, festzustellen, dass es ja auch noch andere Mädchen gibt, die das studieren. Als einzige Frau in einem ganzen Studiengang zu sitzen, wird wohl niemandem gefallen und diese Befürchtung liegt doch nahe, bei oben genannter Wahrnehmung des Studiengangs. Daher liegt das Problem hier für mich viel mehr in der Gesellschaft, wie du in deinem Blog immer so schön thematisierst. Von meiner Sicht aus versucht die Uni sogar ein wenig, dem entgegenzuwirken.
    Das einzige Ärgernis an der ganzen Sache ist das, was du in deiner Blogserie ja auch wieder regelmäßig anprangerst: die versteckte Diskriminierung von Männern, da die diese Möglichkeit umgekehrt nicht erhalten. Durch solche Angebote könnte man möglicherweise auch mehr Männer in typisch „weibliche“ Studiengänge bekommen.

    • Von diesem Rollenbild habe ich persönlich nie was mitbekommen und kann daher auch nicht sagen, wie weit verbreitet es in der Gesellschaft ist. Wenn es aber wirklich junge Frauen gibt, die sich den Studiengang aufgrund eines vorsintflutlichen Rollenbildes nicht zutrauen, ist es meiner Meinung nach nicht der richtige Ansatz, sie dann erst mal in einen Schutzbereich zu schieben. Denn egal, ob es so intendiert ist oder nicht, das Bild, dass (überspitzt formuliert) „die armen kleinen Frauen jetzt erst mal eine kleine einfache Einführungsversnstaltung zu höherer Mathematik hören“, schwingt mit und ist negativ konnotiert. Ich wüsste gern, ob es wirklich diese Frauen gibt, die sich, obwohl sie sich schon den Studiengang (möglicherweise ungerechtfertigter Weise) nicht zutrauen, ernsthaft für einen Beruf interessieren, wo es als Frau unter Männern ja dann in dieser Sichtweise nicht leichter wird, sich durchzusetzen. Wie dem auch sei, meiner Meinung nach ist es dann Aufgabe einer kompetenten Studienberatung bzw. der Uni generell, den Prozentsatz der Frauen aufzuzeigen bzw. jungen interessierten Frauen aufzuzeigen, dass man als Frau an der Uni und in dem entsprechenden Studiengang gute Chancen hat. Und bevor man sich für einen Studiengang entscheidet, informiert man sich doch eh darüber, setzt sich mal in ne Vorlesung, stattet den wichtigsten Einrichtungen der Uni einen Besuch ab, et cetera. Wieso dann nicht auch ein Gespräch mit dem Studierendensekretariat oder der Studienberatung?

      PS: „viele Mädchen und Frauen […] zweifeln viel mehr an sich“ –> kannst du das belegen? Wenn nicht, klingt es für mich nach einer insgesamt sehr negativen Sicht auf Frauen. Es scheint so, dass diese „allgemein sehr ängstlich sind und wenig Selbstbewusstsein haben“. Ich hoffe, das ist nicht das, was du eigentlich schreiben wolltest…

  27. Naja, wenn solche Fächer nicht von allzu vielen weiblichen Studenten gewählt werden, ist das vielleicht doch eine ganz gute Möglichkeit dieses Fach vom Label „Männersache“ zu befreien.

    Ich habe schon oft erlebt, dass Mädchen irgendein Wahlfach nehmen wollten oder sich für bestimmte Berufe interessiert hätten und dann doch nichts in die Richtung angefangen haben, da „da ja sowieso nur lauter Jungs sind“.

    Umgekehrt gibt’s das sicherlich auch häufig.
    Viele Menschen fühlen sich als einzige/r unter lauter gegengeschlechtlichen Leuten einfach nicht wohl oder wenn sie deutlich im der Unterzahl sind.
    Da besteht häufig auch einfach ein Interessenkonflikt oder die Betroffenen sind zu schüchtern oder wissen nicht wie sie mit dem anderen Geschlecht auf Dauer umgehen sollen.
    Es kommen u.a. auch oft Ängste, dass man sich verliebt oder dass er Rivalitäten unter den (hier männlichen) Kursteilnehmern geben könnte und man selbst der Auslöser ist.

    Oder man hat eben keine Ahnung über was man auf Dauer reden soll o.ä.

    Ich hab mir jetzt die Links nicht angesehen, aber ich finde so oder so, ungeachtet des Hintergrunds, auf welchem dieser Kurs entstanden sein mag, dass es entsprechende Kurse (in entsprechend als „Mädchenkram“ belegten Fächern) auch für männliche Studenten geben sollte.

    • Wenn man „keine Ahnung hat über was man auf Dauer reden soll“, dann ist eine Trennung aber doch sicherlich nicht förderlich? Dieses Problem verschwindet ja nicht von heut auf morgen. Da sollten die Frauen, die nicht wissen, wie sie mit Männern umgehen, es lieber im Studium lernen (was sie zur Not noch abbrechen können), als erst im Beruf. Die Männer/Frauen-Verteilung ändert sich nämlich, oh Wunder, dort nicht. (umgekehrt gilt es natürlich ebenso. Die Männer, die sich aus Scheu vor Frauen erst mal einem Männerstudiengang widmen, obwohl es in ihrer Branche vor allem Frauen gibt, sollten nochmal scharf nachdenken.)

    • „Oder man hat eben keine Ahnung über was man auf Dauer reden soll o.ä.“

      Dieses Problem sehe ich aber auch bei reinen Frauengruppen. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre während meiner Ausbildung als Fachinformatikerin (Anwendungsentwicklung) in einer reinen Frauengruppe gewesen, schrecklich. Und das, obwohl ich eher zu den ruhigeren Menschen gehöre und daher eher dazu neige, in einer Gruppe unterzugehen.

      In der Berufsschulklasse war es tatsächlich so, dass wir 18 Männer und 2 Frauen waren (was vermutlich sogar recht viele waren). Wenn ich eine Frage hatte, hat mir immer jemand geholfen, und in späteren Lehrgängen waren auch die anderen teilweise recht froh, dass ich mal eine Frage ausgesprochen hatte, weil auch die anderen nicht mehr mitgekommen sind. Also benachteiligt habe ich mich nie gefühlt.

  28. Ich würde das nicht zu schnell verurteilen. Auch ich bin der Meinung, dass Frauen das nicht brauchen. Vielleicht sollte man es aber auch gar nicht als „brauchen“ betrachten. Als Frau ohne Männer zu lernen, ganz egal, was es ist, kann etwas sehr Entspanntes sein. Das gilt umgekehrt genauso. Man ist weniger abgelenkt, konzentriert sich mehr auf das Wesentliche und ist, wie man so schön sagt, „unter sich“. Ich kann diejenigen, die sich daran stören, aber verstehen. Man kann es durchaus als aufgedrücktes Armutszeugnis interpretieren. Frauen hecheln nicht den ganzen Tag den Männern hinterher oder sind zu dumm für „richtige“, also eher von Männern dominierte Berufe. Genauso wie Männer sich nicht zu fein sind, um Erzieher zu werden. Grundsätzliche Interessen werden jedoch auch schon früh von den Medien gelenkt und innerhalb der Schulzeit alles andere als überwunden. Unser Wunschbild sieht beide Geschlechter in allen Arbeitsfeldern gleichermaßen vertreten vor. Dennoch sind die Tendenzen sehr stark. Ich würde es gerne sehen, dass auch von Frauen dominierte Berufsfelder es Männern ermöglichen, unter den gleichen Bedingungen zu lernen. Dadurch würden die Seiten ausgeglichen werden und man fühlt sich nicht als „Verbrecher Mann“, der schon durch seine bloße Anwesenheit diskriminiert. Außerdem würden Frauen wie meine Wenigkeit dann weniger den Eindruck bekommen, dass uns schwachen Damen mal wieder von den geduldig Seufzenden unter die Arme gegriffen werden muss. Schwieriges Thema.

  29. Mal ein anderer Gedanke: Wieso richtet sich der Blogeintrag eigentlich an „zukünftige StudentINNEN“?

    Geht das Thema denn nur weibliche studierende etwas an?
    Ich denke eigentlich eher, dass sich das Thema genauso an männliche Individuen richten sollte.
    Es geht schließlich alle was an.

  30. Zur Abwechslung könnte man ja auch einfach mal versuchen, dieses ANGEBOT zu betrachten, ohne sofort Diskriminierung und Sexismus zu brüllen.

    Übrigens ist es Absicht, dass ich „Angebot“ groß geschrieben habe, denn um nichts anderes handelt es sich. Keine Frau, die sich für diese Studienrichtung interessiert, wird gezwungen, diese ersten beiden Semester ohne männliche Kollegen zu absolvieren. Wer denkt er braucht’s nicht macht’s halt nicht und Punkt.

    Und nun zum Wesentlichen: man muss nicht a la Tugendfurie in jeder kleinen Erwähnung eines Geschlechterunterschieds sofort eine Anfeindung oder Ungerechtigkeit sehen. Mir persönlich kommt es völlig normal vor, dass sich viele (oder zumindest ein nicht zu übersehender Anteil) Frauen, die sich in einen „Männerberuf“ wagen, zunächst unsicher und eingeschüchtert fühlen. Für eben jene könnte dieser Kurs nämlich eine durchaus postive Message vermitteln. So etwa: „Guck mal, du bist nicht die einzige Frau in dem Gebiet. Du hast also gar keinen Grund, dich unsicher zu fühlen.“ Es ist ja schön und gut, wenn Du, Helge, viele starke, selbstsichere Frauen kennst, aber es ist nun einmal nicht jeder so. Es gibt aufgrund unserer verkorksten Gesellschaft so viele, Frauen sowie Männer, die sich an Neues erst einmal ganz langsam herantasten müssen und länger brauchen, um sich in einem neuen Umfeld sicher zu fühlen, einfach weil sie so viele negative Erfahrungen gesammelt haben, die ihr Selbstvertrauen völlig kaputt gemacht haben. Du kannst nicht verlangen, dass jeder gefälligst den Mut aufzubringen hat, kopfüber ins kalte Wasser zu springen, einfach weil alles andere ja diskriminierend wäre. Menschen sind verschieden. Und es ist meiner Meinung nach genau das Richtige, das zu erkennen und dementsprechend darauf einzugehen.

    P.S.: Um mal noch eine Perspektive anzudeuten: Da gibt es EINE Uni, die dieses Angebot macht und sofort ist es entweder sexistisch, weil es Frauen angeblich als minderbemittelt darstellt, oder aber unfair, weil es keine Uni gibt, die das gleiche für Männer anbietet, die einen „Frauenberuf“ lernen wollen. In diesem Fall sollte man sich aber nicht über das Angebot der Ernst-Abbe-Hochschule Jena echauffieren, sondern diejenigen Unis fragen, an denen „Frauenberufe“ gelehrt werden, warum es etwas Ähnliches nicht für Männer gibt, meinst du nicht?

