Urheberrecht für alle!

 Veröffentlicht von am 20:14  Gesellschaft, Politik
Mai 142012
 

Sicherlich haben einige Leser die seit Anfang des Monats hochkochende Debatte zum Urheberrecht verfolgt. Los ging es mit 51 grenzdebilen Tatort-Schreibern, welche in einem offenen Brief über die potentielle Enteignung ihres geistigen Eigentums schwadronierten. (Wem der Timpf dort noch nicht reicht, der sollte sich unbedingt auch die Kommentare im Handelsblatt zu Gemüte führen, welche unter dem klangvollen Titel Mein K©pf gehört mir ebenfalls höchst geeignet erscheinen, selbigen öfter mal an Wand oder Tischplatte knallen zu lassen.) Eigentlich müßte man doch von Personen, die über GEZ-Gebühren vom Steuerzahler quasi zwangsfinanziert werden, eine aufgeschlossenere Haltung gegenüber alternativen Vergütungsmodellen wie beispielsweise einer Kulturflatrate erwarten, aber offensichtlich darf man von diesen Brüdern außer miesen Drehbüchern und offenen Briefen keine weiteren intellektuellen Glanzleistungen mehr erwarten. Ohnehin frage ich mich, wer zum Henker wohl auf die Idee käme, ein Tatort-Drehbuch illegal zu kopieren? Ist ja nun nicht so, als könnte man dies einigermaßen sinnvoll in einer Doktorarbeit verbauen.

Kurz darauf gab es eine Antwort vom CCC, in der 51 Hacker den 51 Tatortschreibern den Unterschied zwischen Urheber- und Verwertungsrechten plus die Haltlosigkeit der heraufbeschworenen gesellschaftlichen Untergangsszenarien nahezubringen versuchten.

Um die Sache dann nicht einschlafen zu lassen, kam als nächster Marketinggag die Aktion Wir sind die Urheber!, welche keineswegs überraschend nicht von Urhebern initiiert wurde, sondern von einem äußerst gutbetuchten Literaturagenten. Paßt ja auch irgendwie, denn wenn tatsächlich fairere, zeitgemäße Verwertungsmodelle gefunden werden, könnte sein Geschäftsmodell mittelfristig obsolet werden.

Persönlich halte ich es bei dieser Aktion allerdings mit der Titanic. (Link)

Liebe Künstler, die Ihr den Aufruf “Wir sind die Urheber” unterschrieben habt, um den Diebstahl geistigen Eigentums zu bekämpfen: Wie uns die FAZ informiert, geht es Euch nicht um die Frage, “ob es bei freiem Herunterladen und Kopieren von allem überhaupt noch Kultur gibt, sondern welche Art von Werken dann überhaupt noch entsteht.” Wir haben einen Blick auf die Liste der Erstunterzeichner Eures Aufrufs geworfen und fragen uns: Wenn das freie Herunterladen und Kopieren dafür sorgt, daß keine Werke von Charlotte Roche, Daniel Kehlmann, Julia Franck, Roger Willemsen, Elke Heidenreich oder Michael Mittermeier mehr entstehen, sollten wir es dann nicht doch mal eine Weile damit probieren? Hebt darauf einen: Titanic

Auf Initiative des Portals iRights.info fand am Freitag der erste Urheber-Nutzer-Dialog statt, bei dem versucht wurde, erst einmal Dampf und Polemik abzulassen, um damit beginnen zu können, gemeinsam und konstruktiv an Lösungen zu arbeiten.

Apropos Polemik, in diesem Zusammenhang möchte ich noch auf N24-Vorzeige-Moderator Friedmann verweisen, welcher mit Unterstützung des einschlägig bekannten CSU-Grundgesetzfeindes Joachim Herrmann auf die Piratenfunktionärin Marina Weisband eindrosch. Verbal versteht sich. Teil 1Teil 2

Es ist mir absolut schleierhaft, woher dieser Mann die Chuzpe nimmt, nach seinen Exzessen mit Drogen und ukrainischen Zwangsprostituierten noch einen moralisch-erigierten Zeigefinger durch die Gegend zu schwenken. Sehr schön nebenbei auch der bescheidene Selbstverweis auf sein Jurastudium. Allerdings kann es damit dann wohl doch nicht allzuweit hergewesen sein, wenn die Illegalität von Drogenkonsum und Zwangsprostitution dabei nicht zur Sprache kam.

Lieber Herr Friedmann, lieber Herr Herrmann, es geht nicht darum, in einer post-apokalyptischen Umsonstkultur bis zum Exzess die Feuchtgebiete und vergleichbare Kulturgüter digital zu vervielfältigen, sondern darum, neue, fairere Vergütungs- und Verwertungsmodelle zu finden. Stellen sie sich beispielsweise eine Kulturflatrate vor, deren Einnahmen basierend auf dem aktuellen Konsum ihrer Werke an Künstler und Produzenten ausgeschüttet werden und dies idealerweise ohne Gelder an einen sich selbst bereichernden Wasserkopf wie die GEMA verschwenden zu müssen.

Apropos GEMA-Abzocke, habe dazu einen hochinteressanten Beitrag im Heiseforum gelesen, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

So long.

  53 Antworten zu “Urheberrecht für alle!”

  1. Wir befinden uns in einem Zeitalter des Urheberrechtswahnsinns, der eigentlich nur darauf abzielt auf möglichst einfache Art und Weise in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld einzusacken.

    Dass sich dann ein Friedmann noch zum Moralapostel aufschwingt und das öffentlich zeigt eigentlich nur wie weit es schon gekommen ist.

    Mein lieber Helge, ich stimme deinem Blogbeitrag zu 110% zu.

    • Buhuu, es geht denen ums Geld….Ich kann dieses Gejammer über die bösen Firmenbosse nicht mehr hören, die angeblich nur aufs Geld aus sind. Erstens: Natürlich wollen die Geld damit verdienen, das bestreiten sie auch nicht. Zweitens: Solange man mit etwas Geld verdienen kann, wird es auch jemanden geben, der das versucht. Drittens: Kulturprodukte wie Musik, Sitcoms, Filme und Bücher kosten nicht deshalb so viel Geld, weil sie objektiv eine gute Qualität haben, sondern weil die Künstler Zeit investieren mussten, um ihre Kunst zu erlernen und zu betreiben. Diese Zeit müssen sie sich vergüten lassen, da sie in dieser Zeit keinem konventionellen Broterwerb nachgehen konnten. Die Medienindustrie nimmt ihnen zwar einen Großteil dessen ab, was sie einspielen, sichert ihnen aber dafür durch Vermarktung, Konzertbuchungen, die Bereitstellung von Aufnahmeequipment, Vergabe von Filmrollen etc. diese Einnahmen. Fällt diese Sicherheit für die Künstler weg, werden sie es sich zweimal überlegen, ob sie ein Studio mieten und dort Stunden mit Aufnahmen verbringen, die vielleicht nichts einspielen, statt irgendwo einer geregelten Arbeit nachzugehen, von der sie leben können. Bei einer Kulturflatrate besteht genau diese Unsicherheit, weil erfolglose Künstler zu wenig einspielen und folglich auch zu wenig ausgeschüttet bekommen. Diese Künstler suchen sich dann wieder jemanden, der sie professionell vermarktet und dafür einen Teil dessen einstreichen darf, was sie durch die Kulturflatrate bekommen. Dadurch reproduziert sich das aktuelle System mit dicken Firmen im neuen System, das durch die Flatrate noch lukrativer geworden ist.

