Wahlnachlese

 Posted by at 17:00  Politik
Jan 302008
 

Die Wahl in Hessen ist vorbei. Die in Niedersachsen auch, aber da wir hier einen recht eindeutigen Spannungsbogen hatten, soll uns der Stimmenverlust trotz fehlendem Gegner bei Herrn Wulff nicht weiter interessieren.

Interessanter ist da schon das Brustgetrommel der Ypsilanti: Die Sozialdemokratie ist wieder da. Soziale Gerechtigkeit gewinnt Wahlen. Umweltfragen sprechen an. Usw.usf.

Liebe Frau Ypsilanti, das klingt ja alles ganz nett, entspricht aber nicht wirklich den Tatsachen. Nicht Sie haben die Wahl gewonnen, sondern der Polemiker Koch hat sie verloren. Selbstdemontage ist schon was Feines. Für den Wähler in Hessen ging es nicht darum, das bessere Programm, sondern nur darum, das kleinere Übel zu wählen. Und das sind nun einmal Sie.

Aber es ist eher unwahrscheinlich, daß eine glückliche Spitzenkandidatin soetwas hören möchte. Soviel ist jedoch gewiß, in Hessen ist man von ihren Plänen, den Flughafenausbau zu stoppen, ganz sicher nicht begeistert. Immerhin hängen dort 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze für die Region dran. Und man sollte auch nicht vergessen, daß grade jene Personen, die sich nun lautstark wegen der befürchteten Lärmbelastung beklagen, ihre Immobilien in Flughafennähe eben aufgrund dieses Umstandes stark verbilligt erwerben konnten.

  3 Responses to “Wahlnachlese”

  1. Ich habe 2008 das erste Mal wählen dürfen und habe in Hessen gewählt.

    Bei Roland Kochs Wahlkampf merkt man schon auf Anhieb, dass es nur „heiße Luft“ ist, die nach den Wahlen abflaut.

    Das Wahlprogramm von Ypsilanti und ihrer Partei setzt meiner Meinung nach zu hohe Ziele, die die Partei meiner Ansicht nach nicht erreichen kann. Beispiel: Die Abschaffung der Studiengebüren nach 100 Tagen, wenn Ypsilanti im Amt ist. Ich wäre sehr gespannt, ob die hessische SPD das schafft,

    Mir viel es sehr schwer mein Kreuzchen zu setzen und das merkt man den Wahlergebnissen an. Nicht nur ich, sondern 65 % der Hessen waren sich im Prinzip nicht schlüssig und so konnte kein eindeutiges Ergebnis erziehlt werden.

    Im Grunde haben Koch und Ypsilanti gleichermaßen hoch gepockert und sind (auf unterschiedliche Art) tief gefallen.

  2. Dass die Wahl den meisten nicht leicht fiel kann man sich sicherlich denken.
    Was aber die ,,Umweltverschandelung“ angeht, bin ich absolut andere Meinung. Hessen ist nicht das einzige Bundesland, was innerhalb von Deutschland liegt, und trotzdem Windräder haben kann. Nur weil nicht allzuviel Strom erzeugt wird, heisst das nicht, dass es gar keinen gibt. Ein Kraftwerk sähe natürlich viiieeel besser aus und würde die armen Tierchen nicht verteiben.

    Einige Ziele sind wirklich zu weit hoch gesetzt, aber was tut man nicht alles um seine Wähler zu überzeugen?