    • Kennst du irgendwelche Kurse nur für Männer? Und ich meine jetzt nicht sowas wie Kurse zur Gewaltprävention oder wie sie ihre Männlichkeit überwinden. Also irgendwas wo Männer gefördert werden?

      Oder brauchen Männer das einfach nicht? Fast die gesamte kindliche und schulische Ausbildung ist z.Z. in Frauenhand, die Jungen fallen in Sachen Bildung immer weiter zurück, aber trotzdem richten sich so gut wie alle geschlechtsspezifischen Förderprogramme an Frauen. Und das soll man jetzt einfach so hinnehmen?

      • Die Kernaussage meines Kommentars war nicht „Frauen an die Macht, Männer sollen sehen, wo sie bleiben.“ Das hast du völlig missverstanden. Allerdings musst du bitte einsehen, dass es rein von der Logik her unnötig (und für die Uni sicherlich auch kaum umsetzbar) wäre, in einer von Männer dominierten Studienrichtung eines Einzelkurs einzig für Männer einzurichten. Da liegt die Idee, einen gesonderten Kurs nur für Frauen einzurichten näher.

        Wenn es beispielsweise ein ähnliches Angebot für Männer in Studienrichtungen gebe, die mit Psychologie zu tun haben (welche meiner ANNAHME nach von Frauen dominiert werden), dann würde ich das 100% befürworten. Ich sehe ja an meinem eigenen Bruder, wie unsicher und nervös auch Männer sein können.

        Was ich sagen will, ist dass man sich nicht über jedes gut gemeinte Angebot gleich echauffieren soll, als wäre es die sinnloseste, schlechteste Idee aller Zeiten, nur weil es sich nur an Männer oder nur an Frauen richtet. Dass Jungen in der Bildung benachteiligt werden ist mir bewusst. Allerdings müsste man schon ziemlich weit ausholen, um diesen Blogeintrag mit diesem Problem in Verbindung zu bringen.

        • Da liegt die Idee, einen gesonderten Kurs nur für Frauen einzurichten näher.

          Es liegen leider jede Menge schlechter Ideen gefährlich nahe. Das sagt leider noch gar nichts darüber aus, ob eine Idee sinnvoll und nicht-diskriminierend ist.

          Wenn es beispielsweise ein ähnliches Angebot für Männer in Studienrichtungen gebe, die mit Psychologie zu tun haben (welche meiner ANNAHME nach von Frauen dominiert werden), dann würde ich das 100% befürworten. Ich sehe ja an meinem eigenen Bruder, wie unsicher und nervös auch Männer sein können.

          Ich nicht. Ich denke zwar, dass es begrüßenswert ist, wenn mehr Männer Psychologie studieren, aber ich halte nichts von Schutzzonen gegen eingebildete Gefahren. Die lösen keine Probleme, sie schaffen bzw. zementieren welche.

          • „Die lösen keine Probleme, sie schaffen bzw. zementieren welche.“

            Das sollte insbesondere Psychologen klar sein…

            Ähm, ja.

        • Ich klaue mal von einer gewissen Frau Diefenbach:

          „Und deshalb würde ich den in der Sache entsprechend Interessierten und Engagierten der Uni Jena, wenn sie einen kleinen Rest Glaubwürdigkeit und Respekt ihrer Studenten bewahren wollen, dringend empfehlen, der eigenen Ideologie Rechnung zu tragen und u.a. die folgenden Projekte einzurichten:

          Anglistik ohne Frauen,
          Romanistik ohne Frauen,
          Germanistik ohne Frauen,
          Kulturwissenschaft ohne Frauen,
          Soziologie ohne Frauen,
          Sozialpädagogik ohne Frauen,
          Amerikanistik ohne Frauen,
          Literaturwissenschaft ohne Frauen,
          Veterinärmedizin ohne Frauen,
          Zahnmedizin ohne Frauen,
          Sprachwissenschaft ohne Frauen,

          denn in all diesen Fächern sind männliche Studenten unterrepräsentiert.

          Daraus folgt nach der – ja, was?, sagen wir: Vorstellung der Jenaer politisch Korrekten, dass Jungen ein negatives Selbstbild mit Bezug auf Inhalte und Formalia, die in diesen Fächern relevant sind, haben müssen.

          Und deshalb müssen sie – genau wie weibliche Studenten in MINT-Fächern – in einem Schonraum an die entsprechenden Inhalte und Formalia herangeführt werden und eine Karriereberatung erhalten, damit das mit der GleichSTELLUNG auch klappt!

          Ich würde von den Jeaner Kollegen sehr gerne hören, warum es keine entsprechenden Projekte gibt, die ihre eigene Argumentation notwendig macht!!!

          Ach ja, und dann würde mich noch interessieren, wie sie gedenken, den im Schonraum von der Realität verschonten Studentinnen, Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen – wahrscheinlich durch Einrichtung eines Arbeitsmarktes ohne Männer. Warum nicht? Die Ratio hat sich doch längst in vieler Hinsicht von Universtitäten verabschiedet, und dem persönlichen und institutionalisierten Wahnsinn sind doch anscheinend überhaupt keine Grenzen gesetzt.“

          —-

          Das Ding ist einfach, dass der Staat unglaublich viel unternimmt um Frauen für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Z.B. diese Übersicht über steuerfinanziert Programme zur Förderung von Frauen in der Spitze:

          http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/117/1611754.pdf

          251 Förderprogramme für unser Powerfrauen mit einem Buget von 104.896.417 €.

          Auch wenn Männer in DE 70-80% der Einnahmen durch Steuergelder erwirtschaften, sind so gut wie keine speziell auf Männer oder Jungen zugeschnittenen Förderprogramme zu finden. Männer sollen eben alleine klar kommen. Deswegen finde ich es gerechtfertigt sich darüber aufzuregen, wie diese Leute im Namen der Gleichbehandlung oder Chanengleichheit die Geschlechter ungleich behandeln. In dem Fall Jena werden Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Räume zu Verfügung gestellt, um ein Angebot nur für Frauen zu schaffen. Das ist eine Bevorzugung.

          Es wurde ja auch mal über eine Männerquote bei Erziehern gesprochen. Da wurde dann gesagt man kann Männer ja nicht zwingen in diesem Job zu arbeiten. Die gleiche Argumentation ist dann aber für Frauen nicht zulässig. Wo ist der große Ansturm von Frauen auf die Großindustrie-relevanten Berufszweige? Wenn ich mir Diefenbachs Liste ansehe, erkenne ich darunter kein Studienfach was mir jetzt für die Leitung einer große Firma von Nutzen sein könnte.

          Kann es nicht angehen, dass Frauen einfach in bestimmten Berufen nicht arbeiten wollen und das sich dadurch die Unterrepräsentanz ergibt und nicht durch Diskriminierung? So zu denken scheint verpönt, also führen wir lieber eine männerdiskriminierende Frauenquote ein.

          • Hier ein schönes Beispiel, wie man sich zurechtlegt Männer nicht zu fördern:

            „Nach dem Gesetzentwurf der Bundesfamilienministerin müssen sich die Gleichstellungsbeauftragten des öffentlichen Dienstes künftig auch für Männer einsetzen, falls die irgendwo unterrepräsentiert sind. Dagegen haben die Beauftragten vor dem Brandenburger Tor demonstriert. Ihr Auftrag sei es nicht, Männer zu Jobs zu überreden, die sie gar nicht wollten, lautete die Kritik. Man müsse sich auf Führungsjobs für Frauen konzentrieren. Weinberg sieht es ähnlich. „Wenn Männer in bestimmten Berufen kaum vertreten sind, heißt das nicht, dass sie benachteiligt sind“, erklärt er. Schwesig solle die Männerquote streichen.“

            http://www.zeit.de/2015/10/gleichstellung-politik-cdu-spd-marcus-weinberg-soenke-rix

            BAAM! Das muss man gar nicht untersuchen, das wissen die Politiker auch so. Männer sind nicht diskrimiert und brauchen auch keine Förderung, da wurde beschlossen und damit basta!

            Wenn Männer in bestimmten Berufen kaum vertreten sind, heißt das nicht, dass sie benachteiligt sind“

            Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Genau das gleich könnte man auch über Frauen sagen. Einfach nur bigot!

          • WOW, was Teddy schreibt, macht mich fassungslos! Ist damit nicht die ganze Diskussion hier eh teilweise hinfällig? Gleichbereichtigung sollte doch heißen, dass man im Kontext von Rechten, Pflichen und Chancen die beiden Wörter „Männer“ und „Frauen“ beliebig austauschen können sollte, ohne dass eine der entstandenen Möglichkeiten eben NICHT möglich sind!?

            „Wenn Männer in bestimmten Berufen kaum vertreten sind, heißt das nicht, dass sie benachteiligt sind“ –> wow, was gäbe es für einen verdammten Aufschrei, wenn da statt Männer Frauen stünde /o\ *Headdesk*

    • Sehe ich ganz genauso, vielen Dank. Einfach aus Überempfindlichkeit gleich überall „Sexismus“ zu schreien, ist leider die naheliegende negative Seite, wenn man sich viel mit diesem Thema befasst. Man sollte auch noch die positiven Ideen hinter diesem Angebot sehen können. Es ist ganz sicher NICHT dazu gedacht, den „armen dummen kleinen Frauen erst mal die Grundrechenarten beizubringen, weil sie es anders nicht packen“. Und wie du gesagt hast, MUSS man bzw. frau es nicht machen und es nimmt die Scheu vor dem Fach.

  31. Ein Zitat von der Seite der EHA:

    „Die Erfahrung zeigt, so Prof. Dr. Ralph Ewerth, der den Studiengang betreut, dass „junge Frauen in den beruflichen Männerdomänen sehr schnell Fuß fassen. Oftmals gibt es zuvor die Sorge, dass die männlichen Kommilitonen viel technisches Vorwissen mitbringen und am Beginn des Studiums einen großen Vorsprung haben. Dies ist aber nicht der Fall.“

    Könnte es vielleicht sein, dass die Hochschule gar nicht so ein negatives Frauenbild hat und dass das Angebot einfach für Frauen gemacht wurde, die sich unter Frauen wohler fühlen als unter einer Horde Männer?

    Helge, ich lese deinen Blog normalerweise gern, aber das hier war, um es mal hochdeutsch auszudrücken, ein Griff ins Klo.

    • Eine einseitige Förderung ist keine Diskriminierung? Und das Bild der „Horde Männer“ ist kein unbewußter Sexismus? 😉

      • Wenn ich mich einischen darf: Da diese Studienfächer tatsächlich größtenteils von Männern belegt sind, ist „Horde Männer“ wohl in keinerlei Hinsicht sexistisch sondern als das zu sehen, was es ist. Eine relative Mengenangabe.

        Die einseitige Förderung könnte übrigens auch an der mangelnden Nachfrage von Männen an „weiblichen“ Studienfächern liegen oder vielleicht bietet die Uni einfach keine derartig belegten Fächer an.