      • Als Künstler sollte man sich über ebendieses Risiko aber im Klaren sein.
        Es ist eben kein sicherer Job, von dem man leben kann. Die allerwenigsten finanzieren sich ihren Lebensunterhalt mit Kunst egal welcher Art und sehr viele gehen nebenher noch “normalen” Tätigkeiten nach.
        Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht darin, dass man die Arbeit hinter solchen Produkten entsprechend vergüten muss, das ist völlig klar, das Problem liegt darin, dass dabei Stundenlöhne errechtnet werden, zumindest von einigen, die absolut utopisch sind, vorrausgesetzt man sitzt nicht in den Führungspositionen größerer Firmen oder ähnliches.
        Ich denke, wie viel Zeit in der Entwicklung einer guten Story steckt, sollten gerade in diesem Archiv doch ein paar beurteilen können. Natürlich will man diese Zeit bezahlt bekommen, aber wenn man von dem, was man auf diese Weise produziert, leben kann, dann kann man einen angemessenen Lohn dafür verlangen. Und wenn man bei einem angemessenen Lohn nicht mehr davon leben kann, dann sollte man sich überlegen, einer konventionellen Tätigkeit hauptberuflich nachzugehen und die Kunst quasi als Nebenjob zu betreiben.
        Das ist der Grund, warum ich studiere und nicht meine ganze Energie ins Schreiben stecke.

        • Die Künstler sind sich darüber im Klaren, weshalb sie sich, um dieses Risiko zu reduzieren, an die Firmen wenden und daran wird die Kulturflatrate nichts ändern. Der Konsument bekommt dann seine Kulturprodukte *vielleicht* günstiger, an der Selbstausbeutung der Künstler und der Bereicherung der Firmen ändert sich aber nichts.

  2. Ich kann Frau Weiseband da irgendwie nicht verstehen, oder anders gesagt habe ich Respekt vor ihrer Selbstbeherrschung: Ich hätte Friedman wahrscheinlich ins Gesicht gekotzt.
    Ich hab einen Ausschnitt gesehen und musste nach drei Minuten umschalten, so ein selbstgerechtes Aas habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Vor allem habe ich mich gefragt, wer denn schon Interesse hätte, SEINE Werke illegal zu kopieren. Die würde ich nicht einmal haben wollen, wenn ich sie LEGAL umsonst haben könnte.
    Ohnehin regen sich über dieses Thema doch eher die Verwerter, als die Autoren auf, zumindest meinem Gefühl nach. Klar, bei einer Kulturflatrate würden die eben weniger Geld scheffeln. Wer sich übrigens noch ein bisschen mehr aufregen will, in der Süddeutschen vom Samstag (meine ich, vielleicht auch Freitag) ist ein unglaublich schlecht recherchierter, polemischer Artikel über die Piraten und die Urheberrechtsthematik drin. Da hätte ich gar nicht so vielenn essen können, wie ich kotzen wollte.
    Und die GEMA… ich hab mich einmal umfangreich über die GEMA, ihre Vorgehensweise etc informiert. Das sind fast schon Mafia-Methoden!

    Wie immer perfekt getroffen, Helge.

    • Also ich denke und finde, das heut zu Tage zu viel Terror von einigen Firmen/ Bossen und Konzernen gemacht wird. Ich meine warum laden sich soviele Jugendliche Filme, – und das nicht immer legal- das sind doch nicht nur die Preise, sondern auch die elenden Wartezeiten zwischen Kino- Uraufführung und DVD/ Blue-Ray Start. Und warum? Nur um ein besonderes Festtagsgeschenk mitzunehmen? mal ganz im ernst, wen kotzt den nicht an, nach einem Film manchmal bis zu einem 3/4 Jahr auf die DVD/ Blue- Ray zu warten, oder noch länger auf die extendent Edition, oder ähnlichem?
      Ich finde bei solchen Praktiken darf man sich nicht wundern, wenn immer mehr Konsumenten sich andere Wege suchen, oder sich beschweren, eben diese haben zu wollen. Ich wette, kürzere Wartezeiten, bei humanen Preisen würde mehr Käufer bedeuten und dem zu Folge mehr Gewinn, weil die illegale Beschaffung nicht mehr der schnellste Weg wäre. aber so denken die Großen Herren/ Firmen ja nicht.
      Und das es anders geht hat doch jeder gesehen, einige Kinofilme waren kaum aus dem Kino raus und schon auf DVD/ BlueRay erhältlich.

      Und ist es nicht erstaunlich das es inzwischen Künstler im Bereich Musik gibt die ihre CD’s zum legalen Download, zeitgleich oder noch vor CD- Verkauf auch online bieten lassen? Das sollte die Regel sein. Klar gäbe es auch dann schwarze Schafe. Aber mal ehrlich hat sich nicht jeder schon mal gefragt, warum soll ich mir die ganze CD kaufen mir gefallen nur diese 3. Ich finde es erstaunlich wie viele Plattenfirmen und Künstler auch hier gegen das Internet sind, statt die Möglichkeiten zu erkennen. Einige Hollywoodstars hingegen gehen da ja mit dem Internet schon viel zu freizügig um, wer will denn da sehen wie Kutcher oder sonst wer beim aufstehen aussieht oder sonst einen Kram.

      Die Plattenfirmen, sollten wie die Filmemacher einfach mal aufwachen und sich klar werden, in welchem Jahrhundert sie sind.
      Ganze Bücher gibt es als E-books, teils auch online. Büchereien sind soweit ihren Fundus als e-books oder sonst wie digitaliesiert zu verschicken, aber die großen Firmen nicht????
      Ähm hallo, wem kommt das denn noch spanisch vor? Doch nicht nur mir?

      Dann die Piraten, ich finde es ja immer wieder herrlich, wie falsch die Politiker die Forderung bezüglich Urheberrecht und ähnlichem was die Piraten wollen auslegen. Ebenso bin ich immer wieder überrascht über die Selbbeherrschung eben dieser “unerfahrenen, jungen, nichtswissenden”- und wie sie sonst so betitelt werden Piraten, ich hätte den meisten Politikern und Reportern/ Talkmeistern ja längst unfreundlichst meine Meinung kundgetan, über ihr Steinzeit- Denken und Unvermögen mit Verstand zuzuhören.
      Überdies, meine ich mich zu erinnern, das die Piraten dort sind, wo sie jetzt stehen, weil sie das Medium, über das die anderen Politiker teilweise in grausamer Unwissenheit schwelgen zu nutzen wussten und keine Scheu hatten auch Sitzungen hoffen zu halten, für jeden der zusehen wollte.
      Ebenso kann ich mich erinnern, das es da einen alternden Politiker, anderer Parteien gibt, der über Facebook eine kleine, nennen wir es Gesellschaft einladen wollte und sich ebenso benahm wie unwissende Teenager und tausende seinen Aufruf/ die Einladung sahen und er wiederrief. Peinlich, peinlich, gell?

