May 142012
 

Sicherlich haben einige Leser die seit Anfang des Monats hochkochende Debatte zum Urheberrecht verfolgt. Los ging es mit 51 grenzdebilen Tatort-Schreibern, welche in einem offenen Brief über die potentielle Enteignung ihres geistigen Eigentums schwadronierten. (Wem der Timpf dort noch nicht reicht, der sollte sich unbedingt auch die Kommentare im Handelsblatt zu Gemüte führen, welche unter dem klangvollen Titel Mein K©pf gehört mir ebenfalls höchst geeignet erscheinen, selbigen öfter mal an Wand oder Tischplatte knallen zu lassen.) Eigentlich müßte man doch von Personen, die über GEZ-Gebühren vom Steuerzahler quasi zwangsfinanziert werden, eine aufgeschlossenere Haltung gegenüber alternativen Vergütungsmodellen wie beispielsweise einer Kulturflatrate erwarten, aber offensichtlich darf man von diesen Brüdern außer miesen Drehbüchern und offenen Briefen keine weiteren intellektuellen Glanzleistungen mehr erwarten. Ohnehin frage ich mich, wer zum Henker wohl auf die Idee käme, ein Tatort-Drehbuch illegal zu kopieren? Ist ja nun nicht so, als könnte man dies einigermaßen sinnvoll in einer Doktorarbeit verbauen.

Kurz darauf gab es eine Antwort vom CCC, in der 51 Hacker den 51 Tatortschreibern den Unterschied zwischen Urheber- und Verwertungsrechten plus die Haltlosigkeit der heraufbeschworenen gesellschaftlichen Untergangsszenarien nahezubringen versuchten.

Um die Sache dann nicht einschlafen zu lassen, kam als nächster Marketinggag die Aktion Wir sind die Urheber!, welche keineswegs überraschend nicht von Urhebern initiiert wurde, sondern von einem äußerst gutbetuchten Literaturagenten. Paßt ja auch irgendwie, denn wenn tatsächlich fairere, zeitgemäße Verwertungsmodelle gefunden werden, könnte sein Geschäftsmodell mittelfristig obsolet werden.

Persönlich halte ich es bei dieser Aktion allerdings mit der Titanic. (Link)

Liebe Künstler, die Ihr den Aufruf “Wir sind die Urheber” unterschrieben habt, um den Diebstahl geistigen Eigentums zu bekämpfen: Wie uns die FAZ informiert, geht es Euch nicht um die Frage, “ob es bei freiem Herunterladen und Kopieren von allem überhaupt noch Kultur gibt, sondern welche Art von Werken dann überhaupt noch entsteht.” Wir haben einen Blick auf die Liste der Erstunterzeichner Eures Aufrufs geworfen und fragen uns: Wenn das freie Herunterladen und Kopieren dafür sorgt, daß keine Werke von Charlotte Roche, Daniel Kehlmann, Julia Franck, Roger Willemsen, Elke Heidenreich oder Michael Mittermeier mehr entstehen, sollten wir es dann nicht doch mal eine Weile damit probieren? Hebt darauf einen: Titanic

Auf Initiative des Portals iRights.info fand am Freitag der erste Urheber-Nutzer-Dialog statt, bei dem versucht wurde, erst einmal Dampf und Polemik abzulassen, um damit beginnen zu können, gemeinsam und konstruktiv an Lösungen zu arbeiten.

Apropos Polemik, in diesem Zusammenhang möchte ich noch auf N24-Vorzeige-Moderator Friedmann verweisen, welcher mit Unterstützung des einschlägig bekannten CSU-Grundgesetzfeindes Joachim Herrmann auf die Piratenfunktionärin Marina Weisband eindrosch. Verbal versteht sich. Teil 1Teil 2

Es ist mir absolut schleierhaft, woher dieser Mann die Chuzpe nimmt, nach seinen Exzessen mit Drogen und ukrainischen Zwangsprostituierten noch einen moralisch-erigierten Zeigefinger durch die Gegend zu schwenken. Sehr schön nebenbei auch der bescheidene Selbstverweis auf sein Jurastudium. Allerdings kann es damit dann wohl doch nicht allzuweit hergewesen sein, wenn die Illegalität von Drogenkonsum und Zwangsprostitution dabei nicht zur Sprache kam.