        Mam muss nicht jedes Angebot, dass sich an ein Geschlecht richtet als Diskriminierung werten.
        Dann müsstest du ja in ansehbarer Zeit auch einen Blogeintrag planen, in dem es darum geht, dass Tampons und Damenbinden abgeschafft werden sollen, weil sich dieses Angebot nur an Frauen richtet und das die Männer diskriminiert.

        Wenn der Bedarf besteht (und sei es nur, damit die Betroffenen sich wohler fühlen), dann ist das auch eine legitime Erklärung für die Existenz einer Sache.

        Und bevor jetzt jemand sagt,die Notwendigkeit von Damenhygieneartikeln und Kursen für Frauen kann man nicht vergleichen: Frauen könnten genauso ohne Binden oder Tampons rumlaufen. Aber sie fühlen sich mit ihnen einfach wohler.

        • Ein Horde ist eine umherziehende wilde Bande oder Rotte. Nicht negativ konnotiert? Klingt doch arg nach ‚Vorsicht, gefährlich!‘.

          http://funnystack.com/wp-content/uploads/2014/03/Funny-Political-33.jpg

        • ist „Horde Männer“ wohl in keinerlei Hinsicht sexistisch sondern als das zu sehen, was es ist. Eine relative Mengenangabe.

          Ahja. Wie oft verwendest du diese Mengenangabe denn sonst so? Eine Horde Rentner? Eine Horde Politiker? Eine Horde kleiner Kinder?
          Es kann natürlich wertneutral gemeint sein, oft hat der Begriff aber auch eine negative Konnotierung, im Sinne von „unzivilisiert.“

          Die einseitige Förderung könnte übrigens auch an der mangelnden Nachfrage von Männen an „weiblichen“ Studienfächern liegen oder vielleicht bietet die Uni einfach keine derartig belegten Fächer an.

          Ja. Und das völlige Fehlen jungenspezifischer Förderung in der Bildung trotz mehrerer hundert rein mädchenspezifischer Förderprogramme könnte vielleicht auch damit zusammenhängen, dass die Jungen vielleicht gar nicht gefördert werden wollen. Meinetwegen. Es gibt weitaus sinnvollere Förderoptionen, die nicht geschlechtsspezifisch sind. Dass diese nicht genutzt werden hat jetzt womit zu tun? Ach ja, kein Interesse bei den Männern. Ok.

          Dann müsstest du ja in ansehbarer Zeit auch einen Blogeintrag planen, in dem es darum geht, dass Tampons und Damenbinden abgeschafft werden sollen, weil sich dieses Angebot nur an Frauen richtet und das die Männer diskriminiert.

          Oder ich verlinke dir ein paar ernstgemeinte feministische Förderungen, wonach Tampons und Binden vom Staat bezahlt werden sollen. Geht in deiner Sicht vermutlich in Ordnung, denn „Mam muss nicht jedes Angebot, dass sich an ein Geschlecht richtet als Diskriminierung werten.“ Hier. Gibt aber noch mehr davon.

          Wenn der Bedarf besteht (und sei es nur, damit die Betroffenen sich wohler fühlen), dann ist das auch eine legitime Erklärung für die Existenz einer Sache.

          Tatsächlich? Wenn also Männer sagen würden, sie möchten an einer Uni ohne Frauen studieren, dann wäre das eine legitime Erklärung für deren Vertreibung oder zumindest für die Existenz frauenfreier Unis? Ernsthaft?

          • Normalerweise verwende ich dieses Wort als umgangssprachliches Synonym für Gruppe. Wenn du es unbedingt negativ belegt auffassen willst, bitte.
            Ich habe nur versucht darauf hinzuweisen, dass „Horde“ eigentlich eher neutral ist und keine Beleidigung oder sexistisch.
            Wo der Zusammenhang zwischen „Horde“ und irgendeinem sexuellen oder geschlechtsspezifischen Thema sein soll, ist mir sowieso schleierhaft.

            Nein, nicht „nicht gefördert werden wollen“, wie du mir so schön in den Mund legst.
            Sondern weil kaum „Mädchenfächer“ existieren, in und in denen, die eher von weiblichen Wesen belegt werden, ist der Mengenunterschied bei weitem nicht so groß, ebenso wenig wie die Brandmarkung als „Mädchensache“.
            Es gibt einige Ausnahmen (besonders im Bereich der Mode z.b.), wo dann allerdings tatsächlich kaum Interesse von Seiten der Männer besteht.
            Außerdem:Hast du denn schon einmal einen Antrag darauf gestellt, dass es eine Fördergruppe für männliche Studierende in solchen Fächern geben soll?
            Nein? Wie kommst du dann darauf zu sagen, dass mit einer Fördergruppe für Frauen Männer diskriminiert würden?
            Vielleicht hat es da ja Anträge und Nachfragen in großer Menge gegeben.

            Ich denke tatsächlich dass das von Vorteil wäre.
            Ich gebe jeden Monat bis zu 10€ für solche Hygieneartikel aus und dabei kaufe ich nur die absolut billigsten.
            In Familien mit geringem Einkommen, wo Töchter oftmals selbst für solche Sachen aufkommen müssen, oder allgemein bei Frauen die schlechter verdienen (als der Durchschnitt wohlgemerkt, nicht dass du das auch noch in den falschen Hals kriegst) wäre soetwas durchaus sinnvoll.

            Du bist dir hoffentlich im Klaren darüber, dass durch einfache Kurse niemand vertrieben wird?
            Aber abgesehen davon, fände ich es (sofern denn der Wunsch danach laut wird) vollkommen in Ordnung, wenn Männer auf selbige Weise gefördert werden.

            Aber einmal eine ganz andere Frage: Warum reagierst du gleich so sarkastisch, nur weil jemand mal andere mögliche Gründe für die Existenz solcher Gruppen aufführt oder dir gesagt wird, dass du etwas vielleicht überbewertest?

            Ich finde deine Blogeinträge eigentlich ziemlich gut und auch diese Gleichberechtigungs-Sache ist sehr interessant und hat durchaus seine Berechtigung.
            Aber wenn du anfängst jeden Schnipsel aufzugreifen und als Diskriminierung aufzubauschen, rutscht du vom.Niveau her ganz arg in Richtung Leutnant Dino und Co ab.

            Wenn es deine Meinung ist, dass dieser Studiengang diskriminierend für Männer ist, dann ist das deine Meinung. Aber du solltest (nicht nur auf dieses Thema bezogen) auch andere Meinungen gelten lassen und wenn du sie unbedingt widerlegen willst,.stichhaltige Beweise anführen.

            Dass es noch mehr Förderprogramme für studierende Frauen gibt, ist an sich auch kein Beweis für Diskriminierung.
            Wenn du nachweisen könntest, dass situationsgemäß ähnliche Förderprogramme für Männer ohne gute Begründung abgelehnt werden oder wurden, wäre das natürlich was anderes.

          • Wie kommst du dann darauf zu sagen, dass mit einer Fördergruppe für Frauen Männer diskriminiert würden?

            Logik. Es ist nämlich nicht möglich, eine Gruppe zu bevorzugen ohne gleichzeitig die exkludierte Gruppe zu benachteiligen.
            Lies bitte einfach meine Antwort an Bhelial, da erkläre ich, warum ich mit solchen Schutzzonenregelungen Probleme habe, selbst wenn sie reziprok aufgebaut werden würden.

          • Ich finde den Begriff „Horde“ so neutral wie z.B. „Meute“ oder „Bande“, also gar nicht. Aber musste du ja wissen…

            Mich stört eben nur diese immer wieder anzutreffende Andeutung, dass eine Gruppe Männer an und für sich ja schon was schlechtes ist. Das ist eben auch nicht nur meine Wahrnehnung:

            „Ihn störe nur, sagt Weinberg, „dass solche Frauenrunden immer gelobt werden und Männerrunden als böse Seilschaften gelten“ “

            http://www.zeit.de/2015/10/gleichstellung-politik-cdu-spd-marcus-weinberg-soenke-rix/seite-2

            Die Piraten-Partei bestand in ihrer Anfangszeit auch fast ausschließlich nur aus Männer. Das alleine hat einigen Feministinnen und Journalistinnen schon gereicht ihnen Frauenfeindlichkeit zu unterstellen.

            Es reicht einfach ein Mann zu sein und mit anderen Männern etwas zu machen und schon wird spekuliert, das da irgendwas böses im Schilde geführt wird.

          • Man kann eine Gruppe nicht bevorzugen ohne eine andere zu benachteiligen?
            Was ist z.b. mit Behinderten?

            Oder drehen wir das ganze doch mal um: Vielleicht haben ja die Männer des Kurses darum gebeten, die Frauen in einem anderen zu unterrichten, weil die so zickig waren?
            Könnte genauso gut sein.

            Abgesehen davon gibt es immer noch Eltern, Lehrer und allgemein Menschen, die es als „abnormal betrachten, wenn Mädchen Interessen in die Richtung haben.

            Live erlebt,.es gibt hier in der Stadt ein sprachlich-soziales Gymnasium und ein wissenschaftlich-technisches.

            Ich war (aus freien Willen) auf dem Sprachlichen, wir hatten etwas über 60% Jungs an der Schule, aber etwa ein Viertel der Mädchen hätte lieber auf die W-T-Schule gehen wollen und nicht gedurft.

            Wir hatten in der Oberstufe gesamt pro Sprache/soziales Fach 3-5 Stunden mehr als regulär darin, dafür hatten die WTs bis zu 5 Stunden mehr Mathe/Physik/Informatik/Bio usw.

            Wenn nun eines dieser Mädchen, die auf die sprachlich-soziale gehen mussten sich entscheidet eben jenes Fach, um das es hier geht studieren zu wollen, weil es Begabung darin hat, fehlt ihm trotzdem einiges an Wissen, welches durch so einen Kurs wieder ausgeglichen werden könnte.

            Ich finde das deswegen durchaus vorteilhaft.
            Wie gesagt, wenn es irgendwelchen Jungs mit anderen Fächern auch so gehen sollte, hätte ich nichts dagegen, wenn sie gleichfalls gefördert würden.

          • Was ist z.b. mit Behinderten?

            Du möchtest also Frauen mit Behinderten vergleichen? Ooooo-kay.

            Warum hinkt der Vergleich? Ganz einfach, weil Behinderte eine reale Benachteiligung haben, wenn man sie also bevorzugt, sinkt die relative Benachteiligung, die sie gegenüber anderen Menschen haben, was gesellschaftlich erwünscht ist. Haben Frauen eine reale Benachteiligung gegenüber Männern? Falls du dies bejahst, kannst du diese Benachteiligung auch belegen?

            Abgesehen davon gibt es immer noch Eltern, Lehrer und allgemein Menschen, die es als „abnormal betrachten, wenn Mädchen Interessen in die Richtung haben.

            Ja und es gibt Menschen, die halten alle Männer für Vergewaltiger.

            aber etwa ein Viertel der Mädchen hätte lieber auf die W-T-Schule gehen wollen und nicht gedurft.

            Weil die Eltern es verboten haben? Wo lebst du? Und wie lange soll das her sein?