      Dann die GEMA, um so mehr ich über diese lese, um so weniger halte ich von denen, die sperren bei you tube und ähnlichem Dinge, welche meine Brieffreunde rund um den Globus in ihrem Land sehen können. Muss man noch mehr sagen? Und erst das was ich neulich in der Zeitung las über die Unsummen, welche die für jedes Konzert einheimzen. Ich bin ja fast vom Hocker gefallen.
      Aber es gibt da noch so ne Truppe mit Mafiamethoden, heißt auch ähnlich: GEZ.
      Das hatte ich damals binnen drei Tagen vier mal die gleiche Tuse an der Tür, Gottlob vorm Haus, via Sprechanlage, sie wolle meine Daten und ich müsse GEZ bezahlen. Die wollte nicht kapieren/ genau so wenig wie die GEZ- Dame am Telefon, oder die GEZ schriftlich benachrichtigt, das ich dort mit meinem Verlobten wohne, das auf seiner GEZ Meldung steht und er alles ordnungsgemäß gemeldet hat. Irgendwann stand die Nuss im Haus, vor der Tür und schob ihr Bein in die Wohnungstür wollte rein. Resultat: ich musste raus und meinen Kater einfangen und ihr androhen die Polizei zu rufen, wegen Belästigung und Hausfriedensbruch, Handy hatte ich schon in der Hand erst danach blieb sie weg. Aber ich bekam noch 4 Briefe an meine Anschrift, bis mein Vater dort mal anrief und sehr unfreundlich wurde. Resultat: An die Adresse meiner Eltern wo ich seit 4 Jahren nicht mehr wonhte, gingen an mich weitere drei Briefe bis ich anrief und ins Telefon schrie.

      ich finde Deutschland hat zu viele Vereine/ Organisatoren, die meinen nach veralteten Regeln Gelder eintreiben zu müssen. Die GEZ für TV finde ich eh Unmöglich, wo ich alle Programme in HD empfange, also ohnehin bezahle für den TV. Außerdem machen die öffentlich Rechtlichen Sender inzwischen fast ebenso viel Werbung, außer zwischen den Filmen, Abends wie alle Sender, ich finde die dürfen vom Kuchen GEZ schon lange nichts mehr bekommen.
      Und die alten Richtlinien für Urheberrecht und ähnlichem gehören der Internet-zeit angepasst. Das Internet können sie schließlich nicht umbauen. Wie engstirnig kann man nur werden, um so mehr Höhen man erklimmt?

  3. Nachdem wir hier so ziemlich alle Urheber sein dürften, sollten wir doch eigentlich alle auf der Seite der militanten Urheberrechtsschützer sein, oder? Oder?! Hä? Ich meine, wie blöd sind wir denn, dass wir nicht kapieren, wie wichtig es für uns ist, dass man unsere Werke nicht einfach so kopieren und vervielfältigen kann – wo kämen wir denn sonst hin? Nein, da muss man schon reinhauen endlich mal was gegen diese fiesen Abschreiber und Kopierer machen! Es muss endlich verboten werden, so was zu tun!

    …momentchen, wie, es ist schon verboten? Aber warum tut denn dann keiner was dagegen?

    Oder Moment… wenn keiner was dagegen tut, was ist dann mit den ganzen Anwaltsbüros, die täglich gefühlte 10000 Abmahnungen an jeden rausschicken, der mal auf einer Tauschbörse eine Episode “Eine schrecklich nette Familie” runtergeladen hat, die er im Fernsehen verpasst hatte?

    Irgendwie läuft die ganze Diskussion nicht auf Urheberrechte hinaus, denn die sind bereits geschützt, sondern auf die Umsetzung dieses sogenannten Schutzes. Und für die Umsetzung fällt den allermeisten Leuten nur eins ein: Überwachung. Und zwar überall und jederzeit. Das GEMA-Urteil von vor ein paar Tagen verpflichtet youtube quasi dazu, alles, was dort hochgeladen wird, noch während dem Upload darauf zu überprüfen, ob es Material aus einigen von GEMA ausgewählten Liedern enthält. Und dazu gehören nicht nur die zu den Liedern gehörige Musikvideos oder AMVs, die mit diesen Liedern unterlegt sind, sondern auch Handyvideos von irgend welchen privaten Partys, auf denen diese Lieder IM HINTERGRUND LAUFEN. Während sich andere Leute im Vordergrund locker unterhalten.

    Was, das soll technisch nicht möglich sein? Scheint das Gericht anders zu sehen.

    Und wenn man so was mal technisch möglich macht, dann muss es doch auch gehen, jeden Provider dazu zu zwingen, alle seine User jederzeit zu überwachen, ob sie gerade urheberrechtlich geschützten Krams hoch- oder runterladen. Kann man ja alles technisch machen. Und wenn’s nicht in Echtzeit geht, dann aber doch bitte mindestens über Vorratsdatenspeicherung. Der Urheberrechtsschutz ist doch so viel mindestens wert, oder?

    Wann werden diese Idioten endlich kapieren, dass die “Netzgemeinde” keine Kostenlos-Kultur will? Wir haben schon eine Kostenlos-Kultur – die nennt sich “open source” und ist IMO eine mehr als gute Alternative zum Kommerz. Was die “Netzgemeinde” will, ist das Recht auf Kommunikation ohne Überwachung – unser Grundrecht im Artikel 10 GG, Fernmeldegeheimnis! Das Telefon von heute heißt nun mal Internet, und wenn nicht, dann geh ich halt wieder über Modem ins Netz, dann BIN ich mit der Fernmeldeleitung online! AAAAGH!

    /ende des wütenden rants

    • Und genau in diese Kerbe hauen auch die ganzen Flachzangen, die Gesetze Marke SOPA/PIPA, ACTA, CISPA und Konsorten propagieren. Hauptsache, die Kohle stimmt – wenn dabei grundlegende Rechte mit den Füßen getreten werden, wayne interessierts?

      Besser man legt diesen ganzen Mist (und die Schwachmaten auch gleich mit) einfach mal ad ACTA…

    • glaub nicht, dass deine Telefonleitung nicht auch überwacht wird…. *schiefgrins*

    • Wirklich gut erkannt und erklärt, Taleweaver. ^^b

  4. Ha! Ich war aber zuerst!
    Trotzdem ein wichtiger Blogeintrag. Danke.

    Der Friedmann ist sowieso so eine Unperson, zu der mir nichts mehr einfällt.
    Bezeichnend jedoch, dass es 51 Tatortautoren geben soll, wo die doch nachweislich seit Jahren nur noch voneinander abschreiben… Oder ist da irgendwem in letzter Zeit mal ein neuer, spannender Plot aufgefallen?

  5. Ich hatte bereits seit einigen Tagen, stets den unvermittelten Drang meinen Kopf mit etwas möglichst Hartem kolidieren zu lassen, wann immer das tägliche Gespräch derlei Gefilde streifte, zum Zwecke, dass der Schmerz die Dummheit der Menschen aus meinem Geiste verbanne.
    - zu angelsächsisch: head meets desk/wall/book

    Oh Jashin lass es Hirn und Verständnis (und Blut) regnen – es gibt warhaft bedürftige Vollpfosten unter den Ungläubigen.
    Amen

    P.S.:
    Ich frag mich, wie viele der Urheberextremos sich schon in den P***o-Seiten des WWW etwas untergeladen haben.
    Die sollen sich also nicht über freie Downloads beschweren.

