Es sei nur kurz auf einen lesenswerten Beitrag auf SPON verwiesen, der sich mit der Kritik an Islamkritikern beschäftigt.
Dieser Blogeintrag ist ein kleines Potpourri zu verschiedenen Themen. Ein richtiges Leipziger Allerlei eben.
Zu Beginn möchte ich noch einmal auf den Islam eingehen, welcher von seinen Anhängern oft als Religion des Friedens bezeichnet wird. Es gibt eine gut recherchierte und lesenswerte Ausführung von Ray Harris, die diese Behauptung widerlegt. Jeder Leser mag sich selbst eine Meinung bilden.
—–
Was nun dieses ganze Gewese um den Ausspruch der Susanne Winter angeht, so gibt es einige Dinge, die ich in diesem Zusammenhang kurz erwähnen möchte. Zuerst einmal offenbart es einen verdammt schlechten Stil, mit diesem rechtspopulistischen Wahlkampfgeschwafel den Äther zu verschmutzen. Als Folge gab es natürlich jede Menge Beifall aus dem rechten Lager, man schaue sich hierzu nur einmal die entsprechenden Kommentare auf PI – Politicially Incorrect an. (Nebenbei gibt es hier eine gute Parodie zu dieser -hm- Seite.) Als weitere Reaktion folgten Morddrohungen und Entrüstungsschreie aus dem islamistschen Lager und händeringende Entschuldigungen von den etablierten österreichischen Parteien.
Es bleibt festzuhalten, daß Aussagen wie “Im heutigen System wäre Mohammed ein Kinderschänder” zwar nicht gerade von Taktgefühl und Stil zeugen, faktisch aber korrekt sind. Daß es hierbei absurd ist, einen Mann, der vor 1500 Jahren unter völlig anderen gesellschaftlichen Gegebenheiten lebte, nach den Maßstäben der heutigen Zeit zu bewerten, sei einmal dahingestellt. Trotzdem gibt es Morddrohungen, es wird geprüft ob man die FPÖ-Skandalpolitikerin wegen Rassismus verklagen kann und es hagelt Entschuldigungen.
Irgendetwas stimmt da nicht. In einer säkularisierten Welt muß Kritik an der Religion erlaubt sein, auch geschmacklose. Der Kritiker darf deswegen nicht diffamiert, verleumdet, mundtot gemacht, bedroht oder ermordet werden. Wenn es erst einmal soweit kommt, ist eines der wichtigsten Standbeine der modernen Demokratie bereits vernichtet – nämlich das Recht auf Meinungs- und Redefreiheit.
Die Islamisten haben hier eine perfekte Gelegenheit erhalten, zu demonstrieren, wie demokratietauglich sie wirklich sind. Stattdessen wurde eher das absolute Gegenteil angedeutet. Ähnliches wenn auch in etwas abgeschwächter Form gilt für eine Reihe von Rechtspopulisten und deren Gesinnungsgenossen, die definitiv klar rassistische Tendenzen erkennen ließen. Und daß jene Politiker, deren Aufgabe unter anderem im Schutz von Rechtsstaat und Demokratie besteht, vor der gesamten islamistischen Welt den Kotau machen, ist ganz sicher auch kein gutes Zeichen für ihre Bereitschaft, die wichtigsten Grundwerte unserer europäischen Gesellschaft zu verteidigen.
—–
Währenddessen ärgert sich Abdul Adhim, der Betreiber von Muslimwelt und ein scheinbar recht eifriger Missionar, über eine angebliche Fehldarstellung seiner Person in der WDR-Reportage “Der Moslemmacher”. Andererseits ist Abdul selbst auch nicht gerade für wahrheitsgemäße und vorurteilsfreie Berichte verschrien, weswegen man hier genausogut würfeln könnte, um zu bestimmen, wer wohl Recht hat.
—–
Schäuble, wie könnte es auch anders sein, hält natürlich auch nicht still, und heckte in der Zwischenzeit neue Pläne zur Abschaffung des Rechtsstaates aus. Vermutlich um der Welt zu beweisen, daß er eine größere Gefahr für Freiheit und Demokratie darstellt als sämtliche islamistischen Terrornetzwerke zusammen.
—–
Eine positive Nachricht kommt aus Hessen. Der hoffentlich baldige Ex-Ministerpräsident Koch profitiert scheinbar nicht von seinen “Reformvorschlägen” zum Jugendstrafrecht. Immerhin etwas. Aber Koch wäre nicht Koch, wenn schlechte Umfrageergebnisse ihn von miesen Wahlkampfparolen abhalten könnten: “Ypsilanti, al-Wazir und die Kommunisten stoppen!” heißt sein neuester Slogan. Vielleicht ist er ja mit der Winter verwandt.