            Wenn nun eines dieser Mädchen, die auf die sprachlich-soziale gehen mussten sich entscheidet eben jenes Fach, um das es hier geht studieren zu wollen, weil es Begabung darin hat, fehlt ihm trotzdem einiges an Wissen, welches durch so einen Kurs wieder ausgeglichen werden könnte.

            Jeder normale, gemischtgeschlechtliche Förderkurs könnte das aber auch.

            Wie gesagt, wenn es irgendwelchen Jungs mit anderen Fächern auch so gehen sollte, hätte ich nichts dagegen, wenn sie gleichfalls gefördert würden.

            Ich habe schon mehrfach ausgeführt, warum die Einrichtung von Schutzzonen keine Probleme löst, sondern neue schafft. Das ändert sich auch nicht, wenn man noch mehr Schutzzonen aufbaut.

        • „Die einseitige Förderung könnte übrigens auch an der mangelnden Nachfrage von Männen an „weiblichen“ Studienfächern liegen…“

          ach so? Nach dieser Argumentation könnte es doch auch einfach so eine mangelnde Nachfrage von Frauen an „männlichen“ Studienfächern geben. Wo ist das Problem? Falls von Politik und Gesellschaft gewünscht wird, dass auf Biegen und Brechen die Geschlechterverteilung überall 50 : 50 liegt, dann müssen die Männer in „Frauendomänen“ ebenso gefördert werden wie die Frauen in „Männerdomänen“. Falls man aber, und das wäre deutlich klüger, sagen möchte: „soll jeder selbst entscheiden, was er machen will“, dann braucht man überhaupt nichts zu machen sondern kann, unabhängig vom Geschlecht, diejenigen gesondert fördern, die es wünschen bzw. die es nötig haben.

      • Vielleicht ist „Horde Männer“ unbewusster Sexismus. Könnte ja sein, dass ich, ganz getreu dem Motto der Gender Studies, zwar physisch ein Mann bin, mich aber innerlich als Frau sehe. 😉

        Spaß beiseite. Wenn man es mal akribisch betrachtet, ist nirgendwo auf der Seite die Rede davon, dass Frauen in diesem Kurs speziell gefördert werden und ihnen ein Vorteil gegenüber männlichen Studenten angeboten wird. Sicher, es wird erwähnt, dass Frauen in diesen beiden Semestern die Grundlagen des Faches beigebracht bekommen. Da allerdings schon im darauf folgenden Satz darauf eingegangen wird, dass Männlein und Weiblein am dem 3. Semester für die Wahl der jeweiligen Vertiefungskurse zusammen studieren, würde ich dieses Hervorheben der „Grundlagenkenntnisse“ allerhöchstens als unglücklich gewählte Formulierung betrachten. Ich bin der Annahme, dass die EHA einfach kurz erklären wollte, was für BEIDE Geschlechter in den ersten beiden Semestern geschieht, es allerdings nicht deutlich genug gemacht hat.

        • Das ändert doch nichs daran, dass es sich um eine einseitige, geschlechtsspezifische Förderung handelt. Es ist vermutlich eine komplett ineffiziente und nutzlose Förderung, ja. Einseitig bleibt sie aber trotzdem, da sie ja den Zutritt anhand des Geschlechts beschränkt.

          Könnte ja sein, dass ich, ganz getreu dem Motto der Gender Studies, zwar physisch ein Mann bin, mich aber innerlich als Frau sehe.

          Die Annahme, dass sexistische Ansichten über Männer nur von Frauen kommen können, ist hahnebüchen. Das geht logischweise aus allen und in alle Richtungen.

          • Da redest du immer davon, dass man die Smileys in deinen Kommentaren bitte nicht ignorieren soll, weil sie einen Witz kennzeichnen und dann nimmst du selber was ernst, was mit einem Smiley ganz klar als Joke gekennzeichnet wurde. Das ist schwach, Helge.

    • „Könnte es vielleicht sein, dass die Hochschule gar nicht so ein negatives Frauenbild hat und dass das Angebot einfach für Frauen gemacht wurde, die sich unter Frauen wohler fühlen als unter einer Horde Männer?“

      Halte ich für unwahrscheinlich. Gehen wir aber einfach mal von dem Könnte aus:

      Diese jungen Frauen müssen lernen, dass das Leben kein Ponyhof ist. Warum sie in Watte packen? Die wollen erwachsen sein, die wollen studieren: Bitte. Zum Erwachsensein gehört es dazu, dass man sich nicht immer hundertprozentig kuschelflauschigweich aufgehoben fühlt. Was wollen sie machen, wenn sie später im Berufsleben stecken? Den Chef bitten, dass er erstmal zwei Jahre lang alle männlichen Mitarbeiter nach Hause schickt, damit Frau sich ordentlich einleben kann im neuen Job?

    • Lex schrieb:
      29/07/2015 um 12:53

      Ein Zitat von der Seite der EHA:

      „Die Erfahrung zeigt, so Prof. Dr. Ralph Ewerth, der den Studiengang betreut, dass „junge Frauen in den beruflichen Männerdomänen sehr schnell Fuß fassen. Oftmals gibt es zuvor die Sorge, dass die männlichen Kommilitonen viel technisches Vorwissen mitbringen und am Beginn des Studiums einen großen Vorsprung haben. Dies ist aber nicht der Fall.“

      Und wenn ich diesen letzten Satz dann lese, dann frage ich mich wozu dann überhaupt die Sonderförderung bzw. die beiden Frauensemester. Wenn es laut dem Professor sowieso keinen Unterschied im technischen Vorwissen zwischen männlichen Kommilitonen und weiblichen Kommilitonen, warum bieten sie dann diese Förderung der Frauen überhaupt an?
      (abgesehen von den bisher aufgeführten Gründen das viele Mädchen sich nicht zutrauen und sich darüber Sorgen nicht mit den Jungs mithalten zu können)

      Für mich klingt das schon nach einem Widerspruch in sich.

  32. Auch ich denke, daß solche Studiengänge ein sehr reaktionäres Frauenbild vermitteln. Die Tatsache, daß es solche Förderungen (kleinere Lehrgruppen, mehr Ressourcen, mehr Auswahl) nur für Frauen gibt, macht dies zu einer strukturellen Diskriminierung, etwas von dem unsere PolitikerInnen behaupten, daß diese ausschließlich gegen Frauen existent sei. Es ist aber auch absurd mehr oder weniger willkürlich die Bevölkerung anhand des Geschlechts zu separieren. Was hätten wir doch noch alles für Diskriminierungsmöglichkeiten: Blonde, Bayern, Ausländer, Arbeiterkinder, Legastheniker, Kleinwüchsige. Mir wird unwohl wenn ich an meinen Sohn denke, dem man nicht etwa fördern wird, sondern sagen, „Du, wir finden, daß wir zuviele Menschen mit Penis hier haben“.

    Was ich Euch unbedingt sagen wollte: Ich komme aus der Blogblase um männerrechtliche Themen hierher. Wir diskutieren solche Themen schon was länger, eher unter uns und ganz überwiegend unter Männern. Ich hoffe, ich kann auch für andere sprechen, aber die Schlagzahl solcher absurden Meldungen ist doch recht hoch und bestimmt sind ziemlich viele fassungslos über das was so abgeht. Man fühlt sich dann schnell allein. Daher bin ich gerade ziemlich begeistert wenn ich hier sehe wieviele (unbekannte) und dabei insbesondere Frauen sich für tatsächliche Gleichberechtigung engagieren. Dass das was einige Netzfeministinnen, Politikerinnen und Gleichstellungsbeauftragte so in Sachen Männerfeindlichkeit und Opferfeminismus machen und sagen, eben doch nicht von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen wird. Dankeschön!

  33. Oh man, im Ernst? Wie tief kann man denn sinken? Und wie soll das weitergehen? Unternehmen, in denen nur Frauen arbeiten dürfen? Mal ehrlich.
    Vielleicht haben es Frauen in technischen Berufen und auch im Studium nicht leicht. Ja, es gibt Profs, die glauben, dass Frauen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften falsch sind. Aber es gibt auch welche, die das gut finden und fördern. Wie soll man denn später im Beruf klarkommen, wenn man sich im Studium nicht durchsetzen kann?
    Noch dazu gehört Durchsetzungsstärke doch immer dazu. Es wird immer Konkurrenz geben, nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern auch zwischen Kollegen gleichen Geschlechts. Da fragt man sich doch, auf welche Ideen manche Leute kommen ….

    • Ich habe schon von Ideen gehört, denen zufolge Schulnoten bis mindestens zur Mittelstufe abgeschafft werden sollen. Die Kinder müssen in Watte gepackt werden, weil diese böse böse Leistungsgesellschaft ihnen sonst ihre Kindheit verdirbt und zu „Depressionen“ führt. (Damit möchte ich keinesfalls über diejenigen herziehen, die tatsächlich unter einer schlimmen Kindheit oder unter Depressionen und ähnlichem leiden. Aber: Oft werden diese schlimmen Gründe einfach vorgeschützt, wo sie nicht vorhanden sind!!!) Ich habe in meinen ersten Semestern an der Uni immer wieder von jungen Damen und Herren gehört, die mit Anfang 20 noch immer mit ihren Eltern lernen und sich von denen auf die Klausuren vorbereiten lassen. Ich kenne Leute, deren Bachelorarbeiten von den Eltern geschrieben wurden, damit der Nachwuchs nur ja nicht belastet wird. So viel zu „wie wollen die sich mal durchsetzen“ 😀 Es scheint sich da eine ziemlich krasse und dämliche Denkweise zu entwickeln…

  34. Als ich in den 50er Jahren zur Schule ging, gab es noch getrennte Klassen: Maedchen/Jungs. Das wurde spaeter aufgehoben und es kamen gemischte Klassen, was in der BRD als grosser Fortschritt der Liberalitaet und Freiheit gefeiert wurde (weggefallen sind dafuer die spannenden, hochinteressanten Tuscheleien bei gemeinsamen (!) Filmvorfuehrungen, wer sich fuer welches Maedchen interessiert und welches Maedchen immer zu einem bestimmten Typen schaut), da gab es wenigstens noch etwas zu entdecken.
    Und jetzt also lese ich, es gibt Angebote nur fuer Frauen. Spaeter „duerfen“ auch Maenner dazu kommen. Wie nett.
    Fuer mich ist das eine Glasklare Rueckentwicklung, die wohin fuehrt? In die Steinzeit? ist doch voellig Egal, aus welchen Gruenden so ein Angebot gemacht wird. Irgendwann muss sich das arme Maedchen der Wirklicheit stellen und entdecken dass es auch Maenner gibt. Im Leben und im Beruf.
    Nebenbei: ich lese hier auch von gesellschaftlichen Ursachen, dass es Frauen mit schwach ausgebildetem Selbstbewusstsein gibt.
    Hm.Ich lese nirgendwo, dass es auch eine persoenliche Verantwortung uber sich selber gibt. Die wird nur den Maennern vorgehalten, wenn sie etwa aggressiv sind oder ein anderes Menschenbild haben als es Linksgruen gepredigt wird.
    Also, Rueckschritte unter dem Mantel der weiblichen Foerderung. Wem,s gefaellt…vielleicht wird es dann doch wieder spannender so zwischen Mann und Frau….