  6. Kleines Beispiel aus dem täglichen Leben:
    Ich lese irgendwo den Namen einer Band.
    Hm. Klingt ganz cool. Aber was genau machen die denn nun für Musik?
    Fragen wir mal youtube.
    Und wenn mir ein paar Lieder gefallen, geh ich in den Laden und kauf die CD. Großer Schaden für die Musikindustrie, ganz klar.
    Und wenn mir der Kram nicht gefällt, hab ich wenigstens nicht blind gekauft – mal ganz abgesehen davon, dass ich, ohne das eine oder andere Lied mal in dem gut geschnittenen AMV gehört zu haben, auf ein paar Künstler gar nicht gekommen wäre.
    Das lustige ist nämlich, dass ich mir noch nie was von ner unbekannten Band gekauft hab, wenn ich zu ihnen nichts auf youtube gefunden hab. Ich schmeiß mein Geld eben nicht gern zum Fenster raus.
    Dasselbe könnte ich jetzt mit Büchern durchmachen:
    Wenn mir ein Buch gefällt, will zumindest ich es über kurz oder lang auch haben. Und dann werd ich es mir kaufen.
    Gleiches Spiel mit Filmen:
    Ein Film der mich begeistern kann, landet als DvD im Schrank bzw. wenn ein neuer Kinofilm kommt, geh ich auf youtube nach Trailern stöbern. Wenn die gut sind könnt ihr davon ausgehen, dass ich im Kino auch in dem Film zu finden bin.

    Es ist einach in meinen Augen totaler Schwachsinn, das so als Gefahr zu sehen. Bei entsprechender Qualität werden die Konsumenten immer bereit sein zu zahlen, sonst ließe sich mit Klassikern wie dem Herrn der Ringe, Star Wars oder Queen, die man nun wirklich zu Hauf im Netz kostenlos finden kann, wenn man sucht, kein Geld mehr verdienen. Der sogenannte Schaden durch illegale Downloads ist doch im Endeffekt kein Schaden, sondern eine Korrektur von utopischen Einnahmen nach unten – wenn es sich denn wirklich um eine Korrektur und nicht nur um die oberste Schneeflocke auf dem Eisberg handelt.

    • Ich muss dir zustimmen, voll und ganz.

      Allerdings kommt bei mir immer öfter dieser nette Komentar “In deinem Land nicht verfügbar”. Ähm, ja.
      Und da wundert sich Deutschland ohnehin Kinderarm, warum die jungen Leute auswandern? Kinderunfreundlich, Arbeitszeit und Lohnverhältnis, vergessen wir es, Familien die eine Wohnung suchen, sowas von aburd, viel zu laut! Arbeitenden Muttis?- das überlegt jeder Chef zweimal. Frau im gebährfähigen alter am besten frisch veheiratet- noch schlechter im Jobmarkt gestellt, frisch von Uni/Ausbildung und keine zusätzliche Berufserfahrung?- zu dumm, wollen wir nicht! Arbeit gesucht! Kein Praktikum!- was ihr jungen Leute wollt arbeiten und Geld?! Ne, erst mal nicht!
      Was i-net filme/ Musik wollt ihr und günstig bis umsonst? Ach, und Buchinfos/ Leseproben und ganze Bücher Fanübersetzt auch? Heimvideos mit Musik nach Wahl?- na vergesst es! Ja in welcher Welt lebt ihr denn?
      Leute! Wir leben im Jahre 2012 nicht in den 1970igern oder 80igern. wann kapieren das Politik und Co?

      Wer im Netz was findet das ihn interessiert, Preise vergleichen, mehr über den Inhalt erfahren kann, vielleicht sogar Kunden/ Fan- Meinungen lesen kann, wird doch das gewünschte viel schneller bereit sein zu kaufen.

      Leider glaube ich, das diese Diskussion noch lange kein Ende finden wird.

      LG in dem Sinne

      • “Allerdings kommt bei mir immer öfter dieser nette Komentar “In deinem Land nicht verfügbar”. Ähm, ja.”

        Ein Tipp: Es gibt ein Firefox-Plugin namens “Proxtube”, das dir bei diesem Problem helfen kann.

  7. Ah, ein sehr guter Beitrag.

    Mit diesem Urherberrechtskrams bin ich immer ein bisschen vorsichtig. Der Grundgedanke einer Kulturflatrate ist wirklich klasse. Ich finde eh, dass die Preise für Filme, Bücher, Musik etc pp zu extrem sind. Und wieso? Dank Produzenten und GEMA, die sich das meiste Geld einstecken.

    Dummerweise stellen es viele Piraten immer so da, als wären sie dafür, dass man willkürlich einfach alles kostenlos runterladen dürfen soll. Das ist natürlich auch nicht so toll, denn von irgendwas müssen Künstler ja auch leben. Klar, mit ihrem bedingungslosen Grundeinkommen, wäre das auch nicht mehr das Problem, aber wir wollen ja erstmal in kleinen Schritten denken.

    Und es geht hier auch nicht um den Urheberrechtsschutz, sondern, wie Taleweaver schon gesagt hatte, um die Ausführung dessen. Das Internet ist für die meisten ein rechtsfreier Raum. Das stimmt natürlich so nicht, aber genausowenig sind Politiker dazu befugt es zu einem bürgerrechtsfreien Raum zu machen.
    Es gehört ein Mittelweg gefunden, aber dafür müssten sich die alten Herren und Damen im Bundestag mal ein bisschen ausgiebiger mit dem Internet befassen. Dann würde man mit Sicherheit eine Lösung finden. Aber dafür sind die meisten einfach schon zu verstaubt… >.>

    Und wwas die Tatortautoren angeht:
    Ich meine… wtf??? *lach*
    Nachdem sie jetzt die Ideen des DDR-Polizeirufs ausgeschlachtet haben, meckern sie rum, dass man ihnen Ideen klaut? So verzweifelt kann niemand sein. XD

    • ‘Ich finde eh, dass die Preise für Filme, Bücher, Musik etc pp zu extrem sind.’

      ‘Das ist natürlich auch nicht so toll, denn von irgendwas müssen Künstler ja auch leben.’

      Das direkt hintereinander zu lesen bringt mich wirklich zum Lachen. Nein, weinen. Ach, egal. Fakt ist doch, dass nur die wenigsten Schriftsteller in Deutschland von ihrer Arbeit leben können. Und daran ist sicher nicht die VG Wort schuld.

      Im Endeffekt läuft es doch darauf hinaus, dass Verbraucher weniger zahlen wollen. Kann ich durchaus verstehen, nur wird hier kaum eine Lösung gefunden werden können, die alle als ‘fair’ ansehen. Mir persönlich leuchtet ein Großteil der Argumente auch nicht ein. Dabei beschränke ich mich mal auf den Buchbereich. Beinah jeder Autor bzw. jeder Verlag stellt im Netz – teilweise sehr umfangreiche – Leseproben zur Verfügung. Sollte für eine Kaufentscheidung doch ausreichend sein. Ich sehe nicht ein, weshalb jemand erst das ganze Buch lesen können muss, um dann zu entscheiden, ob er es kauft oder nicht.
      Niemand käme auf die Idee, ein Auto erstmal ein Jahr testen zu wollen, um zu sehen, ob es auch hält, was es bei der Probefahrt verspricht, ehe er es kauft. Dem würde jeder den Vogel zeigen.
      Ebenso, wie kein Mensch ein Jahr probearbeiten würde. Könnte ja sein, dass er im Sommer weniger belastbar ist als im Winter. Oder im Winter ständig krank ist. Oder was weiß ich. Wäre doch von Seiten des Arbeitgebers nachvollziehbar, oder?

      Bislang habe ich kein Argument gelesen, das mich davon überzeugen würde, dass das Urheberrecht geändert werden müsste.

      • Naja, ein Argument ist vielleicht, dass eine ziemliche Unsicherheit im Bereich des Urheberrechts existiert.
        Das heute gültige Recht funktioniert in einer Zeit ohne Internet recht gut, aber es ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

        Ein Beispiel: Gegen eine kleine Jahresgebühr kannst du dir in einer öffentlichen Bücherei so viele Bücher, wie du willst, ausleihen und lesen. Den Autoren entsteht dadurch ein Schaden, denn sie verkaufen nur ein einziges Buch an viele hundert Leser. Trotzdem hat niemand was dagegen. Bibliotheken gehören zur Kulturlandschaft.