Lieber Herr Friedmann, lieber Herr Herrmann, es geht nicht darum, in einer post-apokalyptischen Umsonstkultur bis zum Exzess die Feuchtgebiete und vergleichbare Kulturgüter digital zu vervielfältigen, sondern darum, neue, fairere Vergütungs- und Verwertungsmodelle zu finden. Stellen sie sich beispielsweise eine Kulturflatrate vor, deren Einnahmen basierend auf dem aktuellen Konsum ihrer Werke an Künstler und Produzenten ausgeschüttet werden und dies idealerweise ohne Gelder an einen sich selbst bereichernden Wasserkopf wie die GEMA verschwenden zu müssen.

Apropos GEMA-Abzocke, habe dazu einen hochinteressanten Beitrag im Heiseforum gelesen, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

So long.

Apr 112011
 

Es gibt nicht viele FDP-Politiker, die sowohl Rückgrat als auch Profil besitzen, aber Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gehört sicherlich in diese illustre Riege. Hoffen wir, daß sie auch weiterhin ihrer Linie treu bleibt. Primär geht es mir hier um ihre Ablehnung des Kuhhandels, den die Union nach der geplanten Aufhebung des sinnlosen Zugangserschwerungsgesetzes anstrebte.

Ob, wie beispielsweise vom Präsidenten des deutschen Kinderschutzbundes Heinz Hilgers behauptet, die FDP sich mit dieser Strategie nur wieder mehr als Bürgerrechtspartei profilieren möchte, ist dabei erst einmal zweitrangig. Fakt ist, daß Websperren keinen wirklichen Sinn machen. Befremden ist daher angebracht, wenn selbiger Herr Hilgers behauptet: “Es wäre richtig gewesen, am vernünftigen Ansatz Löschen und Sperren im Kampf gegen Kinderpornografie festzuhalten.” Um dann nachzusetzen, daß es ihn keinesfalls beruhige, wenn “mehr als 90 Prozent der kinderpornografischen Inhalte nach vier Wochen aus dem Netz gelöscht sind“, da sich ja in der Zwischenzeit massenhaft Bilder und Filme abrufen und an anderer Stelle ins Netz stellen ließen.

Das Problem mit den Websperren ist, lieber Herr Hilgers, daß man sie innerhalb von nicht mal 30 Sekunden problemlos umgehen kann. Und es ist schlicht und einfach unrealistisch, davon auszugehen, daß normale Internetnutzer genauso weltfremd und naiv an die Sache herangehen wie Sie.

Heinz Hilgers: “Ich habe gelernt, dass man solche Sperren umgehen kann. Wer das tut, macht sich strafbar und kann sich nicht mehr herausreden. Das ist auch etwas wert.

Lieber Herr Hilgers, die einfachste Variante des Umgehens einer DNS-Sperre besteht schlicht und einfach darin, einen DNS-Server auszuwählen, der nicht von ihr betroffen ist. Und es ist definitiv nicht strafbar, den DNS-Server über die Browsereinstellungen zu ändern. Wer hat Ihnen nur so einen Blödsinn erzählt? Weiterhin sollten Sie nicht vergessen, daß viele Firmennetzwerke eigene DNS-Server betreiben, die von den Websperren ohnehin nicht betroffen wären.

Heinz Hilgers: “Wenn es um die Freiheit im Internet geht, ist bei vielen die Angst vor Einschränkungen größer als die Bereitschaft zu einem effektiven Kinderschutz. Kinderpornografie ist aber das absolut falsche Thema, um für die Freiheit im Internet zu kämpfen.

Lieber Herr Hilgers, ihre Websperrenidee funktioniert unabhängig von der zu sperrenden Thematik nicht. Darüberhinaus ist es falsch, ein Grundrecht für ein anderes zu opfern. Ansonsten könnten nämlich die dank Ihrer Bemühungen körperlich und geistig unversehrt gebliebenen Kinder eines schönen Tages aufwachen, nur um festzustellen, daß sie in 1984 angekommen sind.

Aber genug vom gut informierten Herrn Hilgers. Wie schon weiter oben erwähnt, begrüße ich es, daß die Justizministerin hier Rückgrat zeigt. Insbesondere dann, wenn die CDU im Zuge der ganzen Geschichte auf eine unbefristete Verlängerung der Antiterrorgesetze drängt.