    • „Fuer mich ist das eine Glasklare Rueckentwicklung, die wohin fuehrt? In die Steinzeit? ist doch voellig Egal, aus welchen Gruenden so ein Angebot gemacht wird. Irgendwann muss sich das arme Maedchen der Wirklicheit stellen und entdecken dass es auch Maenner gibt. Im Leben und im Beruf.“

      Danke. Danke. Danke.

      Mir geht dieses ständige in Watte Packen so auf den Zeiger. Wir reden hier von Studenten. Wenn die sich bewusst für einen Studiengang entscheiden, haben die a) gefälligst die Grundlagen zu beherrschen, die für diesen Studiengang die Voraussetzung sind und b) damit zu leben, dass es auf dieser Welt auch noch ein anderes Geschlecht gibt. Ich finde das so furchtbar affig, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann Oo

  35. Hierbei geht es nicht darum, dass Frauen „doof“ wären, sondern darum dass manche „Männer“ sich schlicht weg zu viel auf den Umstand einbilden ein „Mann“ zu sein.
    Einige haben Vorurteile ( egal ob berechtigt oder nicht!!! ) und das würde manche Studentinnin stören oder gar vom studieren abhalten. Auf meiner Uni ( Hessen ) ist es eines der
    höchsten Gebote, dass sich die Studenten frei entfalten können, und das geht nur wenn man ihnen keine UNNÖTIGEN Steine in den Weg legt – egal ob auf zwischenmenschlicher Ebene oder anderen.
    Jeder Mensch ist anders, d.h. eine Person kann von sich selber nicht zwangsweise auf andere schließen! Manche haben Vorgeschichten (die vielleicht in dem Beruf nicht gestört hätten )
    aber die andere Leute ausnutzen um deren Leben massiv negativ zu beeinflussen. – damit wäre dann die freie Entfaltung den Bach runter gegangen.
    Alle sollten sich merken: Jeder Student oder Interessierte könnte der nächste potentielle Einstein sein und die Welt revolutionieren – ist die Arroganz mancher Männer es wert
    dieses Potential zu verschwenden? Da könnte ihr euch jetzt so sehr aufregen wie ihr wollt und mit der Masche ankommen „Berufsrisiko“ und „damit muss man halt leben“, aber ich
    frage euch ernsthaft: Ist diese Einstellung es wert?
    Jeder muss bedenken: Man hat nur EINE Chance sein Leben zu gestalten, jede Entscheidung ( ob selbst entschieden oder von außen beeinflusst ) bestimmt auch den kommenden
    Weg. Wäre es nicht schade, wenn man so große Chancen verpasst?
    Ich finde die Idee gut – auch als Experiment! Hier geht es nicht darum Jungs von typischen Männerberufen wegzubekommen, sondern anderen Leuten eine Chance zu geben. Und das ist
    etwas gutes, wenn man an die Minderheit denkt! Es entstehen keine Nachteil daraus – warum sollte man es nicht probieren?!

    • Es entstehen keine Nachteil daraus – warum sollte man es nicht probieren?!

      Es verstärkt Stereotypen. Genau das, was man im Interesse der Gerechtigkeit eigentlich bekämpfen sollte.

      • Weißt du; würden manche Männer einfach mal ein wenig Nachdenken oder sich an ein „Gerechtigkeitsideal“ halten wäre das nicht nötig.
        Ist es dir lieber pauschal alle männlichen Menschen von dieser Uni zu schmeißen? Man wird nicht unterscheiden können wer ein Problem
        mit Frauen hat und wer nicht – es würde Aussage gegen Aussage stehen und ich hoffe, dass du ausreichend mit dem deutschen Gesetz
        vertraut bist um zu wissen wie ein Gericht in so einem Fall reagieren muss.
        Es gibt das Problem und das ist Fakt! Daran werdet ihr alle nichts ändern können! Findest du es denn gerecht, dass manche Männer
        auf Frauen rumkloppen??? Hat das was mit einem tollen Gerechtigkeitsbild zu tun? Ich hoffe mal nicht! Und findest du es gerecht,
        wenn den Frauen, oder allen Opfern daraus Nachteile entstehen – wegen der DUMMHEIT anderer??? Ist das dein Gerechtigkeitsbild?
        Toll, dann brauchen wir auch keinen Vergewaltigungs – oder Kriegsopfern mehr helfen und auch keinen anderen Ländern. Dann brauchen
        wir niemanden mehr zu helfen – „ist ja dann alles Berufsrisiko – müssen sie halt mit leben, muss man halt bedenken“ -oder was??!!!
        Wenn alle so denken, na dann gute Nacht.
        Dann brauchen Angehörige eines Mordopfers auch keinen Trost oder Hilfe mehr, was? Wenn ein anderer negativen Einfluss auf ein
        anderes Leben hat – endet die Gerechtigkeit! Und sollen dann die Opfer darunter leiden – ‚weil das ja dann voll gerecht ist …‘ ( nichts zu unternehmen ….
        2. Man gebietet Einhalt, indem Fall müsste man jeden Knaben lokalisieren und von der Hochschule werfen – keiner würde sich das aber eingestehen
        = Aussage gegen Aussage = nichts passiert, alles geht weiter
        3. Man sucht einen dritten neutralen Ausweg – indem Fall trennt man beide Seiten eben. Ist in der Schule doch nicht anders. Wenn zwei
        Tischnachbarn streiten oder Ärger machen etc. setzt man sie auseinander! Will man hier jetzt ernsthaft sagen, das sei eine andere Sache?
        Das würde ja automatisch heißen dass Kinder nicht gegrecht behandelt werden würden – haben denn Erwachsene mehr Lebensrechte? Ja?
        Man wird es nicht unter Gerechtigkeit gegenargumentieren können, da IMMER irgendwo in der Menschlichen Gesellschaft eine sog. Ungerechtigkeit
        entstehen würde. Deshalb ist diese ganze Diskussion Schwachsinn!
        Hier wird sich um ein Thema hoch geschaukelt, was ein ganz normales Problem anspricht.

        • wow, du hast ja ein richtig mieses Menschenbild. Bei dir denken also Männer nicht nach und halten sich nicht an ein Gerechtigkeitsideal, was immer das heißen mag. Und Frauen können sich bei dir nicht wehren und sind Opfer. Ich würde Opfern jederzeit helfen und hoffe, dass das auch der Großteil der Gesellschaft so sieht. Aber du scheinst hier was zu verwechseln. Es gibt nicht das Problem, dass Frauen an Universitäten bzw. speziell „Männerstudiengängen“ diskriminiert werden. Und ich sehe folglich in diesem Kontext auch keine Opfer. Wieso du dahingehend auf Vergewaltigungs- und Kriegsopfer sowie Mord und Totschlag kommst, ist mir schleierhaft, zumal diese bei weitem nicht immer „nur“ Frauen sind!

          Nehmen wir an, es gibt das Problem, dass einige Männer an der Uni einige Studentinnen „blöd“ behandeln. Selbst wenn das „blöd“ Straftaten umfasst (und damit selbstverständlich mehr ist als nur blöd!!!), kann man doch nicht jeden Mann gleich von der Uni werfen, weil ein Geschlechtsgenosse zufällig ein Arschloch war? Soweit ich weiß, nennt man das Sippenhaft, und wird von freundlichen Ländern wie Nordkorea praktiziert. Nein, danke. Der Gedanke ist so abstrus, dass ich verzweifelt lachen muss.

          Wieso muss man denn bei einem neutralen Ausweg beide Seiten trennen? Du tust ja geradezu, als wären Studierende nicht erwachsen. Das sind sie aber, sie sind durchschnittlich zwischen 20 und 30 Jahren alt! Nein, Erwachsene haben nicht mehr Lebensrechte, aber ab irgendeinem Alter kann man erwarten, dass sich Menschen (zudem die „Elite“ des Landes an den Universitäten!) sich halbwegs zivilisiert benehmen kann. In der Schule spricht man das pubertierenden Jugendlichen teilweise ab, ja. Abgesehen davon setzt man dort zwei Personen auseinander (Geschlecht völlig egal!), die sich nicht benehmen können. Man teilt nicht gleich die ganze Klasse auf!

          • Würden ALLE Studenten auch geistig erwachsen sein – müssten wir hier nicht über sowas diskutieren.
            Wunschvorstellungen in allen Ehren, aber ab und zu kann man sich auch die Realität anschauen. Wäre die Welt prima, wären manche
            Maßnahmen nicht nötig. Logische Schlussfolgerung! Man kann wegschauen und sich in eine wunderschöne, übersoziale Fantasiewelt
            verkriechen oder sich mit manchen Thema mal wirklich befassen. Wenn du keine kindischen Studenten/innen kennengelernt hast,
            sei versichert: ich kenne zu viele! Und ich kenne auch Männer, die einen (nur weil man eine Frau ist) nicht ernstnehmen und deren
            Forschung absichtlich schlecht machen. Es gibt das Problem! Und wenn du es nicht kennst freue dich! Aber du kannst nicht von
            dir auf andere schließen!
            Da (auch in anderen Bereichen) Probleme auftauchen, versucht man sie halt zu lösen. Glaubst du ernsthaft alle Menschen haben
            so viel Langeweile und denken sich Szenarien aus, um eine fiktive lösung zu schaffen. Also ernsthaft – in der Wirtschaft ist das so, ja.
            Ich sage nur Energiesparlampen, Aspatam und ‚Klimawandel‘ … Aber in der Bildung hat man nicht ganz so viel Langeweile um sich
            irgendwelche Lösungen auszudenken. Wenn dem so wäre, hingen wir immernoch im Mittelalter fest.

          • Aber was bringt eine Trennung auf Dauer? Selbst falls das Problem in dieser Art und Weise existiert, ist die Trennung von Männern und Frauen doch keine angemessen Lösung, da sie eh nicht von Dauer sein wird! In diesem Studiengang treffen sie ab dem 3. Semester zusammen, bei reinen Frauenstudiengängen dann in der Arbeitswelt. Es verlagert nur das Problem! Und verschlimmert es sogar, da im Job überhaupt kein „Schutzraum“ sein wird.

        • An welches „Gerechtigkeitsideal“ halten sich denn manche Männer nicht?

          Und für was soll man Männer gleich von der Uni schmeißen?

          • Hast du wirklich gelesen was ich geschrieben habe?
            Es gibt manche Männer, die halten sich für was besseren und Frauen für dumm und dafür, dass sie unbedingt hinterm Herd stehen sollen, statt zu forschen etc.
            Demnach benehmen sich einige – das ist das Problem.
            Ich weiß ja nicht wie das auf deiner Uni ist, aber auf meiner fliegt man bei Mobbing etc.
            Wenn ALLE Männer (und Frauen) respektvoll oder mind. neutral miteinander umgehen würden, müssten wir hier nicht über solche Themen schreiben.
            Aber da das nicht alle tun = Lösung muss ausgedacht werden.
            Jede Aktion erzeugt eine Reaktion, diese kann gewaltsam oder friedlich sein. (gewaltsam wäre – die, welche belästigen müssen gehen, oder friedlich: die, die ärgern und die die
            geärgert werden müssen getrennt werden.)