        Ein eBook illegal herunter zu laden, ist dagegen strafbar, obwohl man im Grunde nichts anderes gemacht hat – man hat sich den Inhalt ausgeliehen. Es wurde nichts physisches gestohlen, kein direkter Schaden angerichtet. Trotzdem geht dem Autor natürlich Geld verloren, weil er potentiell etwas hätte verkaufen können (wobei das eine Frage der Beweisführung ist…)
        (Zumal es lächerlich ist, dass ausgerechnet Autoren Alarm schlagen, was Produktpiraterie angeht – mir ist noch keine Plattform für illegale eBooks untergekommen…)

        Es laufen derzeit viele Begriffe durcheinander: Diebstahl geistigen Eigentums – also Plagiieren – wird plötzlich gleichgesetzt mit Produktpiraterie – also unkontrollierte Verbreitung geschützter Inhalte, geistige Güter werden mit physischen Gütern verglichen, Rechteinhaber sind immer gleich Urheber.

        Ich jedenfalls höre mir Musik im Netz an, bevor ich mir was kaufe. Ich sehe mir ab und an sogar Streams an, bevor ich mir DVDs kaufe… Ist doch ne super Werbung! Ich hätte einen Haufen Geld nicht ausgegeben, wenn es diese Sachen nicht gäbe…

        Eine Reform ist notwendig zum Schutz der Konsumenten, da sie ständig unter Generalverdacht stehen, irgendein Kulturgut nicht angemessen bezahlt zu haben – so macht Kultur keinen Spaß!

        Was die armen, armen Autoren angeht: In der Literaturgeschichte waren die wenigsten Autoren Berufsautoren. Leute, wo ist das Problem? Geht arbeiten! Wenn Schreiben eure Leidenschaft ist, dann könnt ihr das ja in eurer Freizeit tun!
        Zumal: Wir leben in einer Zeit, in der Information nahezu kostenlos ist (Viele Menschen arbeiten bei Wikipedia unentgeltlich für diese Informationsquelle, die jedem zu Gute kommt). Davon profitieren vor allem Künstler enorm, die heute weit weniger Zeit und Geld in Recherche investieren müssen. Warum wird das nicht auf den Buchpreis umgelegt?

        Unser derzeitiger Begriff von Urheberrecht treibt außerdem seltsame Blüten: Da werden Leute abgemahnt, weil sie ein Bild von einer Spielzeugverpackung bei eBay reinstellen, das sie nicht selbst geknipst, sondern bei google kopiert haben.
        Das ist doch absoluter Irrsinn!

        • Was ist so schlimm daran, dass die Leute von ihrer Leidenschaft irgendwann auch ihren Unterhalt bestreiten wollen? Autoren verdienen im Vergleich zu Schauspielern zum Beispiel und Musikern doch eh einen winzigen Scheißdreck. Das Schreiben macht heute keinen mehr reich, es sei denn du landest so einen plötzlichen Harry Potter oder Twilight Hit. Das schafft vielleicht einer von 100.000. Der Rest arbeitet nebenher doch schon und zahlt so knapp seine Rechnungen. Ich habe aber auch gar nicht so viel dagegen. Ein guter Autor muss etwas spartanisch leben und auch ein bisschen leiden. Sonst schreibt er meist nur oberflächlichen Vollstuss. Deswegen lassen sich ein paar der oberen 10.000 ihre Bücher wohl auch schreiben.

          Aber ein guter Roman schreibt sich auch dank Wikipedia nicht einfacher. Recherche war doch nie das große Problem. Ist man früher halt ne Woche lang abends nochmal inne Bibliothek gelaufen oder sowas. Das ist heute auch noch unabdingbar, denn Wikipedia als Haupt-Quelle…ich bitte dich. Aber hilft das bei der Hauptarbeit an dem Ganzen?
          500 Seiten schreiben sich trotzdem nicht schneller und besser. Charakterentwicklungen, Plotpoints etc. Das alles ist ein Haufen scheiß Arbeit, vor allem wenn versucht wird, Anspruch an das eigene Werk zu stellen. Aber man liebt ja, was man tut. Vielleicht ist das der große Unterschied zu vielen, die was “Vernünftiges” machen, weswegen nicht wenige die Autoren auch argwöhnisch ansehen.
          Na ja, wenn dann nach so viel Stress was Vernünftiges rauskommt, das den Leuten gefällt, dann verdient der Schreiber eine angemessene Anerkennung. Keiner verlangt, dass man ihm für ein gutes Buch gleich Goldbarren in den Hintern steckt, aber genug Kohle für ne warmgemachte Dosensuppe am Abend sollte doch durchaus gerechtfertigt sein:P

          • Nur um es noch einmal klar zu machen:
            Bei der Kulturflatrate geht es um DIGITALE Medien. Filme, Musik, Videos und so weiter. Das Urheberrecht an Büchern aufzuweichen steht überhaupt nicht zur Debatte!!!

            Das die meisten Autoren von ihren Büchern nicht leben können ist ein ganz anderes Thema!

            Die oben genannten Drehbuchautoren regen sich deshalb so auf, weil ihre Entlohnung direkt an die Filmindustrie gekoppelt ist, also kann man sie in dem Sinne nicht unter Buchautoren führen, wenn es um das Thema Urheberrecht & Kulturflatrate angeht.

          • Ich hab das kürzlich zufaellig ausgerechnet… Du kannst die Rechnung auf meinem Blog nachlesen und selbst, wenn sie ungenau ist, macht sie deutlich, dass du nicht vom Schreiben leben kannst, wenn du nicht mindestens neun Buecher gleichzeitig auf dem Markt hast. Bis dahin muss jeder Kuenstler von seinem Hohen Ross runterkommen und was nützliches arbeiten.

            Für einen durchschnittlichen Unterhaltungsroman reicht das Internet als Recherchequelle allemal. Wer mehr braucht kann es im uebrigen als Betriebskosten von der Steuer ansetzen… Jedenfalls hatten Autoren es in der Geschichte noch nie so leicht wie heute – aber heute sind sie nur am Jammern.
            Wenn sie scharf drauf sind, dass sie mit ihrer Arbeit Geld machen, dann sollten sie sich nen Job suchen.

            Ich jedenfalls fühle mich unwohl, wenn jeder Kunstschaffende mir pauschal Diebstahl unterstellt, weil ich mich soweit wie möglich informiere, bevor ich etwas kaufe…

            Kunst ist eben kein Konsumgut, sondern Kultur und darauf hat jeder einen moralischen Anspruch. Nicht umsonst werden Theater und Opernhaeuser vom Staat unterstützt, damit die Eintrittspreise für alle erschwinglich sind…

          • Ach so, die Arbeit an Drehbüchern ist ja kaum weniger aufwändig. Aber dann zählt das ja trotzdem auch für E-Books und Hörbücher. Auch wenn da die Angebotsplattform noch kleiner ist.