    MFG

    Esther

  3. Ich bin in Hessen geboren und dort aufgewachsen und hatte deshalb das „Vergnügen“, die Ära Koch in all ihrer „Pracht“ mitzuerleben.
    Auf Deutsch hieß das für mich: Versuchskaninchen von der fünften bis zur dreizehnten Klasse.
    Das ganze fing an mit Stundenplanänderungen, bei denen uns einfach mal ein Jahr Geschichte gestrichen wurde. Zwei Jahre Stoff in einem zu machen ist wirklich kein Vergnügen.
    Dann waren wir die ersten, die Realschulabschlussprüfungen schreiben mussten und natürlich hatten wir auch gleich noch das Vergnügen, die ersten für Zentralabitur zu sein.
    In meiner Oberstufenzeit begann der Spaß dann richtig: Das Programm, in dem unsere Noten stehen sollten, funktionierte nicht, die Lehrer wussten nicht, was auf uns zukommt und waren teilweise nervöser als wir, die Beispielarbeiten waren von allen, aber nicht von denen, die die Abschlussarbeiten dann auch wirklcih machen würden usw. usw.

    Wenn ich also noch in Hessen wohnen würde (was ich leider seit kurzem nicht mehr tue, sonst hätte ich auch den Spaß gehabt, dort wählen zu dürfen) hätte ich sicher nicht Koch gewählt.
    Natürlich ist das das Prinzip vom kleinsten Übel, aber im Grunde geht es ja immer darum.
    Zu glauben, dass Frau Ypsilanti alles besser macht als Robert Koch ist einfach nur naiv, aber man wählt natürlich den, von dem man in irgendeiner Weise glaubt, dass er es besser machen könnte.

    Ich frage mich z.B., wie sie die Studiengebühren wieder abschaffen will. Im Grunde ist Hessen damit nur anderen Bundesländern nachgezogen, die das schon seit Jahren haben. Ich studiere in Bayern und bezahle dort auch über 600 Euro Studiengebühren, so ungern ich das mache.
    (Es darf keiner glauben, dass es mit 500 Euro getan ist! Das ist nur die eigentliche Studiengebühr. Dazu kommen noch Verwaltungskosten, Semesterticket usw. Die eigentlichen Gebühren betragen teilweise bis zu 800 Euro!)
    Selbst, wenn sie es sich vornimmt, das kann nichts werden.
    Den Punkt, an dem das möglich war, haben die Politiker längst verpasst. Das war vor dem Beschluss. Jetzt ist es zu spät. Leider. Den Stimmen gegen Studiengebühren gab es genug. Die Regierung Koch hat nur leider nicht hingehört…

    Dann unsere lieben Spargelstangen. Als ich das gerade gelesen habe, musste ich dann doch lachen. Deutschland, dass Land voller metallener, 100 Meter hoher Spargelstangen^^
    Aber du hast vollkommen Recht. Die Effektivität dieser wunderbaren Spargelstangen steht in keinem Verhältnis zu dem, was sie anrichten können. Von Vogelirritation bis hin zum sogenannten Diskoeffekt haben sie so viele negative Auswirkungen, dass ich mich manchmal wirklich frage, was nun besser ist: herkömmliche oder alternative Stromerzeugung.
    Natürlich bin ich für alternative Energien und auch die letzte, die etwas dagegen hat, aber wenn die gute Frau das wirklich durchsetzt, dann sehen wir bald überall Spargelstangen statt Vögel. Inneffektive, teure Spargelstangen.
    Und die Klimaerwärmung ist noch nicht so weit, dass das schöne Hessen am Meer liegt und sich die Regierung offshore Anlagen leisten kann.
    Vielleicht sollte man der guten Frau mal die eine oder andere Arbeit zu dem Thema zukommen lassen.
    Es ist eigentlich gar nicht so schwer, etwas herauszufinden. Man muss einfach nur mal nachfragen.
    Mir ist aber auch klar, dass es so einfacher ist.
    Die SPD springt damit auf einen Zug auf und die Meisten wissen leider nicht genug zu diesem Thema, um wirklich mitsprechen zu können.
    Sie hören etwas von verminderten CO2-Ausstoss, Umweltschonung und geringen Kosten, aber was wirklich dahinter steckt, dass wissen die Meisten nicht.

    ups… das sollte ein kurzes Kommentar werden, aber mit dem Kurzfassen habe ich es einfach nciht so^^

    MfG

    Angel

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