          • Es gibt manche Frauen, die halten sich für was Besseres und Männer für dumm und sie denken, dass diese nur einfachste körperliche Arbeiten unter Aufsicht machen sollen, statt zu forschen etc.

            Merkst du was? Ich habe deine Aussage nur leicht verändert. Sie stimmt noch immer. Und trotzdem kämen nur wenige Menschen auf die Idee, das Schutzzonen das Problem lösen würden.

            Darf man fragen, was du wo studierst, wenn du so eklatante Probleme mit der dortigen Männerpopulation siehst?

          • „Es gibt manche Männer, die halten sich für was besseren und Frauen für dumm und dafür, dass sie unbedingt hinterm Herd stehen sollen, statt zu forschen etc.“

            Und wieviel Prozent der Männer sollen das sein? Ich habe keinem meiner Kommilitonen in den Kopf geschaut, aber für so ein Frauen-gehören-in-die-Küche-Gedöns wäre jeder einfach nur ausgelacht worden.

            Ein Glück halten Frauen sich ja nie für was besseres…

            Seite 62:
            „Die ganz überwiegende Mehrheit der Befragten, Frauen wie Männer, hält es für sinnvoll, dass künftig mehr Frauen in kommunale Spitzenpositionen kommen. Allerdings zeigen sich erhebliche Unterschiede in den Argumenten: Während die Frauen vor allem für sich in Anspruch nehmen, „besser zu regieren“, [..]

            Die befragten Frauen nehmen also vielfach für sich Anspruch, die „besseren Chefs“ zu sein, kommunikativer und diplomatischer zu agieren, bessere Integrationsleistungen zu vollbringen.“

            http://frauen-macht-politik.de/fileadmin/eaf/Dokumente/Schwerpunktthema/Studie_Frauen_fuehren_Kommunen.pdf

            Wie sehe denn hier der Lösungsvorschlag aus? Muss man dann nicht auch eine extra Politik machen um die Menschen vor diese sexistischen Frauen zu schützen? Oder sind die nicht so wichtig im Vergleich zu einzelnen männlichen Studenten? ^^

            Und Frauen die andere Frauen mobben fliegen also bei dir gleich von der Uni – heißa das ist ja was!

        • Ich gehe mal davon aus, dass du eine sehr gute, knallharte, nicht nachdenkende Feministin bist.
          Du solltest aber wissen, dass ueber 500 wissenschaftliche Forschungsergebnisse rund um die Welt festgestellt haben, dass Gewalt zu gleichen Teilen (!) von Frau und Mann ausgehen.

          https://frauengewalt.wordpress.com/

          Nur Fanatikerinnen ignorieren das.
          Um dich zu zitieren:
          Es gibt halt Frauen,die sich schlichtweg zuviel drauf einbilden Frau zu sein.

    • Schlage vor, fuer jede Studiengruppe eine eigene Universitaet zu gruenden.
      Mehr noch: jede Studiengruppe muss geteilt werden in Maennlich/Weiblich.
      Wieso nur in Maennlich/Weiblich?
      Ich erkenne grandiose Diskriminierungen.
      Warum nicht teilen auch in Dicke/ Duenne?
      Oder Lange/Kurze?
      In Doofe /Undoofe?
      Wer eigentlich sagt, dass nur Gruppen geteilt werden muessen?
      Wieso also nur fuer jede Gruppe eine eigene Universitaet?
      Warum nicht fuer jede einzelne Person eine eigene Universitaet mit Direktorium, Dekan, Bibliothek, Profs, Hoersaal, Hausmeister und veganem Raucherzimmer!?
      Jede einzelne Person hat das Grundrecht auf wirklich eigene wissenschaftliche,kuenstlerische, politische und personelle Entfaltung, denn der naechste Einstein, die naechste Curie lauert bereits moeglicherweise im Mutterleib! Und wer sind wir, die wir dies in maennlicher Arroganz und/oder weiblicher Bescheidenheit behindern wollen?
      Ich plaediere daher fuer personelle raumumspannende eigene Universitaet, in denen keinerlei Nachweis von Leistung mehr erbracht werden muss, denn Leistungserwartung erzeugt Druck und behindert die Entfaltung des naechsten Nobelpreistraegers.
      Und wer will schon diese Schuld auf seine schmalen Schultern laden?
      P.S. Die Frage ist nur, wer raeumt all die Steine auf dem Weg ins wissenschaftliche Paradies weg?

    • „das würde manche Studentinnen stören“ –> tja, dann sollen sich die sensiblen Studentinnen von den ungefähr 5 männlichen Vollidioten unter ca. 700 Studierenden, die in einer Vorlesung sitzen, fernhalten! Ich kenne auch nicht alle Informatikstudenten bei uns und von denen, die ich kenne, mag ich auch nicht alle (obwohl mir noch keiner blöd gekommen ist, weil ich eine von wenigen Frauen in dem Studiengang bin). Es gibt immer Leute und Einstellungen anderer Leute im Leben, die mich persönlich stören und die mich vielleicht auch negativ beeinflussen wollen. Je früher ich lerne, dass ich diese Personen ignorieren oder aber mich konstruktiv mit ihnen auseinandersetzen kann, oder aber dass sie mich auch mal beeinträchtigen und ich einen Weg finden muss, trotzdem klarzukommen, desto besser ist das.

      Und wieso eigentlich „die Arroganz mancher Männer“? ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Frauen viel arroganter sind. Mit arroganten Personen beiden Geschlechts müssen wir alle leben.

      Was die freie Entfaltung angeht, stellt sich mir die Frage, ob es nicht freier ist, wenn alle Studierenden gemeinsam lernen und arbeiten können, als wenn erst mal Gruppen gebildet werden, die später nicht mehr richtig zusammen finden können, da sich Lerngruppen etc. bereits gebildet haben. Außerdem geht ein Teil des Wissens und der Herangehensweisen im Studiengang verloren, wenn man getrennt ist. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile – schon mal gehört?

  36. Ich selbst studiere informatik in den niederlanden und in vielleicht einem Jahrgang gibt es maximal 3 weibliche Studentinnen. Es gibt immer noch das Bild das nur Männer im Informatik Wesen vertreten sind und Frauen dort so gut wie gar nichts zu suchen haben. Es gibt sicher mehr als genug junge Frauen die sich für Informatik interessieren, aber die wenigstens entscheiden sich auch für den Schritt. Es ist nicht gerade einfach, in einem Männerberuf Fuß zu fassen. Die Lösung wie sie beschrieben wird, finde ich nicht gut. Frauen sind sehr gut in der Lage sich gegenüber dem männlichen Geschlecht zu behaupten.

  37. An der Hochschule Bremen gibt ist einen „Frauenstudiengang Informatik“
    … um das ganze noch etwas auf die Spitze zu treiben.
    Eine Freundin hat es studiert und wird jetzt aber einen guten normalen Informatikerberuf bekommen… also ich glaube nicht, dass es schlechter gewertet wird, wenn man so etwas studiert…

    Aber komisch klingen tut es trotzdem ^^

  38. „Einige haben Vorurteile ( egal ob berechtigt oder nicht!!! ) und das würde manche Studentinnin stören oder gar vom studieren abhalten.“

    Oh, das ist natürlich ganz schrecklich, wenn erwachsene Frauen es nicht schaffen, ihr Studium zu wuppen, nur weil irgendwer sie dabei stören könnte. Da hab ich allerdings eine ganz einfache Lösung für das Problem: Nicht studieren. Wer in dem Alter noch nicht gemerkt hat, dass es im Leben auch mal unangenehm zugeht, der hat mMn sowieso ein ganz anderes Problem als irgendwelche Männer.

    „Auf meiner Uni ( Hessen ) ist es eines der höchsten Gebote, dass sich die Studenten frei entfalten können, und das geht nur wenn man ihnen keine UNNÖTIGEN Steine in den Weg legt – egal ob auf zwischenmenschlicher Ebene oder anderen.“

    Männer sind unnötige Steine, die man diesen Frauen in den Weg legt? Oh wow. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mit 14 Jahren in die Arbeitswelt gesprungen bin, als ich nebenher meine Schule gemacht habe und deswegen nur einfach keine Zeit und auch nicht den Luxus hatte, wegen jedem Blödsinn rumzujammern und von meinen Mitmenschen zu erwarten, mir jedes Stolpersteinchen aus dem Weg zu räumen aber: Wir reden hier von erwachsenen Frauen. Immernoch. Findest du es nicht ein bisschen übertrieben, so zutun, als ginge es hier um kleine Kinder, die geschützt werden müssen?

    „Jeder Mensch ist anders, d.h. eine Person kann von sich selber nicht zwangsweise auf andere schließen! Manche haben Vorgeschichten (die vielleicht in dem Beruf nicht gestört hätten )
    aber die andere Leute ausnutzen um deren Leben massiv negativ zu beeinflussen.“

    Und? Zähne zusammenbeißen und begreifen, dass das was man da tut für die eigene Zukunft ist. Wenn das nicht klappt, dann eben rumjammern, sich unter der Bettdecke verkriechen und mit den Konsequenzen leben. Aber eine Frau, die sich die Zukunft verbaut, weil sie es nicht erträgt, mit Männern in einem Hörsaal zu sitzen, könnte ich sowieso nicht ernstnehmen (Und hat mMn auch weder im Hörsaal noch in der Berufswelt etwas verloren).

    „Alle sollten sich merken: Jeder Student oder Interessierte könnte der nächste potentielle Einstein sein und die Welt revolutionieren“

    lol. Ich hätte auch die nächste Ann-Sophie Mutter werden können. Warum hat sich bisher keiner darüber beschwert, dass mein musikalisches Talent nicht gefördert wurde? Sauerei.

    „ist die Arroganz mancher Männer es wert
    dieses Potential zu verschwenden“

    Von welcher Arroganz welcher Männer redest du hier eigentlich genau?

    „Man hat nur EINE Chance sein Leben zu gestalten, jede Entscheidung ( ob selbst entschieden oder von außen beeinflusst ) bestimmt auch den kommenden
    Weg. Wäre es nicht schade, wenn man so große Chancen verpasst?“

    Exakt. Wer die Chance nicht ergreift, hat Pech. Sowas nennt man Leben.

  39. Also langsam empfinde ich diese Blogeinträge und deine Kommentare Helge, doch als ein wenig frauenverachtend. Das ist nur meine persönliche Meinung, heißt ja nicht gleich, dass du das auch so sehen musst.