          • Kakerlake, ich habe nirgends gesagt, dass die Arbeit für Drehbücher weniger aufwändig sind. Nur verkaufen die ihre Werke nicht im Buchladen und sie werden auch nicht X-fach repliziert, die Verwertung läuft einfach ganz anders.
            Hast du schon mal versucht ein bestimmtes Hörbuch irgendwo im Internet zu bekommen? Die Auswahl ist, mit Verlaub, beschissen. Genauso steht es mit eBooks, das läuft hauptsächlich über die großen Stores und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Autoren selbst da mehr als ein paar Cent verdienen. Insofern sind sie bei der Diskussion eigentlich eher zu vernachlässigen.

            suede, leider kann ich auf deinem Blog nicht kommentieren:
            Interessante Rechnung hast du da aufgemacht.
            Da weiß ich wieder, warum ich studiere anstatt nur schreiben zu wollen ;) Ich finds auch tierisch witzig, dass die Leute, die man besonders in den Medien das HB-Männchen machen sieht, genau die Leute sind, von denen sowieso nur eine eher kleine Gruppe von Menschen etwas lesen will.
            Übrigens sehr aussagekräftige Formulierung von dem Herrn, die ‘Weibsen zu vögeln’, wahrscheinlich wäre das in dem Fall eher ein Straftatbestand… Extrem unsympathisch der Mensch.

    • Das Bedinungslose Grundeinkommen ist keine Idee der Piraten, aber ich finde es sehr interessant, dass auch die es wieder aufgegriffen haben. Die Idee dahinter ist gut und prinzipiell auch umsetzbar, nur die Höhe stellen sich viele falsch vor … egal, darum geht es ja nicht.

      Es geht meines Wissens gar nicht darum, dass das Urheberrecht an sich geändert wird, sondern die Verwertung und Bezahlung. Die üblichen Medienverhetzer lesen sich sowas eben bloß nur einmal durch, nehmen das was sie verstanden und behalten haben: DAS wollen die machen. GANZ sicher. An sonsten würden sich in Deutschland nicht so viele über ACTA an sich aufregen, immerhin sind die Gesetze bei uns schon so. (Ich weiß, Problematik hinter ACTA und der mögliche Rattenschwanz, der dann folgt, aber auch darum geht es ja hier nicht)
      Im Prinzip sollen Menschen mit der von ihnen gewählten Arbeit leben können. Dem stimme ich absolut zu. Dafür muss es aber eine Nachfrage für eben diese Arbeit geben. Wenn die Nachfrage nicht gegeben ist, dann bekommt diese Person auch nichts, zumindest bei uns momentan in der Theorie, denn so Spaßvögel wie die GEMA sorgen selbst für eine Ungleichverteilung. Achja, die GEMA-Problematik … Jedenfalls würden bei der Kulturflatrate gewisse schon eingespielte Praktiken entkriminalisiert und sie könnten dann in die Statistik der Nachfrage mit aufgenommen werden. Zum Beispiel auf Youtube. Man muss auch bedenken, dass die Kulturflatrate von JEDEM bezahlt wird. Jeder der Zugang zu einem Breitband-Internetanschluss hat (der sich ja in Deutschland ausweitet) Das schließt dann wahrscheinlich auch Rentner und Babys ein, macht die GEZ ja ähnlich. Auch von den Leuten, die ihr Internet für soetwas gar nicht nutzen und sich ihre Bücher nur in der Bibliothek holen und CDs vielleicht mal auf dem Flohmarkt mitnehmen.
      Apropos Bibliothek, die ist doch auch legal, oder? Obwohl sich da *zigtausend* Menschen EIN Buch teilen (können) …
      Ich hab so einige Bücher im Regal, bei denen die Autoren von mir keinen Cent gesehen haben, völlig legal. Die hab ich nämlich auf einem Bücherverkauf zu Kilopreisen bekommen ;) Ist das jetzt auch illegal, weil ich dem Autor nichts gegeben habe?
      Ich weiß nicht, wie die Kulturflatrate im Bezug auf Bücher aussieht, immerhin ist der Markt der digitalen Bücher bei weitem nicht so umfangreich wie der analoge. Ich kann mir da nur schlecht vorstellen, dass man die Bücher auch für Umme bekommt, wenn die KF eingeführt wird. Insofern ist den Autoren ihr Brot gesichert, solange sie interessant genug sind (von gut schreiben wage ich mich nicht so sprechen -.-)
      Ich habs grad mal nachgeschaut, es geht bei der KF nur um digitale Inhalte. Also Nix Bücher :)
      Also müssten wir uns eher sorgen machen, als die von uns verehrten Autoren. Aber wir bekommen ja eh kein Geld ;)

      Insofern geht es also um mehrheitlich digitale Medien wie Musik und Film. Also ich kann es mir kaum noch leisten ins Kino zu gehen. Erst recht nicht, wenn die Filme frisch draußen sind. Und das obwohl ich weiß, dass wir hier noch eher günstig sind. Trotzdem, neun Euro pro Karte und mehr wenn es 3D ist, das muss erst einmal bezahlt sein. Zumal ich lieber in die *normalen* Filme gehen würde, anstatt in die 3D aber das ist wieder ein anderes Thema. Und bei dem Geld, das die Filme immer einspielen… offensichtlich nagen die großen Filmproduktionen nicht so wirklich am Hungertuch.
      Bei der KF geht es auch nicht unbedingt darum, dass das Herunterladen aktueller Kinofilme entkriminalisiert wird, nein es geht darum bisher nur bestimmte, bisher kriminalisierte Praktiken zu legalisieren und sie in die Kosten-Nutzen-Rechnung der Unterhaltungsindustrie mit aufzunehmen.
      Die wirkliche großen Stars der Musikbranche, also bei denen frage ich mich wirklich oft, ob die nicht eigentlich von anderen Dingen leben als ihren Plattenverkäufe, zum Beispiel Werbeproduktionen und Konzertkarten. Dann gibt es noch die ganz kleine Künstler, die das als Hobby machen. Die in der Mitte, das sind die, um die es geht. Bei denen das Künstlersein soviel Zeit in Anspruch nimmt, dass sie keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen können und die deshalb von ihrem Künstlersein leben müssen.
      Und genau diese würden vielleicht von der KF profitieren.
      Aber das wissen wir erst dann, wenn diese polemische Berichterstattung aufhört und die Leute sich mit den tatsächlichen Ideen auseinandersetzen. Es geht NICHT ums Urheberrecht. Tut es einfach nicht.
      Es geht darum, dass der Konsum und die Art des Konsumierens sich geändert hat und sowohl die Rechtsprechung als auch die Wahrnehmung dieses Konsums im monetären Bereich dem hinterher hinkt. Es ist sozusagen ein Generationenkonflikt (aus dem meiner Ansicht nach auch die Piraten hervorgegangen sind).

      viele Grüße

      • “Ich hab so einige Bücher im Regal, bei denen die Autoren von mir keinen Cent gesehen haben, völlig legal. Die hab ich nämlich auf einem Bücherverkauf zu Kilopreisen bekommen. Ist das jetzt auch illegal, weil ich dem Autor nichts gegeben habe?”

        Also das ist Blödsinn, denn da hat IRGENDWER ja irgendwann mal Geld für das Buch bezahlt. ;-)
        Der Autor hat in dem Fall also Geld für sein Werk bekommen.

        • Das hat der Autor bei einer digitalen Kopie ebenfalls. :P

          Aber man sollte ohnehin aufpassen, bevor man die Mär von den Gefahren der “Raubkopie” ungeprüft weitererzählt. Dasselbe timpfige Geschwafel gab es nämlich schon, als vor fast 40 Jahren Leerkassetten auf den Markt kamen, und auch damals ging es den Verwertern nur darum, ihre Pfründe zu verteidigen. Die Geschichte wiederum hat gezeigt, daß die Musikindustrie auch nach Aufkommen neuer Kopiermöglichkeiten exorbitante Gewinne einfuhr und man kann auch jetzt wieder Zuwächse verzeichnen. Nach einer aktuellen Studie scheint es tatsächlich eher so zu sein, daß Leute, welche “Raubkopien” besitzen im Schnitt MEHR Geld für Musik, Kino, Filme etc. ausgeben, als der Durchschnitt der Bevölkerung.