Philip Rösler for president

 Posted by at 07:00  Politik
Apr 052011
 

Es sieht ja nun definitiv so aus, als würde der FDP-Vorzeigevietnamese den besten Außenminister der Welt Westerwelle um den Posten des FDP-Parteivorsitzes beerben. Nun gehöre ich selbst mit Sicherheit nicht zum hochexklusiven Wählerkreis der gelegentlich fälschlich als Filhos da Puta bezeichneten Partei, aber für jene, die es tatsächlich in Suff oder Fieberwahn mal in Erwägung gezogen haben, ihr Kreuzchen bei Rösler und/oder den Freien Liberalen zu machen, sei doch kurz dieser Artikel auf Telepolis verlinkt. Ein Schelm, wer arges dabei denkt.

Mar 022011
 

Kaum wurde der BLÖD-Held Guttenberg wahlweise vom wahnsinnigen deutschem Volk oder dem grauen Mittelmaß an den Hebeln der Macht aus allen Ämtern gemobbt, hat man im schwärzesten Kohlenkeller der CDU/CSU-Fraktion auch schon die Nachfolge geklärt. Für Gutti – die Lichtgestalt, die Nicht-Eule, den Träger nassgeschwitzter T-Shirts, den zurückgetretenen Königssohn Deutschlands – (Kotz. Also bei solcher Terminologie wird absolut klar, warum man den BLÖD-Schreiberling F.J.Wagner auch gerne als Gassen-Goethe und Gaga-Kolumnisten bezeichnet.) kommt nun Thomas de Maizière, der bisherige Innenminister, und dessen Posten wiederum wird vom derzeigen CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich übernommen.

De Maizière wird als Verteidigungsminister sicher bessere Arbeit leisten, als der letzte unter zwanghaften Aktionismus leidende Hochstapler auf diesem Posten, was allerdings noch nicht viel heißen will. Ob ihm die Titanenaufgabe der Bundeswehrreform als aufgezwungenes design-by-budget-Modell gelingt, muss im Moment zumindest als zweifelhaft erscheinen. Die Aussage von zu Guttenberg, daß das Konzept der Bundeswehrreform stehe, darf man wohl getrost ins Reich der Fabeln und Legenden einordnen.

Bei dem CSU-Kasper Friedrich sieht es allerdings schlimmer aus. Als perfektes Beispiel für die geistige Verkorkstheit des neuen Innenministers kann das heute morgen von ihm im Deutschlandradio gesendete Interview mit Jasper Barenberg herhalten. Darin finden sich glorreiche Passagen wie die folgende:

Barenberg: In der Sache nötig war der Rücktritt [Guttenbergs] aus Ihrer Sicht also nicht?
Friedrich: Wissen Sie, was mich so bedrückt bei der ganzen Geschichte, ist die Art und Weise, wie man Jagd auf ihn gemacht hat. Das ist sehr unwürdig gewesen und das wirft auch ein schlechtes Licht auf die Politik insgesamt. Mit welchen Ausdrücken er überzogen wurde, wie man mit Hass ihm begegnet ist, das hat mich alles sehr, sehr tief bedrückt.
Barenberg: Wer hat denn Jagd gemacht auf Karl-Theodor zu Guttenberg?
Friedrich: Nun, also wenn Sie sich erinnern an die Debatte im Deutschen Bundestag, wo er mit unglaublichen Ausdrücken belegt wurde, vom politischen Gegner, von der Opposition, wenn diejenigen, die ihn noch gestern als Hoffnungsträger sehen, ihn jetzt als Sargnagel der Demokratie bezeichnen, dann spürt man auch, wie man ihm doch geneidet hat all seinen Erfolg und vergisst dabei, dass viele Menschen ihn als Hoffnung gesehen haben und heute noch sehen, und ich glaube, es ist auch eine Beschimpfung dieser Menschen.

Kotz again. Und solch eine Figur wird nun Innenminister. Noch ein Ausschnitt gefällig?