    • Wie man an meinen Kommentaren gemerkt hat, sehe ich das anders. Mich würde daher interessieren, was genau da als frauenverachtend empfindest. Ich würde deine Meinung gern besser verstehen. 🙂

      • Ich empfinde, es als frauenverachtend, wenn sich darüber aufgeregt wird, wenn neue Möglichkeiten für Mädchen und Frauen geschaffen werden. Mehr Möglichkeiten sind nie verkehrt, egal für welches Geschlecht. Meiner Meinung nach ist diese Debatte sinnlos. Frauen sind Frauen und Männer sind Männer. Ich finde, man sollte jedem, egal ob männlich oder weiblich, das Recht geben, selbst zu bestimmen wi er oder sie leben möchte, das sollte nicht vom Geschlecht abhängen. Und was ist denn so schlimm dran, wenn es extra Kurse für Frauen gibt, es ist doch nur eine zusätzliche Möglichkeit.
        Ich höre jetzt lieber auf zu schreiben, der Kommentar ist sowieso schön viel länger geworden, als geplant.

        • Genau, es sollte nicht vom Geschlecht abhängen, soweit stimmen wir überein 🙂 Ein Problem besteht aber meiner Meinung nach darin, dass diese Möglichkeit des reinen Frauenkurses Folgeprobleme mit sich bringt. Beispielsweise wird es schwer sein, den Frauenkurs und den anderen Kurs zusammenzubringen, da sie vielleicht unterschiedliche Sachen gelernt haben, aber zumindest schon sehr viele Kontakte untereinander haben und das nicht auf den jeweils anderen Kurs erweitern werden. Es kann außerdem im Berufsleben nicht die Möglichkeit geschaffen werden, dass Frauen auch unter sich arbeiten. Ich befürchte einen „Kulturschock“, wenn man die Frauen im Studium zunächst zu sehr in Watte packt. Das haben die bzw. wir Frauen nämlich nicht nötig 🙂 Frauenverachtend ist für mich daher nicht Helges Meinung, denn er ist nicht dagegen, dass Frauen gefördert werden. Er ist vielmehr dafür, dass, wie du auch sagst, alle gleich gefördert werden bzw. so, wie es am besten ist. Frauenverachtend sind mehr die Gedanken, die so ein reiner Kurs für Frauen hervorruft: „Frauen trauen sich nichts zu, Frauen brauchen mehr Förderung, Frauen sind wichtiger als Männer, Frauen müssen an spezielle Berufe herangelockt werden, Frauen brauchen Schutzzonen.“ Und diese Gedanken sind alle ziemlich rückschrittlich.

          • Ein Studiengang nur für Männer müsste her, dann wäre es wirklich gerechte Förderung.
            Aber was ist denn so schlimm daran, wenn es mehr Möglichkeiten gibt. Es gibt ja immer noch die gemischten Studiengänge. Ich finde, mehrere Optionen zu haben, ist nie verkehrt.
            Mein Fazit: es müsste halt noch einen Studiengang nur für Männer geben, denn das wäre dann wirklich fair.

  40. Also ich finde das alles komplett sinnlos…

    Ich selbst habe ein Jahr Chemieingenieurwesen studiert, bevor ich zu Psychologie gewechselt habe und keins der wenigen Mädels in dem Studiengang hat sich den Jungs unterlegen gefühlt.
    Die Jungs selbst haben sich auch eher gefreut, mal eine Frau zwischendurch zu sehen.

    Mit meinem einen Professor hatte ich eine unangenehme Begegnung in der mündlichen Nachprüfung für Statik, die relativ frauenfeindlich war, aber meiner Meinung nach muss man da einfach drüberstehen und in seine Fähigkeiten vertrauen?
    Selbstbewusstsein ist doch sowieso das A&O, egal, worum es geht, wieso also von sowas diskriminieren lassen?
    Davon abgesehen, dass das vermutlich Einzelfälle sind.

    Genauso könnte man sagen, dass die wenigen Jungs in meinem jetzigen Psychologie-Studium eine Sonderbehandlung bekommen sollten, z.B. um ihre Empathie anzugleichen oder so (weil ja laut Klischees Männer über weniger davon verfügen, was ebenfalls totaler Blödsinn ist).
    Ich bin der Meinung, dass man, wenn man sich für ein Studium entscheidet (unabhängig vom Fach!), genügend Selbstbewusstsein aufbringen muss/sollte, um sich darin in jeglicher Hinsicht zu behaupten.

    Mit solchen Programmen wird meiner Meinung nach allerdings eher so eine Art Hilflosigkeit (in der Hoffnung, dass es jetzt das richtige Wort ist) vermittelt. Leider gibt es zu viele Menschen, deren Selbstbewusstsein schnell einknickt, sobald sie das Gefühl bekommen, dass man ihnen gewisse Dinge nicht zutraut, was dadurch geschehen könnte – viele Freundinnen und auch männliche Freunde von mir sehen das ähnlich, auch von meiner alten Uni.
    Deshalb finde ich das alles sehr grenzwertig.

    So, ich hoffe, das ist einigermaßen strukturiert und verständlich! 😀

    • „Die Jungs selbst haben sich auch eher gefreut, mal eine Frau zwischendurch zu sehen.“ – Kann ich als ehemaliger Student einer TU bestätigen. XD

      Mich würde ja interessieren, ob diese Programme durch MINT-Studentinnen angeregt wurde oder durch fachfremdes Personal, dessen Kompetenz mehr im Bereich des Penis- und Vaginazählens liegen und deren Werdegang durch diese Bild gut beschrieben ist:

      https://pbs.twimg.com/media/CD3Kfw8WgAAUBBm.jpg

      Ich wohne mit 2 Informatik-Studenten zusammen. An ihrer Uni gibt es extra für Informatik eine Gleichstellungsbeauftragte, die lauter „tolle“ Ideen hat. Die Informatik-Studentinnen scheinen diese Ideen bloß wohl alle für ziemlichen Mist zu halten und finden diese Sonderbehandlung und die Gleichstellungsbeauftrage einfach nur peinlich. Die wollen wohl am liebsten, dass die ihre Arbeit einstellt. ^^

      • Hahaha das Bild ist klasse 😀 und so zutreffend.

        Meine ehemaligen Kommilitoninnen sind auch sehr froh, dass sie von sowas verschont bleiben und wenn ich mir vorstelle, sowas hätte es da gegeben, wäre ich wohl auch etwas beschämt gewesen. Tendiere also eher zum fachfremden Personal, dessen Kompetenz eher im Bereich des Penis- und Vaginazählens liegt (sehr schön formuliert 😀 ).

        Ich glaube, die gehen davon aus, dass wir Frauen unser Maul nicht aufkriegen, wenn uns was nicht passt. Dabei sind wir wohl alle Erwachsene und Vollidioten gibt es immer – auch unter den Frauen 😀

  41. Solche ausschließlich für Frauen Studiengänge sind doch nichts neues. Gibt es an der Hochschule Furtwangen sicher schon seit 10 Jahren oder so. Wird sogar von HP irgendwie gesponsert.

    Der Studiengang only for Girls nennt sich dort Wirtschaftsnetze Bachelor kurz WNB. Von allen die etwas anderes Studieren wird der Studiengang auch liebevoll Waschen Nähen Bügeln gennant.

    Im ersten Semester wurde mir direkt erklärt, dass man die WNBlerinnen schon von weitem erkennt. Anfangs habe ich das nicht gesehen, aber wenn man mal 2-3 Semester Studiert hat, kann man sie tadellos von allen anderen unterscheiden. Aus einem mir unbekannten Grund tragen sehr viele der WNBlerinnen bevorzugt Miniröcke das ganze Jahr über und das in Furtwangen, mitten im Schwarzwald, an der einzigen Hochschule mit zwei Wintersemestern! Schnee liegt da etwa von ende Oktober bis Anfang Mai. Also fast das komplette Studentenjahr über.

    Und nein da liegen nicht nur 3cm Schnee sondern wenn es richtig geschneit hat eher so zwischen 20 -50 cm. Manch einer soll schon sein Auto im Schnee nicht mehr gefunden haben.

  42. Yaaay
    Studieren ohne Kerle!
    Deshalb wechselt auch niemand den Studienort, weil das andere Geschlecht zu schwach vertreten ist 😀
    (Und das nicht aus „Ich schlafe mich durch die Uni“ sondern aus „Ich werde hier 3 Jahre oder mehr verbringen und eventuell jemanden finden, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen will“)

    Nett gemeint, aber ich würde das Angebot nicht annehmen.
    Wer es in der Schule mit Jungs überlebt hat, wird es auch an der Uni tun. Keiner zwingt dich, dir eine männliche Lerngruppe auszusuchen,
    du kannst dich zu anderen Mädchen setzten und ich finde, es entfremdet Mädchen noch mehr von „männlich dominierten“ Fächern, wenn man eine Sonderbehandlung bekommt.

  43. Hurra, darauf habe ich doch schon immer gewartet. Da es bei uns an der Uni nur einen separaten E-Mail Verteiler sowie Freizeitveranstaltungen für ausschließlich Studentinnen gibt, habe ich mich schon sehr benachteiligt und unterdrückt gefühlt!
    Leider konnte ich bisher an keiner der oben genannten Veranstaltungen teilnehmen, weil keiner in meinem Freundeskreis dort mitmachen wollte. Oder konnte. Denn sie sind alle Männer. Zumindest die, die mit mir zusammen studieren. Zugegeben, in meinem Fachbereich und Jahrgang gibt es auch bloß 6 Frauen unter knapp 150 Männern, in den höheren Semestern sieht es nicht wirklich besser aus. Ich scheine schon ein komisches Leben zu führen, dass für mich das Geschlecht eines Menschen nur eine untergeordnete Rolle spielt.

    Für mich persönlich wirkt dieser Studiengang sehr diskriminierend. „Wo ist denn ein Studiengang nur für Männer? Die sind doch beispielsweise in Erziehungswissenschaften so in der Unterzahl und werden unterdrückt!!!!1111einseinself“ Das sagt doch auch keiner, denn man erwartet von einem Menschen, dass er genügend Selbstbewusstsein und innere Stärke mitbringt, um sich behaupten zu können – ob nun unter Männern oder Frauen oder beidem. Dabei kann es einem nur unter Frauen schlimmer ergehen als nur unter Männern.

  44. Ich habe mein Abi an einer Mädchenschule gemacht und zwar mit Mathe-LK. Ich muss gestehen, dass mich bis zur elften Klasse das endlose Nachfragen von Mitschülern extrem genervt hat, die den Stoff nicht gleich kapiert haben. *hust* ^^
    Auf der Uni habe ich aber auch über Jungs gestöhnt, die in Statistik endlos nachgefragt haben. Das hält unnötig auf und kann nach der Vorlesung in Lerngruppen geklärt werden. Wenn der Dozent wegen ständiger Unterbrechungen den Stoff nicht durchkriegt, muss man sich den nämlich selbst erarbeiten, da vertiefe ich lieber nach der Vorlesung als währenddessen.
    Ich bräuchte diesen Schutz in meinem bevorzugten Studienfach nicht. Wäre ich nicht dafür geeignet, würde auch ein rein weiblicher Studiengang nichts daran ändern.
    Ich denke nicht, dass moderne Frauen diesen „Artenschutz“ nötig haben.