          • Helge, ich bitte Dich!
            Deren Meinung steht doch schon längst fest, wie kannst Du die bloß so mit Tatsachen verwirren? ;)

            Diversen Leuten ist offenbar jedes “Argument” recht, um ihren Standpunkt zu verteidigen, egal wie weit hergeholt, fandenscheinig oder erstunken und erlogen es ist. Daß Leute, die sich etwas herunterladen, im Normalfalle (irgendwelche Schmarotzer, die es immer und überall geben wird, will ich hier mal nicht ins Kalkül ziehen) mehr Geld für Musik, etc. ausgeben, könnte vielleicht daran liegen, daß man auf diesem Wege über Sachen stolpern kann, die man vorher nicht kannte – und wenn es gefällt, dann möchte man das im Regelfalle auch haben. Was folgt also daraus?

            Manche Leute wissen eben, wie sie sich den Ast, auf dem sie selbst sitzen, absägen müssen.

          • Eben, Musik- und Filmindustrie machen mehr Kohle denn je, also muss irgendetwas an dem System ja funktionieren.
            Ich denke es ist wichtig die Sache so zu sehen, wie sie ist: Der Konflikt eines alten System mit völlig neuen Komponenten, die einfach nicht einfach so an das alte System anzubauen sind. Es muss ein völlig neues entwickelt werden, um der Sache gerecht zu werden.
            Und um allen Teilnehmern gerecht zu werden.

            Deshalb: Augen und Ohren auf, Hirn an. ;)

  8. Da geht’s um Geld, oder?

  9. Worum geht es hier überhaupt? Bei manchen Blogs könnte man an Langeweile seitens des Schreibers glauben… :(

  10. Toll und was hat das mit dieser Seite zu tun? Gilt das jetzt auch für FF.de oder wie?

  11. Stichwort Urheberrecht ( ich verinde es mal damit ): Was ist denn mit den Fußballfanfictions? Müssen wir damit rechnen, dass sie hier auch gesperrt werden, wie auf myff?

    • Was haben Fussballfanfictions mit Urheberrecht zu tun? Was das angeht, was haben Fanfictions damit zu tun? Urheberrechte werden durch Fanfics so gut wie gar nicht betroffen, da man im Normalfall davon ausgehen darf, daß mit jeder neuen Geschichte auch ein neues Werk entsteht, welches wiederum ein ganz eigenes Urheberrecht begründet.

      • Naja, das sehen ja einige Autoren (nur mal als plakativstes Beispiel Anne Rice) GANZ anders. Da sind wir nur böse Aaskrähen, die ihnen ihre Babys wegnehmen.

      • Ja, aber es hatte mich nur irgendwie dran erinnert und ich habe mich halt gefragt ob hier auch bald die Fußballgeschichten weichen müssen, wir auf myfanfiction.de, da es ja eine rechtliche Sache war. Und wegen dem rechtlichen hatte mich das Stichwort Urheberrecht dran erinnert. Sorry :)

      • Naja, wie “wenig” FanFictions Urheberrechte verletzen, das haben wir ja damals mit der leidigen Sache mit dem “Lichtbändiger” gesehen.

        Alle Fanfictions bauen entweder durch die Verwendung von Personen, Orte oder Rahmenhandlungen auf dem geistigen Eigentum anderer Leute auf. Genau genommen würden wir alle miteinander Urheberrechte verletzen, was aber die Urheber, bis auf einige, wenige Ausnahmen, so lange nicht interessiert, so lange wir keinen Profit damit erzielen wollen.

        • Die einzigen Rechte, die nach derzeitiger Rechtslage durch normale Fanfics verletzt werden können, sind Markenrechte. Darum ging es im Endeffekt auch bei den Lichtbändigern.

  12. Absolut die Warheit!

  13. Warum ist es in unserer Gesellschaft eigentlich so weit verbreitet, dass man nicht mehr für das bezahlen will, was man bekommt? Und zwar nicht erst dann, wenn man es vorher mit Biegen und Brechen auf die Qualität geprüft hat?
    Reden wir mal von Büchern: da stehen so viele Leute dahinter, die Arbeit in das stecken, was ihr am Ende in der Hand haltet. Angefangen vom Autor, vielleicht ein Literaturagent, der Lektor, der Schriftsetzer, gegebenenfalls der Illustrator oder Übersetzer, der Hersteller, der Verlagsvertreter und als letztes in der Kette ich, die Buchhändlerin. Und mit wenigen Ausnahmen sind es bei einem e-book ganz genau die gleichen Arbeitsschritte.
    Mal ganz abgesehen von geistigem Eigentum – wieso herrscht in dieser Gesellschaft so oft der Gedanke, dass ich alles, was ich will, umsonst haben kann? Wieso kann man die Arbeit, die andere leisten, nicht honorieren?

    • Ist das wirklich so?
      Gut, bei einigen Menschen bestimmt, aber wir sind skeptisch geworden.
      Und vorher etwas prüfen zu wollen ist auch unser gutes Recht. Ich will in ein Buch reinlesen, bevor ich es kaufe, einfach eine Seite mal anlesen und vor allem: Ich will einen Klappentext haben. Das ist eine Qualitätsprüfung. Stört dich das?
      Letztlich ist es genau dann erst einmal egal, wie viele Leute da Arbeit reingesteckt haben, wenn mich das Gelesene nicht anspricht, dann lege ich das Buch weg.
      Wenn ich nicht genügend Geld habe oder der Preis zu hoch ist, dann kauf ich das Buch nicht. Das ist nicht vom Preis abhängig sondern eher vom Buch. Für manche Bücher geb ich auch 50€ aus. Aber für einen dünnen Taschenroman ist mir da wahrscheinlich zu hoch. Dann geht es aber nicht darum, das ich das Buch für umsonst haben will, sondern das es mir das nicht wert ist.
      Vielleicht leihe ich es mir später in der Bibliothek aus (unwahrscheinlich bei meiner Bib, aber egal ;) ), aber in genau diesem Moment ist es mir diesen Preis nicht wert.

      Auf Musik bezogen: Das Album ist mir einfach zu teuer, aber mit einem Freund, der sie sich gekauft hat, höre ich sie mir an.
      Bin ich dann geizig, oder messe ich den Dingen, die ich mir kaufe oder die ich mir möglicherweise kaufe einfach nur einen Wert zu?
      Hast du dir früher immer dieselben Platten/Kassetten/CD/Blaaahs gekauft wie deine Freunde? Oder holst du dir immer gleich das Buch, das du bei ihnen gesehen hast und das dich interessiert?
      Und vielleicht holst du dir das Buch/die Kassette/das Album später auch, nachdem du es bei deinem Freund gesehen hast. Einfach, weil du es doch auch haben willst.

      Gut, das tangiert jetzt das Urheber recht alles eher peripher, aber ich finde es wichtig, das auch mal von dieser Seite zu sehen, denn so überspitzt gesagt sind wir mit solchen Handlungen alle in deinem Anklagebereich. Dieses Verhalten ist weder neu noch irgendwie krank oder Sonstiges.

      Und übrigens, jemandem Geld geben ist nicht gleich honorieren. Meinst du alle Käufer von Bohlens Schinken haben sein Werk honoriert?
      Manche Kids laden sich etwas herunter und diese Musik ist das Wichtigste in ihrem Leben.