—–
Noch ein paar letzte Worte in eigener Sache. Ich möchte in der rechten Infoleiste ein paar interessante Blogs verlinken. Falls ihr Anregungen habt, wen man dort aufnehmen könnte, so schreibt diese bitte in die Kommentare. Danke.
Ursprünglich wollte ich diesen Blogeintrag der österreichischen Rutschpartie hin zum Überwachungsstaat widmen, die durchaus beeindruckende Parallelen zur Situation hier in Deutschland aufweist. Zudem ist diese durchaus innovative Aktion der österreichischen Grünen definitiv erwähnenswert.
Allerdings stieß ich dann auf die Attacken einer gewissen Susanne Winter, in denen sie nach bester FPÖ-Manier Islam und Kindesmißbrauch als Wahlkampfthema ausschlachtet. Primär ging es da um die historisch verbürgte Ehe Mohammeds mit einer 6-Jährigen. Nun hätte mir die Propaganda dieser blonden Landpommeranze ja relativ egal sein können, aber ich beging den Fehler, mich ein wenig in dieses überaus stürmische Wasserglas hineinzulesen und stolperte dabei über dieses islamistische Machwerk eines gewissen Abu Iman Abd ar-Rahman Robert Squires.
Im ersten Teil des Traktates wird erst mal klargestellt, was ohnehin niemand bezweifelte. Nämlich daß Aisha, die Mutter der Gläubigen etc. pp., zum Zeitpunkt der Eheschließung tatsächlich 6 Jahre alt war. Allerdings ließ der Prophet ihr noch 3 Jahre Zeit, ehe diese dann auch vollzogen wurde.
Das Ganze ist durchzogen mit dem üblichen Geseire islamistischer Gehirnwäsche: Allah hat es so gewollt, Allahs Wille muß geschehen. Yadda, yadda, yadda.
Nachdem also nun der Fakt an sich etabliert wurde, macht der Autor sich daran, sich mit der westlichen Kritik auseinanderzusetzen. Allerdings nicht, ohne vorher gleich mal klarzustellen, wer da kritisieren darf und wer nicht:
[quote=": Abu Iman Abd ar-Rahman Robert Squires "]Es überrascht nicht, dass ein Atheist, ein Agnostiker, oder irgendjemand anders, der nicht an die göttlich offenbarte Grundlage für Moral glaubt, etwas kritisiert, das politisch inkorrekt für die heutigen moralischen Maßstäbe ist. Solche Leute werden immer etwas zum Kritisieren finden, seit sie so einfältig waren, sich mit Religion im Allgemeinen zu beschäftigen. Alles von dieser „absoluten Moral“ Unterredung steht ihnen im Weg eine „gute Zeit“ zu haben, deswegen verspotten sie sie und so versuchen sie sie loszuwerden.[/quote]
Man merkt, der Mann weiß, wovon er redet. Er verzichtet dafür zwar auf Logik und Vernunft, aber zweifellos erhält er so die dringend benötigte Gehirnkapazität für eine Extradosis fanatischer Gottesfurcht.
Auf den folgenden Seiten stellt Abd ar-Rahman dann klar, daß Hochzeiten zwischen jungen Mädchen und alten Männern damals durchaus normal waren. Was nebenbei durchaus stimmt. Tatsächlich ist ein derart früher Zeitpunkt des Ehevollzuges in einer Anzahl von Kulturen anzutreffen, angefangen in neolithischen Zeiten bis in die Gegenwart.
Seine Aussage, daß es vor diesem Hintergrund von einer absurden Doppelmoral kündet, Mohammed der Pädophilie oder des Kindesmißbrauchs zu bezichtigen, stimmt ebenfalls. Aber da hört es dann auch schon auf.
In der Folge produziert der Autor ein Gewäsch, das seinesgleichen sucht:
[quote=": Abu Iman Abd ar-Rahman Robert Squires "]Was beachtet werden muss, ist die widersprüchliche „moderne“ westliche Auffassung von Sexualität. Sie sind erstaunt von dem Gedanken einer jungen Ehe im Pubertätsalter, auch wenn es eine alte Sitte ist. Jedoch haben sie ihre Mittelschulen, in denen Aufklärungsunterricht gelehrt wird und promiskuitive „Datierungen“ als Gesellschaftsnorm betrachtet werden. Zuweilen ist Geschlechtsverkehr ein einfaches natürliches Vergnügen, das genossen werden darf, aber zu anderen Zeiten ist es ein psychologischer Dämon mit weit reichenden Konsequenzen.[/quote]
Was diese demagogische Schwafelbacke nicht begreift, ist, daß das Problem mit den “jungen Ehen” eben nicht im potentiellen Ausleben sexueller Erfahrungen liegt, sondern im Risiko des Mißbrauchs. Ein 9-jähriges Kind mag zwar durchaus geschlechtsreif sein, aber daraus folgt noch lange nicht, daß es auch über die notwendige geistige Reife verfügt, die es benötigt, um sämtliche Entscheidungen eigenverantwortlich treffen zu können.