Barenberg: Mit anderen Worten, Herr Friedrich, wer im Privatleben stiehlt, auch wenn es sich um geistiges Eigentum handelt, der kann aus Ihrer Sicht Minister bleiben?
Friedrich: Noch mal: Ich verstehe, dass man das kritisiert. Ich verstehe auch diejenigen in der Wissenschaft, die das kritisieren, auch heftig kritisieren. Ich verstehe auch die Enttäuschung vieler Menschen über die Fehler, die Karl-Theodor zu Guttenberg gemacht hat. Die Art und Weise finde ich abstoßend, wie man jetzt mit ihm umgegangen ist, und deswegen tut mir das alles sehr leid.
Barenberg: Karl-Theodor zu Guttenberg hat gestern in seiner Erklärung kein Wort verloren zum Vorwurf des vorsätzlichen Betruges. Wäre das nicht geboten gewesen bei der Gelegenheit?
Friedrich: Nein. Wie gesagt, das ist alles jetzt Gegenstand der weiteren Überlegungen auch der Universität Bayreuth. Wissen Sie, ich glaube, dass auch viele, viel zu viele Menschen viel zu leichtgläubig an Dinge herangehen, im Internet irgendeine Seite aufrufen, dort wird irgendwas behauptet, sie können nicht kontrollieren, ist das wirklich wahr, ist der Wahrheitsgehalt dessen, was sie da lesen, wirklich nachvollziehbar, nachprüfbar. Auch da sollte jeder mal selbstkritisch damit umgehen, wie er sich Informationen besorgt und wie er damit umgeht.

Das Einzige, was hier abstoßend ist, Herr Friedrich, ist die Geschwindigkeit, mit der Sie und Teile der CDU/CSU konservative Kardinaltugenden wie Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Integrität über Bord werfen.  Vorsätzlicher Betrug ist nun nur noch ein simpler Fehler? Welcher in der Grundessenz wohl auch nur darin besteht, erwischt worden zu sein, oder?

Pfui Spinne, der neue Innenminister ist doch ein wenig zu fix damit, die gute konservative Tradition des Betrugs als harmlos zu entschuldigen. Und damit jagt dieser Mann nicht nur mir kalte Schauer über den Rücken.

Apropos Schauer, wußtet ihr eigentlich, daß Guttis Lieblingsentspannung darin besteht, Platon auf Alt-Griechisch (!) zu lesen? ;)

Endlich Rücktritt!

 Posted by at 11:45  Googleberg, Politik
Mar 012011
 

Offenbar hat Gutti endlich die Konsequenzen gezogen und tritt zurück. Natürlich nicht, weil er als Betrüger und Hochstapler ohne verbliebene Glaubwürdigkeit für einen Kabinettsposten einfach nicht mehr in Frage kommt, sondern aus Rücksicht auf seine armen Soldaten. Der Mann versteht es, selbst sein Sich-Verkrümeln als noble Geste darzustellen.

Feb 282011
 

Ich wurde gebeten, auf den offenen Brief der Doktoranden und Unterstützer zur Causa Guttenberg hinzuweisen. Dies ist hiermit geschehen. Momentan scheint allerdings das Formular zum Unterzeichnen wegen Wartungsarbeiten deaktiviert zu sein. Wer mit unterzeichnen möchte, sollte also eventuell etwas später noch einmal dort vorbeischauen.

Nachtrag 19:40 – Jetzt funktioniert das Formular wieder.

Feb 272011
 

Eigentlich wollte ich bis zur Entscheidung des Ältestenrats nichts mehr zu diesem Thema schreiben, aber hierfür mache ich dann doch eine Ausnahme.

Prof. Dr. Oliver Lepsius, der Nachfolger von zGs Doktorvater äußert sich im Interview absolut klar zu den Vorwürfen. Ein Interview, daß sich gerade die Fraktion der Guttenberg-Entschuldiger unbedingt mal anhören sollte. Vielen Dank an Dewi für den Link.

Nachtrag 1: Leute, die glauben, daß es bei der ganzen Affäre nur um “fehlende Fussnoten” geht, mögen doch bitte davon absehen, in den Kommentaren zu posten.
Nachtrag 2: Für die “Es geht doch nur um fehlende Fußnoten-Fraktion” verlinke ich zum Ausgleich etwas viel Wichtigeres, dem sie sich zuwenden können: Ich habe mir nichts vorzuwerfen!