      Kurz: Nette Anklage. Aber viel zu allgemein.

      • ah, habe vergessen zu schreiben:
        Oder leihst du dir ein interessantes Buch von einem Freund erst einmal aus?

  14. Also bei diesem Friedman hat der Kokainkonsum aber auch so einigen Schaden hinterlassen? Ich habe noch nie jemanden sich auch nur annähernd so respektlos und selbstgerecht aufführen sehen. Da fehlen mir echt die Worte. Bei diesem Interview musste ich ununterbrochen den Kopf schütteln.
    Und wie der immer zwischendurch gegrinst hat. Man könnte fast meinen, er nimmt die Drogen immer noch, anders ist so was ja nicht zu erklären.

    Das neumediale Gegenstück zur Bildzeitung, mit zusätzlichem Ekelbonus durch das gespielte Moralapostel bei DIESEM Hintergrund.

    • Michel Friedmann ist einfach nur jemand, der, Koks hin oder her, klare Gedanken hat und diese auch formulieren kann. Und wie er grinst ist seine Sache, sein Gesicht sieht nun einmal aus, wie es aussieht. Frederik Lauer, der Oberpirat, ist auch ein arroganter und respektloser Sack und das ganz ohne Drogengeschichte.

      • Klare Gedanken sind meistens irreführend, denn die Welt ist nicht klar. Es gibt immer Argumente für oder gegen etwas und wenn man nicht bereit ist sich beide seiten anzuhören, ist man in einer Talkshow falsch!

        Friedmann macht den grundsätzlichen Fehler, dass er als Moderator nicht neutral seinen Gästen gegenüber ist, sondern sich sofort auf eine Person einschließt, ohne sie zu Wort kommen zu lassen – und das in einer Talkshow!

        Deshalb ist er auch nicht mehr im öffentlich-rechtlichen Fernsehn, sondern muss auf nem Krawallsender die sensationsgeile, aber leider uninformierte Zuschauerschaft bei der Stange halten… Diese “Skandale” sind alle inszeniert zu lasten der Gäste. Das ist unseriös!

        • Friedmann moderiert keine Talkshow, oder siehst du da irgendwo Sofas oder ein Studiopublikum? Das Konzept seiner Sendung ist nicht darauf ausgelegt, dass man vor sich hin philosophiert, sondern seine Argumente möglichst überspitzt formuliert. Aus diesem Grund sind auch nicht solche Langweiler wie RD Precht oder irgendwelche Societyladies eingeladen, sondern immer nur Leute mit exakt entgegengesetzter Meinung.

          • Und welchen Sinn hat es, sich lediglich Meinungen um dem Kopf zu hauen?
            Wenn ich fernsehe, will ich (echte) Argumente, keine Meinungen!

            Überspitzte Formulierungen sind im übrigen Betrug am Zuschauer. Etwas zu überspitzen, bedeutet reißerisch ein Thema aufzublähen, das im Grunde gar nicht so wild ist und bei dem man durchaus zu einem Konsens kommen könnte. Das ist aber gar nicht gewollt. Friedmann will hetzen, damit seine Quote stimmt und das ist unfair – und niederstes Bild-Zeitungs-Niveau.

            Das Konzept der ganzen Sendung entbehrt jeglichen Sinn. Friedmann ist so geil auf Aufmerksamkeit, dass er seine Gäste einfach niederbrüllt und nicht zu Wort kommen lässt. Warum hat er dann überhaupt Gäste? Soll er doch eine One-Man-Show abziehen, in der Friedmann Friedmanns Meinung kundtut, weil das die einzige ist, die für Friedmann zählt. Der will doch gar nicht mit Leuten reden, weil er dann vielleicht mal zuhören müsste.

  15. Urheberrecht für alle?!
    Die Diskussion allerorten polarisiert und polemisiert und ich finde es gut so, denn das braucht es, um vorwärts zu kommen. Es wird sich etwas bewegen und das liegt unter anderem an all denen, die leidenschaftlich Stellung beziehen für die eine oder andere Seite. Diskussionen dürfen und sollen auch emotional geführt werden. Ich finde, man muss nicht alles verstehen (wollen) und man muss auch nicht alle lieb haben. Kuschelpädagogik ist fehl am Platze. Wohin dir Reise in Punkto Urheberrecht, ACTA usw. geht ist noch offen, das Ergebnis wird nicht allen schmecken, aber das muss es auch nicht. Kompromisse gehören zu einem solchen Prozess dazu.
    Was mich allerdings sehr betroffen macht, ist die Reaktion einiger “Gegner” der Urheber. Mailbombs mit dem Inhalt “Don’t fuck with anonymus* oder die Sammlung und Veröffentlichung privater Daten, wie Adressen, Telefonnummern, Ehepartner und anderer privater Dinge, mit dem Hinweis “This was Part 1 (2, 3, 4) – If you won’t stop this shit we will dox and dox and dox! nom nom, expect us!*” gehören eindeutig zu einer Un-Kultur, die weit unter die Gürtellinie geht.
    Drohgebärden sind die Mittel eines totalitären Staates und nicht die, eines demokratischen Rechtsstaats!
    Ich möchte an dieser Stelle niemanden für die eine oder andere Seite einnehmen – daher auch keine Argumente von meiner Seite, sondern einfach die Bitte, sich nicht auf so ein Niveau herabzubegeben.
    Freiheit des Internets beinhaltet auch, dass Meinungen, Meinungen sein dürfen und niemand dafür sprichwörtlich an die Wand gestellt wird!

  16. Ja macht euch ruhig über Feuchtgebiete und Mittermeier lustig, aber Fakt ist, dass aus ökonomischer Sicht hinter solchen Formaten nicht nur EIN Autor steht. Mit dem beginnt alles, aber hinter einem fertigen Buch oder einer Bühnenshow stehen Produktionsketten die Länger sind als die Koxline vom Bohlen. Mit dem Script beginnt alles deswegen, sollte man an dem Fundament des Produktionsprozesses nicht rütteln.
    In den englischsprachigen Ländern besitzt der Künstler kein angeborenes Urheberrecht dort ist alles “made for hire” und der Autor gibt sein Urheberrecht dem Unternehmen ab. Gott verhüte dass sowas nicht hier passiert, aber zum Glück haben sich nur Schwachmaten wie die Piratenpartei vorgenommen das Gesetz zu lockern.

  17. Bin ich sehr naiv wenn ich finde, das Künstler (Komponisten, Autoren, Songwriter usw.) geschützt werden sollen und das der wirkliche Mittelpunkt der Debatte ist? Irgendwie gehts doch darum was wen gehört. Mit einem einfachen “Du sollst nicht stehlen” kommen wir hier nicht mehr weit, das hat seit ACTA wirklich jeder kapiert. Nur ist die Frage, wie weit wir damit gehen wollen und wer das bestimmen darf und worauf sich dieses Recht bitteschön stützt. Wer darf schon bestimmen wer was verwenden darf? Unsere meisten Popsongs bestehen aus vier Akkorden, schön einfach und auf die dauer langweilig, aber erfolgreich. Da kommt auch keiner und beschwert sich. Man könnte natürlich überall ins Detail gehen aber… Nein, zu viel Arbeit, wer sollte das denn bezahlen? Geniale Künster haben eh immer am Hungertuch genagt. Verzeiht mir wenn ich da keine große Änderung sehe. Und geklaut wurde in der Kunst doch auch nicht seit es das Internet gibt.

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