  45. Wenn ich mich jedesmal aufregen würde, wenn ich ein so dargestelltes Frauenbild sehe, wäre das ein wenig ungesund, also lass ich es einfach 🙂
    Aus Zeitmangel möchte ich nur kurz anmerken, dass leider viel zu oft der geringe Frauenanteil in technischen Berufen hinterfragt und analysiert wird.
    Ich gehöre zu den wenigen weiblichen Informatik-Studentinnen 🙂 und kann aus Erfahrung sagen:
    Nein, Frauen sind nicht von Natur aus in technischen Fächern unbegabt. Die meisten finden es einfach endlos öde und langweilig. 😀
    Es gibt nun mal Bereiche die mehr männliche oder mehr weibliche Studenten anziehen. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun (Ja Überraschung) und ich habe leider keine Zeit darüber jetzt eine Erörterung zu schreiben, aber das haben bestimmt schon unzählige vor mir getan…
    Ich finde es in Ordnung, dass viele Männer sich eher für Technik und viele Frauen sich eher für Soziales interessieren, was die Studienwahl betrifft. Da kann man sich jetzt darüber streiten, ob das Anerzogen ist, der Grund irgendwo in der Evolution liegt oder wie auch immer.
    Man muss da nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Wobei ich ja vermute, dass diese ganze Diskussion über Feminismus und Diskriminierung in der Gesellschaft an diesem Studienangebot nicht ganz unschuldig ist. Irgendwie endet so eine Hypersensibilisierung für bestimmte Themen oft in amüsanten über lächerlichen bis sinnlosen Einfällen. Man sollte auch irgendwie auf dem Boden der Tatsachen bleiben… 😀
    Ich wünsche weiterhin eine angeregte Diskussion!

  46. Ich halte nicht allzu viel von der Idee, Klassen getrennt nach Geschlechtern zu unterrichten. (Das einzige Thema, wo ich das verstehen könnte, wenn die Klassen getrennt werden, wäre, wenn es um die körperliche Entwicklung innerhalb der Pubertät und um den Sexualkundeunterricht geht. Da könnte die Geschlechtertrennung helfen, dass Jugendliche die Fragen stellen, die sie wirklich interessieren. Auch wenn ich nicht glaube, dass man als Jugendlicher wirklich mit den Lehrern ernsthaft über diese Themen spricht.)

    Ich weiß jetzt nicht, ob das schon jemand geschrieben hat, aber irgendwie erinnert mich die ganze Sache an eine Simpsons-Folge, wo die Schule von Bart und Lisa in Mädchen- und Jungen-Klassen aufgeteilt wurden, weil ein Lehrer der Ansicht war, dass Mädchen mit dem logischen Denken nicht klar kommen.

    „Welches Gefühl vermittelt dir die Zahl Drei“ Aaagh. Bei dieser Szene krieg ich die Krise.

    Und ich hätte vermutlich wie Lisa einiges getan, um gemeinsam mit den Jungs unterrichtet zu werden. Und wie sie sich gefreut hat, als sie einen Fehler gemacht hat und dann vom Lehrer verbessert wurde.

  47. Also die Simpsons geben ja ein herrliches Beispiel ab. Ich frag mich zuweilen, auch im Zuge dieser Diskussion, ob, wenn man auf getrenntes unterrichten zurück geht, ob dann die Klassenzimmer in rosa und himmel…blau angestrichen sein werden (?).
    Meine Tochter jedenfalls, wendet sich mit ziemlichen Grausen, schon seit Jahren, von derart getrennt hinweisenden Werbefarben ab. Woran ich allerhöchstens den einen Anteil habe, statt Puppen etc, schenkte ich ihr einstmals die ersten (und auch weitere) Lego-Steine.
    Ich denke das man zwar bei aller Quotendenkerei für die Zukunft etwas sogenannt ´Gutes´ erreichen möchte, dies jedoch sowohl taktisch als auch strategisch die volle Sackgasse ist. Und manchmal erscheint mir dies auch wie all die vielen Diskussionen um Gegensätzlichkeiten diverser religiöser Ansichten. Oder auch unsere aktuell irrsinnige Asylpolitik (in Bezug auf deren Nachhaltigkeit). Möge man mir diese Vergleiche verzeihen. Stattdessen empfehle ich einfach, vor allem jetzt, Robert Merle. Mit: ´Die geschützten Männer´.
    Oder auch, ´Tribute von Panem´ …

  48. Nachtrag: Bei der genannten Lektüre, geht es wirklich nur um die Bücher. Filme ersetzen sie genausowenig wie ´Hörbücher´. Danke

  49. Der reinste Wahnsinn

    „Insgesamt traten am 3. Juli an den Medizin-Unis Wien, Innsbruck und Graz sowie der Medizinischen Fakultät der Uni Linz 11.409 Personen zur Aufnahmeprüfung an. Davon waren 6.645 Frauen (58 Prozent) und 4.764 Männer (42 Prozent). Aufgenommen wurden 1.561 Personen, davon 789 Frauen (51 Prozent) und 772 Männer (49 Prozent). Im Vorjahr war das Ergebnis ähnlich: Der Frauenanteil bei den Prüfungskandidaten betrug 59 Prozent und bei den Aufgenommenen 52 Prozent.

    […]

    VSStÖ-Vorsitzende Katrin Walch kritisierte, dass das Medizinstudium „zu einem männlichen Elitenprivileg verkommen ist“: „Einmal mehr zeigt sich, dass der Medizin-Aufnahmetest Frauen diskriminiert.“ Politik und Universitäten müssten „endlich Verantwortung übernehmen und handeln, anstatt Jahr für Jahr zuzuschauen, wie hunderten Frauen aufgrund ihres Geschlechts das Medizinstudium verwehrt wird“.“

    http://derstandard.at/2000020339095/Maenner-bei-Medizin-Aufnahmetest-wieder-besser-als-Frauen

    Es-kann-nicht-sein-was-nicht-sein-darf. Das Frauen vielleicht einfach nur schlechter abschneiden ist unmöglich. Unmöglich! Es MUSS sich um Diskriminierung handeln!

    Vor ein-zwei Jahren, wieder einmal haben die Männer in den Test besserr abgeschnitten, hat man den Test dann „genderGERECHT“ ausgewertet. Heißt soviel wie Frauen mussten weniger Punkte erreichen als die Männer um zu bestehen.

    „Das neue Prozedere sieht vor, dass aus den beim Test erzielten Punkten ein Mittelwert für Frauen und für Männer errechnet wird. Anhand dieses Werts sollen die Ergebnisse angepasst werden. Also wird jene Gruppe, die im Schnitt schlechter ist, besser beurteilt.“

    “ „Umgekehrte Diskriminierung“ sei das nicht, sagt die Med-Uni Wien.“

    http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/756596/MedUni-Wien_Test-zum-Vorteil-der-Frauen-ausgewertet

    Ah-ja, Männer kann man ja nicht diskriminieren, schön das man sich da einig ist. Dass die das wirklich glauben, sieht man schon daran das sie von „umgekehrter“ Diskriminierung reden. So als ob immer von Männern in Richtung Frauen diskriminiert wird. Naturgesetz und so.

    Und als Mann wird man dann abgespeist mit Sätzen wie „Frauen werden ja nur bei gleicher Qualifikation bevorzugt“ (Was dann aber immer noch eine Bevorzugung ist). Hahah – echt lustig…

    Erst wenn Frauen überall besser sind, sind diese Leute vielleicht zufrieden. Das Männer und Jungen dann überall schlechter sind, ist denen egal. Das ist für die wahrscheinlich sogar gerecht. Mitgefühl können sie vielleicht noch für ein paar ihnen nahestehende Jungen und Männer erübrigen, was mit dem Rest geschieht interessiert sie nicht.

    Wenn das so weiter geht, kann man in ein paar Jahren dann auch Artikel wie diese auch im deutschsprachigem Raum lesen:

    „The failure of men to foot it with them educationally in equal numbers is no reason to change the education system or promote men undeservedly. The shortage of partners for highly educated women is a problem only men can solve. Get your credentials, boys.“

    http://www.nzherald.co.nz/opinion/news/article.cfm?c_id=466&objectid=11442362

    Endlich wird das durchgängig schlechtere Abschneiden von Jungen in der Schule thematisiert. Nicht weil es ein Problem für die Jungen ist, sondern weil die Mädchen keine Partner mehr finden die ihren hohen Ansprüchen genügen.

    Das gleiche kann man hier lesen:

    „My concern now is that in the education process, we have been pushing [out] the boys. Because if we have the [girls] well-educated and the boys are not, then later on, the women will not be able to find suitable mates.“ – Portia Simpson-Miller, Prime Minister of Jamaica

    Wieder ist die Bildungsituatuion von Jungen nur ein Problem, weil die Mädchen dann später keine „suitable mates“ finden.

    • die Kernkompetenz des »Die Standard« ist nun mal Rassismus – »Die Standard« ist nun mal »Die Stürmer« der Ostmark, nur, daß der Jµde der Gegenwart nicht nach Herkunft, sondern nach Geschlecht bestimmt wird – wer 59 und 58% sowie sowie 52 und 51% als, ich zitiere, »Eliteprivileg« der Minderheit definiert, dem ist wohl nicht mehr zu helfen, und es erübrigt sich jedwede weitere Errörterung…

  50. Um es gleich mal zu sagen: ich habe hier nicht alle Beiträge gelesen. Und normalerweise lese ich nur mit. Aber hierzu hab ich Erfahrungen und auch was zu sagen.

    Ich habe einen Abschluss in theoretischer Elementarteilchenphysik und ich habe mein gesamtes Studium wirklich NIE das Gfeühl gehabt, dass es leichter/besser/schöner oder gar notwendig gewesen wäre, einen getrennten Studiengang für Frauen zu haben. Keiner hat uns ausgelacht wenn wir was nicht wussten, keiner hat uns fertiggemacht und niemand von uns wenigen Mädls hatte das Gefühl in der Notengebung einen Vor- oder Nachteil zu haben. Natürlich kamen einzelne blöde Bemerkungen von Individuen (männlichen Mitstudenten), aber wisst ihr was? Keiner von denen hat das Studium fertiggemacht, also kann man sich wohl denken, dass da unter anderem wohl der Neid sprach.

    Ich persönlich halte diesen nur-Frauen Studiengang für Schwachsinn. Diejenigen die Interesse und Durchhaltevermögen besitzen, werden ihr Studium durchziehen, ganz gleich ob es nun Frauen oder Männer sind und um was für ein Studium es sich handelt. Wer das trotz aller Unterstützung (Tutoren, Sprechstunden, Lerngruppen etc.) nicht schafft, ist vielleicht nicht am rechten Ort.
    Die Idee hinter diesem Studiengang hier scheint mir mehr ein politisches wir-machen-das-jetzt-weil-dann-können-wir-sagen-wir-haben-was-gemacht zu sein..

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