Feb 242011
 

Es war definitiv ein Fehler, über den Lügenbaron zG zu schreiben. Das einzige, was dadurch bewiesen wurde, ist, daß es tatsächlich eine signifikante Anzahl User gibt, die die Schwere seinen Fehlverhaltens nicht ermessen können oder wollen, und die es darüberhinaus mit durchsichtigen Scheinargumenten zu entschuldigen versuchen.

Was Googleberg gemacht hat, können die Interessierten vielfach im Netz nachlesen. Ich möchte es daher hier nicht noch einmal durchkauen, auch weil dies meinem Blutzuckerspiegel ganz sicher nicht gut täte. Reden wir stattdessen doch einmal über die Entschuldigungsversuche, welche im Wesentlichen darauf abzielen, zG als Minister zu halten; dies könnte zumindest  für die des eigenständigen Denkens mächtige Leserschaft meines Blogs durchaus kurzweilig sein. Der Einfachheit halber verzichten wir dabei auf die reichlich albernen Versuche der Faktenleugnung durch einige der besonders belehrungsresistenten Dummbratzen ala “zG hat nur an 12 Stellen kleinere Zitierfehler gemacht” oder “Abschreiben aus Zeitungen ist in wissenschaftlichen Arbeiten gestattet” oder “Ich habe gravierende Fehler gemacht, aber nie absichtlich getäuscht.

Logisch, wer “mehr als hundert Seiten aus Texten anderer Autoren in seiner Dissertation kopiert und insgesamt nicht nur vier, sondern sogar sechs Gutachten des Wissenschaftlichen Diensts des Bundestags benutzt” der kann dies zweifellos auch unabsichtlich tun. Wer dies glaubt, der zieht sich auch die Hose mit der Kneifzange an.

Egal, kommen wir zu den versprochenen Entschuldigungen.

Bereich: Relativierung
Autor: Merkel
Argument: “Ich habe keinen wissenschaftlichen Assistenten berufen

Interessante Logik. Da Frau Merkel zG nicht als wissenschaftlichen Assistenten berufen hat, ist es offenbar unerheblich, daß dieser bei seiner Dissertation betrog. Nun hat die Kanzlerin zG auch nicht zum Chauffeur berufen, darf man daher davon ausgehen, daß es in Ordnung ist, wenn er anfängt, betrunken Auto zu fahren?

Bereich: Ablenkung
Autor: Diverse
Argument: Er ist kein Kinderschänder. / Es gibt Schlimmere. / XYZ ist schlimmer. (Anmerkung, momentan ist XYZ aus aktuellem Anlass oftmals Gaddafi.)

Diesen Blödsinn gibt es in den mannigfaltigsten Ausprägungen. Jedem Leser mit mehr als 3 funktionsfähigen Gehirnzellen sollte klar sein, warum die Verbrechen Dritter nicht als Entschuldigung für eigene Untaten gelten können und dürfen. Ließe man dies zu, so wäre nämlich als Folge niemand mehr strafbar, da es immer einen Schlimmeren gibt.

Bereich: Ablenkung
Autor: Diverse
Argument: Alle hacken auf zG ein. Andere akademische Betrüger wurden nicht so hart verfolgt.

Es gab durchaus ähnlich geartete Fälle, allerdings stand von denen niemand im Range eines Ministers, und sie erwiesen sich i.d.R. auch nicht als dermaßen stur. Interessanterweise ist unser Lügenbaron der einzige akademische Betrüger, dem die BLÖD die Treue hält. Man fragt sich doch unwillkürlich, ob das nicht etwas mit der geplanten millionenschweren Werbekampagne der Bundeswehr zu tun hat. Aber zugegeben, wer Ausländer und Geringqualifizierte erreichen möchte, ist mit der BLÖD sicher nicht an der falschesten Adresse.

Bereich: Ablenkung/Relativierung
Autor: Diverse
Argument: Andere Politiker haben gewiß viel schlimmere Leichen im Keller.

Dann fangt an zu graben! Über die Fundstücke unterhalten wir uns dann später, sie haben allerdings mit den Kadavern des Herrn von und zu Googleberg herzlich wenig zu tun.

Bereich: Ablenkung
Autor: Merkel + Diverse + Hinz & Kunz + Everybody and his brother
Argument: Gutti macht einen guten Job.