[quote=": Abu Iman Abd ar-Rahman Robert Squires "]Mit Erreichen des pubertären Alters ist eine Person, ob Mann oder Frau, nach islamischem Recht gesetzlich verantwortbar. Ab diesem Zeitpunkt ist es Ihnen erlaubt, eigene Entscheidungen zu treffen und verantwortlich für ihr Handeln zu sein. Es sollte auch erwähnt werden, dass es im Islam unrechtmäßig ist, jemanden zur Heirat zu zwingen, der nicht heiraten will.[/quote]
Natürlich wird im Islam niemand zur Heirat gezwungen. Und da wo es dann doch geschieht, handelt es sich gewiß nur um Fälle, wo die Frau nur so lange nein sagt, bis man dieses Nein erfolgreich aus ihr herausgeprügelt hat.
Man kann Mohammed sicher keinen Kindesmißbrauch vorwerfen, aber seine Taten und die Bewertung, welche sie in der Folgezeit erfuhren, haben dafür gesorgt, daß veraltete und heute klar als falsch erkannte Sitten, Gebräuche und Verhaltensweisen überdauern. Ein 10-jähriges Mädchen, das im Iran in die Ehe gepreßt wird, sei es nun subtil oder mit offensichtlicher Gewalt, verfügt nun einmal nicht über die Eigenverantwortung, die ihr von weltfremden Imans in Anlehnung an Aisha, die Mutter der Gläubigen, unterstellt wird. Sollte sie in der Ehe körperlich oder seelisch mißbraucht werden, so hat sie keine realistische Chance, sich zu wehren. Und aufgrund des Altersunterschiedes wie auch aufgrund der generellen Stellung der Frau im Islam wird sie ihrem Manne immer untergeordnet bleiben.
Abd ar-Rahman würde jetzt sicher sagen, diese Rolle wäre ihr von Allah zugedacht. Ein einfaches Weltbild für einen einfachen Geist.
Zum Schluß des Traktates stürzt dieser wahrhaft Gläubige sich dann noch einmal in eine grundsätzliche Betrachtung von Islam und Christentum.
[quote=": Abu Iman Abd ar-Rahman Robert Squires "]Christen sind immer ihrer kompletten Unfähigkeit beschämt, einen angesehnen Muslim zum Christentum zu konvertieren. Sicherlich haben sie ihre Konvertiten, die sie als Beispiele hochhalten, allerdings scheinen alle von Ihnen nur bestenfalls namentlich Muslime gewesen zu sein, als sie konvertierten. Allerdings haben viele angesehene Abendländer den Islam angenommen, in letzter Zeit ebenso wie in der Vergangenheit.[/quote]
Ich bin mir jetzt nicht sicher, auf wen er sich dabei bezieht, aber der Islam hat durchaus seine Vorzüge: einfache und strenge Regeln führen zur Schaffung einer starken, religiösen Identität, die tatsächlich von einer nicht unbeträchtlichen Anzahl der Menschen in der säkularisierten Gesellschaft vermißt wird. Ob dies allerdings ein guter Grund dafür ist, sich veraltete Moralvorstellungen aufoktroyieren zu lassen, wage ich zumindest zu bezweifeln. Außerdem kann es riskant werden, dieser toleranten Glaubensgemeinschaft den Rücken zu kehren.
Lassen wir nun unseren geschätzen Iman seine Ausführungen zum Islam abschließen:
[quote=": Abu Iman Abd ar-Rahman Robert Squires "]Die Frage „Was ist unsere Grundlage für Moral?“ ist eine einfache für diejenigen, die
dem Glauben Abrahams (as) folgen- und das ist, was der Islam tut. Islam ist Unterwerfung gegenüber dem Willen Allahs (swt) – „Wir hören und wir gehorchen“ – der Glaube unseres Vaters Abraham (as). Wenn er gut genug war für Abraham (as), Moses (as), Jesus (as) und Muhammed (saas), dann ist er auch gut genug für mich. Es ist diese Wahrheit und diese Haltung, die Leute zum Islam anzieht.[/quote]
Und es ist diese Haltung, die Leute wie mich davon abstößt. Was für Mohammed und seine Zeitgenossen gut und richtig war, muß in der heutigen Zeit noch lange nicht seine Gültigkeit behalten haben. Die Annahme, daß auf diesem Gebiet ewige und allgemeingültige Wahrheiten existieren, ist ein sehr gefährliches Dogma. Alles auf dieser Welt verändert sich. – Selbst Allah.