Wie jetzt? Hat er noch einen anderen als den des Verteidigungsministers?
Mal im Ernst, das Statement wurde zwar öfter zu Tode geritten als der sprichwörtliche Gaul, bisher hat jedoch noch niemand auch nur einen einzigen verdammten Beleg für diese abstruse Behauptung gebracht. Reicht es denn wirklich schon aus, sich extensiv Pomade ins Haar zu schmieren und wahllos ein paar Untergebene zu feuern, um sich als Verteidigungsminister positiv zu empfehlen?

Bereich: Ablenkung
Autor: Diverse
Argument: Wenn zG geht, wer soll dann Verteidigungsminister werden?

Meinetwegen Bugs Bunny. Ach nee, zu wenig Pomade.
Hier wird versucht, zu implizieren, daß es keine Alternative zu Googleberg gäbe. Er erhält damit quasi den Status eines unersetzbaren Messias. Guttii befiel! Wir folgen! ?? Nun, soweit kommt es dann hoffentlich doch nicht. Aber wenn ein Land mit 80 Millionen Einwohnern nicht in der Lage ist, einen adequaten, nicht-kriminell vorbelasteten Ersatz zu finden, dann sollten wir die Schotten wohl wirklich dicht machen.
Unabhängig davon hat die Frage nach dem potentiellen Nachfolger absolut nichts mit Verbleib des betrügerischen Exdoktors im Kabinett zu tun.

Bereich: Ablenkung/Relativierung
Autor: Diverse
Argument: Haben wir nicht alle schon mal geschummelt?

Na sicher haben wir das. Allerdings sind die wenigsten von uns danach mit einem ergaunerten Doktortitel summa cum laude nach Hause gegangen. Kaum einer von uns hat beim Schummeln seine Ehre verpfändet und verspielt, so wie es zG mit seinem bedeutungslos gewordenen Ehrenwort geschafft hat. Außerdem haben wir danach nicht kontinuierlich die komplette Bevölkerung Deutschlands belogen. – Wer wirklich glaubt, daß der Terminus “Schummeln” dem Treiben des Herrn Googleberg auch nur ansatzweise gerecht werden kann, der möge sich ebenfalls eine Kneifzange für seine Beinbekleidung reichen lassen.

Bereich: Ablenkung/Relativierung
Autor: Diverse
Argument: Es gibt schlimmere Probleme. / In China ist ein Sack Reis umgefallen. / Wahh. Die Dodos sind tot.

Echt bedauerlich die Sache mit den Dodos. Wirklich. Allerdings ist das noch lange keine Grund, sich weiterhin fröhlich grinsend von zG betrügen und belügen zu lassen. Außerdem ist es vermutlich unwesentlich einfacher, den verlogenen Pomademinister loszuwerden, als den Klimawandel aufzuhalten.

 

Machen wir an dieser Stelle erst einmal Schluss mit dem fröhlichen “Apologeten“-Treten. Falls jemanden noch weitere gute, bisher nicht aufgezählte Entschuldigungen einfallen, so sei er oder sie gerne eingeladen, diese in den Kommentaren zum Blog zu posten. Ich trage sie dann gegebenenfalls nach.

 

Zum Abschluß möchte ich noch kurz auf eine nette Lotterieidee eingehen, die mir beim Schreiben dieses Blogpostes gekommen ist. Das Ganze funktioniert ein wenig wie Roulette. Der Spieler ist aufgefordert, komplett zufallsgesteuert ein Fragment aus der Doktorarbeit des Herrn von und zu Googleberg zu markieren. Hat er dabei einen nicht-plagierten Passus erwischt, so gewinnt er und macht Kasse. Allerdings stehen die Chancen, ein paar orginale zG-Textstellen zu erwischen, wohl bestenfalls 1:3, oder mit anderen Worten:  Die Bank gewinnt immer.

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Nachtrag 24.02.2011: Ich hoffe ja immer noch, daß der Ältestenrat über ausreichend Integrität verfügt, um Googleberg bei der dank Koalitionsmehrheit auf Mitte März vertagten Untersuchung zu den von ihm kopierten Bundestagsexpertisen nicht auch noch einen Persilschein auszustellen. Das ist natürlich reichlich unsicher, da der Ältestenrat die Zusammensetzung des Bundestages direkt reflektiert.